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Original subtitles

Katja Baumann

Adrian Steinmann

Pfarrer Sonnleitner

* entspannte Musik *

* Lied: "Bibbidi-Bobbidi-Boo" von Perry Como *

* Musik klingt aus. *

* bedrückende Musik *

(Roberta) "Es ist kurz vor halb sieben,

und ich wünsche allen einen wunderschönen guten Morgen.

Jetzt geht es hier weiter mit zwei Hits am Stück."

* Es läuft ruhige Popmusik. *

* Klopfen *

* Er summt mit. *

* Klingeln * Ja?

Himmelherrschaftszeiten.

Jetzt gehe ich gleich wieder ins Bett zurück.

Nein, ich entschuldige mich

diesmal nicht bei dir.

* Klingeln *

* mehrfaches Klingeln *

Ja, sofort.

Ich komme gleich!

Ja, Frau Niedermayer.

Ich bin noch nicht gesellschaftsfähig.

Nein, uns tut es leid. Es ist ja noch früh.

Aber der Lumpi und ich waren schon unterwegs.

Und da sahen wir, dass Sie auch schon wach sind,

weil die Vorhänge schon auf waren.

Und das Radio haben wir auch gehört.

Um was geht's? Oder warten Sie, ich hole bloß einen Bademantel.

Nein, ich wollte ja bloß das überreichen

und Sie gar nicht länger aufhalten.

Der Basti hat heute früh um vier nämlich schon gebacken,

und da dachte ich mir,

dass das eine wunderschöne Überraschung wäre,

wenn der Lumpi und ich Ihnen

zwei Stück frischen, noch ofenwarmen Kirschstreusel

ganz höchstpersönlich vorbeibringen täten.

Ach so, und die da, die haben so schön geblüht in meinem Garten,

da habe ich direkt an Sie denken müssen.

Das ist total nett, aber ich habe gar nicht Geburtstag heute.

Ja, ich weiß schon. Aber in meinem Garten, da blühen so viele.

Und da habe ich zum Lumpi gesagt: "Lumpi", habe ich gesagt,

"welche Blumen täten dem Herrn Pfarrer am besten gefallen?"

Und da hat er mich direkt zu den Blumen geführt. Stimmt's, Lumpi?

Lumpi, was machst denn du da? Spinnst du? Hörst du auf.

Entschuldigung, ich weiß jetzt gar nicht, was in Lumpi gefahren ist

und warum er plötzlich so narrisch auf Ihre Schuhe ist.

Was ist denn das Gelbe? Ei.

Ei?

Ein kleines Malheur, weil Sie geklingelt haben.

Das hätte eigentlich mein Frühstück sein sollen. Ui.

Das tut mir jetzt aber leid, Herr Pfarrer.

Da komme ich schnell mit rein, und Sie geben mir ein Feuchttuch.

Ein Feuchttuch? Ja, freilich.

Dann mache ich Ihre Schuhe wieder sauber. Höchstpersönlich. Nein.

Nein, vielen Dank.

Vielen Dank auch für die Blumen und den Kirschstreusel.

Aber ich finde mich jetzt allein zurecht.

Ich muss mich auch fertig machen für die Arbeit.

Auf Wiederschauen.

Schau, Lumpi, der hat sich jetzt so richtig gefreut.

Das kann man als Pfarrer bloß nicht so zeigen.

Und morgen, da überraschen wir ihn wieder.

Was ist denn in die gefahren?

"Aus für den kleinen Wanderzirkus Brunello.

Nachdem mehrfach Tierschützer vor dem Zirkuszelt demonstrierten

und das Publikum ebenfalls fernblieb,

verkündete Til Warbrunnen das Ende einer Zirkusdynastie,

die 1911 mit seinem Urgroßvater begann.

'Ich habe keine Kraft mehr', äußerte Warbrunnen sich

bei einem Interview mit dem Sender 'Welle Frühling'.

Was mit seinen Tieren passiere, wisse er noch nicht.

'Meine finanziellen Mittel sind erschöpft', meinte er."

Morgen. Morgen.

Ich habe frischen Orangensaft gemacht.

Mmh, lecker, danke.

Hast du Frühschicht?

Ja. Und wahrscheinlich bin ich wieder allein.

Wollte Amelie dir nicht aushelfen?

Da könnten wir auch eine Münze werfen, ob die kommt. Wollen wir?

Okay. Kopf.

Ich sage Zahl, sie lässt mich hängen.

Ha! Kopf.

Das glaube ich erst, wenn sie im "Carpe Diem" in der Küche steht.

Nein, ehrlich.

Seitdem Amelie Ingos Antrag angenommen hat,

ist sie einfach nicht mehr die Gleiche.

Gestern hat sie geschworen, sie kommt.

Und ich wette, gleich klingelt mein Handy und sie sagt ab.

* Klingeln *

Das ist aber meins.

Hallo, Frau Zerbe. Ich wollte nur hören, ob heute alles klappt.

Natürlich. Ich habe die Mädchen fest eingeplant.

Wunderbar. Ah, ich telefoniere gerade mit Frau Baumann.

Oh, dann viele Grüße. Wir kommen mit den Fahrrädern direkt zu ihr.

Das habe ich gehört. Sie brauchen also keinen Abholservice.

Ganz genau. Tschüss, ihr beiden.

Viel Spaß. - Tschüss, Mama.

Den Schlüssel gab ich ihnen gestern Abend

und die Koffer bringe ich später vorbei.

Ja, kein Problem. Einfach vor die Tür stellen.

Wunderbar. Vielen Dank. Sie sind verlässlich wie ein Uhrwerk.

Solange die Uhr noch tickt.

Sie und Ihr Bruder, Sie haben sich ja auch eine Auszeit verdient.

Ja, wir freuen uns wirklich sehr.

Paella, Rotwein, die Sonne, jeden Tag wandern.

Gut, wir sehen uns nächsten Mittwoch. Vielen Dank für alles.

Bis Mittwoch. Genießen Sie die Zeit.

Danke. Tschüss.

Bevor du was sagst: Ich habe es nicht vergessen.

Greta und Emily kommen für ein paar Tage zu Besuch. Mit Lotti.

Emily war beim letzten Mal dabei.

Eigentlich müssen die gar nicht zusammen in einem Zimmer pennen.

Wenn ich mit auf die Insel darf,

können die in meinem Bett schlafen.

Scherzkeks. Du hältst es keine fünf Tage ohne Lilly woanders aus.

Kommt Lilly einfach mit. Das wüsste ich.

Die brauche ich hier. Und dich auch.

Toi, toi, toi, dass Amelie dir nicht absagt. Ja.

Das hoffe ich auch.

* entspannte Musik *

Wann hast du Schulschluss heute? - Erst um halb vier.

Ich habe noch eine Doppelstunde Sport.

Mein Beileid. Ich habe um eins Schluss.

Wir sehen uns dann erst bei Katja. - Okay.

Greta, warte!

Ähm, du kannst schon mal vorgehen. - Bis später.

Bis später. - Ich dachte, ich komme zu spät.

Ich bin dieses Referat noch etwa 100-mal durchgegangen.

Du lernst seit Wochen dafür. Das wird super.

Kann überhaupt nichts mehr schiefgehen.

Erst mal hallo. - Hi.

Du schmeckst nach Bier?

Fuck. Dann brauche ich jetzt einen Kaugummi.

Hast du noch eins?

Ja.

Seit wann trinkst du vor der Schule Alkohol?

Das ist nur, damit ich nicht nervös werde. - Wegen deinem Referat?

Erinnerst du dich noch an meine Präsentation

über den Aufstieg von Moskau?

Ja, aber damals hast du nichts gelernt.

Das habe ich ja allen nur erzählt.

Auch dir, weil es mir einfach megapeinlich war.

Ich hatte alles von Fürst Iwan Kalita

bis zu Iwan III. hier oben gespeichert.

Aber ich stand nur doof vor der Klasse.

Und weißt du noch, was Frau Hofmann zu mir gesagt hat?

Dass das ein Totalausfall war?

Ja, das passiert mir nie wieder.

Ein paar Schlucke, und ich bin schon viel entspannter.

Hey. Das machen Paul und Ludwig genauso.

Sogar Lilly hat Schillers "Glocke" viel entspannter vorgetragen,

nachdem sie ein bisschen was getrunken hat.

