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Lotta Brinkhammer
Scheiße!
Vielen lieben Dank.
Meinolf Brinkhammer Sebastian Brinkhammer
Der Bus bremst stark.
Das würde ich nicht machen. Hä?
Es ist gerade Pause. Och ...
Und du? Wartest du etwa auch noch?
Nee, ich hab's schon hinter mir.
(total erschöpft) Oh!
Hätte ich ja gar nicht rennen brauchen.
Und die Prüfer? Wie sind die so?
Sicher alles Schnösel.
Wieso Schnösel?
Ej, komm! Die meisten Ärzte sind doch voll eingebildet.
Und du bildest dir ein, es geht auch anders, oder?
Genau!
Na dann viel Glück.
Fröhliche Musik
Meine Name ist Dr.Gruber, Dr. Wenzel vom physiologischen Dienst
und als studentischer Beisitzer unser angehender Dr. Bülow.
Und Sie sind ...
... Frau Brinkhammer.
Sie haben sicher auch seit frühester Kindheit den Wunsch,
Doktor zu werden?
Nö.
Ich hab erst vor Kurzem bemerkt, dass ich Ärztin werden muss. Aha!
Und wie kamen Sie darauf? Als Pflegerin im Altenheim.
Bei uns starben zwei Bewohner durch unentdeckte Erkrankungen.
Mhm. Da dachten Sie, dass kann ich besser.
Nein! Aber ich will's lernen.
Und die Ärzte im Altenheim, wie waren die so?
Ganz okay. Sie haben nie verheimlicht, dass sie welche sind.
Wie süß.
Sie hat sich einen Glücksbringer mitgebracht.
Er ist von meiner Tochter.
Ah! Sie wollen also mit Kind Medizin studieren?
Es soll heutzutage Männer geben, die einem den Rücken freihalten.
Ich bin Alleinerziehend. Verstehe. Und da dachten Sie sich,
ich studiere mit Mitte 20, nebenher, mal ein bisschen Medizin.
Glauben Sie, das ist ein Häkelkurs? - Ich glaube nicht, dass Frau ...
Ich bin mir der Aufgabe bewusst.
Außerdem kann ich auf ein gut funk- tionierendes Heimnetz, nee, warte...
... äh, Familiennetzwerk zurückgreifen.
Wissen Sie, das Wichtigste ist das Auswendiglernen.
Sie beherrschen noch nicht mal Ihre zurechtgelegten Sätze.
Was ist eigentlich Ihr Problem?
Dass ich keine 18 bin? Dass ich eine Tochter habe?
Ich schaffte es als Altenpflegerin und ich schaff auch das Studium.
Sparen Sie sich:"Sie hören von uns!" SIE hören von mir!!!
Lautes Türknallen
Lautes Türknallen
Papa!
Ich bin nicht der Papa, Lilo. Ich bin der Opa.
Und da kommt die Mama.
Ich dachte, du wolltest nur zur Studienberatung.
Dann kauf du das nächste Mal ein. Hallo, meine Maus.
Bringst du das heute Abend mit? Ja. Super. Danke fürs Aufpassen.
Tschüss, mein Schatz. Der Opa muss jetzt wieder Geld verdienen.
Warte Mal! Das kam heute mit der Post.
Habe ich versehentlich eingesteckt.
Der ist aus Halle.
Ja ... das klappt schon irgendwann mal.
Ich bin genommen. Was?
Ich bin genommen. Ich werde Ärztin. Oh mein Gott. Oh mein Gott.
Fröhliche Musik
So, das war nichts. Dann suchen wir weiter. Okay?
Ja? Hi five.
Fröhliche Musik
Weiter geht’s.
Fröhliche Musik
Beängstigende Musik
(Lilo) Mama.
Ja, Süße. Auf geht’s, oder?
(Mona) Vergiss es.
Das sind Wohnungsanzeigen von Typen, die dich flachlegen wollen.
Und wo finde ich was Richtiges zum Wohnen?
Und wo muss ich mich für Medizin einschreiben?
Erstes Semester? Das Imabüro hat vormittags zu. Das was?
Das Immatrikulationsbüro.
Am besten füllst du vorher schon alle Formulare aus.
Hier. Antrag auf Semesterticket.
Bibliotheksausweis. Onlinezugang.
Ein Kitaplatz? Ja.
Bist du auch Mutter? Nee. Davon bin ich weit entfernt.
Hier. Jetzt brauchst du nur noch die Bestätigung vom Pflegepraktikum.
Dann kann's losgehen. Praktikum? Ich bin Altenpflegerin.
Wird nicht anerkannt. War bei meiner Freundin auch so. Viel Spaß.
90 Tage für umme im Krankenhaus. Was? Und das ist erst der Anfang.
Hallo.
Entschuldigung. Ich weiß, ich müsste erst ein Anmeldeformular ausfüllen.
Ich bin Grit. Hallo, Grit. Lotta. Hallo. Und du bist? Lilo.
(Grit) Lilo. Seid ihr schon auf der Warteliste?
Ähm, nein und ich bin alleine und ich fang grad mit Medizin an.
Normalerweise keine Chance.
Aber bei Härtefällen gibt es manchmal eine Ausnahme.
Ich rede mal mit den Kollegen. Ach, das ist ja super. Ähm, Grit?
Könnte Lilo vielleicht heute schon ...
... ausnahmsweise für ... zwei Stunden ...
Sag mal, Lilo ... Magst du Fischstäbchen?
Beim Essen ist sie ganz unkompliziert.
Was bekommst du? Das geht aufs Haus.
Wirklich? Ja. Ach, super. Danke.
Süße, ich bin in zwei Stunden wieder da, ja?
(Klenze) Praktikum? Bei uns?
Holen Sie das lieber in Ihren Semesterferien nach.
Und wann soll ich Geld verdienen? Und Ihr Stundenplan?
Physik, Chemie, Anatomie. Das geht von acht bis 19 Uhr.
Ein Grund, warum ich nie Medizin studieren wollte.
Und die Nachtschichten? Nachts müssen Sie lernen.
Die Bibliothek hat bis vier Uhr morgens auf.
Ich weiß, das Studium ist knallhart und ich weiß, was Pflege bedeutet.
Ich arbeitete drei Jahre im Altenheim.
Ich möchte das Praktikum schnell hinter mich bringen.
Oh, eine Überzeugungstäterin, was?
Gut. Warten Sie in der Kantine. Ein Kollege zeigt Ihnen die Station.
Und ich will später kein Gejammer hören.
(Jenny) Ist doch nicht so schlimm. Das schaffen wir schon.
(Mona) Da müssen wir alle durch. Das wird schon wieder besser.
Colostoma ...
(Tina laut) Ihr kapiert das einfach nicht.
Ich halt das einfach nicht aus. Es ist vorbei.
... und dann Verschluss des Colostoma.
Die Restlänge war 15 Zentimeter.
Hey. Hey. Bei denen hast du keine Chance.
