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-[leises Plätschern] -[Enten quaken]
-[Gummischuhe quietschen] -[Enten quaken]
[Musik: "Ogni Giorno" von Agnes und Andrej Melita]
[Ente quakt]
Raus aus meinem Becken!
[Uhr tickt]
[Uhr tickt]
Karte?
[er grummelt]
Oh!
[fröhliches Schreien]
-[Kinderstimmen] -[Planschen]
[Rufe von spielenden Kindern]
Frau Bogner.
Auf Bahn sechs ist Kraulen verboten.
-[Klick] -[Kinderstimmen verstummen]
So, Frau Bogner. Damit stehen Sie kurz vorm Hausverbot.
[Mädchen] Hey, kannst du endlich springen?
Ich kann. Ich will. Ich werde.
-Jetzt mach halt. -Du nervst, du Klotaucher.
-Seid ruhig. Ich muss mich konzentrieren. -Jetzt mach halt. Ist doch nix dabei.
-[Pfiffe] -[Mädchen] Der Depp springt nicht!
Der macht mich wahnsinnig.
Ich beiß' ihn gleich.
Herr Rieger! Sprungturm! Nicht Stehturm!
Dr. Rieger, Herr Bademeister! Dr. Rieger!
Schwimmmeister, Herr Rieger!
Dr. Rieger, Herr Bademeister.
Schwimmmeister!
-Sie springen jetzt, sonst… -Sonst was? Was sonst?
Sonst lernen Sie mich kennen!
Typen wie Sie kenn ich schon. Die will keine Sau kennenlernen.
Alles klar.
[Dr. Rieger] Lassen Sie mich los! Ich war kurz davor zu springen.
[Schwimmmeister] Ich war kurz davor, Ihnen Hausverbot zu erteilen.
Seit Monaten blockieren Sie meinen Sprungturm!
[Dr. Rieger] Ich hab mir ordnungsgemäß 'ne Jahreskarte gekauft!
Damit bin ich berechtigt, zur Nutzung sämtlicher Geräte
[leiser werdend] und darunter gehört auch der Fünf-Meter-Turm…
Ruhe!
-[Männer verstummen] -Oh shit.
Fokus. Männer.
Fo-kus.
Süddeutscher Pokal.
Wir trainieren die Tage nicht.
Wir zerstören.
Wir zerstören die Ablenkungen, die Ausreden, den Schweinehund.
Verstanden?
[zusammen] Ja, ja.
Was tun wir?
Wir zerstören die… [reden durcheinander]
Und den Schweinehund! Yeah!
Und jetzt raus mit euch. Parcours.
Der Letzte macht 15 Liegestützen.
[Spieler] 15?
Musst ja nicht der Letzte sein.
-Ich will Paraden sehen. -Scheiße.
[angestrengtes Atmen]
Ey! Hier ist Rudeljoggen verboten!
-Wir stehen im Finale! -Wir müssen trainieren, Alter.
-Aber nicht auf meiner Liegewiese! -[Spieler] Geh weiter!
Ihr… Ihr stört die Badegäste.
Es ist gar keiner da!
Weil sie sich von euch gestört fühlen!
-[Spieler] Vielleicht liegt's an dir? -Ich jogge nicht.
-Herr Schwimmmeister. -Frau Wilhelm.
Was ist hier los?
Tut mir leid, aber Regel ist Regel. Da sind mir die Hände gebunden.
Am Wochenende ist Finale.
Wir müssen gewinnen. Das erfordert besondere Maßnahmen.
-Natürlich, aber… -Also kein Joggen?
Wenn, nicht als Rudel.
[Pfiff]
[spannende Musik]
[Pfiff]
[Pfiff]
[Pfiff]
[Pfiff]
[Pfiff]
[Pfiff]
[Pfiff]
[Enten quaken]
[Ente schnattert]
[Frau] So ist recht. Immer der Bürgermeisterin die Füße küssen.
Was wollen Sie jetzt?
-Da hat uns jemand vergessen. -[Schwimmmeister] Hey!
[schreit] Was machen Sie da? Das Schild hängt nicht zum Spaß hier!
-Herr Kruse, wir schauen uns kurz um. -Nur kurz?
Steht auf dem Schild irgendwas von kurz?
Glauben Sie, die Bakterien denken sich:
"Ach so, nur kurz. Ja, dann".
Nein, Herrschaften. Schuhe aus! Und Strümpfe!
-[Bürgermeisterin] Herr Kruse. -Er ist nicht ganz sauber.
Sie als Bademeister wissen's doch am besten.
-Äh, Schwimmmeister! -Schwimmmeister.
Das Bad ist in einem katastrophalen Zustand.
Das sag ich schon ewig.
Die Filteranlage ist nicht aufm neusten Stand.
Ich bräuchte neue Liegen. Und was den Sprungturm angeht…
-Was meinen Sie? -Mhm.
[Bürgermeisterin] Könnten Sie dem Gemeinderat eine Liste machen,
-mit den ganzen Baustellen hier? -Natürlich.
Das wird aber 'ne lange Liste.
Ja, umso besser! Das erspart uns viel Arbeit.
So! Und alle wieder die Schuhe an!
Wie? Warum jetzt wieder Schuhe an?
19.04 Uhr, Herr Dengler.
Ich hab's schon mal gesagt. Er ist nicht ganz sauber.
-[Baustellenlärm] -[Gemurmel]
Bro! Hey!
[auf Englisch] Was geht?
[auf Englisch]
Du Arsch!
-[Bauarbeiter] Ha'mma Urlaub oder was? -Sorry.
[auf Deutsch]
[auf Englisch]
Grüß Gott. 'tschuldigung für die kurze Verspätung.
Gehen wir gleich rein in die gute Stube, oder?
Keine Angst, wenn das Haus fertig ist, gibt's natürlich Türen.
Hey! Geht's noch? Helm aufziehen! Da ist Helmpflicht!
-Alles klar, Chef! -Net du, der andere!
Alles klar, Chef!
[Herr Dengler] Meine Damen und Herren, willkommen zu Hause.
Mann!
Zu Hause ist ja nicht nur ein Ort.
Hey, hey, hey!
[Klappern]
Zu Hause ist ein Gefühl.
[Schreie]
Wie fühlt's sich an?
[Knall]
Wir lieben es, Herr Dengler.
Das freut mich.
[Schreie]
-[Knall] -[Mann schreit]
[Schreie]
-Einen Augenblick, bitte. -[Mann draußen] Was ist da?
Was ist denn da los?
Alles in Ordnung!
[Kichern]
Bah! Sag's amal, spinnt ihr?
Oh. Sali…
Ihr seid gefeuert!
Aber ich arbeite hier gar nicht.
Schleicht's euch!
Perfekt. Danke. Danke!
So, ihr zwei Ingenieure. Das ist Programm Nummer vier.
Platinen-Wäsch mit Aktivschaum und Versiegelung.
Das heißt ihr habt zwei Minuten. Wo ist er? Rüber min Silber.
Hey, komm. Money, money.
Raus aus Europa kost doppelt.
[Mann] Danke.
Des is des Beste, was ma mit Geld mochen kann in diesen Zeiten:
Ausgeben!
Des letzte Hemd hat keine Toschen, hoast's! Gä?
Wann geht es los?
Du redst nur, wenn i di was frog. Ois kloar?
'tschuldigung.
Damit's ka Reklamation gibt: das Grenzgebiet ist militärisch abgeriegelt.
Des heißt Schweinsgalopp!
Da müsst's schnell sein wie Hermann Maier in Nagano 98. Hobt's mi?
Des war jetzt 'ne Frage.
-Ja! Wir haben alles verstanden. -Ja, ja.
Die Batscherln könnt's dahom lossn. Festes Schuhwerk, okay?
Dokumente gehen a keine mit. Und Geld packt ihr wasserdicht ein.
Wasserdicht? Wir nehmen ein Boot?
Sogamoi, ham's dir ins Hirn gschissn, oder wos?
[beängstigende Musik]
Alles militärisch abgeriegelt dort. Da fahrt a Boot an Fluss auf, oder?
Fetzenschädel.
Kommt! Aussteigen! Was ist, seids aus Zucker? Kommt.
Könnt schon üben!
[auf Englisch]
Komm.
[Frau auf Deutsch] Herr Dengler, überlegen Sie sich's noch mal!
Wer mich kennt, weiß, ich bin kein Rassist,
aber er hat sich total daneben benommen.
Das stimmt nicht!
Ich weiß, aber ohne Job droht Sali die sofortige Abschiebung.
Ich hab ihm ja Arbeit gegeben.
Er hätte sich dankbar zeigen können. Für mich ist die Sache erledigt.
Verstehe. Wiederhör'n.
Er is so'n Arschloch.
[Herr Dengler] Bitte, was ham Sie gsagt?
[leise] Fuck.
-"Arschloch" hab ich gesagt. -[Piepton]
Sali. Da hättest du mehr Dankbarkeit zeigen können.
Das war der vierte Job.
Nix Job. Das war Ausbeutung! Ich mag das nicht mehr.
"Ich mag das nicht mehr." Das ist, was die hören wollen!
