Afrikaans
Akan
Albanian
Amharic
Arabic
Armenian
Azerbaijani
Basque
Belarusian
Bemba
Bengali
Bihari
Bosnian
Breton
Bulgarian
Cambodian
Catalan
Cebuano
Cherokee
Chichewa
Chinese (Simplified)
Chinese (Traditional)
Corsican
Croatian
Czech
Danish
Dutch
Esperanto
Estonian
Ewe
Faroese
Filipino
Finnish
French
Frisian
Ga
Galician
Georgian
German
Greek
Guarani
Gujarati
Haitian Creole
Hausa
Hawaiian
Hebrew
Hindi
Hmong
Hungarian
Icelandic
Igbo
Indonesian
Interlingua
Irish
Japanese
Javanese
Kannada
Kazakh
Kinyarwanda
Kirundi
Kongo
Korean
Krio (Sierra Leone)
Kurdish
Kurdish (Soranî)
Kyrgyz
Laothian
Latin
Latvian
Lingala
Lithuanian
Lozi
Luganda
Luo
Luxembourgish
Macedonian
Malagasy
Malay
Malayalam
Maltese
Maori
Marathi
Mauritian Creole
Moldavian
Mongolian
Myanmar (Burmese)
Montenegrin
Nepali
Nigerian Pidgin
Northern Sotho
Norwegian
Norwegian (Nynorsk)
Occitan
Oriya
Oromo
Pashto
Persian
Polish
Portuguese (Brazil)
Portuguese (Portugal)
Punjabi
Quechua
Romanian
Romansh
Runyakitara
Russian
Samoan
Scots Gaelic
Serbian
Serbo-Croatian
Sesotho
Setswana
Seychellois Creole
Shona
Sindhi
Sinhalese
Slovak
Slovenian
Somali
Spanish (Latin American)
Sundanese
Swahili
Swedish
Tajik
Tamil
Tatar
Telugu
Thai
Tigrinya
Tonga
Tshiluba
Tumbuka
Turkish
Turkmen
Twi
Uighur
Ukrainian
Urdu
Uzbek
Vietnamese
Welsh
Wolof
Xhosa
Yiddish
Yoruba
Zulu
Ich vergleiche "Blood Feast" oft mit einem Walt-Whitman-Gedicht.
Es war nicht gut, aber es war der erste seiner Art
und das genau ist die Parallele zwischen Walt Whitman und Herschell Gordon Lewis.
Das waren Filme, die nur gemacht wurden, um Leute auf eine Art anzupissen,
die die Macher nicht ins Gefängnis brachte,
da es noch keine dementsprechenden Gesetze gab.
Du kannst noch nicht einmal von einem guten
oder einem schlechten Herschell- Film reden, wenn du einen siehst.
Du schaust einen Herschell- Gordon-Lewis-Film,
weil er ein Herschell- Gordon-Lewis-Film ist.
Die Grenzen zwischen großartig und furchtbar liegen sehr eng beisammen.
Irgendwer erzählte uns, unser Film würde überall in Georgia gezeigt und er direkt:
"Willst du mich verarschen? In ganz Georgia, du machst Scherze.
Wir haben nach Georgia doch noch gar nicht verkauft.
Also ich werd die Typen jetzt mal anrufen..." so war er halt.
Herschell war eine Art Pionier, wie es sie heute nicht mehr gibt.
Jemand, der zum Teil Schausteller und zum Teil Filmemacher war,
eher mehr Schausteller, aber bestimmt mehr Werbemann als Filmemacher.
Meine professionelle Karriere begann ich als Lehrer. Ich lehrte Mathematik
und Geisteswissenschaften an der staatlichen Schule in Mississippi
und entwickelte mich dann in Richtung Werbebranche.
Nun ja, ich hatte bereits die Hälfte eines kleinen Filmstudios in Chicago gekauft.
Irgendwer fragte mich dann eines Tages:
"Wie machst du mit dem Geschäft eigentlich Geld?" und ich antwortete,
dass der einzige Weg Geld im Filmgeschäft zu verdienen sei, Spielfilme zu drehen.
So begann ich nachzudenken, ich suchte all meine Freunde zusammen
und wir gründeten eine Firma namens Mid-Continent Films,
unter deren Banner wir zwei Filme produzierten. Der eine war "The Prime Time"
und der andere "Living Venus". Im Fall von "The Prime Time" war ich der Produzent
und saß in einem ähnlichen Sessel wie diesem hier. Ich hatte auch einen Regisseur,
der zwar gut darin war, Bierdosen auszuleuchten und diese Art Unsinn,
aber Schauspielerführung war außerhalb seiner Fähigkeiten.
Am Ende war "The Prime Time" meiner Meinung nach ein Film
ohne große Erfolgschancen. Aber er hatte trotzdem einen Wert für mich,
denn ich traf David F. Friedman, der später mein Partner werden sollte.
Hi, das hier ist mein persönliches Jahrmarkt-Zirkus-Exploitation-Filmmuseum.
Das alles hab ich mein Leben lang gesammelt.
Das hier war damals zu meiner Paramount Zeit.
Oh, hier bin ich zusammen mit Cecil B. DeMille und hier mit Charlton Heston.
An den erinnern Sie sich sicher, Alfred Hitchcock.
Es muss so um 1959 herum gewesen sein, ich war Juniorpartner in einer kleinen Firma
namens Modern Film Distributors in Chicago.
Eines Tages kommt ein junger Mann in mein Büro und sagt:
"Hallo, mein Name ist Herschell Gordon Lewis, ich mache einen Spielfilm."
Und weiter: "Nun, ich hab da eine Geschichte über ein rebellisches Mädchen,
das an einen seltsamen Maler gerät und für ihn nackt posiert."
Nun, das klang nach Dynamit.
Auf jeden Fall war es sicher nicht der beste Film der Welt,
aber er hatte Perforation und konnte durch einen Projektor laufen.
Kurz darauf hatte Herschell auch das Geld für einen zweiten Film zusammen.
Der nannte sich dann "Living Venus"
und erzählte die Geschichte eines Hugh-Hefner-Typen.
Ein junger Kerl, der ein Magazin mit nackten Mädchen herausgibt.
Jetzt konnte ich ja bereits etwas vorweisen und hatte etwas Erfahrung
und so beschloss ich, selbst Regie zu führen.
Das war dann auch meine erste Regiearbeit.
In einem Lehrfilm hatten Herschell und ich zwei Schauspieler gesehen.
Der eine war Bill Kerwin und der andere nannte sich Harvey Korman.
Sie hatten den Film gemacht, um Hauswirtschaft-Schülerinnen,
die Freude daran zu vermitteln, Fleisch zu servieren.
Beide waren junge Schauspieler aus Chicago
und Herschell castete sie sofort für "Living Venus".
Wir hatten schon einige Zeit ohne gewerkschaftliche Hilfe gedreht
und ich war gerade in Herschells Büro, als Everett Ryan angekündigt wurde,
der damals der Vertreter der "476", also der Bühnen- und Hilfsarbeiter war.
Er stürmte also herein und legte sofort los: "Was habt ihr gemacht, blablabla.
Ihr habt Arbeiten durchgeführt,
die nur gewerkschaftlich Organisierte machen dürfen..."
Dann schimpfte er Herschell noch einen "jüdischen Bastard"
und versuchte, ihn zu schlagen. Allerdings war er nicht in guter Form
und traf daneben. Herschell schlug zurück und sein Schlag fand sein Ziel.
Everett plumpste auf eine Couch. So etwas hatte ich noch nie gesehen,
ich war höchst beeindruckt. Einfach einen Gewerkschaftsführer niederschlagen,
sowas war unerhört, speziell zu jener Zeit.
Nachdem Herschell nun gesehen hatte, wie ich Filme vertrieb, entschied er sich,
den nächsten selbst zu vermarkten. Ich sagte:
"Nun, Herschell inwiefern kennst du denn Kinobesitzer hier in der Umgebung?"
"Oh nein, kein Problem.", doch am Ende rief er mich an und sagte:
"Kannst du mir nicht doch beim Vertrieb des Filmes helfen?"