Oder glaubst du,

unsere ganze Klasse wird deshalb zu Alkoholikern, hm?

Nee. - Also.

* Schulgong *

Was ist los mit euch? Wollt ihr hier Wurzeln schlagen?

Es hat schon zweimal gegongt. Husch, husch rein mit euch.

Guten Morgen, Frau Hoffmann. - Morgen, Frau Zerbe.

Morgen, Herr Lamprecht. Und, gut vorbereitet?

Ja, Sie werden sich wundern. - Da bin ich ja mal gespannt.

* ruhige Musik *

* leises Stimmengewirr *

Hey, Katja. Hey.

Was machen Sie denn schon so früh am Morgen hier?

Ist doch gleich acht. Ist doch nicht so früh. Und?

Wie finden Sie unseren neuen Standort?

Wenn ich in ein Krankenhaus eingeliefert werden müsste...

Was hoffentlich nicht passiert.

Aber wenn, dann würde ich schon gern hier liegen.

Ja, es ist wirklich wunderschön.

Da nimmt man die Fahrt von Frühling gern auf sich.

Absolut. Ich wollte zu Frau Götter.

Ich betreue ihre Familie und wollte schauen, wie es ihr geht.

Heute, spätestens morgen wird sie entlassen.

Ist das offiziell? Weiß sie das schon?

Oder kann ich ihr das sagen? Sie können.

Ach, ich liebe es, gute Nachrichten zu überbringen.

Katja? Ja?

Ich habe Ihnen noch gar nicht gratuliert.

Dabei ging die Nachricht Ihrer Verlobung

ja wie ein Lauffeuer durch Frühling.

Dass so ein alter Topf wie ich noch einen Deckel findet.

Ich habe die Suche nach dem passenden Deckel aufgegeben. Oh.

Aber ich freue mich sehr für Sie.

Tom Kleinke ist ein toller Mann. Ja, das ist er.

Den lasse ich auch nicht mehr los.

Sobald der Hochzeitstermin steht, bekommen Sie eine Einladung.

Kann ich jetzt Glücksbote spielen?

Sagen Sie, ich komme zur Visite auch noch vorbei. Das mache ich.

Das gibt es doch gar nicht.

* Handy klingelt. *

Die Niedermayer.

Was will die denn jetzt schon wieder?

Frau Niedermayer, das ist ja eine Überraschung.

Sie waren doch eben erst bei mir.

Ich weiß, aber Sie können sich gar nicht vorstellen,

was der Lumpi und ich gerade beim Gassigehen entdeckt haben.

Dreimal dürfen Sie raten, was wir sehen.

Ach, Frau Niedermayer, bitte,

ich möchte nicht unhöflich sein, aber ich bin auf dem Weg ins Büro.

Wenn es was wirklich Wichtiges ist...

Also, ich finde ja ein Zebra auf einer Wiese schon ziemlich wichtig.

Ein bitte was?

Vielleicht könnten Sie schnell vorbeikommen und schauen,

ob Sie auch denken, dass das ein Zebra ist.

Das ist doch sicher ein schwarz-weiß gestreiftes Pony.

Also bitte, ich kann schon noch ein Pony von einem Zebra unterscheiden.

Also gut. "Danke schön, Herr Pfarrer."

Ich weiß, dass ich mich in jeder Situation auf Sie verlassen kann.

"Sie helfen einfach immer."

Ich schicke Ihnen die Frau Baumann vorbei.

Die kennt sich viel besser aus mit Tieren als ich.

Ah, die Frau Baumann, ja.

Jaja, das ist ja ...

eine super Idee.

Schicken Sie mir Ihre Standortdaten,

die leite ich an Frau Baumann weiter und informiere sie.

Genau, so machen wir es, gell?

Ja, bitte, Frau Niedermayer.

* Sie stöhnt. *

* Nachrichtenton *

Herrgott, Lumpi, jetzt kommt doch tatsächlich

diese depperte Baumann daher.

* Klopfen * Ja, bitte.

Frau Baumann. Hallo.

Ich dachte, ich schaue vor dem Büro noch mal vorbei.

Ja, Mensch, das ist aber eine schöne Überraschung.

Und?

Wie geht es dem Trio? Hm.

Das Kinderzimmer hier unten wird langsam ein bisschen eng.

Ich habe das Gefühl, ich platze. Na ja.

Bei Drillingen, glaube ich, hätte jeder das Gefühl, dass er platzt.

Ich mache mir Sorgen.

Ich glaube, Sie haben hier viel Zeit zum Grübeln,

was Sie alles nicht schaffen, wenn die Kleinen da sind.

Ich mache mir wirklich Sorgen, dass meine zwei Jungs und mein Mann

dann einfach in Zukunft zu kurz kommen werden.

Ich wollte doch eigentlich nur drei Kinder insgesamt.

Danke.

Die Sorgen schieben Sie mal ganz schnell weit weg, hm?

Ich versichere Ihnen, als ich letzte Woche bei Ihnen war,

dass Ihr Mann und Luis und Alexander

sich ganz doll auf ihre drei neuen Geschwisterchen freuen.

Ja, und ein bisschen stressig wird es nach der Geburt natürlich,

aber hallo, Drillinge?

Die meisten Familien sind schon

nach der Geburt eines nur einzigen Kindes total überfordert.

Wir schaffen das.

Ich helfe Ihnen. Wir wechseln uns ab, Fläschchen geben, windeln.

Außerdem ist ja noch Zeit. Wie viel? Vier?

Fünf? Fünf Wochen noch, ja.

Und die werden Sie nicht

traurig und grübelnd im Krankenhaus verbringen,

sondern schön bei Ihren Liebsten zu Hause.

Was? Mhm.

Ich darf nach Hause?

Mit herzlichen Grüßen von Dr. Schneiderhahn.

Oh Gott. Oh ja.

Oh, das sind tolle Neuigkeiten.

Sie kommt nachher noch mal vorbei.

Da rufe ich gleich meinen Mann an. Oder weiß er es schon?

Von mir nicht.

* Handy klingelt. * Hm?

Oh. Pfarrer Sonnleitner.

Bin spät dran. Er will sicher wissen, wo ich stecke.

Dann machen Sie sich jetzt aber auf, Frau Baumann. Aber danke.

Danke, dass Sie vor der Arbeit noch mal vorbeigekommen sind.

Habe ich gern gemacht.

Herr Pfarrer, sagen Sie nichts. Mein geistiges Auge sieht alles.

Sie sitzen am Schreibtisch, haben die zweite Tasse Kaffee vor sich

und ärgern sich, dass Ihre sonst so zuverlässige Mitarbeiterin

heute zu spät ist.

Mit Verlaub, Frau Baumann,

aber Ihr geistiges Auge ist heute total blind.

Ich war noch gar nicht im Büro.

Geschweige denn, dass ich zwei Kaffee getrunken hätte.

Nein, ich mache mir Sorgen um Frau Niedermayer.

Um Heidrun Niedermayer? Wieso? Was ist passiert?

Also, erst mal hat sie mich

in aller Herrgottsfrüh aus dem Haus geläutet.

"Ich war sogar noch im Schlafanzug.

Sie hatte Kirschstreusel dabei."

Damit ich heute nicht extra zu ihr in den Laden müsste.

Okay, aber das ist doch nett.

Ja, doch nicht um halb sieben in der Früh.

Sie hatte aber auch noch Blumen dabei.

"Ja, aber es wird noch merkwürdiger."

Als sie gegangen ist, mache ich mich fertig für die Arbeit.

"Kaum bin ich aus dem Haus, ruft sie schon wieder an."

Guten Morgen, Herr Pfarrer. Morgen, Basti.

Servus, Leo. Servus.

Wartet auf mich.

Entschuldigung, jetzt bin ich wieder bei Ihnen.

"Wo waren wir stehen geblieben?" Bei Frau Niedermayer?

Gut, sie ruft also an und sagt,

dass sie beim Gassigehen mit ihrem Lumpi

"ein Zebra entdeckt hat."

Ein bitte was? "Genauso habe ich auch reagiert."

Sie wirkte eigentlich ganz normal.

Ja, was heißt normal? So wie immer halt.

Ich war gestern noch bei ihr,

da wirkte sie ganz aufgeräumt und freundlich.

Im Gegenteil, sie hat mir ein halbes Brot geschenkt.

Sage ich doch. Da stimmt doch was nicht.

"Aber das wissen Sie ja selber."

