All language subtitles for 1x044 Tuerkisch Fuer Anfaenger

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Original subtitles

Untertitel: WDR mediagroup digital GmbH im Auftrag des WDR

Hey Kathi, sei froh, dass du in Amerika bist.

Heute geht die Schule wieder los.

Allerdings ist das kein Grund aufzustehen.

Meine Mutter, die jetzt hauptberuflich Nervensäge ist,

sieht das allerdings anders.

Metin.

Wir haben verschlafen. Lena hat die Sicherung rausgedreht.

Hätte ich mir denken können, Erster Schultag.

Lena, bitte, es ist fast 8.

Mama, lass mich schlafen, sonst bleib ich fĂĽr immer klein.

YaÄźmur, aufstehen, anziehen, duschen, Schule.

Allah beten.

Ja, Allah unterschreibt nicht deine Zeugnisse. Och, YaÄźmur!

Bitte mach wenigstens am 1. Tag ’nen guten Eindruck.

Mama, was tust du denn?

Glaub mir, du wirst deine neue Schule lieben.

Ich hatte eine Schule, und auf der hatte ich auch Freunde,

nur ist die leider nicht mehr in Reichweite.

Und wieso?

Weil du die Familiennummer abziehst. Was findest du nur an diesem Typen?

Wie war das, wenn sie mich beschimpft, mag sie mich? - Ja.

Das ist nicht passiert!

Ich kenn da niemanden.

AuĂźerdem bin ich klug,

ich brauch nicht zur Schule, ich kann mich selbst unterrichten.

WeiĂźt du, wie ich mir die Schule immer vorgestellt hab?

Wie einen Adventskalender. Jeder Tag ein neues TĂĽrchen

Das Abitur war der Heilige Abend.

Das ist das Geheimnis von Bildung.

Siehst du, ich bin Therapeutin, ich habe es geschafft.

Willst dus nicht auch schaffen?

Wenn du mit „ich habs geschafft“,

2 Kinder, 3 Trennungen und ’ne wilde Ehe mit nem Ausländer meinst, nein, danke.

Du hast Cem und YaÄźmur, die zeigen dir die neue Schule. Stimmts?

Ich glaube nicht, dass Lena sich mit meinen Freundinnen verstehen wĂĽrd.

Nimms nicht persönlich aber du bist und bleibst eine Christin. - Okay. Okay. Es reicht. Ich geh wieder ins Bett.

Weck mich, wenn ich volljährig bin.

Vermutlich hast du recht, es ist besser, du gehst nicht in die Schule.

Du bist dermaĂźen muffig und sozial kompliziert. Du findest garantiert keine Freunde.

22...

Ich kann 100 Freunde finden,

1.000 Freunde, Millionen, Völker von Freunden.

Und jetzt entschuldige mich bitte, ich muss zur Schule.

Schade, dass sie nicht immer so durchschaubar bleiben.

♫ Intro

♫ Intro

♫ Intro

♫ Intro

♫ Intro

Hau rein, desperate housewife. - Ha, ha, ha.

Ist das vegetarisch?

Du hast doch gesagt, von glĂĽcklichen HĂĽhnern ist okay.

Ich esse nicht, ich mache Ramadan.

Und was sagt dein Vater dazu? - Ist abgesprochen?

♫ Musik ♫

Hey Kati, du bist live dabei, mein erster Schultag auf der neuen Schule,

und ich suche mir jetzt Freunde.

Mein Gott, das klingt so armselig.

Cem, hier sind nur Ausländer.

Ein paar sind Deutsche.

Die meisten gehen ins Solarium, damit sie nicht auffallen.

Hey, alles klar?

Das werden alles meine Freunde.

Von wegen, ich habe soziale Schwierigkeiten.

Ach nee, ein Snob.

Okay, Tussialarm.

Bevor ich die groĂźen Pausen bei Douglas verbringe.

Prolet.

Nerd.

Rassist.

Hups, Pumps und Pelzkragen.

Tja, Arzttochter.

Sind denn hier nur Freaks?

Fehlt nur noch die traurige Musik, dann ist mein Untergang perfekt.

Morgen.

Erst mal Merkblatt vom Direktor.

Ab heute sind neben Gaspistolen und Klappmessern auch Nagelfeilen

und Schraubenschlüssel im gesamten Schulgebäude verboten.

So, ich frag dann erst mal: Wer ist anwesend.

Costa? - Hier.

Von null auf AuĂźenseiter in 20 Sekunden.