Das machte ich dann auch. Und ich war mehr als nur erfreut darüber.
Rose la Rose besaß ein Variete-Theater
und zwischen den einzelnen Auftritten zeigte sie auch Filme.
Ich konnte "Living Venus" nicht an irgend- welche große Kinos in Toledo verkaufen.
Also sagte ich zu Rose: "Ich hab eine höllisch gute Idee für dich,
ich gebe dir eine Premiere eines Filmes aus Toledo."
Nach mehr als einer Stunde harter Verhandlungen mit der Lady,
die ich sehr gerne mag, willigte sie ein den Film zu zeigen
und zahlte mir 500 Dollar dafür. Und wo sie gerade dabei war, fragte sie:
"Könnt ihr mir nicht ein paar Kurzfilme mit jungen hübschen Mädchen in Negligees
und Schlüpfern machen?" Klar konnten wir das.
In der Zwischenzeit hatte ein Mann namens Russ Meyer
einen Film namens "The Immoral Mr. Teas" (Der unmoralische Mister Teas) gemacht.
Man nannte diese Filme "Nudie Cuties" und sie waren die dümmsten Filme,
die je gemacht wurden.
Im Grunde genommen waren es Sexfilme ohne Sex. Man sollte aber nicht vergessen,
dass die vor der Einführung der Zensurbehörde gemacht worden waren.
Damals hatte aber jede Stadt ihre eigenen und sehr scharfen Zensurorganisationen.
Die Idee hinter den Cuties war, dass man, wenn man schon Nacktheit vorführte,
diese nur in Situationen weitab vom Sex zeigte. So sah man am Ende Frauen,
die sich auszogen und sozusagen nackt waren,
natürlich ohne dass man sie komplett von vorne sah
und die dann absolut nichts sexuelles oder anzügliches machten.
Sie posierten manchmal als Modelle für Fotografen,
sie führten ihre Hausarbeiten nackt durch
und machten jede Menge nackter Dummheiten. Und die Männer?
Nun, die waren entweder Voyeure oder Lüstlinge oder rannten einfach fort.
Wie gesagt, einfach dumme Filmchen.
Ich hatte "The Immoral Mr. Teas" gesehen. Danach kam ich zurück
und fragte Herschell: "Warum machen wir eigentlich nicht an Stelle der One-Reelers
einen richtigen Langfilm?" Wir investierten also 8.000 Dollar
und wir beide waren die komplette Crew.
Wir rannten los und drehten den
wahrscheinlich dritten "Nudie-Cutie" aller Zeiten,
"The Adventures of Lucky Pierre".
Wir machten also diesen kleinen Film "The Adventures of Lucky Pierre"
und in der Hauptrolle hatten wir einen erfolglosen Komiker aus Chicago
namens Billy Falbo.
Es ist interessant, die Nudies von Russ Meyer
mit denen von Herschell Gordon Lewis zu vergleichen.
Meyers sind tatsächlich komplett unschuldig.
Ich rede hier von seinen Filmen zwischen 1959 und 1963,
beginnend mit "The Immoral Mr. Teas". Meyer hob Frauen sozusagen auf ein Podest.
Wenn Herschell und Dave einen Nacktfilm drehten, dann war das auch ein Nacktfilm.
Ihre Mädchen waren anrüchig. Vom ersten Moment an,
in dem sie auf der Leinwand zu sehen waren, versprachen sie Sex.
Sie drehten ihre Filme sehr erotisch. Ich denke, sie waren erheblich erotischer
als die Filme des Mannes, der für seine Nacktfilme bekannt ist, Russ Meyer.
Dave und ich waren die komplett Crew bei "Lucky Pierre",
ich war Regisseur und Kameramann und er der Produzent und Tonmann.
Dave Friedman fand die Mädchen. Er hatte ein Talent dafür und fand ein Mädchen,
das eigentlich Bankangestellte war. Er brachte sie hierher.
Dann sah er eine Sekretärin in irgendeinem Büro, in dem er zu tun hatte,
sie wurde ebenfalls eines der Mädchen.
Es war kein Problem, nicht für Dave zumindest.
"Lucky Pierre" ist sehr typisch für einen "Nudie-Cutie".
Ich meine, im Grunde ist der Plot einfach. Ein Mädchen zieht sich aus
und Billy Falbo macht lustige Fratzen. Das ist es, was die "Nudie-Cuties" waren.
Nackte Frauen, lustige Fratzen. Nackte Frauen, lustige Fratzen.
Tom Dowd, ein Mann, der ein kleines Kino im Stadtteil South Loop in Chicago führte,
erklärte sich bereit, "Lucky Pierre" zu zeigen.
In seinem "Capri Theatre" lief der Film neun Wochen.
Das zementierte die Position von Dave Friedman und mir im Filmgeschäft.
Nachdem uns klar war, dass es einen Markt für solche Filme gab,
entschieden wir uns, ein paar davon zu machen. Also ging es runter nach Florida.
Wir bestiegen meinen alten VW-Bus, fuhren ihn nach Florida
und drehten dort einen FKK-Film namens "Daughter of the Sun".
Jeder wundert sich darüber, warum so viele Filme in Nudistencamps gedreht wurden.
1954 gab es einen berühmten Film namens "Garden of Eden".
Es war ein Nudistencamp-Film und er wurde sofort vom Staat New York verboten.
Ein Mann namens Walter Bibo hatte unten in Tampa einen Film
mit dem Titel "Garden of Eden" gemacht. Das war ein gut gemachter Film.
Bibo war ein Kämpfer und er prozessierte gegen die Zensurbehörde von New York.
Am Ende entschied das hohe Gericht, dass Nacktheit an sich nicht obszön sei.
Und das öffnete die Tore weit und erlaubte es im Staat New York,
Nudistencamp-Filme zu zeigen.
Der Staat New York war offen und ich sagte zu Hersch:
"Wir müssen jetzt blitzschnell einen Nudistencamp-Film machen."
Der Standard-Nudistencamp-Film versuchte eigentlich nur,
dir Sonnenschein und frische Luft und wo die Sonne steht zu zeigen.
Das hatte nichts mit Sex zu tun.
Der klassische Plot ist, weißt du, ein unerschrockener, weiblicher Reporter zieht los,
um nachzuforschen, was in dem verrufenen Nudistencamp abgeht.
Sie entdeckt die Freuden der Sonne und ist am Ende zum Nudisten bekehrt.
Das Wetter ist gut, also sag ich: "Auf geht's. Wir fahren runter nach Florida."
Ich fuhr also vor, um das Hotel zu buchen. Herschell war nie zuvor in Florida.
Ich fand dann auch das "Suez Motel",
in dem wir Zimmer für 15 Dollar die Nacht bekamen
und das dann später als Spielort von "Blood Feast" berühmt wurde.
Ich begann also, nach Nudistencamps zu suchen und traf Miss Zelda,
die damals die "Königin der Nudisten" war.
Miss Zelda sagte uns beim ersten Treffen, dass wir alle Kleidung ablegen müssten.
Weder Herschel noch ich sind Exhibitionisten
und so war es gelinde gesagt etwas seltsam,
komplett nackt vor all diesen Leuten herumzulaufen.
Vom Set durch das Camp zu laufen, war ungefähr so erotisch,
als würde man durch die Gefrierkammer einer Fleischfabrik laufen.
Auf alle Fälle setzten wir uns zum Essen hin und das war das Unappetitlichste,
was ich je gesehen hab. Miss Zeldas Brüste...
nun ja, also sie hingen da mitten in den franko-amerikanischen Spaghetti.
Nun ja, danke, Miss Zelda, wir melden uns...
Das nächste auf der Liste war das Camp der "Spartaner"
und das war ein richtiges Loch. Sie hatten einen Pool voller Algen, es gab Frösche
und Schlangen... Mein Gott, es war einfach nur furchtbar.
Auf der anderen Seite durften wir hier tun, was wir wollten.