Das sind PJler. Ärzte im praktischen Jahr.
Ich weiß. Das sind quasi die Viertelgötter.
Ich bin Mona. Das ist Jenny. Lotta.
Hey. (Mona) Suchst du noch ein Zimmer?
Bei uns wird was frei. Super. Aber ich hab eine Tochter.
Mehr heulen als Tina wird sie nicht. - Du bist schamlos.
Sie ist noch nicht ausgezogen und du vertickst ihr Zimmer.
Zahlst du ihre Miete? Das war eure Mitbewohnerin? Ja.
Was war denn los? Von 350 Studenten´ schmeißen 100 im ersten Jahr.
Tina ist eine von ihnen.
Wenn dich ein Prof. auf dem Kicker hat, ist es vorbei.
Sind denn wirklich alle so schlimm? Die meisten Typen schon.
Mit einigen Ausnahmen.
Och, ich dachte der wäre Student. Er ist fast fertig. Er ist Tutor.
Hi.
Hallo. - Hi.
Ich soll hier jemanden rumführen.
Na, dann mal los.
Hey und wegen Wohnung. Wir wohnen Röhnstraße 13.
Alles klar, bis später.
Was für ein Typ.
Oben ist die Gynäkologie.
Hallo.
Hier unten geht es zur Notaufnahme. Und nach rechts geht's ...
Gehen wir lieber nicht.
David! Hi.
Hi, Dane. - Ich wartete in der Notaufnahme.
Du wolltest doch meine Fäden ziehen. - Das kann unten jeder.
Aber du hast das so toll genäht mit deinen weichen Händen.
Die nächsten paar Tage noch trocken halten und das war's.
D ... Danke.
So und hier wird geforscht.
Ramu beschäftigt sich mit all diesen Fragen.
Hi. Hi. Schmerzen.
Was genau tust du? Grade untersuche ich bei Probanden,
ob sie weniger Schmerz empfinden, wenn sie frisch verliebt sind.
Komm mit, ich zeig's dir.
Setz dich mal bitte hin!
Nimm die Kopfhörer.
Und die Wärmesimulatoren nimmst du in die Hand.
Wie heißt du? Lotta.
(laut) Tut das weh?
Sag einfach Bescheid, wenn was ankommt. Okay.
(Ramu) Spürst du schon was?
Noch immer nicht?
Nö.
Komisch. Ich bin schon auf Anschlag. Höchststufe.
Und du bist nicht verliebt oder in irgendeiner emotionalen Hochphase?
Ich weiß nicht. Nein.
Du wirst doch nicht die Ergebnisse eines Spitzenforschers anzweifeln?
Türknallen
Oh, sie ist weg.
Hast du schon alle Bücher? Ich miste grade aus.
Danke. Ich gehe in die Bibliothek.
Wär aber besser, die zu haben. Ich habe DANKE gesagt!
Sei doch nicht gleich eingeschnappt. Das war ein Scherz. Oh!
Vielleicht ... findet deine Freundin Dane ja mehr Gefallen an so was.
Kann ich hier mein Praktikum machen? Schon. Aber es gibt einen Haken.
Die Lungenabteilung hat einen sehr straffen Führungsstil.
Ich hab schon unter einigen Chefs gearbeitet.
Ich bin geblieben und die Chefs sind weg.
Doktor Gruber. Frau Brinkhammer würde gern ihr Praktikum bei Ihnen machen.
Ah. Die mit dem Kind.
So und jetzt noch ein Praktikum oben drauf. Viel Spaß.
Dann wollen wir mal sehen, wer länger bleibt.
Fröhliche Musik
Hey. Willst du es dir nicht erst mal angucken?
Du kennst wohl nicht die Jugendherberge, hä?
Komm rein.
Taraaa!
Ihr gefällt's.
Meine Möbel kommen erst in ein paar Tagen. Das habe ich neu gekauft.
Und noch nie gemacht.
(ruft) Jenny!
Kannste mal helfen?
Dieser Gruber ...
Wie ist der eigentlich so? Ich mache bei ihm ein Praktikum.
Killergruber. Wegen dem hat Tina geschmissen.
Was ist an ihm so schlimm?
70 Prozent der Medizinstudenten sind Frauen. Gruber macht das Angst.
Der arbeitet an seiner Anti-Quote. - Die Typen wetten untereinander,
wer die Mädels als Erster aus der Fakultät mobbt. Quatsch.
Hundert pro. Standardeinsatz ist eine Flasche Riesling.
Mache ich später.
Hat deine Tochter auch einen Dad? Ja. Der baut in Dubai.
Aber wir waren nie zusammen. In drei Jahren haben wir auch Kinder.
Jenny hat einen genauen Plan. - Leider studiert Ralf in Erlangen.
Ich hab mich bei Edelpartner angemeldet.
Ich hab keinen Bock mehr, auf Partys nach dem Richtigen zu suchen.
Den Richtigen gibt es doch gar nicht.
Jetzt kommt schon. Es ist wie beim Lotto.
Und was ist mit Romantik? Mädels, ich hab eine Tochter. Das reicht.
Cool, dann spannst du uns wenigstens keinen Typen aus.
Lilo lacht und freut sich.
Türklopfen
Hallo.
Ich bin die Lotta. Guten Tag.
Kuck mal, Mäuschen.
Hier steht was über deine Krankheit. Bald wird alles wieder gut.
(Peggy) Mukoviszidose, Mama. Das wird nicht wieder gut.
Wenn ich nicht bald eine neue Lunge bekomme, sterbe ich daran.
Was bist du denn so böse, Mäuschen. Lies doch mal.
Entschuldigung, könnten Sie uns vielleicht alleine lassen?
Ich fürchte, Sie müssen uns alleine lassen.
Ich muss bei Ihrer Tochter eine Diagene Dispensie durchführen.
Der Raum muss absolut steril sein. Ach so.
Ich komme dann morgen wieder, Mäuschen, ja. Lies das doch mal.
Auf Wiedersehen. Auf Wiedersehen.
Diagene Dispensie?
Was ist das denn? Du, keine Ahnung.
Ich dachte, du willst deine Ruhe haben.
Danke.
Lotta?
Ich bin Peggy. Hallo, Peggy.
Du machst Musik, he?
Soll ich dir was vorsp ... Ah!
Schon dich mal lieber.
Und sie ist noch nicht mal Ärztin?
Lotta. Kommen Sie bitte mal!
Wie kommen Sie dazu, mich aus dem Zimmer zu schicken?
Eine Überdosis Mitleid setzt Ihrer Tochter mehr zu, als jede Krankheit.
Sagt wer?
Und ein Mädchen in ihrem Alter will nicht Mäuschen genannt werden.
Noch keine Vorlesung besucht und schon Doktor spielen.
Sie sind Praktikantin. Das heißt: Nicht reden, nicht therapieren,
sondern putzen. Können Sie sich das merken? Wie bitte? Ja, Mann.
Entschuldigen Sie mich.
