All language subtitles for 2003_Im Schatten der Macht 1_2.deu

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Original subtitles

UT

(Willy Brandt)

(Herbert Wehner)

(Hans-Dietrich Genscher)

(Rut Brandt)

(G�nter Guillaume)

(Dr. G�nter Nollau)

(Egon Bahr)

(Dr. Herold) (Walter Scheel)

(Manne Schacht) (Helmut Schmidt)

(Geliebte)

(Radio:) "Die Weltpresse kommentiert den hohen Sieg ..."

"... der SPD/FDP-Koalition bei der Bundestagswahl am letzten Sonntag..."

"... als pers�nlichen Erfolg des Bundeskanzlers Willy Brandt."

"Und seiner Ostpolitik."

"Aber die H�he des SPD-Stimmenanteils war �berraschend."

Arno! Musst du dich anschleichen?

Ich war mir nicht sicher, ob es dein Wagen ist.

Ich hasse so improvisierte Treffs.

Was ist mit dem Wagen, der da weiter vorne steht?

Er war schon da, als ich kam.

Der Fahrer schl�ft hinten drin. Nun sag schon! Was ist?

Es ist so weit. Ich bin drin.

Ach! Ist das amtlich?

Ja. So gut wie! Einer vom Personal- Referat sagte es mir vor 2 Stunden.

Ich bin pers�nlicher Referent f�r Parteifragen und eine Art Adjutant.

Ab 1. Januar 1973. Aber tats�chlich schon jetzt. Gratuliere!

Es klingt nicht sehr begeistert. Nein. Es ist dazu zu ernst.

Wir schafften, wovon jeder Nachrichtendienst tr�umt.

Ein Mann in direkter Umgebung des gegnerischen Regierungschefs.

Ich sitze im Schreibtisch von Willy Brandt.

Als Zeitbombe?

Was ist los? Wir planen kein Attentat.

Aber das kann es werden, wenn wir einen Fehler machen!

Und dann leb wohl Ost-West-Entspannung!

Der Kalte Krieg wird dann k�lter, als er je war.

Der Mann hei�t G�nter Guillaume.

Er ist Referent des Bundeskanzlers f�r Partei und Gewerkschaftsfragen.

Hier! Eine kurze Zusammenfassung seiner Laufbahn in der SPD.

Stark! Der Mann kam schon 1956 in den Westen. Als Zonenfl�chtling.

Dann m�hevoll hochgearbeitet bis ins Kanzleramt.

Mit allen Sicherheits-�berpr�fungen.

Wieso? War er so gut? Oder hat der Verfassungsschutz geschlafen?

Ich m�chte dazu nichts sagen.

Die Fehler wurden vor meiner Zeit gemacht.

Haben die Leute jetzt die pl�tzliche Erkenntnis, dass er ein Spion ist?

Es ist nur ein Verdacht. Wir haben noch keine Beweise.

Nur abgefangene Funkspr�che aus Ostberlin.

Sie konnten bisher nicht zugeordnet werden.

Guillaume muss der Empf�nger gewesen sein.

Wann wurden sie abgeh�rt? Zwischen 1956 und 1959.

Gro�er Gott! Und seitdem schlummert das in den Akten?

Wie soll ich das dem Kanzler klarmachen?

Am besten nicht, Herr Minister. Wie meinen Sie das, Dr. Nollau?

Ich muss dem Kanzler sagen, dass ein Mitarbeiter DDR-Spion ist.

Wir m�ssen ihn vorsichtig beobachten.

Um ihn zu �berf�hren.

Wir sollten den Kanzler deshalb nicht informieren.

Wie denken Sie sich das?

Das grenzt an Arglist.

Glauben Sie, ich �bernehme daf�r die Verantwortung?

Welche Situation entsteht, wenn der Kanzler von dem Verdacht erf�hrt?

Er wird ihn aus seiner Umgebung entfernen wollen.

Na und? Es l�sst sich machen. Eine Versetzung an eine Botschaft oder so.

Guillaume merkt es sofort. Er w�re schnell weg.

Das l�sst sich nicht verheimlichen.

Ich sehe schon die Schlagzeilen: "Brandt l�sst Top-Spion entkommen".

In was f�r eine Lage bringen Sie mich!

Warum haben Sie nicht geschwiegen und heimlich weiterermittelt?

Daf�r wollte ich wiederum nicht die Verantwortung.

Wir k�nnen die Entscheidung einfach dem Bundeskanzler �berlassen.

Sie informieren ihn. Sie verbinden es mit meinem Rat:

Sich Guillaume gegen�ber nichts anmerken zu lassen.

Und an seiner Arbeit nichts zu �ndern, um ihn nicht zu warnen.

Und ob der Kanzler dies tut, ist allein seine Sache.

Und Sie haben keine Probleme.

Sie auch nicht, Herr Minister.

Der Regierungschef als Lockvogel der Abwehr.

F�r einen Spion im eigenen Hause.

Eine aparte Situation.

Ich an Willy Brandts Stelle w�rde mich nicht darauf einlassen.

Wir werden sehen.

Unserem Bundeskanzler wird ein Sinn f�rs Aparte nachgesagt.

Bitte nicht, Chef!

Sie kommen heute das 3. Mal genau dann, wenn ich rauchen will.

Wie machen Sie das?

Parapsychologie, Gedanken�bertragung oder so.

Trinken Sie Ihren Alkohol bitte verd�nnt! Der Arzt sagte es.

Ich wei�. Aber es ist Verschw�rung, dass er es auch Ihnen sagte.

Na ja! F�r Ihre Gesundheit sind auch konspirative Mittel erlaubt.

Ich hole die neusten Meldungen. Sie haben dann Ruhe vor mir.

So! Sie bekamen auch einen Wei�wein. Ja. Danke!

Hier auch einen Wei�wein. Ich sagte drei.

"Drei"? Kein Problem! ... Sie bekommen einen Whisky.

Sie bekommen auch einen Whisky. Entschuldigung! Es dauerte l�nger.

Kennt ihr den? Eine Frau fragt den Arzt:

"Kann man mit Durchfall baden?" "Ja. Wenn die Wanne voll wird."

Der war gut. Manne! Jetzt mal ernsthaft.

Sei nicht zickig! Wer war das M�dchen gestern Abend?

Guillaume brachte sie um 1O Uhr vom Schlafwagen zum Kanzlerwagen.

Keine Ahnung! Du hattest Dienst. Es war keine Journalistin.

Ich kenne keine M�dels mehr, seit Guillaume sie besorgt.

Du kanntest noch jede.

Ich bin Bodyguard. Nicht Body-Lieferant.

In deine Memoiren muss unbedingt ein Kapitel mit der �berschrift:

"Mit dem Kanzler auf Schnepfenjagd".

Das wird mir unheimlich.