Ich bin der Porsche unter den Underdogs.

Amanda? - Ja.

Ey Mann, das war der GlĂĽcksfĂĽller meines Vaters.

Tschuldigung.

Der ist aus dem Rippenknochen von Gandhi, du Idiot.

Nicht heulen.

Das ist nur das letzte Geschenk,

das dein Vater dir gemacht hat, bevor er fĂĽr immer verschwunden ist.

Entschuldige, wer bist du denn?

Ich bin Lena.

Die Neue.

Ich hab gar kein Memo gekriegt.

Also, laut meiner Klassenliste existierst du gar nicht.

Ja gut, dann geh ich vielleicht einfach wieder. Ist sowieso scheiĂźe hier.

Du bist scheiĂźe, und ihr alle seid auch scheiĂźe.

Und du bist eh ’n Arschloch.

♫ Musik ♫

Und was hast du da gefĂĽhlt?

Ich weiĂź nicht, am Anfang hatte ich dieses Stechen im Magen,

weil sie mich so angeschrien hat.

Aber irgendwie war sie auch sĂĽĂź,

und vielleicht ist sie gar nicht so bescheuert.

Aber vielleicht hasst sie mich auch. Meinen Sie, sie hasst mich?

Axel, ich hab ’ne Tochter, die ist genau so alt wie du.

Und ich kann dir versichern: Mädchen in dem Alter habens nicht einfach.

Ihre Tochter ist doch bestimmt glĂĽcklich. So wie ich frĂĽher.

Ihre beste Freundin ist nach Amerika gezogen,

seitdem fĂĽhlt sie sich furchtbar.

Wieso?

Weil niemand mehr da ist, mit dem sie Bestseller korrigieren kann.

Und sie haben immer zusammen Schokomuffins gebacken.

Und schreckliche Lieder komponiert auf der Gitarre.

Du hast mich schon wieder ausgetrickst.

Ich höre Sie so gerne von Ihrem Leben erzählen,

in dem alles stimmt.

Wie lange kennen wir uns jetzt?

98 Therapiestunden, nächste Woche haben wir Jubiläum.

Wie oft habe ich dir gesagt: Mein Privatleben ist tabu?

98 Mal?

Also, im Ăśbrigen stimmt bei mir auch nicht immer alles.

Wollen Sie darĂĽber reden?

Lena?

Gleich krieg ich wieder ’ne Gehirninfusion.

Sei nicht so pessimistisch, GĂĽrkchen.

Wenn du mit einem Lächeln durch die Welt gehst,

lächelt die Welt auch zurück.

Lena, kann ich reinkommen, oder masturbierst du?

Super! Gleich sagt sie wieder, ich bin emotional gestört.

Nein, ich setz mir grad ’ne Spritze Heroin.

Telefonansage: Guten Tag, heute ist Mittwoch, der...

Hi Annika, hier ist Lena.

Du, wir wollten uns später noch bei der Sabine treffen.

Lernen und DVD gucken.

Später wollten noch der Malte, der Tobi und der Carsten vorbeischauen.

Telefonansage: Beim nächsten Ton ist es 14 Uhr.

Sicher will der was von dir.

Annika, könntest du vielleicht noch der Sabine, Christina und...

Ach, wie hieĂź die noch gleich?

...der Ulla Bescheid geben?

Ja, super! Dann sehen wir uns später. Super. Bis später. Bis dann.

Grad noch mit ’ner Freundin telefoniert.

Du hast Freunde gefunden am ersten Schultag?

Wie sie das schon wieder gesagt hat.

Ja, ich bin ziemlich beliebt. War noch was?

Wir entwickeln uns, Schatz.

Das ist toll, das ist ganz, ganz toll.

Mama, frag mich bitte nicht mehr, ob ich masturbiere.

Und ’ne Lehrkraft dabei, die irgendwie unausgeglichen wirkt?

Nein, und bitte versuch dieses Jahr mal nicht, meinem Klassenlehrer einzureden,

dass er schizophren ist.

YaÄźmur, ich war arbeiten. Und jetzt koche ich noch was.

Ach so, du isst ja nichts mehr.

Wieso isst du nichts mehr? Bist du magersĂĽchtig?

Nimmst du Drogen?

Nein, die macht doch dieses Ramadings, Fastenzeit.

Suna macht auch Ramadan. - Suna wiegt auch 200 Kilo.

Du kannst mir nicht verbieten, die Feste meiner Religion zu leben.

Und auĂźerdem esse ich doch was, wenn die Sonne untergeht.