Wie es im Innern von einem Menschen ausschaut, weiß man nie.

Nein, das weiß man nie.

Auf jeden Fall hat sie mich angerufen und mich gebeten,

dass ich zu ihr und dem angeblichen Zebra komme.

Wenn Sie noch eine Giraffe und ein Nilpferd sehen,

bitte sofort ein Foto machen und mir schicken.

Ja. * Er lacht. *

Sehr witzig. Nein, ich sagte ihr, dass Sie sich kümmern würden.

"Ich leite jetzt gleich ihre Standortdaten an Sie weiter."

Dass ich mich... * Sie seufzt. *

Okay. Also, mein Morgen verlief definitiv zu friedlich.

Ja. Das ist jetzt die Buße fürs Zuspätkommen.

Und ich gönne mir jetzt die zwei Tassen Kaffee,

die Ihr geistiges Auge mich hat heute Morgen schon trinken sehen.

Ja. Und ich begebe mich auf Safari.

Safari ist gut.

Sie melden sich von der Zebra-Front,

wenn Sie mehr wissen, ja?

"Versprochen." Bis später.

Zebra-Front? Ja, erzähle ich Ihnen gleich alles.

Ich muss schnell Katja die Standortdaten schicken.

* Nachrichtenton *

(Navi) "Bei der nächsten Möglichkeit wenden."

Zebra in Frühling.

* ruhige Folkmusik *

* Lied: "The Cave" von Mumford & Sons *

* Er seufzt. *

* Musik verklingt. *

* Quietschen *

Was machst du denn hier?

Ich arbeite hier. Oder hast du das schon vergessen?

Ich hatte in letzter Zeit eher das Gefühl, dass du es vergessen hast.

Es tut mir leid.

Maxi war krank, dann bin ich auch noch krank geworden.

Meine Schwiegermutter ist immer noch auf Kur.

Es ist gerade alles nicht so leicht.

* Er seufzt. *

Ich kann verstehen, wenn du mich rauswerfen willst. Rauswerfen?

Du weißt, was für Personalmangel in der Gastro herrscht.

Ich würde mich aber gerne mehr auf dich verlassen können.

Ich mache es wieder gut. Bleib heute auch länger.

Ingo holt heute Maxi aus der Kita.

Hatte Kopf doch recht.

Ich habe eine Münze geworfen,

und bei Zahl wärst du heute wieder nicht aufgetaucht.

Hat man dir schon gesagt, dass du ein Spinner bist?

Wiederhol das noch mal. Du bist ein kleiner Spinner.

Warum lasse ich mir das gefallen? Ich bin dein Chef.

Vielleicht, weil in der Gastro extremer Personalmangel herrscht?

Okay. Ich gebe mich geschlagen.

Dann lass uns reingehen, bevor ich es mir noch anders überlege.

* angespannte Musik *

"Du willst Sex mit ihm.

Spinner! Arbeite da nur!

Bleib zu Hause, bitte.

Nein! Hol du Maxi später von der Kita ab!

Fick dich - Bitch."

* düstere Musik *

Ich will euch nicht verlieren.

Ich will euch nicht verlieren.

(Navi) "An der nächsten Kreuzung links abbiegen."

Und jetzt muss das Fraule wieder ganz freundlich sein, gell, Lumpi?

Mei, Frau Baumann, das ist nett, dass Sie sich kümmern

und extra zu uns rausgefahren kommen.

Der Pfarrer hat gesagt, dass hier ein Zebra sein soll.

Jawohl, schauen Sie selber.

Ach herrje, das ist ja wirklich ein Zebra.

Sage ich doch, von wegen schwarz-weißes Pony.

Der Lumpi und ich, wir sind ja nicht deppert.

Da ist ein Schild. Haben Sie mal geguckt, was da draufsteht?

Nein, wir sind zu weit weg. Ja, das kann man ja abändern.

Ich gehe mal gucken. Halt. Vielleicht beißt es ja.

Sie kennen sich doch mit Zebras gar nicht aus.

Ich kriege das schon hin.

Und wenn, dann sind Sie sicherlich die,

die mir Erste Hilfe leisten wird, oder?

Ich wünsche der Baumann nichts Schlechtes.

Aber so ein kleiner Tritt mit dem Zebra-Huf...

So eine eingebildete Gans.

Alles kann es, das Wunderweib.

Ja, hallo, wer bist du denn?

Wer hat dich denn hier abgestellt, hm?

Ganz ruhig. Sch.

Ich will dir nichts Böses.

Ganz ruhig, musst keine Angst haben.

"Ich suche ein neues Zuhause, weil mein Chef pleite ist."

Ah, ich glaube, jetzt weiß ich, wo du her bist.

Also, ich bin die Katja. Entschuldigung.

Und wer bist du?

Hast du aber schöne lange Wimpern. Da bin ich ganz neidisch, hm?

Die hätte ich auch gern.

Ganz ruhig.

* Zebra schnaubt. *

Da hat unsere Bundesnachrichtenagentin

aber mal recht gehabt.

Ja, sch. Sch.

* Telefon klingelt. *

Hallo, Frau Baumann.

Ich wette eine Pizza Diabola,

"dass die Frau Niedermayer sich getäuscht hat

und es doch nur ein schwarz-weiß gestreiftes Pony ist."

Nein, die Gute hat sich nicht getäuscht.

Und ich ahne, wo es herkommt und wer der Besitzer ist.

Jetzt machen Sie mich aber neugierig.

Wie? Ist es wirklich ein Zebra? Frau Baumann sagt Ja.

Und sie glaubt sogar zu wissen, wer der Besitzer ist.

Ich habe einen Artikel gelesen über einen Wanderzirkus,

der auch hier in der Gegend gastiert hat.

Die sind in finanzielle Schieflage geraten.

Ich glaube, gelesen zu haben, dass die auch ein Zebra hatten.

Ja, die haben in der Gemeinde nach Futtergeld gefragt.

Wir haben geholfen. Aber irgendwann muss Schluss sein.

Ah, verstehe. Und dann war auch Schluss mit dem Zirkus, oder?

Sie meinen, die haben das Zebra ausgesetzt?

Ich glaube, die wussten nicht wohin mit dem Tier ohne Geld.

Und mit einem Zebra im Gepäck, da haut es sich nicht so schnell ab.

Ich war mit meinen Geschwistern bei der Aufführung.

Da wollte es nicht mitmachen. Der Direktor fand das gar nicht lustig.

Lilly sagt, dass sie mit ihren Geschwistern im Zirkus war und...

Ja, das habe ich gehört. Das Zebra wollte nicht tanzen.

Na ja, also wenn ich ein Zebra wäre, ich hätte mich auch gewehrt.

Und hätte lieber den Zirkusdirektor umgerannt.

Und was passiert jetzt mit ihm?

Na, ich kümmere mich um den Transporter

und nehme es dann mit zu mir.

Sie wollen das mit zu sich nach Hause nehmen?

Ich habe einen riesengroßen Garten und genug Platz.

Ich kann es Ihnen auch vorbeibringen.

Dann stellen Sie es vor Ihr Haus, bis wir einen Zoo gefunden haben.

Zu mir? Nein, nein.

Dann ist es doch besser bei Ihnen aufgehoben.

Das Zebra ist bei Katja? Kann ich damit spazieren gehen?

Oder kann man ein Zebra reiten? Da fragen Sie mich was.

Meine Erfahrung mit exotischen Tieren ist gleich null.

Schauen Sie mal im Internet nach.

Gut, dann kümmere ich mich jetzt um den Transporter, ja?

Sie telefonieren mit dem Pfarrer?

Dann grüßen Sie ihn bitte recht herzlich von mir.

Herr Pfarrer, ich soll Sie recht herzlich

von der Frau Niedermayer grüßen.

Ja, Grüße zurück.

Und es täte mir leid, dass ich geglaubt habe, dass Sie das

mit einem schwarz-weiß gestreiften Pony verwechselt hat.

Gut, das richte ich ihr aus. Bis später.

Wir hören uns später, bis dann. Jetzt bin ich aber neugierig.

Was sollen Sie mir vom Herr Pfarrer ausrichten?

Ich soll Ihnen ausrichten, dass es ihm leidtut,

dass er angezweifelt hat, dass es sich um ein Zebra handelt.

Frau Baumann, ich mag Männer, die sich entschuldigen können.

