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KIM NOVAK BADETE NIE IM SEE VON GENEZARETH
Unerträglich heiß.
Deine Meinung.
Vielleicht rudern? - Danke, ja.
"Die Regeln waren einfach. Jede Äußerung hatte 2 Worte."
"Nicht mehr, nicht weniger. Wir mussten abwechselnd sprechen."
Ein Butterbrot? - Noch nicht.
Vielleicht durstig? - Oh ja.
Skol, Bruder. - Skol, Ed.
Schönes Leben. - Genau so.
Ein Wort! - Zwei Worte.
Genau so?
Ja, selbstverständlich.
Nicht "genauso"?
"Sollte der andere schweigen, musste man nur den Mund halten."
"Edmund. Edmund Wester."
"Fast 40 Jahre sind seither vergangen."
"Das Schreckliche."
"Ohne all das wäre es ein normaler Sommer gewesen."
"Irgendeiner."
"Und kein Spitzensommer, wie du ihn immer nanntest."
Das wird ein schwerer Sommer. Wir sollten uns darauf einstellen.
Wie gesagt, ein schwerer Sommer.
Du verbringst ihn in Genezareth.
Es ist, wie es ist.
Du sagst es.
Der Mensch denkt und Gott lenkt. - Wie gesagt.
Henry wird auch dort sein. Und ich komme, wenn ich Zeit habe.
Möchtest du einen Freund mitnehmen? Vielleicht Edmund?
Edmund? - Ja.
Ihr geht doch in die gleiche Klasse.
Ich schaff den Rest nicht.
"Mein Vater ist Wärter im Gefängnis von Komla."
"Davor war er in einer Schuhfabrik, aber die gibt es nicht mehr."
"Er war sehr nachdenklich in diesem Frühling."
"Aber das waren wir wohl alle."
Los, bewegt euch! Na los. Los! Der Ball ist rund, Dagalbert.
Ich beobachte dich, Karlsson! "Ich mag Sport nicht so sehr."
"Ich lese lieber ein Buch, als dass ich 100 m laufe."
"Doch dann wurde Berra Albertsson Trainer der Handballmannschaft."
"Das musste ich mir unbedingt ansehen."
"Berra war eine lebende Legende. Er hatte über 150 Länderspiele."
"Alle Tormänner der Welt hatten Angst vor seinen Strafwürfen."
"Ich sah sie zuerst, und dann sah ich nichts anderes mehr."
"Plötzlich wusste ich, dass es einen Sinn im Leben gab."
"Und dass Gott mich aus gutem Grund heute hierher geschickt hatte."
Träumst du, Erik?
Hey, Henry.
Er ist ein Arschloch.
Wer? - Berra Albertsson.
Der Trainer? Wie meinst du das? - So, wie ich es sage.
Berra ist ein Arschloch. - Wieso? - Gewisse Dinge weiß man, Bruder.
"Henry ist Reporter. Er weiß alles."
"Er sollte studieren und was werden."
"Aber dazu kam es nicht."
"Er ist abgehauen und über ein Jahr lang zur See gefahren."
"Er kam als Seemann wieder nach Hause."
"Er hatte genug von dem Meer und fing dann beim Kurier an."
"Er nahm eine Wohnung in der Stadt. Henry konnte sehr gut schreiben."
Das mit Mutter ist schwer, was? - Was?
Mit Mutter.
Hast du sie mal besucht?
Hm?
Ich versteh dich ja. Jedenfalls verbringen wir den Sommer zusammen.
Ja, Papa hat es gesagt. - Du wirst sehen, das wird schön.
Er hat gesagt, Edmund soll auch mitkommen.
Edmund! Was für ein Name. Wer ist das?
Ist in meiner Klasse. Ich kenne ihn nicht gut.
Man kann die Menschen nicht nach ihrem Namen beurteilen.
Ich hatte eine Braut in Amsterdam. Die hieß Frieda Arschel. - Was?
War gar nicht so übel. - Frieda Arschel.
Die war ein Hammer. Echt klasse.
Sind hier viele Kinder!
Bruderherz, nicht vergessen. - Was?
A man has got to do what a man has got to do.
Oh, hallo, Edmund. - Hallo.
Mein Vater hat mir was gesagt. - Ich hab es gehört.
"Er war ein unbeschriebenes Blatt, das wurde mir jetzt klar."
"Wir gingen nur dieses letzte Jahr in eine Klasse."
"Ich kannte ihn nicht. Er sollte 6 Zehen an jedem Fuß haben."
"Eine große Modelleisenbahn und unglaublich viele Western-Romane."
"Aber ich wusste nicht, ob diese Behauptungen wahr waren."
"Sein Vater war Gefängniswärter. Da fand sich die Verbindung."
"Er hatte das letzte Jahr mit meinem Vater zusammengearbeitet."
"Da sprachen sie wohl über den Sommer. Und über andere Dinge."
Was soll denn das werden? - Ein Fisch, das siehst du doch.
Was willst du mit einem Fisch?
Ist für meine Mutter. Sie hat Sonntag Geburtstag. - Aha.
Na ja, sie mag Fische.
Ich glaub, ich bepiss mich. Seht mal!
"Urplötzlich lässt sich der Engel wieder in meinem Leben nieder."
"Und ich dachte, sie wäre nur ein Traum gewesen."
"Aber wir waren viele in diesem Traum."
Kim Novak! Sie fährt mit ihrer Puch direkt auf den Schulhof!
Ich glaub, mich tritt ein Pferd.
"Ennok hatte so was wie Epilepsie und fiel ab und zu um."
"Ich hätte es merkwürdig gefunden, wenn er das ausgehalten hätte."
"Es war nicht Kim Novak, aber sie sah aus wie Kim Novak."
"Nur viel hübscher. Ihr Name war Ewa Kaludis."
"Sie war vor den Ferien 3 Wochen unsere Vertretungslehrerin."