Türknallen
Herr Gruber. Ich finde es nicht richtig.
Praktikum bedeutet auch, dass man Praxiserfahrungen sammelt.
Insofern ... - Ja, dann geh doch zu Mami und beschwere dich.
Mäuschen?
Okay.
Lotta schreit.
Hast du was gegen Türen oder ...
Oder warum schlägst du sie immer?
(schreit) Ich kann das alleine. Kannst du nicht, Lotta.
Du schaffst dein Studium nicht,
wenn du nicht mit anderen Leuten zusammenarbeitest.
Das heißt, ich soll schön brav sein und kuschen, oder was?
Hast du schon mal was von Trotzphase gehört?
Die sollte eigentlich spätestens mit vier Jahren überwunden sein.
Ach so.
Hast du neulich vergessen.
So geht's den ganzen Tag.
Sie will nicht mal mit den anderen Kindern draußen spielen.
Wenn man sie anspricht, sagt sie: "Lilo warten."
Vielleicht sind die anderen Kinder langweilig. Nimm das bitte ernst.
Lilo kann den Platz haben.
Aber nur, wenn du in der Anfangszeit zur Eingewöhnung dabei bist.
Mama.
Hi, meine Maus. Kuck mal, wen ich dir mitgebracht habe. Deinen Hasen.
Der hat mir in der Prüfung ganz viel Glück gebracht.
Wollen wir jetzt gehen? Ja. Sagst du Grit noch Tschüss?
Tschüss, Lilo. - Tschüss.
Ciao, Grit. Ciao.
(Ramu) Warum stichelst du immer an meiner Forschung rum?
(David) Wenn du wenigstens mal was Sinnvolles rausfinden würdest.
Zum Beispiel: Gibt es auch Liebe ohne Schmerzen?
Interessiert das auch Mister Sunshine? Du kannst ja jede haben.
Blödsinn.
Ich kriege auch mal einen Korb.
Von wem?
Wenn du wissen willst, wie man jemanden rumkriegt,
dazu gibt es eine Menge Forschung.
Deine Privatforschung, ja. - Nee, nee.
Zum Beispiel hat man in den 70ern rausgefunden,
dass sich Menschen bei Grenzerfahrungen leichter verlieben.
Auf schwankenden Brücken oder in schwindelnder Höhe.
Ist sie das?
Ganz bestimmt nicht. Aber sie wär's gern.
Hallo.
Hi. - Hi.
Ich habe mich grad hier angemeldet.
Fürs Rudern. - Schön.
Hast du noch was vor?
Ich bin verabredet.
Mit der Frau, die man nie warten lassen darf.
Hi. - Hi.
Hallo, Mama. - Hi.
Ich habe ein super Lokal entdeckt.
Aber zuerst musst du mich bei ein paar Kleidern beraten.
Oder möchtest du was mit deiner Dane unternehmen?
Das ist nicht meine Dane. - Ich finde sie sympathisch.
Du willst doch nur Rabatt in ihrer Boutique.
Vielleicht. Aber du profitierst auch davon.
Was glaubst du, wo ich dein Hemd gekauft habe?
Mein Gott. Ich habe die Kreditkarte irgendwo liegen lassen.
Bärchen, wenn ich DICH nicht hätte. - Mama!
Für mich bleibst du halt mein Bärchen.
Okay. Ich muss los. Bis später. - Ja, mach's gut.
Fröhliche Musik
Rührgeräusch
Iii ... Ah! Das Ding brauch ich.
Man, das Mixerteil für meine Tochter.
Du bringst es aber wieder zurück. Klar?
Was war das denn bitte? Jennys Freund.
Keine Milch mehr da?
Ralf, du Parasit!
Autohupen Ich glaub, meine Möbel sind da.
Babyphon: (Lilo) Mama ... Oh Süße, ich komme.
Entschuldigung.
Wohnt hier vielleicht eine Frau Doktor Brinkhammer?
Papa, das dauert noch.
Hallo, Papa.
Papa? Nein. Das ist der Opa.
Na, Große. Hi, Kleiner.
Hallo, Lilo.
Jetzt geht’s los. Okay.
Verdammt. Immer weiter, Sebastian.
Es ist so eng. Ich komme hier nicht weiter.
Was machst DU denn hier?
Du bist ja hartnäckig. Ich sagte, ich kauf die nicht.
Wer sagt denn, dass die für dich sind?
Könnt ihr das später ausdiskutieren?
Ich nehme an, du brauchst keine Hilfe?
Nein! Aber vielleicht hilfst du mal da oben.
Vielleicht könntest du hier unten anfassen und ...
Okay. Danke Sebastian, wir machen das schon.
Hier rein? Ja!
Okay.
Sentimentales Gitarrenspiel
Gute Wahl. Der stemmt was weg. Also meinen Segen hast du.
Hä, David? Der ist rein zufällig hier.
(erfreut) Hey.
Ich habe doch gesagt, ich kann mir die Bücher auch bei dir abholen.
Ich ähm ... war grade in der Gegend. Hier. Rein zufällig.
(Lilo) Papa! Nicht wundern. Das sagt sie zu fast jedem.
Lilo, nein. Das ist nicht der Papa. Das ist David.
Was ist das denn? Pizza? Nee, viel besser. Hallenser Speckkuchen.
Für die fleißigen Helfer. - Und einen starken Kaffee für die starken Jungs.
Vielen Dank. Das warme Wasser geht nicht.
Der Boiler spinnt seit Jahren. Das schau ich mir gleich mal an.
Papa! Komm jetzt essen.
Wie viele Laster habt ihr in eurer Firma?
Ich weiß gar nicht so genau. Ungefähr 25.
Lilo lacht und freut sich.
Sanfte, stimmungsvolle Musik
(Jenny) Guten Appetit.
Leute, schön das ihr alle mitgeholfen habt.
Vielen lieben Dank dafür. Ich müsste mal wieder ...
... langsam ...
Ja.
Was studieren Sie? Auch Medizin? (Mona) Ja, klar.
Türklopfen
Hey.
Kannst dich wohl nicht so richtig entspannen, was?
(undeutlich) Doch, wieso?
Bitte?
Ähm, heißt das, wir können mal was zusammen trinken gehen?
Ähm, grad ist echt viel los.
Okay.
Na dann.
Fröhliche Musik
Du lässt mich jetzt sofort zu ihr. - Sie will Sie nicht sehen.
Und was bist du? Türsteher? - Los ab, da lang.
Drecksladen!
Scheiße.
Was ist denn in DEN gefahren? Ihre Peggy.
Bei der können Sie gleich sauber machen. Nichts anderes, verstanden?
Gitarrengeklimper
Melodisches Gitarrenspiel
Lotta, ich habe dich schon vermisst.
Ich musste die letzten paar Tage ein bisschen Medizin studieren.
Und den Typ da draußen vermisst du nicht?
War er wieder da?
Der checkt's einfach nicht.
Seid ihr zusammen?
Ich habe mit ihm Schluss gemacht, bevor mit mir Schluss ist.