Das ist eine ganz seltene Gabe,

aber unser Herr Pfarrer ist damit gesegnet.

Fein. Ich kümmere mich jetzt mal wieder um das Zirkustier, ja?

Das hätte ich mir denken können, dass das zu diesen Bazis gehört.

Wenn einer von denen bei mir im Laden war,

gestunken hat es dann immer, richtig gestunken, ekelhaft.

Dann hätten wir das ja auch geklärt.

Dann gehen wir jetzt auch heim, Lumpi.

Ein aufregendes Gassigehen war das.

Wir freuen uns immer so, wenn wir Sie sehen, Frau Baumann.

Schönen Tag noch. Tschüss, Lumpi.

Tschüss, sagt der Lumpi.

* Schulgong *

Wahnsinn, volle Punktzahl, ich kann es kaum glauben.

Ich wusste überhaupt nicht, dass sie auch mal loben kann.

"Oh, Tommy, das war eins der besten Referate, das je vorgetragen wurde.

Bei dir gab es 0,0 auszusetzen." - Ja, das müssen wir feiern.

Lasst doch einfach nach Rosenheim zum Shoppen gehen, oder?

Nee, dazu ist es zu warm. Willst du im Bus ersticken?

Auf mich wartet heute keiner zu Hause.

Meine Mutter ist mit Stella wieder beim Psycho-Onkel.

Die kommen erst abends wieder.

Ich würde gern mit dir feiern, aber ich muss leider nach Hause.

(Junge) Willst du auch eine?

Nee, danke.

* Es läuft "Gangsta's Paradise" von Coolio feat. L.V. *

* hymnischer Rapsong *

Hast du vorhin nicht noch erzählt,

dass deine Mutter und dein Onkel nach Mallorca sind?

Wieso musst du dann nach Hause?

Ich wohne bei Katja.

Ich habe den Ersatzschlüssel, und sie hat nur einen.

Meine Schwester kommt sonst nicht rein.

Das ist ja doof.

* Rapmusik übertönt Gespräche. *

Habt ihr Lust, eine Runde Bierball zu spielen? - Ja, gern.

Da komme ich ja genau richtig. Ich bin natürlich auch dabei.

Hast du auch Geld für Bier?

Nee, aber ich habe letzte Woche zwei Kästen bezahlt, vergessen?

Habt ihr Kohle dabei?

Ähm... - Ja.

Wolltest du nicht gerade noch gehen?

Nee, ich komme jetzt doch mit.

Oh, wie schön. Da freue ich mich aber.

Echt jetzt?

Und was ist mit Lotti und dem Schlüssel?

Ich bleibe nicht so lange. Nur eine halbe Stunde oder so.

Und? Wie viel haben wir denn? * Münzen klimpern. *

Okay, das muss reichen. Lasst uns von hier verschwinden.

Okay, dann lass uns dahin. - Ja.

(Amelie) Bitte sehr.

Entschuldigung? Holunderschorle bitte. - Bringe ich sofort.

Darf das schon mit? - Ich habe das Wasser umgeschubst.

Mache ich gleich weg.

(Roberta) "Die Temperaturen steigen heute noch gewaltig.

Nehmt eure 1,5-Liter-Wasserflaschen zur Hand und trinkt.

Das dankt euch dann nicht nur der Kreislauf,

sondern man kann mithilfe ausreichender Flüssigkeitszufuhr

sogar Kopf- und Gelenkschmerzen vorbeugen.

Aber genauso wichtig sind gute Laune und Musik.

Viel Spaß mit einem Song,

der zwar schon ein klein bisschen in die Jahre gekommen ist,

aber ich hab ihn trotzdem noch megalieb."

* lockerer Popsong: "Englishman in New York" von Sting *

Hat es geschmeckt? - Ja, das war sehr lecker.

Können wir was zu essen bestellen? - Ja, klar.

Zweimal die vegane Poké-Bowl mit Tahini-Sauce.

Bringe ich. Sehr gute Wahl.

* Lockerer Popsong läuft weiter. *

So, noch eine Holunderschorle und zwei vegane Bowls.

Der Apfelstrudel ist fertig, die Schnitzel kommen gleich.

Kannst du die Schorlen selber einschenken? Klar.

Das Wetter soll morgen nicht so gut werden.

Dann könnten wir die Terrasse nicht öffnen.

Aber vielleicht täuscht sich die Wettervorhersage ja auch.

Wäre ja nicht das erste Mal.

So, die Schorle.

Was ist mit deinem Rücken passiert?

Ach, ich bin halt eine verpeilte Mama.

Ich wollte Maxi anschubsen

und da bin ich aus Versehen vor die Schaukel gekommen.

Mhm.

Ja, da waren seine Füße schon in meinem Rücken drin.

Äh, ja, war auf jeden Fall ein krasser Stunt.

Ja, Leute, hier ist jetzt eure Henni.

Roberta hat vor ungefähr zwei Minuten das Studio verlassen,

und dafür heize ich euch jetzt weiter ein

mit einem Song, den schon meine Eltern liebten.

Mami, Papi, dieser Song ist für euch und eure wilden Jahre.

* Lied: "Walk Like an Egyptian" von The Bangles *

* Fröhlicher Popsong läuft weiter. *

* Handy klingelt. *

Hi, du hast Glück, dass du mich noch erwischst.

"In 20 Minuten liege ich in meinem Bett"

und träume von lauter

"schmutzigen Dingen von uns beiden."

Du, ich bin gerade gar nicht allein im Fahrzeug.

Wir sind auf einem Einsatz wegen'm Zebra.

Ich wollte nur durchrufen,

ob wir uns heute Abend sehen, wenn du ausgeschlafen hast.

Äh, Moment, Zebra?

"Ja, die Baumann hat das gemeldet, sie hat uns angerufen."

Irgendwer, wahrscheinlich so ein Wanderzirkus,

hat ein Zebra ausgesetzt, weil die keine Kohle mehr hatten.

Schickst du mir den Standort?

Ich habe gedacht, in 20 Minuten

liegst du schon im Bett und träumst von mir.

"Ja, aber ich meine, das klingt nach einer super Story."

Die kann ich sogar überregional verkaufen.

Bitte, Schatz, komm. - Nein, das geht nicht.

Roberta, lass uns doch ein andermal telefonieren, später irgendwie.

Ich komme heute Abend vorbei und dann koche ich was Schönes.

Was hältst du denn von Pasta mit Pesto?

Was interessieren mich denn jetzt deine Pestonudeln?

Also, das ist nur ein Zebra

"und kein kolumbianischer Drogenbaron in Frühling."

Also komm, ich verrate niemandem, dass du es mir gesteckt hast.

Also wegen mir. Mir ist das wurst.

Okay, ausnahmsweise.

Aber von mir weißt du nichts, gell?

Auf gar keinen Fall. Wir haben nie telefoniert.

"Danke." - Pfiat di.

* Es läuft entspannte Rockmusik. *

* Lied: "Bad Kids" von The Black Lips *

* Entspannte Rockmusik läuft weiter. *

* Alle rufen durcheinander. *

Okay, und gleich noch mal.

Das schmeckt dir, hm?

Meine Adresse haben Sie ja, ich komme dann nach, ne? Alles klar.

Bis wir ein neues Zuhause für dich haben, kommst du mit zu mir, ja?

Servus. Ja, hallo.

Ah, leck. Ist ja tatsächlich ein Zebra. - Das ist ja wie in Afrika.

Ich vermute, es wurde vom Wanderzirkus ausgesetzt.

Ich dachte, das wäre ein Fall für Sie.

Da hängt ein Schild, der Chef pleite ist.

Wir schauen uns das ganz genau an, Frau Baumann.

* flotte Popmusik aus Autoradio *

Ist das nicht die Rossi vom Radio?

Ja, was tut denn die da?

Das ist komisch.

Ist das ein Zebra?

Ich bin gerade zufällig vorbeigefahren und hab's gesehen.

Das gibt's doch gar nicht.

Ich sag's immer wieder,

auf dem Nachhauseweg findet man echt die besten Geschichten.

Stopp, stopp! Ich brauche dringend noch ein Foto. Noch nicht einladen.

Ja, Journalisten, gell?

Wie ein Virus. Man weiß nie, wo sie auftauchen.

Und man wird sie auch nicht mehr los.

Sehr komisch. Ja.

(alle) Ja! Los!

