All language subtitles for 22-Lotta & die großen Erwartungen

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Original subtitles

Lied: "Right As Rain" von Adele

Warte.

Schönen Sommer. Dir auch. Tschüss!

Tschau und danke schön!

Musik wird lauter.

Lotta Brinkhammer

Meinolf Brinkhammer Sebastian Brinkhammer

(schreit) Halt! Warte!

Mann, du Kaulquappe!

Ruth Herford

Das gibt's doch nicht.

Musik tritt in den Hintergrund.

Du, warte mal.

Entschuldigung? Wo geht's denn hier nach Schwielow?

Sie stöhnt.

Echt kompliziert. Ich könnte es Ihnen zeigen.

Ja, gerne.

Ich kann jetzt nicht weiterreden.

Du brauchst doch keine Angst haben.

Ja, aber die Gerber ist doch da.

Ja. Genau. Ja.

Dann sag, du willst ein bisschen rausgehen.

Und schön viel trinken.

Ja, ist schon recht. Servus Klara.

Nach Schwielow geht's da lang. Gut.

Was wollen Sie denn in Schwielow?

Neuer Job. Und Ihre Tochter kommt nicht mit?

Das war meine Mutter. Sie ist über 80.

Echt? Und die kommt alleine zurecht?

Wo müssen wir jetzt lang? Immer geradeaus.

Das klingt ja kompliziert...

Dynamische Musik

Da vorne an der Ecke können Sie mich rausschmeißen.

Gut.

Vielen Dank.

Bitte.

Also dann, viel Glück. Ebenso.

Falls Sie Ihre Mutter nachholen wollen:

Hier gibt es ein echt cooles Heim.

Danke, ich weiß.

(äfft sie nach) Danke, ich weiß.

Lied: "Right As Rain" von Adele

Hundegebell

'fatal.!

(leise) Di, di, di.

Di di di di di di di.

Ein Baby lacht. Di, di, di.

Papa?

Lotta? Was machst denn du hier?

Es ist doch noch nicht Wochenende. Ja, ich... ehm.

Ist Sebastian auch da?

Ja, draußen im Garten. Und der kleine Anton ist bei mir.

(verniedlichend) Oh, der kleine Anton.

Und die Tante Lotta geht in den Garten.

Papa, der kleine Anton und die Tante Lotta.

Hey Kleiner! Hey Große!

Na, mal wieder da?!

Lass dich mal drücken. Oh.

Wir planen grad unser Haus. Willst du mal sehen?

Nee, lass mal.

Hast du nicht heute dein Zeugnis bekommen?

(sie ruft) Wenigstens einer hat sich das gemerkt.

Der meint das nicht so. Und? Gibt's was zu feiern?

Bin durchgefallen.

Zeig mal her.

Ich glaub dir kein Wort.

Sie lacht. Streberin.

Sagt der Richtige. (ruft) Papa, es gibt was zu feiern!

Ziehst du jetzt wieder ein?

Kann sich ja nicht jeder ein Haus vom Schwiegerpapa bauen lassen.

Sie hat bestanden!

Mit Auszeichnung. Wie schön. Freut mich.

(verniedlichend) Hast du gehört, was die Tante gemacht hat?

Enkel. Dagegen kommst du nicht an.

Die Tante hat bestanden.

Warte mal. Nicht weglaufen!

Hey Lotta.

Hey.

Glückwunsch. Danke.

Super! Dann bist du noch mal... ehm... Krankenpfleger...?

Altenpflegerin.

Das ist ja toll. Und du?

Arbeitest du auch wieder? Was?

Ach, das ist unser Milchpumpenset. Wir stillen gerade ab.

Willst du mal sehen? Danke.

Anton schreit. Ich glaube, deine Pumpe ist gefragt.

Hey-

Altenpflege - ich dachte, du studierst Medizin.

Und ich dachte, du baust Häuser in Dubai.

Ja, ehm...

Fröhliche Musik

(Mann) Nicht da runter!

Du fährst mich auf der Stelle in die Notaufnahme!

Ich hab jetzt Schluss. Sie waren heute schon beim Arzt.

Das kann ich mir später auf den Grabstein meißeln lassen.

Na Kurtacker, was geht? Nichts geht.

Ich muss zum Kardiologen. Ich spüre mein Herz.

Hey! Lotta. Dominik.

Solange Sie's spüren, ist alles gut.

So ein Stress ist nicht gut für Ihr Herz.

Aber ich... Immer schön locker bleiben.

Soll ich übernehmen?

Und? Essen hier immer noch so scheiße?

Ja, kacken kann ich auch nicht. Mhm.

(Frau ) "ev L Oft Ah!' a!

Wie schön, dass du wieder da bist! Fängst du heute an?

Ich hoffe doch. Toll! Schau, wer da ist!

Ah, Lotta! Endlich!

Eh das hier ein flotter Dreier wird, möchte ich auf mein Zimmer!

Ist ja gut. - Sonst mach ich noch mit.

Siehst du, alles beim Alten.

Und du bist jetzt Oberschwester?

Sagen wir lieber: Obergestresster.

Ehm.

Guten Tag! Ja?

Ach. Sie? Kann ich irgendwie helfen?

Ich bin Lotta. Frau Brinkhammer, das ist ja...

Ruth Herford. Setzen Sie sich.

Wie geht's Klara? Geht so.

Und... Sie wollen also wirklich bei uns anfangen?

Ja, na klar. Und Sie?

Ich leite das Heim.

Mit dem Zeugnis könnten Sie überall arbeiten.

Ich will aber genau hier arbeiten. Wo sehen Sie sich in zehn Jahren?

Kapier ich nicht.

Der Vertrag, den ich Ihnen anbieten kann, ist auf ein Jahr befristet.

Ich habe mich auf eine feste Stelle beworben.

Mag sein, aber mehr kann ich im Moment nicht zusagen.

Wie lange geht Ihr Vertrag?

Wenn es Sie beruhigt, auch nur ein Jahr.

Gut, in einem Jahr kann ja viel passieren.

Schön, dann brauch ich nur noch ein ärztliches Attest

und dann kann's ja losgehen.

Unterste Schublade.

Bitte? Die Stifte.

