Afrikaans
Akan
Albanian
Amharic
Arabic
Armenian
Azerbaijani
Basque
Belarusian
Bemba
Bengali
Bihari
Bosnian
Breton
Bulgarian
Cambodian
Catalan
Cebuano
Cherokee
Chichewa
Chinese (Simplified)
Chinese (Traditional)
Corsican
Croatian
Czech
Danish
Dutch
English
Esperanto
Estonian
Ewe
Faroese
Filipino
Finnish
French
Frisian
Ga
Galician
Georgian
German
Greek
Guarani
Gujarati
Haitian Creole
Hausa
Hawaiian
Hebrew
Hindi
Hmong
Hungarian
Icelandic
Igbo
Indonesian
Interlingua
Irish
Italian
Japanese
Javanese
Kannada
Kazakh
Kinyarwanda
Kirundi
Kongo
Korean
Krio (Sierra Leone)
Kurdish
Kurdish (Soranî)
Kyrgyz
Laothian
Latin
Latvian
Lingala
Lithuanian
Lozi
Luganda
Luo
Luxembourgish
Macedonian
Malagasy
Malay
Malayalam
Maltese
Maori
Marathi
Mauritian Creole
Moldavian
Mongolian
Myanmar (Burmese)
Montenegrin
Nepali
Nigerian Pidgin
Northern Sotho
Norwegian
Norwegian (Nynorsk)
Occitan
Oriya
Oromo
Pashto
Persian
Polish
Portuguese (Brazil)
Portuguese (Portugal)
Punjabi
Quechua
Romanian
Romansh
Runyakitara
Russian
Samoan
Scots Gaelic
Serbian
Serbo-Croatian
Sesotho
Setswana
Seychellois Creole
Shona
Sindhi
Sinhalese
Slovak
Slovenian
Somali
Spanish (Latin American)
Sundanese
Swahili
Swedish
Tajik
Tamil
Tatar
Telugu
Thai
Tigrinya
Tonga
Tshiluba
Tumbuka
Turkish
Turkmen
Twi
Uighur
Ukrainian
Urdu
Uzbek
Vietnamese
Welsh
Wolof
Xhosa
Yiddish
Yoruba
Zulu
Am anderen Ende der Welt bauten in den 60er-Jahren
300 deutsche Auswanderer aus dem Nichts in Chile eine Siedlung auf.
Colonia Dignidad, Kolonie der W�rde,
so nannte sich die deutsche Sekte.
* Musik *
Binnen weniger Jahre entstand ein 30 qkm gro�es deutsches Mustergut
mit einem abgrundtiefen Geheimnis.
* Schreie *
* Musik *
* Schreie *
* Musik *
Oberhaupt der Sekte
war der selbsternannte Prediger Paul Sch�fer.
Er benutzte den christlichen Glauben,
um seine Anh�nger zu unterwerfen.
F�r ihn verlie�en sie Deutschland, gaben ihm ihr Geld und ihre Kinder.
Nur wenige durchschauten sein Spiel.
Dann habe ich mir die anderen angeguckt,
die haben das �ber sich ergehen lassen.
Dann hab ich gedacht, die ticken nicht richtig.
Was soll die Schei�e? Ich will das nicht machen.
Ich hab versucht, Freunde zu requirieren,
um die daf�r zu begeistern, abzuhauen.
Ich sag: Was? Abhauen?
Wahnsinn. Wo willst du denn hin?
Wohin? Wir sind doch dunkel. Du musst doch irgendwo bleiben.
Kein Geld. - Kein Geld.
Und dann war er pl�tzlich weg, bei Nacht und Nebel.
Einige Jahre nach seiner Ankunft in Chile
hatte Paul Sch�fer einen Jagdunfall.
Er lag mit einem Lungendurchschuss in einem Krankenhaus in Santiago
und rang mit dem Tod.
(Mann) Schneller. Schneller, schneller.
350 km entfernt machten seine Anh�nger in der Kolonie das,
was sie immer taten: arbeiten.
Daf�r sorgte ein strenges Regime,
ein Zirkel ergebener M�nner, ausgew�hlt von Paul Sch�fer.
Sie sorgten f�r Ordnung und Disziplin.
Und daf�r, dass er allgegenw�rtig blieb.
Wir waren auf dem R�benacker R�ben hacken.
Dann mussten wir alle in die B�sche laufen und beten.
Alle sollten beten gehen, damit der Sch�fer �berlebt.
Auch nach der Arbeit ging es weiter.
Sie beteten im Keller.
Auf Knien flehten sie, dass er gesund werde.
* Gebetsstimmen *
Nach vielen Monaten wurden ihre Gebete erh�rt.
Paul Sch�fer kehrte ins Dorf zur�ck.
? Was gleicht wohl auf Erden dem J�gervergn�gen,
wenn sprudelt der Becher des Lebens so reich? ?
F�r sie stand nun fest: Paul Sch�fer war von Gott gesandt.
? ...ist f�rstliche Freude, ist m�nnlich Verlangen,
erstarket die Glieder und w�rzet das Mahl.