* Es läuft rhythmische Discomusik: "Hot Stuff" von Donna Summer. *

Ja! - Los, stell sie wieder hin!

Erste, ich bin fertig.

Ich habe gewonnen! Ich bin fertig.

Okay. Los, noch eine Runde.

* Rhythmische Discomusik läuft weiter. *

(alle) Los, schnell!

* Rhythmische Discomusik läuft weiter. *

Hä, wieso steht hier noch Gretas Fahrrad? - Was?

Na ja, dann bis morgen.

Tschüss, Lotti. Und vergiss die Lateinhausaufgaben nicht.

* Rhythmische Discomusik läuft weiter. *

* Stimmen, Gelächter *

Bingo, da haben wir es mal wieder geschafft.

Ja, alle sind satt und glücklich nach Hause.

Willst du gar nichts essen?

Nee, danke. Ich bin eh schon zu spät dran.

Ingo wartet. Ich habe versprochen, dass ich für ihn und Maxi koche.

* Handy klingelt. *

Ah, als könnte er Gedanken lesen.

Hey, Schatz.

Ja, ich mache nur hier die letzten Tische sauber,

dann komme ich direkt.

Ja, ich beeile mich. Bis dann.

Und Achtung beim Schaukeln.

Na ja, wegen deinem verletzten Rücken.

Nicht, dass Maxi dich noch mal umwirft.

Ach so. Ja. Gut, ich bringe dann schnell die Sachen rein und dann...

Mhm. Bis morgen um zehn.

Bis dann. Tschau.

"Hallo, hier ist Greta.

Leider erreicht ihr mich gerade nicht persönlich.

Wenn ihr eine Nachricht habt, sprecht bitte jetzt."

Hey, ich bin's, Lotti.

Ich sitze gerade vor Katjas Haus und komme nicht rein.

Wir hatten ja abgemacht, dass du mir aufmachst.

Aber du bist ja gerade beschäftigt. Ich habe dich nämlich gesehen.

Und ehrlich gesagt finde ich das ziemlich scheiße.

Also wenn du das abhörst, komm bitte sofort hierher.

Deshalb würde ich halt heute nicht mehr ins Büro kommen.

"Ja, okay, das verstehe ich voll und ganz."

Die zwei Mädels zu Besuch,

und jetzt auch noch ein Zebra im Garten.

"Die Polizei hat die Anzeige aufgenommen.

Die versuchen, den Besitzer zu finden."

Ich werde inzwischen mal ein paar Zoos anrufen.

Vielleicht können die in der Zwischenzeit helfen.

Artgenossen wären ja nicht schlecht.

Bevor das Zebra wieder weg ist, machen Sie noch ein Foto.

Das hängen wir dann hier im Büro auf. Das ist doch sensationell.

Wer hat in seinem Leben schon einmal ein Zebra im Garten?

Sagen Sie Katja, dass ich nach der Arbeit komme?

Ich will das sehen. Das habe ich gehört.

Sagen Sie Lilly, sie ist jederzeit willkommen.

Aber sie soll es nicht an die große Glocke hängen.

Sonst kommt ganz Frühling.

Rossi vom Radio hat es auch mitbekommen.

Dann haben wir mal ganz schnell Zebra-Paparazzi-Alarm hier.

Das hätte Ihnen gerade noch gefehlt.

Lilly hat es gehört.

Ich bin jetzt zu Hause, Herr Pfarrer.

Sie melden sich wieder, wenn Sie oder das Zebra was brauchen, ja?

Den Satz hätte ich mir nicht träumen lassen.

Bis später. Ich melde mich.

Hallo, Lotti. Was machst du denn hier draußen?

Greta hat den Schlüssel.

Deswegen kam ich nicht rein. Die wollte zuerst hier sein.

Wir haben uns einfach nur missverstanden.

Was kann man denn daran missverstehen?

Hast du sie mal angerufen? Ja, da ging nur die Mailbox dran.

Aber das ist wirklich nicht schlimm.

Ich warte ja auch noch nicht so lange.

Ah, gar nicht erzählt. Überraschung.

Hast du schon mal ein Zebra gestreichelt?

Du hast jetzt die Gelegenheit dazu.

Greta, guck mal. Die hat Sam gerade gekauft.

Du musst viel Wasser trinken, dann wird es wieder besser, ja?

Wenn du sie so bei der Baumann abgibst, dann gibt's richtig Ärger.

Die ruft safe bei unseren Eltern und in der Schule an.

Scheiße, du hast recht, dann sind wir alle am Arsch.

Ey, ich sag's dir, die muss kotzen. Das ganze Zeug muss wieder raus.

Hast du gehört, Greta? Du musst dich übergeben.

Vielleicht solltest du ihr den Finger in den Hals stecken.

Hör zu, Greta, wir gehen jetzt zusammen hinter den Busch da,

und danach wird es dir besser gehen, versprochen.

Also seid mir nicht böse,

aber da muss ich echt nicht live dabei sein.

Ich gehe nach Hause.

Nimmst du es mir übel, wenn ich auch abdampfe?

Meine Schwester hat Geburtstagsparty,

und meine Eltern wollen grillen.

Nee, ich schaffe das schon. Kann ich das Wasser behalten?

Ja, klar. Tschau.

Wir sehen uns morgen in der Schule. - Ja, bis dann.

(Mädchen) Die wollte das erste Mal in ihrem Leben cool sein.

Boah, hat die sich die Kante gegeben.

Erst wollte sie gar nicht mit.

Ich glaube, ich muss...

Na lecker.

Alles gut? - Mhm.

Darf ich es streicheln?

Ja, es ist eigentlich ganz lieb, aber sei schön vorsichtig.

Wie lange wird es bei uns bleiben? Es ist nur vorübergehend.

Da, wo es war, konnte es nicht bleiben.

Hier ist auch keine Dauerlösung. Oh Mann, ist das süß.

Nachher guckt die Tierärztin, ob es gesund ist.

Da wird Greta Augen machen.

Greta, wo ist die eigentlich? Hat die sich bei dir gemeldet?

Nee. Komisch.

Ich rufe sie mal an.

"Hallo, hier ist Greta.

Leider erreicht ihr mich nicht persönlich.

Aber sprecht bitte jetzt."

Hallo, Greta, ich bin es, Katja.

Lotti und ich wundern uns ein bisschen.

Du wolltest schon hier sein.

Alles in Ordnung? Wir machen uns ein bisschen Sorgen.

Wenn du das abhörst, melde dich bei uns, ja?

Tschüss.

Hm.

Hast du die Telefonnummer von Tommy?

Nee, leider nicht. Hm.

Ich glaube, ich habe den Kontakt seiner Mutter.

Kommst du mit rein? Kann ich noch hier draußen bleiben?

Ja, klar. Hast du keine Hausaufgaben auf?

Latein, aber das mache ich nachher.

Versprochen? Ja.

Na gut.

Oh, ich glaube, wir kriegen Besuch.

* Heitere Musik setzt ein. *

Hey, die Niedermayer.

Ich bin nicht da.

Äh...

Guten Tag miteinander. - Hallo.

Ja, ist der Pfarrer gar nicht da?

Nee.

Sein Fahrrad steht aber draußen.

Da habe ich gedacht, dass er da ist.

Ja, der musste kurz weg. Zu Fuß.

Aha...

Ganz überraschend. Kann ich was ausrichten?

Kann ich ihm was ausrichten?

Nein, ich muss persönlich mit ihm reden.

Ja dann, dann kommen wir später noch mal.

* Lied: "Lady Sunshine und Mr. Moon" von Conny Froboess *

Ha, ja? Packen wir es.

Was ist denn? Komm.

Jetzt geh weiter, Lumpi.

Hoppla. Jetzt haben wir es. Servus.

Herr Pfarrer?

Oh mein Gott. Was war denn das?

Entschuldige mein Verhalten.

Ich weiß gar nicht, was mit der los ist.

Die verfolgt mich.

* Sie lacht. *

Ja, sie hat sich wirklich ein bisschen seltsam verhalten.

Wenn Sie kein Pfarrer wären...

Dann könnte man fast meinen, dass sie sich verliebt hat.

Ja.

Und Sie? Ich?

Um Himmels Willen. Würde ich dann unterm Tisch hocken?

Und mal ganz unter uns, auch wenn ich nicht Pfarrer wäre:

Die wäre 0,0 mein Fall.

Okay.