Ich dachte, das ist abgesprochen. - Nichts ist abgesprochen.

Von mir aus kannst du dir den Sex und das Rauchen sparen. Das ist auch Ramadan.

Sex? Du hattest Sex?

Ich rauche nicht, und ich werd auch niemals Sex haben.

Oh, sag das nicht, Kleines.

Du kippst mir um, wenn du nichts isst.

Ramadan gestrichen, das ist ’n Befehl.

Von einem Deutschen lass ich mir gar nichts befehlen.

Komm ich deutsch rĂĽber?

Mama, das ist ja noch ganz gefroren in der Mitte.

Das muss so sein.

Aber auf der Packung war ein Bild, da hat das Essen noch gedampft.

Das sind nur Serviervorschläge.

Lena, willst du nachher ’ne Tüte Chips mitnehmen?

Ich dachte, du kaufst keine amerikanischen Produkte.

Du gehst doch zu Annika, ich dachte, ihr wollt vielleicht was knabbern.

Ja, aber Annikas Eltern sind reich, du, da muss ich nichts mitnehmen. Die haben genug.

Was? Das sieht ja so aus, als ob du dich bei anderen durchfüttern lässt.

Metin, mĂĽssen wir uns vor anderen Eltern profilieren? Nein.

Wann kommst du wieder?

Morgen ist Schule, ich würde sagen, höchstens bis Mitternacht.

Wird doch immer erst lustig, wenns dunkel ist und man Flaschendrehen spielt.

Ich weiß noch, als ich 16 war und mit meinen Freundinnen Flaschendrehen gespielt hab…

Nee, gleich kommt wieder die Ulrike-Story.

Die Ulrike, die konnte kĂĽssen,

damals dachte ich ja, ich werd lesbisch.

Warum eigentlich nicht? Schade.

Dann hätte ich jetzt ein tierisch entspanntes Leben als Eizelle.

Bis dannimanski.

Ich hab keinen Kontakt mehr zu Ulrike.

Metin?

(TĂĽrklopfen)

Ă–ztĂĽrk gegen Ă–ztĂĽrk? Zweite Runde?

Als ich so alt war wie du, habe ich meinem Vater geschworen,

Allah und der TĂĽrkei immer treu zu sein.

Haste ja toll eingehalten.

Als dein GroĂźvater anfing, mein Schulgeld zu versaufen

und meine Mutter mit jugoslawischen Prostituierten zu betrĂĽgen,

hatte ich nicht das GefĂĽhl, dass ich ihm irgendwas schuldig bin.

Sinn dieser Geschichte ist

welche nicht eintretende Einsicht meinerseits?

Ich bin ganz unten, Kathi.

Andere verheimlichen ihre Freunde,

und ich verheimliche, dass ich keine hab.

18 Uhr, was soll ich denn jetzt bis Mitternacht machen?

YaÄźmur, ich bin nach Deutschland gegangen,

weil ich mit einigen von unseren Traditionen nicht einverstanden war.

Es gibt viele Dinge, die nicht richtig sind.

Aber weil es im Koran steht, wagt niemand, daran zu rĂĽtteln.

Und jetzt hungerst du fĂĽr diese Religion?

Diese Religion ist die Religion meiner Mutter, deiner Frau, aus deinem Vaterland.

Wir haben ein neues Leben. YaÄźmur, was ist daran so schlimm?

Was war so schlimm an unserem alten Leben?

Alles ist anders. Du hast Doris, Cem hat seine Freunde.

Und ich hab nichts auĂźer Mamas Religion.

Dann mach halt. Mach, wie du denkst.

Machst du mit?

Also, es ist echt nicht so, dass ich keine Freunde finden könnte.

Willst du noch ’nen Schluck, Matze?

Ey, und dann war ich halt so doof und hab meiner Mutter erzählt,

dass ich Freunde habe.

Und jetzt hat meine Mutter mich halt losgeschickt,

und jetzt sitz ich hier mit euch. Ich meine, es ist toll, es ist wirklich toll mit euch…

Sie hat noch nichts gegessen, es ist ja auch noch nicht dunkel, Metin.

Ja, tschĂĽĂź, bis nachher.

Weil ich Sportler bin, ich brauch Essen fĂĽr meine Muskeln.

Damit ich dich verhauen kann.

Ey, du, Doris, wie viel Taschengeld kriegt Lena?

WĂĽrd ich mal drĂĽber nachdenken.