Wenn W�lder und Felsen uns hallend umfangen,
t�nt freier und freud'ger der volle Pokal.
Joho, trallera, trallera, trallera.
La, la, la, la, la, la, la lalala, lalala.
La, la, la, la, la, la, la lalala, lalala. ?
Wir waren fr�hlich, dann haben wir alle getanzt.
Und... Alle, Frauen, M�nner.
Wir waren die j�ngste Gruppe, die bei den Erwachsenen noch war.
? La, la, la, la, la, la, la lalala, lalala.
La, la, la, la, la, la, la lalala, lalala.
La, la, la, la, la, la, la lalala, lalala. ?
Ich verstehe nicht, wir sind aus dem Saal geflogen,
weil irgendeiner von unseren M�dels hat mit einem jungen Mann getanzt.
Das war der Grund. Sind wir alle rausgeflogen.
Wir waren wie vor den Kopf geschlagen.
Das war in der Kolonie der letzte Tanz.
Am anderen Morgen rief Paul Sch�fer die Gemeinde zum Fluss.
Dort verbot er das Tanzen und schaffte alle Festtage ab.
Pfingsten, Ostern und auch Weihnachten.
Dazu inszenierte er ein makabres Schauspiel
und lie� einen Nikolaus auf einem Flo� fahren.
Er schoss auf ihn.
Es sollte nur einen Herrscher, einen Gott geben: ihn.
Es lief alles �ber ihn. Er war der Mittelpunkt.
Er war das Zentrum des Universums.
In seiner Sekte
lie� sich Paul Sch�fer mit Pius anreden.
Im Namen des Papstes.
Wie ein katholischer Geistlicher
nahm er seinen Anh�ngern t�glich die Beichte ab.
Seelsorge nannte er das.
Er musste wissen, bis in die tiefste Seele,
was die Einzelnen denken, um entsprechend reagieren zu k�nnen.
Liebes Kind.
Du hast bis heute nicht gelernt, die Wahrheit vor Gott zu reden.
Wie das mal enden soll, wei� ich nicht.
(Mann) Ich habe heute Abend einen Zentrierbohrer...
Muss stumpf gewesen sein. Ich hab ihn angesetzt...
(Sch�fer) Was ist denn das f�r ein fauler K�se? Du Schlamper.
(Frau) Ich bin mit angezogener Handbremse gefahren.
(Sch�fer) Kannst du mal laut und deutlich reden, du alte Schlunze.
Paul Sch�fer hatte alle Macht.
Nur er durfte lieben, bestrafen und vergeben.
Wer Geheimnisse hatte, machte sich schuldig.
Auch die Kinder blieben von seiner Seelsorge nicht verschont.
Nicht einmal in der Nacht.
Ich wurde abgeholt und...
Mir wurde die Frage gestellt: Was hast du mit der Puppe gemacht?
Damit konnte ich �berhaupt nichts anfangen, mit der Frage.
Gleichzeitig stand mein Onkel mit einem Gummischlauch da
und fing an, auf mich loszuschlagen.
Auch Paul Sch�fer drosch auf sie ein.
Doch Esther wusste nicht, warum.
In der n�chsten Nacht verh�rte er sie wieder,
mehrere Stunden lang.
Bis dahin, dass er mich gefragt hat: Was hast du da unten gemacht?
Ich wusste nicht, was meint er mit "da unten",
hat er auf meine untere K�rperh�lfte gezeigt.
Was hast du da unten gemacht?
Was sollte ich da gemacht haben? Ich hatte keine Ahnung.
Am Ende habe ich gesagt: Ja, ich hab beim Waschen hingeguckt.
Diese Erkl�rung reichte Paul Sch�fer nicht.
Esther musste weiter n�chtelang beichten.
Dann kam dieser Moment, wo er mich wieder ins Zimmer geholt hat,
die T�r abgeschlossen, und dann standen wir beide uns gegen�ber.
Und dann kam wieder die Frage:
Hast du es dir �berlegt, was hast du gemacht?
Und dann habe ich gesagt: Ja, ich habs mir �berlegt.
Und ich sage dir, ich habe nichts getan.
Und Gott im Himmel ist Zeuge zwischen uns beiden.
Ich habe nichts getan.
Und wenn du das jetzt nicht so akzeptierst, dann sage ich dir:
Schlag mich tot.
Und ich bin dabei in der Sprache immer lauter geworden.
Und er hat gesagt, pscht, pscht, das braucht doch keiner mitzuh�ren,
sei doch ruhig.
Danach musste sie nie wieder beichten.
Am n�chsten Morgen war dann der Schnitt.
Oder in der Nacht?
Auf jeden Fall haben wir von dem Tag an keine Jungs mehr gesehen
und wurden extra gehalten im Kinderhaus
und sind auf die �cker gegangen, ohne dass ein Junge zu sehen war.
Das war praktisch die Trennung der Geschlechter.
Aber ohne, dass irgendeiner ein Wort gesagt h�tte.
