Afrikaans
Akan
Albanian
Amharic
Armenian
Azerbaijani
Basque
Belarusian
Bemba
Bengali
Bihari
Bosnian
Breton
Bulgarian
Cambodian
Catalan
Cebuano
Cherokee
Chichewa
Chinese (Simplified)
Chinese (Traditional)
Corsican
Croatian
Czech
Danish
English
Esperanto
Estonian
Ewe
Faroese
Filipino
Finnish
French
Frisian
Ga
Galician
Georgian
German
Greek
Guarani
Gujarati
Haitian Creole
Hausa
Hawaiian
Hebrew
Hindi
Hmong
Hungarian
Icelandic
Igbo
Indonesian
Interlingua
Irish
Italian
Japanese
Javanese
Kannada
Kazakh
Kinyarwanda
Kirundi
Kongo
Korean
Krio (Sierra Leone)
Kurdish
Kurdish (Soranî)
Kyrgyz
Laothian
Latin
Latvian
Lingala
Lithuanian
Lozi
Luganda
Luo
Luxembourgish
Macedonian
Malagasy
Malay
Malayalam
Maltese
Maori
Marathi
Mauritian Creole
Moldavian
Mongolian
Myanmar (Burmese)
Montenegrin
Nepali
Nigerian Pidgin
Northern Sotho
Norwegian
Norwegian (Nynorsk)
Occitan
Oriya
Oromo
Pashto
Persian
Polish
Portuguese (Brazil)
Portuguese (Portugal)
Punjabi
Quechua
Romansh
Runyakitara
Russian
Samoan
Scots Gaelic
Serbian
Serbo-Croatian
Sesotho
Setswana
Seychellois Creole
Shona
Sindhi
Sinhalese
Slovak
Slovenian
Somali
Spanish (Latin American)
Sundanese
Swahili
Swedish
Tajik
Tamil
Tatar
Telugu
Thai
Tigrinya
Tonga
Tshiluba
Tumbuka
Turkish
Turkmen
Twi
Uighur
Ukrainian
Urdu
Uzbek
Vietnamese
Welsh
Wolof
Xhosa
Yiddish
Yoruba
Zulu
TÄUSCHUNG
London 1987.
Ich sage meinen Namen nicht,
aber ich bin 33 Jahre alt.
Meine Ehe wird von Jahr zu Jahr unglücklicher.
Dennoch haben wir ein bezauberndes vierjähriges Kind.
Ich habe Philip vor eineinhalb Jahren getroffen.
Philip ist ein amerikanischer Schriftsteller, der in London lebt.
Dieses freiwillige Exil habe ich nie verstanden.
Obwohl ich so tue, als würde mich der Ruhm meines Liebhabers nicht beeindrucken,
lese ich all seiner Bücher.
Und tief im Inneren bin ich stolz darauf, dass ein angesehener Künstler
mich interessant genug fand für heimliche Verabredungen
am Nachmittag.
Bitte.
Mach deine Augen zu.
Ich werde mich nicht fesseln lassen!
Meine liebe Freundin, wer hier hat überhaupt vorgeschlagen,
dich so früh im Spiel zu fesseln?
Ich habe darüber in deinen Büchern gelesen.
Und?
Schriftsteller schreiben solche Bücher.
Mach deine Augen zu.
Gut.
Schauen wir mal, ob du gut aufgepasst hast.
Beschreibe nun dieses Zimmer.
Es hat zwei schöne französische Fenster.
Mit Blick auf eine Wiese.
Im sparsamen Stil des Zimmers
haben die Fenster keine Vorhänge,
sodass die umliegenden Häuser alles von außen sehen können.
Meistens sehen sie jemanden, der tippt.
Oder sie sehen mich lesen.
Dabei hätten sie verdient, etwas viel Interessanteres zu sehen.
Es gibt einen bequemen Sessel.
Darin sitzt eine Frau, die eigentlich auf der Arbeit sein sollte.
Ein Mann, der in einem ledernen Schreibtischstuhl sitzt,
hört ihr zu,
wie sie über ihre Ehe klagt.
Sein Schreibtisch, etwa drei mal fünf Meter groß,
besteht aus einem Holzbrett auf einem Metallsockel.
Überall liegen Stapel von Papieren:
Ein unvollendetes Manuskript, Briefe
und Zeitungsausschnitte über Israel,
um seiner Frau zu beweisen, dass die Briten
alle antisemitisch sind.
In einem rechten Winkel zum Schreibtisch steht die Schreibmaschine.
Sie hat ihren eigenen Schreibtisch. Pica 72.
Sehr gut.
Dahinter sind Bücherregale.
"Heines Jüdische Komödien",
"Der Jude als Paria" von Hannah Arendt,
"Weiße Nächte", Menachem Begin.
Nur Bücher über Juden,
von Juden,
für Juden.
Darüber hängt ein Papierglobus,
verstaubt, japanisch.
Ein Radio,
zwei Chromlampen.
Eine Kunststoffmatte für Rückenübungen und Ehebruch.
Im Mülleimer Take-Out-Behälter.
Ein sybaritisches Detail:
Florale Ornamente aus Gips an der Deckenleiste.
Wunderbar.
Ist das alles?
Ja.
Jetzt mach deine zu.
Gut.
Schauen wir jetzt, wie gut du aufgepasst hast.
Bitte.
Nun...
beschreibe mich.
Herbst.
Die Freundin meines Mannes hat ihm ein Geschenk gegeben.
Sie ist sehr prätentiös.
Eine sehr eifersüchtige und ehrgeizige Art von Person.
Sie schenkte ihm eine Schallplatte.
Ein Stück von Schubert, sehr bekannt und sehr schön.
Inspiriert von
der großen Leidenschaft seines Lebens, einer umwerfend interessanten Frau.
Das alles steht in dem Begleitheft.
Er hätte einfach sagen können, dass er sie sich selber gekauft hat.
Aber nein, er sagte, dass seine Freundin ihm sie geschenkt hat.
Eines Abends, als ich betrunken war, nahm ich einen rosa Leuchtmarker...
und strich einige der besonders witzigen Sätze an.
"Die größte Leidenschaft aller Zeiten."
"Eine Heirat der Geister."
"Die Ekstase".
Dann gab ich ihm, ruhig und würdevoll,
die Schallplattenhülle.
War das schrecklich von mir?
Warum warst du betrunken?
Ich war nicht betrunken, aber ich hatte viel getrunken.
Trinkst du nachts viel?
- Ja. - Wie viel?
Eine große Menge.
Wenn ich nachts alleine bin, trinke ich gar nichts.
Ansonsten mehrere Doppelte vor dem Abendessen.
Und dazwischen Wein.
Aber wirklich betrunken werde ich nie.
Nur ein bisschen berauscht.
Du führst ein bizarres Leben.
Es ist bizarr.
Es ist ein Fehler, aber ich bin hier.
Das ist mein Leben.
Wie unglücklich seid ihr?
Es kommt in Perioden.
Manchmal haben wir grauenhafte Perioden.
Dann längere Perioden der Ruhe und der Liebe.
Schlaft ihr noch miteinander?
Ich habe mir gedacht, dass du das fragen würdest.
Ich habe nicht vor, dir zu antworten.
Guten Abend!
Guten Abend.
Hast du einen schönen Tag gehabt?
Ein erbärmlicher Tag des Schreibens...
Mein armer, geplagter Held.
Oh, ein Kuss!
Ja!
- Wir kennen uns doch. - Ja, wir kennen uns.
Was machst du?
Ich lese meine Notzen wieder durch.
Komm nicht zu spät ins Bett.
Ich komme bald.
Sehr beeindruckend!
Was?
- Ich liebe dich. - Ich liebe dich.
Du, ein Band in deinem Haar.
Gefällt es dir nicht?
Doch, es gefällt mir.
Warum bist du nicht glücklich mit deiner Frau?
Warum ist sie nicht genug?
Warum ist dein Mann nicht genug?
Ich habe dir viel von ihm erzählt.
Erzähl mir, warum deine Frau nicht genug ist.
Du stellst mir die falsche Frage.
Welche ist die richtige?
Ich weiß es nicht.
Warum bin ich hier?
Weil ich der Versuchung gefolgt bin, wo sie mich hingeführt hat.
Das mache ich jetzt, wo ich älter bin.
Warum ist es dir so wichtig, sie nicht zu verletzen?
Warum sollte ich sie verletzen wollen?
Du scheinst nicht frei zu sein, alles zu tun.
Was ist frei? Bist du frei?
Halbwegs frei.
Freier als du.
Unsinn! Brechen wir dieses Gespräch ab.
Warum?
Vielleicht sollte sich nur ein ehebrecherischer Partner
über häusliche Unzufriedenheiten beschweren.
Damit wir nicht deine Unzufriedenheit besprechen.
Außer deiner Unzufriedenheit mit England und dem Englisch-Sein.
Ist es nicht möglich, dass meine Unzufriedenheiten zu Hause
nichts damit zu tun haben, dass ich mich in dich verliebt habe?
Außer kultureller Verdrängung.
Ich habe das der kulturellen Verdrängung zu verdanken?
Vielleicht.
Unsere ist also eine kulturelle Geschichte?
Ein Genre, das ich immer für interessant hielt.
Nichtjüdische Frauen.
Du bist in die Anthropologie verliebt.
Es gibt schlimmere Wege, um anthropologische Unterschiede anzusprechen.
Die alten Stellvertreter: Hass, Xenophobie,
Gewalt, Mord.
Ja, mein Schatz, du bist...
Du bist der Albert Schweitzer des interkulturellen Vögelns.
Malinowski ist gut genug, er wird reicht.
Was ist los?
Antworte mir.
Ich weiß, dass etwas los ist.
Ein Kindermädchen,
ein Kind und zwei streitende Hausdamen.
Und die gewöhnliche englische Nässe.
Ich glaube nicht, dass unsere Liaison weitergehen kann.
Die Tage sind zu kurz.
Wirklich?
Das ist schade.