Wenn man sieht, dass sie bettelt,

sind wir irgendwann nur noch voll so die Bettler-Family.

♫ This is the dawning of the age of Aquarius ♫

♫ the age of Aquarius... ♫

Guten Abend.

Ich hab mir Annika nicht so maskulin und vor allem jĂĽnger vorgestellt.

Ja, ich find keine Freunde und häng mit Pennern ab. Können wir jetzt gehen?

Äh, wie Penner? Ich bin kein Penner.

Ich habe nur ein vorĂĽbergehendes Cash-Flow-Problem, okay?

In der Schule sind alle blöd oder doof oder arrogant.

Ich hab schon viele Kinder pubertieren sehen, GĂĽrkchen

aber du bist wirklich ’ne hormonelle Supernova.

Tu ich dir jetzt leid, oder was?

Komm, Lena, wenn du die Welt anlächelst, lächelt sie zurück.

Nee, schon klar. Ich versteh schon. Aber ich sag dir jetzt mal was, ja?

Ich wollte auf dieser neuen, bescheuerten Schule ĂĽberhaupt keine Freunde finden.

Ich bin nämlich Einzelgängerin.

Tausend berühmte Menschen waren Einzelgänger.

Goethe, Schiller, Miss Marple.

Tom und Jerry waren beides Einzelgänger, ja?

Und jetzt geh bitte. Alleine fühle ich mich nämlich am wohlsten.

♫ Musik ♫

Ich habe mein neues Lebenskonzept jetzt praktisch umgesetzt:

Einzelgänger sind gerne mal für sich.

♫ Musik ♫

Es gibt nichts, worüber ich mich mit ihr unterhalten könnte. Sie ist so…

(Telefonklingeln) Oh. Tschuldigung, absolute Ausnahme.

Ja?

Gut, dann weiĂź ich Bescheid. Danke.

Mein Privatleben ist tabu, und jetzt reiĂź dich zusammen,

sonst ĂĽberweis ich dich an die Jugendamtstherapeutin.

Und bei der gibts garantiert keine Kekse.

♫ Musik ♫

Guter Zug, Lena, guter Zug.

♫ Musik ♫

(TĂĽrklingeln)

Da will man einmal seine Ruhe haben.

Hi, ich bins, Axel.

Ich sitz neben dir.

Du hast meinen FĂĽller kaputt gemacht.

Mein Gott, was willst du? Ich habe jetzt wirklich keine Zeit.

Woher hast du meine Adresse? Mann, ich hab da wen am Telefon.

Ich wollte mich nur entschuldigen. Ich dachte, ich guck einfach mal vorbei.

Das Telefon ist auf der Station, es sei denn, ihr habt ISDN, aber ihr habt kein ISDN

Denn das da ist noch kein ISDN-taugliches Telefon.

Bist du ein Stasi-Spitzel, oder was? - Nein, mein Opa war einer.

Darf ich reinkommen? - Ungern.

Mann, du bist komisch.

Ich bin Einzelgängerin, wir kommen oft komisch rüber.

Ich hab ’n Geschenk für dich.

Ich liebe Geschenke.

Ich hasse Geschenke.

Okay, Ausnahme.

Naja… Er schreibt zwar nicht mehr, aber ich dachte...

Ich weiĂź, wie das ist, wenn man was von seinem Vater hat.

Naja, du musst ihn ja nicht nehmen. Ich wollte nur… Ich wollte es nur wiedergutmachen.

Wo ist dein Vater?

Und sie haben immer zusammen Schokomuffins gebacken.

Schokomuffin?

Danke.

Mein Vater ist Ethnologe im Amazonas bei ’nem Stamm,

dessen Namen ich noch nicht mal aussprechen kann.

Wenn sie ihn nicht bereits gekocht und gebraten haben.

Wo ist deiner?

Viel unterwegs. Wie lange wohnt ihr hier schon?

Ich kann mich an nichts mehr erinnern,

vermutlich stehe ich immer noch unter Schock.

Was machst du eigentlich mit den ganzen Taschen?

Weil niemand mehr da ist, mit dem sie Bestseller korrigieren kann.

Ich war gerade in der Bibliothek, hab mir ’n paar Bücher ausgeliehen.

Ich schreib mir immer auf, was mir nicht so gefallen hat und was ich anders geschrieben hätte.

Naja, und dann schicke ich das den Autoren.

Dear John Grisham.

I really didn't like your book "The Firm".

The story is quite... Was heißt noch mal „beschissen“ auf Englisch?

Quite be-shit.

