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Original subtitles

Mein Herz schlägt noch immer.

Morgen jedoch... werde ich tot sein.

Ich bin alles andere als ein Heiliger,

aber ich werde nicht in die Hölle kommen.

Denn in der Hölle war ich bereits.

Sie haben die Vendée zur Hölle gemacht!

In diesem Sommer ahne ich nicht, was passieren würde.

Die Revolution verspricht eine bessere Welt,

allerorten spricht man von Freiheit und Gleichheit.

Auch ich habe für die Freiheit gekämpft.

Im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg.

Mein Name ist François-Athanase Charette de La Contrie.

Ich habe als Offizier in der königlichen Marine gedient,

auf allen Meeren dieser Welt und auf den Schlachtfeldern.

Die Revolution hat mein Leben zerrüttet.

Ich bin erst 30 Jahre alt,

und schon ohne Zukunft.

Weißt du, was du da um deinen Hals trägst?

Das ist der Erzengel Michael.

Er wird dich beschützen,

und eines Tages wirst du ein großer Ritter.

Du wirst der Familie alle Ehre machen,

nicht wahr, mein Sohn?

Armer Freund.

Von Eurer Ritterlichkeit ist nicht viel übrig.

Habt Ihr das gesehen?

-Nein, warum? -Das ist ein Spinnrocken!

Der hing an unserer Tür.

Wisst Ihr nicht, was das bedeutet?

Es die Belohnung für Feiglinge.

Für jene, die es nicht wagen, sich gegen die Revolution zu stellen.

Die lieber auf die Jagd gehen, nach Hirschen und Weibern.

Ich werde morgen nach Nantes reisen.

Begleitet Ihr mich?

Ein Heer aus Flittchen,

und ein Spinnrocken.

Dies sind wohl die Errungenschaften,

dank derer der Ritter Charette in die Geschichte eingeht.

Die Hoffnung der Bauern schwindet.

Nach allen Versprechungen spricht die Revolution nun Drohungen aus.

Priester, die sich weigern, der Verfassung die Treue zu schwören,

werden verfolgt.

Sie müssen die Messe im Geheimen abhalten.

Ohnmächtig muss ich mit ansehen, wie unsere Welt untergeht.

Doch das ist nur der Anfang.

Gerade erst ausgerufen, ist es die Republik,

die unseren König Ludwig XVI. auf das Schafott schickt.

Seine Enthauptung ist ein Schock für ganz Europa.

Das Frankreich der Revolution kämpft an allen Fronten.

Es braucht dringend Kanonenfutter.

Es ist der Funke, der das Feuer entfacht.

Feuer!

FRANZÖSISCHE REPUBLIK

Der Nationalkonvent hat die Einberufung von 300.000 Mann erlassen,

um im Osten gegen die Feinde der Freiheit zu kämpfen.

Wir pfeifen auf eure Freiheit! Hört ihr?

Für den Frieden! Für den Frieden!

Nein! Wir haben Krieg!

Der Krieg stürzt alle Tyrannen Europas.

In Koblenz! In Mainz! Überall!

Und wo soll dieses Mainz liegen?

Warum soll ich kämpfen, wenn ich den Feind nicht mal kenne?

Was ist ehrenvoller als ein Tod fürs Vaterland?

Die Wehrpflichtigen werden nun per Los bestimmt.

Finger weg von meinen Söhnen!

Wir brauchen ihre Hilfe, wir brauchen unsere Söhne!

Die Republik schert sich nicht um die Ernte,

während die Tyrannen unsere Freiheit mit Füßen treten!

Die Freiheit, die Frankreich gepflanzt hat,

-soll auf der ganzen Welt gedeihen. -Meine Rede!

-Liebe Freunde, ihr wollt doch nicht... -Verräter!

Scher dich doch zum Teufel! Gott dienst du ja nicht mehr!

Wir wollen unsere alten Priester.

Gerichtsdiener, fahrt mit der Ziehung fort.

Schwarze Kugel: Eingezogen. Weiße Kugel: Freigestellt.

Ich rufe den ersten Bürger auf: Germain Goulard.

Einen Moment. Das ist mein Sohn!

Er ist Gemeindebeamter. Er ist freigestellt!

Jeder trägst seinen Teil zur Republik bei.

Wir brauchen Soldaten und Gesetzeshüter.

Ruhe! Das ist genug!

Gerichtsdiener, fahrt fort.

Ich rufe den nächsten Bürger auf: Jacques Maupillier.

Nein! Finger weg von meinem Sohn! Das könnt ihr nicht machen!

-Er wurde getroffen! -Jacques! Jacques!

Jacques! Jacques! Jacques!

Seid verflucht!

Seid verflucht! Ich verfluche euch alle!

Wütende Bauern schließen sich zusammen und greifen zu den Waffen.

Sie wollen ihr wertvollstes Gut verteidigen: Ihre Söhne,

ihren Glauben, ihren König.

Papa!

Auf ihrer Brust tragen sie das Heiligste Herz Jesu.

Zum Schutz und als Zeichen der Verbundenheit.

Diese Kerle sind zäh,

aber für den Kampf gegen die Soldaten der Republik,

die "Blauen", wie sie genannt werden,

brauchen sie einen Offizier als Anführer.

Ich wusste, sie würden irgendwann vor meiner Tür stehen.

Aber ich war nicht bereit.

Charette! Charette! Wo bist du? Komm raus!

-Wir wissen, dass du da bist. -Zeig dich!

Du kannst sie nicht für immer ignorieren, Bruder.

Du musst mit ihnen reden!

Und was soll ich ihnen sagen?

Dass der Kampf zum Scheitern verurteilt und sie alle verrückt sind?

Sie haben eine ganze Armee gegen sich aufgebracht.

Glaubst du, sie kommen mit Fackeln und Mistgabeln dagegen an?

Ein Aufstand ist eine Sache, Krieg eine ganz andere!