Glaubst du nicht auch?
War das nicht bei unserem letzten Gespräch angedeutet?
Oh, verstehe.
Wie du willst.
Ich halte es für das Beste.
Du sagtest, es macht dich wahnsinnig.
Was macht mich wahnsinnig?
Diese ganzen sexuellen Sachen.
Du sagest, du wolltest mehr als eine bloße romantische Freundschaft.
Ich werde es für dich vereinfachen, wenn du es einfach haben willst.
Warum schweigst du? Ich hasse es, wenn du schweigst.
Ich bin hier.
Hast du meinen Brief bekommen?
Ja. Dieser Brief ist... wunderbar.
Ich habe ihn zerrissen.
Selbstverständlich, natürlich.
- Das schien mir das Beste, was ich tun konnte. - Genau.
Es ist sehr seltsam, dich zu sehen.
Seltsam, mich nicht zu sehen, oder?
Das weiß ich nicht.
Du warst für eine Weile verschwunden.
Du hast dich auch verändert.
Du siehst ein bisschen anders aus.
- Was ist mit dir passiert? - Sehe ich so anders aus?
Größer?
Kleiner?
- Dicklicher. - Ich weiß es nicht.
Es ist sehr subtil.
Etwas subtil?
Ja.
Du hast mir gefehlt.
Ich friere.
Ich habe mich meinem Mann gegenüber sehr dumm verhalten.
Er musste es jahrelang ertragen, wie furchtbar einsam
und deprimiert ich war.
Ich hatte keine Affären. Ich dachte, er sei verletzlich.
Dein Mann klingt nicht besonders verletzlich.
Warum sagst du ihm nicht: "Wenn du sie nicht verlässt,
schlafe ich im anderen Zimmer?
Du bist frei. Entweder du vögelst sie oder du vögelst mich.
Such dir eine aus."
Sie ist ein wichtiger Teil seines Lebens.
Es wäre egoistisch von mir.
Egoistisch deinerseits?
Wenn du das glaubst, dann heirate mich.
Es ist wunderbar zu hören, wie eine Frau sagt:
"Es wäre egoistisch von mir, meinen Mann zu bitten,
seine Freundin zu verlassen."
Ich denke, das wäre es auch.
Es ist einfacher, wenn ich dich nicht sehe.
Wir werden abgelenkt, wir vergessen.
Keiner dieser schrecklichen Vergleiche.
Ich wollte erklären, was in meinem Kopf vor sich geht.
Aber...
Ich habe das Gefühl, dass ich ausnutze.
Reden wir davon.
Ich würde gerne wissen, was in deinem Kopf vorgeht.
Ich mag deinen Kopf sehr.
Meine Mutter war zu Besuch übers Wochenende.
Und er war einfach verschwunden.
Morgen Mittagessen mit meiner Schwiegermutter, die so höllisch unangenehm ist.
Weißt du, was ein Gebärmutterhals ist?
Ich glaube schon.
Ich habe einen Knoten darauf.
Ich muss einen Test machen oder so etwas.
Mein Mann sagt, ich habe sein Sexleben zerstört.
Also genieße ich den Sex nicht mit ihm.
Es ist immer...
hart und einsam.
So ist es.
So ist das Leben, oder?
Warum tust du deinem Mann nicht den Gefallen und versuchst zu kommen?
Ich will nicht.
Es ist besser als zu streiten.
Ich werde so wütend auf ihn.
Sei nicht wütend.
Dein Mann vögelt dich.
Lass ihn.
Ich kann es nicht bewusst steuern.
Sei einfach eine Hure für ein halbe Stunde. Es bringt dich nicht um!
Huren kommen nicht.
Spiel die Hure!
Nimm nicht alles so ernst.
Er ist...
der Typ, der denkt, dass Frauen mehrere Orgasmen haben müssen,
dass wir zusammen kommen müssen.
Normal für junge Leute, oder?
Wenn man eine Vorgeschichte und Ressentiments hat,
wie soll man erklären, dass man das sexuelle Interesse an jemandem verloren hat?
Warum fragst du nicht, warum es schneit?
Kein Grund ihn zu verlassen?
Weißt du,
als ich dich kennenlernte, warst du reif.
Reif zum Pflücken.
Nein, ich...
lag am Boden und verrottete unter dem Baum.
Lag auf dem Boden und verrottete unter dem Baum.
Ist dein Mann sicher in seinem Krankenhauszimmer?
Glaubst du, die Tussie ist auch da?
Was für ein schönes Wort, "Tussie".
Ja, ich dachte, es würde dir gefallen.
Ich habe ihn übertrieben schlechtgemacht.
Er hat viele Eigenschaften.
Aber die Wahrheit ist,
dass ich schon lange nicht mehr so gut geschlafen habe.
Ich bin heute früh aufgewacht und fühlte mich absolut normal.
Morgen kommt er zurück.
Du zitterst. Bist du krank?
Ich bin wahnsinnig aufgeregt.
Was?
"Und du bereistest mir
das Vergnügen deiner Augen,
deines Gesichts,
deines Fleisches."
Vielleicht weil es Valentinstag war,
bin ich mitten in der Nacht aufgewacht
mit einem unglaublichen Gefühl.
Es war, als läge deine Hand auf meinem Schwanz.
Sie gehörte niemandem.
Es war ein Traum.
Wie kam es, dass ich so süchtig nach dir bin?
Weil du den ganzen Tag in diesem Zimmer verbringst.
Du machst hier keine neuen Erfahrungen.
Keine Abenteuer.
Ich habe dich.
Wie lange ist es schon her?
Eineinhalb Jahre.
Ich weiß nichts über dich.
Klar, ich weiß ein bisschen.
Aus deinen Büchern. Aber nicht viel.
Wir könnten genauso gut so auf dem Dachboden der Familie Frank sein.
Ja.
Unser Los im Leben.
Woran denkst du gerade?
Ich habe so dringend das Bedürfnis nach Einsamkeit.
Du siehst so verdammt müde aus.
Was kann ich machen?
Ich weiß nicht, lauf weg!
Entschuldigung.
Weiß du, was ich am Dienstag mache?
Nein.
Ich sehe einen Advokaten.
Wegen einer Scheidung?
Nur um herauszufinden, was los ist.
Ich werde zu dir in einem aufgeregten Zustand kommen.
Ich muss los.
Sollte interessant sein.
Als ich auf dem Land lebte,
bevor ich in der Stadt war,
war ich so einfach.
Und wenn man viel kämpft, dann stirbt das.
Früher war ich sehr lustig...
Du gefällst mir jetzt.
Und wenn er fragt, wie du die blauen Flecken bekommen hast?
Hat er schon.
Und?
Ich hab ihm die Wahrheit gesagt.
Ich tue das immer. So wird man nie erwischt.
Was hast du gesagt?
Ich sagte: "Den blauen Fleck habe ich mir
bei einer heißen Umarmung
mit einem arbeitslosen Schriftsteller geholt,
in einer Wohnung
ohne Fahrstuhl in Notting Hill."
Und?
Es klingt lächerlich und alle lachen.
Und so bewahrt man sich die Illusion der Ehrlichkeit.
Absolut.
Prag.
Ich war ein kleines tschechisches Mädchen.
Ich ging zu deinem Hotel.
Du hast mich gebeten, dir beim Tragen
einiger Bücher in dein Zimmer zu helfen.
Es war 10 Uhr morgens.
Und sie waren sehr unhöflich zu mir.
Sie behandelten mich wie eine Hure.
Und du hast eine Szene gemacht.
Du warst so nett.
Dann ging ich mit dir über die Karlsbrücke gegangen
und du hast mir viele umgangssprachliche Wörter beigebracht.
Wir haben in deinem Hotel gegessen.
Ich war dir nicht besonders wichtig.
Ich war ungefähr 21, 22.
Heute bin ich viel älter.
Wie heißt dieser Park ganzen oben in Prag, wo wir saßen?
Dort waren wir nicht. Das war jemand anders.
Nein, niemand anders.
Du warst mir besonders wichtig.
Du hast mich einmal angerufen, um mich zu einer Orgie einzuladen. Erinnerst du dich?
Hast du!
Ich war nicht mutig genug, um zu gehen.
Du hast gar nichts verpasst. Sehr langweilig.
Du wurdest immer beschattet.
Wenn wir in einem Restaurant saßen,
ist ein Mann von der Polizei immer neben uns gegessen.
Wir fanden das unerträglich.
Es war unerträglich.
Ich arbeitete in der amerikanischen Bibliothek.
Mein Professor hat mir den Job besorgt.
Er sagte, es wäre toll für uns alle,
da wir dann Bücher bekommen könnten.
Bücher.
Und es war ein fantastischer Job.
Aber am Ende wurde es schwierig.
Ich musste mich entscheiden,
für den Geheimdienst zu arbeiten oder abzureisen.
Jetzt bist du in London. Du kannst sprechen. Sprich!
Ich sag's dir.
Sie sagten mir...
Wir wissen, dass Sie Ihren Job mögen,
dass Sie viel Geld verdienen.
Sie gaben mir ein Dokument zu unterschreiben.
Das Gespräch, das wir gehabt haben, war ein Staatsgeheimnis.
Wenn ich jemandem davon erzählte,
auch meiner Familie,
würde man mich anklagen
und für sieben Jahre ins Gefängnis stecken.
Wieso anklagen?
Ich habe das Gefängnis trotzdem riskiert.
Ich hatte eine solche Angst, ich hab's allen meinen Freunden erzählt.
Also sagte ich:
"Warum soll ich etwas unterschreiben, von dem ich nichts weiß?"
Unterschreiben Sie! Schluss mit den Fragen!
Ich kann nichts unterschreiben. von dem ich nichts weiß!
Ihre Arbeit, Ihre Freunde, Ihr Land...
es ist alles vorbei, haben Sie verstanden?
"Nein, ich sage euch jetzt, ich kann nicht,
ich kann's nicht machen."
Also sagten sie: "Sie werden einen neuen Job finden müssen.