Das mach ich auch immer. - Häh?

Ähm, du musst gehen. Ja, du musst gehen. Los!

Ich bin zu Hause.

Ich hab dir die BĂĽcher ĂĽber Eremiten ausgeliehen.

Geh.

Na, hast du Besuch?

Besuch? Ich? Ich will keine Freunde.

Ich durchschau dich.

Ich glaube...

...das denkst du nur.

Aber hey, ich hab dich trotzdem lieb.

Was sagt dir das hier? - Äh...

Lieder komponieren.

Das gibts nicht, das gibts einfach nicht.

ReiĂź dich zusammen. Soll er merken, dass du keine Freunde hast?

Kathi, das sind seit Langem meine besten Tage in Anatolien.

Axel ist ein Musikgenie.

Er schafft 14 Muffins, 14!

Ich hab da noch ’ne Überraschung für uns.

Guck mal, die hier mĂĽssen alle noch redigiert werden.

Hier, probier das mal.

Ich will nicht emotional klingen,

aber Axel und ich werden vermutlich Freunde werden.

Lena? - Oh Gott.

Ja, ich...

Ich...

Ich masturbiere.

Ich hab rausgekriegt, wie man die linke obere Herdplatte anstellt

und dir ’nen schönen, heißen Kakao gemacht.

Ja, super. Danke.

Bist du zum Orgasmus gekommen?

Selbstbefriedigung ist kein Ersatz

fĂĽr zwischenmenschliche Kommunikation, GĂĽrkchen.

Da haben wir uns ja schon mal drĂĽber unterhalten.

Bitte geh.

♫ Musik ♫

Ja, dann sehen wir uns ja morgen in der Schule.

„Bis morgen“. Wie das klingt. So richtig wie in ’ner Clique.

Ich hab ’nen Kumpel.

Ich bin doch nicht asozial.

Was hast du bei meiner Tochter zu suchen?

Du hast mich hintergangen, du hast mich ausgefragt

und persönliche Informationen missbraucht.

Tut mir leid, Frau Dr. Schneider, bitte, aber sie war auf einmal so nett zu mir. - Nett zu dir? Über einen längeren Zeitraum?

Ja, ich glaube, sie ist emotional stabiler geworden.

Aber wenn Sie wollen, dann komme ich nicht wieder.

Lena darf das nie erfahren.

Sie wird mich umbringen und dich auch, verstehst du mich?

Du kennst mich nicht. Du. Kennst. Mich. Nicht.

Die ist ja noch verrĂĽckter als ich.

Lass es dir schmecken.

Sie isst jede Nacht allein in der KĂĽche.

Muss ich ein schlechtes Gewissen haben?

Man kann nicht sagen, dass du gegen ihre kulturelle Isolation vorgehst.

Das ist eigentlich die Stelle, an der die Frau den Mann tröstet, damit er kein schlechtes Gefühl hat.

Ach Hasi, das, wovon du redest, das passiert doch nur im Fernsehen.

Ich hab heut’ alles richtig gemacht. Ich war gut.

Nein, danke. Ich mach Ramadan.

Bis heute Abend, wir essen dann zusammen.

Wenns dunkel ist.

Jetzt sag nicht: Wieso koch ich eigentlich?

Das zieht nicht, Hasi 2.

Du bist ein guter Mensch und ein noch besserer Vater.

Genau das wollt ich hören.

(Handyklingeln)

Lena, gehst du mal eben ran?

Vorzimmer Dr. Schneider, guten Tag. Was kann ich fĂĽr Sie tun?

Ja.

Ja.

Ja, kleinen Moment, bitte.

Axel Mende will wissen, ob er seinen Termin auf 16...

Axel?

Bist du das?

Du bist Axel Mende.

Axel ist ’n Patient von dir.

Also, ich dachte, wir wären so was wie Seelenverwandte.

Hey, du hast mich mit ihm verkuppelt.

Du hast ihn auf mich angesetzt.

Lena, nein, das ist ein Missverständnis.

Boah, ich red nie wieder mit dir.

Ich hasse mein Leben, YaÄźmur. Ich hasse mein Leben.

Ich werde depressiv werden, Stimmen hören, Alkoholikerin werden,

’ne Therapie brauchen, rückfällig werden und mich dann schließlich umbringen.

WeiĂźt du, Lena, manchmal sind die Momente, in denen wir nicht weiterwissen,

genau die Momente im Leben, in denen wir zum Islam konvertieren sollten.

Copyright WDR 2014

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