Sie meinte ja, sie kommt noch mal wieder.

Also sollten Sie das so schnell wie möglich klären.

Was ist das bloß für ein Tag heute?

Es passieren lauter seltsame Dinge.

* Freiton *

* Handy klingelt. *

Lamprecht?

Ja, Frau Lamprecht. Katja Baumann hier. Erinnern Sie sich noch?

Klar, Frau Baumann.

Wie geht es Ihnen?

Danke, mir geht es gut. Und Ihnen und Stella?

Uns geht es auch gut.

Wir fahren gerade zur Therapeutin, die Stella betreut.

Sie macht große Sprünge und hat sich sehr verändert.

Das freut mich aber zu hören.

"Grüßen Sie sie von mir."

Sag Frau Baumann schöne Grüße.

Schöne Grüße von meiner Tochter.

Das ist lieb. Ich rufe aber aus einem anderen Grund an.

Sagen Sie, Greta ist doch mit Ihrem Tommy zusammen.

Ich mache so was normal nicht,

aber Greta wohnt ein paar Tage bei mir.

Sie ist nicht wie verabredet heimgekommen.

"Ich würde gern Tommy mal fragen, ob er weiß, wo sie steckt."

Klar. Ich schicke Ihnen gleich seine Nummer.

Das ist nett. Vielleicht sehen wir uns bald.

Ja, Wiederhören.

Danke, tschüss.

Können wir weiterfahren?

* Nachrichtenton *

Schön, dass das so schnell geklappt hat.

Passt. Auch wenn ich nicht viel Erfahrung mit Zebras habe.

Mir ist auch noch keines begegnet. Es steht da auf der Wiese.

Ein Mädchen ist bei ihm, die bei mir wohnt.

Ich muss noch schnell telefonieren.

Dann schaue ich nach unserem exotischen Freund. Bis gleich.

Aber hey, es hat auch was Gutes.

Man lernt seine Grenzen kennen

und weiß das nächste Mal, wann Stopp ist, bevor du umkippst.

Ich kann mich an manche Sachen überhaupt nicht erinnern.

Es ist ... nur Nebel.

Auch nicht, wie wir hergekommen sind.

Alles gut. Ich war die ganze Zeit bei dir und habe aufgepasst.

* Handy klingelt. *

Wer ist das denn? Die Nummer kenne ich gar nicht.

Shit, das ist Katja.

Ich habe ihr nicht Bescheid gegeben.

Kannst du rangehen und dir irgendwas ausdenken?

Hallo?

Sorry, ich wollte nicht stören. Katja Baumann hier.

Ich habe die Nummer von deiner Mutter.

Ich bin auf der Suche nach Greta. Ist die zufällig bei dir?

Ja. Sorry, wir haben vergessen, anzurufen und Bescheid zu sagen.

"Also ist sie bei dir?"

Ja, sie hat Kreislaufprobleme und totale Bauchschmerzen.

Sie hat gerade ihre Tage.

Ich habe mir gedacht, dass was nicht in Ordnung ist.

Wo steckt ihr denn?

Wir sind schon fast zu Hause.

Greta wollte sich hinlegen, bis die Schmerzen weg sind.

Vielleicht könnten Sie sie in drei, vier Stunden abholen.

Dann ist sie sicher wieder fit.

Abholen?

Ja klar, kann ich machen. Dann sag ihr gute Besserung, ja?

Mache ich. Danke. Bis später.

Puh, sie hat es geglaubt.

Könnte ich vielleicht bei dir duschen? - Klar.

Ich will nicht, dass Katja irgendwas merkt oder riecht.

Und Zahnbürste und Zahnpasta wäre auch super.

Ja, das hast du gut gemacht.

War gar nicht so schlimm, hm?

Hier im Internet steht,

dass 90 Prozent der Nahrung von Zebras aus Gras besteht.

Sie fressen 23 verschiedene Grassorten.

Aber am meisten stehen sie auf Süßgräser.

Was sind denn bitte Süßgräser?

Du stellst mich auf eine harte Probe.

Das sind Getreidegräser, Roggen, Weizen, Hafer und so weiter.

Außerdem brauchen sie viel Wasser. Das steht hier auch.

Dann kannst du einen Eimer holen. - Okay, das mache ich.

Wo finde ich denn einen großen Eimer?

Hinten in der Remise, die ist offen. Okay.

Na? Wie steht es um die Gesundheit unseres Tieres, hm?

Lassen Sie mich klugscheißen.

Was Sie da haben, ist für die Kontrolle

des Tetanus-Antikörper-Titers im Plasma oder Vollblut, richtig?

Mein Ex ist Tierarzt. Verstehe.

Ja, ist das Einzige, was von ihm geblieben ist.

Also augenscheinlich ist bei dem Tier alles in Ordnung, und ...

das Ergebnis ist auch schon da.

Ist auch alles im grünen Bereich. Super.

Dann haben die sich ja im Zirkus

wenigstens um die Gesundheit ihrer Tiere gut gekümmert.

Ich mache die Abrechnung und dann mache ich Feierabend.

Das haben Sie sich auch redlich verdient.

Äh, Alarm, Herr Pfarrer.

Was ist?

Herr Pfarrer?

Habe ich Sie doch noch erwischt.

Frau Niedermayer?

Den da wollte ich Ihnen ganz persönlich übergeben.

Was ist das?

Den lesen Sie jetzt ganz in Ruhe, und ich erwarte dann Ihre Antwort.

Und jetzt wünsche ich Ihnen noch einen ganz wunderschönen Abend.

Ade.

Tschüss.

Was das wohl ist?

Ich mag den gar nicht aufmachen. Aber ich muss wohl.

Und? Was steht drin?

Sie fragt, ob ich morgen um zwölf zu ihr in den Laden kommen will.

Sie würde dann kurz absperren.

Und weiter ...

dass sie mir was gestehen muss

und wie wichtig Liebe im Leben sei.

Oh Gott.

Die hat sich wirklich in mich verliebt.

Ja, klingt so.

Jesus, Maria und Josef.

"Ich mache mir Sorgen, weil ich das mit der Schaukel ...

und Maxi nicht ganz glaube.

Und..."

* Er seufzt. *

"Wenn du Probleme hast,

dann kannst du immer zu mir kommen.

Egal, was ist."

* Heitere Musik setzt ein. *

* Lied: "Hi-A Ma (Pata Pata)" von Milk & Sugar *

* Heitere Musik wird leiser. *

Na?

Hat jemand Pilze in meine Bowl gemischt

oder verliere ich den Verstand?

Weder noch, das ist real.

Ein Zirkus ist pleite gegangen

und die haben das Zebra als Geschenk dagelassen.

Krass. Kennst du die Geschichte von Pablo Escobar?

Warte, Drogenboss, Kolumbien?

Er hat in den 80ern für einen Privatzoo

Nilpferde aus Afrika einfliegen lassen.

Und ihre Nachkommen sind jetzt zur Plage geworden.

Die leben dort wild in der Nähe von Bogotá

und bedrohen alles und jeden:

Menschen am Ufer, heimische Tiere...

Weil ein Verrückter einen eigenen Zoo haben wollte? Ja.

Also sag mir rechtzeitig Bescheid,

falls der Zirkus noch Löwen oder Nashörner aussetzen will

und du auf die Idee kommst, die aufzunehmen.

Ich sage, wenn du auf deren Speisekarte landest. Danke.

Ich hole jetzt Greta ab, die ist noch bei Tommy.

Lotti hat Pizza gemacht,

und Lilly wollte sich das Zebra auch noch angucken.

Nur das Zebra, nicht mich?

Na, ich hoffe mal, das Zebra und dich.

Tschüss. Tschüss.

* Handy klingelt. *

Ich wollte gerade anrufen

und Ihnen einen schönen Abend wünschen.

Ja, aber ich habe gerade keinen schönen Abend.

Ach herrje, was ist denn passiert?

Ich habe doch erzählt

vom sonderbaren Verhalten von Frau Niedermayer.

Hat sie Ihnen zu Hause wieder aufgelauert?

Nein, aber sie war im Büro

und hat mir einen Liebesbrief übergeben.

Einen Liebesbrief?

"Ja, sie schreibt,

dass ich morgen um zwölf kurz zu ihr in den Laden kommen soll."

Sie wird dann absperren.

Absperren?

Ja, und in dem Brief steht auch ...

wie wichtig die Liebe im Leben sei.