Es gibt keine Zukunft für Sie hier."
Sie haben nicht sofort entlassen.
Ich ging zurück zur Arbeit. Ich habe niemandem davon erzählt.
Dann begann der Albtraum.
Die Amerikaner taten das gleiche.
Sie sagten, sie seinen an mir interessiert,
dass ich für sie spionieren soll.
Jana!
Ich tat dasselbe, ich habe auch die Amerikaner abgelehnt.
Zu diesem Zeitpunkt war meine Lage
absolut schrecklich geworden.
Beide waren interessieren, weil ich die Sprachen sprach.
Ich bin eine ziemlich gute Übersetzerin.
Die Literatur hat mir immer gefallen.
Ich weiß.
Ich übersetzte Erzählungen
für tschechische Zeitungen.
In der Bibliothek war ich so isoliert, dass ich kündigen musste.
Bald danach bin ich abgereist.
Deshalb hab ich diesen dummen Engländer geheiratet,
der wenigstens wusste, dass er mich haben wollte.
1978.
Du hast geheiratet, um wegzukommen. Das ist keine Schande.
Um das Land zu verlassen,
braucht man viele Dokumente, es dauert ewig.
Als ich die Tschechoslowakei verließ, liebte ich ihn nicht mehr.
Als ich in England ankam,
konnte ich nicht zurechtkommen.
Am Anfang war er so aufgebracht, als er mich weinen sah.
Ich fühlte mich so elend,
und ich vermisste alle meiner Freunde.
Ich habe jede Gelegenheitsarbeit angenommen.
Und am dritten Tag haben sie mich rausgeworfen,
weil ich frech geantwortet habe.
Ich war immer noch eine Tschechin.
Deine Lebensgeschichte ist viel interessanter.
Überhaupt nicht. Erzähl weiter.
Der englische Ehemann... wie ist es ausgegangen?
Schlimm.
Ich hasste die Tschechoslowakei,
weil sie sehr strenge Regeln hatten.
Ich konnte nicht atmen.
Aber ich mag England nicht,
weil es eine andere Form von Regeln gibt.
Regeln der kleinen Häuser und Obstgärten,
und ihr ganzes Leben lang streben sie danach.
Ich kann nicht so sein.
Denn ich bin gebildet.
Ich habe keinen Platz hier.
Überhaupt nicht.
Hallo. Ich bin's.
Oh, du bist's.
Wie geht es dir?
- Mir geht's gut. - Weißt du was?
Gibt's was Neues?
Nein.
Heute Morgen muss ich eine Tomographie machen.
Es ist ein ziemlich heftiger Tag.
Verstehe.
Was sagt dir die Tomographie?
Wie lange ich noch habe.
Nein.
Wenn die Tomographie einen Tumor zeigt, dann ist es schlecht.
Das bedeutet, dass die Medikamente keine Wirkung haben.
Und wenn sie nichts zeigt, brauche ich trotzdem eine Operation,
um zu sehen, was los ist.
Der Befund kommt am Montag.
Das ist also ein wichtiges Wochenende.
Ja.
Ziemlich wichtig.
Kannst du schreiben?
Die Erzählungen zerbröckeln.
Nein, ich mache Yoga.
Ich esse Makrobiotik.
Makrobiotik...
Ich versuche nur zu leben mit dem, was an Freude da ist.
- Wie wirst du unterstützt? - Super!
Sogar mein Vater rief an von wo auch immer er jetzt lebt.
Also so super ist es nicht.
Doch! Wenn mein Vater anruft, ist der Krebs es wert.
Nein, sie sind alle super.
Alle Ex-Männer sind wunderbar.
Sehr nett.
Sehr aufmerksam.
Besuchst du Amerika nie wieder?
New York im nächsten Monat. Ich werde dich am Tag meiner Ankunft sehen.
Schön!
Wie ist es dort drüben?
Wie ist das Leben in London?
Nicht viel anders als in der 81. Straße.
Stellen Sie's dahin.
Danke.
Schreibst du noch?
Ja.
Ich dachte, mit etwas Glück würdest du das aufgeben.
Nein. Mit meiner Schreibmaschine im Zimmer.
Und am Abend die kulturellen und sozialen Veranstaltungen.
Sehr fade, sehr englisch.
Die sozialen Veranstaltungen nennt man Dinnerpartys.
Ja.
Das Problem ist, dass ich neben die Frauen anderer Männer gesetzt werde.
Natürlich.
Weißt du von den Frauen anderer Männer?
Sie sind langweilig.
Sehr.
Im Gegensatz zu dir, als du die Frau eines andern Mannes warst.
Wo ist mein Buch?
Welches Buch?
Das Buch, in dem ich vorkomme.
Dieses Buch gefällt mir!
Tu also etwas Interessantes, damit ich dich hineinschreiben kann.
Ich?
Ich sterbe vielleicht.
Du weißt es nicht.
Am Montag werde ich's wissen.
Ich ruf dich Montag an wegen des Befunds.
Ich hör jetzt auf, bevor ich anfange, Plattitüden zu äußern.
Ja!
Wenn ich Plattitüden hören,
spitze ich mir die Ohren!
In der Tat!
Tschüss.
Schönen Tag noch.
Adieu.
Winter.
Warte...
Ich schreibe sie nieder.
Du fängst an.
Wie heißt es?
Ich weiß nicht. Wie nennen wir sie?
"Fragebogen zum Traum von der gemeinsamen Flucht."
Schön. "Fragebogen...
zu Liebhabern...
Liebhabern, die von der gemeinsamen Flucht träumen."
"Fragebogen zu Liebhabern, die von der...
Liebhaber mittleren Alters - gemeinsamen Flucht träumen.
- Du bist nicht im mittleren Alter! - Bin ich!
Du scheinst mir jung zu sein.
Füge das zum Fragebogen zu.
"Fragebogen zu Liebhabern, die von der gemeinsamen Flucht träumen."
"Gemeinsame Flucht"
Du fang an.
Das Erste an mir, was dir auf die Nerven gehen würde?
Bist du ein charmanter extrovertierter Mensch
oder ein neurotischer Einsiedler?
Wie lange dauert es,
bis du dich zu einer Frau hingezogen fühlst?
Oder du von einem Mann?
Du darfst nicht älter werden.
Denkst du das Gleiche über mich?
Wie viele Männer brauchst du?
Bist du ausschließlich heterosexuell?
Hast du eine Ahnung,
was dich an mir interessiert? Sei genau.
Hast du...
mich jemals angelogen?
Lügst du?
Bist du gegen das Lügen?
Glaubst du, dass Großzügigkeit
ein Zeichen von Schwäche ist.
Ist es dir wichtig, wenn man schwach ist?
Und dir, stark zu sein?
Wie viel Geld erlaubst du mir auszugeben?
Würdest du mir lieber Macht oder dein Geld geben?
Inwiefern bin ich bereits eine Enttäuschung?
Wirst du sterben?
Bist du körperlich und geistig gesund?
Wie stehst du wirklich zu den Juden?
Wie ungeschickt wärst du, wenn mein Mann uns entdecken würde?
Wenn er jetzt hereinkäme?
Warte.
17. Noch etwas?
Mir fallen keine mehr ein.
- Ich freue mich auf deine Antworten. - Und ich mich auf deine.
Eine habe ich noch.
Ja?
Gefällt dir, wie ich mich kleide?
Das ist zu viel.
Schwein!
Gar nicht zu viel.
Je trivialer der Defekt ist, desto größer die Wut, die er hervorruft.
Eine letzte Frage?
Ich hab sie!
Die letzte Frage.
Hast du auf irgendeine Weise
im Grunde deines Herzes immer noch die Illusion,
dass die Ehe
eine Liebesaffäre ist?
Wenn ja, kann sie viele Probleme auslösen.
Ich hasste es, schwanger zu sein. Es hat mich wahnsinnig gemacht.
Ich habe mich über mögliche Geburtsfehler aufgeregt,
die vor der Entbindung unentdeckt blieben.
Ich fragte die Ärzte:
"Was ist, wenn etwas mit dem Baby nicht stimmt?"
Kurz vor der Geburt habe mich über einen Bericht in den Nachrichten aufgeregt.
Über eine Frau, deren Kind behindert war.
Sie hörte auf, es zu nähren, um es zu töten.
Das Baby wurde adoptiert.
Es gibt Widerlinge, die sich über das Unglück Anderer freuen.
Bist du nicht so?
Und du? Du willst nicht einmal ein gesundes Kind.
Eines Tages hat mir ein Arzt insgeheim erzählt,
dass man ein Baby mit chirurgischen Tupfern ersticken kann.
Ich antwortete, dass es einen weniger grausamen Weg geben muss,
ein Kind loszuwerden.
Es hat mir so solche Angst gemacht.
Wenn eine Frau in...
England innerhalb von sechs Wochen nach der Geburt ein Verbrechen begeht,
muss sie nicht vor Gericht stehen.
Ich habe das gelesen.
Unser Gesetz hat eine Klausel, die vorschreibt,
dass Frauen in dieser Zeit nicht bei klarem Verstand sind.
Du kannst dein Kind umbringen und davonkommen!
Man müsste vorsichtig sein, aber es stimmt.
Im Ernst...
Hast du jemals
daran gedacht,
aus dem Fenster zu springen?
Ja.
Oft?
Manchmal.
Was hat dich zurückgehalten?
Es ist nicht so, dass ich sterben will,
sondern ich will leben.
Ich will, dass das Leben besser ist.
Besser, um länger zu bleiben.
Du sagst nicht viel.
Ich höre zu.
Ich bin eine Hörmuschel.
Ich liebe das Zuhören.
Ich bin ein Gesprächsfetischist!
Sehr erotisch.
Du sitzt einfach da, hörst zu.
Ein neuer Gürtel!
Sehr gemütlich mit dir an einem verschneiten Tag.
So zu liegen, wenn der Schnee überall herumwirbelt.
Wunderbar.
Fühlst du dich gut?
Süßes...
Mädchen.