Ich verstehe nicht, warum Guillaume das nicht verhindert.

Was?

Der Begleitungs-Chef s�uft mit der Presse, redet �ber Frauen.

Das w�re ein Skandal gewesen bei Kiesinger oder Erhard.

Aber bei Willy ist alles anders.

Es geht gut. Ich bin mir nicht sicher.

Hat man je davon gelesen?

Sah man je ein anr�chiges Foto? Nein. Sie schweigen alle.

Sogar "Bild"! Sogar "Quick"! Noch! Aber wenn die erst merk...

Ah! Herr Bundeskanzler!

Kommen Sie doch zu uns! Ja. Nicht zu verstehen

D�rfen wir Ihnen etwas bestellen? Wer gewinnt? Er!

Herzlichen Gl�ckwunsch zum Geburtstag!

Ja. Vielen Dank!

Woher wissen Sie denn ...

Dieser Mann hier wei� alles.

Trinken wir einen Schluck darauf!

Herr Kanzler! Sie besch�men mich.

Nicht Sie, Schrader!

Nur Ihre Zeitschrift.

Der "Spiegel" behandelte mich in letzter Zeit etwas r�de.

Der "Stern" �brigens auch.

Wir sind nicht unbedingt zum Nettsein da, Herr Kanzler.

Ich wei�. Ich bin gelernter Journalist.

Aber ihr l�gt auch etwas. (Alle:) Oh!

Ich machte das als Journalist nie. Und als Politiker?

Auch nicht.

Bis auf gelegentliche Ausnahmen. Lachen

Fahrplan-�nderung aus technischen Gr�nden.

Wir fahren nach der G�ttinger Wahlveranstaltung nicht weiter.

Wir beziehen dort Ruhelager. Weiterfahrt: 5.45 Uhr.

Na sch�n!

Ich darf Sie erinnern:

Jemand steigt zu. Ja?

Die Schwedin. Aha!

(Genscher:) Es ist Zeit f�r ein offenes Wort, Herr Dr. Nollau.

Wie soll das weitergehen?

Sie haben gegen Guillaume immer noch nichts au�er Vermutungen.

Keinen Vorgang. Keinerlei Beweise. Und das seit fast einem Jahr.

Wir haben eindrucksvolle Indizien. Genscher schl�gt auf den Tisch.

Das ist nicht genug!

Warum verlangt die Bundesanwaltschaft Nach-Ermittlungen?

Ist Ihnen nicht klar, dass wir auf einer Zeitbombe sitzen?

Bitte ber�cksichtigen Sie:

Die Ermittlungen verlangen Delikatesse.

Die Lage ist f�r den Kanzler delikat. Er ertr�gt sie seit 1O Monaten.

Aber wissen wir denn, wie gut er spielt?

Was ist denn, wenn Guillaume misstrauisch wird und sich absetzt?

Die Welt�ffentlichkeit denkt dann, der Kanzler ist ein Dummkopf.

Er hat einen Spion im eigenen Haus und l�sst ihn auch noch laufen!

Die Regierung �berlebt das nicht.

Wir h�ren aus dem Kanzleramt: Guillaume prahlt ...

... mit seinem guten Verh�ltnis zum Kanzler.

Er scheint unentbehrlich zu sein. Kammerdiener, Gep�cktr�ger. Alles!

Was hei�t das?

"Alles"?

Alles spricht daf�r, dass er sich vollkommen sicher f�hlt.

Wir sind sehr vorsichtig, beobachten nur seine Ehefrau Christel.

Wir denken, sie h�lt Kontakt zu den Verbindungsleuten.

Nach seinem Pers�nlichkeitsbild ist er zu vorsichtig, es selbst zu tun.

Na sch�n!

Aber was ist, wenn sie etwas merkt?

Nicht schlimm! Sie bewirbt sich ...

... als Sekret�rin im Verteidigungsministerium.

Was? Ist dieses Ehepaar gr��enwahnsinnig geworden?

Unser Gl�ck! Frau Guillaume wird es als Routine-�berpr�fung deuten.

Wenn sie die Beobachtung bemerkt.

Das ist einleuchtend!

Trotzdem!

Wir m�ssen zu einem Ende kommen. So oder so!

Man kann dem Kanzler die Situation nicht mehr zumuten.

Noch zwei Wochen. Dann ist Schluss!

Ich bitte Sie um vier Wochen.

Sie baten mich schon im Januar darum. Wir haben jetzt April.

Also gut! Vier Wochen!

Ich bitte den General-Bundesanwalt, die Ermittlungen einzustellen, ...

... wenn Sie dann keinen wichtigen Vorgang haben.

Er kommt. ... Richt euch!

Sie spielen einen Marsch.

"Willy"-Rufe Hallo, Freunde!

Sch�n, dass ihr gekommen seid!

Oh! Danke! Danke!

(Die Menschen rufen:) Willy!

Willy! Ja!

Na, G�nter? Wen bringst du denn da noch so sp�t?

Frau Lindt, schwedisches TV. Sie ist angemeldet.

Ist in Ordnung.

Meine Redaktion wollte erst so eine Art Hochglanz-Portr�t von Ihnen.

Der Friedenskanzler. Der Kniefall von Warschau und so weiter.

Aber ich bin davon abgekommen.

Ich denke, die jetzige Lage der Regierung Brandt/Scheel ...

... auch f�r die schwedischen Zuschauer ... Sagen Sie!

Ja? Wie viel Schachteln verbrauchen Sie am Tag?

Entschuldigung! Ich wei� nicht, wohin mit meinen H�nden.

Seit ich nicht mehr rauchen darf.

Wo war ich? Sie haben mich aus dem Konzept gebracht.

Ist das so einfach? Manchmal.

Also! Um es kurz zu machen:

K�nnen wir �ber den Zustand der Regierung und der Partei sprechen?

Haben Sie etwas dagegen?

Das Hochglanz-Portr�t w�re mir dieser Tage nat�rlich lieber.

Aber ich war auch mal Journalist.

Ich respektiere also Ihre Interessen.

Auch bei unbequemen Fragen? Zum Beispiel?

Das ber�hmte SPD-Dreigestirn Herbert Wehner, Willy Brandt, Helmut Schmidt.

Gab es das je? Und wenn ja: Wann und woran zerbrach es?

Wir waren weder einzeln noch zu dritt Sterne.

Wir sind nur drei denkbar verschiedene Erdenmenschen.

Will nicht jeder dieser drei eine andere SPD?

Seit der Macht-�bernahme 1969?

Regierungs-�bernahme. "Macht-�bernahme" ist ein Nazi-Wort.

Verzeihung! Aber es geht um Macht. Um ihren drohenden Verlust.

Verlorene Wahlen. �lkrise.