Das klingt wirklich sehr bedenklich.

Sollte man Sie vermissen, gebe ich der Polizei den Tipp,

dass sie im Konditoreikeller suchen sollen.

Das ist nicht witzig.

Ich weiß nicht, wie ich mich da verhalten soll.

Das ist doch ganz einfach.

Wenn Sie morgen zu ihr gehen,

sagen Sie, wie sehr Sie sie schätzen,

ihren Kirschstreusel aber lieben

und dass Sie es übergriffig finden, wie sie sich verhält.

Jesus, das sagt sich so einfach.

Das ist mir alles so unangenehm.

"Ich wünschte, es wäre übermorgen und ich hätte alles hinter mir."

Ich will ja die Gefühle von der Frau nicht verletzen.

Stellt man einem Pfarrer nach, muss man mit einem Korb rechnen.

Ja, ich werde aber trotzdem nicht gut schlafen.

Herr Pfarrer, Schlaf ist ganz wichtig.

Da verarbeitet das Gehirn die Eindrücke des letzten Tages.

Ja, sage ich doch. Die schlimmsten Alpträume werde ich haben.

Versuchen Sie trotzdem, gut zu schlafen.

Gute Nacht.

Gute Nacht.

Ich kann immer noch nicht glauben,

dass ich vorhin ein Zebra in eurem Garten gestreichelt habe.

Wie auf einer Farm in Afrika.

(lachend) Mhm.

Ich wollte dir noch was anderes erzählen.

Mhm? Es geht wieder um Amelie.

Hm...

Ich will jetzt keine Gerüchte in die Welt setzen oder so, aber ...

ich habe das Gefühl, ihr Verlobter misshandelt sie.

Was? Wie kommst du denn darauf?

Als sie sich heute gebückt hat, habe ich ihren Rücken gesehen.

Und das war alles voll mit blauen, grünen, gelben Flecken.

Das sah nicht so aus, als stamme es von derselben Verletzung.

Sondern von unterschiedlichen.

Also du glaubst, er schlägt sie? Ja.

Weißt du, was mir aufgefallen ist?

Selbst, wenn es über 30 Grad ist, trägt sie immer langärmlig.

Als würde sie irgendwas abdecken wollen. Hm.

Wie oft kam sie nicht zur Arbeit,

obwohl sie es am Vortag versprochen hat?

Und was willst du jetzt machen?

Ich weiß es nicht. Was macht man da?

Weiter beobachten?

Ja. Lieber einmal zu viel als einmal zu wenig.

Mhm.

Ich hatte so krass Bauchschmerzen. Mir war ganz schwarz vor Augen.

Das kenne ich. Ist ja auch kein Problem.

Das nächste Mal rufst du einfach nur an.

Ja, klar.

Schade, dass ich deine Eltern und Geschwister nicht treffe.

Mein Vater ist mit meinem kleinen Bruder bei meiner Oma.

Die wollten da ein paar Tage bleiben.

Meine Mutter kommt mit Stella später.

Stellas Therapie ist in München,

und bis sie dann wieder da sind, mit der Rush Hour...

Das dauert.

Dann grüße sie ganz lieb von mir. Mache ich.

Kommst du? Ja.

Bis morgen in der Schule.

Bis morgen. Lieb dich. - Ich dich auch.

Tschüss. Tschau.

* Schwermütige Musik setzt ein. *

Ich habe vergessen, dir was zu erzählen.

Wir haben noch einen weiteren Gast.

Ein Zebra.

Ein bitte was?

Mhm. Ein Zebra.

Ja, so reagieren alle.

Ich erzähle dir die ganze Geschichte auf dem Heimweg.

* Kirchenglocke läutet. *

Liebe Frau Niedermayer,

ich bin wirklich ein Riesenfan von Ihrem Kirschstreusel.

Und ja, die Liebe geht oft durch den Magen.

Aber Sie haben was missverstanden. Ich bin Pfarrer.

Und meine Gefühle als Mann ... für Sie ... als Frau...

Liebe Frau Niedermayer,

da draußen, da gibt es bestimmt einen Haufen Männer,

die äußerst geschmeichelt wären, wenn...

Jesus, Maria und Josef. Jetzt helft mir doch!

Ich bin noch wach. Ich habe auf dich gewartet.

Hey.

Ich war noch im Garten mit Katja.

Wir haben das Zebra gesehen.

Das ist krass, oder? Wann kann man schon ein echtes Zebra streicheln?

Hast du deine Mailbox abgehört?

Nee, noch nicht.

Sorry, dass du wegen mir nicht ins Haus gekommen bist.

Das war doof mit dem Schlüssel.

Ich habe dich beim Nachhausefahren gesehen.

Ihr habt Bierball gespielt, und du warst betrunken.

Hast du das Katja erzählt? - Nein, natürlich nicht.

Aber ich finde das bescheuert von dir.

A, weißt du ganz genau, was der Alkohol mit Mama gemacht hat.

Und B, wir dürfen hier bei Katja schlafen. Sie vertraut uns.

Und du besäufst dich und lügst sie dann auch noch an.

Lotti, du bist 13. In deinem Alter habe ich auch anders gedacht.

Ich gehe jetzt Zähne putzen.

Ich will danach schlafen. Du kannst das Licht ausmachen.

Ich finde den Weg auch im Dunklen ins Bett.

(Roberta) "Ja, ich hab's mit eigenen Augen gesehen.

Ein Zebra mitten in Frühling.

Man munkelt, dass es vom Wanderzirkus zurückgelassen wurde,

der letzte Woche hier gastierte.

So viel ich in Erfahrung bringen konnte, hofft man auf einen Zoo,

der das Zebra aufnimmt.

Ich halte euch da auf jeden Fall auf dem Laufenden.

Aber jetzt geht's erst mal weiter mit Musik."

* Es läuft fröhliche Funk-Musik. *

Morgen. Guten Morgen.

Ich mache Brote. Ich hoffe, du magst Käse und Gurke.

Ja, danke. Kann ich mir gleich eins nehmen?

Dann würde ich gleich zur Schule. Klar.

Magst du hier nichts frühstücken?

Ich frühstücke zu Hause auch nie was. Und Greta?

Mit der fahre ich nicht. Ihr Rad ist in der Schule.

Ach ja, wegen gestern. Alles klar. Ja, kein Problem.

Dann fahre ich sie in die Schule.

Stopp! Wer von euch hat den Schlüssel?

Nicht, dass es Missverständnisse gibt. Lotti.

Ich habe ihn ihr gegeben. Sie hat heute früher Schluss.

Hattet ihr Streit?

Ich habe Mist gebaut.

Ich habe meine Tage überhaupt nicht.

Ich hatte gestern auch keine Bauchschmerzen.

Wir haben ein Trinkspiel gemacht ...

und dabei ist ziemlich viel Alkohol geflossen.

Du bist fast 18. Erwachsen.

Na ja, "Juhu" schreie ich jetzt nicht.

Es ist halt doof, weil deine Mutter nicht da ist

und ich die Verantwortung habe.

Sie glauben mir das vielleicht nicht, aber ...

ich trinke eigentlich überhaupt nichts.

Ich glaube, das hat mit der Geschichte meiner Mom zu tun.

Und warum hast du es gemacht? Weil alle in der Schule das machen.

Macht man nicht mit, ist man Außenseiter.

Selbst Tommy fängt morgens an, wenn er ein Referat hat oder so.

Okay.

Ich glaube, das klingt nach einem längeren Gespräch.

Ich schlage vor, du frühstückst was,

und dann fahre ich dich in die Schule und wir reden, ja?

Ja.

Grüß Gott, Herr Pfarrer.

Na, wie geht's? Na, Frau Krug.

Jetzt habe ich schon gedacht, Sie sind Frau Niedermayer.

Wieso soll jetzt ich die Frau Niedermayer sein?

Egal.

Nein, ich will nicht, dass sie sich da einmischen.

Das bringt überhaupt nichts.

Außer, dass alle sauer sind, weil ich es verraten habe.

Tommy wird 100 Prozent Schluss machen.

Keine Sorge. Ich werde nicht den Moralapostel spielen.

Und wie du schon sagst, das bringt überhaupt nichts.

Tommy hat in seiner Familie große Probleme.

Seine Schwester verhält sich manchmal richtig gruselig.

Obwohl seine Mutter allen erzählt, dass es besser wird, aber ...