Die da, die würde ich eine reife Frau nennen.
Was wird das denn? - Das ist er! Ja!
Das ist Kanonen-Berra! Ich hab ihn mit ihr gesehen.
Kanonen-Berra ist ein Arschloch. - Nein, ist er nicht!
"Genezareth ist kein See. Es ist ein Haus an einem See."
"Es ist seit Tausenden von Jahren in unserem Familienbesitz."
"Warum es so heißt, weiß niemand. Eine Tante ist Miteigentümerin."
"Sie lebt in einem Irrenhaus. Ich glaube, der Name ist von ihr."
Willst du eine?
Eine Zigarette, Bruderherz?
Ein Wort zu dem Alten und ich schlag dich tot.
Als Haus kann man die Bude ja kaum bezeichnen. - Nein.
Wir müssen noch was klarstellen, was diesen Sommer betrifft. - Ja?
Ich bleibe die ganze Zeit hier. - Warum?
Ich arbeite im Sommer nicht für den Kurier. - Wieso nicht?
Ich schreib ein Buch. - Ein Buch?
Ein Buch. Ich muss eins schreiben.
Es gibt Menschen, die müssen das einfach tun.
Und ich bin so ein Mensch.
Wovon soll es denn handeln?
Vom Leben.
The real thing.
Na, vom Existenziellen.
Nehmen wir uns die Matratzen vor? - Ist gut.
Du...
Das mit Mutter, ja? - Hm.
Hm.
Glaub mir, für Vater ist es schlimmer.
Ich war gestern bei ihr. Du sollst sie besuchen.
Hat sie das gesagt? - Muss sie nicht. Sie will es.
A man has got to do... - ... what a man has got to do. Ja.
Zerdrück die Trauben nicht!
Kämm dich vorher noch mal. In der Ecke gibt es eine Toilette.
Gleich können wir rein.
Ich weiß. Aber es eilt nicht.
Nein. Da hast Recht.
Eile gibt es hier nicht.
Oh. Erik.
Wir haben Weintrauben für dich. - Ist das nett.
Na ja. - Was macht die Schule?
Läuft gut.
Hast du dir heute freigenommen? - Ja.
Und mit Papa zu Hause, läuft es da auch?
Klar. Manchmal brennt das Essen an, aber Papa wird immer besser.
Und ich entwickele mich noch zum König des Omelettes.
Ein Omelettekönig.
Ja. Besser kann es nicht laufen.
Gibt es hier eine Toilette oder so?
"Ich dachte viel über den Tod nach in diesem trostlosen Frühling."
"Darüber, was es bedeutet, tot zu sein."
"Ich habe meinen Vater gefragt. Aber er hatte auch keine Ahnung."
"Man wird sehen, sagte er."
Hör auf damit.
Was Genezareth betrifft: Es wird euch dort gefallen.
Aber ihr müsst auf euch aufpassen. Versprich mir das.
Seid vorsichtig mit dem Gas. Lass Henry das machen. - Ist gut.
Ich schau mal vorbei. Es ist alles sehr viel zurzeit.
Tja, man wird sehen. - Hallo. Was machst du da?
Hallo.
Ich war in der Bibliothek. - Ich auch.
Ich bin fast jeden Samstag hier. Ich les ein bisschen. Und du?
Ja, ich auch. Und was liest du da?
Na, Stegge, Quintin...
Kater Dickson und natürlich auch Agatha Christie.
Jules Verne auch.
Den finde ich ganz gut. - Ja. Verdammt gut.
Du, kann ich dich was fragen? - Ja.
Was wird jetzt eigentlich? - Womit?
Mit dem Sommer, meine ich.
Was soll mit dem Sommer werden?
Es ist ja wohl deine Entscheidung.
Kann ich nun mitkommen?
Klar. Natürlich. Wieso fragst du?
Sicher? - Ja. Klar, klar.
Sag, gefallen dir Züge?
"So hat es angefangen. Damals wussten wir das nicht."
"Aber so fing das an, was langsam zu dem führte, was dann geschah."
"Das Schreckliche."
Jungs? Es gibt zu essen. Beeilt euch!
Denk dran, sie ist Alkoholikerin. - Wie ist sie denn Alki geworden?
Großvater und Mutters Schwestern waren auch Suffköppe.
Sie hat 4 Schwestern, und alle sind Alkis.
Frauenzimmer dürfen keinen Schnaps. Das ist wie Schießpulver im Tabak.
Das ist des Guten zu viel, wie man in Angermanland sagt.
Du glaubst gar nicht, wie viele Mücken es da gibt.
Kann man deine Mutter nicht heilen? - Doch. Sie wird ständig geheilt.
Regelmäßig. Sie macht im Spätsommer einen Entzug oder so was.
Das soll aber niemand erfahren. Könntest du das für dich behalten?
Es ist nicht offizös. - Offiziell, heißt das.
So, bitte. Ja, kommt rein und setzt euch. Essen wir.
Ich dachte schon, ihr habt was an den Ohren. Setz dich, Erik.
Es gibt Wurstauflauf a la Sinje. Berühmt in ganz Nordeuropa.
Essen für die Götter mit kleinen Hot-Dog-Würstchen.
Schlagen wir uns voll. Bitte, Erik. Bedien dich, wie der Bauer sagt,
wenn er seine Alte mit dem Knecht im Heu erwischt.
Ah, Wurstauflauf!
Wurstauflauf ohne Gurke ist wie Liebe ohne Sahne.
Mehr Preiselbeeren, sagt das Mädchen und schmeißt das Höschen ins Heu.
"An jenem Abend wurde mir klar: Das war keine normale Familie."
"Edmund hatte erzählt, sie hätten mal hier und mal da gewohnt."
"Es hing wohl mit seiner Mutter und dem Alkohol zusammen."
"Ich glaube, ich hatte ein bisschen Mitleid mit ihnen."
"Aber der Auflauf war fantastisch, und ich aß mehrere Portionen."