Fluglotsen-Streik. Haushalts-Defizit. Koalitions-Probleme.

Und Sie schweben �ber alldem.

Tr�umen vom Ende des Kalten Krieges.

Und der Einigung Europas. Ach! Das Klischee!

Der Kanzler f�hrt nicht.

Er denkt nur an sein Bild in den Geschichtsb�chern. Ein "Klischee"?

War Herbert Wehner Ihr letzter Gespr�chspartner? Gutes Stichwort!

Nein. Ich werde mich �ber ihn nicht �ffentlich �u�ern.

Diese Situation hier ist zum Gl�ck das Gegenteil von �ffentlich.

Unter uns! Wehner ist ein Mensch, vor dem Sie Angst haben. Richtig?

(Lacht:) Ich habe im Moment jedenfalls mehr Angst vor Ihnen.

Was sind Sie?

Journalistin oder Tiefen-Psychologin?

Sagen wir einfach:

Eine Frau, die ziemlich viel �ber Sie nachgedacht hat.

Ich f�rchte, ich habe mir jetzt alles verdorben.

Oder kann ich etwas tun, um Ihnen die Angst vor mir zu nehmen?

Haben Sie vielleicht einen Vorschlag?

Na, G�nter? Noch zum Minnedienst?

Hast du in jeder Stadt ein Bett stehen?

Das ist mein Beitrag zum Wahlkampf.

Mach es gut!

(TV:) "Regierungstruppen haben in Kambodscha 9 Kilometer nordwestl..."

Ich habe wenig Zeit. Der Chef hat Damenbesuch.

Ich muss ihn wieder rausbringen. Ver�nderungen?

Nein. Christel wird auch nicht mehr beobachtet.

Das kann nur Routine sein, so dumm wie die das machten.

Aber genaue Weisung: kein Risiko! Abwarten und stillhalten! Klar?

Komm! Wir gehen da r�ber!

Filmchen!

Lass das bis auf weiteres bleiben! Man ist in der Firma ziemlich nerv�s.

Ist etwas?

Sag mal! Wieso habt ihr so viel Angst?

Lie�en sie mich mit Willy zu Parteivorstands-Sitzungen gehen, ...

... wenn sie einen Verdacht h�tten? Es k�nnte eine Falle sein.

Ja klar! Alles k�nnte eine Falle sein.

Willy schenkte mir zum Geburtstag "Das Boot".

Wo ist die Falle? Will er mich testen?

Das Buch handelt von einem U-Boot. Guillaume lacht, T�r, Schritte.

Werde nur nicht �berm�tig!

Verschwinde beim geringsten Anzeichen ...

Es macht keinen Spa� mehr. Ihr habt immer nur Angst.

Aber du kannst in der Osterwoche ruhig schlafen.

Ich mache Urlaub. Der Chef besucht Algerien und �gypten.

Ich liege nur an der Cote d'Azur in der Sonne.

Endlich kommt Bewegung in die Sache! Wir haben einen Hinweis.

Unser Mann reist an Ostern nach S�dfrankreich.

Er hat 1O Tage Urlaub. Wir verfolgen ihn. Aha!

Wo bleibt denn Ihre ber�hmte Behutsamkeit?

Was ist, wenn er etwas merkt und verschwindet?

Das w�rde juristisch sofortigen Zugriff erm�glichen.

General-Bundesanwalt Buback und Herolds BKA-Leute sind verst�ndigt.

Und der franz�sische Geheimdienst.

Guillaume f�hrt keinen Kilometer ohne uns oder sie.

Ach so ist das! Sie glauben gar nicht daran, dass Sie die Chance haben:

Den Mann bei einem konspirativen Treffen oder so zu erwischen.

Er soll abhauen. Das w�re wie ein Gest�ndnis.

Und wenn der Fluchtversuch gelingt? Das ist das Gest�ndnis.

Der Kanzler als Verlierer, �berlistet von einem DDR-Agenten.

Er dementiert, etwas gewusst zu haben.

Ich bin dann der Schuldige.

Ich sage Ihnen, Herr Dr. Nollau:

Ich bin m�glicherweise dran, wenn Guillaume Ihren Leuten entwischt.

Aber Sie auch!

Und zwar vor mir!

Herr Minister! Darf ich daran erinnern?

Sie sagten: "Wir m�ssen zu einem Ende kommen. So oder so!"

Ich bitte Sie, mich im richtigen Zusammenhang zu zitieren.

Ich wollte die unw�rdige Situation des Kanzlers als Lockvogel beenden.

Nicht indem man Guillaume zur Flucht provoziert.

Sondern durch die Beschaffung von Belastungsmaterial.

Oder durch Einstellung der Ermittlungen.

Sie haben mir damit gedroht.

Das w�re wie eine Bankrott-Erkl�rung der bundesdeutschen Geheimdienste.

Es geht auch um meinen beruflichen Ruf. Wieso "auch"?

Das ist Ihr ausschlie�liches Interesse.

Sie wollen einfach nur sich selbst retten.

Aber will das nicht jeder?

Ist etwas los? Sind sie da?

Wer soll da sein?

Entschuldige! Ich bin total kaputt. Ich bin durchgefahren.

Sie waren dauernd an mir dran. Wer "sie"?

Schon auf dem Hinweg. Praktisch vom Haus weg.

Ich wusste es auf der Autobahn. Zwei Teams vom Verfassungsschutz.

Noch ungeschickter als sonst. Sie verloren mich zweimal.

Aber ich blieb brav. Die Franzosen �bernahmen mich an der Grenze.

Sie blieben die ganze Zeit bei mir.

Sie �rgerten sich. Viel Aufwand f�r einen Touristen!

Es war auf der R�ckreise kurz hinter der Grenze pl�tzlich aus.

Ich war auf einmal ganz allein.

Bis hier vors Haus.

Und warum bist du nicht abgehauen?

Ich wusste nicht, was es ist. Eine Falle?

Jemand wollte mich fliehen lassen.

Es war vern�nftig, sich normal zu verhalten.

Wir sollen uns absetzen.

Beim geringsten Zeichen, dass sie auch dich beobachten.

Zusammen oder alleine.

Die Fluchtwege sind doppelt gesichert.

Warum kamst du zur�ck? Willst du �berlaufen?

Fragst du mich das im Ernst?

Ich wei� nicht. Nein.

Entschuldige! Aber irgendetwas ist nicht in Ordnung mit dir.

Es ist dir wahrscheinlich selbst gar nicht klar.

Was bitte? Die Wahrheit ist:

Du willst nicht weg von ihm.

Du wei�t nicht mehr, was du sagst.

Haust�r-Klingel

Noch Haust�r-Klingel

Morgen! Sind Sie G�nter Guillaume? Ja. Was ist?

BKA mit Durchsuchungsbefehl des Generalbundesanwalts.