Was denkst du gerade?
Keine Gedanken.
Ist das gut?
Es ist großartig.
Großartig...
Was ist dir lieber?
Ich kann diese Frage nicht beantworten.
Aber ich will's wissen. Was ist dir lieber?
Beim Streicheln?
Das Unbeschnittene.
Es ist interessant, den Mantel über den Kopf zu ziehen.
Ja.
Und beim Vögeln?
Verlang das nicht von einer gut erzogenen Engländerin.
Beim Vögeln?
Beim Vögeln...
das Beschnittene.
Warum?
Es ist so, wie wenn man es nackt haben würde.
Der nackte Penis.
Der nackte Penis.
Der nackte Penis.
Warum hassen alle Israel so sehr?
Kannst du mir das erklären?
Ich glaube, ich kann das.
Wirklich?
Jedes Mal, wenn ich ausgehe, habe ich einen Streit.
Und ich komme ganz wütend nach Hause und kann nicht schlafen.
Ich bin mit den zwei größten Geißeln des Planeten alliiert:
Mit dir und mit dir.
Israel und Amerika.
Geben wir zu, dass Israel ein furchtbares Land ist...
Aber ich werde das nicht machen!
Aber geben wir's zu. Okay?
Es gibt aber Länder, die noch viel schrecklicher sind.
Ich habe es selber nie verstanden.
Es ist eine der merkwürdigsten Missgeburten in der modernen Geschichte.
Aber warum?
Sag's mir.
- Fragst du jemals Leute? - Ja, oft.
Und was sagen sie?
Wie sie die Araber behandeln, ist das größte Verbrechen in der Geschichte der Menschheit?
Klar, eben das sagen sie!
Eines der außergewöhnlichsten Beispiele für Heuchelei
in der Geschichte der Menschheit!
Der tschechische Regisseur.
Olinka trifft mich am Flughafen.
Ich bringe ihr ein Kleid von Laura Ashely. Parfum.
Sie küsst mich. Das Abendessen wartet.
Dann öffnet sich die Tür.
Ein zwei Meter großer Schwarzer. Schuhe, die $ 200 kosten.
Eine goldene Halskette, ein goldener Ring.
"Da ist Andrew.
Kann er im Gästezimmer bleiben?"
"Es gibt keine Zukunft für uns alle hier"
Sie: "Kann er zum Essen bleiben?"
Es ist meine erste Nacht zurück, aber gut.
Du kannst einem Schwarzen nicht sagen: "Nein, du kannst nicht zum Essen bleiben."
Am nächsten Morgen sagt mir meine Olinka:
"Ich liebe ihn. Ich will ihn heiraten."
Ich war nah daran, ein Gewehr zu kaufen.
Keine Schrotflinte, ein verdammtes Jagdgewehr.
Ich hatte einen Herzinfarkt.
Furchtbare Brustschmerzen.
Eine Woche im Krankenhaus, es hat mich ein Vermögen gekostet.
Mein Anwalt lacht: "Du und deine Frau haben ein gemeinsames Konto!"
Wie konntest du das machen?
Ich hab ihr vertraut!
Sie war ein kleines tschechisches Mädchen!
Schau sie dir an.
Nicht eine amerikanische Schlampe...
Ivan, ich bin Amerikaner...
Dieses Mädchen, eine Katholikin, war Jungfrau!
Sie ging in einem langen Nachthemd ins Bett.
Sie hatte nie einen Orgasmus.
Ich bin nicht jung, aber ich bin ein guter Arbeiter.
Nichts! Unmöglich!
Jetzt will sie eine Scheidung.
Sie liebt diesen Mann, sie leidet sehr viel.
Okay, gut, perfekt!
Aber er hat sie nicht gevögelt wie du.
Er hat sie gevögelt um zu vögeln.
Du interessierst dich mehr fürs Zuhören als fürs Vögeln.
Ich habe Olinka nie gevögelt.
Du lügst mich an, mein Freund.
Sie lügt, wenn sie das sagt.
Du hast sie viermal in New York gevögelt.
Als wir gute Freunde waren, nachdem ich von Prag zurückkam.
Nicht ein einziges Mal!
Hör auf! Olinka hat mir alles erzählt!
"Warum stellt er solche nervige Fragen?"
Hör auf, es stimmt nicht!
Du trügerischer Dreckskerl. Du kannst keiner Geschichte
widerstehen, auch nicht der Frau deines Flüchtlingsfreundes.
Es beschränkt dich als Freund und als Schriftsteller.
Meine Bücher sind auch scheiße?
- Ivan, sie warten... - Nein, hau ab...
Schrei sie nicht an!
Was hast du erwartet, du Dreckskerl?
Dass ich dir helfe, deine lausige Kunst zu perfektionieren, nachdem du sie gevögelt hast?
Beleidige mich, wenn du willst!
Du willst dich nur dumm stellen.
Schau dich doch an! Du schwitzt nicht einmal!
Ja, ein toller Schauspieler. Aber ein furchtbarer Schriftsteller.
Ich schwitzte nicht, weil nichts davon wahr ist.
Wenn ich schuldig bin, dann bin ich ein schrecklicher Schauspieler.
Glaub mir,
ich schwitze mehr als Nixon!
Hör auf damit... Hör auf.
Dass sie dich verlassen hat, macht dich offenbar fertig.
Es ist furchtbar. Und beruflich hat es hier auch nicht geklappt.
Und jetzt verlierst du Olinka.
Seit wir uns kennen,
hast du sie angeglotzt.
Ja, ich habe sie angeglotzt! Sie ist jung und hübsch.
Aber glotzen ist nicht vögeln!
Du amerikanisches Arschgesicht.
Du verwöhnter kleiner Lügner!
Tu das weg! Sonst kriegst einen zweiten Herzinfarkt!
Keine Sorge, amerikanischer Junge.
Ich schieß dir nicht in die Hosen.
Es gibt keinen Grund dafür!
Nein, ich schieß dir die Ohren ab.
Die Begnadigung des Gouverneurs.
Ja, ich bin's. Wie war es?
Ein Wunder...
Nein!
Ja!
Nein!
Es ist ein Wunder!
Erzähl mir vom Wunder.
Die Tomographie zeigte keine Anzeichen von Pathologie.
Das heißt, dass dieses Ding, das unglaublich bösartig war,
auf die Behandlung reagiert hat.
- Das ist wunderbar! - Ja, warte.
Der Arzt ist zufrieden. Er hat mir ein Jahr gegeben.
Die Prognose hat sich geändert!
Puh!
Puh!
Wie du sagst.
Du hast das gut gemacht.
Ja, ich habe das gut gemacht.
Weiß du, wie man das nennt?
Die Begnadigung des Gouverneurs.
Aber wer ist der Gouverneur?
Keine Ahnung!
Ich muss aber auf seiner guten Seite bleiben.
Eine Tomographie deines ganzen Körpers?
Nein.
Von der Leiste bis zum Herzen.
Und der Arzt sagte,
wenn es irgendwo anders einen Tumor gibt,
würde es eine Flüssigkeit geben, ein Schatten in diesem Bereich,
dem Anfangsbereich.
Es heißt...
"der bevorzugte Weg" dieser Krebsarten.
Kennst du das?
"Der bevorzugte Weg."
Unglaublich.
Das ist großartig, das ist eine großartige Nachricht!
Ja!
Was für ein Tag.
Ich hatte Angst.
Ich hatte eine solche Angst.
Ich dachte, es gäbe vielleicht etwas...
Hässliches in meiner Natur,
das mich zum Weinen bringen würden, wenn ich's herausfinde.
Dir ist jede Reaktion erlaubt.
Keine bevorzugten Wege
für die Gefühle.
Ich verabschiede mich jetzt.
Jetzt schon?
Was gibt es mehr zu sagen?
Ich wusste, dass du so reagieren würdest.
- Komm schon. - Nein!
Wir müssen Freunde bleiben.
Alte Freunde.
Ich bin nicht ganz über den Berg.
Du kannst also noch immer ein bisschen netter zu mir sein.
Und sobald du über den Berg bist?
Dann kannst du du selber sein.
Gut.
Gut.
Schönen Tag noch.
Gute Nacht.
Wintersport.
Erinnerst du dich an mich?
Es kommt wieder.
Langsam.
Lass dir Zeit.
Du bist dünner geworden?
Du hast dich an jemand Dickeres gewöhnt?
Es ist schön dich zu sehen.
Ich wünschte, du wärst zum Schifahren mitgekommen.
Es ist so friedlich.
Ganz leise den Berg hinaufzufahren mit dem Lift.
- Du begleitest mich auf viele Berge. - Ich?
Ja, während ich mit dem Schlepplift fahre.
Ich und das Zischen des Schlepplifts.
Genau.
Alles gut zu Hause?
Ja, perfekt.
Es gibt nichts Besseres für eine Ehe als ein alter Freund in der Nähe.
Glaubst du das?
Mutter hat mir beigebracht, nie mit entblößte Möse zu sitzen.
Und die Beine über die Schultern eines Mannes?
Das hat sie nie erwähnt.
Ich glaube nicht, sie könnte sich vorstellen,
dass ich auf so etwas stehen würde.
Riech das.
Es riecht sehr gut.
Alles okay?
Morgen werde ich noch einen Geburtstag haben.
- Nicht schon wieder? - Ja. Da kann man nichts machen.
Zieh 1929 von 1988 ab
und du bekommst 59.
Warum nimmst du's so schwer?
Hör dich doch an!
Du jammerst, weil du 34 bist.
Ich weiß, warum ich es schwer nehme.
Aber du?
Weil das Leben bald zu Ende ist.
Ich werde tot sein.
Da hast du's.
Wodka?
Warum besuchen dich diese Slawen?
Weil ich sie mag.
Wirklich? Mehr als die Engländer?
Warum?
Weil sie so viel leiden?
Weißt du,
vertriebene Menschen haben etwas zu sagen. Manchmal kann man ihnen helfen.
Hast du eine Schwäche für Opfer? Weil du Jude bist?