Daher verlangen sie nach dir! Sie brauchen einen Anführer.

-Einen, der das Kriegshandwerk versteht. -Ich bin Marineoffizier!

Krieg an Land ist völlig anders,

und das gegen eine Armee, die ganz Europa die Stirn bietet.

Sie wird diese Bauerntölpel zum Frühstück verspeisen.

Das ist Irrsinn.

Mir nach. Wo steckt er?

Durchsucht jedes Zimmer, jeden Winkel!

Wo ist er?

Er ist nicht hier.

Er ist auf der Jagd.

Auf der Jagd?

Seht, was vom Ritter Charette übrig ist!

Geflohen ist der Edelmann.

Wir wollen nicht seinen Stiefel, wir wollen ihn!

Wir werden ihn schon finden, Madame.

Diese Weißärsche haben keinen Mut. Charette ist ein Feigling!

Wen nennt Ihr einen Feigling, Monsieur?

Ihr wartet wohl besser draußen.

Meine Familie begleicht seit Jahrhunderten ihre Schuld mit Blut.

Es ist eine Pflicht,

und eine Ehre.

Ich muss mich dieser Aufgabe mit Schneid widmen.

So ein Mann will ich sein.

Ein Mann mit Schneid.

So sei es. Ich werde euer Anführer.

Aber lasst euch das gesagt sein:

Gebe ich einen Befehl, gehorcht ihr!

Ich erwarte Loyalität und Treue!

Wenn ihr in den Kampf ziehen wollt,

müsst ihr bereit sein, alles zu opfern.

Vielleicht sogar euer Leben.

Ich leiste einen Schwur vor euch.

Ich schwöre hier in Fontleclose:

Wir kehren tot oder siegreich zurück!

Schwört ihr, dass ihr mir bis zum Ende folgen werdet?

Einander treu!

Einander treu!

-Für Gott und den König! -Es lebe der König!

Die Bauern kommen von überall, um an meiner Seite zu kämpfen.

Meine engsten Vertrauten:

Jean-Baptiste René de Couëtus, ehemaliger Offizier der königlichen Armee.

Ich mache ihn zu meiner rechten Hand.

Und der Kleine, Prudent de La Robrie. Ein Hitzkopf.

Ihm übergebe ich das Kommando über die Kavallerie.

Vater Remaud, mein Beichtvater und Vertrauter.

Der Seelsorger meiner Armee.

Und zu guter Letzt: Meine Amazone.

Zunächst bin ich nicht mehr als der Anführer von vielen.

Südlich der Loire entsteht eine große Armee.

Sie nennen sich die katholisch-königliche Armee.

Sie sind unsere Waffenbrüder.

Für die Republik sind sie nichts weiter als Briganten.

Die Blauen haben gut 4.000 Mann rund um Challons.

Wir sind bei der Truppenstärke unterlegen,

wir sind bei der Bewaffnung unterlegen. Kurzum:

Wir sind ihnen unterlegen.

Doch nicht beim Mut!

Ich kann es kaum erwarten,

meine Klinge gegen diese Nichtsnutze zu ziehen!

Mit Mut wird es nicht weit her sein,

sobald ihre Kanonen Feuer spucken.

Wen kümmert es? Mit der Waffe in der Hand

und dem Glauben im Herzen, wird Gott uns führen!

Prudent, du bist einfach unbelehrbar.

Dein Glaube schützt dich nicht vor einer Kanonenkugel.

General, der Glaube mag nicht unsere Leiber retten,

wohl aber unsere Seelen.

Vater, segnet die Waffen vor Sonnenaufgang.

Couëtus, Ihr bildet die Front und wartet auf meinen Befehl.

-Zu Befehl. -Prudent!

Du führst die Kavallerie an und wartest auf mein Signal.

Zu Befehl, General!

Und ich? Wo ist meine Position?

Meine Herren, darf ich vorstellen: Meine Nachbarin,

die Gräfin Adélaïde de La Rochefoucauld.

-Ich will kämpfen. -Ihr wollt kämpfen?

Ich weiß, dass Ihr furchtlos seid,

doch es schickt sich nicht, eine Dame ins Massaker zu führen.

-Und ein ebensolches erwartet uns. -Nur Gott weiß, was uns erwartet.

Spart Euch Eure Galanterie für bessere Zeiten!

Die Blauen lachen sich bereits in Fäustchen,

weil sie gegen Bauern in Holzschuhen kämpfen.

Was werden sie erst zu Soldaten in Röcken sagen?

Madame, Euer Mut in allen Ehren,

und so schön Ihr mit Eurem Schmuck aussehen mögt,

damit werden wir wohl kaum den Sieg davontragen.

Ich wähle einen anderen Schmuck,

um mich den Blauen zu repräsentieren.

Nun, wir brauchen Soldaten.

Nun gut.

Aber Ihr haltet Euch hinter den Linien!

Mein Platz ist im Gefecht,

ob es Euch passt oder nicht.

An jenem Morgen...

...stehen uns die Blauen mit ihren Kanonen gegenüber.

Für meine Männer ist es die Feuertaufe.

Das Aufeinandertreffen ist schrecklich.

Die Bauern flüchten nach der ersten Detonation.

Die Übrigen werden zerfetzt.

Ich bin Marineoffizier.

Dies ist mein erster Krieg an Land.

Hier werden die Leichen nicht vom Erdboden verschlungen.

Wie stehe ich denn jetzt da?

Als würden die Armeen von Anjou und Poitou

uns nicht schon genug verachten.

Es geht hier nicht um Eure Ehre, es geht um unsere Sache!

Uns fehlen die Männer, wir brauchen mehr Soldaten.

Wir sollten uns mit der katholisch-königlichen Armee vereinen.

Für die anderen Generäle bin ich bloß ein Marinekadett.

Wir müssen unsere Kavallerie verstärken.

Beim nächsten Mal dürfen wir nicht nachlassen.