Wer sagt denn, dass mit dir Schluss ist?
Die Statistik.
Spenderlungen sind selten.
Und dass ein Muko in meinem Stadium länger lebt, fast unmöglich.
Ja fast, aber nicht unmöglich.
Mich braucht doch eh keiner.
Und Ben?
Woher soll ich das wissen?
Der hat mir noch nie seine Gefühle gezeigt.
Also da draußen hat er ganz schön randaliert deinetwegen. Echt?
Wieso willst du ihn nicht sehen?
Hör mal!
Bei uns im Altenheim habe ich oft mitbekommen, wenn einer starb.
Ich glaube, bei dir ist es noch lange nicht so weit. Ach ja?
Woher willst du das wissen? Du hast recht, ich weiß es nicht.
Aber ich weiß, wenn's wirklich aufs Ende zu geht,
will niemand alleine sein.
Der hat echt randaliert?
Aber wie. So richtig mit buff ... buff ... buff.
Holla die Waldfee.
Dieser Typ.
Süßer Typ.
Ben? Hast du ein paar Minuten? Es geht um Peggy.
Du musst mitkommen, sonst komme ich zu spät zur Vorlesung. Los komm!
Was willst du von Peggy? Wie? Was will ich?
Liebst du sie, obwohl es ihr dreckig geht? Ja, verdammt.
Wir lernten uns im Krankenhaus kennen. Ich weiß, was sie hat.
Auf einmal wollte sie nichts mehr mit mir zu tun haben.
Hast du auch Mukoviszidose? Nein. Sondern? Das geht dich nichts an.
Wenn ich dir helfen soll, muss ich dir vertrauen. Also?
Alkohol.
Bist du trocken? Ja.
Ich glaube, Peggy will dich auch sehen.
Aber du musst ihr entgegenkommen. Schreib ihr.
Hat sie kein Handy auf dem Zimmer? Ich meine einen Brief.
Papier, Stift, Umschlag, Briefmarke. Ich weiß, was das ist.
Schreib ihr, was du für sie empfindest.
Wenn du deine Sache gut machst, will sie dich auch sehen.
Und wenn sie dich sehen will, mach keinen Rabatz auf der Station.
Fröhliche Musik
Was machst denn du hier?
Gruber vertreten. Bist du auch mal nicht in der Uni?
Wenn du nicht mit mir ausgehst.
Kommt. Wir wollen anfangen.
Hi.
Heute steht Anatomie auf dem Stundenplan.
Weiß jemand, was das heißt?
Anatomie. Aufschneiden. Ich dachte, das machen wir jetzt auch.
Ja, keine Sorge, das kommt früh genug.
Bevor wir uns mit dem Sezieren von Einzelteilen beschäftigen,
wollen wir den Menschen als Ganzes betrachten.
Das kommt in der Medizin oft zu kurz.
Gibt es ein Krankheitsbild, was euch grade ... interessiert?
Mukoviszidose.
Gutes Beispiel. Mukoviszidose.
Erblich bedingt eine Fehlfunktion in den Chloridkanälen.
Sämtliche Sekrete werden zähflüssig.
Es kann zu schweren Störungen der betroffenen Organe führen.
Die Lebenserwartung ist kaum höher als 40 Jahre.
Wir können nun in Anatomie eines der betroffenen Organe sezieren.
Lotta schweift ab. Sie hört David kaum noch.
Welche Gebiete spielen hier noch mit rein?
Eines sagte ich bereits. Erblichkeit, Genetik, Lebenserwartung.
Lotta träumt.
Zu den betroffenen Organen gehören auch die Geschlechtsorgane.
Also auch eine Frage der Gynäkologie.
Ich will, dass ihr über die Grenzen hinaus denkt.
Lotta?
Was?
Ich wollte wissen, was das Chromosom sieben ist?
Chromosom sieben ist eines von 23 Chromosomenpaaren des Menschen.
Bei Mukoviszidose Erkrankten kommt es hier zu einer Mutation.
Danke.
Lest euch das mal alle durch.
Willst du meine Diagnose wissen?
(singt) "The Virus of Love." Dich hat's erwischt.
Hi, Mona. - Hi.
Du bist echt überheblich.
Andere würden ihren linken Arm für ein Date mit David geben.
Dann schneid ihn dir ab.
Ich spann meiner Mitbewohnerin keinen Typen aus.
Er ist nicht mein Typ.
Warum bist du eigentlich im Erstsemesterkurs?
Gruber ließ mich letztes Jahr durchrauschen.
Kommst du heute Abend mit in den Club? Ein Freund von mir legt auf.
Ich hab 'ne Tochter. Ich war seit zwei Jahren nicht mehr feiern.
Außerdem muss ich lernen. Exzessives Feiern hilft beim Lernen.
Komm schon. Außerdem hat Jenny Ralf zu Besuch.
Die beiden wollen Kinder. Dann kriegen sie eins zur Probe.
Und wir beide machen Party. Hu!!!
Discomusik
Ausgelassene, fröhliche Stimmung
Lotta und Mona singen.
Zwei Bier, bitte.
Hi. Hi.
Hier lernst du also?
Feiern hilft beim Lernen. Es gibt eine Studie drüber.
Wollen wir vielleicht mal raus?
Ach, tut mir leid. Ich hab jetzt ein anderes Date.
Gehen wir?
He, ist alles klar?
Siehst ein bisschen blass aus. Spiel mal nicht den Doktor.
Ich bin Doktor. Ja, aber nicht meiner.
Ist dir schwindelig? Nein. So lauf ich nun mal.
Wann hast du das letzte Mal was Anständiges gegessen?
Nutritive Demenz. Essen vergessen. Typische Erstsemester Krankheit.
Hast du Lust auf irgendwas?
Asiatisch, Sushi, Grieche, Inder?
Ah, ich kenne einen super Laden.
Die haben Lammrücken mit gerösteten Julien Kartoffeln und Kräuterjus.
Pommes, ja? Mhm.
Bin halt nicht so ein Edelmädel.
Was denn für ein Edelmädel?
Na solche, die auf Lammrücken mit Kartoffeljus stehen.
Aha.
Verstehe, Schnöselalarm, ja?
Wollen wir uns setzen? Mhm.
Wenn überhaupt, dann gehe ich da nur mit einem Mädel essen.
Mit meiner Mutter, die hasst kochen.
Bei uns war kulinarisch auch nicht mehr so viel los,
nachdem meine Mutter nicht mehr da war.
Ist sie ... Gestorben, ja. Als ich elf war.
Mein Vater auch, als ich neun war.
Scheiße. Ja.
Und wie ist das so nur mit dem Vater aufwachsen?
Keine Ahnung.
Er tut immer voll besorgt.
Aber jetzt ist er froh, dass er sein eigenes Ding machen kann.
Meine Mutter ist das Gegenteil.
Steuererklärung, neuer Browser, Schuhe kaufen.