Sie kennen sich ja hier besser aus als ich.

Dann brauch ich Ihnen den Rest nicht zu zeigen. Mhm.

Ja.

(Frau) Ich versteh Ihr Problem nicht. Ich saß die ganze Zeit darauf.

Es gibt genug Stühle, auf die Sie sich setzen können.

Aber nicht auf meinen.

Also, jetzt hören Sie doch auf!

Das ist doch lächerlich! Das ist doch unglaublich!

Das ist mein...

So, und nun ist es meiner.

Drei Leute, ein Stuhl. -

Was macht man? Richtig - Reise nach Jerusalem. Also, Ladys!

Sie singt im Rhythmus: Dab da dab.

Rhythmische Gitarrenmusik

Wer als Erstes sitzt!

Gitarrenmusik wird schneller.

Lächerlich!

Musik verstummt. Gewonnen!

Musik erklingt wieder.

Krieg ich auch eine? Sind Sie Pflegerin? Bald.

Die anderen verbieten mir das. Bin ich die anderen?

Und Sie wollen wirklich hier arbeiten?

Ich war schon vor meiner Ausbildung hier. Mir gefällt's.

Weil Sie... mit den Alten so Blödsinn machen können?

Weil ich die Menschen mag. Und Sie?

Ach, wissen Sie...

Da bringt man es im Leben zu einem gewissen Erfolg,

und am Ende streitet man sich um einen Stuhl.

Was haben Sie denn früher gemacht? Mode.

Aber davon versteht hier niemand etwas.

Wieso? Herr Meissner sieht doch ganz schieke aus.

Erdfarben.

So wie sein nächster Wohnsitz.

Sie schmunzelt.

Geben Sie den Leuten ne Chance.

Ich bin Lotta.

Johansson.

Sie hustet.

Ganz schön starkes Zeug rauchen Sie da.

Lustige Musik

Lotta würgt.

Was hat sie denn?

Sieht man doch.

Versteh ich nicht.

Unverständlich

Ich würde sagen, alles bestens.

Auch Ihr Blutbild ist vollkommen in Ordnung.

Normale WBC-Werte... Also keine Entzündungen.

So was lernt man in der Altenpflege?

Wir können mehr als Windelnwechseln.

Nur die HCG-Werte sind etwas erhöht, aber...

Das ist in Ihrem Zustand völlig normal.

Welcher Zustand?

Keine Angst, das unterliegt der Schweigepflicht.

Was will ich denn? Mutterschutz.

Wenn Sie es behalten wollen, können Sie noch einen Monat arbeiten.

Dann greift für Angestellte im Gesundheitswesen der...

...Mutterschutz.

Sie meinen, ich bin schwanger. Natürlich.

(lachend) Schwachsinn, ich bin doch nicht schwanger!

Ich bin hier, weil ich arbeiten will.

Was lernt ihr im Studium - Mädels verarschen? Witzig!

Dynamische Rockmusik

Schnaps.

Komm, mach voll.

Musik klingt aus.

Sag mal, gibt's hier eine Apotheke?

Straße runter.

Guten Tag. Guten Tag.

Ich möchte einen Schwangerschaftstest. Mhm.

Wenn es sich rot verfärbt... Haben Sie noch andere?

Sie wissen schon, dass einer reicht? Wollen Sie nun was verkaufen?

Rhythmische Musik

(Vater) Hallo? Lotta?

Hast du gewusst, dass Babys bis zu zehn Wörter am Tag lernen können?

Sie verlernen die wohl auch wieder.

Hier steht: Das wichtigste beim Lernen ist,

dass man die Babys immer wieder lobt.

Was wird das hier? Machst du jetzt einen auf Erzieher?

Sebastian und Marlies fliegen übers Wochenende auf eine Hochzeit,

und wir passen auf Anton auf.

Wir? Ich arbeite. Immerhin wohnst du hier.

Nicht schon wieder das Thema. Okay!

Wenn ich mein erstes Gehalt verdient habe, kann ich ausziehen! Lotta!

Andere Väter freuen sich über eine Altenpflegerin im Haus.

Vielen Dank. Sehr charmant!

Spannungsvolle Musik

(leise) Verdammt.

"Glückwunsch, Frau Altenpflegerin!"

"Statt einem Auto. Hoffentlich passt es. Papa."

Dynamische Rockmusik

Ich freu mich ja so für Sie! Wieso denn?

Sie sind doch schwanger.

Wissen Sie, ich hab das nicht nur im Gefühl,

ich weiß das.

Die Menschen kommen, die Menschen gehen.

Ich fühle das und weiß es.

Frau Sasse sagt, das wird ein Junge.

Ich sag Ihnen, das ist ein Mädchen. Aus, Schluss.

Haben Sie noch jemandem davon erzählt?

N... nein. Dann ist gut.

Schelmische Musik

Dynamische Musik

Ich bin schwanger.

Morgen! (Pflegerinnen) Morgen.

Und? Wie war's gestern mit der Chefin?

Was will die eigentlich hier? Die passt eher in eine Bank.

Sag ich ja.

Die ist ein "Closer."

Ein was?

Wo sie ist, werden Heime geschlossen. Quatsch!

Ihre letzten drei Heime, alle zu.

Uns geht's bald an den Kragen. - Das geht nicht!

Meine Kleinen fangen gerade mit der Ausbildung an. Ich brauche das Geld.

Frag mich mal. Ich darf auch noch meine Enkel durchfüttern.

Wir reden hier und... dich hat es jetzt auch erwischt?!

Was?

Also, ich würde es mir gut überlegen.

Heutzutage ein Kind - ohne Geld, Typen, verdammt noch mal.

Ohne Job. Kannst du vergessen. Da hilft dir niemand.

Sag mal, wie redest du denn? - Wie rede ich denn?

Wie rede ich denn? Ist doch wahr, oder?

Ach, hör nicht auf sie. Kinder sind das Größte.

Könnt ihr jetzt einfach mal die Fresse halten?!

Tschuldigung. (Mann) Kommen Sie ruhig rein.

Das ist unsere Lotta.

Hallo. Hallo.

Mhm. Jetzt schau's dir wenigstens an, Papa.