Stella würde ich alles zutrauen.

Und sein Vater ist auch vorübergehend ausgezogen.

Das ... habe ich mir gedacht,

als ich dich gestern abgeholt habe.

Tommy denkt, dass mit Alkohol alles leichter ist.

Ja, Sorgen können leider schwimmen.

Ich habe bei meiner eigenen Mutter gesehen,

was Alkohol alles bewirkt und kaputtmachen kann.

Ich rutsche da nicht rein,

auch wenn ich irgendwann noch mal Bierball spielen sollte.

Und was willst du machen? Wie willst du es jetzt lösen?

Wir haben eine Vertrauenslehrerin an der Schule. Frau Santos.

Man sollte das Thema mehr einbeziehen.

Dass es schleichend kommt.

Man sollte Filme zeigen, was Alkohol mit Menschen macht,

und dass es Leben zerstören kann.

Du willst mit dieser Frau Santos reden?

Ja. Es betrifft ja nicht nur Tommy und mich.

Es betrifft fast alle, und die wenigsten sind sich bewusst,

wie schnell man in so was reinrutschen kann.

Finde ich gut. Finde ich richtig gut.

Man kann nicht zeitig genug anfangen,

über Alkohol aufzuklären.

Och, ich hatte mal zwei Freunde,

die haben gekifft und gesoffen, und ich war uncool und spießig.

Tja, und zack.

Inzwischen ist bewiesen,

dass Alkohol und Kiffen das Gehirn kaputtmacht.

Wenn ich das mit der Lehrerin allein nicht schaffe,

melde ich mich bei Ihnen.

Du kannst dich jederzeit bei mir melden.

Solche Probleme, die löst man nicht an einem Tag.

Danke.

Ich versuche, Tommy zu überreden, sich seinem Vater anzuvertrauen.

Die beiden haben ein gutes Verhältnis.

Mit seiner Mom ist das etwas schwieriger.

Das ist eine super Idee.

Tschüss. Tschüss, mach's gut.

Ich will nicht unhöflich sein, aber ich kann mich nicht konzentrieren,

wenn Sie hier rumtigern und auf die Uhr starren.

Tut mir leid.

In einer Stunde ist es zwölf. Dann haben Sie es hinter sich.

Was mache ich denn, wenn sie weint?

Ich habe doch da überhaupt keine Erfahrung.

Ich habe ehrlich gesagt auch keinen Rat für Sie.

Sie müssen es auf sich zukommen lassen und spontan reagieren.

Das wird schon.

Spontan? Ja.

* Handy klingelt. *

Baumann? Hallo, Frau Baumann, Loisl hier.

"Ja, hallo." Wir wollten uns nur kurz melden.

Wir haben den Besitzer vom Wanderzirkus Brunello gefunden.

Wir haben schon mit ihm gesprochen.

Er hat damit gerechnet, dass er dafür eine Anzeige kassiert.

"Man muss dazu sagen, er wohnt in einer Zweizimmerwohnung."

Da konnte er halt nicht mit einem Zebra im Gepäck einziehen.

Das bedeutet, er kann das Tier nicht zurücknehmen?

Ja, er hofft jetzt aber sehr,

dass sich der Zoo oder der Gnadenhof erbarmt.

Okay, ich werde mal weiter rumtelefonieren.

Hat er noch andere Tiere ausgesetzt?

Nein. Gott sei Dank nur das Zebra.

Ich wünsche viel Erfolg. Und halten Sie uns auf dem Laufenden?

Das mache ich.

Jetzt sucht sie einen Zoo für das Zebra.

Die Baumann ist echt krass.

Sie setzt sich für alles und jeden ein. - Ja.

Aber solche sind auch manchmal die Schlimmsten.

Ja, es macht doch keiner was umsonst.

Vielleicht ist sie eine Narzisstin.

Dass die Leute, um die sie sich kümmert, ihr eigentlich egal sind.

Sie ist nur verliebt in dieses Bild von sich.

Die immer helfende Katja Baumann.

Du gehst hart mit ihr ins Gericht.

Nein, ich bin nur realistisch.

Vergiss nicht, irgendjemand hat den Schweinskopf

in der Küche platziert.

Was ist denn, wenn die irgendwelche Leichen im Keller hat,

von denen keiner was weiß?

Stimmt. Ob man das noch rauskriegt, wer das war?

Bestimmt. Irgendwann kommt immer alles ans Licht.

Wollen wir es hoffen.

* Es läuft verträumte 60er-Jahre-Musik. *

Grüß Gott. Herr Pfarrer. Willkommen.

Wieso müssen wir gleich den Laden zusperren?

Damit wir ungestört sind.

* Musik stoppt. *

Herr Pfarrer.

Ich freue mich so, dass wir endlich zueinander gefunden haben.

Ich möchte ja jetzt nicht ausbremsen.

Aber darf ich erst... Bitte.

Lassen Sie mich anfangen, es fällt mir jetzt auch nicht so leicht,

mein Herz für Sie zu öffnen.

Wir haben geschlossen!

Herr Pfarrer...

Man verliebt sich ja so selten im Leben.

Frau Niedermayer, ich bin Pfarrer.

Ja, ja, das ist mir durchaus bewusst.

Deswegen wissen Sie auch, dass ich schon einmal verheiratet war, gell?

Aber es hat halt nicht sollen sein.

Ja, mei, so ist es halt manchmal im Leben.

Die Liebe fällt nicht immer auf fruchtbaren Boden.

* Tür quietscht. *

Aber manchmal fällt die Liebe dann doch auf einen fruchtbaren Boden.

Jetzt habe ich nämlich endlich meinen Traumprinzen kennengelernt.

Und deshalb müssen Sie uns beiden helfen.

Ihnen beiden?

Das verstehe ich nicht ganz.

Herr Pfarrer, es ist so, ähm...

Also ich habe auf so einer ... Dating-App

den Leopold aus Bad Tölz kennengelernt.

Und stellen Sie sich vor, wir wollen heiraten.

Selbstverständlich in Weiß.

Aber das geht ja nicht.

Weil ich ja den depperten Schorschi geheiratet habe.

Und deswegen haben Sie mir nachgestellt?

Also "nachgestellt" ist aber ein bisschen übertrieben, oder?

Herr Pfarrer, was sagen Sie denn jetzt?

Sie können wegen dem weißen Brautkleid

bei mir bestimmt eine Ausnahmen machen, gell?

Hm? Ja?

Frau Niedermayer, so leid es mir tut. Nein.

Ach so.

Ist das jetzt Ihr letztes Wort? Mein letztes Wort.

Entschuldigen Sie, ich muss meinen Laden wieder aufsperren.

Jetzt mussten Sie warten. Entschuldigung.

Kein Problem. Grüß Gott.

Ja, dann gehe ich jetzt wieder.

(Niedermayer) Jawoll, schönen Tag noch, Herr Pfarrer.

Was darf's denn sein? - Zwei von den Nussschnecken bitte.

* Handy klingelt. *

Na, was gibt's Neues von der Liebesfront?

Sie ist gar nicht in mich verliebt.

Nicht? Und wieso hat sie sich dann so komisch verhalten?

Na ja, sie will wieder heiraten.

In Weiß.

Und nur deswegen hat sie mich so bezirzt.

Ah, verstehe. Und Sie haben Nein gesagt?

Ja, freilich habe ich Nein gesagt.

Selbst, wenn ich wollte, das geht einfach nicht.

"Dann war gleich Schluss mit Bezirzen."

Sie sperrte das Café auf und schmiss mich raus.

Na ja, Sie haben wenigstens Ihren Seelenfrieden wieder.

Ein Glück. Jetzt wird wieder alles normal.

Ja. Apropos normal.

Ein Zoo hat sich gemeldet, die holen das Tier heute Abend ab.

Wir haben gerade einen Abschiedsspaziergang gemacht.

Genießen Sie die Zeit.

Mit einem Zebra sind Sie sicher nie wieder unterwegs.

Ja, wohl kaum.

Dann muss ich noch das Foto machen für Sie. Unbedingt.

Man kann ja über uns sagen, was man will.

Aber langweilig wird es bei uns nie, oder?

Bei uns? Gar nie nicht. Also, bis dann.

Bis dann.

So.

* Kameraauslöser klickt. *

Super.

* muntere Musik *

Untertitel im Auftrag des ZDF, 2023

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