Dein Widerrufsverfahren läuft und Kirchenasyl wird schwieriger.
Kirchenasyl. Immer Widerrufsverfahren.
Immer die gleiche Frage. Seit vier Jahren!
-Und nie sicher, dass ich kann bleiben. -Wir dürfen jetzt nicht aufgeben.
Du hast 'ne Quali und kannst besser Deutsch als andere.
-Andere Flüchtlinge haben andere Probleme. -Nicht die Flüchtlinge, die Bayern.
Hier. Ausfüllen. Abschicken. Das entscheidet, ob du bleiben darfst.
Die Polizei holt dich in der Nacht, wenn was fehlt.
Und vergiss nicht wieder die Rückseiten.
Ihr Deutschen und eure Rückseiten.
Können wir dich denn schnell unterbringen?
In ein Büro. Wie hier. Hm?
[Sachbearbeiterin] Altenpfleger. Oder Müllabfuhr. Bauhof.
Kanalreinigung.
Kläranlage.
[Sali] Ist das mit Schwimmen?
Ja, genau.
Zu meinem Bruder willst du ganz bestimmt nicht.
-Wieso nicht? -Nee, da will keiner hin.
-Doch. -Nein, glaub mir, da will keiner hin.
-Doch. -Nein.
-Frau Bettina, doch. -Nein. Warte mal…
Kannst du schwimmen?
[schnappt nach Luft]
Den kannst du wieder mitnehmen, Tönnchen!
[Bettina] Nenn mich nicht so!
Er braucht 'nen Job und du brauchst Hilfe.
Schau ihn dir an! Er kann nicht mal schwimmen.
Dann bring's ihm bei. Er kann dir bei 1000 Sachen helfen.
Ach ja? Bei was denn?
Fassade streichen? Hecke schneiden?
Das wollte Frankenbrunner machen. Das hat er verspochen.
-Karl! -So einen will ich nicht!
-Ich kann euch hören. -Der macht Probleme, das seh ich.
-Du nimmst Sali, ansonsten… -Ansonsten was?
Ansonsten kannst du deine T-Shirts selber bügeln.
-Aber… -[Stange scheppert]
Tönnchen!
Mein Bügeleisen ist kaputt, Tönnchen.
[Karl schreit]
[Bettina] Nenn mich nicht so!
[Karl] Aber… Bettina!
Ich kann schneiden die Hecke. Ich mach alles. Auch bügeln.
Nur wenn du den Freischwimmer in einer Woche bestehst.
Keine Problem.
Was ist der Freischwimmer?
100 m unter zwei Minuten. 50 m Abschleppen.
Beide bekleidet.
Und andere Aufgabe nackt?
-'türlich nicht! -Und wie lerne ich schwimmen?
Hier. Steht doch alles drauf.
Und jetzt? Was mach ich jetzt?
Zieh dich um. Zeit für die kleine Runde.
[lustige Musik]
[Ente quakt]
[Karl] Mitkommen!
Einkreisen!
[Enten schnattern]
[Karl] Da versteckt der sich also.
Das kannst du demnächst mal abreißen.
-Aber die armen Enten leben da. -Die armen Enten?
Die Kackvögel scheißen mir mein Becken voll.
Los, mitkommen!
[lustige Musik setzt wieder ein]
[leichtes Maschinengrollen]
Chef, was ist das?
Da kommen die Eisen-drei- und Aluminiumsalze rein.
Wobei ich ja ganz gern auch organische Polyamine nehme.
Die bilden aus den Kolloiden größere Mikroflocken.
-Kannst dir gleich mal merken. -Ja, Chef.
-Weißt du, was das da ist? -Äh, nee.
Fass mal an.
-[Rohr zischt] -[Sali schreit] Autsch, Chef!
Was soll das?
Das passiert, wenn du hier was anfasst. Ich sag dir, wenn du mir Probleme machst…
-Ja ja, jeder Flüchtling macht Probleme. -Nein, nicht jeder Flüchtling. Du.
Du machst Probleme.
Ich sag dir, ich erkenn 'nen Kandidaten, der Probleme macht.
Ich auch.
Manchmal.
[Rieger] Ich kann. Ich will. Ich werde.
So. Jetzt kannste was lernen.
Herr Rieger, verdammt!
Himmel, Arsch und Zwirn. Dr. Rieger, verdammt!
Jetzt kannst du notieren, Regel Nummer eins:
"Schwimmmeister setzt sich immer durch". Runter da!
Leiter. Oder weg! Ich zähle bis drei!
Ich bin kein kleines Kind mehr!
Regel Nummer zwei: "Null Toleranz". Jeder Aufstand führt zum Chaos.
Eins!
Zwei!
Ich lass mich nicht von Ihnen terrorisieren.
Das ist hier ein Frei-Bad!
Regel Nummer drei: "Arschbacken zusammen und durch."
Drei!
-Sie machen jetzt 'nen Abflug! -Ich mache keinen Abflug!
Ich hab's hier. Schwarz auf weiß.
Hier steht's: "Uneingeschränkt berechtigt …"
-[Krachen] -[erschrockene Rufe]
Regel Nummer vier: "Ruhe bewahren, Krankenwagen rufen,
Telefon ist immer im Büro."
-Äh… -112.
[Platscher]
Das Schien- und Wadenbein hat er sich gebrochen.
Und vier Rippen.
Gebrochene Rippen tun nur weh, wenn man lacht.
Der Rieger lacht nicht.
Für den Beinbruch kann ich nichts.
Da ist er selbst schuld, weil er von der Trage gefallen ist.
-Sie müssen sich entschuldigen. -Wieso denn?
Ich kenn Dr. Rieger, er ist vom Naturschutz.
Er mischt sich überall ein und ist lästig wie ein Borkenkäfer.
Wenn er uns verklagt, ist die Hölle los.
Ja, aber… Was soll ich denn machen?
Kaufen Sie Pralinen oder Blumen… oder 'nen Honig!
Honig?
Herrschaftszeiten, stellen Sie sich nicht so an!
Ich hab schon gehört…
Jetzt reißen Sie sich bissl zam.
Sie sind mal nett und entschuldigen sich. Das können Sie doch, oder?
Selbstverständlich kann ich nett sein! Fragen Sie die Gäste im Bad!
[Sali] "Sali, die holen dich mitten in der Nacht."
[Sali pustet]
[melancholische Klaviermusik]
Scheiß auf Rückseite.
[auf Englisch] Oh, Scheiße!
Kalt.
[Drehverschluss quietscht]
[tiefes Grollen]
[gedämpfter Platscher]
[mysteriöse Musik]
Fuck!
[Bürgermeisterin] Also, kommen wir zum letzten Sitzungspunkt.
19.1. Die Zukunft des Grubberger Freibads.
Wie Sie wissen, ist die finanzielle Situation sehr problematisch.
-Der leitende Bademeister Herr Kruse… -Schwimm! Schwimmmeister!
Schwimmmeister Kruse hat uns eine vollständige Sanierungsliste gegeben
und ich kann nur sagen,
die finanzielle Situation ist weitaus schockierender als anfangs gedacht.
Deshalb wird uns nichts anderes übrig bleiben,
als das Freibad zu schließen.
[Gemurmel]
Schade, aber es geht halt nicht anders, gell?
Du bist so ein Volldepp!
-Aber Frau Bürgermeisterin… -Herr Kruse, setzen!
Wir haben eine gesellschaftliche Verantwortung.
-Setzen! -Nein!
-Das Freibad… -Herr Kruse!
-Nein! Ich setze… -Punkt!
Lieber Herr Kruse, wir können es uns einfach nicht leisten.
Auch wir haben für unsere Gemeinde eine Verantwortung.
-Frau Bürgermeisterin… -Ruhe!
In der nächsten Sitzung beschließen wir,
wie das Grundstück weiter genutzt wird.
Liebe Frau Bürgermeister, werter Gemeinderat,
ich hab mir erlaubt, einen Plan auszuarbeiten.
Wie wäre es, wenn ich Ihnen das Freibad wegreiße
und dafür exklusive Townhouses im Landhaus-Stil hinstell?
Chef? Chef!
Ah, Chef hier bist du.
Was kann ich machen?
Chef?
Ich muss nachdenken.
Okay.
[Karl seufzt]
-Äh, fertig? -Nein! Himmel…
Kannste nicht allein irgendwas finden?
-Ich wollte nur fragen… -Ich wollte!
Euch geht's immer nur ums Wollen!
Aber ihr müsst auch mal das Müssen wollen!
Wer, wir? Das muss ich mir nicht anhören.
Nicht ihr Flüchtlinge. Was hast du immer mit Flüchtlingen?
-Ich hab gar nicht Flüchtling gesagt! -Ich auch nicht!
-Dann ist ja alles gut! -Nein, nichts ist gut!
Deshalb muss ich nachdenken.
Komm, geh jetzt! Geh!
Geh und… reiß den Elefanten ab.
[Sali] Wieso redet er so mit mir? Ich habe nichts getan!
[Motor knattert]
[Seil vibriert]
Ach, komm…
-Komm schon! -[Motor brüllt auf]
Herr Schwimmmeister.