Frag deine Mutter nach dem Rezept, dann kochen wir das im Sommer.
Hörst du? Gute Jungs brauchen gutes Essen.
"Unsere Klassenlehrerin, die alte Eleonora Sinting,"
"knallte beim Kastenspringen auf den Boden und brach sich das Bein."
"Und so erschien eine Vertretung auf dem Plan: Ewa Kaludis."
"Kim Novak."
"Als sie auf dem Lehrerpult saß und mit den Augen funkelte,"
"war es so, als ob massenhaft Engel im Raum herumfliegen würden."
"Später ging eine Liste rum. Wer sich dort eintrug, erklärte:"
"'Ich breche Sinting noch ein Bein, wenn sie wieder zurückkommt'."
"Im Grunde unterrichtete sie nicht. Das war auch nicht nötig."
"Sie war einfach da. Wir arbeiteten auch so wie die Tiere."
"Wenn man sich meldete, stand sie oft dicht hinter einem."
"Sie lehnte die Brüste gegen die Schülerschulter."
"Fast nur Jungs baten um Hilfe."
"Und die Luft war schwer von Parfüm und junger unterdrückter Brunst."
Objection. - Objection sustained.
Della Street. Wenn die nicht genauso aussieht wie Ewa Kaludis.
Was? Nie im Leben. Ewa Kaludis ist viel hübscher.
Aber was für Brüste! Sieh dir nur mal die Möpse an! Die sind...
Die von der Kaludis sind besser. Du hast Recht. Sie hat...
Passt auf! Wird es bald?
Hört zu. Hier möchte jemand ein paar Worte zu euch sagen.
Ich danke euch für diese 3 Wochen. Der Unterricht hat Spaß gemacht.
Ich wünsche euch allen schöne Sommerferien.
Vielleicht sehen wir uns ja wieder. - Seht mal! Kanonen-Berra.
Anderthalb Stunden! Dauert das wirklich so lange?
Ja, aber in die andere Richtung geht es wegen dem Klever schneller.
Das ist ein Berg. Den hochzulaufen, dauert allein schon 20 Minuten.
Hochlaufen?
Mit den Gurken ohne Gangschaltung ist der nicht zu schaffen.
Da bin ich mir nicht so sicher. Wie heißt es so schön?
Wer in Plattmoer gegen den Wind pinkeln kann, der kann alles.
Habt ihr da mal gewohnt? - Ja, wir haben überall gewohnt.
Das wird ein Spitzensommer, das fühle ich.
Er wird in die Geschichte eingehen. Wie heißt der Berg? - Klever.
Den schaffen wir in 10 Sekunden. Los! Genezareth, here we come!
Bei allen Elchgeweihen! Ist er das?
Nein, das ist nur der Anfang. - Kommst du mit?
Nee, Mann. Wenn du das schaffst, bekommst du ein Eis.
No further questions. Geronimo!
"Es war der erste Ferientag, und alles war leicht und sorgenfrei."
"Mit Edmund war alles so einfach. Ungewöhnlich einfach."
"Wir kannten uns nur einige Wochen, aber es kam mir viel länger vor."
Gottverdammter Buckel. Ich krieg kaum noch ein Wort raus.
Nein, setz dich da nicht hin. Ich hab da was hingekotzt.
Was habe ich gesagt? - Objection sustained.
Lass mich erst mal ausruhen.
In Sevle hatten wir einen richtigen Teufelsberg.
Aber der ist ja 1000-mal schlimmer. Machen wir eine Pause? Verdammt.
"So lagen wir am Straßenrand, auf halbem Weg den Klever hinauf."
"Ganz still."
"Ich dachte, dass mit den anderen reichlich geflucht worden wäre."
"Wir hätten Mist geredet und furchtbar angegeben."
"Aber mit Edmund zusammen konnte ich ganz still sein."
Ihr dürft wegen der Autos nicht auf der falschen Straßenseite fahren!
Das war Lasse Schiefmaul. - Schiefmaul?
Ja. Er ist so geboren. Er will Radrennfahrer werden.
Im Sommer trainiert er 12 Stunden am Tag!
Rechts kommen wir zu den Lundins, die sind lebensgefährlich. Nicht!
Ah.
Danke.
Ok, house rules. Ich wohne da unten in dem Schlafzimmer und ihr oben.
All right. - Yes.
Wohnzimmer und Küche benutzen wir gemeinsam. Es sei denn...
Genau. Es sei denn, ich bringe abends eine Frau mit.
Dann geht ihr sofort nach oben. - Gentlemen's agreement.
Gut. Einen Tag macht ihr das Essen, am anderen ich. Nur Mittagessen.
Keine Pupsportionen! Ebenso läufts mit dem Abwasch. Die Scheißtonne.
Die Scheißtonne? - Die Scheißtonne.
Je weniger wir scheißen, umso besser.
Keiner darf reinpissen. Das ist eine blöde Angewohnheit.
Dann schaffen wir es auch mit einer Leerung pro Woche.
Das heißt: ein Loch graben, hinschleppen, auskippen.
Es gibt angenehmere Jobs, ok? - Ok.
Gut. Das wars. Man muss sich nicht unnötig das Leben schwer machen.
Das Leben soll doch sein wie ein Schmetterling an einem Sommertag.
Mach mal das mit dem Auge. - Ok.
"Das Leben soll sein wie ein Schmetterling an einem Sommertag."
"Das klingt gut, finde ich. Richtig gut."
"Henry kann gut formulieren. Mein Bruder."
"Das Leben soll sein wie ein Schmetterling an einem Sommertag."
Was hat deine Mutter eigentlich? - Sie hat Krebs.
Aha. Unglück.
Wird sie sterben? - Das weiß man nicht.
"Krebs war auch eins dieser Worte. Wie 'Tod'."
Das wird man sehen.
"Wie bumsen. Krebs. Bumsen. Tod."