Wir sollen Sie zur Vernehmung holen. Was haben wir verbrochen?

Fassen Sie mich nicht an! Bitte beruhigen Sie sich!

Geh mal bitte raus! Es ist besser f�r dich.

Ziehen Sie sich bitte an!

Ziehen Sie sich an! Schubsen Sie mich nicht herum!

Papa!

Was ist denn hier los?

Ich bin B�rger der DDR und ihr Offizier.

Ich bitte Sie, das zu respektieren.

Bitte! Der Bundeskanzler steht euch nachher zur Verf�gung.

Beachtet den Sicherheitsabstand!

Willkommen zu Hause!

Das ist ein netter Empfang! Aber ich erwartete Sie nicht.

Es ist etwas passiert.

Das Ehepaar Guillaume ist heute fr�h verhaftet worden.

Er hat schon gestanden.

Was hat er gestanden?

Dass er B�rger der DDR ist. Und Offizier ...

... der Nationalen Volksarmee.

Das ist unglaublich!

Du redest seit Tagen kaum ein Wort mit mir.

Hat das Gr�nde?

Seit wann hast du das mit Guillaume gewusst?

Gewusst seit einem Jahr. Geglaubt nie!

Ein Wort, ein Wink von dir w�re hilfreich gewesen.

Ich verhandelte den Grundlagenvertrag mit Ostberlin f�r dich.

Die kannten unsere Position vorher.

Ich wunderte mich manchmal.

Ich durfte nur Grabert und Wilke einweihen.

"Durfte"!

Wer kann dir verbieten, mir etwas zu sagen?

Das darf dich nicht verletzen, Willy! Das ist normal, ...

... zwischen Ostblock und Nato-Staaten.

Anderes zu erwarten ist sentimental.

Ich bin dann sentimental. Was sind denn das f�r Leute?

Sie honorieren das ehrliche Bem�hen um den Abbau von Spannungen ...

... durch Spitzel im Vorzimmer.

Unser BND h�tte gern dasselbe mit Honecker gemacht.

So viel wir wissen!

Die Geheimdienste sagen nicht immer alles richtig.

Wir kamen zusammen, um �ber die Boden-Reform zu reden.

Oder ist die inzwischen auch eingeschlafen?

Wir haben den Mann immerhin. Das ist positiv.

Wir haben sogar ein Gest�ndnis.

Es ist juristisch unerheblich, wenn er sich als Offizier bezeichnet.

Genug, um �ffentlich offensiv aufzutreten.

Der Spion im Kanzleramt ist enttarnt.

Ein echter Spion. Kein Hirngespinst der Abwehr. Das ist ein Erfolg.

Was hei�t hier "Erfolg"?

Manche Leute sehen den Erfolg eher auf der Seite, die diesen Herrn ...

... an der Seite des Kanzlers platzierte.

Und ihn dort hielt. Seit eineinhalb Jahren.

Da wird es Leute geben, die fragen, wie das m�glich war.

Was f�r Verh�ltnisse herrschen im Bundeskanzleramt?

Ich wusste vom Spionageverdacht gegen den Mitarbeiter.

Seit fast einem Jahr.

Es gab nach Darlegung des Innenministers zwingende Gr�nde, ..

... ihn einstweilen im Amt zu belassen. War es ein Fehler?

Ich denke, die Zust�ndigen �bernehmen die Verantwortung.

Ich schlage vor, wir machen jetzt Schluss.

Nicht zu verstehen

Das wird nicht einfach, Willy.

Aber es wird genommen werden, wie es kommt.

Ich habe mir nichts vorzuwerfen.

Ich sehe auch nicht voraus, dass andere es tun werden.

Niemand nahm diesen Verdacht sehr ernst.

Oder wusstest du mehr?

Ich?

Woher h�tte ich denn mehr wissen sollen?

Ich habe jedenfalls ein reines Gewissen.

Das ist der Kriegsschmuck der Edlen.

(Genscher:) Was sollte ich denn machen?

Einerseits der Staatsschutz-Aspekt.

Andererseits die Loyalit�t dem Kanzler gegen�ber.

Sie wussten es doch.

Ich habe niemals damit gerechnet, dass sich die Sache ...

Schluss jetzt mit dem Quatsch!

Ihre Lage ist doch aussichtslos.

Aber Ihre auch. Vor allem Ihre Beweislage.

Kennen Sie Mischa pers�nlich? Wer ist Mischa?

Ihr Boss, Markus Wolf.

Chef der Hauptverwaltung Aufkl�rung in Ostberlin.

Ihre Art, sich dumm zu stellen, grenzt an Frechheit.

Kennen Sie Erich Mielke pers�nlich?

Wer ist Erich Mielke?

Na sch�n! Sie wollen auf diese dummdreiste Weise sagen:

Sie wollen jede Art der Zusammenarbeit verweigern. Schade!

F�r Sie und Ihre Familie! Denn es gibt so keinen Austausch.

Sie wollten verreisen bei Ihrer Festnahme.

Ihre Sachen waren schon gepackt.

Nein. Ich kam von einer Urlaubsreise zur�ck.

Ich habe nicht ausgepackt.

Plaudern wir dann doch ein wenig �ber diese Urlaubsreise!

"Sie bemerkten bestimmt, dass Sie nicht allein waren." "Inwiefern?"

"Ihnen war doch klar, dass Sie beobachtet wurden." "Beim Baden?"

"Sie machten Verschiedenes, um uns abzusch�tteln."

"Sie schafften es im Saint-Martin einige Stunden mit den Franzosen."

"Wollen Sie mir damit konspiratives Verhalten anh�ngen?"

"L�cherlich! Sie k�nnen mir keinen Landesverrat nachweisen."

"Es ist nicht meine Schuld, wenn die Polizei schlampig arbeitet."

Machen Sie mir eine Verbindung zu Genscher!

"Wir unterhalten uns in den n�chsten Wochen und Monaten noch �ber Schuld."

"Aber bitte sehr! Ich habe Zeit." Verdammt nochmal!

Klassische Klaviermusik

Wundersch�n!

Aber ist das nicht urspr�nglich f�r Orgel?

Es ist bescheidener auf dem Klavier, so wie der das macht.

Man sagt, Sie haben selber mal sehr gut gespielt.

Ach! Das ist lange her.

Wir hatten zu Hause in Dresden ein Klavier.

Das hat die SA bei einem Hausbesuch zusammengeschlagen.

Ich habe seither keine Taste mehr anger�hrt.

Also!

Was haben Sie auf dem Herzen?

Es ist so, dass ... also ...

Es ist schwierig f�r mich, �berhaupt dar�ber zu sprechen.

Mit mir sprechen, ist wie geschwiegen.

Entschuldigung! Aber wenn Sie das nicht wissen, warum kamen Sie dann?