Ah, Frau Wilhelm. Was kann ich für Sie… Frau Wilhelm.
-[Knall] -[Sali schreit]
-Ich habe Sie vermisst. -Ja? Wirklich?
Leeren Sie nicht um 18 Uhr die Mülleimer?
-Ach so… -[Sali hustet]
-Wenn ich Sie nicht hätte! -Wir sind, was wir wiederholt tun.
-Hat mein Vater immer gesagt. -Schlauer Mann.
-Er ist tot. -Oh, verstehe.
-Das Bad soll geschlossen werden? -Hm? Äh…
-Das ist inakzeptabel. -Ja, natürlich.
-Wir müssen kämpfen. -Ja, natürlich!
Unterschriften.
Die Schwerter der Demokratie. Verstehen Sie?
-Ich verstehe. -Ein Bürgerbegehren.
Frau Wilhelm! Das ist es!
[Karl] Bettina!
Wir müssen kämpfen!
Wir müssen… Die Schwerter der Demokratie!
-Ich brauch 'ne Bürgerwehr. -Bist du jetzt total bekloppt?
-Komm, wir machen zu. -Jetzt schon?
Ich brauch Unterschriften.
-Ach so! Du meinst Bürgerbegehren! -Na, klar!
-Das ist 'ne ganz dumme Idee. -Wieso?
-Die Bürgermeisterin hasst Bürgerbegehren. -Tönnchen, du musst mir helfen!
Sag noch ein Mal Tönnchen.
Bitte.
[Karl wimmert]
Kassen sind leer. Du musst dir was anderes ausdenken.
Hier im Rathaus suchen sie 'nen Hausmeister.
Bade- oder Hausmeister ist doch scheißegal.
Ich bin Schwimmmeister, so wie Papa.
So wie er bist du geworden. Herzlichen Glückwunsch.
Oh…
Tönnchen! Äh, Betti! Betti!
Mann. Das Freibad ist mein Zuhause. Was soll ich machen?
-Dir wird was einfallen. -Wie viele Unterschriften brauch ich?
-So 600? -600?
Bist du bescheuert? Wo soll ich denn 600 Unterschriften herkriegen?
Sammeln.
[Musik: "Ogni Giorno" von Agnes und Andrej Melita]
[verschiedene Türklingeln summen]
Servus. Grüß Gott. Sie kennen mich. Ich bin der Schwimmmeister. Und…
Bringst du die Pizza?
Ne, aber was zum Unterschreiben. Da dürfen auch Kinder unter…
-[Hund bellt] -[Karl schreit]
Servus, Franz!
Ich hab hier 'ne ganz tolle Sache.
Hallo, Herr Frankenbrunner! Ich hab was zum Unterschreiben.
Franz. Wegen der Rettung vom Freibad.
Hallo?
Du warst selber schuld! Du warst nicht reif fürs Seepferdchen!
-Hallo? -[Musik endet abrupt]
[Fliegen schwirren]
Ach, du Scheiße!
[seufzt]
[freche Musik]
-[Fliegen schwirren] -[Karl kichert]
[Musik endet]
[Sali atmet laut]
-[Sali schnappt scharf nach Luft] -[bedrohliche Musik]
[Sali hustet]
Dreh dich. Dreh dich um! Okay.
-Ich hau noch mal, ja? -[Sali schreit]
Okay.
-[Sali hustet] -Geht's wieder?
-Geht's wieder? Okay. -[Sali] Ja. Danke.
Oh. Danke!
[Uhr tickt]
Frau Bogner, wegen unseres Freibads. Ich bräuchte Ihre Unterschrift.
Oh…
[murmelnd] Ich hab… Ich hab hier…
[murmelt Unverständliches]
Chef, ich hol Brotzeit.
[lachend] Was machst du?
Wer, ich? Lesen. Darf man nicht mehr Zeitung lesen?
Ich kenn die.
Lisa? Woher kennst du Lisa?
Äh, von der Zeitung?
-Das ist doch die bekannte Schwimmerin? -Ja, die ich entdeckt habe.
"Deutscher Schwimmrekord aberkannt."
Ach! Die Lisa soll gedopt haben. So 'n Quatsch!
Sie braucht das nicht.
Die ist 100 m Schmetterling in 59 Sekunden geschwommen!
Kannste dir das vorstellen? Unter einer Minute!
Ein Naturtalent!
Die hat… Sali, komm mal her, ich zeig dir mal was.
Die hat sich nicht angestellt wie du. Da war die ganz klein, drei Jahre.
Da hat sie ihr erstes Schwimmabzeichen gemacht.
Jetzt soll das Freibad schließen.
Wo sollen dann die ganzen Talente entdeckt werden?
-Ich hol Brotzeit, ja? -Mm-hm.
[ruhige Klaviermusik]
[Klopfen]
Ich kann auch Schmetterling!
Frau Bogner, auf Bahn sechs wird nicht gekrault. Wie oft denn noch?
Ah! Sie?
-Was machen Sie hier? -Ich wohne hier.
-Wohnt hier nicht die Schwimmerin? -Nein. Hier wohnt keine Schwimmerin.
-Sicher? Karl hat gesagt… -Hier wohnt keine Schwimmerin!
-Sie haben… Ist das noch von mir? -Ja.
[Tür knallt]
Okay. Servus!
[freche Musik]
[Musik über Kopfhörer]
[leise] Hey! Lisa!
[Musik über Kopfhörer]
[Stein prallt ab]
[Musik über Kopfhörer]
[Stein prallt ab]
[Musik über Kopfhörer]
[lautes Krachen]
[Scherben klirren]
Oh mein Gott?
[Musik über Kopfhörer]
[Musik stoppt]
Sag ma, bist du bescheuert?
Sorry, wollt ich nicht… Du hast mich nicht gehört.
Deshalb haust du das Fenster ein? Wir haben vorne 'ne Tür.
Ich hab's probiert, aber dein Vater hat die Tür auf und wieder zu gemacht.
-Woher weißt du, wo ich wohne? -Karl.
-Karl? -Ich wollte Danke sagen.
Ich hab Blumen mitgebracht für dich. Hier!
[Glas klirrt]
-Danke. -Bitte.
-Kannst du jetzt wieder gehen? -Eine Sache noch…
Kannst du mir Schwimmen beibringen? Für meine Bademeisterprüfung?
Bademeister? Du? [lacht leise]
Du kannst schwimmen, ich kann nicht schwimmen.
Äh, nee.
Und jetzt geh, bitte.
-[Sali] Aber du musst mir helfen. -[sie schreit auf]
-Hast du sie noch alle? -Sali ist wie Lisa, nur umgedreht.
Das ist mir völlig egal! Kannst du bitte gehen?
Schade, weil dann muss ich was sagen, aber ich will nicht was sagen.
-Was willst 'n du sagen? -Freibad in der Nacht und so…
Und über Zäune klettern.
-Willst du mich erpressen? -Nein, nein.
Motivieren.
Sorry!
[entspannte Musik]
-Ham'ma an Ausweis? -Ham'ma.
So. Aha.
-Sam'ma farbenblind? -Sam'ma net.
Was zeigt die Ampel?
-Grün? -Nicht jetzt! Vorhin!
-Rot. -Was heißt rote Ampel in Deutschland?
-Das nix weitergeht? -Genau.
Ham'ma Regeln. Musst dich anpassen.
Danke.
Chef, gibt es nicht anderes zu tun? Was Wichtigeres?
Das Freibad wird abgerissen!
Quatsch, ich hab schon über 400 Unterschriften.
Soll ich noch mehr Leberkäse zulegen?
Das heißt Leberkaas.
-Woher kommst du? -Aus Berlin.
-[Sali grummelt] -Was denn?
-Du musst dich schon integrieren. -Ich bin integriert.
-Ja? Und wieso ist dann keiner da? -Wegen dem Wetter.
-Wo guckst du denn hin? -Die Enten kommen nicht.
-[Schritte nähern sich] -[Karl] Sie könnten jeden Moment kommen.
"Nur wer hinguckt, sieht was", hat mein Vater gesagt.
Nichts darf dir entgehen!
Gar nichts.
-Äh, Chef. -Was?
-Da… -Was ist denn?
Da…
[Schreie]
[Explosion]
[Ente schnattert]
Nein, Chef!
[lustige Musik]
[Ente lacht]
Oh!
[Enten schnattern]
[Stimmen aus der Ferne]
[Frau] Paul, nicht ausweichen!
[Frau] Nicht ausweichen, du bist Torwart!
-[Frau Wilhelm] Paul! -Ich versuch's ja.
Du musst den Ball wollen! Du musst ihn fordern!
-[Pfiff] -[Karl] Jetzt ist offizielle Badezeit.
-[Spieler] Was? -Es ist wieder mal keiner da.
-Ey, wir müssen trainieren! -Aber nicht jetzt.
-Du bist so a Arschloch. -Wollt ihr wieder Hausverbot?
Genau, was anderes kannst du auch net, gä?
So wie damals, als ich ein Mal von der Seite reingesprungen bin.
Zwei Mal, mein Freund.
Den ganzen Sommer hast du mich nicht mehr reingelassen.