Die sucht sich immer was Neues, um mich bei sich zu haben.
Musst du ja nicht. Na ja.
Wenn man sie alleine lässt, baut sie Mist.
Ich hatte den Eindruck, dein Vater ist total stolz auf dich.
Ja, jetzt schon, wo ich Medizin studiere.
Davor verlief mein Leben ein bisschen anders.
Aha. Wie denn? Na so!
Sssssssssssss ...
Und lass mich raten. Du bist bestimmt immer so gegangen.
Drehen wir noch eine Runde?
Lotta kreischt vergnügt.
Und dann bist du einfach mit der Alten aus dem Heim abgehauen?
Ja und sie hat's total genossen.
Hast du noch nie was Verbotenes getan?
Nee, wieso? Wieso? Weil's Spaß macht.
Erste Lektion.
Lotta!
Bei Rot über die Straße.
Na los, komm schon!
Und jetzt die Augen zu.
Betreten verboten.
Oh nee. Oh doch.
Fröhliche Musik
Los komm. Kuck dir das an.
Ich glaub's nicht. Die ist offen.
Vielleicht gibt es hier irgendwo einen Schlüssel.
Hier.
Komm, wir probieren es mal aus.
Oh, okay, okay, es funktioniert.
Festhalten.
Der Kran summt. Hahaha.
Wow.
Schön. Ja. Voll der romantische Kitsch.
Was hast du denn gegen Romantik?
Ach, die gibt's doch nur im Film. Und am Ende muss einer verrecken.
Wie bei Titanic oder so. Titanic müsste dir doch gefallen.
Da kriegen die reichen Schnösel was aufs Dach.
Fang nicht schon wieder damit an. Wer möchtest du bei Titanic sein?
Niemand. Komm schon. Wenn du müsstest.
Die reiche Lady oder der arme Typ?
Okay. Ich nerve, dann kann ich ja gehen.
Ach David. So war das doch gar nicht gemeint.
Hey!
Hey, nein!
Der Eisberg. Was?
Bei Titanic würde ich den Eisberg spielen.
Tolle Grenzerfahrung. Was?
Nichts.
Hier wohnst du? Hier wohnt meine Mutter, ja.
Ich weiß, ich sollte längst ausgezogen sein, aber ...
Es ist nicht leicht, was Passendes zu finden.
Ich sag ja gar nichts.
Willst du noch mit rein?
Ich will nicht. Ich muss.
Toilettenspülung
David? Das habe ich auf dem Klo gefunden. Was ist denn das?
Das ist Indien. Da wollte ich immer mal hin.
Echt? Ich auch.
Ähm ... Rot oder Weiß?
Weiß. Aber nur ein Glas. Gut.
Und warum bist du da nie hin?
Ich weiß nicht.
Studium, der Job. Deine Mutter.
Wird allerhöchste Zeit, dass du hinfährst.
Und wenn's andere Gründe gibt zu bleiben?
Mukoviszidose.
Ich dachte im Seminar, du kannst das aus dem FF.
Ja, das solltest du auch.
Riesling, ja? Du machst also mit bei diesen Wetten.
Hast du auch gegen mich gewettet?
Das meine ich, mit Schnösel. Ihr wettet auf uns.
Mal kucken, ob es die Kleine schafft Wir sind keine Rennpferde. Warte mal
Ich habe nicht gegen dich gewettet, sondern für dich.
Tut mir leid, wenn ich an dich glaube Echt, was für ein Schnösel.
Was für ein Sturkopf. Schnösel.
Sturkopf. Schnösel.
Sturkopf. Mir wird das zu doof. Dann geh!
Das hättest du wohl gern? Ja!
Nein.
Schnelle, flotte Musik
Lotta juchzt und beide lachen.
Der schwarze Knopf.
Summton
Tut mir leid, ich wollte dich nicht wecken.
Meine Tochter. Ich muss.
David ...
Romantik ist nicht.
Ich habe dich vorgewarnt.
Du bist der Eisberg.
Ja.
Dieses Mal nicht zuschlagen, ja.
Sentimentale Musik
Sentimentale Musik
(Stimme Ben) "Liebe Peggy.
Mein erstes Mal.
Ein Brief an dich.
Krass, wie viel Platz auf so einem Papier ist.
Trotzdem. Ich mache es kurz.
Du weißt, du hast mich gerettet.
Vom Saufen."
(Peggy liest) "Lass mich auch dich retten.
Lass mich bei dir sein."
(Stimme Ben) "So lange es geht."
(Peggy liest) "Du gibst mir die Kraft. Ich pack das.
Das Wort ist zwar abgewetzt
wie meine Jacke."
(Stimme Ben) "Doch es stimmt.
Ich liebe dich."
(Peggy liest) "Dein Ben."
(Lotta ruft) Hallo!
(Lilo) Hallo, Lotta.
Hi, meine Maus. Guten Morgen, Süße.
Na, alles klar?
Sie war die ganze Nacht wach.
Ihr hättet doch anrufen können. Haben wir. 300 Mal.
Aber dein verdammtes Handy ist aus.
Oh Mist. Stimmt.
Scheiße. Mein Ladegerät hat eine Macke.
Tut mir leid. Besorg dir ein Neues. Und gleich ein Babysitter dazu.
(Ralf) Oh, Babysitter.
Ralf, aufwachen.
Danke fürs ... Aufpassen.
Na, Süße.
Was hast du denn hier gemacht?
Süße, ich kann jetzt nicht. Ich muss zur Uni. Verstehst du?
Komm mal kurz mit raus!
Lotta, so geht das nicht mehr weiter.
Lilo will mit niemandem spielen.
Erkläre ihr, warum du sie hier abgibst.
Das tu ich doch. Du sagst, ich muss zur Uni.
Kinder nehmen das wörtlich.
Vielleicht glaubt Lilo, dass dich jemand zwingt, sie hier abzugeben.
Du meinst, deswegen streikt sie und will mit niemandem spielen? Ja.
Nimm sie mal mit zur Uni. Zeig ihr, warum du so gerne studieren möchtest.
Lautes Lachen
Ja, ich weiß. Keine Kinder auf der Station. Bin gleich wieder weg.
Fröhliche Musik
(leise) Sie ist sehr krank. (Lilo) Ja.
Und deswegen will ich zur Uni gehen. Ich will Menschen helfen.
Ich muss das nicht tun, aber ich will es. Verstehst du? Ja.
Und wenn ich mir nicht helfen lassen will? Wieso nicht?
Hallo, Peggy. Das ist Lilo, meine Tochter.
Das ist Peggy.
Magst du die mal haben?
Lilo zupft an den Gitarrensaiten.
Da steckst du dahinter. Oder?
Der Brief hat mich umgehauen.
Ich weiß wieder, wie sehr ich Ben liebe.
Aber ich bleib dabei. Ich will Ben nicht mehr sehen.
Wieso das denn nicht? Ich schaff das nicht.
Ein lebendiger Typ an meinem Bett, während ich krepiere.