Die Sache Guillaume nimmt eine Wendung ... also ...

Ich mache mir allm�hlich Vorw�rfe.

Ich bewegte mich nicht ganz im Zentrum der Wahrheit.

Als ich vor einem Jahr Herrn Genscher und ...

... damit indirekt auch dem Kanzler den Fall Guillaume vortrug.

Sie haben das jetzt sehr h�bsch ausgedr�ckt.

Einfacher gesagt: Sie haben gelogen.

Nicht direkt!

Ich sprach immer nur von einem Verdacht.

Aber der Verfassungsschutz hatte damals schon die Gewissheit:

Guillaume ist ein Spion.

Sie sind sehr schlau. Sie verharmlosten es.

Damit das Kanzleramt nicht eigene Sicherheitsma�nahmen ...

... macht. Das ist Ihnen gut gelungen.

Das Kanzleramt ist ein Salon der Tr�umer, Trinker, Feuilletonisten.

Man hat da das Problem Guillaume nach kurzer Zeit vergessen.

Das macht Sie jetzt besorgt.

Ich sah die Sorglosigkeit des Kanzlers nicht voraus.

Was dachten Sie? Er arbeitet so: Unangenehmes wird sofort erledigt.

Indem man es verdr�ngt. Gef�hrlich.

Das ist gef�hrlich seit dem Wahlsieg 1972, seinem gro�en Triumph.

Die Parole war: "Brandt muss Kanzler bleiben."

Er tut seitdem alles, um es nicht zu bleiben.

Politik ist ihm zu vulg�r.

Ich besorge die Mehrheiten im Parlament.

W�hrend der G�tterliebling Hof h�lt.

Scheel zieht sich zur�ck.

Und wird Bundespr�sident.

Gigolos in Wahrheit alle beide. Herbert!

Zwei Broteinheiten! Und nicht wieder vom anderen Teller naschen.

Meine Sorge ist:

Dass Scheel nicht Bundespr�sident wird, wenn die Koalition nicht h�lt.

Die muss halten!

Und wenn Brandt wegen Guillaume in Bedr�ngnis kommt?

Und den R�cktritt Genschers verlangt?

Er muss schlie�lich denken, der habe ihn nicht genug informiert.

Aber die FDP wird sich Genscher nicht nehmen lassen.

Das w�re der Bruch.

Trinken Sie einen Steinh�ger? Ich vertrage nur das als Diabetiker.

Seltsamerweise! Manchmal!

Wie schaffen die BKA-Leute die Vernehmung Guillaumes?

Schweigt er immer noch?

Er sagt nichts au�er Angaben zur Person.

Die Frau auch.

Die Haussuchung brachte nichts. Schlecht f�r die Anklage!

Und die Damen? Welche "Damen"?

Ich meine nat�rlich Guillaumes Damen.

Er soll mit Barths Sekret�rin etwas gehabt haben.

Und mit einer anderen. Unergiebig! Rein privat!

Er erfuhr in beiden F�llen nichts Nennenswertes.

Die M�nner vom Begleitkommando des Kanzlers scheinen mehr zu reden.

Man h�rt unglaubliche Dinge. Na ja! Wahrscheinlich dummes Zeug!

Man kann das nur hoffen.

Ich meine, es w�re im Sinne der Anklage nicht uninteressant:

Zu erfahren, wie es zugegangen ist.

Wenn der Kanzler auf Reisen Besuch empfing. Im Hotel oder ...

... im Schlafwagen.

Wollen Sie andeuten, dass Guillaume dabei war?

Fast. Nachdem, was die Leibw�chter munkeln.

Man muss die dann befragen.

Die Ermittler m�ssen wissen, welche Gelegenheiten der Spion hatte.

BKA-Chef Herold muss dazu erst eine Aussage-Genehmigung erteilen.

Ich denke, dass er da gewisse Hemmungen hat.

Wieso? Ich bitte Sie!

Klarheit ist immer besser als dieses miefige Gemunkel.

Der Kanzler sagte mir erst vor kurzem: Er habe ein reines Gewissen.

Ich denke, er meinte das nicht im Sinne b�rgerlicher Moral.

Wer sind wir, um zu urteilen, Nollau?

Ich danke jedenfalls f�r die Anregung.

Entschuldigen Sie mal! Welche "Anregung"?

Ich habe mit alldem nichts mehr zu tun. Ich bin viel zu alt.

Auf mich h�rt doch keiner mehr!

Keinen zweiten, Herbert!

Tja! Leben ist �berwiegend Verzicht, mein Lieber.

Das werden in n�chster Zeit noch ganz andere merken.

"Frau Pr�sidentin! Meine Damen und Herren!"

"Es gibt Zeitabschnitte, da bleibt einem nichts erspart."

"Ich habe mich so zu �u�ern, dass ich die Ermittlungen nicht st�re."

"Ich habe das Gef�hl, dass hier auch verstanden wird:"

"Wir sollten nicht falsche Emotionen in der �ffentlichkeit wecken."

"Sie w�ren auch ein St�rungsfaktor."

"Ich will es mir nicht einfach machen, indem ich sage:"

Das kann nicht gut gehen, Mildred.

"Der Kanzler macht bei Mitarbeitern keine Sicherheits-�berpr�fung.

"Er denkt, dass das die zust�ndigen Stellen machen."

"H�rt, h�rt!"

Er ist total nerv�s.

Sein B�ro hat ihn schlecht vorbereitet.

"Es ist nicht �berraschend, dass man einen Agenten auf mich ansetzte."

Willy ist k�rperlich in einem sehr schlechten Zustand.

"Der Agent kannte keine Geheimakten."

"Es geh�rte nicht zu seinen Aufgaben."

"Dies w�re sonst m�glich gewesen, bis zu seiner Enttarnung."

"Aber es geh�rte nicht zu seinem Aufgabengebiet."

"Das ist noch nicht gekl�rt!"

"Ich wurde, ... meine Damen und Herren, ..."

Er kommt total ins Schwimmen.

"... �ber den Verdacht informiert."

"Auf ausdr�ckliches Anraten der Sicherheitsorgane ..."

Er schafft das nicht mehr, wenn es zu einer Regierungskrise kommt.

Ruhig, Rut! Willy hat schon ganz anderes durchgestanden.

Was ist?

Geh wieder schlafen!

Du hast es n�tiger.

Lass uns dann reden!

Das hilft vielleicht.

Du brauchst Hilfe. Gib es zu! Und wenn es nur meine Hilfe ist.

Ich bin nicht hilflos, nicht mal deprimiert.

Ich bin nur ...

Wie soll ich sagen?

... grenzenlos erstaunt.

Ganz Bonn staunt.

Der Mann wirkt so durchschnittlich, bieder. Fast spie�ig.