Ich will nicht weg von hier.

(Frau) Ich verstehe dich nicht. Die "Senior Residence" ist viel moderner.

Ich bin aber nicht modern.

Na ja und sauberer ist es auch. Finden Sie es hier dreckig?

Nichts gegen Sie. Sie geben sich Mühe. Aber Sie kennen ja den Zustand.

Also, mir gefällt's. Bitte schön. Danke.

Mir auch und damit basta!

Frau Lotta?

Finden Sie es in Ordnung, sich in fremde Dinge einzumischen?

Ich sage meine Meinung, so wie Ihr Vater auch.

Sagen Sie, wissen Sie eigentlich, wer ich bin?

Der Sohn vom Conny.

Frau Sasse, Ihre Medikamente!

Musik vom Plattenspieler

Nat King Cole singt: "Quizäs, quizäs, quizäs".

Gibst du mir Kaffee? Ja.

Danke schön.

"Y tü, tü contestando. Quizäs, quizäs, quizäs."

"Estäs perdiendo el tiempo. Pensando, pensando."

Musik klingt aus.

Stimmengewirr

Ja?

Bitte schön. Ah, danke.

Vogelgezwitscher von draußen

Hm? Danke, lieber nicht.

Sie wollen es behalten.

Dafür, dass Sie mit keinem zu tun haben, sind Sie gut informiert.

Ich kapier's nicht.

Wieso macht jeder ein großes Ding draus, dass ich schwanger bin?

Gewöhnen Sie sich daran.

Als Frau können Sie noch so erfolgreich sein,

man wird sie immer erst nach ihren Kindern fragen.

Und haben Sie welche?

Wieso gehen Sie nicht mal in den Garten zu den anderen?

"Geh runter und spiel mit den anderen." Sie wären eine gute Mutter.

Ich? Ganz sicher nicht.

Frau Johansson hustet.

Was ist das denn? Wow, das ist voll schön. Warum schmeißen Sie die weg?

Frau Johansson hustet heftig.

Rauchen ist wohl doch keine so gute Idee.

Das ist doch meine letzte große Leidenschaft.

Sonst gab es keine? Manche wollten sogar Kinder.

Aber ich musste mich entscheiden - Kind oder Karriere?

Das ist heute noch so. Mit Kind werde ich nicht verlängert.

Es gibt immer einen Weg. Sie müssen sich nur für einen entscheiden.

Ja, ich will hier arbeiten und ich will kein Kind.

Und die hier sind viel zu schade für den Papierkorb.

Hallo.

Na? Geht's besser?

Nein. Jetzt leide ich auch noch an RLS.

"Restless-Legs-Syndrom", im Rollstuhl?

"Antriebsschwäche, Störung des Tag-, Nachtrhythmus, Erschöpfung."

Die Symptome stimmen genau! Oder nachts weniger surfen.

Wie denn, wenn die Ärzte alle lügen? Im Gegensatz zum Internet?

Kurtacker, komm, ein wenig essen. Lass mich! Mir geht's dreckig!

Mann, Kurtacker, Sie nerven! Wissen Sie, warum es Ihnen dreckig geht?

Weil Sie sich verkriechen wie so ein Molch.

Ach ja? Pass mal auf, Kleine.

Ich sehe der Realität wenigstens ins Auge,

im Gegensatz zu Mädchen, die Babys in diese verdammte Welt setzen!

Alles in Ordnung? Ja, der Kurtacker eben.

Hier, Sie wollten doch mein Attest. Danke.

Da steht alles drin? Ja, wieso nicht?

Es gibt so... Gerüchte. Ach ja? Die gibt's über Sie auch.

Frau Brinkhammer, wollen wir nicht in Ruhe darüber reden?

Ich hab nichts zu verbergen.

Ich hoffe, Sie verheimlichten nichts bei Vertragsunterzeichnung.

Was wollen Sie? Es geht Sie nichts an, niemanden hier!

Wenn es stimmt, wovon alle reden, und Sie es behalten wollen,

geht mich das wohl etwas an. "Es"? Sagen Sie doch "Kind"!

Ja, verdammt, ich bin schwanger!

Gestern wusste ich es noch nicht. Wollen Sie mir kündigen?

Nein, darf ich nicht - Mutterschutz.

Aber für Schwangere im Gesundheitswesen gilt:

Keine Nachtschichten, kein Kontakt bei ansteckenden Krankheiten.

Das bei der dünnen Personaldecke! Ich weiß nicht, ob ich es bekomme.

Dann überlegen Sie schnell. Ich muss mich sonst um Verstärkung kümmern.

Echt? Das ist doch super. Du bekommst ein Kind, Mensch.

Ich bekomme kein Kind, ich bin schwanger.

Du willst es nicht?

Warum nicht? Weil ich es nicht will, okay?

(Marlies) Sebastian! Ich komme.

Und wer ist der Vater?

Lukas? So ein Vollidiot! Er hat es dir erzählt?

Er hat mir nichts erzählt. Aber ich kenn dich.

Und ich kenne ihn. Es war nur eine Nacht, wenn überhaupt.

Und? Was hat er gesagt?

Du hast es ihm noch nicht erzählt? Basti, ich hab genug Probleme.

Da kann ich mich jetzt nicht mit so einem Typen rumschlagen.

Wenn du jetzt nicht kommst, fliege ich alleine! Ich komme, Schatz.

Lotta, er ist der Vater und er ist mein Freund.

Er hat ein Recht darauf, es zu erfahren.

Wenn du es ihm nicht sagst, tu ich das.

Das wirst du nicht. Oh, doch!

Du hast Zeit, bis ich wieder da bin. Bis dann.

Elektronische Partymusik

Lass es dir schmecken. - Danke.

(Lukas) Mann, Mann, Mann, du haust ja rein für zwei.

Hab eben den ganzen Tag gearbeitet.

Ach so. Ich hab auf Sebastians Bau- stelle nur im Sand gespielt oder was?

Das war übrigens kein Quatsch mit Dubai.

Ich bin an einem fetten Projekt dran, ein Bürohaus, das ich bauen soll.

Glaub mir, das wird was.

Ich wollte nach der Schule Schauspielerin werden. Aha.