Wie ich schon sagte:

Man bekämpft nicht Kanonen mit Mistgabeln!

Mut ist nicht genug.

Wir müssen unsere Taktik ändern.

Wir müssen uns dem Krieg, den sie kämpfen wollen, entziehen.

Sie kommen nicht vom Land, wir schon!

Das Unterholz wird unser Unterschlupf sein,

die Hecken unsere Deckung.

Der Feind wird sich die Zähne ausbeißen!

Wir bringen Sie von der Straße ab,

und führen sie auf Waldwege,

auf denen sie im Matsch steckenbleiben.

Wir bleiben in Deckung, auf der Lauer.

Wir sind überall, wir sind nirgendwo, unsichtbar und undurchschaubar.

Wir stürzen uns wie ein Falke auf die Beute.

Wir reizen sie, wir drängen sie.

Wir nehmen uns unsere Beute und setzen die Segel!

-Wie die Piraten? -Wie die Korsaren!

Wir beobachten sie aus der Ferne.

Nehmt euch die Vorräte und die Geschütze.

Bewegung! Los!

Was machen wir mit denen?

Wir schneiden sie in Stücke als Rache für unsere Brüder!

Die Blauen machen auch keine Gefangenen!

Das könnt Ihr nicht tun!

Ein wahrer Edelmann massakriert nicht seine Gefangenen.

Wenn ihr schwört, nie wieder die Waffen gegen die Vendée zu erheben,

so werdet ihr verschont werden.

Und jetzt geht nach Hause!

Sagt Euren Generälen, die Republik wird keine Ruhe finden,

solange sie unseren Glauben mit Füßen tritt!

Wir scheren ihnen die Köpfe, dann erkennen wir sie wieder.

Monsieur, Eure Gnade ehrt Euch!

Davon wird nichts mehr übrig sein,

wenn du in der Vendée bleibst.

Ich bleibe in der Vendée!

Um an Eurer Seite zu kämpfen.

-Wer bist du? -Ich bin Pfeiffer, 72. Infanterieregiment.

Lasst mich unter Eurem Kommando dienen.

Ihr werdet es nicht bereuen.

Wird sich zeigen, ob es weise war, dich zu verschonen.

Pfeiffer... Maupillier, Couëtus, auf geht's!

Los! Bewegung!

Wir haben Vollmond, meine Freunde!

Auf Euch! Auf Euch!

-Hey, Capitaine! -Monsieur!

Die Kanone steht euch ausgezeichnet.

Und das ist erst die Erste.

Das will ich hoffen.

Meine Dame, der Herr...

Kriegst den Hals nicht voll, was?

Mein Freund, trink mit uns!

Du wärst heute fast draufgegangen.

Wäre es nach mir gegangen,

hätte ich dich wie ein Schwein ausbluten lassen.

Ich bin lieber der Metzger als das Schwein.

Statt uns zu schlagen, saufen wir lieber.

Auf Charette!

Meine Söhne, meine Söhne, meine Söhne...

Zuerst sollten wir dem Himmel für unseren Sieg danken.

-Lasst uns beten. -Mein lieber Pater,

alles zu seiner Zeit, denn heute Abend

soll das Lager von Freude erfüllt sein!

Trinkt! Trinkt, meine Freunde!

-Klären wir das bei der Beichte. -Mein Bruder!

Meine kleine Marie-Anne!

Ich habe von deinen Siegen gehört, von Pornic, von Pont-James, Legé.

Das Schwerste erwartet uns noch.

Heute Abend denken wir nur ans Feiern, Schwester!

Was ist das für eine Schönheit?

Mein Freund, das ist seine Schwester!

Und Sie? Wer ist sie?

-Unsere Amazone! -Die Venus unseres Herrn.

Schenkt Ihr mir diesen Tanz, Madame?

Gestattet.

Ihr seid mir während der Schlacht aufgefallen.

Ich habe Euch nie zuvor so feurig erlebt.

-Ja? Habe ich Euch beeindruckt? -Durchaus.

Die Republik hat mir alles genommen.

-Ich habe nichts zu verlieren. -Tatsächlich?

Ich habe so einiges zu verlieren. Vor allen Dingen Euch!

Aber ich gehöre Euch nicht, Ritter.

Und wer ist die da?

Céleste Bulkeley, aus Irland.

-Sie kommt aus Irland? -Nein, aus Anjou.

Aber ihr Mann ist Ire.

Na, solange er keiner von den Blauen ist!

Hoffentlich kann sie so gut mit der Klinge wie mit der Geige umgehen.

Wie ich höre, befehligt Ihr die Armee?

Ich will mit Euch kämpfen!

Ihr lasst euch gern auf hoffnungslose Fälle ein?

Ich lasse mich ein, worauf ich will!

Dann lassen wir uns auf unseren Sieg ein.

Auf den Sieg!

Im Frühjahr 1793 fängt die Vendée Feuer.

Wir fliegen von Sieg zu Sieg,

Horden von Freiwilligen strömen aufs Land.

Die großen Städte im Westen fallen eine nach der anderen:

Saumur, Cholet, Angers.

Ich beginne, zu träumen.

Bis die Welle unserer Siege an den Wällen von Nantes brandet.

Der Angriff endet in einer Katastrophe.

Nantes hält Stand, so sei es,

doch Paris zittert.

Die Republik will dem ein Ende bereiten,

sie schickt sich an, uns auszulöschen.

Uns, die sie eine "rebellische Rasse" nennt.

Sie fährt schwere Geschütze auf und schickt die Mainzer Armee.

15.000 Elitesoldaten, schwer bewaffnet.

Am 19. September stoßen wir aufeinander.

Bei den Hügeln von Torfou.

Bataillon, stillgestanden!

General Kleber, sie haben uns die Anhöhe überlassen.

Woran man erkennt, dass sie nichts vom Krieg verstehen.

Charette leistet noch immer Widerstand in der Ebene.

Vielleicht bereiten sie einen weiteren Angriff vor.