Ich staune �ber mich, nicht �ber den.

Ich habe es ja gewusst.

Nicht als Gewissheit. Oder alles w�re anders gewesen.

Aber als Verdacht. Routine.

Fast jeder aus der DDR an einer Regierungsbeh�rde wird verd�chtigt.

Guillaumes wohnten letzten Sommer in Norwegen fast mit uns zusammen.

Er brachte dir die Telexe vom Fernschreiber. Du wusstest es da.

Nat�rlich. Aber ich war vielleicht zu arrogant.

Es war unter meinem Niveau, dauernd daran zu denken.

Es war irgendwann ... wie gel�scht.

Heute im Bundestag! Alle meinen jetzt:

Ich log, als ich sagte, er sah nie Geheimnisse.

Mir war nicht pr�sent, dass er mit in Norwegen war.

Aber die Opposition war sehr genau informiert.

Das Gel�chter von den CSU-Leuten!

Kunstst�ck! Pullach!

Was der BND wei�, erf�hrt Strau� meistens vor mir.

Ich bitte dich.

Geh wieder schlafen!

Wir haben kaum mehr eine Ahnung voneinander.

Ich wei� vom Personal mehr als von dir.

Rut!

War das immer so?

Seltsame Frage!

Wei�t du nicht, welche N�he da mal war?

Ich meine, war das mit mir immer so? Dass ich alles treiben lasse.

Es geschieht alles mit mir. Wie im Traum.

Ich wei� beim Erwachen: Die Wirklichkeit ist ganz anders.

Aber du hast in den letzten 5 Jahren Geschichte gemacht.

Geh wieder schlafen!

Du verstehst das nicht.

Ich verstehe es ja auch nicht.

Sie und Guillaume hatten ein freundschaftliches Verh�ltnis.

Nicht freundschaftlich. Aber man kommt sich n�her. Beim Trinken ...

Auf Dienstreisen wurde bestimmt viel getrunken.

Na ja! Ich will mal sagen, manchmal wurde viel getrunken.

Erfahrungen mit Frauen wurden dann auch ausgetauscht.

Sie wissen ja: M�nner unter sich.

Guillaume erz�hlte von seinen Br�uten.

Der war Hochleistungssportler auf dem Gebiet.

Der hatte praktisch in jedem Dorf eine.

Aber er nannte nie Namen.

Nein. Er war da Kavalier.

Kam der Kanzler auch mal zu dieser M�nnerrunde?

Na klar! Er war sich nicht zu schade daf�r.

Der Willy ist kein Kind von Traurigkeit.

Ich habe mit ihm einiges getrunken. Aber man kann sich nicht vorstellen:

Er erz�hlt Weiber-Geschichten.

Mein Chef ist kein Schw�tzer. Er ist ein Mann der Tat.

Wenn es etwas gab zum Mitnehmen ...

Es war bestimmt schwierig im Zug mit den Presseleuten.

Das ging immer irgendwie.

Ich k�nnte euch viel erz�hlen!

Der Willy sagte einmal zu mir, er m�chte ...

Ich sagte: "Wei�t du, wie sp�t das ist?"

Sagt mal: Es geht doch hier um den Guillaume.

Na klar!

Aber ihr fragt dauernd nach Willys Geschichten.

Das l�sst du raus aus dem Protokoll.

Wusste Guillaume, was da passierte mit den M�dchen?

Ich darf gar nicht daran denken, was der Verr�ter alles wusste.

Ich sage nichts mehr!

Sie m�ssen es.

Ich muss gar nichts! Ihr habt mich reingelegt.

Ihr wollt an den Willy ran.

Setzen Sie sich wieder! Sie k�nnen nicht einfach streiken.

Sie haben die Geschichte erz�hlt. Ich? Mein Gott!

Man redet viel, betrunken beim Bier. Also bitte!

War es Ihre Aufgabe, eine Besucherin, eine Journalistin, zu ihm zu bringen?

Nach hinten zum Kanzlerwagen oder in sein Hotel-Apartment.

Das war keine Aufgabe.

Man hat das irgendwie gemacht.

Wer ist "man"?

Fragt doch den Guillaume, diesen Schei�kerl!

Ich sage nichts mehr.

Sie haben sich zuerst um die Dinge gek�mmert.

Guillaume �bernahm dann das mit den Damen, als er Reisemarschall war.

Kann ich ein Bier haben?

Bitte!

Wenn Ihnen das die Sache einfacher macht!

Herr Fritsch! Ich versuchte, Sie in Bad Godesberg zu erreichen.

Ich habe hier zu tun, Dr. Herold. Gehen wir in mein B�ro!

Schachts Aussage �berraschte mich. Mich auch.

Ich m�chte zun�chst ein Missverst�ndnis kl�ren.

Sie d�rfen Schacht befragen, um etwas �ber Guillaumes Intimleben zu wissen.

Warum wurde Brandts Privatleben besprochen?

Ich h�tte es nie erlaubt, wenn ich das geahnt h�tte.

Ich sehe das anders.

Wir brauchen unbedingt Belastungsmaterial gegen Guillaume.

Die Damenvermittlung ...

Wollte er den Kanzler in verf�ngliche Lagen bringen?

Um ihn sp�ter zu erpressen.

Ich muss Genscher informieren.

Was ist das? Ein Agentenfilm?

Ich glaube das alles noch nicht. Willy! Sag, dass das nicht wahr ist!

Guillaume f�hrt mit dir in Urlaub und keiner beobachtet ihn!

Keiner besch�tzt die Fernschreibstelle vor ihm!

Warum? Das Kanzleramt denkt, der Verfassungsschutz macht das.

Und umgekehrt. Die Welt lacht sich tot �ber uns, wenn das bekannt wird!

Ich wei�. Alles wirkt schlimm, von heute aus betrachtet. "Schlimm"?

L�cherlich! Das ist die Katastrophe.

Die Spionage ist das harmloseste. Aber du! Das Amt!

Der ganze Regierungsapparat! Wir stehen da wie die Hilfssch�ler.

Mein Fehler war: Ich Rindvieh h�rte auf den Rat eines anderen Rindviehs.

Du hattest andere Sorgen.

Sicherheitsfragen sind nicht dein Job. Andere sind verantwortlich.

Ich werde zur�cktreten.

Wenn ihr glaubt, das n�tzt. Das ist ein Wort.

Ich auch. Ich trete r�ckwirkend zur�ck.

Ich habe diesen Schei�kerl eingestellt, ich Idiot!

Passt auf! Nicht gegenseitig umrempeln beim Zur�cktreten!

Jetzt mal im Ernst!

Der einzige R�cktritt der eine Erleichterung bringt, ist Genschers.

Aber daran ist nicht zu denken. Oder die Koalition wackelt.

Ja. Aber, Willy. Dann ...

Dann ...