Wer sagt denn, dass du stirbst. Und mit einer neuen Lunge ...
Ich habe mich von der Transplanta- tionsliste streichen lassen. Was?
Es bringt doch nichts. Ob ich jetzt gehe oder in zehn Jahren.
Peggy, du darfst dich nicht aufgeben. Geräusch
Tust du mir einen Gefallen und passt kurz auf Lilo auf?
Ich bin gleich wieder zurück.
Türklopfen
Türknallen
Dass Sie sich hier noch reintrauen. Es geht um Peggy.
Ja, eben. Schauen Sie mal. Das ist Peggys Lunge.
Eine cystische Fibrose. Schleimiger als jeder Arzneimittelvertreter.
Es wird immer schlimmer. Was macht man da? Transplantieren.
Sie hat sich von der Liste streichen lassen. Und wer hat's verbockt?
Sie, mit Ihrer Gefühlsguerilla. Ben gibt ihr Kraft.
Wenn sie ihn nur noch einmal sehen könnte. Der hat Hausverbot.
Was? Das geht nicht. In der Medizin muss ich mit Fakten umgehen.
Der Typ randaliert und hat meine Patientin aufgebracht.
Jetzt will sie keine OP mehr.
Die Zukunft der Station steht auf dem Spiel. Moment mal.
Was glauben Sie denn?
Ich habe die Controller im Rücken.
Wenn ich nicht genügend Lungen transplantiere,
ist mein Budget futsch.
Dann müssen Sie Peggy überzeugen. Ich muss gar nichts.
Erst recht nicht, mir von Ihnen was sagen lassen.
Gut, dann bringe ich das wieder in Ordnung. Stopp!
Wenn ich Sie noch einmal bei einer Guerillaaktion erwische,
bekommen Sie auch Hausverbot. Und dann war's das mit dem Studium.
Ist das klar? Sie sollten sich aufs lernen konzentrieren. Anatomie.
Nächste Woche haben Sie schriftliche Prüfung bei mir. Ich weiß.
Gruber knallt die Tür.
Alles ist weg. Alle Adressen weg. Du musst was machen.
Mama beruhige dich. Wo ist der Stick, den ich dir gekauft habe?
Woher soll ich das wissen? - Du verschlampst alles.
Bärchen, ich habe anderes im Kopf. Der Empfang am Wochenende ... Hallo!
Ähm, entschuldigen Sie. Ich wollte zum Dekan. Der bin ich.
Ja gut. Es geht um Doktor Gruber und eine Patientin, ähm ...
Sieh mal an. Die Kleine Zaunkönigin. Bitte?
Ich bin Lotta, aber es geht hier nicht um mich.
So, so. Sie sind also Lotta und ... (Lilo ruft) Papa!
Nein, Süße.
Bärchen, möchtest du mir das vielleicht erklären? Bärchen!
Hast du gehört? Ich glaube, dass Lotta, wie alle anderen auch,
zu den üblichen Sprechzeiten kommt. Nee. Ich muss das loswerden.
Ich müsste ... Du musst jetzt dringend gehen.
Was soll das?
Lilo, langsam.
Spinnst du? Nur weil wir in der Kiste waren,
kannst du dir alles rausnehmen, oder was?
Nein, aber man muss dich beschützen. Beschützen!
Ja, vor dir selber, weil du dir alles kaputt machst.
Hast du was mit der Frau? Was? Nein!
Und wieso nennt sie dich Bärchen? Wieso interessiert dich das?
Es interessiert mich ja gar nicht.
Gut.
Wenn du was bei der Dekanin erreichen willst,
musst du dich an die Spielregeln halten.
Die Wichtigste heißt: Sprechzeit. Aber es war wichtig!
Gruber kapiert nicht, wie man Peggy helfen kann. Gruber ist ein Idiot.
Wem wird die Dekanin mehr trauen? Ihrem Oberarzt oder dir?
Wenn du was bei ihr erreichen willst, musst du taktieren.
Woher willst du das wissen?
Sie ist meine Mutter.
Das mit dem Bärchen versuche ich ihr schon seit Jahren auszureden.
Das hättest du mir echt früher sagen können. Lotta, hey.
Am Wochenende haben wir einen Empfang.
Klinik mit Herz und Charity Ding.
Wenn sie das hinter sich hat, ist sie wieder ansprechbar.
Bist du ihr Sohn oder ihr Sekretär?
Okay.
Klinik mit Herz, ja.
Lilo.
Lotta.
Vorsicht! Das Schloss klemmt ein bisschen. Vorsichtig fahren. Danke.
Ja aber.
Leise Musikberieselung
Hi. Wie bist du hier reingekommen?
Du, das war leichter als neulich morgens hier raus.
Was machst du hier?
Taktieren.
Das ist der denkbar schlechteste Zeitpunkt.
Mach dir keine Sorgen. Ich blamiere dich nicht vor deiner Mutter.
Oder vor deinem Modepüppchen. Bist du eifersüchtig?
Nein.
Du willst nicht, dass ich mich in dein Leben einmische,
misch du dich nicht in meins ein. Es geht nicht um unser Leben.
Es geht darum, dass jemand überlebt.
Und keine Sorge. Ich werde keine Türen knallen.
Kann ich Ihnen helfen?
Sie könnten sich von meinem Sohn fernhalten.
Ich habe gleich gesehen, wie Sie sich ranmachen.
Ich mag forsche Frauen, aber David ist dafür zu sensibel.
Es gibt Frauen, die wollen was anderes, als nur Typen abschleppen.
Die wollen studieren.
Praktisch, sich dann den Sohn der Dekanin zu angeln.
Ich dachte, nur die Professoren sind Machos. Was erlauben Sie sich?
Was erlaubst du dir Mama? - Bärchen, kümmere dich um die Gäste.
Hör auf damit. Ich heiße David.
Jetzt pass mal auf. Es nervt mich, wie du dich in mein Leben einmischst.
Egal was mit Lotta und mir ist. Es geht dich einen Scheißdreck an.
Einen Scheißdreck.
So und jetzt hörst du Lotta mal zu. Als Dekanin.
Dafür gibt es Sprechzeiten.
Ich kann Sie auch nach Ihrer Rede fragen,
ob es zu einer Klinik mit Herz passt,
dass ein Oberarzt lieber ein Hausverbot verhängt,
als das Leben seiner Patientin zu retten. Na gut, zwei Minuten.
Gut, dann kümmere ich mich um die Gäste.
Es geht um Oberarzt Dr. Gruber.
(leise) Musik und Stimmengewirr
Einen wunderschönen guten Abend meine Damen und Herren.
Klinik mit Herz ist auch von mir eine tiefe Herzensangelegenheit.
In den vergangenen zwei Jahren ist es der Stiftung gelungen,
die Bedingungen am Hallenser Universitätsklinikum ...
Und? Sie redet mit Gruber.
Entschuldige. Ich wollte nicht, dass du und dein Mutter ... Ist schon gut
Das musste mal raus.