Kehrt zur Armee zurück.

Keine Gefangenen! Kurzer Prozess!

FÜR GOTT UND KÖNIG

Meine Freunde...

Wir sind die letzte Bastion eines tausendjährigen Königreiches.

Und gegen uns...

Gegen uns weht der Wind der Geschichte.

Die Armee, die uns gegenübersteht,

ist ohne Zweifel die beste der Welt.

Trotzdem können wir sie besiegen!

Denn unsere Sache ist gerecht,

und eure Herzen sind rein!

Wenn ihr flieht, ist alles verloren.

Doch steht ihr zusammen,

als eine Einheit,

dann sind wir eine Familie.

Gemeinsam sind wir eine Idee.

Gemeinsam sind wir unsterblich!

Hier, auf der Erde von Torfou,

auf dieser Erde, getränkt mit Feindesblut,

wird die Krone erneut erblühen!

Genau hier...

...werden wir obsiegen oder sterben.

Für den König!

Artillerie!

Feuer!

Angriff!

Beaupuy, die Flanke!

Rückzug, Beaupuy!

Rückzug! Rückzug!

Die rechte Flanke wurde von Bonchamps Armee angegriffen.

Verflucht, wo kommen all die Leute her?

Wer hat ihnen das Kämpfen beigebracht?

General, wir müssen uns neu formieren.

Wir müssen zum Rückzug blasen.

Und vor diesen Schurken fliehen? Niemals!

General, die Schlacht ist verloren.

-Minimieren wir die Verluste. -General!

Ein unverhoffter Sieg.

Leider konnte ein Großteil der Mainzer Armee fliehen.

Statt unsere Stärke zu nutzen, teilen wir die Truppen auf,

just in dem Moment, da wir die Geschichte hätten ändern können.

Kaum einen Monat später

folgte eine verheerende Vergeltungsschlacht bei Cholet.

Die anderen Generäle der Vendée hoffen auf Hilfe von außerhalb.

Hastig beschließen sie, einen Hafen in der Bretagne einzunehmen,

um den Engländern einen Weg zu eröffnen.

Panisch überquert seine Flut von Menschen die Loire.

Es ist der Aufbruch auf eine lange, ungewisse Reise.

Es ist ein Wahnsinn.

Und ich... bleibe in der Vendée zurück.

Alle sind fort.

Und sie mit ihnen.

Sie nennen mich Verräter,

sie sagen, ich hätte ebenfalls aufbrechen sollen.

Doch ich weiß: Die Geschichte nimmt hier ihren Lauf!

Auf dem Land unserer Väter.

Nach einigen hoffnungsvollen Wochen

gerät die Expedition mehr und mehr zum Albtraum.

Von Hunger und von Krankheit geplagt,

werden unsere Brüder in den Sümpfen von Savenay abgeschlachtet.

Die große katholisch-königliche Armee ist vernichtet.

Nun stehe ich dem Feind allein gegenüber.

Sie schicken einen neuen Henker nach Nantes.

Jean-Baptiste Carrier, ein Aasfresser.

Laut Gesetz dürfen wir Gerechtigkeit ohne Kompromisse ausüben.

Sollte es an Mitteln mangeln, finden wir welche.

Sollten die Guillotinen nicht ausreichen,

durchsieben wir die Feinde der Freiheit mit Blei!

Geht uns das Schießpulver aus, ersaufen wir sie in der Loire!

Ich habe die Befugnis,

diese Briganten restlos zu vernichten.

Die Briganten, ihre Anhänger,

und jene, die nicht beweisen, dass wahre Patrioten sind:

Die Faulen, die Mäßigen, die Defätisten!

Mit ihrem Blut werden wir die Republik zementieren!

In Nantes fällt die Guillotine ohne Pause.

Doch nicht genug: Menschen werden in der Loire ertränkt.

Frauen, Greise, Kinder.

In diesem Winter kommen tausende Unschuldige im Fluss um,

den Carrier "Badewanne der Nation" nennt.

Der Schrecken verschlingt mir die Nächsten:

-Die Frau von Couëtus, -Bringt sie um!

die Eltern von Prudent,

bis hin zu meinen Cousinen, die Jüngste gerade 17 Jahre alt.

Sie alle enden auf dem Schafott.

Legt an!

Feuer!

Der Krieg ist verloren.

Dabei steht der Vendée das Schlimmste noch bevor.

Es beginnt das große Martyrium.

Die Republik verfolgt uns bis in unsere Häuser.

Sie nennen uns die "verfluchte Rasse."

Der Plan von General Turreau wird umgesetzt:

Zwölf Kolonnen von Brandstiftern durchstreifen die Vendée,

Sie haben Befehl, alles in ihrem Weg niederzubrennen.

Wir nennen sie die "Höllenkolonnen".

Tausende Soldaten fallen über unsere Dörfer her,

bewaffnet mit Blei und Feuer.

Mein Liebling, ich will, dass du mit Josephine gehst.

Lauf in den Wald, ja?

Lauf wie der Wind! So schnell du kannst!

Ich liebe dich, mein Schatz. Jetzt lauf!

Lauf! Lauf, mein Schatz!

Die Männer werden an den Toren ihrer Scheunen aufgeknüpft,

-Töten sie alle! -die Frauen vergewaltigt und erwürgt.

Manche werden lebendig verbrannt und in den Brunnen geworfen,

die Kinder mit dem Bajonett durchbohrt. Auf dem Schoß ihrer Mutter.

Schneidet ihnen die Kehle durch!

Knallt sie wie die Hunde ab!

Unaussprechlich...

Unausweichlich...

Und überall... der Tod.

Doch die Kolonnen erzielen nicht die erhoffte Wirkung.

Die Überlebenden haben nichts mehr zu verlieren.

Zu tausenden schließen sie sich mir an,

die Herzen voller Zorn.

Die Vendée erhebt sich aus der Asche.