"Worte, über die ich nicht reden will."
"Gewisse Dinge sollte man gar nicht erst versuchen zu begreifen."
"Man sollte sie ruhen lassen. Liebe. Gehört das auch dazu?"
"Krebs. Bumsen. Tod. Liebe?"
Hallo.
Tag.
Was wollt ihr haben? - Wie wär es mit einer Bootstour?
Was wollt ihr? - Ein Brot und 200 g Fleischwurst.
Sonst noch was?
Ja, Butterkekse und 2 Liter Milch.
Du siehst aus wie ein Filmstar. Ich komm nur nicht auf den Namen.
Du aber auch! Donald Duck, oder?
Du? - Hm?
Ich denk viel über die Seele nach. Na ja, wo sie sich befindet und so.
Aha.
Ich glaube, sie fliegt herum. Im Körper.
Wenn ich z.B. esse, sitzt sie unten im Magen.
Wenn ich lese, ist sie im Gehirn.
Und denke ich an Britt Laxmann... - Ich verstehe, was du meinst.
Du hast eine Nomadenseele.
Vielleicht, weil du so viel umgezogen bist.
Wir wollen auf die Möweninsel.
Ja, ja, macht das.
Papas alte gammelige Angel, funktioniert die noch? - Please!
Ich habe keine Ahnung.
Wenn ihr einen Fisch rauszieht, müsst ihr ihn selbst ausnehmen.
Das sind ja nur 10. - Was?
Deine Zehen. Ich dachte, du hättest 12.
Hatte ich auch. 2 haben sie weggemacht.
Siehst du die Striche zwischen dem großen und dem kleinen Zeh?
Da waren sie. - Hat es wehgetan? Was weiß ich? Da war ich 6 Monate.
Denkst du manchmal über dein Leben nach? - Mein Leben?
Ja. Wie es ist und so. Im Vergleich zu anderen.
Glaub nicht.
Ob es anders verlaufen könnte, wenn du z.B. andere Eltern hättest.
Sich ein anderes auszudenken, das bringt doch nichts.
Was haben die Herren heute Abend vor?
Wir wollen ein bisschen Fahrrad fahren. Zum Lakka-Park.
Lakka-Park.
Meint ihr, ihr habt das richtige Alter für Schnaps und Prügeleien?
Tja, früh übt sich, wer ein Meister werden will.
Aha! Ich rate euch nur: Baut keinen Mist.
Ich verzieh mich. - Was hast du vor?
Ich habe einiges zu erledigen.
Übrigens: Wir brauchen ein Zeichen.
Ein Zeichen? - Falls ich eine Braut mitbringe.
Aha! - Ah, du meinst, du...
Also, wenn um die Fahnenstange ein Schlips gebunden ist, heißt das:
Ihr geht auf direktem Weg nach oben und legt euch sofort schlafen.
Und ihr bleibt oben! Ich meine, falls ihr später als ich heimkommt.
Ein Schlips?
Ein Schlips um die Fahnenstange und wir gehen direkt ins Bett.
Dann bis später.
Ein Schlips um die Fahnenstange. Ein Spitzentyp!
Blödaffe bewacht den Eingang. - Was?
Wenn der Affe denkt, ich zahle, dann irrt er sich gewaltig.
Ich hab überhaupt kein Geld.
Zweimal. - Hier.
Haben wir noch Kippen? - Ich glaub, 2. Die müssen reichen.
Mich tritt ein Pferd! Das darf nicht wahr sein!
Das gibt es nicht. Erik und Edmund. Seid ihr auch hier?
Klar. Und Sie stehen hier einsam und verlassen in der Gegend?
Einsam und verlassen. Lustig. Du bist ein richtiger Gentleman.
Hab ich von meinem Vater gelernt. Wie sagt er immer so schön?
Wenn aus dir nichts wird, Junge, dann werd zumindest ein Gentleman.
Na? Was sind das für Spanferkel?
Das sind Erik und Edmund. Ich kenn die beiden aus der Schule.
Ganz liebe Jungs. - Das glaube ich gern.
Ziehen wir endlich los. - Also dann.
Viel Spaß noch, Scheißkerle.
Nein, ich hab kein Geld! Ich hab kein Geld!
Ich hab doch gar kein Geld! Lasst mich los! Ich hab kein Geld!
Lasst los, verdammt noch mal! - Dich mache ich fertig!
Den schlag ich tot. Ich schlag dich tot!
Der schlägt dich tot. - Lass los! Loslassen, sage ich!
Was bildet der sich ein? Der kann was erleben!
Und jetzt lasst mich endlich los. - Das erlaubt er sich kein 2. Mal.
Lasst mich endlich los! Loslassen! Lasst mich los! Lasst mich!
Mach ihn fertig. Los. - Mach ihn fertig, Mulle!
Mulle. Gib es ihm, Mulle! Tritt zu!
So was Grausames hab ich noch nie erlebt!
Man schlägt keinen, der schon am Boden liegt.
Was auch passiert ist. Dann tritt man ihn nicht noch.
Das klingt ja sonderlich.
Hör zu. Er kam von hinten über ihn.
Plötzlich und ganz genau in der richtigen Distanz.
Ein Schritt im Kies. Nicht mehr als dieser eine.
Die Hand fest über den Stiel gepackt.
Dann ein kurzer, tödlicher Schwung.
Wenn Stahl auf Schädelknochen trifft, ist das Geräusch lautlos.
Eine Inversion von Geräuschen, weil es stiller als die Stille ist.
Und während der wuchtige Körper sich mit der Erde vereint,
steht die Sommernacht da. Schwer und geheimnisvoll lächelnd.
Alles fügt sich in alles. Ja, und dann hat er aufgehört.
Ist das nicht... cool? Ich meine... "Alles fügt sich in alles".
"Die Sommernacht, die geheimnisvoll lächelt". Da war noch was.