Mit Mitte 30 soll man keine Träume mehr haben?

Nee, aber mal checken, was zu einem passt.

Vielen Dank für die Berufsberatung. Also betrunken warst du mir lieber.

Ih! Alkoholfrei.

Bist du etwa schwanger?

Was?! Gläserklirren

(leise) was?

Mir ist total schlecht. Dir?

Aber wie kann das sein? Haben wir denn...

Ja, anscheinend.

Aha.

Aber ein Kind... Wie soll denn das gehen?

Ich muss viel machen - Dubai - Ich kann nicht Daddy spielen...

Moment mal! Keine Sorge. Du wirst nicht Vater.

(Mann) Hey, Lotta!

Hey, Lotta.

Dominik, Haus Abendrot. Ich weiß.

Ehm... Hast du was vor heute?

Gibt's was zu feiern?

Gibt's doch immer. Komm mit.

Das sind Pascal, Sabrina...

Entspannte Musik

Feist singt: "How Come You Never Go There".

Ausgelassene Stimmung

“How come you never go there? How come I'm so ahne there?“

Partymusik

Lied: "Fences" von Phoenix

Schnelle Reggaemusik

Ayo singt: "I'm Gonna Dance".

"I'm gonna dance. I'm gonna dance. I wanna dance. I'm gonna dance."

"I wanna feel good. I wanna be. I'm gonna be, I wanna be..."

"I'm gonna be the woman that I should."

Lotta stöhnt.

(Frau) Lena, mach hinne!

Franzi? Ja. Lotta Brinkhammer.

Ist ja'n Ding! Hi. Alles schön? Willst du mit rein?

Ja.

Ich bin ja gerade nicht so auf Party, alleine mit den beiden.

Hast du auch welche? Lotta verneint.

Die sind ja echt süß, aber du pennst halt wenig.

Ja. Und sonst so?

Das Grundstück wird verkauft. Die Gemeinde ist pleite.

Kenn ich. Ich bin Pflegerin im Altenheim.

Du? Echt?

Altenpflege. Das hätte ich nicht gedacht.

Luis, festhalten! Ich sage dir, mach dir vorher eine schöne Zeit.

Ich bin schwanger.

Und?

Passt gerade nicht so. Wann passt es schon?

Melancholische Musik

Hey, Lotta.

Ich wollte noch mal mit dir reden. Wie spät ist es denn?

Früh. Ich will pennen. Hey. Jetzt wart doch mal.

Es tut mir leid. Was? Was ich dir vorhin gesagt hab.

Du hast recht. Ich hab einiges verbockt.

Aber... dieses Kind, unser Kind... das ist ein Zeichen. Verstehst du?

Ab jetzt wird alles anders. Ich bin bereit. Ich will das Kind.

Ich hab dir was von mir mitgebracht. Die gab mir meine Mutter.

Die würde sich total über Enkel freuen.

Sag mal, geht's noch? Hörst du dir beim Reden zu?

Du willst ein Kind, weil DU dein Leben verbockt hast?

Weißt du, wie es MIR geht? wie geht's dir?

Ach, bitte. Komm, vergiss es. Pack die Sachen und geh!

Lotta, lass uns... Nein, Luke!

Und wehe, du erzählst, dass ich schwanger bin!

Lotta... Nein, geh! Verschwinde!

Hundegebell Geh.

Sie geht ins Haus.

Na? Ging wohl etwas länger.

Willst du was frühstücken?

Magst du reden?

Ich würde mich gern mit dir unterhalten.

Ich aber nicht.

Lotta, ich hab dir immer gesagt: Wenn du Probleme hast, wir können...

Seit wann interessierst du dich für mich?

Lotta, so geht das nicht weiter.

Wir können nicht so aneinander vorbeileben.

Das ist keine Zweck-WG.

Richtig.

Spannungsvolle Musik

Und deswegen ziehe ich aus. Was? Lotta! Bleib mal... Lotta!

Lotta, jetzt bleib doch mal hier. Sei doch mal vernünftig.

Stell dich nicht so an.

Lotta, du kannst doch jetzt... Bitte. Wo willst du überhaupt hin?

Dynamische Musik

Lotta seufzt.

Unheilvolle Musik

Sie stöhnt.

Hallendes Lachen

Verzerrte Musik

Dramatische Musik

Babygeschrei Seid doch einfach mal ruhig!

Guten Tag. Ich rufe an wegen eines Termins für eine Abtreibung.

(genervt) Ja, eine Konfliktberatung.

Melancholische Musik

Was machst du denn hier? Nichts.

Ich wusste einfach nicht wohin. Aber hier kannst du nicht bleiben.

Wenn die Chefin das mitkriegt, bekomme ich Ärger.

Aber hier steht alles leer und... ich komme pünktlich zur Arbeit.

Na dann, beeil dich. Deine Schicht fängt an.

Und wenn das rauskommt... weiß ich von nichts, verstanden?

Wow! Das können Sie aber gut. Ach was. Die anderen sind besser.

Frau Sasse, könnte ich mir das ausleihen?

Na klar, solange Sie da noch reinpassen.

Na? Wieder fit? Mhm, alles klar.

Ja? Dafür geht's mir dreckig.

Das fühlt sich vielleicht so an. Was heißt das? Ich bin krank.

Kurtacker, sich Krankheiten einzubilden ist auch eine Krankheit.

Na klar, ich simuliere. Was sind Sie dann? Scheinschwanger?

Melancholische Musik

Wieso soll Gerber dir was gestohlen haben? So ein Schmarrn!

Nein, ich kann jetzt nicht kommen.

Mama, hör mir mal zu. Mama!

Herrn Kurtacker zum Arzt zu schicken ist Quatsch!

Wenn es bezahlt wird und es ihn beruhigt...

Das tut es nicht.

Es schürt seine Ängste und die Ärzte verdienen dran.

Sie verteilen die? Greifen Sie zu.

Sie werfen Bewohner raus, weil Sie das Heim plattmachen?

Wer sagt das? Der Sohn vom Meissner.

Der muss es wissen. Wissen Sie, was der macht? Die Gemeindevertretung.