Dave, es war ja immer Dave, ging in ein Restaurant namens "Tony Sweets" in Miami
und als er zurückkam, meinte er:
"Ich hab das schönste Mädchen der Welt getroffen und ihr Name ist Rusty Allen."
Wir kamen also da runter und ich hatte ein Empfehlungsschreiben
für eine Frau namens Bunny Yeager.
Bunny war eine Fotografin und sie knipste wundervolle Mädchen in Miami
und verkaufte ihre Bilder an den Playboy.
Sie organisierte den Kontakt zu einem wunderschönen Mädchen namens Rusty Allen,
die einfach umwerfend war. Rothaarig. Sie hatte keine Ahnung vom Schauspielern,
aber wen interessiert das? Sie hatte einen atemberaubenden Körper
und ein hübsches Gesicht. Also kam auf das Poster:
"Rusty Allen, das schönste Mädchen der Welt - Daughter of the Sun".
Nun, ich denke, keine Frau ist wirklich das schönste Mädchen der Welt,
aber ich schätze, das passte schon so.
Eines Nachmittags redeten wir mit Rusty, um den Deal abzuschließen
und sie erscheint mit ihrem Freund
und der war ein kleiner harter Knilch aus Brooklyn. Und er sagt:
"Hey Jungs, wird der Film auch in New York gezeigt?" Ich sagte: "Klar, natürlich."
und er so: "Jubel, das ist ja großartig, dann kann ich allen sagen,
meine Tussi ist in dem Film." Ich darauf: "Klar, das kannst du machen."
So unterhielten wir uns eine Weile und plötzlich meinte er:
"Hey, ich muss mal aufs Klo" und ich so: "Die Herrentoilette ist da drüben"
und sie so: "Wer braucht denn eine Herrentoilette?"
Und Rusty begann zu lachen: "Sie hat euch echt rangekriegt, oder, Jungs?"
Oh Mann, oh Mann.
Wir drehten den Plot in Schwarz-Weiß und die Nudisten-Szenen,
wegen denen die Leute ja ins Kino kamen, in Farbe.
Es ist wie eine abartige Version vom "Zauberer von Oz".
Nun, nach "Daughter of the Sun" kloppten wir diese Filme raus wie Hamburger.
Nachdem Tom Dowd mitbekam,
welche Umsätze sein kleines Kino mit "Lucky Pierre" machte,
verpflichtete er mich dazu, bei einer Reihe von Filmen für ihn Regie zu führen.
Als Kinobesitzer hatte er einen Vorteil, den wir als Produzenten
und Regisseure nicht hatten. Er konnte zu den Verleihern sagen:
"Wir spielen euren Film nur, wenn ihr auch unseren zeigt."
Und alles, was Tom wirklich interessierte, war nur,
dass ein Film durch den Projektor lief und nicht zu peinlich war.
Hallo, ich bin Andy Romanoff. Ich begann meine Arbeit im Filmbusiness
1960 in Chicago und arbeitete mit Herschell Gordon Lewis
und Dave Friedman an den Filmen,
die sie kurz vor ihrer Erfindung des Gorefilms drehten.
Herschell und Dave machten damals sogenannte Nudies.
Sachen, die nach heutigem Standard eher sanft daherkommen,
aber damals unglaublich gewagt waren. Der erste Film, an dem ich je arbeitete,
war ein Werk namens "BOI_N_N_G!", den wir in Barrington, Illinois
mit einer Crew von nur sieben oder acht Mann drehten.
Wir drehten vier, vielleicht fünf Tage, Herschell führte Regie
und Dave nahm den Ton auf. Eine klassische Friedman-Lewis Produktion.
Der Film war irgendwie semi-autobiografisch und erzählte von zwei Typen,
die ein paar Nudies gesehen hatten. Nach der Vorstellung sagt der eine zum anderen:
"Einen Film dieser Qualität können wir auch machen",
der andere antwortet: "Sicher".
Und dann starten diese beiden Clowns damit, einen Film zu drehen.
Ich wurde angeheuert und besorgte das komplette Kameraequipment.
Sie hatten drei oder vier Mädchen angestellt, Bunny Downe
und zwei oder drei andere. Die kamen freitags an
und gleichzeitig bekamen wir ein Telegramm der New Yorker Geldgeber, in dem stand:
"Hier sind 10.000 Dollar wir können den Film nicht machen,
wir können den Rest des Geldes nicht auf- bringen." Damit haben wir uns abgefunden.
Herschell konnte das Projekt nicht einfach sterben lassen, er sagte:
"Lasst uns einen Film machen." So wurde ich als Darsteller engagiert
und wir wurden lustige Comedians und benahmen uns wie Verrückte.
Man muss bedenken, dass 1960 die Welt noch anders war. Das war eine Zeit,
in der eine nackte Brust auf der Leinwand genug war, um ein Kino zu schließen.
Zumindest an einigen Standorten und Chicago gehörte dazu.
Ein Film namens "The Connection" war ein ernsthafter Film über Drogensucht.
Im Film wird die Heldin als Scheiße bezeichnet.
Und die katholische Gemeinde von Chicago lässt das Kino schließen,
weil das Wort im Film gesagt wird.
Durch meinen Kontakt zu den Nudie-Pictures habe ich keine Probleme damit,
auf Kleidung zu verzichten. Ich lauf zu Hause auch immer nackt rum
und es interessiert mich nicht, wenn jemand an der Tür ist.
Das bin ich, das ist mein Haus.
Ich bin Mal Arnold.
Der erste Film, den ich mit Herschell gemacht habe,
wurde in einem Nudistencamp in Süd Miami in der Nähe von Homestead gedreht.
"Goldlöckchen und die drei Nackten" war auch eines unserer Vier-Tage-Wunder.
Ich war damals Bodybuilder, ich mache den Sport immer noch.
Es wurden also junge, gut gebaute Jungs für einen Film gesucht.
Sie kamen also in unseren Fitnessclub und fragten,
ob wir als Komparsen im Hintergrund arbeiten wollten. Natürlich sagte uns niemand,
dass es sich um einen Nudistenfilm handelt, also sind wir da hin.
Als wir ankamen, erklärte man uns, dass jeder am Set nackt sein musste,
selbst der Kameramann. Familien, Männer, Frauen, Kinder, jeder war nackt
und ich erschien mit einer Badehose. Und so sagten sie:
"Nein, Mal, so geht das nicht, die Hose muss runter."
So zog ich also widerwillig die Hose aus
und zu meiner Überraschung starrte mich niemand an. Das war schon fast beleidigend,
aber ich spürte, dass das eine Erfahrung ist, durch die ich gehen wollte.
Wir filmten Leute, die nackt ritten, Volleyball spielten, schwammen,
in der Sonne herumsaßen und jeder war an den anderen gewöhnt
und keinen interessierte es.
Abgesehen von mir, weil ich ja noch nie zuvor dort war.
Aber es war eine Erfahrung und irgendwie hat es auch Spaß gemacht.
Mittlerweile hatten wir den Ruf,
dass Friedman und Lewis mehr Film fürs Geld drehten als alle anderen.
Wir drehten einen Film für zwei Typen, die ihren eigenen Film wollten.
Einem gehörte ein Kino in Miami Beach.
Der andere war mit einer Frau namens Virginia Bell verheiratet,
die eine Burlesque-Königin war
und hauptsächlich wegen ihrer großen Oberweite berühmt war.
Ich hab das Drehbuch geschrieben, es war das erste Drehbuch,
das ich geschrieben und bezahlt bekommen habe.
Aber ich weiß nicht, was die draus gemacht haben, ich hab den Film nie gesehen.
Wir entschieden nun, einen Film nur für uns selbst zu drehen.
Mittlerweile war bekannt, dass man mit dieser Art von Filmen Geld machen konnte
und jeder drehte sie. Die Frage war nun: "Was gibt es noch für eine Art von Film,
den die großen Studios entweder nicht machen können oder wollen,
den aber Kinobesitzer buchen würden und der auch noch Zuschauer anzieht?"
Dave, erinnerst du dich, wie wir auf die Idee zu "Blood Feast" gekommen sind?