Paul Sch�fer machte Beziehungen unm�glich.
M�dchen und Jungen, Frauen und M�nner, auch Ehepaare
mussten getrennt voneinander arbeiten, essen und leben.
Selbst miteinander sprechen wurde verboten.
Begegneten sich M�nner und Frauen auf dem Gel�nde,
mussten sie den Blick abwenden.
Frauen gegen�ber zeigte Paul Sch�fer nur Verachtung.
Ihr seid voll, und zwar voll Dreck.
Voll Faulheit.
Voll Weltlust.
Voll Augenlust, voll S�nde, voll Fleischespest.
Als Erstes waren das die Langhaarigen.
Das war schon eine Abwertung.
Und Sch�fer hat immer abwertig gesprochen, abwertend.
Das hie� nur immer "Hey, komm mal her" oder "Mach mal das",
"Pack mal hier an", "Was macht ihr da?".
Oder "Ihr bl�den Ziegen, kommt mal her".
Er hat mich nie mit meinem Namen angesprochen.
In Paul Sch�fers Welt waren Frauen namenlos und eitel.
Sie wurden gezwungen, alles Weibliche zu verbergen.
Da durften keine Haare im Gesicht sein.
Also immer Kopftuch rum, die Haare durften nicht zu sehen sein,
stramm geflochten sein, stramme Z�pfe,
dass nichts irgendwo zu sehen war.
Wenn einer die Haare im Gesicht hatte, so ne Str�hne,
haben wir es Paul Sch�fer gemeldet.
Erika Tymm war 13 Jahre alt,
als sie zum 1. Mal ihre Monatsblutung bekam.
Ihre Betreuerin erkl�rte ihr nichts.
Ich dachte nichts anderes, als dass die Paul Sch�fer meldet,
dass ich irgendwas B�ses gemacht hab.
Ich wusste das nicht.
Ich hab gesagt: Ich hab nicht gekratzt, ich hab nichts gemacht.
Als Erika 4 Wochen sp�ter abermals blutete,
suchte sie selbst nach einer Erkl�rung.
Ich habe dann gedacht, als es wieder passiert ist:
Es ist, weil wir Frauen sind, weil wir M�dchen sind
und Menschen 2. oder 3. Klasse sind, dass das extra daf�r ist,
damit wir dem�tig bleiben.
Und daf�r kriegen wir Schmerzen und Probleme.
Ihr seid ein faules, stinkendes, fleischiges Pack.
Ihr kommt mir vor wie angefaulte Fleischklopse.
Frauen durften an den Versammlungen der Sekte nicht mehr teilnehmen.
Sie mussten arbeiten, von fr�h bis sp�t.
? Wei�t du, wie viel Sternlein stehen
an dem blauen Firmament?
Wie viel Wolken dr�ber gehen,
wo man nicht den Namen kennt. ?
(Tymm) Wir haben einmal das Lied gesungen
"Wei�t du, wie viel Sternlein stehen", wenn wir nachts
im Mondschein auf dem offenen Laster nach Hause gefahren sind.
Und im letzten Vers hei�t es:
"Kennt auch dich und hat dich lieb".
Da hab ich so geweint und gedacht: Hat auch einer f�r mich gesungen?
Weil man ja singt "kennt auch dich".
Und jeder singt f�r den anderen. Ob Gott mich auch lieb hat?
? Wei�t du, wie viel Sternlein stehen
an dem blauen Firmament. ?
In ihrer Verzweiflung suchten viele Frauen einen Zufluchtsort
und fanden ihn in der Arbeit als Krankenschwester.
Im Krankenhaus bekamen sie etwas,
was es sonst in der Kolonie nicht gab: Liebe.
Wir wurden erzogen, dass wir uns nicht ber�hren d�rfen.
Ich wei� gar nicht, ob ich meine Mutter jemals umarmt habe.
Bis heute.
Kontaktschwierigkeiten gehabt.
Selbst, als ich sie hier gepflegt habe,
wei� ich nicht, ob ich sie jemals in den Arm genommen hab.
Und es hat mir auch gefehlt, sehr gefehlt.
Die chilenischen Kinder, die wir dort betreut haben,
an denen habe ich meine Liebe ausgelassen.
Die konnte man in den Arm nehmen.
Wir durften sie nicht k�ssen.
Das war verboten aus hygienischen Gr�nden.
Aber ich habe es dennoch getan, immer wieder.
* Musik *
Wolfgang Kneese wurde mit 11 Jahren
von seiner Mutter an Paul Sch�fer �bergeben.
In Chile arbeitete er tagein, tagaus.
Es gab keine normalen Institutionen.
Es gab nur Sch�fer, diese Gemeinde
und den Urwald und den Perquilauqu�n und den El Lavadero.
Da gab es keine Polizei, keine Justiz,
keine Beschwerdestelle, nichts.
Mit wem wolltest du denn reden?
Du konntest dich mit den B�umen unterhalten
oder mit den Pferden oder mit den Kaninchen.