Ich betrachte mich nicht selber als jüdisches Opfer!
Du gehörst zu den wenigen Juden, die in diesem Jahrhundert geboren wurden
und wie durch ein Wunder dem Grauen entkommen sind.
Diejenigen, die nicht entkommen sind, ob jüdisch oder nicht, faszinieren dich also.
Faszinieren sie dich nicht?
Ich bin neugierig,
aber ich würde nie Urlaub in einem von diesen Ländern machen.
Das muss ich zugeben.
Wie bist du dazu kommen?
Durch Zufall.
Ich hatte ein Buch fertig, ich war auf Reisen.
Es war 1971.
Mein Freund und ich fuhren von Wien nach Prag.
Ich bin ein bisschen rumgelaufen und fühlte mich wohl.
Ich hatte einen Verleger dort, also dachte ich, ich sollte ihn doch treffen.
Am nächsten Tag stelle ich mich vor.
Und der Direktor
versammelt seine ganzen Mitarbeiter um mich,
um auf mich anzustoßen mit Sliwowitz.
Sie waren alle bereits besoffen.
Dann kommt ein Mitarbeiter zu mir und flüstert mir zu:
"Unser Direktor ist ein Schwein!
Er wird uns an das Regime verraten."
Ich fand das unglaublich und fühlte mich sogar noch besser.
Tausend Geschichten später
wurde ich von der Polizei auf der Straße angehalten.
Das war 1975.
Inzwischen war ich daran gewöhnt, dass mich die Polizei verfolgte,
vor allem, wenn ich Schriftstellerfreunde besuchte.
Aber es war Frühling,
und zwei Polizisten sprachen mich auf der Straße an und verlangten meinen Ausweis.
Ich zeigte ihnen meinen Reisepass, mein Visum, das Hotelformular,
und sie sagten, ich müsste mit ihnen aufs Revier.
Dann sah ich eine Straßenbahnstation
ein paar Meter entfernt.
Ich fing an zu schreien:
"Die Polizei belästigt mich!
Ich verlange, zur amerikanischen Botschaft gebracht zu werden."
Der Polizist wiederholt: "Kommen Sie mit aufs Revier."
Er sprach auf Tschechisch, aber ich hab ihn gut verstanden.
Ich weigere mich, mich zu bewegen, und schreie weiter.
Das ging so für 15 Minuten.
"Nein! Nein! Nein!"
Der uniformierte Polizist ging die Straße hinauf,
um dort einen Polizisten in Zivil zu fragen.
Gerade dann kommt eine Straßenbahn.
Ich denke: "Warum soll ich warten, bis ich verhaftet werde? Ich bin so dumm!"
Ich springe auf die Straßenbahn.
Mein Herz klopft, ich bin schweißgebadet.
Ich steige um und laufe die Straße hinunter.
Ich komme zurück ins Hotel, ich zittere.
Ich rufe meinen tschechischen Freund an.
Und mein Freund bricht in Gelächter aus. Er sagt:
"Die Polizei wollte dich nur belästigen. Sie haben dir Angst gemacht."
Nie wieder habe ich ein Visum für die Tschechoslowakei gesehen.
Am Abend meiner Abreise
haben sie meinen Freund verhaftet und ihn die ganze Nacht verhört.
"Warum kommt dieser Schriftsteller immer wieder in die Tschechoslowakei?"
Antworte, du Trottel!
Warum kommt er nach Prag?
Haben Sie seine Bücher nicht gelesen?
Er besucht die Tschechoslowakei
wegen der Frauen!
Wegen der Frauen.
War das wahr?
Nein, ich mochte tschechische Witze.
In England mag ich die Frauen.
Ich habe heute das Gefühl, dass ich keine Möse habe.
Ich habe sie zu Hause gelassen. Sag nichts darüber.
Okay.
- Soll ich gehen? - Überhaupt nicht
Bist du wieder den Tränen nah?
Ja, ich bin den Tränen nah.
Kann ich etwas essen?
Ich habe Erdbeeren, Melonen, Wein, Brot.
Sogar Marihuana.
Ein bisschen von allem, bitte?
Natürlich!
Stell dir vor, ich sterbe, und ein Biograf
stößt in meinen Notizen auf deinen Namen. Er fragt dich:
Haben Sie ihn gekannt?
Würdest du mit ihm reden?
Es kommt darauf an, wie...
wie intelligent er ist.
Und ob er wirklich ernst ist.
Er hat Sie sehr gemocht, so viel kann ich Ihnen sagen.
Können Sie mir etwas über ihn erzählen?
Warum machst du das?
Ich bin neugierig. Was sagst du?
Er hat seine Bücher nicht geschrieben.
Eine Reihe Mätressen haben sie geschrieben.
Ich habe die letzten zwei geschrieben.
Schauen Sie, Fräulein, Sie sind sehr süß und sehr hübsch.
Aber Sie sagen mir nicht die Wahrheit.
Was für eine Affäre haben Sie mit ihm gehabt?
Eine sehr sporadische.
- War er in Sie verliebt? - Nein.
Er würde wissen wollen, wie du warst.
Oder was ich dachte, wie du warst.
Da würde ich sehr gut sein.
Wirklich?
Was ist also die Antwort?
Es gibt keine kurze Antwort.
Du wolltest mir gerade sagen, was für ein Mann ich war.
Ich sage es dir nicht.
Und wenn schon, würdest du es nicht ins Buch stecken.
Wie war er zu Ihnen?
Er war...
sehr nett.
Können wir aufhören?
Nein, noch nicht.
Waren Sie bei der Beerdigung?
Gott sei Dank war sie in der Frühe. Mein geliebter Mann kommt spät nach Hause.
Um nicht alleine zu sein, nahm ich mein Kind mit zum Park.
Wäre ich zum Friedhof gegangen,
hätte ich das niemandem mitteilen können.
Dort wären
seine Familie, seine Freunde, sein Frau gewesen.
Eine jüdische Beerdigung, die er, glaube ich,
nicht wirklich wollte.
Können wir jetzt aufhören?
Du machst das so gut, mach weiter!
Warum hat er Ihnen so sehr gefallen?
Lass das "so sehr" weg und ich antworte.
Okay, es ist weg.
Ich war jung, emotional bedürftig, ich war da.
Nicht viel anders als seine Ehefrauen,
aber ich war Engländerin.
Und das...
machte mich ein bisschen fremd für ihn.
Er mochte die Art, wie ich sprach.
Geht es Ihnen seit seinem Tod besser?
Komm, komm...
So lala.
Mein Leben begann wieder von vorne, am Tag,
an dem ich ihn aufgab.
Ich fühlte mich besser.
Aber das alles zu erleben,
das wieder zu erleben, vor Ihren Augen,
auf so kalte Art und Weise,
macht mir traurig.
Für mich waren diese Zeiten...
herrlich.
Wunderbar. Ich liebe dich.
Du solltest der Schriftsteller sein.
Nein.
Ich weiß, was mich erwartet. Du hast keine Skrupel.
Sie sind ein Freund?
Sehr gut. Schönen Tag noch.
Ich bin eingeknickt.
Ja.
Ich habe von dir geträumt.
Es war der wunderschönste Traum.
Die Essenz von dir, mein Lieber.
Kannst du lauter sprechen?
Ich habe von dir geträumt.
Es ist schwierig, das alles zu sagen.
Deshalb ist deine Stimme so sanft.
Was ist in deinem Traum passiert?
War's wie in den alten Zeiten?
Besser.
Was für ein Traum das gewesen sein muss.
Ja.
Ich war sehr in dich verliebt.
- Bist du dir sicher? - Ja!
Ich muss sagen,
das hilft.
Es ist wunderbar, dich zu sehen.
Ich wünschte, du hättest denselben Traum wie ich gehabt.
Schreib ihn auf.
So kann ich ihn in das Buch über dich aufnehmen.
Sei nicht albern!
Ich setze mich nicht aufs Spiel.
Du scheinst zittrig zu sein.
Ich habe heute früh eine Chemotherapie gemacht.
Dann habe ich diese furchtbare Operation.
Die Nachwirkungen sind ziemlich hart.
Warum wird es schlimmer?
Weil das Gift da ist, im Inneren.
Wann wirst du entlassen?
Morgen früh.
Die schmeißen dich einfach raus, ich schwör's.
Dann geh ich nach Hause...
und schlafe 14 Stunden durch.
Du bist blass...
und dünn.
Bist du.
Ich wünschte, ich wäre dünn.
Ich sehe kerngesund aus.
Ich verliere meine Haare, aber ansonsten sehe ich toll aus.
Wenn du deine Haare verlierst, dann trägst du eine Perücke.
Nein... nie.
Mir sind diese hässlichen Babuschkas lieber.
Deine Haare werden nachwachsen.
Ja?
- Sie braucht Hilfe. - Du siehst gut aus.
Das muss etwas bedeuten.
Ja.
Dass ich nicht sofort sterben werde.
Nein, aber... der schlimmste Albtraum ist, dass...
die Ärzte auf einer Überraschung stoßen, wenn sie mich aufschneiden.
Dass sie sehen werden, dass ich voller Tumore bin.
- Ist das möglich? - Ich glaube nicht.
Ich glaube nicht, dass ich sterben soll.
Du wirst nicht.
Das hast du in meinem Traum gesagt!
Siehst du?
Ich kann mich nicht zweimal in 24 Stunden irren.
- Sag das noch einmal. - Ich kann mich nicht irren.
Noch einmal!
Du wirst nicht sterben.
Ein letztes Mal.
Du wirst nicht sterben. Du wirst leben!
Danke.
Wie geht es dir?
Nicht schlecht.
Was ist aus der Star meiner Seminare geworden?
Anscheinend kann ich nicht mit Menschen kommunizieren.
So.
So bin ich.
- Du? - Ja.
Es ist beängstigend. Ich scheine mich nicht mehr an die Vergangenheit zu erinnern.
Ich erinnere mich nur sehr vage an dich.
Tut mir leid.