Nun, irgendwann saßen wir zusammen
und du kamst mit diesem vierbuchstabigen Wort namens "Gore" an.
Und wir wälzten den Nachmittag über Ideen und endeten beim Ägyptischen Festmahl.
Wir wohnten in einem kleinen Hotel in North Beach, Miami,
das sich "The Suez" nannte. Und "The Suez Motel" hatte als Logo eine Sphinx.
Nun, die Sphinx war gerade mal 1,80 Meter hoch und war aus Beton gegossen,
aber eine Sphinx ist eine Sphinx. Und wenn du zum Himmel hochguckst,
ist da eine Sphinx. Das lieferte dann den ägyptischen Touch von "Blood Feast".
Wir planten eine Geschichte über ein hübsches Model.
Bunny Downe, ein hübsches Model aus Miami,
war der Autorvon "Blood Feast". Sie schrieb das Drehbuch.
Bunny Downe war Herschells rechte Hand, im wahrsten Sinn des Wortes.
Sie war in seinen Filmen, schrieb einige der Filme,
übernahm das Produktionsmanagement.
Sie war in jeder Form unentbehrlich, bei all diesen frühen Filmen.
Wir kamen recht unvorbereitet in Miami an, um "Blood Feast" zu drehen,
da wir noch an einem anderen Film arbeiteten.
Als wir in Miami ankamen, erwarteten wir eigentlich gar nicht,
"Blood Feast" zu drehen. Wir schrieben das Buch während des Drehs.
Wir dachten, jetzt wo wir schon einmal hier sind,
können wir auch gleich "Blood Feast" drehen. Uns fehlte ein hübsches Mädchen.
Ich war Mitglied im Playboy-Club und traf Fräulein Mason und fragte sie:
"Wollen Sie in einem Film mitspielen?"
Sie sagte: "Sie sind doch Dave Friedman, oder?" und ich bejahte.
"Ich weiß, was sie und Herschell machen.
Ich will nicht in solch einem Film mitspielen."
Ich schwor ihr, dass es sich nicht um einen Nudie oder sowas handelte,
es soll ein Horrorfilm werden. "Oh, wirklich? Und ich muss mich nicht ausziehen?"
Ich verneinte. Natürlich hatte sie bereits zuvor
für eine Fotostrecke alle Hüllen fallen lassen. "Okay, dann mach ich es.
Wie viel zahlt ihr?" Ich bot ihr 175 Dollar für zwei Tage und sie sagte:
"Nehme ich." Als Herschell Connie traf, war da sofortige Antipathie.
Bambi trifft auf Godzilla.
Zu Herschells Verteidigung, sie konnte keinen ihrer Dialoge.
Sie kam immer zu spät und wollte wie eine Diva behandelt werden.
Aber nach Herschells Spruch... aber das erzählst du besser selbst.
Nun, jemand fragte mich nach ihrem Schauspieltalent und meine Antwort war,
dass man das Gefühl hätte, sie würde einfach stillstehen,
wenn man ihr den Schlüssel aus dem Rücken zieht.
Selbst wenn man Playboy-Playmates als Standard setzt, ist sie eine
der schlechtesten Schauspielerinnen in der Geschichte der Playmates.
Bill Kerwin war der perfekte Helfer am Set. Wenn er nicht spielte,
half er der Crew. Er war ein Teil unseres "Firmeninventars".
Und er spielte auch in einigen unserer Filmen die Hauptrolle.
Er ist wunderbar, warmherzig, überlebensgroß.
Er war verrückt, ein echter Charakter. Bill war Herschells rechte Hand.
Er half ihm beim Script, er half, die Leute zusammenzuholen
und er übernahm die Hauptrolle und dann ging er wieder ins Hotel.
Dann trank er, ihr wisst schon, eine ganze Flasche Whiskey, war komplett betrunken
und musste in sein Zimmer geschleppt werden. Am Morgen stand er auf
und alles begann von vorne. Ich war damals ein 18-jähriges Kind
und er war so um die fünf Jahre älter, aber in unseren Augen war er ein Riese.
Ich sprach für Fuad Ramses vor. Eigentlich war das nicht die Rolle,
die sie mir geben wollten, ich war für eine kleinere Rolle vorgesehen.
Aber da das Vorsprechen so gut gelaufen war, bot mir Herschell die Hauptrolle an.
Ich nahm natürlich an und so sprach ich auch für diese Rolle vor
und er mochte die Art, wie ich spielte. Er sagte: "Du hast die Rolle."
Hör auf zu schreien und ergib dich Ishtar.
Ich spielte eine erheblich ältere Rolle. Sie sprühten mein Haar weiß an,
malten Schatten in mein Gesicht und ich musste humpeln.
Ich ging ein wenig vorneweg gebeugt und zog ein Bein nach.
Das ließ mich sehr böse, sehr, sehr seltsam und gruselig wirken.
Irgendwie ist das mit Mal Arnold und Connie Mason wie Ying und Yang.
Wir haben Mal, den größten "Overactor" der Geschichte und Connie,
die ausdrucksloseste Schauspielerin aller Zeiten.
Nun, der Plot, und ich benutze das als nette Umschreibung,
die Geschichte von "Blood Feast" war über eine Frau,
die einen exotischen Partyservice aufsucht, der von Fuad Ramses geleitet wird,
weil das der ägyptischste Name war, der uns eingefallen war.
Sie fragt also: "Was würden Sie empfehlen?" und ich antwortete:
"Haben Sie je über ein ägyptisches Festmahl nachgedacht?"
Hatten Sie je ein ägyptisches Festmahl?
Sie riefen mich an und fragten, ob ich ein paar Mädchen hätte,
die schauspielern können. So fragte ich: "Sind das Sprechrollen?"
Ich wollte eigentlich immer...
also ich wollte schon immer in einem Horrorfilm spielen. Und sie sagten:
"Oh nein, die einzige Sprechrolle, die wir haben,
ist die der Mutter von Connie Mason." Und ich antwortete:
"Ich spiele doch nicht Connies Mutter. Ich spiele generell keine Mutterrollen."
Natürlich stellt sich schnell heraus,
dass ein ägyptisches Festmahl aus Körperteilen junger Mädchen besteht
und die sind recht schlecht in Miami zu finden.
Ich spielte den letzten Angehörigen eines uralten religiösen Ritus,
der aus den Tagen der Pharaonen stammt und gegen das Gesetz war.
Die Pharaonen verbaten es sogar, weil es grausam war.
So stoppten sie diese Riten also, aber sie lebten im Untergrund weiter,
durchgeführt von einer religiösen Gruppe, von der ich abstammte.
So handelt es sich sozusagen um eine wahre Geschichte.
Natürlich haben wir das etwas ausgeschmückt,
als eine Geschichte um einen Psychopathen,
aber im Grunde ist es eine wahre Geschichte. Wirklich.
Die Strandszene war eigentlich einfach zu drehen,
aber es versammelten sich Schaulustige.
Irgendwann mussten wir Gebiete mit Seilen abtrennen und hatten hunderte Zuschauer.
Da kam eine komplette Flut Leute vom "Suez Motel" und dem daneben,
das glaube ich "The Colonial" hieß, die uns beim Drehen zusahen.
Und dann hatten wir eine Schlange, die uns entkam und über den Strand rannte.
Schlangen mögen keinen Sand. - Gott sei Dank.
Es schien, als hätten die Hotels niemanden für die Unterhaltung.
Der waren wir nun. - Das waren wir.
Das Lustigste beim Dreh von "Blood Feast" war für mich die Zunge,
die wir im Kühlschrank des "Suez Motel" aufbewahrten.
Und die begann langsam schlecht zu werden.
Dann fiel der Strom noch an einem besonders heißen Tag aus.
Du konntest die Zunge schon ein Stück die Straße runter riechen.
Ich glaub, Scott war es, der dann mit einer Schüssel Meister Proper reinging.
Meister Proper, genau. Ganze acht Flaschen Meister Proper.