Die n�chste �ffentliche Stra�e lag 20 km weit entfernt,
die n�chste Stadt 40 km.
Das weitl�ufige Gel�nde wurde von Hunden bewacht.
Das Komplizierte ist, du bist erst 16 Jahre alt
und hast so kritische Gedanken und guckst dich um und sagst:
Da ist ein Professor, ein Doktor, ein Studierter,
ein Gelehrter, eine �rztin.
Und die machen das alles mit, die finden das toll?
Haben die ne Klatsche, sind die bescheuert?
Wolfgang Kneese floh tats�chlich.
Doch die Kolonisten griffen ihn auf und brachten ihn zur�ck.
Und dann sa� die ganze Gemeinde da.
Ich werde diese Augen von diesen M�nnern und Frauen nie vergessen.
Wenn Blicke t�ten k�nnten, w�re ich an dem Abend 1.000 Tode gestorben.
Die Anwesenden warfen ihm Verrat an der Gemeinde und an Gott vor.
Ich war der letzte Dreck, der so etwas den Leuten angetan hat.
Das war sozusagen, ich hatte mich in ein Nichts aufgel�st.
Dann wurde auf ihn aufgepasst, aber Tag und Nacht.
Dann waren immer 2 Mann dabei.
Er kriegte knallrote Sachen an, dass, wo er l�uft, zu sehen ist.
T�glich bekam er Valiumspritzen.
Er torkelte mehr, als dass er gehen konnte.
V�llig bet�ubt arbeitete er im S�gewerk.
2 Bewacher waren rund um die Uhr an seiner Seite.
Bei jeder Gelegenheit verpr�gelten sie ihn.
Und da hab ich das 1. Mal in meinem Leben Schw�che gezeigt
und habe Sch�fer auf Knien gebeten, diesem Wahnsinn ein Ende zu machen.
Doch der kannte keine Gnade, im Gegenteil.
Er erteilte Wolfgang Kneese ein einj�hriges Redeverbot.
3 Jahre hielt dieser die Torturen durch,
dann belauschte er seine Aufpasser.
Sie sprachen dar�ber, dass er bald sterben werde.
Das entfachte seinen �berlebenswillen.
In einem unbeobachteten Moment floh er erneut.
Die Hunde waren hinter ihm her.
Er k�mpfte sich durch Brombeerhecken bis zum Fluss,
marschierte viele Kilometer durch den Wald.
Die Nacht verbrachte er im Dickicht.
Am Morgen wagte er sich in ein Dorf.
Als er dort eine Kneipe betrat,
blickte er in entgeisterte Gesichter.
Ich wusste gar nicht, wie ich aussehe.
Die M�nner hatten Tr�nen in den Augen.
Und dann habe ich denen meine Geschichte erz�hlt,
wobei ich gar nicht alles erz�hlen musste.
Und dann haben die mir neue Klamotten gegeben.
Haben einen Freund angerufen, der war Taxifahrer.
Und der hat mich dann, nachdem sie Geld gesammelt hatten
f�r die Bahn, nach Parral gebracht.
Da wirst du von wildfremden Menschen
so freundlich behandelt.
Und die Leute, die sich Christen nennen,
benehmen sich wie die gr��ten Arschl�cher.
Das ist... Das ist die H�lle auf Erden.
Mit dem Geld der Chilenen
schaffte es Wolfgang Kneese bis in die Hauptstadt.
Dort ging er in die deutsche Botschaft und bat um Hilfe.
Der Botschafter versteckte ihn in einem Altenheim.
Da hatte ich ein Bett, da hatte ich was zu essen,
da hatte ich es angenehm und sch�n.
Und zu meinem Schutz bekam ich eine geladene Pistole
unter meinem Kopfkissen.
Trotzdem hatte er Angst.
Als eine Journalistin ihn im Versteck besuchte,
erz�hlte er ihr seine Geschichten.
Daraufhin erschienen negative Artikel �ber Paul Sch�fer
und die Kolonie in chilenischen Zeitungen.
Die Nachrichten drangen bis nach Deutschland.
Die "Colonia Dignidad" war erstmalig in den Schlagzeilen.
Der Leiter der deutschen Niederlassung
stellte sich im Fernsehen den Vorw�rfen.
Herr Baar, Ihre Missionst�tigkeit ist in den letzten Tagen
in das Schussfeld schwerwiegender Anschuldigungen geraten.
Es wird Ihnen vorgeworfen, Kinder und Kranke misshandelt zu haben.
Was sagen Sie dazu?
Soweit mir die Vorw�rfe bekannt sind,
kann ich nur sagen, dass es grobe und gr�bste Verleumdungen sind.
In Siegburg lebten neben dem Mitbegr�nder
noch zahlreiche Anh�nger der Colonia.
Sie betrieben dort L�den und sammelten Spenden f�r Chile.
Nun starteten sie eine Kampagne,
um sich als Wohlfahrtsverein zu pr�sentieren.
Ehrenamtlich belieferten ihre L�den alte Leute
und halfen bei der Hausarbeit.