Es ist, weil...
Ich habe eine Schockbehandlung gemacht. Das hat es schlimmer gemacht.
Was für eine Behandlung?
Eigentlich war es sehr angenehm.
Sie geben dir Natriumpentothal.
Man ist bewusstlos. Wenn man wieder aufwacht, ist man groggy.
Sie haben's nicht oft getan, zweimal pro Woche.
Ich hatte keine Angst.
Ich warte auf etwas...
auf eine Energie.
Eigentlich fühle ich nichts.
Wenn ich mit Menschen rede, ist es irgendwie...
ein Wermutstropfen.
Ich muss mich sehr anstrengen.
So wie jetzt mit dir.
Entschuldigung.
Philip, kann ich einen Aschenbecher haben?
Nimmst du Medikamente?
Ich war deprimiert. Sie haben mehrere kombiniert.
Das gefällt mir nicht.
Sie sagten, dass...
die Pillen alle kompatibel seien, aber bei mir...
halt nicht.
Sehr schlimme Reaktion.
Ich wurde extrem paranoid.
Also wieder ins Krankenaus!
Ich dachte, der Untersuchungsraum sei eine Folterkammer.
Ich erinnere mich, wie sie in mein Zimmer kamen mit einem Dokument.
Und sie sagten: "Würden Sie bitte dieses Dokument unterschreiben,
das sagt, dass sie Ihre Mutter getötet haben?"
Ich wurde hysterisch.
Wie können sie mich bitten, das zu unterschreiben?
Wie können sie das wagen?
Das war in September.
Es war eine Halluzination.
Jetzt nehme ich ein Antipsychotikum, um das zu verhindern.
Eine kleine Dosis, aber trotzdem...
Was hat dich so zugerichtet?
Als ich dich noch kannte, ging es dir gut.
Intellektuell hartnäckig,
sehr scharfsinnig.
Ein tolles Flair in diesen schwarzen Anzügen, sehr Hamlet.
Deine studentische Blässe.
Beschreibt das jetzt deine Belastung?
Das hast du vor fünf Jahren gesagt.
Als du mich zu diesem Restaurant in der 3. Avenue gebracht hast.
Ich erinnere mich an das Abendessen, nicht daran, was wir gesagt haben.
Du hast mir viel Glück gewünscht, du sagtest, dass ich es brauche.
Warum?
Weil mich manche Leute unwiderstehlich finden könnten!
Ich war so gereizt, das war eines der wenigen Dinge, die ich hörte.
Daran erinnere ich mich!
Ich war selber nicht besonders ruhig.
Ich hätte das nicht wissen können. Du warst mein Lehrer.
Deshalb war ich nicht sehr ruhig.
Du schlichst dich in die Klasse mit deinem zerzausten Haar.
Ich erinnere mich an diese Eierköpfe, die Kafka lasen
und mir erklärten, wie Die Verwandlung und Der Prozess
aus seiner Beziehung zu seinem Vater entstanden sind.
Und du...
sagst ganz müde: "Nein..."
Es war das Gegenteil.
Die Quelle seiner Beziehung zu seinem Vater
ist Die Verwandlung und Der Prozess.
Und dann hast du wirklich reingehauen.
"Wenn ein Schriftsteller 36 ist,
hört er auf, Erfahrungen in Fiktion umzuwandeln,
sondern er zwingt der Erfahrung seine Fiktion auf."
Mit 19
warst du bereits jemand.
Ich war schon verrückt?
Überhaupt nicht.
Vielleicht warst du auch verrückt.
Nach einem meiner Unterrichte hast du mir einen Zettel geschrieben:
"Jede Nacht bete ich nur um eines:
Eine gute Schriftstellerin zu werden."
Eine gute Schriftstellerin...
Erzähl mir noch mal, was passiert ist.
Lass mich verstehen, die Schockbehandlungen, die Krankenhäuser.
Die alte, alte Geschichte.
Ich wurde angezogen von...
hypnotischen Frauenhelden.
Und ich bin durchgedreht.
Es war meine Strafe.
Ist das ein Vorwurf?
Nein, nein.
Nein, mit dir war es frisch.
Zärtlich, sehr intim.
Es war berauschend.
Hattest du nie Affären gehabt, die nicht so...
belastend waren?
Nur angenehme?
Viele!
Was ist passiert?
Was passiert ist...
Es wurde mir langweilig.
Der Prozess.
Können Sie dem Gericht erklären, warum Sie Frauen hassen?
Ich hasse sie nicht.
Wenn Sie das nicht tun,
warum diffamieren und verunglimpfen Sie sie dann in Ihren Büchern?
Warum missbrauchen Sie sie in Ihrer Arbeit und in Ihrem Leben?
Weder in meiner Arbeit noch in meinem Leben missbrauche ich sie.
Wir haben Zeugenaussagen von Experten gehört.
Sie behaupten vor Gericht,
dass diese Experten mit unanfechtbarem Berufsethos
sich entweder irren
oder lügen?
Darf ich Sie etwas fragen?
Was haben Sie jemals getan, was den Frauen nützlich ist?
Warum interpretieren Sie
die Schilderung nur einer Frau als die aller Frauen?
Sie dürfen keine Fragen stellen,
sondern sie nur beantworten.
Sie werden des Sexismus,
der Frauenfeindlichkeit,
des Frauenmissbrauchs,
der Verleumdung von Frauen
und der rücksichtslosen Verführung bezichtigt.
Monsieur?
Ja?
Warum haben Sie Bücher veröffentlicht, die Frauen zum Leiden bringen?
Haben sie nicht bedacht, dass sie eine Fundgrube für unsere Feinde sind?
Darauf kann ich nur antworten,
dass die Ziele dieser selbsternannten Gleichberechtigungsdemokratie,
die Ihnen am Herzen liegt, nicht meine
als Schriftsteller sind!
Wir haben keine Lust, Sie über Literatur reden zu hören.
In Ihren Büchern sind alle Frauen Stereotypen.
Sie sind bösartige Perverse.
Warum wird Frau Tarnopol -
spricht man das so aus? -
als hysterisch und psychopathisch dargestellt?
Warum die Frauen als zänkische Weiber dargestellt?
Warum hat Shakespeare es getan?
Sie vermitteln den Eindruck, als ob jede Frau gelobt werden soll.
Sie vergleichen sich mit Shakespeare!
Lassen Sie uns Ihren Hintergrund näher ansehen.
Sie waren Universitätsprofessor, nicht wahr?
Das stimmt.
Hatten Sie sexuelle Beziehungen zu Ihren Studentinnen?
Erniedrigend auch?
Nicht für Sie?
Es war für sie eine Ehre, ausgewählt zu werden?
Wie oft haben Sie sie gezwungen,
mit einem Lehrer zu kopulieren, der in loco parentis gehandelt hat?
Glauben Sie mir, es war nicht notwendig, sie zu zwingen.
Wie viele Studentinnen haben Sie beeinflusst und missbraucht?
Drei!
Im Laufe der Jahre hatte ich Liebesaffären mit drei!
Nachdem Sie uns mit einer Vorlesung über Literatur beehrt haben,
müssen wir nun eine weitere über die Liebe ertragen?
Von Ihnen?
- Sie haben Ehebruch begangen? - Das tue ich immer noch!
Mit den Frauen Ihrer Freunde?
Häufiger mit Frauen von Fremden, wie Ihnen.
Wer hatte mehr sadistische Freude daran?
Die Freunde, deren Ehefrauen Sie rücksichtslos verführt haben?
- Oder die Fremden? - Sie sind wunderschön!
Er beutet mich vor Gericht aus!
Nein, Sie sind herrlich!
Brillant!
Ich bin kein "Mädchen"!
Das ist vögeln, Baby.
Das ist reine Pornografie!
Ich vögle dich vor Gericht!
Folgt mir, meine Damen!
Frühling.
Wann wirst du auf der Arbeit erwartet?
Am Nachmittag.
Wahrscheinlich sollte ich sowieso nicht kommen.
Ich bin launisch in letzter Zeit.
Ich glaube, du wolltest etwas ausprobieren.
Das hast du.
Für mich bist du nicht launisch.
Ich will nicht darüber reden.
Vielleicht ist es...
dann besser, wenn du nicht kommst.
Ich würde dich gerne sehen.
Ich brenne darauf, dich zu sehen.
Du hast mich sehr unruhig gemacht.
Tut mir leid, wenn ich eine Last für dich war.
Sei nicht albern.
Hast du mich vermisst?
Natürlich habe ich dich vermisst!
Wahnsinnig vermisst, diesen Nachmittag.
In der Tat.
Was hast du vermisst?
- Willst du's wissen? - Nein!
Kein Dirty Talk, bitte!
Gut.
Hier bin ich.
- Bin ich dicker? - Nicht ganz die Hausmutter.
Ich mache mir um nichts mehr Sorgen.
- Ich habe keine Angst mehr. - Seit ich verschwunden bin.
Ich weiß nicht, seit wann.
Wie geht es bei dir zu Hause?
Wie mag er sie?
Plump und hübsch?
Ich mag sie, so wie du warst.
Dünn und neurotisch.
Es ist alles viel besser geworden.
Seit du weg bist,
gab es eine Verschiebung der Machtverhältnisse.
Zu meinen Gunsten.
Er verhält sich viel besser mir gegenüber.
Ausgezeichnet.
Danke, Herr Doktor.
Mich zu sehen, ist schwer für dich.
Ich hätte dich warnen sollen.
Ich wäre trotzdem gekommen.
Mein Vater lebt am Brennpunkt.
Eine Meinung über alles,
und oft ist sie nicht die meine.
Bei meinem Vater muss ich mich manchmal
davor hüten, mich ein wie ein 14-Jähriger aufzuführen.
Letzten Sommer
hat er sich aufgeregt, weil der Sohn meines Bruders beschloss, eine Puertoricanerin zu heiraten.
Da er seine Gefühle nicht verbergen kann,
hat sich der Junge auch aufgeregt.