Nein. Dreh das Blatt wieder zurück. Bitte! Damit er nichts merkt.
Tut mir leid. Entschuldige. Hab nicht dran gedacht.
Hast du schon mal Schläge gekriegt? Ich meine, so richtige Prügel?
Nein. - Aber ich. Als ich klein war.
Reichlich Prügel. Von meinem Vater.
Von deinem Vater? - Albin Wester ist mein Stiefvater.
Mein richtiger Vater verschwand und er heiratete meine Mutter.
Was hat der Mutter und mich geschlagen.
Einmal hat er Mutter so geschlagen, dass sie taub wurde.
Irgendwie vergisst man das nie.
Man liegt nur in seinem Bett und wartet.
Manchmal war das Warten schlimmer als die Schläge.
Ist deine Mutter deshalb Alkoholikerin?
Ich denke schon. Er hat jedenfalls gesoffen wie ein Loch.
Von ihm hat sie es wohl. Obwohl sie erblich vorbelastet ist.
Wo ist dein richtiger Vater jetzt? - Keine Ahnung.
Er ist abgehauen, als ich 7 1/2 war.
Wo ist dein Bruder? Ich höre seine Schreibmaschine gar nicht.
Er wollte in die Stadt. Er hat was zu erledigen.
Was war das denn?
Die Lundins natürlich. Garantiert gibt es was zu feiern.
Ich weiß nicht, wie viele die sind. Die Hälfte hockt immer drin.
Das ist Ewald. Hat bestimmt Freigang.
Er kann nicht lesen. Letzten Sommer hat er 3 Häuser angesteckt.
Was? - Ich hab es nur gehört.
Er meinte damals, die Zigaretten wären ihm ausgegangen.
Aber da er noch Streichhölzer hatte...
Das ist ein Spitzensommer, Erik. In jeder Hinsicht.
Der beste, den ich je erlebt hab.
Gute Nacht.
Zwei Worte? - Leg los.
Dein Bruder.
Was denn? - Ein Mädchen.
Versteh nicht. - Wer denn?
Wovon redest du? - Mich interessiert, wer es war.
Ich habe sie nachts gehört. Sag nicht, du hast nichts gehört.
Nein. - Das hättest du erleben sollen.
Hör auf, es reicht. Das ist doch... - Ein furchtbarer Steg da unten.
Macht euch doch mal nützlich. - Yes, boss. Whatever you say.
Baut einen Ponton, ja? - Einen Ponton?
Wir haben massenhaft Tonnen hinterm Haus.
Ihr braucht nur ein paar Bretter und ein bisschen Fantasie.
Jeder kriegt 10 Kronen, wenn ihr vor Sonnenuntergang fertig seid.
Ihr geht gleich zu den Lundins und holt euch von denen einige Bretter.
Die haben doch immer massenhaft Bauholz.
Wir sollen das Holz klauen? - Ich sag mal so, Jungs:
Die haben das Holz wohl kaum gekauft, oder?
Und dafür kriegen wir 20 Kronen? - Ja!
Leg los. Steht schon im Koran. - Ja, stimmt. Genau.
Also dann.
Henry? Läuft da was mit einem Mädchen?
Ja, schon möglich.
Ist aber kein Grund, voreilige Schlüsse zu ziehen.
Auf der Welt werden viel zu viele voreilige Schlüsse gezogen.
Was macht das Buch? - Dem geht es 1 a.
Es läuft 1 a, Bruderherz.
Wenn die uns erwischen.
Dann werden wir erschossen oder Ewald macht ein Feuerchen mit uns.
Dein richtiger Vater. Weißt du, warum er euch geschlagen hat?
Er hatte eine ganz außergewöhnliche Krankheit im Gehirn.
Wenn er trank, musste er schlagen. - Warum trank er dann?
Das gehörte zu seiner Krankheit.
Er musste Schnaps trinken. Sonst wurde er wahnsinnig.
Also, er wurde entweder wahnsinnig oder er wurde wahnsinnig. - Genau.
Und dann kam es, wie es kam. - Ist das erblich?
Keine Ahnung. Ich hasse ihn trotzdem.
Willst du ihn suchen, wenn du größer bist? - Yes, sir.
Nur deshalb hoffe ich, dass er noch lebt.
Ich sage ihm nicht, wer ich bin, und bin scheißfreundlich zu ihm.
Zum Kaffee einladen. Zu Kuchen. Auf einen Schnaps.
Dann frag ich ihn nach dem Riemen, mit dem er uns geschlagen hat.
Und dann, dann kriegt er so richtig eins auf die Schnauze. Ah!
Still.
Was? Ich bin still wie ein Friedhof.
Da kommt jemand. Ein Moped.
Das ist... Ewa Kaludis ist das!
Und dein Bruder! Dann waren es die beiden, die...
Tag, Erik. Tag, Edmund. - Tag.
Wir haben ein Ponton gebaut. Mal ausprobieren?
Sehr schön. Scheint mir eine solide Arbeit zu sein.
Hm.
Ja, scheint mir auch so. Ja.
Verstehst du, was das bedeutet? Also... Also...
Dein Bruder und Ewa Kaludis! Das ist doch... Also, der muss...
Dein Bruder muss ja eine Wahnsinnsanziehungskraft haben.
Der hat sie nicht mehr alle. Mach das Licht aus.
"Henry, mein Bruder, und Ewa Kaludis, Kim Novak."
"Sie war auf unserem Ponton. Solide Arbeit, hat sie gesagt."
"Aber sie hat nicht gebadet, obwohl es ein warmer Abend war."
"Vielleicht hatte sie keinen Badeanzug dabei."
Erik, wach auf!
Hör mal. - Was faselst du? Jetzt hör doch.
Die rammeln ja, dass das ganze Haus wackelt.
Ich glaub, ich platz gleich. - Schnauze, Edmund.
So spricht man nicht über diese Dinge.
Entschuldige. Aber ich seh es mir trotzdem mal an.