Die Kampagne wirkte.
Wenige Wochen sp�ter gab es keine negativen Schlagzeilen mehr.
In Chile gab Wolfgang Kneese weiter Interviews.
Er beschuldigte Paul Sch�fer der Vergewaltigung und Zwangsarbeit.
Dem Sektenf�hrer war klar:
Mit jedem Artikel wurde die Gefahr gr��er,
dass der chilenische Staat
Ermittlungen gegen ihn aufnehmen w�rde.
* Musik *
Er verschwand von der Bildfl�che.
Mehrere Monate versteckte er sich in einem Schuppen
und entwickelte eine Strategie,
um Wolfgang Kneese zum Schweigen zu bringen.
Der Plan von Paul Sch�fer und seinen Vertrauten war perfide.
Dann hatte die Kolonie mir aber wegen...
...Missbrauchs von anderen Jugendlichen den Prozess gemacht.
Wolfgang Kneese
wagte sich f�r den Prozess zum 1. Mal in die �ffentlichkeit.
Eine entscheidende Rolle in der Anklage
spielte ein anderer Bewohner der Kolonie,
der seit seinem 11. Lebensjahr an Paul Sch�fers Seite lebte.
Hartmut Hopp,
sein sp�terer Stellvertreter in der Sekte.
Wolfgang Kneese hatte mit ihm fr�her ein Zimmer geteilt.
(Kneese) Hartmut machte f�r mich einen etwas �berlegenen Eindruck.
Er war gr��er als die anderen und ist dann zum Gymnasium gegangen.
Was ihm nat�rlich Respekt vor den J�ngeren einbrachte.
Und er war sehr guter Sch�ler,
hatte allerdings gro�e Schwierigkeiten.
Sch�fer konnte ihn nicht so leicht disziplinieren wie die anderen.
Er hat oft Pr�gel bekommen, mehr als alle anderen zusammen.
Hartmut Hopp war, wie Wolfgang Kneese,
ohne Eltern nach Chile gekommen.
Mittlerweile 19 Jahre alt, war er im Prozess Hauptzeuge
und beschuldigte Wolfgang Kneese, ihn sexuell missbraucht zu haben.
Ich bin verurteilt worden f�r 5 Jahre und einen Tag Gef�ngnis.
Am Tag der Urteilsverk�ndung blieb der Angeklagte dem Gericht fern.
Er war nach Argentinien gefl�chtet.
Von dort gelangte er nach Deutschland
und widmete sein Leben dem Kampf gegen die Kolonie.
* Musik und Gesang *
Paul Sch�fer hatte gewonnen.
Sein Zeuge, Hartmut Hopp, durfte nun die Kolonie verlassen
und in Amerika studieren.
Das Studienfach bestimmte Paul Sch�fer: Medizin.
Denn er ben�tigte im Krankenhaus der Kolonie
einen Leiter.
Damit begann Hartmut Hopps Aufstieg zu Sch�fers Kronprinzen.
Den Sieg �ber Wolfgang Kneese
feierte der Sektenf�hrer mit einem gro�en Fest.
Er lud 7.000 G�ste ein.
Darunter auch Prominenz der Region:
Geistliche, B�rgermeister, Milit�rs, Richter und Polizisten.
Auch eine chilenische Reporterin
durfte einen Blick in das deutsche Dorf werfen.
40 km von Parral entfernt
befindet sich der Eingang zur Colonia Dignidad.
Heute will Canal 9 wissen,
wer sie sind und wer die Colonia Dignidad ist.
* Musik *
(Reporterin) Tats�chlich versorgen sie sich komplett selbst.
Sie stellen wirklich alles selbst her.
Es gibt alles, was 300 Personen ben�tigen.
Hier gibt es Familien. Jedes Kind hat einen Vater und eine Mutter.
Das sieht man sofort.
Robert Matthusen kam 1971 in der Kolonie zur Welt.
Ich hab mein ganzes Leben hier verbracht.
Bis zum 15. Lebensjahr war der Eingang die Grenze meiner Welt.
Er wurde im Kinderhaus von Tanten gro�gezogen
und durfte nicht wissen, wer seine Eltern waren.
Ich hab als Kind meinen Namen Robert gewusst,
aber nie einen Familiennamen.
Und ich dachte, es m�sste doch Br�dern und Schwestern geben.
Martin Matthusen wurde 1969 in der Kolonie geboren.
Auch er lebte im Kinderhaus und spielte mit Robert.
Also einmal habe ich festgestellt, dass wir ungef�hr gleich aussehen.
Wir hatten alle lockige Haare und waren ziemlich hellblond.
Einmal im Jahr gab es einen Fototermin.
Robert und Martin wussten nicht, wer neben ihnen stand.
Mit diesen Fotos wurde den Journalisten
und den Verwandten in Deutschland eine heile Welt vorgegaukelt.
Die Wahrheit sah anders aus.
Mit 8 Jahren kamen die Jungen in die Gruppe von Paul Sch�fer
und verbrachten ihre Tage mit ihm.