Die wollen keinen Pfennig in dieses Haus stecken,

weil die Nebenkosten zu hoch sind, bei zu geringer Auslastung.

Da schickt man Sie, weil Sie den Laden dichtmachen?

Mich schickt niemand. Ich leite dieses Haus...

Wann gibt's denn heute Abendbrot? Um sechs, wie immer.

Und dazu gehört es, Alter- nativen zu finden, falls das hier

alles nicht mehr tragbar ist. Wo sollen dann alle hin?

In die "Senior Residence". Und wer sich das nicht leisten kann?

Wird umverteilt auf andere Einrichtungen. Umverteilt?

Die Menschen hier gehören zusammen. Haus Abendrot ist eine Familie.

Davon haben Sie keine Ahnung. Wie kommen Sie denn darauf?

Sie leiten ein Heim und haben eine pflegebedürftige Mutter.

Da holen Sie sie nicht zu sich? Was geht Sie das an?

Warten Sie mal ab, wenn Ihre Mutter in dem Alter ist.

Meine Mutter ist tot.

Französisches Chanson

Frau Johansson hustet.

Hallo, ich hab 'ne Überraschung. Sie müssen es sich schon anschauen.

Können Sie mich nicht einmal in Ruhe lassen mit Ihrem Kinderkram?

Merken Sie nicht, dass Sie stören?

Entschuldigung, wenn ich Sie aufmuntern wollte.

Seien Sie doch nicht so mimosenhaft.

Das bin ich aber. Das Heim soll geschlossen werden und ich...

weiß nicht mehr weiter.

Und was hat das mit mir zu tun?

Nichts.

Ich wollte Ihnen das zeigen. Es gibt hier viele, die gut nähen können.

Vielleicht reden Sie mal mit denen, wegen Ihrer Kollektion.

Ganz ordentlich.

Herr Meissner, bitte! Machen Sie auf.

(Meissner) Niemals!

Er hat Angst, seine Kinder nehmen ihn mit.

(Meissner) Die haben mich umgemeldet. Aber ich will nicht weg!

Das können die gar nicht machen, nicht gegen Ihren Willen.

Wir müssen die aufbrechen lassen. Nein. Herr Meissner!

Ich kenne mich nicht gut aus, aber Ihre Rosen machen schlapp.

Was? Die Rosen? Ich verspreche Ihnen, Sie müssen hier nicht weg.

Was hat der gemacht?

Ruhige Gitarrenmusik

Das ist doch das Haus Abendrot, oder?

Wer will denn das wissen? Ich suche Lotta.

Lotta Brinkhammer. Ich bin der Vater.

Mein Mann war auch Fernfahrer. Ich hoffe, Sie kümmern sich um das Kind.

Ich bin der Vater von Lotta, nicht von dem Kind.

Ach so. Also, auf Ihre Tochter können Sie wirklich stolz sein.

Papa, was machst du hier?

Lotta, bitte.

Gleich.

Und? wohnst du jetzt hier?

Bist du dazu nicht zu jung? Willst du, dass ich zurückkomme?

Ich verstehe nicht, warum du weg bist.

Weil ich einfach mal meine Ruhe brauche, okay?

Wieso bist du mit dem Schlachtschiff da?

Bei uns geht's rund. Alle sind krank, ich fahre selbst.

Mit Anton? Sebastian steckt auf Mallorca fest. Pilotenstreik.

Was soll ich mit ihm machen? Ach, deshalb.

Tut mir leid, ich muss arbeiten. Lotta, bitte!

Kommt nicht in Frage. Ich kann jetzt nicht mit einem Balg herumziehen.

Weil du selber eins bekommst?

Traurige Musik

Hast du uns belauscht? Ach, war nicht zu überhören.

Es scheint außer mir eh jeder zu wissen.

Ich will gar nicht, dass es irgendjemand weiß.

Weil du es nicht behalten willst?

Habe ich mir gedacht. Wieso?

Na ja... Kinder sind nicht dein Ding.

Aber auf Anton soll ich aufpassen, oder was?!

Lotta. Lotta, es tut mir leid!

Du machst sicher einen tollen Job. Das ist typisch.

Du machst nur Komplimente, wenn du was willst.

Lotta, ich pack's nicht mehr. Ich weiß nicht mehr weiter.

Okay, aber nur für zwei Tage. Und die Nächte übernimmst du.

So. Okay, ist gut, Anton.

Lotta? Oh!

Bist du da?

Hallo?

Dynamische Musik

Babygebrabbel

Lotta ?

Babygeschrei

Frau Brinkhammer, ich muss Sie mal sprechen.

Mit den Berichten stimmt was nicht. Ich hab gar keine... Zeit.

Aber da fehlt was und ich zeige es Ihnen.

Babylaut

Babygeschrei

Guck mal, Herbert, was ich bringe.

Ist der süß!

Gib ihn mir. - Das Baby bleibt bei mir.

Natürlich, das ist, als wir den Herd gebaut haben.

Da haben wir Feuer reingemacht und kochten Essen darauf, ganz klar.

Hier, das... na, das sind die Pferdchen, kann man da sehen.

Wo ist denn das Kind?

Babygeschrei

Hey!

Fritz!

Fritz, Mensch. Komm her.

Du siehst doch, dass es brüllt. Das kannst du nicht machen.

Nein, das geht nicht!

Fröhliche Musik

Guten Tag.

Der... brauch was zu essen. Wie alt ist er denn?

So ein halbes Jahr.

Dann sollten Sie Folgemilch 2 nehmen. Wir haben hier Kuhmilch

und bei Laktoseintoleranz Sojaprodukte.

Oder, auch gern genommen, Ziege. Dann brauchen Sie folsäurehaltige Beikost.

Das Beste allerdings ist und bleibt die Muttermilch.

Es heißt ja nicht umsonst "stillen".

Aber wenn Sie nicht wollen...

Was haben Sie als Kind bekommen? Ziege?

Hey. Komm, das ist wirklich... Anton. Anton!

Mein Gott.

Okay... ist noch zu heiß. Gleich ist es soweit.

Ein Schlückchen. Anton hustet.

So scheiße schmeckt's nicht.

Komm.

(dumpf) Kinder singen "Yellow Submarine".

Kinderchor wird lauter.