Du, wenn das hier vorbei ist, dann gibt es auch ein Abendessen.
Keine Pommes, aber ...
Danke.
Vielen Dank.
Beifall
Ich kann so nicht lernen, also, was ist los?
Ralf will seit dieser Nacht mit Lilo keine Kinder mehr.
Ohne Kinder will ich keinen Ralf.
Ach, ich hatte so ein blödes Blind Date.
Der Typ ist einfach an mir vorbeigegangen.
Und bei dir?
Nichts.
Das ist echt bescheuert.
Du kümmerst dich um andere und bei dir ist nichts. Es ist nichts. Okay?
Es ist einfach ... Im Moment ist ...
Los Mädels, runter damit.
Deine These sagt, Liebe ist ein Mittel gegen Schmerzen.
Gibt es auch ein Mittel gegen Liebe?
Hat's dich also doch erwischt.
Bei uns sagen wir, du kannst den Hahn einsperren,
aber die Sonne geht trotzdem auf.
Mit anderen Worten.
Du kannst nichts dagegen machen.
Komm her, meine Maus.
Handy klingelt.
Handy klingelt.
Hallo. Ähm, du hast grade angerufen.
Äh, nein.
Ach so, dann ... David, was machst du heute Abend?
Noch mal Training bis 20 Uhr.
Soll ich dich ... abholen?
Auf ein Bier.
Okay. Okay.
Fröhliche Musik
Besetzt.
Fröhliche Musik
Ihr Zustand verschlechtert sich. Peggy bleibt dabei.
Gegen ihren Willen kann ich nicht therapieren. - Kann man nichts tun?
Wir haben alles versucht.
Sogar die Dekanin hat sich des Falles angenommen.
Lotta?
Können Sie nicht mit ihr reden?
Es tut mir leid, aber ich bin NUR die Praktikantin.
Das ist doch möglich, oder?
Dankeschön.
Achtung, wir kommen! Aus der Bahn. Heiß und fettig.
Der Krankentransport-D-Zug.
Moment mal.
Dr. Gruber!
Darf ich dich mal was fragen, Peggy?
Wie war das mit Ben, als du dich verliebt hast?
Es war einfach da.
Das muss man doch irgendwie merken, oder?
Frau Doktor erforscht die Symptome der Liebe?
Du siehst ihn das erste Mal.
Du denkst, du kennst ihn schon immer.
Dann siehst du ihn mit einer anderen.
Du bist eifersüchtig, dass du kotzen könntest.
Dann merkst du, dass da mehr ist.
Dass du dich auf diesen Typen verlassen kannst.
Und das musst du auch,
weil du völlig verpeilt bist und nicht mehr hörst,
wenn andere mit dir reden. Oder?
Weißt du ...
Vielleicht ist es so, wie mit dem Sterben.
Man muss einfach nur loslassen.
Peggy ...
Triff dich noch einmal mit Ben.
Nur einmal.
Dann nerve ich dich auch nicht weiter mit der Transplantation.
Hast du ein Handy?
Komisch.
Sonst geht er immer ran.
Wahrscheinlich hat er die Schnauze voll. Das glaube ich nicht.
Wenn ich hier fertig bin, kann ich gerne nach ihm kucken.
Die Adresse steht hinten drauf.
Frohe Zukunft 7. Na, das passt.
Ben?
Ben!
Oh Scheiße.
Sentimentale Musik
Handy summt.
David.
Oh, verdammt wir waren verabredet, oder? Sorry.
Ich habe versucht, dich zu erreichen Du warst nicht im Krankenhaus.
Du warst im Krankenhaus? Ja.
Tut mir leid, dass ich dich versetzt habe.
Aber ich brauche niemanden, der sich um mich kümmert.
Ich habe mir Sorgen gemacht. Ja, das nervt.
Mir ist das grad alles zu viel. Ich kann nicht mehr.
Wenn ich dir lieber aus dem Weg gehen soll, dann sag es doch einfach.
Ähm ...
Das ist doch seltsam, oder?
Du kümmerst dich immer um andere, aber selber was annehmen ...
Hilfe oder Liebe. Das willst du nicht, ne?
Ich frage mich manchmal, warum du im Altersheim gearbeitet hast?
Oder was du von Leuten wie Peggy wirklich willst?
Ich glaube, du bindest dich nur an Menschen, die nicht mehr lange leben.
Hey! Das war nicht fair.
Wenn du dich um jemanden kümmern willst, mach das mit deiner Mutter
oder geh nach Indien. Aber lass mich in Ruhe. Okay? Okay.
Okay!
Türknallen
Hi. Wünsch mir Glück.
Willst du gar nicht wissen wozu?
Edelpartner.de.
Ich glaube, heute wird es was. Ist ein Unternehmer.
Hast du schon für Anatomie gelernt? Nein, habe ich nicht.
Ohoh, da pass aber auf. Der Killergruber zerfetzt dich.
Es regnet.
Was machst denn du hier? Hi, Große.
Ich pass auf Lilo auf.
Ich dacht, du bist Zelten mit Marlies.
Es ist aus.
Was?
Die Reise war ein Desaster. Wir haben uns nur gestritten.
Und nach zwei Tagen ist Marlies abgehauen.
Was soll ich machen? Das nächste Mal ein Hotel buchen.
Das ist nicht witzig. Wir haben uns Sachen an den Kopf geschmissen.
Okay, dann war die Reise Scheiße. Aber ich weiß, dass ihr euch liebt.
Das sagt die Richtige. Du warst selber noch nicht verliebt.
Ja, bis vor Kurzem.
Komm mit hoch.
Rhythmische Musik
Tut das nicht weh?
Du bist echt wie Mama.
Papa fuhr ihr damals mit seinem Laster bis nach Portugal nach.
Nur um sie rumzukriegen.
Und zum Schluss kippte er eine ganze Ladung roter Rosen vor ihr aus.
Aber warum hat sie so lange gezögert?
Weil sie Schiss hatte.
Ich habe keinen Schiss. Ach komm! Du hast deine Hosen gestrichen voll
Klar, diese Liebe könnte dein Leben komplett durcheinander bringen.
Sagt der Typ mit Liebeskummer.
Stimmt.
Was ist, wenn ich das nicht kann?
So eine Beziehung, wie Mama und Papa. So wie ihr.
Magst du Pommes mit Schokoladensoße?
Probier's doch erst mal aus.
Ich glaube nicht.
Lotta? Mhm.
Kann ich hier pennen?
Unter einer Bedingung. Morgen früh gehst du sofort zu Marlies.
Und dann?
Tut ihr gefälligst das, was ihr hättet im Zelt tun sollen.
Och! Gute Nacht.
Hast du es?
Na? - Das Finanzamt hat das geschickt.
Es geht um die Stiftung. Ich verstehe das nicht.
Mama.
Ich geh weg.
Ja, gleich Bärchen, aber erklär mir das vorher.
Ich glaube, du verstehst nicht richtig.