Ich muss dann zur�cktreten. Willst du das sagen?

Nein.

So nicht!

So schm�hlich nicht.

Ein Telefon klingelt.

Fr�hst�ckszimmer. ... Einen Moment bitte!

F�r den Herrn Bundeskanzler.

Wilke! ... Morgen, Herr Minister!

Moment bitte! ... Genscher!

Ja, Herr Genscher?

Guten Morgen, Herr Bundeskanzler! Ich st�re ungern am Feiertag.

Aber ich muss Ihnen einen Boten ank�ndigen.

Mein B�roleiter, Dr. Kinkel, kommt mit Hubschrauber nach Hamburg.

Lesen Sie das Schriftst�ck, das er bringt!

Es ist vom BKA-Pr�sidenten, Dr. Herold.

Aufschl�sse durch die Befragung der Sicherungsgruppe Bonn.

Ich halte es f�r meine Pflicht, Sie schnell davon zu informieren.

Selbstverst�ndlich, Herr Bundeskanzler!

Sie erreichen mich dann sp�ter im Ministerium.

Hallo?

So, Kinkel!

Ich h�tte Ihnen das gerne erspart. Aber ...

Es ist schon in Ordnung. Aber es gibt angenehmere Mai-Ausfl�ge.

Guten Flug!

Ja. Vielen Dank!

Es w�rde mich interessieren, wer hinter der Idee steckt.

Einen Willy Brandt aus der Bodyguard- Perspektive sehen zu wollen.

Ich k�nnte mir denken: Nollau.

Aus Angst um sein Amt.

Falls es zu wenig Beweise gegen Guillaume gibt. Nollau. Allein?

Er hat einen gro�en G�nner.

Wehner?

Ich habe auch schon mal dar�ber nachgedacht.

Aber sozusagen nur hinter meinem eigenen R�cken.

Und da hat ja eine Menge Platz.

Beifall Unser Land wird ...

... sicher �ber die weltweiten Rohstoff-Krisen hinwegkommen.

(Alle:) Ja!

Wir werden auch damit fertig. (Alle:) Ja. Bravo!

Das verlangt viel Anstrengung und Umsicht.

Wir m�ssen den Sand wegblasen.

Unsachliche Polemiker streuen ihn unseren B�rgern in die Augen.

Buh-Rufe

Beifall

Wir lassen uns keine Landsknechte der Depression ... Buh-Rufe

Wir lassen uns nicht von ...

... Chaoten und Desperados der einen oder anderen Richtung aufhalten.

Beifall

Diese rechten und linken Gespenster zeigen nur, wo die Mehrheit ist:

N�mlich dort, wo sie nicht sind.

Beifall

Ich wei� ... Ich wei�, dass wir der Schwierigkeiten Herr werden.

Dies ist nichts anderes als Ausdruck des Vertrauens.

Und aus diesem stammt unser Mut und unser Stolz.

(Die Zuh�rer rufen:) Willy! Willy!

Ein Foto! Jetzt keine Fotos! Nachher!

So! Sie sind hier ungest�rt. W�hlen Sie die "9":

Wenn Sie etwas brauchen oder telefonieren m�chten.

Einen Moment, Herr Bundeskanzler! Bitte jetzt nicht!

Also! Was haben Sie?

Ich darf betonen, Herr Bundeskanzler:

Ich habe keine Kenntnis vom Inhalt.

Ich nehme zur Kenntnis, dass Sie das betonen.

Ja. Danke, Herr Kinkel!

Ich soll warten und es wieder mitnehmen.

Was habt ihr nur f�r ein Getue?

"Am 28.4. berichtete der Leiter der Abteilung Staatsschutz im BKA:"

"'Beamte des Begleitkommandos erkl�rten:'"

"'Alle wussten, dass durch die Vermittlung Guillaumes, ...'"

"'... dem Kanzler Frauen zugef�hrt ...'"

Welche Personen au�er mir sollen dieses Dokument lesen d�rfen?

Nur der Generalbundesanwalt Buback.

Sagen Sie Herrn Genscher ...

Nein, nein. Lassen Sie das! Sagen Sie nichts!

Ich rufe ihn selber an.

Herr Bundeskanzler! Ein Foto!

Ich sagte: "Jetzt nicht!" Schluss jetzt!

Es wird jetzt leider ekelhaft.

Es graust denen vor nichts.

So viel ist jetzt klar.

Sie schlachten mich, wenn sie den Spion nicht schlachten k�nnen.

Sie werden es versuchen.

Sie zeigten immer Ihre Verachtung f�r den Geheimdienst.

Sie r�chen sich jetzt.

Wie soll man durch Jauche waten, ohne selber zu stinken!

Herr Bundeskanzler! Ich kann ...

Ich kann ...

Aber nur Sie ...

Ich kann Ihnen nur dringend raten, mit Bundesanwalt Buback zu sprechen.

Und ihm zu helfen, die Dinge richtig einzuordnen.

Schlie�lich k�nnen nur Sie wissen, was ...

Was denken Sie, Herr Genscher?

Ich werde mich nat�rlich zu so einem klebrigen Gemisch ...

... aus Halbwahrheiten und Unterstellungen nicht �u�ern.

Mein B�ro gibt Herrn Buback einen Termin bei Fragen.

Der Hubschrauber ist bereit zum Start.

Ja. Aber es ist nicht mehr so klar, wo ich landen werde.

M�nner singen:

"Helgoland."

"Insel mit wei�em Strand."

"Insel mit gr�nem Land."

"Insel aus Fels, so hoch wie die Flut."

"Helgoland."

"So fest und erdverwandt."

"Kleines St�ck Heimatland."

"Du gef�llst uns so gut."

"Schon seit uralter Zeit steht dein Felsen bereit ..."

"... f�r den Schutz vor Wellen und Wind."

Ihr macht das sch�n.

Es ist gespenstisch. Was ist los?

Keine Touristen, keine Einheimischen, kein Bad in der Menge.

Das letzte Touristenboot ist schon weg.

Die Einheimischen sehen das L�nderspiel Deutschland-Schweden.

Es w�re mit Guillaume nicht passiert. Er h�tte besser organisiert.

(TV:) "Tor! Tor!"

Tor! Tor!

Nein. Ich schreibe da nichts.

Das hier gibt doch keine Reportage.

Allenfalls ein Klagelied.

Das w�re ein sch�ner Romananfang: "Reise in die Vergeblichkeit".

Man m�sste Kafka sein.

Es w�re auch kein Verlust, wenn ich da jetzt runterfiele.

Hoch sollst du leben, Willy!

Du bist der erste Kanzler, der unsere sch�ne Insel besucht.

Sag etwas zu uns, Willy!

Wie oft denn noch? Er sagt das schon zum dritten Mal.