Und meine Evi, die war dann mit dem Wimmer-Toni zusammen.
Deine Evi war in dem Sommer mit allen zusammen.
-Außer mit dir. So jetzt, raus, alle! -Himmel, Arsch und Zwirn!
[Zischen und Aufprall]
[Klirren]
[Zischen]
-Ah! -[keucht]
[Spieler] Woah!
[verspielte Musik]
[Pfiff]
Gib her!
[Pfiff]
Paul, gib ihm die Mütze!
Was? Ihm?
Was? Nein. Nein danke! [lacht]
-Wir brauchen dich. -Mein Chef braucht mich auch.
Was? Nein. Ich brauch dich nicht.
Frau Wilhelm braucht dich. Hast du doch gehört!
Du spielst mit!
-Aber, Chef… Ich hab… Wir haben… -Sali, du machst das jetzt.
[Karl] Ab ins Wasser.
Chef, ich hab da ein Problem.
Papperla…
[leise] Ah…
Ja…
-[lacht] Eh… Ich hab's… -[kichert]
[Gummischuhe quietschen]
Jetzt schaut euch den doch mal an. Wollt ihr wirklich mit dem spielen?
-Ey, Coach, das geht wirklich nicht. -Ja, genau.
-[Spieler] Ein Torwart mit Schwimmflügeln. -Die lachen uns alle aus.
Frau Wilhelm. Ich hätte 'ne Idee. Ich bring dem Sali das Schwimmen bei.
-[Spieler] Pff, bis zum Finale. -[lachen]
Das glaubst du doch wohl selber nicht!
Wenn ihr mir helft, Unterschriften für das Bürgerbegehren zu sammeln,
dann mach ich Sali fürs Finale fit.
Das ist hier wie im Kindergarten.
Für den Bademeister-Deppen mach ich gar nix.
Schwimmmeister-Depp, wennschon, dennschon.
[Spieler] Wenn du dann zufrieden bist, ja.
[Pfiff]
[Frau Wilhelm] Los jetzt!
[spannende Musik]
[Pfiff]
Wir haben zwei Optionen.
Entweder er…
oder er.
Haben wir 'nen Deal?
[Karl] Wir backen eine große Pizza und schieben sie hinein…
Wir backen eine große Pizza und schieben sie hinein…
[Sali stöhnt] Das geht nicht! Das geht nicht!
Also gut. Noch mal von vorn.
Schwunggrätsche explosiv, dann in der Gleitphase die Pause,
Handrückzug offen, 45 Grad.
Wir backen eine große Pizza und schieben sie hinein!
Wo ist das Problem, Sali?
Sali, du übst das jetzt, bis du es kannst.
Es liegt in deiner Verantwortung, dass ich das Freibad retten kann.
-[Sali] In meiner? -Ich muss los.
Wir brauchen ja noch Unterschriften.
Was wollen Sie jetzt? Das ist hier immer noch mein Zuhause.
[Herr Dengler] Ist Lisa bei Ihnen? Schwimmt die wieder?
Die Lisa. Schwimmt die wieder?
Ih, was ist das denn? Ein Ausschlag? Bleiben Sie weg von meinem Wasser!
-Ich glaub, da geht oaner unter. -Ja?
Sali! Halt dich doch hier am Beckenrand fest.
Du kannst doch da unten stehen!
Was macht 'n der da?
Ich arbeite hier.
Du lässt deine Finger von meiner Tochter. Die hat genug Probleme. Dank Ihnen!
Lisa ist 'n Jahrhunderttalent!
Welches Jahrhunderttalent muss denn dopen?
Kommen Sie mal mit. Ich zeig Ihnen was. Los, mitkommen!
So. Bitteschön.
Was wollen Sie jetzt von mir?
Sehen Sie, wo die Lisa hinschaut?
Nach links.
Ja. Und wer ist links gestanden?
-Keine Ahnung? -Sie haben da gestanden, Herr Dengler.
Und da? Wo schaut die Lisa hin?
-Nach rechts. -Zu Ihnen!
Sehen Sie, wie Lisa Sie anstrahlt?
Und da, wo schaut sie da hin?
Keine Ahnung.
Eigentlich schaut sie gar nicht mehr. Weil Sie nicht mehr gekommen sind.
Kümmere dich doch um deinen eigenen Scheiß.
[Musik: "Mare Ciao" von Daniel Holzberg]
[Gelächter im Hintergrund]
-Na? Hier ist die Unterschriftenliste. -Servus.
Na? Wat woll'n wa?
Na, 'n Weizen… Ähm, 'n Weißbier.
-Also ein Weißbier? -Ja.
Ich will auch eins und seins tust du bei mir drauf.
-Alles auf deinen Deckel. -Richtig.
-Hey, Erwin. Danke. -Ja, ja.
Schau, Frankenbrunner? Den haste grad noch erwischt, hä?
Den graben wa doch morgen ein!
Jetzt hat er eine Anzeige gestellt.
Wer? Ach! Pah! Der Rieger.
Doktor Rieger! Was ist das da?
Das Wasserballteam hilft bei meinem Bürgerbegehren!
-Bürgerbegehren? -Ja.
Für die Rettung des Freibads. Demokratie und so.
-Es ist kein Geld da für Demokratien. -Ich hab erst gespendet.
Ja, Sie, Herr Matusek. Das war sehr vorbildlich.
Aber die anderen nehmen nur und kennen kein Geben.
Und Sie? Unterschreiben Sie auch?
Äh. Schon. Ja.
Ja. Machen Sie nur. Machen Sie nur.
Ich unterschreib morgen übrigens auch was.
Was ganz demokratisch.
Was? Moment. Was unterschreiben Sie denn?
-Ach, nur eine Ablehnung. -Was denn für 'ne Ablehnung?
Für einen Zuschuss für eine Renovierung. Nix Wichtiges.
Das war 'ne Nummer für alle Discofüchse unter euch,
aber die Mäuschen brauchen Päuschen.
Wir sehen uns nächsten Freitag.
I hol noch gschwind mein Tascherl.
-[Bürgermeisterin] Ah, Herr Sutter. -Was?
Unter Umständen wird's vielleicht 'n bissl eng
mit dem einheimischen Baugrund für Ihre Tochter.
Aber meine Tochter erfüllt doch die Voraussetzungen.
Freilich, aber nicht nur die. Andere auch.
Aber vielleicht wird's doch was. Ich drück ganz fest die Daumen, gä.
So, meine Herrschaften. Ich wünsch noch einen schönen Abend.
Und auf die Demokratie.
Hey! Das ist mein Bier!
Ach.
Von der alten Hexe lassen wir uns nicht unterkriegen! Richtig?
Was 'n los?
Die sitzt einfach am längeren Hebel.
Ober sticht Unter. Was willste da machen?
Wie, was willste da machen? Da willste kämpfen!
Ja! Mann, Erwin. Das ist doch nicht nur meine Heimat,
das ist doch auch eure Heimat! Bayern.
Wollt ihr weiter zugucken, wie alles den Bach runtergeht bei uns?
Wollt ihr das? Wollt ihr die sein?
Die euren Enkeln mal erklären müssen, was Bayern mal gewesen ist?
Weil's keine Sau mehr kennt?
Finger weg von meiner Unterschriftenliste!
[schweres Atmen]
Arschlöcher.
[Bibbern]
[Lisa] Lass doch mal das Wasser in Ruhe!
Du schwimmst da rum wie ein Bekloppter, ne?
Ja, vielleicht, weil ich untergehe.
Du kämpfst zu viel!
Und was soll ich bitte machen?
[Lisa] Schau dem Wasser in die Augen.
Dem Wasser?
[sanfte Musik]
-Geht's? -Ja, ja.
-Mach die Arme länger. Länger. -Länger? Okay.
[gedämpfte Stimmen]
[Sali atmet schwer]
Das Wasser ist nicht dein Feind, ne? Das ist dein Freund.
Mein Freund?
Komm, probier's noch mal. Das schaffst du.
Okay.
-Mein Freund. -Ja.
Mein Freund.
Arme länger.
Ha! Ich schwimme!
-Du schwimmst! -[Sali lacht] Ich kann schwimmen!
[Klavier- und Flötenmusik]
Hi, Eddie.
[erschrocken] Was machst du hier?
Aufräumen war wohl keine Disziplin auf dem Sportinternat.
Du schwimmst also wieder?
Ja, schwimme ich halt wieder.
-Das ist nicht gut für dich. -Pffft.
Woher willst gerade du es wissen?
Ich bin dein Vater. Ich mach mir halt Sorgen.
So ein Bullshit.
Das Einzige, worum du dir Sorgen machst, sind deine Kackwohnungen.
Meine Kackwohnungen haben deine Kackkarriere finanziert, junge Frau.
Stimmt einfach nicht.
Ich hab mein eigenes Geld verdient. Und zwar immer.
Ja, mit Lügen.
Und du nicht, oder was?
Du verkaufst nur schöne Wohnungen mit ganz viel Liebe und Gefühl.
Ich könnte echt kotzen.
-Ist schon recht. -Du machst mich krank.
Genauso, wie du Mama krank gemacht hast.