Und wir beide schworen uns, der Schauspielerin nicht zu sagen,
was wir mit der Zunge gemacht haben.
Und du hast dann auch noch den betrunkenen Fahrer gespielt.
Ja, ich war der Trinker.
Wir spielten schräge Cellomusik, du setzt sie an der Tür ab
und dann reißt Fuad ihr die Zunge aus dem Mund.
So brauchten wir also jemand
mit einem großen Mund, in dem Platz für eine zweite Zunge ist.
Das Mädchen hätte auch noch zwei reinbekommen, das war perfekt.
Ein Mund wie eine Höhle.
Ich sag also zu Miss Olson: "Der Mann wird gleich ein wenig grob zu ihnen sein."
"Oh, ich mag grobe Männer." Ich merkte, das wird was.
Lustig war auch, dass das Zimmermädchen zwischenzeitlich reinkam und fragte,
ob wir Hilfe bräuchten. "Wir können sicher später etwas Hilfe brauchen."
Man muss sich halt die primitive Zeit vor Augen halten, als wir den Film machten.
Ungeheuerlich! Das war ja auch der Grundgedanke dahinter,
etwas Unfassbares zu machen. In dieser Beziehung waren wir erfolgreich.
Selbst heute, wo du Gore überall sehen kannst, sieht man,
dass es etwas besonderes ist. Das war sozusagen Gore als Sex gefilmt.
Anstelle einer gespreizten Vagina, etwas, was man nie zu Gesicht bekam,
sahst du eventuell Schamhaare. Die Zunge, nun, das war so wie Titten oder Blut.
Vaginas oder offenen Wunden, du bekommst das wie Pornographie präsentiert.
Als "Cumshot" bekommst du den verstörendsten Gore-Shot am Ende.
So ist alles halt gefilmt wie Pornographie, der Rhythmus, das Ergebnis,
der Cumshot - alles ist dasselbe.
Man muss sich das mal vorstellen. Wir drehten den Film in viereinhalb Tagen.
Inklusive der Werbung und der Laborkosten kostete er gerade mal 24.500 Dollar.
Ich vergess nie die erste Woche. Die Premiere war in einem Autokino in Peoria.
Würden wir in Peoria untergehen, würde es niemand erfahren.
Wir waren mit unseren Frauen unterwegs und hatten uns geschworen, nicht hinzugehen.
Wir waren fest entschlossen, nicht hinzufahren.
Niemals, absolut nicht. Wir waren um die fünf Meilen vor Peoria,
als wir das Gefühl hatten, hinter einer Beerdigungsgesellschaft festzuhängen.
Es gab einen Stau und am Horizont, alles überragend sah man eine große Leinwand
und ich sagte: "Hersch, ich glaube, das ist unser Autokino."
Ich dachte erst, da wäre ein Unfall oder wir wären der Unfall.
Carol, meine Frau saß ziemlich steif da. Sie sagte nichts.
Den ganzen Heimweg über ist sie still. Ich sagte: "Sag mir eins, Schatz."
Sie sagt: "Was?" "Was denkst du über den Film?" und sie fragt: "In einem Wort?".
Ich sag: "Yeah". Sie sagt: "Zum Kotzen!" Das brachte mich auf eine Idee.
Am nächsten Tag ging ich los und bestellte eine halbe Millionen Flugzeug-Kotztüten
und ließ sie bedrucken mit "Du könntest sie brauchen,
wenn du "Blood Feast" guckst."
Und wir belieferten die Kinos eine Woche, bevor der Film anlief.
Der Film startete unten im Süden und ich erinner mich noch,
wie aufgeregt alle im Büro waren, als die Einspielergebnisse reinkamen.
Dann hörten wir diese Geschichten über Leute, die sich im Kino übergeben hatten.
Ihr wisst schon, die Leute waren richtig angeekelt und so.
Ich meine, niemand hätte wissen können, dass "Blood Feast" ein großer Hit wird
und es wurde ein Riesenhit. Für einen Film, der nur 20.000 Dollar gekostet hatte,
war das ein sensationeller Erfolg.
Ich denke, ich hab die ersten Herschell-Filme eher zufällig gesehen.
Ich hatte nie davon gehört
und ich sah "Blood Feast" wahrscheinlich im Timonium-Autokino,
wo wir uns damals immer im Kofferraum reingeschlichen haben.
Die hatten sogar die Kotztüten und alles was dazugehört.
Und bei jeder Goreszene hupten alle wie wild,
sie hielten die ganze Szene lang die Hupe gedrückt.
Das war so wie Applaus im Autokino.
Aber damals waren Autokinos halt sozusagen Lasterhöhlen.
Jungs bekamen einen runtergeholt, während der Film lief, bekamen einen geblasen,
Leute vögelten, tranken und machten eigentlich alles, während der Film lief.
Ich erinnere mich noch an die Werbezettel für den Imbissstand,
die aussahen wie ein "Blood Feast". Ehrlich, die Sandwiches waren so hässlich,
die Farben waren so eklig, dass es auf eine rüde Art passend war.
Selbst das Fleischbällchen-Sandwich sah aus wie die Zunge in "Blood Feast".
Ich bin Kevin Thomas. Vor kurzem ging ich nach 44 Jahren
bei der L.A.-Times in Rente, 43 davon war ich Filmkritiker.
Ich hatte den Auftrag", Blood Feast" am Premierentag im Movie Palace
in Los Angeles am Süd-Broadway in Downtown zu sehen.
Wir stehen also in dieser Eingangshalle von der Größe eines Fußballfeldes,
über uns drei riesige Kristallleuchter in diesem Louis-XIV-Spiegelsaal,
der dem ganzen einen psychedelischen Touch gab.
Das war ein Kino für die großen Premieren und ich war da,
um "Blood Feast" zu sehen.
Diesen Film in Los Angeles elegantestem Filmtheater zu sehen
war eine ziemlich depressive Erfahrung. Ich erinnere mich noch,
als ich gehen wollte, kam der Theaterleiter, der langjährige Theaterleiter,
also er hielt es für nötig, auf mich zuzurennen und zu sagen:
"Ich bin so angeekelt von diesem Film. ich schäme mich dafür,
Theaterleiter in einem Kino zu sein, das diesen Film zeigt."
Er hörte gar nicht mehr auf, sich zu entschuldigen.
Das ist mir noch nie zuvor und auch nie mehr danach passiert,
dass ein Theaterleiter so auf mich zukam.
Ich kam aus einer kleinen Stadt in Zentralkalifornien und war Pförtner.
1963 hatten wir noch keine Splatterfilme oder sowas gesehen.
Filme, in denen man Körperteile und Stümpfe und Zungen
und Kannibalismus sehen konnte.
Soll ich mein Review vorlesen? Das ist so lustig.
"Blood Feast" ist ein dunkler Punkt auf Amerikas Filmindustrie.
Es gibt fünf Tötungen, vier davon werden in größtmöglicher Grausamkeit gezeigt.
Diese Szenen sind realistisch und werden detailliert gezeigt.
Noch schlimmer, all das ist in Farbe.
Bei aller Blutrünstigkeit ist der Film allerdings langweilig.
Ich hatte noch Termine, aber sie werden auch das Gefühl haben,
nach diesem Film ein Bad oder eine Dusche zu brauchen.
Noch erschreckender fand ich damals, wie sehr das Publikum den Film liebte.
Da wurde mir erstmals bewusst, welche Ghouls die Kinobesucher wirklich sind.
Sie bekamen einfach nicht genug davon.
Das war einer der Filme, die länger als eine Woche liefen.
Selbst damals war jedem, der ihn sah klar,
dass "Blood Feast" ein Trash-Klassiker war. Herschells Filme waren nicht ironisch.
Sie waren nicht mit dem Gedanken "so schlecht, dass es gut ist" gemacht.
Leute, die die Filme sahen, flippten aus. Die Mädchen liebten es zu schreien
und sich dann an ihren Begleiter zu kuscheln. Das waren gruselige Filme damals.
Diese Filme waren nicht für Hipster oder Film-Intellektuelle gemacht.