Ansehen? Du tickst nicht richtig! - Aber nur mal ganz kurz.
Unten gibt es kein Rollo. Nur, damit wir auch was lernen.
Komm mit und hör auf zu quatschen. - Du tickst nicht richtig.
"Es war so unbeschreiblich schön. So schön, dass mir klar war:"
"Ich würde nie in meinem mickrigen Leben etwas Ähnliches sehen."
"Es tat weh, 14 Jahre alt zu sein und zu wissen:"
"Man hatte das Vollkommene bereits erlebt."
"Wir redeten nicht miteinander, und wir hielten Abstand."
"Wir brauchten den Abstand. Das war deutlich zu spüren."
"Wir waren zwar nicht entjungfert, aber etwas war mit uns geschehen."
"Wir mussten hinterher einfach eine Weile im See schwimmen."
Das ist eine etwas delikate Sache.
Ich hoffe, euch ist das klar.
Delikat. - Selbstverständlich.
Niemand darf es erfahren. - Klar. Diskretion. Ehrensache.
Ich verlass mich auf euch. Gut. Aber, Jungs, denkt dran:
Auch wenn ihr zwei meint, ihr wüsstet eine Menge,
so ist es doch herzlich wenig, was ihr eigentlich kapiert.
Das gilt nicht nur für euch.
Für mich genauso.
Das gilt für alle.
Stattdessen sollten wir lieber leben in... sagen wir...
Im glitzernden, funkelnden Jetzt.
Das glitzernde, funkelnde Jetzt. Genau das, was ich immer denke.
Du? - Hm?
Das mit dem Richtig und Falsch... - Hm.
Sag mal, weiß man das überhaupt? Ich meine, im Innersten.
Weiß man da, ob was falsch ist? - Klar! Doch! Das weiß man.
Jeder kapiert: Es war falsch, was Berra im Park gemacht hat.
Aber Henrys Zigaretten zu klauen, ist das nicht auch falsch?
Ja, klar. Doch.
Aber es gibt auch einen Unterschied zwischen falsch und falsch. Klar.
Aber ist es nicht falsch von Henry, Berra die Kaludis wegzuschnappen?
Weiß dein Bruder von der Prügelei im Lakka-Park?
Nein.
Frl. Kalu... ich meine... Ewa!
Das gibt es nicht!
Ich hab so ein Gefühl. - Wirklich?
Das geht schief.
Oder?
Glaubst du, er war es? - Wer soll es sonst gewesen sein?
Scheiße.
Das war so ein Spitzensommer.
Und jetzt...
Was ist mit dir? - Ich glaube, ich werde krank.
Ich kann nicht richtig schlucken. Ist sicher eine Mandelentzündung.
Die hab ich öfter.
"Das Leben soll wie ein Schmetterling sein."
"An einem Sommertag. Na klar."
"Einmal erzählte Edmund etwas über seinen richtigen Vater:"
"Immer, wenn er ihn geprügelt hat, saß er auf dem Bett und weinte."
"Ich fand das total seltsam."
"Aber ich wusste, es gibt solche Menschen."
"Die erst zuschlagen und dann weinen."
"Über sich selbst und über die, die sie geschlagen haben."
"Solche Menschen sind überflüssig."
"Ich wäre lieber ein Baum oder ein Stein als so ein Mensch."
Wo ist Henry? - Er ist in der Stadt.
Er holt ein paar Dinge aus der Apotheke. - Tut das weh?
Nein, nicht sehr. - Das geht vorbei.
In ein paar Tagen bist du wieder die Schönste auf der Welt.
Sei so lieb und guck mich nicht an. Ich sehe schrecklich aus.
Es ist unglaublich, dass man jemandem so etwas antun kann.
Soll ich dir was holen? Was zu trinken oder so?
Du bist lieb, Erik. - Ach was.
Man muss lernen, was einzustecken.
Das muss man. - Wirklich?
Du brauchst dir um mich keine Sorgen zu machen.
Ich schaff das. Ich hab schon Schlimmeres erlebt.
Schlimmeres?
Als ich in deinem Alter war und sogar noch jünger,
da kam ich mit einem Boot übers Meer.
Es war nicht viel größer als euer Kahn.
Nur meine Schwester und ich. Unsere Eltern blieben dort.
Ich weiß gar nicht, warum ich dir das alles erzähle.
Ich auch nicht.
Ich habe das von deiner Mutter gehört.
Sie ist sehr krank.
Magst du darüber reden?
Setz dich doch kurz hin. - Setz dich doch kurz hin.
Schließ die Augen.
"Ich glaube, ich saß eine Ewigkeit zwischen Ewas Beinen."
"Ich war kurz vor dem Weinen." - Du bist steif in den Schultern.
"Aber es kamen keine Tränen." - Versuch dich zu entspannen.
"Nur ein schönes leichtes Vibrieren im Kopf hinter den Augenhöhlen."
Entspann dich.
"Und für eine aufblitzende Sekunde lang begriff ich,"
"wie es wohl sein mochte, Henry zu sein. Mein Bruder."
Hallo.
Lesen, trinken und schlafen.
Daraus, aus diesen Zutaten, besteht meine Heilkunst.
Ach, ein Sprichwort aus Lappland? - Falsch. Es ist von meinem Vater.
Dem richtigen? - Nein. Von dem kommt nur Scheiße!
Ha... hallo.
Wo ist dein Bruder?
Wer? - Dein Bruder. Henry.
Ich habe ihm so einiges zu erzählen.
Er ist nicht hier. - Wann kommt er zurück?
Ich weiß nicht. Erst spät. - Spät?
Erst nachts um 12 Uhr. Er hat es aufgeschrieben.
Hm.
Sag ihm, ich bin um eins zurück. Ich hab einiges mit ihm zu bereden.
Und wenn er dann noch nicht da ist? - Dann werde ich auf ihn warten.