[Tür knallt]
[Seufzen]
[Hund bellt draußen]
Ja, ich weiß.
[traurige Klaviermusik]
Du hast recht.
[Band surrt]
[fröhliches Kindergeschrei]
[Planschen]
[Kindergelächter]
[fröhliches Geschrei]
-Hah! -Wir haben die Lösung!
[erschrocken] Sag mal, hast du 'nen Schaden?
-Nee, Lösung ham'ma. -Ja, ja.
Wir haben uns was überlegt.
Wir kaufen das Freibad.
-Mein Freibad? -Nicht deins. Unsers!
-Das ist euer Plan? -Ja, genau.
Kannst ja Bademeister bleiben.
Schwimmmeister! Jetzt hol ich ein Aschenbecher.
Dann halt Schwimmmeister. Wie auch immer. Darum geht's nicht, Karl.
Wie wollt ihr das dann machen?
Mach 'ma private Genossenschaft. Ist easy.
Vorausgesetzt wir haben ein Startkapital von 50.000.
Bescheuert.
Was ist jetzt?
Sag mal, seid ihr eh… deppert?
Fünfz…
Also, ich hab keine 50.000.
Nein, wir verkaufen Anteile.
Das ist doch das Geile an 'ner Genossenschaft.
-Also… -[Karl stammelt]
Jeder kann sich seinen Teil vom Freibad kaufen.
Wir haben 1000 Teile.
-Sprich, Gumberger? -Ehh… Häh?
-Ja? -Was?
Bei 50.000…
[stottert] Äh… Ja… Jeder zahlt dann… ähm…
Äh, jeder zahlt dann 50 Euro.
Schee, dass du Lehrer bist.
Genau, also 50 Euro pro Anteil. Habt ihr das verstanden?
-[gemeinsam] Ja. -Logisch.
Gut, dann raus mit der Kohle.
[Karl] So, meine Herren.
Jetzt müssen wir nur noch 995 Anteile verkaufen.
[verhängnisvolle Orgelmusik]
[Pfarrer] Liebe Trauergemeinde,
wir haben uns heute hier versammelt, um Abschied zu nehmen.
Abschied von…
Ne?
Wer weiß es?
Kann mir einer sagen, von wem wir Abschied nehmen?
Dem Walter Frankenbrunner natürlich.
[leises Lachen] Ja, das war sein Name.
Aber wer war Walter Frankenbrunner?
-Unser Friseur, halt. -Drei Monate hat er gerätselt.
Lebenssinn. Mit sechs Buchstaben.
[Karl] Freibad.
Freude.
Wisst ihr eigentlich, warum ich Pfarrer werden wollte?
Ich hab als Kind zu Ostern
mir immer so gern diese Jesusfilme angeschaut. Kennt's ihr die?
Aber es hat mir zu lange gedauert, bis wieder Ostern war,
und so hab ich aus der Videothek eine Kassette mitgehen lassen.
Von Der Messias.
Ich hab gestohlen! Und ich hab mich versündigt.
Aber so konnte ich mir immer wieder anschauen,
wie sie unseren Herren ans Kreuz nageln.
Und immer wieder habe ich mir geschworen: Herr, ich steh dir bei, Herr.
Ich steh dir bei. Ich werd Pfarrer.
Sind dem die Sicherungen durchgebrannt?
-Was redet der da? -Schhh.
Es ist jetzt gewiss 20 Jahr' her.
Aber vor drei Jahren, da hab ich Gewissensbisse bekommen.
Reue.
Und ich hab gewusst, ich muss diese Videokassette zurückbringen.
Aber die Videothek, die war nicht mehr da.
[Lachen]
-So eine Scheiße! -[Erstaunen]
Was mach ich denn jetzt? Ja, was mach ich denn jetzt?
Was mach ich denn jetzt?
[Orgelmusik setzt ein]
Ja, genau, Gumberger. Spui, komm, spui, hau rein!
Und wir? Wir erheben uns zum Gebet. Kommt's.
Herr… Nein danke, Konstantin.
Behüte und beschütze uns vor dem Schicksal der Videothek.
-Boah! -So auch unser Freibad.
Denn das Leben ist wie ein Freibad.
[Lachen]
Mal gibt's sonnige, mal gibt's schattige Tage.
Mal gibt's Dolomiti, und mal macht man einen Bauchplatscher.
Mal zwickt die Badehose bissl im Schritt, und mal duftet alles
nach Tiroler Nussöl.
Herr, bitte sende uns ein Zeichen.
Sende uns… Pommes.
Rot-weiß. Jawohl. Leckere Pommes rot-weiß.
Auf dass wir nicht einfach vergessen, und nicht vergessen werden,
so wie wir alle Walter Frankenbrunner vergessen haben.
Amen.
-Amen. -Amen.
Und damit aus unserem Freibad keine Videothek wird,
können Sie alle für die Rettung Anteile kaufen.
Ein Anteil kostet 50 Euro.
Kann man denn auch mehr als nur einen Anteil kaufen?
Wer hat, dem wird gegeben.
[Orgelmusik endet]
[Gemeinde verabschiedet sich]
Ah, Frau Bogner. Na?
Ihr führt doch irgendwas im Schilde.
Ach.
Das war wirklich 'ne sehr, sehr schöne Rede.
Wo is 'n unser Geld?
Das gibt's nicht. Nicht mal in der Kirche ist man sicher.
[Karl] Himmel Herrgott!
Net Fluchen in der Kirchen!
Was machen wir denn jetzt?
In meiner fünften Klasse, da is 'n Vater.
Der ist beim Fernsehen. Der soll uns helfen
Warum soll er des machen?
Weil sein Junior durchfällt, wenn ihm keiner hilft.
Dafür sorg ich.
[Karl] Du kannst 'nen Anteil vom Freibad kaufen.
[Sali] Ich hab kein eigenes Bad.
[Karl] Hier sind doch die Duschen frei.
[Karl] Frau Wilhelm! Was machen Sie denn hier?
Ich fahre zum Flaschencontainer.
Ah, schön. Sehr schön. Warum?
Ich verbrauche drei Liter am Tag. Alles muss fließen.
Meine Worte!
Meine Pumpe schafft 2,5 Millionen Liter Wasser am Tag!
Wasser aktiviert den Stoffwechsel. Reinigt alles.
In sechs Stunden reinigt meine Pumpe das ganze Wasser!
Ich sag Ihnen was!
Osmose-Wasser hat die ideale Transportkapazität von Nährstoffen.
[Karl] Ich sag Ihnen auch was!
Wenn Sie wollen, zeige ich Ihnen meine Pumpe.
[romantische Musik]
Ihr könnt das machen, und ich bringe die Flaschen weg!
Meine Flaschen? Nimmt er meine Flaschen?
Sali! Das sind Frau Wilhelms Flaschen!
Ich bring die schnell weg, ja?
Sali, das sind die Flaschen von der Frau Wilhelm!
Ich wollte nur…
Nimmt der einfach meine Flaschen…
Sorry, Frau Wilhelm.
Du kannst doch nicht einfach die Flaschen… Sali.
Chef, sie wollte ein Date mit dir.
-Pfft… Mit mir! -Ja!
Geh ihr nach!
Komm, Chef, komm! Chef, komm! Geh! Lauf!
-Ah, schon zu spät. -[lacht] Nein, Chef, komm.
Wenn Frau Wilhelm um 18.30 aus der Umkleide kommt, was macht sie?
Was macht sie? Äh, ihr Team anbrüllen.
Ja, davor.
-Ah! Die Wasserball-Tore aufstellen! -Genau!
Das ist die perfekte Zeit, um die Liegen gerade zu stellen!
Das mach ich aber erst um 19 Uhr. Das geht nicht.
Aber wir machen das mal. Ich bin Frau Wilhelm,
und du sprichst mich an. Ganz spontan.
-Spontan, ja? -[Sali] Geplant spontan.
[Sali] Perfekter pH-Wert heute.
Mit meinem Feldeffekttransistor hab ich 'ne Spannung aufgebaut,
die anhand der Gelbmembran eine ionensensitive Schicht nutzt.
-Geht's bisschen romantischer? -Romantischer?
-Ja! Du willst doch ein Date mit ihr! -Natürlich!
Also, du schiebst die Liegen gerade und sagst zu Frau Wilhelm:
"Sehen Sie, wie schön die Sonne das Wasser funkeln lässt?
Wie 1000 Diamanten in der Unendlichkeit! Aber…
Wissen Sie, was noch schöner wäre?
Wenn ich mit Ihnen heute Abend essen gehen könnte."
-Das üben wir jetzt. -Das ist gut!
-[beide lachen] -Okay, okay, okay.
Ah! Frau Wilhelm! Wie schön das Wasser…
Darf ich Silke sagen? …die Sonne funkeln lässt. Quatsch.
Frau Wilhelm! Ah!
[lustige Musik]
[gespieltes Lachen]
[Karl] Mein Wasser… sprudelt… direkt in Ihr Herz.
-Ich kann das nicht. -Mach noch mal!
Mir gefällt Ihr funkelnder Trainingsanzug.
Er passt zu meiner Bettwäsche.
Nein! Nein! Wieso? Wieso Bettwäsche?