Erst viel später begannen Intellektuelle darüber zu schreiben.
Obwohl man in Frankreich natürlich schon vor allen anderen
über Herschell geschrieben hatte. Das ist nicht überraschend,
die Franzosen lieben Autorenfilme, egal in welchem Genre.
Wir trafen die Filmindustrie unerwartet mit unserem Film.
Es gab damals jede Menge Zensurbehörden und die waren zumeist lokal.
So war es unmöglich, landesweit vorherzusehen, welches Kino den Film spielen würde
und welches nicht. Trotzdem wollten wir nicht in den Untergrund gehen,
aber verschiedene Zensurbehörden schnappten sich uns und schüttelten uns durch.
Einige Zeitungen wollten keinen Titel mit "Blood" abdrucken.
Aber sie konnten uns nichts anhaben,
weil wir weder Obszönitäten noch nacktes Fleisch im Film hatten.
Ich schätze, wir waren die Vorläufer für etliche der Regeln,
die später in Kraft traten, denn als wir mit "Blood Feast" rauskamen,
gab es keinerlei Grundlagen dafür,
weil es nie zuvor solch einen Film gegeben hatte.
Die Leute vergessen gerne, dass es damals in New York bei Underground-
oder Gore-Movie-Vorstellungen teilweise Polizeirazzien gab,
bei denen das komplette Publikum verhaftet und weggebracht wurde.
Das muss man sich heute mal vorstellen.
Du gehst ins Kino und musst dann zu Hause anrufen,
weil du wegen Filmegucken verhaftet wurdest.
Sowas passierte bei "Flaming Creatures" von Jack Smith
und auch bei "Scorpio Rising". So ging das oft
und selbst Filmvorführer wurden mitgenommen. Warum?
Er hat den Film nicht gebucht, er ist der am schlechtesten bezahlte Mitarbeiter dort.
Wir waren, als wir den Film zum ersten mal sahen, sozusagen auf einem Trip.
Sicherlich hatten wir was geraucht und, ihr wisst schon, wir haben geschrien,
alle hingen auf der Hupe und all das. Der Film wurde meine Obsession
und ich begann, über ihn zu lesen. Aller- dings war "Variety" das einzige Magazin,
das über ihn schrieb. Selbst Filmmagazine ignorierten ihn und zwar total.
Als ich "Shock Value" damals schrieb, das muss so in den Achtzigern gewesen sein,
brachte ich Herschell einer Generation nahe,
die wahrscheinlich nie von seiner Arbeit gehört hatte.
Er hatte eine unglaubliche Karriere, ich meine,
deshalb macht ihr ja diesen Film über ihn.
Deshalb habe ich so viele Bücher hier oben. Deshalb bin ich immer noch süchtig
nach diesen alten seltenen Filmromanen.
Speziell der hier zu "Moonshine Mountain" ist sehr selten.
Der einzige, der mir fehlt, ist "Blood Feast".
Bei jeder meiner Vorlesungen frag ich, ob mir jemand den zuschicken kann,
bisher leider ohne Erfolg. Herschell selbst hat mir gesagt,
dass er nur ein Exemplar habe. Er hat es selbst nur ein Mal gesehen,
aber zumindest gibt es das Buch. Also ich weiß nicht,
ob es wirklich mehr gibt als diese beiden, aber die hab ich gefunden.
Also okay. Ich war ein 18-jähriger Junge, der niemals Chicago verlassen hatte,
als ich Dave traf. Sechs Monate später bin ich unten in Miami
und arbeite an "Blood Feast" wegen Herschell und Dave.
Und Dave ist so ein Jahrmarktstyp. Er hat diese leichtfüßige,
gaunerhafte Südstaatenart etwas anzugehen und er weiß, damit umzugehen.
Eines Abends sagt er: "Komm, lass uns ein wenig rumfahren".
Wir steigen in sein Cabrio und fahren eine dieser Miami-Straßen runter.
Alles ist so schön, wisst ihr, die Palmen und alles, ein magischer Ort.
Ich war ja noch nie dort und ich bin höchst beeindruckt. Wir unterhalten uns also
und Dave sagt: "Weißt du, dein normales Leben ist jetzt ruiniert,
es gibt kein Zurück mehr, du gehörst jetzt zum Jahrmarkt."
Und ich: "Was meinst du damit?" und Dave sagt:
"Nun komm schon, wie kannst du je wieder in dein normales Leben zurück,
nachdem du das hier gemacht hast?" Ich schätze, er hatte recht.
Also die Umleitung, durch die wir von der Hauptstraße auf diesen Feldweg kamen,
hab ich nicht verstanden.
Guck dir das an!
Herschell, das muss St. Cloud sein.
Das ist der einzige Ort der Welt, der das sein kann.
Schau da, das "Hunter Arms Hotel".
Oh mein Gott, schau dir die Leute an. Oh mein Gott.
Herr Bürgermeister, ich hoffe, Sie behandeln uns "Ehrengäste" besser
als ihre letzten "Ehrengäste".
Wir gingen also in eine Kleinstadt namens St. Cloud in der Mitte Floridas,
nahe Orlando. Dort drehten wir "Two Thousand Maniacs!"
einen Film, über eine kleine Südstaatenstadt, die Rache für den Bürgerkrieg nimmt.
Nach Herschell-Lewis-Standards war das monumentales Filmemachen.
Im Gegensatz zu "Blood Feast" hatten wir echt lange Zeit,
zwei Wochen für den Dreh. Welch ein Luxus.
Von all meinen Filmen, von all den Filmen,
die ich auf die Leinwand "geschissen" habe,
ist "Two Thousand Maniacs!" mir bis heute der liebste.
"Two Thousand Maniacs!" ist ein viel besserer Film als "Blood Feast".
Aber das ist natürlich, als würde man über den besten mexikanischen Wein reden.
Talky Blanc, sein richtiger Name war Taalkius, Taalkius Blanc.
Ein älterer Mann, der den Namen Jeffery Allen in meinen Filmen benutzte.
Der beste Schauspieler, den ich je treffen durfte.
Wirklich, wirklich variantenreich. Egal, was wir von ihm verlangten.
Dave, hier hat sich ja gar nichts verändert.
Oh Gott, guck dir das an. Das Loch in der Decke ist immer noch da.
Nun, ein Dachfenster. - Einfach wunderbar.
Hier ist die berühmte Treppe. - Und die Stufen.
Lass uns mal umsehen. - Es ist traumhaft.
Yap, unser Hotel.
Ja, vielen Dank.
Wer ist da?
Reinigung.
Oh mein Gott.
Jerry, bist du eigentlich jemals aus dem Hotel ausgezogen?
Ich leb hier seit 42 Jahren.
Wir kommen, um dich zu befreien. - Oh, vielen Dank.
Erinnerst du dich an mich? Wie geht es dir, Jerry?
Mir geht es prima, danke. Setzt euch hin.
Als wir "Daughter of the Sun" drehten, war da ein junger Schauspieler namens...
Nun, er hatte sich den Namen "Jerome Stallion" gegeben, was ich sehr lustig fand.
Mir war klar, dass das nicht sein richtiger Name war,
er hieß eigentlich Jerome Eden. Er spielte also den romantischen Liebhaber
in unserem Nudistenfilm "Daughter of the Sun".
Außerdem hatte Jerry Eden auch noch einen Mehrwert für uns,
er war eine Art niedrigerer Dave Friedman. Er brachte Dinge zum Laufen.
Ob den Leuten klar ist, was wir nur mit uns Dreien erreicht haben?
Du hast den Sound gemacht, du hast die Kamera und Regie geführt.
Ich war der Location Scout und fürs Make-Up da.
Du warst der "Reparierer".
Im Grunde genommen ein Abzocker.
Wisst ihr, wenn Mädchen für eine Szene gebraucht wurden, er fand sie.
Wenn wir ein Restaurant als Drehort brauchten und nichts zahlen wollten,
dann ging es: "Jerry, ruf den mal an und guck, ob du einen Deal hinbekommst".
Dann ließ er ein wenig den Wein im Glas kreiseln.