Im Labyrinth der Waldwege

setzen wir unseren Krieg aus dem Hinterhalt fort.

Wir erringen sogar einige Siege.

Die Blauen sind, so wie wir,

am Ende ihrer Kräfte.

Charette und seine Männer haben ein Lager

bei Roullière angegriffen und niedergebrannt.

Erst haben wir die Vendée in Brand gesetzt,

und nun setzen sie uns in Brand.

Charette bietet uns seit Monaten die Stirn.

Mit 3.000 Mann und ohne Artillerie. Er ist überall!

Er ist nirgendwo und überall!

Wir müssen Charette beseitigen.

Der Terror hat versagt,

schlimmer noch: Er hat ihn stärker gemacht.

Du denkst doch nicht, Barmherzigkeit wäre wirkungsvoller?

Und wenn wir uns auf einen Kompromiss einlassen?

Du willst mit den Briganten verhandeln?

Soll das ein Scherz sein?

Es wäre kein Kompromiss, es wäre ein Kompromittierung!

Nicht, wenn wir damit den Feind unschädlich machen.

Wir sollten heute unsere Kräfte sammeln,

um morgen zuschlagen zu können.

So seltsam es klingen mag:

Wer den Krieg will, braucht den Frieden.

Wie lautet dein Vorschlag, Bürger Ruelle?

Amnestie für die Briganten,

und ein Friedensvertrag unter unseren Bedingungen.

Die Bauern wollen zurück auf ihre Äcker,

sie werden ganz sicher akzeptieren.

Charette wird das niemals akzeptieren!

Er wird sich zur Wehr setzen, bis er tot ist.

Außer, wir lassen ihn im Glauben, er hätte das Sagen.

Der Nationalkonvent würde das niemals gutheißen.

Offiziell? Nein, wohl kaum.

Inoffiziell? Vielleicht.

Sollte die Vendée die Waffen niederlegen,

wird es der Konvent mit seinen Prinzipien nicht so genau nehmen.

Wir brauchen einen Unterhändler.

Aus seinen Reihen.

Allen anderen misstraut er.

Und das zu Recht!

Verraten wird man nur von den Seinen.

Nicht wahr, Monsieur Bureau de la Batardière?

Ich weiß, wer uns zu Charette bringen kann.

FRANZÖSISCHE REPUBLIK

Athanase!

Ich hatte solche Angst!

Wie geht es meinem Sohn?

General, ich bin de la Batardière, ich soll mit Euch verhandeln.

Im Auftrag des Abgeordneten Ruelle.

de la Batardière? Seid Ihr von Adel?

Die Republik begrüßt Menschen mit gutem Willen,

egal welchen Standes.

Es wurde genug Blut vergossen, denkt Ihr nicht?

Unser Blut! Unser Blut mehr als das Eure!

Ich habe den Eindruck, Euch bleibt keine Wahl.

Ihr wollt Zeit!

Die Republik will Frieden. Ihr solltet die Gelegenheit nutzen.

Frieden?

Frieden! Sie wollen Frieden!

Und um welchen Preis?

Ich kenne Eure Konditionen nicht, doch sicher sind sie inakzeptabel.

Amnestie, freie Ausübung des Glaubens,

das Recht, Eure Armee zu behalten,

und die Rückgabe Eurer Besitztümer.

Und im Gegenzug?

Die Republik stellt nur eine Forderung:

Die Vendée erkennt ihre Legitimität an!

Ihre Legitimität?

Gehen wir ein Stück, General.

Ich habe ein Angebot für Euch.

Eines, das nur für Eure Ohren bestimmt ist.

Mir gefällt das Getuschel nicht.

Die Republik würde uns alles versprechen,

selbst das, was sie nicht hat.

Dann sind wir uns also einig, General?

Ihr habt mein Wort!

Und ich habe das Eure!

Das Abkommen wird nur geschlossen, wenn Ihr Wort haltet.

Ich überbringe dem Abgeordneten Ruelle Eure Antwort.

Er wird sicherlich sehr zufrieden sein,

dass er dem Konvent bald den Frieden in der Vendée verkünden kann.

Das wird sich zeigen.

Woran denkst du?

Das Leben hält mich zum Narren!

Es entreißt mir meinen Sohn,

und verlangt, dass ich den Sohn eines anderen rette.

Von wem sprichst du?

Niemandem...

Ritter...

Ritter!

Wacht auf!

Der Vertrag gewährt der befriedeten Vendée

die freie Ausübung des katholischen Glaubens,

ferner eine finanzielle Entschädigung für jene Siedlungen,

die dem Krieg zum Opfer gefallen sind,

die Ausnahme von der Wehrpflicht der republikanischen Armee,

sowie den Abzug aller republikanischen Truppen.

Im Gegenzug...

Wir überlassen diesen Banditen einen Staat!

Im Gegenzug...

...erkennen die Bürger der Vendée

vollumfänglich und ohne Einschränkungen

die neue Regierungsform Frankreichs an.

Eine Republik, eine unteilbare,

wie sie am 20. September 1792 ausgerufen worden ist.

Dies sind die Klauseln,

die vom Nationalkonvent gebilligt worden sind.

Eine Bedingung taucht nicht auf.

Eine Wesentliche!

Um ihre Erfüllung zu gewährleisten,

muss diese Bedingung streng vertraulich bleiben.

-Wie kann ich Euch glauben? -Nun, Ihr habt mein Wort.

Was nützt mir das Wort eines Regimes,

das Frauen, Greise und Kinder abschlachtet?

Um des Friedens Willen müssen wir die Vergangenheit ruhen lassen,

und in die Zukunft blicken.

Es lebe der Frieden!

Die Vendée vergisst niemals.

Am Tag der Vertragsunterzeichnung

wurde ein großes Friedensfest in Nantes veranstaltet.

Nantes...

Jene Bastion der Republik,

die tausende Leichen in der Loire versenkt hat,

sie ist nun ein Symbol des Friedens.