-Ich dachte… -Wir machen es einfacher, hm?
Also, sprich mir nach.
-Frau Wilhelm, der Tag war heute so schön. -Frau Wilhelm, der Tag war so schön.
Aber perfekt wird er, wenn wir heute abendessen.
Aber perfekt wird er, wenn wir abendessen.
-Mhm. Alles zusammen. -Ja.
Frau Wilhelm, der Tag war so schön.
Aber perfekt wird er, wenn Sie mit mir abendessen!
Dann kann ich Ihnen meine Puzzlesammlung zeigen.
Nein, nein, nein.
Alles gut. Ohne Puzzlesammlung.
[spannende Musik]
[Sali imitiert Vogelrufe]
Machen Sie das nicht um 19 Uhr?
[Uhr tickt]
Ach! Frau Wilhelm!
Wissen Sie, der Tag war heute so schön.
-Perfekter pH-Wert? -Ja. Ähm.
Aber noch schöner wäre er…
Äh.
Wissen Sie,
mit meinem Feldeffekttransistor hab ich eine Spannung aufgebaut,
die anhand der Gelbmembran eine ionensensitive Schicht nutzt.
-Sie machen das über eine Biasspannung? -Nein, die Nernst-Gleichung!
Im Molkereilabor nutzen wir den dekadischen Logarithmus.
Ich fasse die Naturkonstanten R und F zusammen.
-Wollen Sie mit mir abendessen? -Ja.
-Gut. -Wer, ich?
-Ja. -Gut.
-20 Uhr. Getränke bringen Sie. -Nein.
-Doch. -Oh.
[lustige Musik]
[leise] Das ist deutsche Romantik!
[Türklingel bimmelt]
Ich wusste nicht, ob Sie mit oder ohne.
Schön. Ähm.
Sehr schön.
Es riecht auch schon so gut.
-Noch nicht. -Noch nicht?
Esse immer um Punkt 20 Uhr.
Och!
Ach, Sie puzzeln auch?
Halte bayerischen 1000-Teile-Rekord.
Eine Stunde, 16 Minuten, 38 Sekunden.
Eine Stunde, 16 Minuten, 38 Sekunden?
-Schwierigkeitsstufe neun. -Stufe neun? Frau Wilhelm.
Gibt eine Puzzle-Eröffnung, nach mir benannt:
Wilhelm-Manöver.
Wilhelm-Manöver?
Och.
Frau Wilhelm. Ich würde gern mal mit Ihnen…
Ich weiß, wir kennen uns noch nicht so gut.
Aber würden Sie vielleicht mit mir puzzeln?
Ich habe schon… lange nicht mehr
zusammen
gepuzzelt.
[Uhr tickt]
[spannende Musik]
Frau Wilhelm. 41 Minuten, 23 Sekunden.
Für 500 Teile.
Sie sind 'n Wunder!
[romantische Musik]
Tabellen sind heiß.
Spalten.
-Zahlen. -Formatvorlagen.
-Zeilenabstand. -Seitenlayout.
Noch mal?
Können Sie denn gleich noch mal?
[Klopfen]
[Sali] Chef?
Chef!
[schnelleres Klopfen]
Chef, da sind Leute vom Fernsehen.
Ich weiß.
Herr Kruse, die Sonne geht auf. Ja, super.
Janine, Herr Kruse ist fertig für die Maske. [lacht]
Und? Wie war dein Date?
-Wir haben gepuzzelt. -Gepuzzelt?
-Ja. -Okay.
So schnell kannst du gar nicht gucken, wie sie mit ihren Fingern ist.
Äh.
-[Frau] Fertig. -Okay. Respekt.
[Aufwärmübung] Okay, alles klar!
Klappe und bitte.
Das Freibad. Heiße Sommertage. Kühle Erfrischung.
Ist das bald alles Vergangenheit?
Servus und willkommen zu einer neuen Folge
Quo Vadis Bayern,
mit ihrem Lieblingsmoderator Kai Haffner, das bin ich.
Wir sind im Grubberger Freibad und neben mir steht der Bademeister.
-Servus. -Genau, Schwimmmeister.
Schwimmmeister. Nach fast 50 Jahren soll das Freibad geschlossen werden.
-Sie wollen sich dagegen stark machen? -Ja, genau.
[lacht] Erklären Sie mal, wie Sie da vorgehen möchten.
Wir machen es bei uns wie in der Kirche oder im Puff zum Beispiel.
-Jeder, der zahlt, kann mitmachen. -Das ist nicht dein Ernst.
Am Samstag beim Wasserballfinale
kann man Anteile vom Freibad kaufen und somit helfen, das Freibad zu retten.
Eigentlich seid ihr ja an allem schuld!
Wenn ihr mehr ins Freibad gekommen wärt, hätten wir den ganzen Schlamassel nicht.
Also, kommt alle am Samstag.
Mit eurem Eintritt
unterstützt ihr den Erhalt des Freibads. Also kommt. Kommt alle.
In Nigeria sagt man: "Ein verletztes Kamel trägt sich nicht von allein".
Also bitte, kommt.
Aber wir sind nicht in Nigeria, wir sind in Bayern.
-Genau. -Genau.
Früher fanden hier öfters große Wettkämpfe statt.
Mit vielen talentierten Sportlern, wie Lisa Dengler,
die bekannte Schwimmerin.
Die Dopingsünderin, meinen Sie?
Ja. Was? Nein. Das war ein Schmerzmittel für ihre Schulterverletzung.
-Der Verband sagt, es war Doping. -Schau dir das an.
Reden Sie nicht so blöd daher, wenn Sie keine Ahnung haben.
[lacht gekünstelt]
Guter Mann.
Da kommt auch schon die Wasserballmannschaft.
Fantastisch.
Und vorneweg Silke Wilhelm, unsere Trainerin.
Silke Wilhelm, fantastisch.
Was für ein Auftritt, meine Damen und Herren.
[poppige Musik]
[Lachen]
Hast du das ge…
Sach ma,
geht's noch?
Spinnst du, oder was?
Also…
[Leute lachen]
Männer, zurück ins Training!
Alles klar?
Abmarsch!
Aus! Schluss! Sag ma, merkst du noch was, oder wie?
-Okay, was macht der hier? -Das ist Mr. Ed.
Und er möchte von dir abgeschleppt werden.
Er ist aber nicht mein Typ.
Nicht dein Typ? Sali, willst du die Prüfung bestehen oder nicht?
[Musik: "Sometimes" von Timothy Auld]
[Herr Dengler] Lisa?
Jetzt reicht's.
[entspannte Musik]
[Polizist] So.
Ham'ma keinen Helm?
[Sali] Ham'ma nicht.
Und was soll die da?
Des is' der Mr. Ed, der gehört zu mir.
Und du? Wo gehörst du jetzt hin? Hm?
Der Sali? Der gehört auch zu mir!
Aha! Ham'ma dir ned ersch vor zwei Wochen den Führerschein abgenomma?
Ja?
Ja, ham'ma.
[Polizistin] So, dann steigen wir mal ab, alle.
So, auf Kameraden, runter vom Bock.
[Enten schnattern]
Du sollst die Finger von ihr lassen! Was ist hier los?
So, und wer sind jetzt Sie?
-Wer ich bin? -Ja.
Dengler ist mein Name. Ich bin der Vater.
Eins kann ich jetzt schon sagen: ist alles seine Schuld.
-So? -Spinnst du?
Haben Sie den überprüft?
-Alles der Reihe nach. -Der macht leider nur Probleme!
Die Einzige, die Probleme macht, ist Ihre Tochter,
die fährt nämlich ohne Führerschein.
Was, du hast keinen Führerschein mehr? Was ist denn los mit dir?
-Mach kein Drama draus! -Nimmst du Drogen?
Haben Sie getrunken? Hauchen Sie mich mal an.
-Wieso jetzt ich? -Hauchen Sie mich an.
Ich hab nichts getrunken!
[haucht]
Durchsuchen Sie den Flüchtling!
-[Polizist] Herr Spengler… -Dengler!
Herr Dengler, das Beste ist, Sie nehmen jetzt Ihre Tochter.
[Polizisten] Sorgen dafür, dass das Motorrad hier weg kommt.
Und das Auto geht vom Zebrastreifen.
Das ist hier nämlich kein Parkplatz. Ham'ma uns verstanden?
Ham'ma uns verstanden?
Ham'ma.
[Polizist] Also, auf geht's!
[melancholische Musik]
[auf Englisch]
Hey…
[Klopfen]
[auf Deutsch] 'n Abend, lasst euch nicht stören.
-Gute Nacht. -[Sali] Nacht.
[auf Englisch]
Hey…
Hey…
[traurige Klaviermusik]
[auf Deutsch] Ah, draußen kaum laufen können, aber in meinem Wasser kraulen.
Auf Wiedersehen, Frau Bogner.
-Gott, Himmel! -Grüß Gott.
[Herr Dengler] Da fehlt aber noch ganz schön viel.
-Ach, nur ein wenig. -Und wie viel ist ein wenig?
-46.350 Euro. -So wenig?
Wenn Sie hier die sechs, dann wären das…
Wenn ich hier alle nehm? Wie klingt das für Sie?