Ich halte jetzt keine Reden mehr.

Ich singe lieber.

(Singt:) "Rolling home!"

"Rolling home!"

"Rolling home across the sea! Rolling home to you old Hamburg!"

Alle singen.

"Rolling home! Rolling home! Rolling home!"

(Alle:) "Rolling home!"

"Rolling home to you old Hamburg!"

"Rolling home ..."

"Rolling home! Rolling home!"

"Rolling home across the sea!"

"Rolling home to you old Hamburg!"

"Rolling home!"

"Rolling home across the sea!"

"Rolling home to you old Hamburg!"

"Rolling home ..."

Beifall

Schei� Leben!

"Heute wollen wir marschieren."

"Einen neuen Marsch probieren."

"In dem sch�nen Westerwald. Ja da pfeift der Wind so kalt."

"O du sch�ner Westerwald!"

"Eukalyptus-Bonbon!"

"�ber deine H�hen pfeift der Wind so kalt."

"Jedoch der kleinste Sonnenschein ..."

"... dringt tief ins Herz hinein."

"O du sch�ner ..."

"Machtverlust."

"Meinetwegen."

"Mag sein, das w�rde mir leichter fallen, als ich gedacht h�tte."

"Aber Ehrverlust?"

"Niemals."

"Es wird dunkel um mich."

"Und der Boden bricht weg unter mir."

"Wozu noch weitergehen?"

"Der Weg f�hrt doch ins Leere."

Wie war Ihr Verh�ltnis zum Kanzler?

Ich habe ...

Ich habe ihn verehrt.

Ich erkl�re Ihnen nochmals, dass ich �ber sein Privatleben nicht rede.

Und wenn Sie mich noch zehn Jahre lang so fragen.

Sie lebten bei dem Norwegen-Urlaub im Sommer 1973 mit Ihrer Familie ...

... mit den Brandts zusammen. Ja. Es war eine sch�ne Zeit.

Sie hatten freien Zugang zum Fernschreiber.

Sie konnten sogar Telexe der h�chsten NATO-Geheimhaltungsstufe "Kosmik" ...

... unkontrolliert vom Fernmelderaum zu Brandts Villa bringen.

Wie erkl�ren Sie das? Niemand hinderte mich daran.

Sie wurden w�hrend des Urlaubs nicht abgeschirmt.

"Wunderte Sie das?"

"Sagen Sie mal!"

"Gegen wen ermitteln Sie hier eigentlich?"

Gegen mich oder gegen den Kanzler?

Das ist unfassbar.

Man hat da und dort schon manches geh�rt. Aber das hier ...

Genscher und ich sagten dem Kanzler Anfang M�rz, ...

... dass sich der Verdacht gegen Guillaume verdichtet hat.

Aber er bediente sich weiter dieses Menschen.

Als eine Art Liebesbote. Verstehen Sie das?

Nein. Wir m�ssen es nicht verstehen. Oder beurteilen.

Nur der Staatsschutz-Aspekt ist wichtig daran. Ich habe Zweifel.

Inwiefern? Diese Damenbesuche.

Wer immer sie im Einzelnen waren.

Sie wurden von Guillaume dem Kanzler zugef�hrt.

Nur das ist erwiesen. Was dann wirklich passierte, wei� niemand.

Und Guillaume schweigt.

Gab es tats�chlich Situationen, die den Kanzler blo�stellen?

Die politisch gegen die Regierung benutzt werden k�nnen?

Das ist nur Vermutung.

Richtig! Aber wissen wir, was noch kommt?

Wissen wir, ob es irgendwo Fotos gibt?

Ob die Leibw�chter alles gesagt haben?

Alles M�gliche kann passieren. Das kann es immer.

Eines steht fest:

Diese ganze Sache ist eine Nummer zu gro� f�r uns.

Ich glaube, ich gehe zu Wehner.

Das habe ich mir gedacht!

Ich kann nur immer wieder sagen:

Willy Brandts Privatleben geh�rte nie zu meinem Kundschafts-Auftrag.

Die bohren trotzdem fast nur noch in diese Richtung.

Ich m�chte den Chef wissen lassen:

Ich sage grunds�tzlich nichts zu diesen Fragen.

Wollten Sie deshalb den Kanzler sprechen? Indirekt.

Das ist v�llig unm�glich.

Sie sind Beschuldigter in einem Ermittlungsverfahren.

Herr Brandt ist potenzieller Zeuge. Sie k�nnen keine Privatkontakte ...

Aber er muss doch wissen, dass ihm von mir keine Gefahr droht.

Er kann sich darauf verlassen:

Ich sage auch im Prozess nichts �ber Dinge, die uns privat verbanden.

Schon diese Formulierung w�re t�dlich!

Ich sage Ihnen als Ihr Anwalt: "Vergessen Sie das!"

Und wenn Sie ...

Ich meine heimlich, eine Nachricht ...

Gut!

Ich werde dann eine Erkl�rung zu Protokoll geben:

Es sei nach meiner �berzeugung das Ziel gewisser Personen ...

... in der BRD, mit Hilfe meiner Inhaftierung den Kanzler zu st�rzen.

Ich kann Sie nicht daran hindern.

Aber Sie w�rden mit dieser Erkl�rung Mutma�ungen unterst�tzen.

Es habe zwischen dem Kanzler und Ihnen eine Art Kumpanei gegeben.

Also!

Denken Sie nochmal gut nach!

Wir m�ssen bedenken, dass ein Teil dieser Aussagen naturgem�� ...

... auf der sozusagen erg�nzenden Fantasie der Leibw�chter beruht.

Denn es gibt ja gem�� der bisherigen Ermittlungen ...

... keine Augenzeugenschaft sexueller Vorg�nge.

Aber selbst dann bleibt nach den �bereinstimmenden Aussagen ...

... der Beamten des Begleitkommandos doch der Tatbestand:

Guillaume muss als eine Art Vermittler gewirkt haben.

Wir kennen bisher nicht s�mtliche "Damen".

Ich halte es zusammenfassend jedoch f�r meine Pflicht, ...

... auf die verheerenden Folgen aufmerksam zu machen, ...

... falls Guillaume in der Hauptverhandlung dar�ber spricht.

Die Regierung der BRD w�re blamiert.

Aber selbst wenn Guillaume schweigt!

Die F�hrung der DDR hat ein dauerhaftes Mittel in der Hand, ...

... den Kanzler und mit ihm die SPD zu dem�tigen. Ihr Rat?

Es f�llt mir unendlich schwer, das zu sagen.

Es gibt meiner Meinung nach kein anderes Mittel ...

... dem zu begegnen, als den R�cktritt des Kanzlers.

Ich sehe ihn morgen in Bad M�nstereifel.

Untertitelung 2OO3: Untertitel-Werkstatt M�nster GmbH

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