Ich geh für länger weg. Ich gehe nach Indien.
Das kommt ein bisschen plötzlich. Müssen wir doch besprechen.
Müssen wir nicht. Ich bin dein Sohn und nicht dein Mann.
Aber ...
Nimm dir einen Steuerberater.
Hallo, Papa, ich bin's.
Wieso? Was soll denn Schlimmes passiert sein?
Kann ich nicht einfach mal so anrufen?
Aha.
Du Papa ...
Ich bräuchte deine Hilfe.
Bea, weißt du, wo Ben Rode ist?
Den habe ich gestern bei euch ein- liefern lassen. Alkoholintoxikation.
Ach der. Der ist einfach weg.
Scheiße. Danke dir.
Hi. Hey, hey, Lotta, Lotta. Komm mal her!
Was ist mit David los?
Was hast du da? Ach das.
Ist für mein Labor.
David hat fristlos gekündigt und will nach Indien.
Der wird schon wissen warum.
Die Welt steht ihm offen und wohin geht er?
Nach Indien.
Singt etwas Lustiges in seiner Muttersprache.
Türklopfen
Wohin willst du?
Hi.
Ich dachte, du bist schon weg.
Ich bleibe. Ich mach auch noch mal einen Entzug.
Dieses Mal wirklich.
Du bleibst aber auch. Verstanden?
Was meint er?
Ach so.
Ich soll bei der OP nicht abkratzen. Was für eine OP?
Gruber hat mich gar nicht von der Liste genommen.
Und das Tollste, er hat eine neue Lunge für mich.
Es kann jeden Moment losgehen. Und Gruber operiert?
Für dich.
Danke.
Aber hey, das kannst du mir später auch noch geben.
Wer weiß?
Noch darfst du nicht loslassen. Verstanden?
Versprochen?
(leise) Ja. Versprochen? Jaaa!
Gut.
(Peggy) Das ist für dich Lotta.
(Peggy spielt Gitarre und singt):
"Warum sagst du nicht, ich habe ihn gefunden?
Warum wagst du ... nicht den Schritt zu gehen ...
Du spürst doch, ihr seid so sehr verbunden ...
Warum willst du das nicht verstehen?
Ich frage mich, vor was und wem ... du flüchtest?
Warum lässt du nicht das Schicksal geschehen?
Sei mutiger als ich im Leben, ... liebe jetzt.
Sei ehrlicher als ich, bevor du dich selbst verletzt ...
Warum sagst du nicht: ... Ich habe ihn gefunden ..."
Gefühlvolles Gitarrenspiel
Ist er noch da?
Respekt. Vulnerando sanamus.
Sagt Ihnen das was? Indem wir verwunden, heilen wir.
Ich glaube, aus Ihnen könnte eine gute Medizinerin werden.
Wow, das geht ja fix.
Ja. Kaum sage ich meiner Mutter, dass ich weggehe,
schon zieht das Büro für die Stiftung ein.
Können wir kurz reden?
In Ruhe.
Ich bin ruhig.
Ich habe mich geirrt.
Ich bin nicht der Eisberg.
Mhm! Und deshalb bist du da?
Ich habe nachgedacht.
Wenn, dann bin ich die Titanic, die denkt, die schafft alles
und dann doch auf Grund läuft. Aber die Titanic denkt doch nicht.
Dann eben der Käpt'n, der sie lenkt. Smith! Was?
Kapitän Smith von der Titanic.
Ja.
Egal.
Du wolltest doch auf diesen Liebesfilm hinaus.
Dieses Pärchen ... Jack und Rose.
Jaaaa!
Ich glaube vielleicht nicht an die Liebe, wie im Film.
Aber es stimmt nicht, dass ich nur Menschen liebe,
die nicht mehr lange leben. Ich liebe meine Tochter.
Ich liebe meinen Bruder, meistens meinen Vater.
Und ich möchte, dass sie alle sehr lange leben, wie ...
Wie?
Wie du.
Weil ...
Weil ich dich liebe.
Und ich weiß, dass das Leben verdammt kurz ist.
Und das man genau das machen soll, was einem wichtig ist.
Wenn du jetzt nach Indien gehst, dann ist das gut.
Und wenn ich hier mein Ding mache, dann ist das auch gut.
Ich wollte nur, dass du das weißt. Bevor du gehst.
Okay.
Danke.
Trauriges, sentimentales Gitarrenspiel
Trauriges, sentimentales Lied zum Gitarrenspiel
Und?
Holen Sie sich einen Kaffee?
Ich komme mit.
Fingerschnipsen
Sie sind durchgefallen.
Heute Morgen, Klausur in Anatomie.
Keine Anwesenheit. Keine Punkte. Und für mich 'nen Riesling. Was?
Es sei denn, Sie kommen morgen zur mündlichen Nachprüfung.
Morgen?
Hat Peggy es geschafft?
Die Frage ist doch, ob ich es geschafft habe?
Es war nicht leicht. Es wird auch nicht leicht für Peggy.
Ich denke, sie hat zumindest noch weitere zehn Jahre.
Das ist doch super.
Dr. Gruber ...
Dankeschön.
Fröhliche Musik
Komm, lass uns ein bisschen malen. Jenny, hast du Lilo ...
Da ist ja unsere Frau Doktor. Ich bin kein Doktor.
Und wenn ich jetzt nicht lerne,
schmeißen sie mich nach dem ersten Semester raus. Dann los.
Kaffee kommt gleich. Danke, Papa.
Hi, Süße.
Na, malst du schön?
Hast du einen Stift?
Fröhliche Musik
Und von welchen Zellen der Lunge weiß man,
dass sie ein glykoproteinhaltiges Sekret produzieren?
(leise) Das sind die Zellen mit einem weiblichen Namen.
Die Klarazellen.
Das sind die sekretorischen Zellen in den distalen Luftwegen.
Man findet sie in den
Bronchioli terminales, Bronchioli respiratorii und ...
in den Ductus alveolaris.
Na bitte. Auswendig lernen haben Sie ja immerhin gelernt.
Fröhliche Musik
Kuck mal, wer da ist.
Dann sehen wir uns später. Ciao.
Und, wie lief’s?
Gruber dachte, du bist schon weg.
Deswegen hat er mir die für dich mitgegeben.
Hey, du hast bestanden. Herzlichen Glückwunsch. Danke.
Ich habe auch was für dich.
Ein Ladegerät? Damit du immer erreichbar bist.
Aber rufe nicht aus Indien an. Wird teuer.
Ich habe noch was für dich.
Ein Adapter?
Für Indien.
Komm mit.
David, nein. Das geht nicht. Ich habe Lilo. Mein Studium. Ich ...
War nur ein Versuch. Was ist, wenn du bleibst?
Bleib bei mir.
Komm mit.
Bleib.
Komm mit. Bleib.
Komm mit. Bleib.
Komm mit. Bleib.
Autohupen
Was machen wir jetzt?
Schauen wir mal.
Fröhliche Musik
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