* Musik *
Sie mussten stets zu zweit unterwegs sein.
Das System hie� "Bimmmel und Bammel".
Der Gro�e �berwachte den Kleinen, selbst auf der Toilette.
Petzen war Pflicht.
Es entstand ein Wettstreit des Misstrauens.
Was ich am meisten bef�rchtet hab,
war diese Strafe von der n�chst�lteren Generation von uns.
Ich sa� bei den Schularbeiten und hab schon bemerkt,
da ging die T�r auf.
Da stand der Sch�fer und sprach mit dem Verantwortlichen.
Dann ging die Pumpe so, ich habe mich konzentriert, Schularbeiten
gemacht, bis einer auf den R�cken getippt hat: Komm mal mit.
Dann sollten wir gegeneinander losgehen.
Und dann haben wir aufeinander losgedroschen, auf Leben und Tod.
* Musik *
Im �berlebenskampf schw�rzte jeder jeden an.
Alle wollten die Gunst Paul Sch�fers.
Ein Zeichen f�r seine Zuneigung war,
wenn er einen Jungen zu seinem "Sprinter" ernannte.
Ich wollte ja nicht nur Sprinter sein,
um da nachts in seinem Bett zu liegen.
Sondern es war eine Ehre, neben einem Mann Gottes zu sitzen
und seine rechte Hand zu sein an dem Tag.
Die Jungen durften sich nie selbst waschen.
Das machte entweder eine Kindertante oder Paul Sch�fer.
(Robert Matthusen) Da war ich 7, 8 Jahre,
da hat der Sch�fer mich hinten in sein Badezimmer geholt
und auch gebadet und geduscht.
Als ich klein war, da war f�r mich das normal,
ganz, ganz normal.
K�rperliche und seelische Reinheit
seien untrennbar miteinander verbunden,
erkl�rte dieser den Jungen.
Da war ein aus Weiden geflochtener wei�er Stuhl mit einem Kissen.
Hat er sich da draufgesetzt mit mir auf dem Scho�, so wie ich dann war,
und hat eine halbe oder eine ganze Stunde
mit mir erz�hlt und gemacht.
Ich habe mir nichts dabei gedacht. Ich f�hlte mich ein bisschen wohl.
Das war das Einzige,
was man an Liebkosungen oder auch an Zuwendung mal erlebt hat.
Das kam von ihm.
Nach dem Baderitual nahm er sie mit in sein Schlafzimmer.
Was dann immer dazugeh�rte:
Auf seinen Nachtschrank wurde die Pistole gelegt, die PPK.
Dann missbrauchte er sie.
Das l�se Spannungen.
(Robert Matthusen) F�r mich waren die N�chte mit Sch�fer
eine unheimliche Qual.
Ich hab mich dazu verpflichtet gef�hlt, mich ihm zu n�hern,
so peinlich das ist, weil ich sonst einen Verdacht erweckt h�tte,
mit irgendjemand anders Verkehr gehabt zu haben.
Die Jungen durften nur Sex mit ihm haben und niemandem davon erz�hlen.
Sonst k�men sie in die H�lle.
Nicht nur der sexuelle Kontakt
mit anderen M�nnern und Frauen war verboten,
auch Selbstbefriedigung galt als Tods�nde.
Ich hab Gift genommen und hab einen Zettel in die Tasche gesteckt.
Auf dem Zettel stand: Ich sterbe f�r meine S�nden.
Das war der Zettel, der in meiner Hose war.
Also hab ich gedacht, wenn ich wirklich morgens nicht aufwache,
dann sieht Sch�fer den Grund, warum ich mich umgebracht hab.
Mehrmals versuchte J�rgen Szurgelies, sich umzubringen.
Da wurde man ins Krankenhaus gestopft, erst mal eingespritzt.
So eine kleine, dass es nicht wehtut, und dann eingeschl�fert.
Paul Sch�fer befahl, den Jungen einzusperren.
Ein Jahr lang.
Krankenschwestern wie Esther M�ller mussten �berwachen,
dass er t�glich Valium-Tabletten nahm.
Ich hab innerlich geweint
f�r ihn, f�r andere und f�r viele und gebetet.
Aber ich habe keine M�glichkeit gesehen,
wie man ihnen helfen kann.
Weil als Einzelner war man ohnm�chtig.
Wir konnten ja untereinander mit keinem dar�ber sprechen.
Wir waren ja verpflichtet, alles, was wir...
...ja, �ber andere reden, mussten wir wieder melden und beichten.
Und ich konnte mich keinem anvertrauen.
Jeder sah, was dem anderen widerfuhr,
doch niemand schritt ein.
Es gab Situationen, in denen er mich fragte:
Was war denn da heut Nacht? Du hast ja gar nicht mitgemacht.
Ich sag: Nee, weil ich nicht wollte.
Also, er wusste ganz genau, ich kam in ein Alter,
wo das zu Ende war oder zu Ende ging.
Ich habe hier...
...ein privates Museum mir angeeignet.
Das ist das einzige Teil...