Wie 46.350 Euro!
Des wär ein Anruf bei meiner Bank.
-Und wo ist der Haken? -Kein Haken.
[Herr Dengler] Höchstens a kleiner Gefallen.
Kleiner Gefallen? Für 46.350 Euro?
Ihr Flüchtling da. Den mag ich hier nicht mehr sehen.
-[Herr Dengler] Schmeißen Sie ihn raus. -[Karl] Den Sali? Wieso?
Ich werd schon meine Gründe haben.
-Aber ich versteh nicht. -Ich erklär's Ihnen noch mal:
Ich verzichte auf meine Wohnungen und biete an, Ihr Freibad zu retten.
Zack, einfach so! Sie haben doch eine gesellschaftliche Aufgabe.
-Ja, das schon. -Na, dann passt's ja.
[Herr Dengler] Sie schmeißen den Flüchtling raus und mir ham an Deal.
Ham wir einen Deal?
Sie gehen jetzt!
Nur ein Idiot merkt nicht, wann's vorbei ist.
-[Karl] Ich will Ihr Geld nicht. -[lacht] Das war jetzt a Spaß, oder?
Sie opfern Ihr Freibad für 'nen Flüchtling?
Das ist kein Flüchtling. Das ist der Sali.
Sali!
Das nächste Mal, wenn ich vorbeikomm, bring ich meine Bagger mit.
[Autotür wird geöffnet und geschlossen]
[Motor wird angelassen]
[hupt]
[Sali räuspert sich]
Biste ja endlich.
Ich hab nach den Enten gesucht, aber sie sind nicht da.
Vielleicht sind sie ja endlich weg.
Ja.
Wär ja schön.
Ja.
So, ich muss dann noch mal…
[auf Englisch]
[beängstigende Musik]
-[laute Rufe] -[auf Deutsch] Polizei!
[laute Rufe]
[auf Englisch] Los, komm schon!
[Freund auf Englisch] Scheiße.
[auf Deutsch] Sali, hey. Was 'n los?
Ich gehe nach Kanada.
Es ist besser, wenn ich weg bin. Für alle.
Für dich, für Karl.
Was willst du in Kanada?
Mir was aufbauen.
Ein Zuhause. Ein sicheres Zuhause ohne Angst.
Und das Schwimmen? Was ist mit… deiner Prüfung?
[Sali] Zwischen Griechenland und Türkei ist ein Fluss.
Ich muss da irgendwie rüber.
Ich dachte, du willst nach Kanada?
Die Schlepper nehmen einen aus der EU.
Du brauchst Schlepper raus aus Deutschland?
Ja.
[Sali] Es ist absurd. Aber es gibt keine andere Möglichkeit.
Die Prüfung wolltest du gar nicht machen? Hm?
Nein.
Du läufst weg.
Du Schisser läufst weg!
Ich laufe weg, weil es dort besser ist für mich.
Glaubst du, du bist stark, weil du dich hier versteckst?
Versteckst?
Versteckst? Ich sag dir mal was!
Ich bin seit der ersten Klasse hier, hab sieben Mal die Woche trainiert.
Bin mit 12 auf ein Sportinternat, hab da neun Mal die Woche trainiert.
Während alle im Kino waren, war ich im Wasser.
Während sie 'nen Hund bekommen haben, war ich im Wasser.
Sie sind verreist, ich bin ins Trainingslager.
Ich war mein ganzes Leben lang im Wasser!
Nur weil ich einmal einen Fehler gemacht hab, geb ich nicht auf, okay?
Ich versteck mich hier nicht, ich geb alles.
Für was?
Wieso?
Verpiss dich doch!
Dann verpiss dich doch, Sali! Niemand will dich hier.
Dann geh doch.
Geh doch weg.
Niemand will dich hier!
[traurige Musik]
[Lisa weint]
[Sali] Danke.
[Salis Freund auf Englisch] Nein, nein, bitte warten Sie!
Hey, putz di da oder mir bügeln di nieda.
Dass'd in a mappn eini passt.
-[Freund auf Englisch] Warte! -Is der deppert?
[Sali auf Deutsch] Ich bin da!
Ich komme!
[Sali] Sorry, sorry!
[Clown] Soa, ihr zwoa. Goschn halten.
[mysteriöse Musik]
[Sali] Chef, du hast mir mal gesagt,
ein echter Schwimmmeister muss genau hinsehen, denn er muss alles sehen.
Nichts darf ihm entgehen.
Ich hab genau hingesehen: Ohne mich hast du es leichter!
[Karl] Sali!
Ich such… den Sali!
[Karl] Sali!
[Sali] Ohne mich kannst du dein Freibad retten.
Nimm das Geld.
Rette dein Zuhause.
[Sali] Auf ewig dein Freund. Sali.
[Stimmengewirr]
[auf Englisch]
Hey. Anhalten.
[Sali atmet schwer]
[Sali] Domek…
[traurige Musik]
[Erwin] So viele Zuschauer!
[Paul] Das wird so peinlich!
[Gumberger] So kriegen wir nie die 50.000 fürs Schwimmbad.
Wo is 'n der Sali?
Der Sali kommt nicht. Der ist weg.
Weg?
Wie weg?
Na ja, weg weg.
-Ganz weg. -Er kann uns doch net im Stich lassen.
Muss i jetzt wieder ins Tor?
-Egal! Es geht ums Geld und keiner ist da! -Gumberger!
Ich hab noch nicht aufgesperrt! Ist noch nicht Punkt zehn.
Leut, da sans: die Rohrdacher.
[Pfarrer] Scheiße.
Meine Knie zittern.
-Was mach ma denn jetzt? -[Sali] Wir hauen sie weg.
[Paul] Oida.
[Karl stammelt]
Gut dann. Oh, ich geh mal aufsperren.
[Frau Wilhelm] Männer?
-Kreis machen! -Ja, los!
[Frau Wilhelm] Der Moment ist gekommen.
Atmet tief ein.
[alle atmen ein]
Und schaut euch an.
Was seht ihr?
[Frau Wilhelm] Ich seh eins.
Loser.
[alle] Häh?
Ja.
Loser.
[Frau Wilhelm] Aber, es gibt sie.
Die Filme. Die wirklich großen Filme.
Über Sieg oder Niederlage.
Wo am Ende das Loser-Team…
Obwohl keine Chance…
Ja, keine Chance.
-Doch dann, wie aus dem Nichts… -[Knall]
Bäm! Eine Rede.
Die Rede.
Eine Rede, die alles ändert.
Männer!
Das ist die Rede.
Und ihr seid die Loser.
[spannende Musik]
[lauter Jubel]
[Publikum jubelt]
[spannende Musik]
[heldenhafte Musik]
Sali! Zeig's ihnen!
[Karl lacht erfreut]
[Karl] Aus dem Beckenrand!
Frau Wilhelm.
Denkwürdig.
[ruhige Klaviermusik]
[Pfiff]
-[Jubel] -[spannende Musik]
[Zwischenrufe]
[Spieler feuern an]
Deckung!
[Jubel]
[Frau Wilhelm] Ihr seid die Loser!
[frustriertes Aufschreien]
Komm zurück! Komm zurück!
[Mann] Aufpassen!
[Karl] Sali, du Teufelskerl! Ja!
Frau Wilhelm!
[Pfiff]
[Anfeuerungsrufe]
[Jubel]
Sali!
Du musst abhauen!
Die wollen unseren Torwart!
Manndeckung, kommt! Auf geht's!
Die wollen den Sali!
[Buh-Rufe]
-Da ist er! -[Bettina schreit]
Jawohl, Tönnchen! Ha!
[chaotische Rufe]
Er muss irgendwo dazwischen sein!
[Chaos verstummt unter Wasser]
[Herzklopfen]
Auseinander!
-Och! -[Polizist] Auseinander!
Schwimmt ran! Er ist dazwischen.
-Schuhe aus am Beckenrand! -[Polizist] Das ist mir egal!
-Nicht anfassen! Auseinander! -Schuhe aus!
[Stille]
[ruhige Klaviermusik]
[lautes Rufen]
[Lisa] Komm!
Ja! Ab ins Kirchenasyl!
[Polizist] Do is er! Er ist da draußen!
Wir haben's geschafft.
[leichtes Donnergrollen]
[romantische Musik]
Danke. Noch mal.
Lisa ist ja wie Sali, ne? Nur umgedreht.
Hey, sagt's ma, spinnt's? Wo samma denn hier? A Kirch!
[Gumberger] Du hast es geschafft!
[freudiges Durcheinander]
[Spieler] Sali, die Kappen!
Hey, Karl! Wie schauen ma aus? Wie viel ham'ma?
-Alle Einnahmen sind weg. -Was?
-Wie, weg? -Was, weg?
Ja, weg weg.
[Frau Wilhelm] Die Bürgermeisterin hat alles genommen.
[Team] Was? Häh?
-Gemeindeeinnahmen. -Wie?
Herr, schaust du zu?
Wir wollten 'ne kleine Gabe. Pommes rot-weiß.
Ned a mal a Packerl Ketchup kriegn ma von dir? Was ist denn dein Problem?