"We all live in a yellow submarine, yellow submarine, yellow submarine."

Was macht ihr denn hier? Frau Hain hat heut Geburtstag.

Ihr müsst hier auch raus, ja?

Scheint so. Alte und Kinder rausschmeißen.

Was ist das für eine Gemeinde? Wir ziehen wohl weg.

Man muss doch was dagegen tun!

Ich hab genug Probleme mit den Kurzen.

Deine Kinder sind Ausrede für alles. Wie bist du denn drauf?

Du hast doch keinen Blassen! Wer will abtreiben, weil es jetzt nicht passt?

Lotta. Hab dich nicht so.

Judy Garland singt "Smile".

Okay, wir sind gleich soweit.

So, jetzt kommt's gleich.

Hier.

Anton. Anton.

Komm, hier.

Ja, ist klar. Babygeschrei

Ist klar, ja.

Okay.

"Maybe tomorrow, you'll see the sun come shining through... for you."

"Light up your face with gladness."

"Hide every trace of sadness."

"Although a tear may be ever so near."

"That's the time, you must keep on trying."

"Smile, what's the use of crying?"

Babygeschrei Oh! Was ist denn los?

Papa, komm nach Hause, und zwar jetzt!

Türklingel

Lautes Klopfen

Hi. Was?

Ja, ich wollte noch mal reden. Passt's gerade?

Babygeschrei

Anton.

Ja, ich weiß.

Also... Hier. Ich muss mal.

Babygeschrei

Lukas summt ein Lied.

(flüsternd) Wie hast du das gemacht? (flüsternd) Ich hab keine Ahnung.

Spannungsvolle Musik

Also... Ich... Bier?

Hm? Gerade nicht.

Schelmische Musik Ach so, ja.

Sag mal... Ich wollte...

Wie senkt man eigentlich die Nebenkosten eines Gebäudes?

Lateinamerikanische Tanzmusik

Hallo. (laut) Papa, wir hatten einen Deal!

Abend. Abend.

Tut mir leid. Es wurde etwas länger.

Schläft er? Ja, jetzt schon.

Bring mir Anton morgen bitte erst nach eins vorbei.

Das geht nicht. Wir haben das Finanzamt in der Firma.

Kannst du den Termin nicht verschieben?

Vergiss es.

Nacht. Nacht.

Heitere Musik

Die Frauen atmen laut aus.

Klopfen (Frau) Ja?

Mein Neffe.

Tag. Tag. Setzen Sie sich.

Danke.

So, bitte schön.

Und Sie selbst wollen kein Kind? Doch... Nein, also nicht jetzt.

Ich hab gerade einen Job, der passt. Ich kann nicht schon Mutter werden.

Job und Kind passen nicht zusammen? Weiß nicht, ist schon ein Brocken.

Wie macht das die Mutter Ihres Neffen? Die arbeitet nicht.

Mein Bruder arbeitet. Die machen einen auf Family mit Hausbau und so.

Sie haben eine Tante, die aufpasst.

Das ist die Ausnahme. Ich bin nicht so der Mutter-Typ.

Was muss man denn Ihrer Meinung nach für ein Typ sein?

Woher soll ich das wissen?

Das nervt echt. Jeder rät einem, wie man als Mutter sein soll.

Ich hab nichts gegen Kinder, aber nicht so und nicht jetzt.

Wenn Sie ein Kind bekommen, bestimmen allein Sie und das Kind,

was für eine Mutter Sie sind.

Ich glaube, Sie sollten sich das noch mal überlegen.

Ich hab mich entschieden. Ich will abtreiben.

Gut.

Mädchen weint.

Ja, hallo? Ja?

Was? Herr Meissner?

Gut, ich komme.

Super. Halten Sie kurz? Ja, gerne.

Achten Sie darauf, dass die Chefin ihn nicht sieht.

Da sind Sie ja wieder, junger Mann.

Ach, mein Kind, mein Kind.

Dynamische Musik Vorsicht!

Halt, halt, halt! Ich warte doch schon so lange.

Ich hab jetzt keine Zeit. Später, okay?

Ich fang schon mal an.

Hupe

Babygeschrei

Meine Tochter! Meine Tochter!

Mein Sohn besteht darauf, dass ich in die "Senior Residence" umziehe.

Aber Sie wollen doch hierbleiben?!

Was ich will, spielt keine Rolle. Blödsinn! Und ob es das tut.

Papa, kommst du bitte? Es wird Zeit. - Ja.

Keiner zwingt Sie. Könnten Sie sich raushalten, Lotta?

Nein, kann ich nicht!

(Meissner) Schon gut.

Sie werden sich im neuen Zuhause sicher auch wohlfühlen.

Wie heißt es: Einen alten Baum ver- pflanzt man nicht, sonst geht er ein.

Wissen Sie, Sie haben ein gutes Haus.

Die Leute fühlen sich wohl.

Passen Sie gut drauf auf.

Schelmische Musik

Meine Tochter.

(Polizist) Guten Tag. Hallo. Wen haben wir denn hier?

Meine Tochter. - Mhm.

Ich hab's satt mit Ihnen. Sie mit mir?

Erst der Nähkurs, jetzt hetzen Sie die Leute gegen mich auf.

Sie verscheuchen sie!

Frau Johansson bat ich nur, was mit den anderen zu machen.

Das ist ein Pflegebetrieb, kein Selbstverwirklichungsladen.

Also sollen die Alten ihr Leben gleich abschreiben.

Ich meinte IHRE Selbstverwirklichung.

Wenn Sie noch mal etwas hinter meinem Rücken machen,

ist Schluss für Sie. Haben Sie das verstanden?

Sie können mich vielleicht beurlauben oder kündigen.

Aber sie können nicht das Heim schließen.

Wenn Sie Vorschläge haben, wie es zu erhalten ist - die Tür steht offen.

(Kurtacker) So, Sie kommen jetzt mit! Bitte?

Mitkommen, los!

Sie zettelten das Ganze ja an. Man kommt hier nicht mehr rein.

Seit wann wollen Sie in den Gemeinschaftsraum?

Gucken Sie sich den Kindergarten an! Gemurmel

Wie haben Sie denn das geschafft?