Wir hatten eine Menge Spaß, ihr Leute da draußen.
Nun, das war der springende Punkt. - Da steckte ja auch kein Geld drin.
Eben, für keinen von uns.
Nun, der springende Punkt ist, wir hatten bei allem, was wir taten, Spaß.
Ich erinner mich noch an die Sache mit meinem Finger.
Ihr hattet für "Blood Feast" ein Schweineherz besorgt
und ich hatte meinen Finger in der Herzkammer und es so bewegt.
Ja, es schlug immer weiter. Eine tolle Einstellung, ein tolles Bild.
Ja, eine schöne Einstellung, aber das Ding hat gestunken und ich war derjenige,
der eine Woche lang den Geruch an der Hand hatte.
Ich bin hier im Veteranenpark von St. Cloud.
Es war damals, als wir den Film drehten, eher der "Angebundene-Stein-Park",
weil wir hier diesen Turm mit dem Stein drauf hatten, ihr erinnert euch?
Dann hatten wir diese Zielscheibe, wie damals auf dem Jahrmarkt,
mit diesem "Versenk den Clown"-Gag. Da musste man Bälle auf ein Ziel werfen
und wenn man traf, fiel der oben sitzende Clown ins Wasser.
Das war ein altes Jahrmarktsspiel.
Herschell wollte eine Einstellung direkt von unten,
wie der Fels auf den Mann zukommt. Ich sagte: "Hersch, geh da kein Risiko ein.
Das ist zwar ein Kunstfels, aber der wiegt immer noch 20 Kilo."
Also gruben wir ein Loch und Herschell legte sich mit der Handkamera da rein.
Er filmte nach oben, wir ließen das Teil fallen
und es landete nahezu auf der Kamera.
Mein Name ist Vincent Santo, ich spielte Billy, den netten,
kleinen Jungen mit diesem tollen Shirt. Mann, damals war ich echt noch dünner.
Jenny Cortez, ein Theatermann aus der Gegend, rief mich wegen einem Vorsprechen an
und ich ging da hin und die sagten: "Du siehst nicht sehr texanisch aus.
Hast du denn einen Südstaaten-Akzent?" Meine Antwort war: "Wie viel zahlt ihr?"
Sie sagten es mir und ich antwortete in breitestem Texanisch:
"Für das Geld kann ich jeden Akzent sprechen, den ihr wollt!"
Natürlich bekam ich die Rolle im Film. Mein Haar wurde gebleicht
und ab ging es nach St. Cloud. Mein Eltern brachten mich hin,
ihnen wurde versichert, das für mein Wohl gesorgt sei, keine Sorge,
und sie ließen mich dort. Ich hatte einen eigenen Raum
und die Schauspieler kümmerten sich um mich. Die Größte für mich war Conny Mason.
Sie kam zu mir und sagte: "Mein Raum ist gleich neben deinem.
Also wenn du Albträume hast oder so, kannst du ruhig klopfen."
Und ich dachte nur: Bitte gib mir einen Albtraum, nur ein schlechter Traum, bitte.
Sie sagten mir auch immer, ich solle nicht in die Kamera gucken.
Wir drehen also die Szene in der Garage, ich komme mit den Schlüsseln raus
und ich erinner mich noch genau, wie ich schocksteif wurde,
in die Kamera guckte und mich erinnerte, dass ich das nicht solle.
Das ist im Film drin, denn wir haben das kein zweites Mal gedreht.
Ich erinnere mich auch an die Szene mit dem abgeschnittenen Daumen.
Und dann, als sie die Frau in den Raum zerrten, um ihr den Arm abzuhacken.
Ich erinnere mich, wie lustig ich das fand,
weil der Arm nach dem Abhacken sofort stocksteif wurde,
weil es ja ein Puppenarm war.
Bei allen anderen Filmen passiert direkt am Anfang etwas,
nicht bei "Two Thousand Maniacs!". Bevor irgendetwas passiert,
hat man eine halbe Stunde unterschwelliger Bedrohung.
Und dann sagt er: "Fühl die Klinge!" zu ihr, während sie sich lieben.
Sie berührt das Messer und er schneidet ihr den Daumen ab.
Ich hab bei der Szene unerkannt im Kino gesessen
und da gibt es immer diesen Aufstöhner beim Publikum.
Dann schleppen sie das Mädchen ins Büro des Bürgermeisters und: "Whack!"
Da ist also Ben Moore mit der Axt und ich liege auf dem Rücken mit der Kamera
und die Axt kommt runter und, man sieht es ja, das ist eine effektive Einstellung.
Ich hatte, glaube ich, auch den weltbesten Banjospieler
und auch den besten Gitarristen und einige andere.
Doch als wir den Titelsong aufnahmen, mit dem Text:
Da ist eine Story, hinterm Wald, schon 100 Jahre alt."
Da war die Stimme viel zu hoch.
Ich sagte: "Moment, so klappt das nicht." Ich kannte das Tempo, ich wusste,
was ich wollte, schließlich hatte ich das Ding geschrieben.
Also hört man jetzt meine Stimme auf dem Soundtrack.
Wieder einmal nicht aus dem Grund, ein "Auteur" sein zu wollen, sondern einfach,
weil wir die Leute zusammenhatten und die Musik aufnehmen mussten.
Rednecks und das schwarze Publikum kannten Gorefilme.
Die wurden nicht in Filmpalästen gezeigt, die liefen unten im Süden
oder in Autokinos oder in sogenannten Bahnhofskinos
für ein eher anspruchsloses Publikum.
In Baltimore sagten sie: "Ich will grün sehen!" wenn sie von Gore redeten.
Das war so ein Ausdruck der schwarzen Community,
den ich in Blaxploitationfilmen mitbekam,
wenn sie immer "Lass uns Grün sehen!" brüllten.
"Two Thousand Maniacs!" schrieb gute Zahlen.
Er lief nicht so gut wie "Blood Feast", aber mir wäre es lieber,
man würde sich an mich wegen "Two Thousand Maniacs!" erinnern,
als wegen "Blood Feast", aber das wird wohl nicht so kommen.
Nach diesen zwei Filmen war uns klar, dass dies ein Filmgenre war,
das wir, zumindest zeitweise, dominieren konnten.
Also machten wir einen Film namens "Color Me Blood Red" über einen irren Maler,
der sein rot mittels Menschenblut malt.
Offensichtlich hat er nie etwas von Hühnerblut gehört, das hätte auch
funktioniert, aber es musste halt Menschenblut sein.
Ich glaube, die wichtigsten Herschell Filme sind für mich "Blood Feast",
"Two Thousand Maniacs!" und "Color Me Blood Red".
Ich meine, allein die Szene, wo er mit dem Arm malt,
das hat schon was von Yves Klein. Es war genug Herschell da drin,
er kannte wahrscheinlich Yves Klein, der hatte mit nackten Frauen gemalt
und mit ihnen auf der Leinwand gerieben.
Er war ein echter, zeitgenössischen Künstler,
der bei einer Vernissage auch schon mal die Getränke blau färbte,
so dass man am nächsten Morgen blau pinkelte. Das gehörte alles zu seiner Show,
ein toller Gag. Vielleicht wusste Herschell davon. Wenn ich genau überlege,
ist es sogar sicher, dass das Einfluss auf "Color me blood red" hatte.
"Color Me Blood Red" hat eine meiner Lieblingsszenen aller Zeiten, aller Filme,
aller Orten.
Das ist der Moment, wenn der verrückte Maler seine rote Farbe aufgebraucht hat
und in das Hinterzimmer geht, um Nachschub von dem Mädchen zu holen,
das er ermordet hat.
Diese Nebensächlichkeit, mit der er die Eingeweide des Mädchen nutzt,
diese simple Funktionalität von dem, was er tut.
Das ist ein atemberaubender Moment,
wegen sowas sollte Herschell in die "US-Hall of Fame" aufgenommen werden.
Ihr wart eurer Zeit weit voraus.
Wenn du etwas filmst, was nie zuvor jemand gewagt hat, bist du ein Gesetzloser.