[Blitzeinschlag]
[Wind heult]
[verängstigte Rufe]
[Schreie]
[Knall]
[alle] Karl?
-Karl? Alles gut? -Chef?
[Karl stöhnt]
-So. Da wären wir. -Und auspacken soll ich allein?
Mhm, schönen Aufenthalt noch.
Sie?
-Ah. Sie. -Sie?
-Sie. -Sie.
-Sie. -Sie.
Da sag ich bloß: Omnia causa fiunt!
Da sag ich: Hören Sie auf zu nerven, sonst…
Sonst was? Hauen Sie mir eine runter?
Ich sag nur Fünf-Meter-Turm. Mimimi!
Ich werd schon noch springen, das können Sie glauben!
-Tu ich nicht. -Ei, sicher!
Ich werde abheben, so anmutig wie der amerikanische Weißkopfseeadler.
Der Haliaeetus leucocephalus!
Sie werden nicht abheben. Das Freibad wird gerade abgerissen.
Aus! Finito! Der Dengler baut da seine Wohnungen hin.
-Sie machen Scherze? -Glauben Sie, ich scherze?
-Das kann niemals sein! -Doch, und zwar für immer!
-Und der Koronticus moschata? -Mit dem was?
Die spanische Warzenente!
Ach, der hässliche Kackvogel!
Der ist net hässlich! Ich verrat Ihnen was:
Ihr hässlicher Kackvogel ist vom Aussterben bedroht hier.
Na, und?
Wir ziehen jetzt los und retten den Koronticus!
-Ich rette doch keine Ente! -Die Ente rettet Ihr Freibad!
[lustige Musik]
[Doktor Rieger] Vorsicht, Vorsicht! Passen Sie auf!
Rechts ist der Ausgang! Was soll ich in der Endoskopie?
-Wir müssen raus! -[Mann] Passen Sie auf!
-[Karl] Hören Sie auf zu quatschen. -Vorsicht!
Stopp, stopp, stopp!
-Was ist denn? -Na, da!
-Ham'ma 'nen Führerschein? -Ham'ma
-Na, dann, nichts wie raus hier! -[Karl] Wiedersehen.
[Karl] Jetzt helfen Sie mir schon!
-Ich helfe, kommen Sie rein! -[Karl schreit schmerzerfüllt]
-Und jetzt? -Ich lenke, Sie geben Gas. Los!
[Motor wird angelassen]
-[Mann] Hey! -Da liegt noch einer drin!
-Wollen Sie uns umbringen? -Blaulicht!
[Doktor Rieger] Wo ist das Blaulicht?
-Drücken! -[Doktor Rieger] Wo denn? Wo ist es?
[Mann schreit]
[Sirene ertönt]
-Oh Gott, da war noch einer drin! -[Mann schreit]
Ach, du Scheiße!
[Schreie]
[Lachen]
Aua!
[Laster hupt]
[Patient schreit]
Wahnsinn! Los! Fahr hinterher!
[Mann schreit]
So, grüner wird's nicht!
[Bürgermeisterin] Des macht keinen Sinn, dass Sie hier demonstrieren!
-[Demonstranten rufen] -[Polizeisirene]
[Karl] Halt!
[Bürgermeisterin] Das war ein Stadtratsbeschluss!
[Karl] Halt! Alles anders!
Halt!
Was 'n da los? Des ist ja 'ne Ausnahmesituation!
Endlich die Polizei. Schauen's amoi, was da los is.
-Ja, schauen Sie sich das mal an. -Das will ich auch gern mal wissen.
Wir verhindern ein großes Verbrechen.
-So? -Genau, das ist hier los!
Ruhe!
Hier wohnt der stolze
Koronticus moschata.
[Demonstranten] Häh?
Die spanisch-blaufedrige Warzenente.
Mann! Der hässliche Vogel, der hier immer alles vollkackt!
Ah! Ja, ist mir bekannt!
Die ist quasi ausgestorben und somit eine ornithologische Sensation!
Jeglicher Eingriff in seinen Lebensraum ist ein Vergehen
gemäß Artikel 1 des Bayerischen Naturschutzgesetzes vom 23. Februar 2011.
Und wer bitte sind Sie?
Doktor Raimund Rieger, promovierter Ornithologe
und berufener Umweltgutachter der bayerischen Staatskanzlei.
Ja! Genau!
Da kann ja jeder sagen, dass da eine Ente ausgestorbene Ente lebt.
Halten Sie Ihren Schnabel. Passen Sie mal uff hier.
[Entengeräusche]
Jetzt wird's lächerlich.
[Enten schnattern]
-Mei, sind die süß. -Bürgermeister, bitte.
Die schauen aus wie a ganz normale Ente.
Wunderschön.
Das gibt’s doch net…
-Stoppt die Bagger! -[Herr Dengler] Wie bitte?
Kein Mensch schützt Sie vor dem Naturschutz. Und den Fördergeldern.
Wie viel fehlt für Ihre Genossenschaft?
-Ach, nur ein wenig. -Wie viel ist ein wenig?
-Ein bisschen. -Also?
-Was? -Wie viel?
-Ja, so in etwa 46.350. -Wie viel?
Eben.
So, jetzt atmen wir alle einmal tief durch,
und dann lassen wir die Bagger das machen, wofür Gott sie geschaffen hat.
[Frau Bogner] Halt! Nehmen Sie auch Schecks?
[Frau Bogner] Halt.
-Äh, ich glaube schon, oder? -Klar, wir nehmen alles.
-[Karl] Danke. -[freudige Rufe]
Ab sofort gehört die Bahn sechs mir,
und ich hab Schwimmkraulrecht auf Lebenszeit.
Bahn sechs? Auf gar keinen Fall.
[alle] Oida!
Was denn? Auf Bahn sechs wird nicht gekrault!
-War schon bei meinem Vater so! -Ihr Zug, Bademeister.
-Frau Bogner, es heißt Schwimm… -Karl.
Ach, scheiß drauf.
Gut, Frau Bogner. Sie kriegen 'ne Sondergenehmigung auf Lebenszeit.
Okay. Danke sehr. Bitte sehr.
[alle] Ja!
Ich hätt die Scheißdinger überfahren sollen.
Ohne dich hätten wir das nie geschafft.
-Herr Doktor Rieger. -Herr Schwimmmeister.
Einfach nur noch lächerlich.
Fuchteln da mit Schildern und meinen, die Welt verbessern zu können.
Dann die Enten: "Mei, san die süß." Zum Kotzen, diese Gutmenschen.
Das hat alles nix mit der Realität zu tun!
-[Stimme] Ach ja, die Realität. -Was machst 'n du da?
[Stimme] Nur ein Idiot weiß nicht, wann's vorbei ist.
Ja. Meine Rede, ganz genau.
[Stimme] Blöd, dass der Idiot meist nicht erkennt, dass er der Idiot ist.
Ach, komm.
[Stimme] Was willst du noch zerstören?
Wenn du so weitermachst, hast du bald gar keinen mehr.
Ja, und? Macht das 'nen Unterschied?
[Stimme] Den Unterschied machst du. Der Sali braucht 'nen guten Anwalt.
Und Lisa braucht endlich 'nen Vater, der sie in die Arme nimmt.
Träum weiter. Ich glaub, des ist des Letzte, was Lisa will.
[Stimme] Tja. Na dann, du Schlaumeier, schau mal da.
[ruhige Klaviermusik]
[Musik: "Ogni Giorno D'Estate" von Agnes und Andrej Melita]
-[Junge 1] Du kriegst mich nicht! -[Junge 2] Doch!
[Badegast] Ein Mal Dolomiti, bitte.
-Medizin hast du studiert? Hammer. -Ja.
-Waren viele Männer in Paris? -[Frau] Ah nein.
[Moderator] Wir haben gehört, das Freibad soll nach Ihnen benannt werden.
Um Gottes Willen.
Nein.
Natürlich war ich von Anfang an dafür, dass unser Bad erhalten wird, aber…
Frau Bogner, auf Bahn sechs wird nicht gekra…
Ach so.
Frau Bogner, schön weiterkraulen.
Sie machen das sehr gut.
[Frau Wilhelm] Also, von drei auf zwei…
-Ey! Nicht vom… -Beckenrand springen!
Sehr gut, Sali!
Sali, kümmer dich lieber um den da oben!
[Mädchen] Der Depp springt nicht!
-Oh. -[Karl] Nicht schon wieder!
[Doktor Rieger] Ich kann. Ich will. Ich werde.
[Piffe]
Herr Rieger, Sprungturm. Nicht Stehturm.
Doktor Rieger, du Erbsenzähler! Meine Jahreskarte ist immer noch gültig.
-Herr Rieger, ich zähle bis drei. -Und was dann?
-Eins! -Du Beckenrandsheriff!
-Zwei! -[Doktor Rieger schreit]
Na, bitte. Es geht doch, Doktor Rieger.
Des hat's jetzt braucht!
-[Band stoppt] -[Kinderstimmen bleiben]
[Musik endet]
[spannungsvolle Musik]
[Musik endet]
[Musik: "Mare Ciao" von Daniel Holzberg]
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