Vor einem Jahr nannten sie mich einen Briganten-General,

jetzt nennen sie mich... den "König der Vendée".

Bringt sie um!

Mussten wir an diesem elenden Ort vorbeikommen?

Sie sollen nicht vergessen, wie die Republik Briganten bestraft.

Es wird sie abschrecken, erneut zu den Waffen zu greifen.

Habe ich es mit einem wahren Mann der Republik zu tun?

Habe ich es mit einem wahren Mann des Friedens zu tun?

Es herrscht Frieden!

Weil Ihr die Republik anerkennt.

Nicht wahr, Bürger?

Der Frieden wird halten, solange die Republik ihr Versprechen hält.

Aus Tagen werden Wochen, aus Wochen werden Monate.

Die Vendée ist wie gelähmt vom Frieden der Einfältigen.

...muss diese Bedingung streng vertraulich bleiben.

Rettet mich!

Es kann sich alles ändern.

Wer seid Ihr, Monsieur?

Ich bin Ritter Athanase Charette de La Contrie.

Ich bin ein einfacher Marineoffizier

im Dienste des französischen Königs.

Und wer bist du?

Ich heiße Ludwig.

Manche sagen, ich sei Ludwig XVII,

König von Frankreich und Navarra.

Aber manche sagen, ich sei tot.

General!

General, die Chouans hat den Kampf aufgenommen.

Die Armee der Emigranten

wird mit Hilfe der britischen Flotte über Nacht anlanden.

Die ganze Bretagne wird sich erheben!

General, wir wollen erneut zu den Waffen greifen.

Ich erwarte eine Nachricht vom Abgeordneten Ruelle.

General, wir sollten diesem Betrüger kein Wort glauben.

Wir verschwenden unsere Zeit an ein Hirngespinst.

Dieses "Hirngespinst", wie du es nennst,

ich sage dir, um was es sich dabei handelt.

Oder besser: Um wen.

Um den König von Frankreich, Ludwig XVII.

Ich habe ihr Wort, dass er uns übergeben wird.

Andernfalls ist der Friede dahin.

Die Republik ist nicht töricht.

Sie werden ihn töten, wie den Rest der Königsfamilie.

Athanase?

Was werden die Leute über Euch sagen,

wenn sie erfahren, dass man Euch getäuscht hat?

Das Risiko gehe ich ein.

Dieser Frieden ist nicht mehr als ein Waffenstillstand.

Sobald die Armee der Emigranten angelandet ist,

wird der Krieg wieder ausbrechen.

Und trotzdem: Wenn es nur die Geringste Chance gibt,

dass uns die Befreiung gelingt,

dann will sie genutzt sein.

Das Leben des französischen Königs wiegt mehr

als der Ruf eines kleinen Edelmannes aus der Provinz.

Euer Besuch ehrt mich, Travot.

Gemäß unserer Vereinbarung bin ich hier,

um mich zu vergewissern,

dass sich keine Kämpfer hier versammeln.

Aber wir haben doch Frieden, nicht wahr?

Die Ankunft Eurer emigrierten Freude

rührt wohl kaum von Eurem Sinn für Frieden.

Ebenso wie Euer Sinn für Frieden Euch veranlasst,

Truppen in die Vendée zu entsenden.

Also, Travot? Warum seid Ihr hier?

Ich habe hier einen Brief von Albert Ruelle.

Endlich bringt er Neuigkeiten.

Ich hoffe für Euch, dass sie gut sind.

Mein Herr...

Richtet Euren Befehlshabern aus, dass der Frieden beendet ist.

Und zwar endgültig!

In diesem Falle, Bürger,

sehen wir wieder. Auf dem Feld der Ehre.

Pfeiffer, versammelt sofort die Truppen!

Ludwig XVII. ist tot.

Im Frühsommer des Jahres 1795

erhalte ich Nachricht vom französischen Thronfolger.

Er würdigt meine Errungenschaften,

und ernennt mich zum Generalleutnant des Reiches.

Meine Legitimität steht nun außer Frage.

Hört dieser Krieg niemals auf?

Sie haben den kleinen König sterben lassen,

die Verträge sind nichtig.

Ich werde mein letztes Blut für unseren Kampf vergießen.

Das Blut? Immer geht es um Blut.

Die Vendée allein kann nichts ausrichten.

Willst du uns in den Tod führen?

Aber die Vendée ist nicht allein!

Die Armee der Emigranten ist angelandet,

und Graf von Artois wird bald folgen.

Wieso sollte ich den Prinzen vertrauen?

Sie schwingen große Worte,

vertreiben sich die Zeit im sicheren Exil,

und sind sparsam mit ihrem Blut.

Ich will mich keiner Illusion hingeben, wie du mit Ludwig XVII.

Ich brauche dich.

Meine Frau ist tot!

Meine Töchter... Verstehst du?

Ich will sie nicht zu Waisen machen.

Ich weiß.

Aber was dann?

Soll deine Frau umsonst gestorben sein?

Sollen deine Töchter unter dem Regime aufwachsen,

das unsere Familien abgeschlachtet hat?

Soll das alles umsonst gewesen sein?

-Ich will leben! -Und wozu?

Wozu sollten wir in Schande leben?

Nein, lieber sterbe ich mit der Waffe in der Hand.

Das mag dein Schicksal sein, aber nicht das meine!

Die Republik hat uns wichtige Zugeständnisse gemacht.

Die Republik ist ja zu gütig.

Von wegen Zugeständnisse!

Mit leeren Versprechungen wurden wir ruhiggestellt!

Aber ist denn Frieden unvorstellbar?

Ob Republikaner oder Royalisten, wir haben ein Vaterland.

Verstehst du sie etwa?

-Ich bin zu alt geworden. -Nein, nein, nein!

Deren neue Welt ist alt geworden.

Wir sind die Jugend, mein Freund.

Wir sind die Jugend der Welt.