...was erkl�ren kann...
...warum man alles aush�lt, was da so passiert.
Ich wurde von 3 Mann mit dieser Stange,
die es auf einem St�nder gab im Keller, so lange geschlagen,
das war nicht gr�n und nicht blau, das war schwarz.
Kopf zwischen die Beine, H�nde auf dem R�cken.
Und einer, der an der Schmiede mit dem Vorschlaghammer t�glich
gearbeitet hat, hat zugeschlagen, bis man keinen Ton mehr sagt.
Ganz einfach, weil man nichts mehr sp�rt.
Nur noch dumpfe Schl�ge.
* Musik *
Wer da durchgegangen ist, der will nichts mehr.
Der will keinen Krieg mehr, der will gar nichts.
Der will nur noch kumplieren, nur noch gehorchen und das tun,
was einem gesagt wird.
* Musik *
"Wollen Sie noch ein Geheimnis wissen?
Liebe ist die einzige M�nze, mit der man zahlt und sich bedankt.
Liebe, eine kleine und zugleich gro�e Geste, die sich jeden Tag,
jede Stunde wiederholt.
Die Liebe l�sst sich nicht in Geldeswert noch in Quantit�t
ausdr�cken, sondern nur in der inneren Haltung,
die aus einer ganz tiefen Regung w�chst.
Einer Regung, die manchmal auch zum Lied wird.
Heidschi bumbeidschi."
? Heidschi bumbeidschi, bumm bumm.
Aber heidschei bumbeidschi bumm...
...bumm. ?
"Das L�cheln eines gl�cklichen Lebens, eines Lebens in W�rde.
Dignidad."
F�r Paul Sch�fer
hatte sich der Traum von seinem eigenen Dorf erf�llt.
Doch es drohte Unheil.
Die politische Lage in Chile wurde unruhiger.
Eine Landreform zugunsten der Kleinbauern spaltete das Land.
Der Linken ging sie nicht weit genug.
Die Gro�grundbesitzer lehnten sie ab.
Sie sahen darin den Vormarsch des Kommunismus.
Im Wahlkampf profitierte die politische Linke.
Ihr Kandidat war der Marxist Salvador Allende,
Hoffnungstr�ger der Armen.
Am 03.11.1970 wurde Allende neuer Pr�sident Chiles.
Schon kurz nach seinem Amtsantritt verstaatlichte er
ohne Entsch�digung 90 chilenische Gro�unternehmen.
Im Land regte sich Widerstand.
Im Untergrund formierte sich eine rechte Miliz.
"Patria y Libertad", Front f�r Vaterland und Freiheit.
Der Operationschef der militanten Organisation
war Sohn eines deutschst�mmigen Faschisten, Roberto Thieme.
(Thieme) Wir waren nicht im Parlament vertreten.
Wir waren auch der Meinung, dass Chile eine Revolution braucht.
Zugunsten des Volkes und der �rmsten,
die in der Mehrheit waren.
Bei der Diagnose der Probleme waren wir einer Meinung.
Aber wir hatten eine andere L�sung.
Die Gruppe wurde von der politischen Rechten in Chile
unterst�tzt: Banken, Firmen und Gro�grundbesitzer.
Auch gro�e Teile des chilenischen Milit�rs standen hinter ihnen.
Mit Anschl�gen auf Br�cken, Stromleitungen und Stra�en
legten sie das Land lahm.
Wir wollten kein Gemetzel, keines dieser schrecklichen
und grausamen Dinge, die dann geschahen.
Aber wir wollten verhindern,
dass Chile ein kommunistisches Land wird.
Salvador Allende begann, auch Landbesitzer zu enteignen.
Wir hatten M�hle, wir hatten Landwirtschaft,
wir hatten Kuhwirtschaft, wir hatten Schweine.
Wir hatten Krankenhaus, wir hatten alles.
Und dass wir praktisch ein gefundenes Fressen w�ren
f�r irgendwelche Kommunistenhorden,
die sich das aneignen auf jedwede Art.
Paul Sch�fer machte seinen Anh�ngern klar,
dass sie sich gegen die Kommunisten sch�tzen m�ssten.
Er ordnete an, die Kolonie mit einem Zaun abzuriegeln.
* Musik *
Heute sage ich, wir haben unser eigenes Gef�ngnis gebaut.
Aber ich war damals total �berzeugt.
Nach dem, was Sch�fer gesagt hat,
dass hier so viele Linksextremisten sind
und wir dringend eine Sicherheit brauchen,
dass hier niemand reinkommt.
Sie zogen Stolperdr�hte durch die W�lder.
Bauten Wacht�rme
und verlegten Leitungen f�r ein Kommunikationsnetz.
* Musik *
Am Ende hoben sie Bunker und Tunnel aus.
Als die Verteidigungsanlage stand,
rief Paul Sch�fer in Siegburg an und bat um Hilfe.
Im Wochentakt schickten seine Anh�nger Altkleider,
medizinische Ger�te und Maschinen.