Ich versprach einigen, bei der Moden- schau als Model laufen zu dürfen.

Modenschau? Klar. Keine Kollektion ohne Schau.

Darüber reden wir noch mal. Alles gut? Nicht überanstrengen.

Wer wird hier überanstrengt? Karl-Heinz, runter!

Herr Kurtacker, machen Sie sich nützlich oder gehen Sie.

Ich bin in der Schneiderei groß geworden. - Sie sind eingeladen.

Wenn du herunterfällst und dir die Hüfte brichst...

Spannungsvolle Musik

Ich möchte endlich wieder das Bübchen haben!

Was? Wo ist er denn? Was weiß ich.

Vorhin war er noch hier. Ah!

Jetzt spinnt sie total. Anton?

Anton! Anton! Dynamische Musik

Hat jemand Anton gesehen? Anton? Habt ihr Anton gesehen?

Handyklingeln

Ja? Papa.

(erleichtert) Ah.

Was?

Geht's Anton gut?

Die Polizei brachte ihn her.

Ich überzeugte sie gerade noch, nicht das Jugendamt einzuschalten.

Papa, wirklich, es tut mir leid. Keine Ahnung, wie das passiert ist.

Rate mal, woher sie die Adresse hatten?

Es lag ein Brief im Kinderwagen,

von einer Beratungsstelle für Schwangerschaftsabbruch.

Ich weiß, das geht mich alles nichts an.

Aber vielleicht jemand anderes schon.

Glasklirren

Du treibst unser Kind ab, ohne mit mir zu reden?

So wie ich mit Anton umgehe, willst du kein Kind von mir.

Lukas, ich will kein Kind. Das sagte ich von Anfang an.

Was war das neulich? Da war ich als "Probe-Papi" gut genug.

Was heißt "Probe-Papi"? Ich musste mal.

Lotta, ich glaube, zu zweit schaffen wir das mit einem Kind.

Du kapierst es nicht. Es gibt kein "zu zweit"!

Wenn du Papi sein willst, such dir ne Frau

und gründe eine Familie, wie mein Bruder.

Hey, Basti. Ha, ha.

Hi.

Na? (seufzend) Wie war Mallorca?

Seit dem Pilotenstreik waren wir hauptsächlich am Flughafen.

Und? Bei euch so?

Läuft? Jo, alles bestens.

Gut. Babygeschrei

Ich seh schnell nach dem Kleinen und dann... fahren wir zur Baustelle.

Jo.

Ruhige Musik

Der Arzt sagt, man kann nichts tun. - Er sagt, ER kann nichts tun.

Ich will zu 'nem Spezialisten!

Wart ihr schon bei Dr. Rummel?

Dr. Rummel? Kenn ich nicht. Fachmann.

Funkige Musik

Dr. Rummel, hm? Keine zehn Pferde bringen mich hier raus.

Snap singt: “I've Gut The Power“ .

Sag mal, spinnt ihr?

Lautes Schreien

INXS singt: "Need You Tonight".

(Kurtacker) Halt mich ganz fest.

Sie schreien laut.

Macht das Spaß?!

Noch mal, los!

Ben E. King singt: "Stand By Me".

"No, I won't be afraid."

"Oh, I won't be afraid, just as long as you stand... stand by me."

(alle singen) "So darling, darling, stand by me."

"Oh, stand by me."

"Oh, stand by me."

Sie lachen vergnügt.

StOPP-

Danke.

Sie verneint.

Ruhige Gitarrenmusik

Nähmaschinengeräusch

Hi Malte, ich bin's, Ruth.

Echt? Schon? Tut mir leid.

Gut, ja. Ja, lang nichts gehört.

Sag mal, arbeitest du noch für die Deutsche Pflegestiftung?

Lotta? Mhm.

Kannst du noch die Nachmittagsschicht bleiben?

Nadjeschda hat ein Bewerbungsgespräch.

(lachend) Eigentlich ist es ganz okay da.

Was für Reiche, aber die zahlen gut. Hast du dich da auch beworben?

Was soll denn das? Geht nicht alle, wir gehören zusammen!

Lotta, warte ab, wenn du erstmal Kinder hast.

Was ist dann? Dann sind mir alle anderen scheißegal?!

Sie schnaubt wütend.

Deswegen kann ich jede Unterstützung gebrauchen.

Hier, der Gemeinschaftsraum.

Wie gesagt, streng genommen fördert die Stiftung so was nicht mehr.

Wir investieren in Modellprojekte. Wie sieht so was aus?

Lotta, Sie haben doch Schicht. Wo wollen Sie hin?

Jetzt weiß ich, warum man Sie "Closer" nennt. Bitte?

Sie bauen dieses Haus stückweise ab. Erst die Bewohner, nun die Pfleger.

Ich hab echt die Schnauze voll! Lotta!

Bleiben Sie hier! Das hat Konsequenzen!

Tür knallt zu. Was?

Als ob du in dem Alter anders warst. Ach.

Stimmengewirr

Melancholische Musik

Was ist?

Sie ist sehr schwach.

Kein Wunder bei einem Lungenkarzinom dieser Größe.

Haben Sie davon gewusst?

Das wollte Sie wohl für sich behalten.

Ich hab es zufällig gefunden.

Was kann man da machen?

Schmerzmittel. Sie hat eine Patientenverfügung.

Traurige Klaviermusik

Frau Brinkhammer?

Hoffentlich hab ich sie nicht überfordert mit dem Nähen und so.

Hmh. Sie ist alt und hat viel geraucht.

Tut mir wirklich leid, dass ich Sie vorhin so angeblafft hab.

Das hat keinen guten Eindruck hinterlassen.

Der Mann hätte was für uns tun können.

Malte, also Herr Kosswig, arbeitet für die Deutsche Pflegestiftung.

Ich dachte, er kann uns irgendwie unterstützen.

Also wollen Sie nicht dichtmachen? Was denken Sie sich?

Ich tu doch hier, was ich kann. Aber die fördern nur Modellprojekte.

Da gehören wir nicht gerade dazu.

So, jetzt treffe ich noch Herrn Meissner, wegen seines Vaters.

Vielleicht erwirke ich bei der Gemeinde einen Aufschub.