Hab ich es nicht gesagt? Wir haben dauernd auf das Gewitter gewartet.
Und jetzt ist es da. Scheiße. - Mist. Was sollen wir machen?
Hallo! Hallo!
Schnell, ihr müsst kommen! Kommt mit, los! Oben zu...
Hey, hey. Was ist passiert? - Da drüben liegt einer am Auto!
Ich versteh kein Wort. Was will er? - Kommt. Da liegt einer.
Dann bitte eure Namen. - Erik Wassmann.
Edmund Wester. - Ihr wohnt hier den Sommer über?
Ja.
Zusammen mit Henry Wassmann?
Deinem Bruder?
Ja.
Wann wart ihr gestern Abend im Bett?
Unterschiedlich. Ich um halb 9. Ich hatte eine Mandelentzündung.
Mandelentzündung? - Ja, aber die ist weg.
Und du? - Ungefähr eine Stunde danach.
Wachte einer von euch nachts auf?
Ich war mal zum Pinkeln draußen. - Wann?
Keine Ahnung. Keinen Schimmer. - Hast du was Besonderes bemerkt?
Nein. Nichts. - Hat es geregnet?
Nein.
Und du? Warst du irgendwann wach? - Nein. Ich glaube nicht.
Überhaupt nicht? - Nein.
War dein Bruder gestern Abend hier, als ihr ins Bett gegangen seid?
Nein.
Hast du bemerkt, ob Henry da war, als du draußen warst? - Nein.
Du hast nicht gesehen, ob Licht an war?
Ich glaube, es war aus. Aber warum fragen Sie das Henry nicht selbst?
Berra Albertsson. Wisst ihr, wer das ist?
Wir haben ihn schon mal gesehen. - Wo?
Hier und da. Im Lakka Park z.B. - Er hat euch hier nicht besucht?
Berra Albertsson? Der war nicht hier.
Seid ihr euch auch bestimmt sicher,
dass ihr Berra Albertsson hier in der Gegend nie gesehen habt?
Absolut sicher. - Ja. Nur im Lakka-Park.
Das ist unglaublich. Wir müssen an eure Sicherheit denken.
Ja. Ihr könnt nicht hierbleiben. Unter keinen Umständen.
Mit der Ruhe. Nicht gleich übertreiben.
Wie in drei Teufels Namen sollen wir denn ruhig bleiben?
Ist der verrückt geworden? - Macht, was ihr wollt. Ich bleibe.
Unglaublich!
Kochen wir einen Kaffee und unterhalten uns in Ruhe.
Wenn man plötzlich so was sieht, ist man ganz erstaunt.
Deshalb bin ich vom Rad gefallen und hab mich verletzt. Das sind sie!
Die aus dem Haus. Die da waren.
Danke. - Hallo! Erik und Edmund.
Was kriegt ihr denn heute? - 2 Liter Milch, bitte.
Und ein Abendblatt. - Ausverkauft.
Der Express leider auch. Was meint ihr? - Was?
Es war doch in eurer Nähe. Wer hat das wohl getan?
Ich weiß es nicht. - Ein Wahnsinniger. Ein Verrückter.
Details, ja.
Es ist immer so, dass man über die Details zum Ganzen kommt.
Zur ganzen Wahrheit. - And nothing but the truth.
Ich will mit jedem einzeln reden. Du kannst eine Weile verschwinden.
Nein. Warte kurz. Warte. Habt ihr hier viel Werkzeug?
Wir sind vor allem interessiert an einem größeren Hammer.
Einem großen Hammer oder einem kleineren Vorschlaghammer.
Weißt du, ob so etwas im Haus ist?
Nein.
Ja, wir haben einen Hammer. Einen kleinen.
Und auch einen Vorschlaghammer. Damit haben wir den Steg gebaut.
Such den kleinen Vorschlaghammer. Ich unterhalte mich mit Erik.
Dann kommen wir jetzt zu einem anderen Detail.
Ein gewisses Fräulein Ewa Kaludis.
Ja.
Ich will wissen, ob du sie kennst.
Wir hatten sie als Vertretung in der Schule. Im Mai und im Juni.
Weißt du, dass sie zusammen war mit Berra Albertsson?
Ja.
Hast du sie noch mal gesehen im Sommer?
Nein. Ja, doch. Einmal im Lakka-Park.
Hallo!
Ich will mit euch reden. Kommt her.
Rogga Lundberg, Reporter.
Ich wollte zu Henry Wassmann, aber er ist wohl nicht zu Hause.
Nein, ist er nicht.
Ich hab mit Henry gearbeitet.
Ich würd gern mit ihm reden. - Ach so.
Schließlich passiert nicht jeden Tag hier in der Gegend ein Mord.
Ich schreibe darüber im Kurier. Des einen Tod, des anderen Brot.
Wir wissen nichts darüber. - Wir wohnen nur in der Nähe.
Wirklich?
Na, ich denke, Henry weiß so einiges.
Es wäre gut für euch zu wissen, was die Polizei davon hält.
Ach so.
Berra Albertsson wurde dahinten auf dem Parkplatz gefunden, oder?
In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag.
Jemand hat ihn erschlagen.
Also muss die Polizei doch denken, dass er an der Straße parken wollte.
Könnt ihr mir sagen, warum?
Ihr braucht nicht zu antworten. Es gibt nur 2 denkbare Gründe dafür.
Entweder er wollte die Lundins besuchen...
oder er wollte euch besuchen.
Vielleicht musste er mal pinkeln. - Und dann stand da ein Verrückter.
Die Polizei hat sich natürlich erst mal die Lundins angeschaut.
Die sind ihr ja nicht unbekannt.
Es spricht nicht gerade viel dafür, dass sie darin verwickelt sind.
Wie kannst du das denn wissen? Du redest eine Menge Scheiße.
Zu schade, dass Henry nicht da ist. Schade für ihn.
Sag ihm das.