Ich stieg in mein Auto
und fuhr von Connecticut nach New Jersey.
Als ich dort ankam, fing er an zu schimpfen.
Ich hörte eine halbe Stunde zu.
Dann beschloss ich, ihm ein wenig Geschichtsunterricht zu erteilen.
Ich sagte: Hör mal, lieber Vater,
dein Vater, um die Jahrhundertwende, hatte...
drei Möglichkeiten.
Eins: Im jüdischen Galizien bei der Großmutter bleiben.
Wäre er geblieben, was wäre aus ihm geworden,
aus ihr, mir, dir, Sandy?
Asche!
Papa! Asche! Alles in Rauch aufgelöst.
- Stimmst du nicht zu? - Ja, aber hör auf!
Ich führe meine Logik fort. Zweite Möglichkeit.
Dein Vater hätte nach Palästina ausreisen können!
Zwei. Dein Vater hätte nach Palästina ausreisen können.
Du und Sandy hätten 1948 gegen die Araber gekämpft.
Mindestens einer von euch hätte ein Bein oder einen Arm verloren!
1967 hätte ich im Sechstagekrieg gekämpft.
Zumindest ein paar Schrapnelle in meinem Kopf.
- Klar, klar. - Ich hätte ein Auge verlieren können!
Deine Enkelkinder: Libanon, 1982.
Gehen wir davon aus, dass nur einer getötet wird. Das ist Palästina!
Dritte Möglichkeit: Was dein Vater getan hat!
Die dritte Möglichkeit!
Nach Amerika übersiedeln!
Was ist das Schlimmste, was in Amerika passieren kann?
Der Enkelsohn heiratet eine Puertoricanerin.
Bleib in Polen und akzeptiere die Konsequenzen!
Geh nach Israel und akzeptiere die Konsequenzen eines israelischen Juden.
Oder du lebst in Amerika! Na?
Welche Möglichkeit ist dir lieber?
Was hat er gesagt?
Er sagte: "Okay, hör auf! Du hast recht, du gewinnst!"
Ich war außer mir vor Freunde, endlich hatte ich ihn überlistet.
Ich sagte: Papa, weiß du, was als Nächstes kommt?
Ich werde die Mutter dieses Mädchens besuchen.
Sicher quält sie ihren Rosenkranz.
Ich werde sagen, du willst...
Du willst in Puerto Rico leben? Also
deine Tochter heiratet einen Puertoricaner.
Aber ihr alle müsst in Puerto Rico leben!
Ansonsten lebt ihr in Brooklyn,
und im schlimmsten Fall heiratet deine Tochter einen Juden.
Mein Vater fängt schon wieder an!
"Im schlimmsten Fall?" Was soll das bedeuten?
Warum im schlimmsten Fall?
Sie sollte froh sein, wen ihre Tochter heiratet.
Sie solle froh sein, wen ihre Tochter heiratet!
Ja, fast so sehr wie du.
Ich?
Und? Wie war's am Ende?
Die Trauung fand in der St. Patricks-Kirche statt,
in Anwesenheit eines Rabbiners,
falls sie uns über's Ohr hauen wollten.
Was für eine Geschichte!
Warum blasen sie das alles auf?
Warum verharmlost ihr das alles?
In England, wenn ich an einem öffentlichen Ort bin, in einem Restaurant, auf einer Party,
wenn jemand das Wort "Jude" benutzt, wird die Stimme ein bisschen leiser.
Wirklich?
Ihr alle sagt "Jude"
wie die meisten Leute "Scheiße" sagen.
Jude.
Mein Gott, du bist wirklich der Sohn deines Vaters.
Wer sollte ich denn sonst sein?
Deiner Mutter Sohn?
Jeder, den ich in letzter Zeit treffe, sagt:
"Ich erinnere mich an dich in Oxford.
Du trugst durchsichtige Blusen und keinen BH."
Du bist also ein ex-extrovierter Mensch.
Alle kritisierten meine blauen Haare
und dass ich meine Brüste entblößte.
Ich habe sie seit einer Weile nicht entblößt gesehen.
Ich mag sie nicht mehr.
Ich höre dir zu.
Viel.
Zu viel.
Warum?
Was ist?
Ich denke, dass ich dich immer noch liebe.
Trotzdem?
Trotzdem...
Nein, nein...
Hör auf.
Es ist unter deiner Würde, verheiratet zu bleiben,
weil du denkst, du kriegst keinen anderen Job
und dass du so einen Ernährer hast.
Ein Ernährer ist für niemanden unwürdig.
Doch, er ist deiner nicht würdig.
Wenn die Ehe vorbei ist, warum gehst du nicht? Ich versteh das nicht!
Ich will nicht.
Das ist deine Würde.
Ohne Einkommen gibt es keine Würde.
Schlau, aber falsch!
Genau das Gegenteil ist wahr!
Schau.
Ich stelle dir einen Scheck aus.
Wahnsinnig nett von dir.
Ich kann's wirklich nicht annehmen.
Warum kassierst du ihn nicht ein? Bring ihn auf die Bank oder versteck ihn.
Aber nicht auf dein gemeinsames Konto.
Kann ich ihn einrahmen?
Nein.
Verlier ihn einfach nicht.
Kann ich ihn in meine Bibel legen?
Nein, bring ihn auf die Bank, für einen regnerischen Tag.
Warum nicht denken, bevor du ihn wegwirfst?
Vielen Dank.
Es wäre besser, wenn du ihn nimmst.
Ich werde dich vermissen.
Ich werde dich sehr vermissen.
Ich werde auch oft an dich denken.
Es ist wirklich verdammt schade für uns beide.
Die Ehegattin.
Sag mir, was dich bedrückt.
Ich kann nicht von meinem Studio zu solchen Abendessen nach Hause kommen.
Du sprichst nicht.
Du siehst furchtbar aus.
Ich schlafe nicht.
- Warum nicht? Sag's mir! - Ich weiß es nicht.
Hat es mit mir zu tun?
Ich will es wissen...
Aber ich weiß es nicht.
Jetzt fängt es an.
Worum geht es hier?
Du gehst nicht in dein Studio, um zu arbeiten.
Du gehst in dein Studio, um zu vögeln.
Du führst eine Affäre.
Glaubst du?
Ja.
Es gibt leider keine Frauen in meinem Studio.
Abgesehen von den Frauen in meinem Roman.
Nicht in deinen Roman, deinem Notizbuch.
Du hast vergessen, es in deine Aktentasche zu legen, also hab ich's genommen.
Das war dumm. Ich wusste, ich hätte es nicht öffnen sollen.
Du regst dich umsonst auf.
Weil du ein paar Notizen gesehen hast?
Nicht Notizen. Es sind...
Gespräche mit dieser Frau.
- Sie ist erfunden! - Ist sie nicht!
- Doch. - Sie ist echt.
Sie geht zu deinem Studio.
Sie ist der Grund... warum du seit Monaten abgelenkt bist.
Wenn ich rede, kannst du kaum wach bleiben.
Aber sobald sie den Mund aufmacht,
musst du alle Wörter aufschreiben.
Die alle wunderbar sind.
"Eine Hörmuschel."
"Und Audiophiler."
Was für prätentiöser Quatsch!
Vielleicht liegt es an dem Buch, das ich gerade schreibe,
dass ich mich weniger interessiere...
Gib es zu!
Was?
Dass du mich nie so sehr geliebt hast.
Weil sie nicht existiert!
Würdest du nicht existieren, würde ich dich auch so lieben.
Unglaublich!
Ich kann's nicht glauben, dass wir darüber streiten!
Das ist absurd!
Und ich nehme an,
mit Rosalie Nicholas zu reden, war...
war auch erdacht?
Aber es ist wahr.
Du hast mir gesagt, dass du mit ihr geredet hast.
Für Rosalie Nichols habe ich einiges von dem, was wir gesagt haben, aufgeschrieben...
und mehr von dem, was wir nicht gesagt haben...
und das habe ich erfunden.
Ich habe diese Sachen erfunden!
Du hast von meinem tschechischen Freund gelesen?
Ja, ich habe alles gelesen.
Ich habe mich dummerweise hingesetzt und alles gelesen!
Mein tschechischer Freund Ivan, so verrückt wie er ist,
hat mich nie beschuldigt, dass ich mit Olinka geschlafen habe!
Es ist viel besser, nichts zu wissen.
Nein, ich glaube dieses Melodrama nicht.
Du regst dich auf.
Du hörst nicht zu...
Du dramatisierst alles.
Du bist es, der alles dramatisiert!
Ich werde mich nicht rechtfertigen.
Oder dich daran erinnern, dass die Stimmen anderer Menschen für mich einen Reiz haben.
Dieses Notizbuch ist der Beweis dafür!
Ich habe eine Liebesgeschichte
erfunden. Das mache die ganze Zeit.
Dieses Notizbuch ist eine wirkliche Frau.
Das Notizbuch ist so, als hätte Tolstoi...
sich in Anna Karenina verliebt.
Oder Hardy mit...
Ich folge meinen Hauptfiguren, wohin sie mich führen.
Weder von dir oder sonst jemandem werde ich mich zensieren lassen!
Hör auf mit dem selbstgerechten Getue, schrei nicht.
Ich kann nicht angeschrien werden, okay?
Du versuchst, mich zu verwirren.
Ich versuche, dir die Dinge klarzumachen.
Ja, Olinka hat mit einem Schwarzen geschlafen.
Und Ivan hat mir davon erzählt.
Aber er mir nie vorgeworfen, dass ich ihn betrogen habe.
Das ist nicht meine Art zu handeln.
Wenn ich schreibe, muss ich mich kompromittieren!
Das ist es, was mich motiviert.
Was ja dieser scheiß Streit beweist!
Und die amerikanische Verrückte?
Beherrsch dich. Denk nach!
Sie denkt nach.
Geh also mit ihr nachdenken.
Okay, okay, holen wir das Notizbuch.
Wir setzen uns hin, und ich erkläre dir Zeile für Zeile,
was ich vorgehabt habe,
vorausgesetzt, ich kann es selber verstehen!