Los! Marschiere mit mir.

-Für Gott. -Und für den König!

Spannt die Pferde ein!

Zum Herbstanfang verlege ich meine Truppen an die Küste.

Ich zähle auf die Ankunft des Grafen von Artois,

dem zweiten Bruder des Königs.

Es ist die letzte Chance auf die Rückeroberung des Königreiches.

Für den Prinzen ist es zu riskant, hier anzulanden.

Und für uns etwa nicht?

Ein Prinz sollte sich des Titels als würdig erweisen und ein Vorbild sein.

-Dies ist ein Geschenk des Prinzen. -Ein Geschenk?

"Ich gebe niemals nach."

Ich gebe niemals nach...

Äußerst passend, da er mich nun im Stich lässt.

Richtet Eurem Herrn aus, dass Ihr mir mein Todesurteil überbracht habt.

Heute befehlige ich 15.000 Männer. 15.000!

Euretwegen werden es morgen 1.500 sein.

Mir bleibt also nur die Flucht,

oder ein ruhmreicher Tod.

Richtet Ihnen aus:

Charette stirbt mit seiner Waffe in der Hand.

Warum tust du das?

Du bist nicht bei Sinnen!

Für den Ruhm? Nein!

Dieser Kampf ist größer als du!

Wir werden Geschichte schreiben.

Ich hatte keine Wahl.

Du hattest die Wahl der Gnade.

In Quiberon haben die Blauen keine Gnade gezeigt.

Sie haben die Gefangenen abgeschlachtet,

trotz versprochener Begnadigung.

Sie haben sie alle abgeschlachtet.

Sie sollen wissen, dass ich ab jetzt Vergeltung üben werde.

Auge um Auge, Zahn um Zahn...

Als dein Freund nehme ich das hin,

doch als dein Priester lehne ich es ab!

Wir sind nicht wie sie.

Nein, wir sind nicht wie sie.

Aber der Krieg hat uns gelehrt,

zu dem zu werden, das wir nicht sind.

Das Friedensangebot wurde von uns angenommen und unterzeichnet.

Mit Eurer Zustimmung wird es General Hoche übergeben.

Ist das alles?

Die Fortsetzung des Krieges ist Selbstmord.

Einzig mit diesem Angebot können wir unsere Sache voranbringen,

und unsere Ehre wahren.

Ihr wagt es, mir unter die Augen zu treten,

mit dieser Beleidigung,

und sprecht von Ehre?

Sie brechen ihr Wort, sie werden Euch täuschen!

Sie werden Euch täuschen, wie sie mich getäuscht haben.

Und jenen, die nach Hause wollen,

ihnen sei gesagt: Statt mit der Waffe in der Hand zu sterben,

wird man ihnen die Kehlen aufschlitzen.

Wie Feiglinge es verdienen.

General, bitte!

Die Männer sind erschöpft.

Warum verlangt Ihr ihnen ein sinnloses Opfer ab?

Ich frage mich...

Wie kann es sein, dass derart stolze und tapfere Kämpfer

-einen solch ehrlosen Weg wählen? -Ehrlos?

Athanase, Eure Worte sind den Gedanken voraus.

Ich teile Euch meine Gedanken mit:

Ihr werdet alles verlieren, innerhalb eines Tages.

Allen Ruhm, den wir in drei Jahren erkämpft haben.

Ich werde Euch beweisen, dass ich mich nicht geändert habe.

Die Gelegenheit dazu kommt bald.

Es ist meine Schuld.

Ich habe ihn in den Tod geschickt.

Meine Freunde!

Hiermit entbinde ich euch von eurem Eid,

auf dass ihr dem Kampf, ohne Reue, den Rücken kehren könnt.

Ihr bewahrt eure Ehre,

und meine Achtung.

Ich mache weiter.

Das schulde ich ihm.

Meine kleine Armee kämpft noch immer.

Eine Schattenarmee, die in den Wäldern und Sümpfen spukt.

Sie schlachten uns einen nach dem anderen ab,

weil sie uns in den Schlamm ziehen! In den Schlamm!

Wir schlagen mit der Wut der Verzweiflung auf die Blauen ein.

Sie drängen uns jeden Tag weiter zurück!

Doch mit jedem Tag schmilzt meine Armee dahin.

-Die Wunden werden zahlreicher, -Gib mit den Verband.

und die Vorräte schwinden dahin.

Wir müssen nun wie die Tiere überleben.

Warum tragt Ihr noch immer diesen gefiederten Hut?

So kann Euch der Feind auf dem Feld leicht erkennen.

Nehmt ihn ab.

Das steht außer Frage!

Ein Marineoffizier legt nicht die Ehre ab, eine Zielscheibe zu sein.

Und was bliebe uns ohne Schneid?

Ich werde keinen meiner Soldaten mehr aufgeben.

Welche Soldaten? Die meisten sind fort oder wollen nach Hause.

Selbst die europäischen Könige wollen mit der Republik verhandeln.

Sie haben meinen Sohn getötet! Das werde ich niemals vergessen!

Ihr wollt die Waffen niederlegen? Nur über meine Leiche!

Ich werde mit General Gratien über die Kapitulation verhandeln.

Ich werde deiner Entscheidung nicht im Wege stehen.

Aber ich warne dich, mein Freund!

Die Blauen werden dir nicht wohlgesinnt sein.

Auch ich habe genug.

Wir haben unsere Priester wieder. Warum noch kämpfen?

Halt, Bürger.

Legt an!

Weine nicht, mein Freund. Weine nicht.

Gott wird sich unserer Familien annehmen.

Spart euch das Pulver.

Wartet. Dich nicht so! Nicht so!

Der Feind hat sich in den Wäldern verschanzt.

Sobald sie eine Uniform erblicken, tauchen sie unter.

Charette, wieder Charette. Immerzu Charette.

Ein Mann kann nicht einer ganzen Republik die Stirn bieten!