Würdest du sagen, dass er...
dass er drohend aufgetreten ist?
Ja, ich denke schon. Er wollte dich irgendwie ausnutzen.
Gut, Bruderherz. Nicht schlecht. Du hast...
Rogga Lundberg ist n Stinkstiefel. Das war er schon immer.
Wie Kanonen-Berra. - Nicht ganz. Eine andere Sorte.
Es gibt so viele verschiedene Sorten von Stinkstiefeln.
Es kommt darauf an, mit welcher Sorte man es zu tun hat.
Weißt du, wo ich gestern war? - Nein.
Polizei.
War den ganzen Nachmittag auf der Wache.
Mit Lindström und noch zwei anderen Kriminalbeamten.
Sie waren sich nicht darüber einig, ob sie mich gehen lassen sollten.
Schließlich meinte Lindström, dass ich gehen könnte.
Die Sache mit Rogga Lundberg, die wird entscheidend sein.
A man has got to do... - Genau. Sehr gut, Bruderherz.
Warum sollte man sein Schicksal in die Hände solcher Typen legen?
Solche wie Rogga Lundberg.
Ich frage mich, ob das Schwein auch bei ihr gewesen ist.
Komm endlich, Erik.
Ewa Kaludis verbrachte also 2 oder mehrere Nächte in eurem Sommerhaus.
Zusammen mit deinem Bruder.
Sind wir uns da einig?
Du wusstest, dass Ewa Kaludis verlobt war mit Berra Albertsson.
Ja.
Fandest du es nicht merkwürdig,
dass sie bei deinem Bruder war statt bei ihrem Verlobten?
Habe ich nicht so viel drüber nachgedacht.
Der 9. Juli. Erzähl mir vom 9. Juli.
Der Tag vor der Nacht, in der Albertsson ermordet wurde.
Ich weiß das nicht mehr so genau. Es war gar nichts. - Es reicht!
Ich will das Gequatsche nicht länger hören.
Ich will die Wahrheit hören!
Wir wissen, dass Ewa Kaludis an diesem Abend Henry besucht hat.
Und wir wissen auch, dass du das weißt.
Wenn du deinem Bruder die Dinge ein bisschen erleichtern willst,
dann erzähl uns, was passiert ist.
Also?
Aber ich hatte keine Ahnung, dass Ewa Kaludis da war.
Wir sind früh schlafen gegangen. Nicht mal wach war ich nachts.
Hör mal. Lass uns lieber gehen. - Jetzt komm. Los!
Erik und Edmund. Wie schön! Kommt doch rein.
Wollt ihr was zu trinken? - Ja, danke. Gern.
Das ist doch... Ist das nicht Ingo? - Hm.
Autsch.
Vielen Dank.
Unser herzliches Beileid. - Ja. Vielen Dank.
Henry wurde heute verhört.
Weiß er, dass ihr hier seid? - Henry? Nein, nein.
Es lief nicht gut zwischen Berra und mir. Ihr fragt euch sicher...
Nein. Wir wissen so wenig.
Ich sag mal so: Der Mensch denkt und Gott lenkt.
Ewa, ich würde dich gern was fragen.
Ja?
Warst du in der Nacht da? Da draußen?
Du meinst, in "der" Nacht?
Ja.
Ja, ich war da.
Weiß die Polizei das? - Nein.
Es ist besser, wenn die Polizei nur wenig über mich und Henry weiß.
Stimmt.
Henry schafft das schon. Er ist zweimal zur See gefahren.
Ich würde ihn gern besuchen. Aber das geht natürlich nicht.
Doch du kannst ihn... Grüß ihn bitte von mir.
Und sag ihm... Sag ihm, dass alles gut werden wird.
Und er soll sich keine Sorgen machen um mich.
Ja, genau so. "Alles wird gut", sagst du.
"Und mach dir keine Sorgen meinetwegen."
Zwei Worte? - Ja, klar.
Ich fahre. - Nach Aarked?
Morgen früh.
Wie schön. - Wunderschön!
Ein Wort. - Egal.
Ein Spitzensommer, Erik. Trotz allem.
Mach noch mal das mit dem Auge. Bitte. Noch ein letztes Mal.
Nein. Jetzt nicht.
Machs gut, Edmund.
Man darf nicht den Mut verlieren.
Wenn man ihn einmal verloren hat, findet man ihn so schwer wieder.
Und du, Erik? Wie geht es dir?
Tja, geht schon. - Du bist eine Taube, Erik.
Und Henry ist der Adler.
Auf dich müssen wir aufpassen.
Ich glaube, ich muss aufs Klo.
"Das Leben soll sein wie ein Schmetterling an einem Sommertag."
"Bei der Beerdigung meiner Mutter trug ich zum 1. Mal einen Anzug."
"Ich hatte die ganze Nacht geweint und hatte keine Tränen mehr."
Herzliches Beileid, Erik.
Du bist ein bisschen zu jung, um die Mutter zu verlieren.
Aber ihr seid vielleicht älter, als man glaubt.
Du und dein Freund. Falls du weißt, was ich meine.
Hallo, Erik.
Hallo.
Wohin gehst du? - Nach Hause.
Hast du es eilig? Oder können wir reden? - Ja, klar.
Wie geht es Henry? - Gut. Sie haben ihn freigelassen.
Aus Mangel an Beweisen. Er wohnt in Göteborg.
Das habe ich gehört. Ich hab gar nicht seine Adresse.
Vielleicht kannst du ihm diesen Brief von mir geben. - Ok.
Danke. Das ist nett.
Wie geht es dir eigentlich? Du besuchst jetzt die Realschule?
Ja. - Gefällt es dir? Na ja, es hält sich in Grenzen.
Und Edmund? - Wir haben nur noch wenig Kontakt.
Erik?
Sag mir, wer es war. - Was?
Warst du es oder war es Edmund, der Berra getötet hat?
Einer von euch muss es gewesen sein.
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