Ich sollte also glauben, dass diese Engländerin nicht existiert?
Woher weißt du denn diese ganzen Sachen über das englische Leben,
die dir diese imaginäre Frau erzählt?
Hey, es ist meine Sache, so zu tun, als wüsste ich mehr, als ich es wirklich tue.
Aber es ist so intim.
Die Intimität ist interessant. Es ist ein Sujet!
Wirst du das Notizbuch veröffentlichen?
Ich weiß es nicht. Ich habe daran gedacht.
Es veröffentlichen, so wie es ist?
Ich sagte, ich weiß es nicht.
Wäre es nicht ratsam, deinen Namen zu ändern?
Kann "Philip, ein Aschenbecher" nicht "Nathan" werden?
Nein, Zuckermann ist meine Figur in meinen Romanen.
Das ist anders. Das Notizbuch bin ich.
Du sagtest gerade, dass du es nicht bist.
Ich bilde mir das nur ein. Es geht um die Einbildung.
Sobald es veröffentlicht ist, wird niemand sagen, es geht um die Einbildung.
Man sagt, dass meine Fiktion Autobiografie ist.
Dass meine Autobiografie die Fiktion ist.
Da ich so dumm bin und sie so klug sind,
lass sie selber entscheiden, was es ist.
Klingt wie ein lustiges Spiel.
Was, wenn es mich demütigt?
Es ist ein Spiel!
Es ist eine Selbstparodie.
Ich spreche durch mich selber, es ist homo ludens.
Wer würde das wissen, außer uns?
Ich kann nicht und ich werde nicht in einer Welt der Diskretion leben.
Die Scham ist nichts für Schriftsteller!
Du brauchst nur zu schreiben, dass die Amerikanerin sagt:
"Nathan, ein Aschenbecher" und nicht "Philip". Das ist alles, was ich verlange.
Nein.
- Wohin gehst du? - Raus!
Mir zu sagen, was ich schreiben soll, macht mich verrückt!
Geh nicht allein! Ich komme mit.
Es ist vorbei. Es ist weit genug gegangen. Ich kann nicht verfolgt werden.
Ich schreibe, was ich schreibe, ich veröffentliche, was ich will.
- Ich scheiß darauf, was die Leute falsch verstehen! - Oder richtig.
Das ist ein Notizbuch, kein Mensch!
Du bin ein Mensch, ob du's magst oder nicht. Ich auch und sie auch!
Nein, sie ist nur Worte.
So sehr ich mich auch anstrenge, ich kann Worte nicht vögeln.
Ich gehe aus.
Alleine.
Epilog.
Gut, genau pünktlich.
Sie bereiten einen Tisch für uns vor,
er ist noch nicht bereit.
Also... wie...
- Wie geht es dir? - Wie es mir geht?
Es geht mir sehr gut.
Und du? Wie geht's dir?
Ich wollte dich sehen, um dir diese faszinierenden Fragen zu stellen.
Wie geht's dir also?
Na ja, mir geht's sehr gut.
Ich habe versucht, dich anzurufen, aber deine Nummer funktioniert nicht.
Welches Land hast du angerufen?
- Dein Studio in England. - Ich bin ausgezogen.
Ich bin jetzt wieder in Amerika.
Hör mal.
Wie geht's dir?
- Es geht mir wirklich sehr gut. - Toll!
Ich habe über dich nachgedacht.
Ich habe dein Buch gelesen, ich habe gezögert, dich anzurufen.
- Ich habe viel darüber nachgedacht. - Ich auch.
Und ich frage mich, ob es Auswirkungen
auf deine Ehe hatte.
Er hat's nicht gelesen.
Wunderbar. Natürlich.
Ihr Tisch ist bereit.
Was gibt's Neues?
Erzähl's mir.
Mir geht's gut, dir nicht?
Doch.
Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll.
Hasst du mich, weil ich nicht angerufen habe?
Nein, überhaupt nicht. Ich dachte nur, es sei eine Entscheidung.
Ich glaube, das letzte Mal, als wir miteinander gesprochen haben,
war keiner von uns besonders glücklich.
Ich dachte einfach, du müsstest deinen eigenen Weg gehen.
Und ich musste vermutlich meinen gehen.
Das war vor zwei Jahren, wir sind unsere eigenen Wege gegangen.
Ja.
Ich bin sehr froh, dass du mich angerufen hast, denn du hast mir sehr gefehlt.
Du hast gesagt, du hörst auf, weil...
die Liebesaffäre zu Ende war.
Nein. Du sagtest, du wolltest mich nicht mehr sehen.
- Wirklich? - Ja!
Mehr als einmal.
Ich habe ein gutes Gedächtnis.
In der Tat.
Ich war erstaunt.
Zwei Leute sagten mir: "Ich habe deine Stimme in einem Buch gehört."
- Wirklich? - Ja.
Wer sagte das?
Ich habe Freunde, die Literatur lesen und mir zuhören.
Du hast eine sehr unverwechselbare Art zu sprechen.
Ich war aus 20 Gründen in dich verliebt,
und das war der schönste.
Für mich war es...
eine lange, herrliche,
schließlich sehr traurig, wichtige...
Ich würde das gleiche sagen.
Ich habe noch nie jemanden so sehr geschätzt.
Ich war verrückt nach dir.
- Wirklich? - Du hast es gewusst.
Sei nicht englisch.
Na ja...
Ich habe mir viele Sorgen um dich gemacht.
Wirklich?
Soll ich mit dem Lied anfangen?
Erinnerst du dich
an den Nachmittag
als wir tick-tick
als wir uns trafen
du und ich...
Ja, ja.
Übrigens bin ich nicht mehr so jung.
Als ich dich kennenlernte, war ich noch jung.
Aber wenn man 35 wird, ist es plötzlich vorbei.
Nicht alles, aber... manches ist vorbei.
Ist das Glühen verschwunden?
Das war wahrscheinlich schon mit 16.
Ich werde 37.
Ja...
Ich schmeiße eine Party in der Dinosaurierabteilung des Museums.
Tolle Idee. Toller Ort.
Du bist eingeladen.
Ich weiß nicht, wie ich's erklären soll,
ich fange an, über mich selber ganz anders zu denken.
Wenn man aufhört, die lebhafte Heranwachsende zu spielen...
Es ist ein schwieriger Übergang für Frauen.
Ich habe dich damals nicht angerufen,
weil ich dein Leben nicht wieder stören wollte.
Du und dein Mann,
wohnt ihr noch zusammen?
Wir gehen die Dinge anständig an.
Ich frage mich ständig, was das große Problem ist.
Natürlich gibt es unlösbare Probleme.
Wie die Einsamkeit.
Ich fühle mich wahnsinnig einsam.
Ich langweile mich bei der Arbeit.
Aber abgesehen von den großen Problemen, denke ich, dass alles in okay ist.
Hast du einen Liebhaber?
Nein, nein...
Hör zu...
Ich war erstaunt, dass diese Figur
so wahnsinnig passiv war.
Ich hatte keine Ahnung, inwiefern ich das bin.
Inwiefern du das bist...
Inwiefern... das bist du ganz und gar.
Ich bin aber nicht mehr so.
Wirklich?
Ich bin jetzt eine positive Person.
Gott sei Dank, dass ich das Buch davor geschrieben habe.
Positive Leute in Büchern lassen mich sofort einschlafen.
Ja, aber... diese Passivität war erschreckend.
Na ja, das Schreiben verwandelt die Dinge.
Ich war wütend.
Wie die Einheimischen, die sagen, das Fotos einen Teil ihrer Seele stehlen.
Ich wusste, du würdest wütend sein.
Sehr wütend.
Und wann bist du darüber hinweggekommen?
Wahrscheinlich bin ich es nicht.
Meine Güte, wie ich es vermisst habe,
mit dir zu reden.
Und keine Notizen zu schreiben?
Natürlich.
Das hat mir auch gefehlt.
Es hat mir furchtbar gefehlt.
Ich rede mit dir in meinem Kopf.
Ich rede auch mit dir.
"Freshfield" war kein guter Name für mich.
Du hättest mich fragen sollen.
Er stammt aus einem englischen Gedicht, "Morgen in die frischen Wälder..."
Ich weiß, aber er hat nicht gepasst. Zu einfach.
Du kannst noch immer so reden.
Du lebst also jetzt in Amerika.
War es hier zu christlich für dich?
Genau.
Hier hat mir etwas gefehlt. Es ist mir aufgefallen.
Wirklich? Was war es?
Die...
Juden!
Wir haben einige hier.
Ich meine Juden mit Mumm.
Juden mit Appetit, Juden ohne Scham.
Freche, wütende Juden, die mit den Ellbogen auf dem Tisch essen.
Beleidigung, Streit, Unverschämtheit.
- Zurück im Schoß des Stammes. - Genau.
- Ist es nicht komisch? - Nicht wirklich.
Derjenige, der zurück nach Hause gekehrt ist.
Du hast die "Odyssee" gelesen?
Ein Epos über Exil und Rückkehr. Welches ist deine Rolle?
Nausikaa?
Kalypso?
Homer.
Ich werde über dich schreiben.
Beeil dich, vielleicht schreibe ich ein zweites Mal über dich.
Du würdest das nicht machen.
Würdest du?
Du würdest es wagen?
Natürlich würde ich es.
Dieses Gespräch wird ein Teil davon sein.
Das würdest du den Boden des Fasses auskratzen.
Unterschätze dich nicht.
Du warst ein tolles Fass.
- Für mich warst du's. - War ich?
Ich war monatelang so wütend.
Ich war hin- und hergerissen, denn nach der Lektüre konnte ich nicht mehr wütend sein.
Warum?
Weil...
weil es so zärtlich war,
glaube ich.
Es sei denn, ich habe mich geirrt.
Du hast dich nicht geirrt.
Guten Abend, Madam.
Can't find what you're looking for?
Get subtitles in any language from opensubtitles.com, and translate them here.