Vor drei Tagen habe ich ihn bei La Bégaudière zurückgedrängt.

Nach einem guten Angriff flohen sie,

weil sie dachten, der Sieg sei ungewiss.

Sie haben etwa 30 Männer auf dem Schlachtfeld verloren.

Er verliert immer mehr Anhänger.

Die meisten haben die Waffen niedergelegt.

Solange Charette nicht persönlich kapituliert,

bleibt die Vendée eine Bedrohung.

Charette wird sich niemals ergeben!

Amnestie oder Exil locken ihn nicht hervor.

Ist dieser Teufel etwa unbesiegbar?

Aber wir müssen ihn besiegen!

Es ist nur eine Frage der Zeit, bis er gefasst wird.

Und diese Zeit wird bald kommen.

Es gibt kein Entkommen, er steht mit dem Rücken zur Wand.

Wir spüren ihn auf und scheuchen ihn auf.

Wir blasen zur Jagd!

Und wie wollt Ihr ihn aufspüren?

Mir machen es wie er. Mit einer List!

So leicht ist er nicht zu fassen. Charette ist ein Fuchs.

Er misstraut seinem eigenen Schatten.

Ihr werdet Eure Soldaten erstochen am Wegesrand...

Wir müssen es versuchen! Wir hetzen ihn!

Keine Gnade mit der Beute!

"Und wenn Eure Gäule dabei verrecken, schnappt Charette!"

So lautet der Befehl von General Hoche,

und so werde ich ihn umsetzen.

Die große Menschenjagd hat begonnen.

Ich kann den Wald nicht mehr verlassen.

-Ich werde Tag und Nacht gejagt. -Gleich haben wir ihn!

Ich bin der meistgesuchte Mann Frankreichs.

Vorwärts, Männer!

Sie sind ganz in der Nähe.

Bald haben sie uns umzingelt, General.

Ich weiß. Bei Sonnenaufgang werden sie angreifen.

-Das ist also das Ende. -Für uns schon.

Doch nicht für unseren Kampf, er währt ewig!

Niemals wird er verglühen.

So wie diese Kerze hier.

Sie scheint zu erlöschen, doch in Wahrheit...

In Wahrheit erhellt sie den Menschen für Jahrhunderte den Weg.

Ich werde der Kerze bis in den Tod folgen.

Dies ist mein letzter Befehl:

-Athanase... -Du musst überleben.

Los, geh.

Pater...

Berichtet der Nachwelt von uns.

Lebe wohl, meine Amazone. Adieu.

Lauft! Lauft! Nicht anhalten!

Freiheit für die Vendée!

Schnell! Da ist er!

Pfeiffer!

Pfeiffer!

Von links!

Ihr müsst überleben, General.

Da drüben! Da drüben!

Da ist er!

Da ist er!

Los! Er ist getroffen!

Da ist er! Da ist er!

-Ich will ihn lebendig! -Lebendig!

Na, kommt schon!

Das reicht!

Zeigt ein wenig Würde, verdammt!

General!

Wenn ich schon gefasst werde,

dann von einem französischen Offizier.

Ich bin froh, dass Ihr es seid.

So viel Heldentum verloren.

Nichts ist verloren... Niemals!

Ihr werdet mich nie besiegen!

Wenn Ihr flieht, ist alles verloren!

Mein Herz schlägt noch immer.

Doch morgen werde ich tot sein.

Athanase!

Marie-Anne!

Ich suche dir den besten Anwalt in Nantes,

und wir werden gegen das Urteil vorgehen!

-Mit Gottes Kraft werden wir... -Es ist sinnlos!

Es ist sinnlos und das weißt du genau.

Ich habe zwei letzte Bitten an dich.

Die Erste... Hör mir zu!

Erstens: Zahle meine Schulden zurück.

Bevor ich gehe, möchte ich sie beglichen wissen.

Zweitens: Ich muss meine Schuld bei Gott begleichen.

Ich möchte von unserem Pater die Absolution empfangen.

Wenn du auf den Platz gebracht wirst,

kommt ihr an der Rue Gorges vorbei.

An der Ecke gibt es einen Balkon.

Der Priester wird dort sein.

Du musst dich nur in seine Richtung neigen,

um die Absolution zu empfangen.

Ich bin stolz, dein Bruder zu sein.

Und ich bin stolz, deine Schwester zu sein.

Ich werde für dich beten.

Soldat! Ich habe einen letzten Wunsch.

Ich möchte mich vor der Hinrichtung rasieren.

Das ist unmöglich, Bürger!

Gefangene dürfen keine Klinge besitzen,

sie könnten sich das Leben nehmen. Allein die Republik...

Der Republik sei versichert: Mein Glaube untersagt Suizid.

Ich möchte nur in Würde sterben.

Werdet nicht eitel, Bürger.

Euch erwartet ein Massengrab und kein Ball!

Bringt ihn um!

Tötet ihn!

-Zurücktreten! -General!

Ich möchte Euch um einen letzten Gefallen bitten.

Ich möchte den Feuerbefehl selbst erteilen.

Das ist gegen die Vorschriften.

Nun, General? Wann haben wir uns das letzte Mal um Vorschriften geschert?

Ich bitte Euch um diesen Gefallen.

Von Offizier... zu Offizier.

Einverstanden.

Ich werde meinen Kopf senken.

Aufstellung!

Lebt wohl, General.

Zielt auf das Herz.

So sollen die Tapferen sterben.

Auf meinen Befehl!

Am heutigen Tage sterbe ich aufrecht.

Ich will dem Tod ins Gesicht schauen.

Ich mache mich auf den Weg zu euch,

zu euch, die ich befehligt habe.

Legt an!

Zu euch, die ich geliebt habe.

Zu euch, die ihr am Wegesrand euer Leben gelassen habt.

Ohne Namen und ohne Grab.

Was wird von uns bleiben?

Vielleicht ist heute der Tag,

an dem unsere Geschichte beginnt.

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