In der Regel kontrollierte der Zoll
die Container von Wohlfahrtsgesellschaften nicht.
Das wusste Paul Sch�fer.
Hallo?
Wir haben ein Paket abgeschickt.
Und zwar ohne Begleitschreiben.
Nicht vom Zoll einsehen lassen.
Nur wenige Kolonisten ahnten,
was sich zwischen den Hilfslieferungen verbarg.
Da waren 50 St�hle gestellt,
und auf jedem Stuhl lag eine Pistole.
Und jeder von den �lteren oder bis zu uns runter
musste sich hinsetzen und hatte ab da eine Pistole,
die er bei sich haben sollte.
Wenige Tage sp�ter lag auf einer Werkbank eine Maschinenpistole.
Das haben wir zerlegt in alle Einzelheiten, wie es war.
Da waren Federn und Schrauben und Gelenke und Hebelchen
und all so, alles, was dazugeh�rt.
Und die wurden alle nachgebaut.
Mit einer Pr�zision, das war einfach wunderbar.
Mit Bauteilen aus Deutschland fertigten die Kolonisten schon bald
eigene Gewehre, Pistolen und Bomben.
Nun konnte Paul Sch�fer Waffen herstellen
und weitere von Deutschland nach Chile schmuggeln.
Das machte ihn interessant,
auch f�r die rechte Miliz "Patria y Libertad".
(Thieme) Was war unser Ber�hrungspunkt mit Sch�fer?
Der Antikommunismus.
Das Einzige, was die Leute von der Colonia interessierte,
war das Ausl�schen der kommunistischen Bedrohung.
Roberto Thieme
folgte einer Einladung von Paul Sch�fer in die Kolonie.
Auch andere Gegner von Allende waren dabei.
Unter ihnen Unternehmer und hohe Offiziere der Armee.
Ich bin gelandet,
und ein Komitee von 10 bis 20 M�nnern hat uns erwartet,
darunter Paul Sch�fer, der Sekret�r und einige andere.
Sie empfingen uns wie eine hochrangige Kommission
mit einem gro�en Mittagessen in einem gro�en Haus.
Die F�hrungsebene der Colonia hatte bis zu dieser Zeit nur Kontakt
mit Befehlshabern der regionalen Regimenter in Concepci�n,
Los �ngeles und Chill�n, nie mit hochrangigen Gener�len.
Paul Sch�fer bot den Milit�rs und "Patria y Libertad"
die Kolonie als St�tzpunkt f�r die Planung eines Staatsstreiches an.
Durch dieses Treffen erhielten Sch�fer und seine Leute
Zugang zu den Oberkommandierenden des Heeres und der Armee von Chile.
Nun wollte er auch die Kolonisten auf einen drohenden Krieg
gegen die Kommunisten vorbereiten, v.a. die Kinder und Jugendlichen.
Das war die h�rteste Zeit, am Tag hart arbeiten,
ohne zu trinken, mit wenig zu essen in der Sonne. Getrieben.
Wir mussten Disteln hacken aufm Acker mit Aufsicht.
Und wir mussten immer laufen dabei.
Nachts, wenn wir dann v�llig ersch�pft nach Hause kamen,
ausgehungert, dann kamen wir ins Neukra.
Und da standen die Betten in einem gro�en Schlafsaal.
Das "Neukra" war das neue Krankenhaus.
Und da mussten wir uns dann v�llig entbl��t hinlegen
und wurden an Stromger�te angeschlossen.
Und zwar an die Genitalien wurden die Kontakte angepflastert.
Und wenn irgendeine Regung kam, dann wurdest du geschockt.
Zur gleichen Zeit, wo die kleinen Jungs da waren,
war ich auf der anderen Seite als einzelnes M�dchen.
Auch in dem gleichen Geb�ude.
Und...
Da bin ich wohl jeden Tag mit dem Viehtreiber behandelt worden.
Erika Tymm bekam Elektroschocks am ganzen K�rper, auch in der Scheide.
Ich konnte schon nicht mehr essen.
Wenn das Essen kam, wenn ichs gerochen habe, habe ich gew�rgt,
erbrochen nach den ersten L�ffeln.
Und wieder daf�r mit dem Viehtreiber behandelt,
weil ich nicht gegessen hab.
Und ich war da 9.
Das war eine sehr harte Zeit.
Man sieht an den Gesichtern, wie robotisiert wir waren.
Es war alles getrimmt, es war gedrillt.
Die eigene Freiheit oder die pers�nliche Entfaltung,
die gab es nicht.
Wir waren alle wie Roboter gehalten.
Die Kolonisten waren bereit f�r den Krieg.
(Stimmen beim Gebet) Und siehe, ich bin bei euch alle Tage,
bis an der Welt Ende.
Wir h�tten das verteidigt, unser Fundo, und Paul Sch�fer besonders,
mehr als unser eigenes Leben.
Untertitel: WDR mediagroup GmbH im Auftrag von ARTE
Can't find what you're looking for?
Get subtitles in any language from opensubtitles.com, and translate them here.