Kann ich noch was tun? Ja, diesmal nicht dazwischenfunken.

Ihr geht's nicht gut, oder?

Hatten Sie so was im Gefühl?

Und was wird aus unserer Modenschau?

Das ist doch...

Das ist doch... unmöglich.

Junger Mann, kommen Sie.

Ja? - Bisschen schneller.

Sie können mir einen Gefallen tun.

Danke für alles.

Sagen Sie nicht so was. Kann ich Ihnen irgendwas bringen?

Vielleicht eine Zigarette.

Melancholische Musik

Ganz schön stark.

(Frau Siefert) Sagen Sie, wie alt ist Ihr Büstenhalter?

Haben Sie keine Corsage drunter? - (Frau) Nein, brauche ich nicht.

(Frau Siefert) Also wirklich, sind Sie schwerhörig?

(Frau) Hast du schon wieder was zu mäkeln?

Und jetzt los, los, los! Aufwachen!

Klaviermusik

Edith Piaf singt: "Dans Ma Rue".

"Ma pauvre märe travaille au lavoir."

"Moi je suis malade, je reve a ma fenetre."

Danke.

Danke.

"Dans ma rue il y a des gens,

qui se promenent."

"Je suis soudain reveillee par des cris."

"Puis le silence qui me fait froid dans tout le coeur."

"Dans ma rue il y a des gens, qui se promenent."

Frau Johansson hustet laut.

Ich dachte, Sie...

(flüstert) Das dachte ich auch.

Es klopft. Ja.

Ach. Wie geht's Frau Johansson?

Sie hat die Nacht gut überstanden.

Ich wusste nichts von der Modenschau.

Ich wollte Ihnen nicht wieder dazwischenfunken.

Herr Meissner fand es seltsam, aber ich konnte es ihm erklären.

Bekommen wir Aufschub? Wohl bis Ende des Jahres.

Das ist doch super. Frau Brinkhammer...

Letzte Nacht...

Wir hatten doch einen Verlust.

Was ist passiert? Er ist einfach nicht mehr aufgewacht.

War es sein Herz?

Nein.

Der Arzt heute Morgen meinte, es war wohl doch eine Erbkrankheit.

Er konnte da nichts machen.

Im Schrank... da ist noch was für dich.

Ruhige Gitarrenmusik

"Lotta, du weißt ja, es gibt zwei Worte, die sind nicht so meins."

"Jetzt sollen gleich beide in einen Brief."

"Der Ausflug mit euch hat mich erinnert,

dass es was anderes gibt als Krankheit."

"Dafür danke."

"Und was ich gesagt hab zu deinem Kind, das war bescheuert."

"Dafür... Entschuldigung."

"Und noch ein Tipp: Nimm, was das Leben dir gibt."

"Mach's gut. Dein Kurtacker."

"Übrigens: Das Teil hier muss am Bein noch vernäht werden.

Das hab ich nicht mehr geschafft."

Gus Black singt: "Today Is Not The Day".

Meinen Sie, wir sollen noch warten?

Ruhe in Frieden.

Mein herzliches Beileid.

Meinst du, ich krieg das nie hin mit einem Kind?

Du würdest es ja eh im Kreissaal vergessen.

Tschuldige.

Mama hat's doch auch geschafft und sie hat gearbeitet.

Dafür hatten wir öfter mal einen Spülschwamm in der Brotbox.

Stimmt, das war lustig.

Fand ich nicht.

Fahren?

Danke.

Rhythmische Popmusik

Danke, tschüss.

Lotta lacht.

Ha, ha! Hauptsache, dir geht's gut. Mhm.

Ich kann nicht mehr!

Du läufst rum wie ne schwarze Witwe und freust dich wie ein Butterkeks.

Hattest du heute nicht einen Termin? Mhm.

Und?

Wie?

Willst du behalten? Echt?

Krass! Lotta!

Herzlichen Glückwunsch!

Jetzt brauchst du eine Stunde in die Kita.

Sehe ich gar nicht so.

Fröhliche Musik

Hallo!

Los, rein mit euch!

Kommen Sie mit hoch?

Mir hinterher!

Jetzt um die Ecke.

Wer das schönste Zimmer findet!

Erklärt mir jemand, was los ist? Ja, ich.

Es reicht.

Sie packen jetzt Ihre Sachen und dann will ich Sie nicht mehr sehen!

Das gibt's doch nicht!

Ich dachte, Sie hätten das Zeug für eine gute Pflegerin.

Aber Sie sind selbst ein Pflegefall! Moment!

So ein Sturkopf! Wenn Sie einen Kindergarten einladen,

muss ich das vorher wissen!

Das Konzept ist doch super. Wir und die Kita zusammen.

Das ist nicht ausgereift. Es gibt eine ganze Studie darüber.

In der Schweiz wird das seit Jahren praktiziert, nur bei uns nicht.

Modellprojekt.

Für die... Stiftung wäre das vielleicht...

...einen Versuch wert?

Ich hab's schon mit einem Antrag versucht, aber der Finanzplan...

Was haben Sie denn da gemacht?

Sagen Sie mal... Haben Sie meinen Vater wieder hergebracht?

Ja, er hat mich drum gebeten.

Und er sieht ganz glücklich aus, oder?

Tschau!

Tschüss!

Lotta .

Ich werd's behalten. Was?

Jetzt ist es schon in meinem Bauch, da kann ich auch Mutter werden.

Lotta... (wütend) Sag jetzt nichts Falsches!

Mann, wir hätten viel früher fahren sollen.

Jetzt mach dich mal locker, Papa. Alles gut. Warte! Warte!

(sie schreit) Oh Gott!

Sie atmet tief ein und aus.

Geht's? Mhm.

Lotta... ehm.

Aus dem Weg, ich hol den Wagen. Ja.

Halt! Halt!

Wir nehmen meinen. Sie stöhnt.

Wer ist denn hier der Vater? Ich ja wohl.

Da hat er recht. Könnt ihr euch mal einigen?

Sie stöhnt und schreit.

Peppige Musik

Na ja, du schaffst das schon.

Halt durch! Sie schreit.

Atmen, atmen, atmen!

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