Und sobald du damit anfängst, steckst du drin.
"Color Me Blood Red" wurde an der Westküste Floridas gedreht.
Wir mieteten wieder ein Haus, ein typischer Herschell-Deal. Er mietete ein Haus,
das groß genug zum Filmen war und das war auch gleichzeitig unsere Unterkunft.
Du bist also morgens aufgestanden, hast gefrühstückt
und dann die Kamera genommen und gefilmt. Das ging so die ganzen zwei Wochen.
Nach den Filmen gingt ihr ins Hotel, aber die ganze Crew
und der Cast blieben im Haus. Sobald ihr raus wart, ging die Party los.
Türenknallen hin und zurück, tanzende Mädchen, im ganzen Haus.
Davon hab ich gehört. - Aber meine Tür war immer zu.
Dann gab es eine Textstelle,
bei der ihr ausgeflippt seid. Ich sagte: "Oh mein Gott, das ist ein Frauenbein."
Und ihr wart dran: "Benutze Gott nicht in dem Film. Du darfst nie Gott sagen."
Das hat euch richtig beschäftigt.
Wir änderten den Dialog in "Heilige Banane".
"Heilige Banane, ein Frauenbein." Und jemand anderes übernahm den Dialog.
Lief der Film eigentlich gut?
Nichts lief so gut wie "Blood Feast", "Blood Feast" war der Film am Wendepunkt.
Diese Filme waren die Vorgänger von "Blutgericht in Texas",
"Freitag der 13." und "Halloween".
Sie waren alle unsere kleinen Kinder.
Jerry, es war nett, dich zu sehen. Entschuldigung für das kleine Zimmer.
Wir kommen in 40 Jahren wieder vorbei und ändern das.
Das machen wir nochmal, es hat Spaß gemacht, großen Spaß. Wir sehen uns.
Okay, das machen wir. - Tschüß, Jungs, guten Flug.
Danke.
Hier ist Raum 204, wo bleiben meine Sandwiches?
Wir hatten Spaß an unserer Zusammenarbeit. Wir mochten uns
und kamen gut miteinander aus. Am Ende des Tages gingen wir zusammen essen
und lachten über die Missgeschicke des Tages und all die dummen Dinge,
die so passierten. Es ist so toll, einen Partner zu haben, den du magst.
Während "Color Me Blood Red" hatten wir einen dummen Streit,
zum größten Teil war es meine Schuld, aber ich ging zurück nach Hollywood
und Herschell ging seinen Weg. Aber wir blieben die ganze Zeit über Freunde
und hier sind wir wieder zusammen und ich hab einen Riesenspaß.
Dave Friedman zog dann nach Kalifornien und das geschah gerade,
als wir mit einem Film namens "Moonshine Mountain" beginnen wollten.
In den Sechzigern durchlief Herschell eine Phase,
in der er zum "Auftragskiller" bei Filmen anderer Leute wurde.
Es gab damals so Anzeigen hinten auf Magazinen: "Sende uns dein Drehbuch
und wir machen deinen Film." Es interessierte die Leute nicht,
worum es im Script ging, wenn du nur dein Geld zahltest.
Herschell machte etwas ähnliches.
Ein Typ namens Jim Baker machte in einem seiner Kinos nachmittags eine Bühnenshow.
Wenn sie einen Erwachsenenfilm spielten, den sie so früh nicht zeigen wollten.
Da war es einfach so, dass er mich anheuerte, um diese Bühnenshow zu filmen.
Aus ökonomischer Sicht ergab das Sinn,
er konnte die Show nun statt nur in einem Kino in allen gleichzeitig zeigen.
Produziert wurde das Ganze von einem Gruselshow Zauberer namens Doctor Silkini
und ein weiterer professioneller Magier namens Roy Huston war auch noch im Cast
und spielte den Merlin. Das war sozusagen als Showreel der beiden gedacht,
aber es hatte zumindest einen tollen Moment. Im Film gibt es eine böse alte Hexe,
die in einen Ofen gestoßen und lebendig verbrannt wird.
Der Ofen ist offen und man kann ihre verbrannten Knochen sehen.
So drehte Herschell sozusagen eine Goreszene für Sechsjährige.
Zu dieser Zeit hatte Herschell trotzdem einiges an Finesse dazugewonnen.
Sie machten diese Filme schon lange genug
und sie sahen nicht mehr so furchtbar aus, wie die früheren.
Hi Nolani.
Das ist Mist, das kann ich nicht machen.
"Something Weird" machten wir mit einem Kerl namens Jim Hurley,
der ein Professor am Triton College war und er wollte einen Film machen.
Hurley war mit einem Olaf "Irgendwas oder - wer" befreundet, der ein Hellseher war.
Er war komplett verrückt nach übernatürlichen Kräften und er mochte nicht,
was er in "Something Weird" sah. Er fand das zu kommerziell.
Das ist, als wenn man über einen Anzug sagt:
"Hier stimmt etwas nicht, das Teil passti."
"A Taste of Blood" war ein Übergangsfilm, eine moderne Dracula-Geschichte.
Die Effekte waren nicht spektakulär, aber das war auch so gewollt,
denn einige Kinobesitzer hatten gesagt:
"Wir spielen eure Filme, wenn sie inhaltlich nicht so "gory" sind".
"A Taste of Blood" ist Herschells Versuch, noch massentauglicher zu werden
und der Mainstream ist nichts, wo Herschell Gordon Lewis hingehört.
Der Film dauerte fast zwei Stunden und das waren zwei Stunden Atmosphäre
und, ihr wisst schon, Dracula und...
Da gibt es eine Szene auf einem Boot und wir hatten die Genehmigung,
eine Stunde dort zu drehen. Der Hafenarbeiter gab uns die Warnung:
"Wenn Ihr nicht in einer Stunde von dem Kahn runter seit,
dann werf ich euren Kram von der Reling."
Ich sagte: "Okay, wir sind in einer Stunde durch."
Wir hatten zwar jemand für die Rolle des britischen Matrosen,
er war perfekt für diese Rolle, aber er tauchte nicht am Set auf. Ich sagte:
"Oh, oh, wir müssen das jetzt drehen oder unser Zeug landet im Hafenbecken."
Nun, wir hatten jemand in der Crew, der hinten extrem lange Haare hatte,
wie das damals viele in der Crew hatten. Er schnitt etwas davon ab,
machte mir einen kleinen Oberlippenbart daraus, ich setzte mir die Kappe auf
und spielte einen britischen Matrosen, weil keiner sonst den Akzent beherrschte.
"Guten Abend Sir, ich bin nicht bereit für den Teufel."
Herschell verpflichtete mich für "A Taste of Blood"
und wir fuhren runter nach Miami.
Die Hauptdarstellerin war eine Frau namens Elizabeth Wilkinson
und mir reichte ein einziger Blick und ich war, sagen wir mal,
so voller Lust wie nie zuvor. Wir gingen essen und wir gingen aus und wir begannen,
nun ja, zusammen zu sein und Herschell war außer sich. Ich glaube, nicht unbedingt,
weil wir miteinander schliefen, sondern weil es ihm zu lang dauerte,
wenn ich sie ausleuchtete.
Mein Problem mit Andy Romanoff war, dass er einen guten Film drehen wollte.
Wir drehten also und er kümmerte sich ums Licht. Er sagte:
"Wir müssen diese Szene mit einem Viertel Licht filmen."
Während er noch mit dem Lichtsetup beschäftigt war,
hätte ich die Szene drei Mal drehen können.
Wir gingen also während der ganzen Dreharbeiten miteinander aus und dann,
ihr wisst schon, wollte ich ernst machen. Nun, sie wollte davon nichts wissen,
sie war bereits drei Mal verheiratet und wusste es wahrscheinlich besser als ich.
Sie ging zurück nach Chicago, ich blieb in Miami.
Ich arbeitete dann an einem anderen Film, irgendwas mit...
Oh Gott, das war was mit Hitler
und seinen Jungs und sie hatten Würmer im Gesicht.
"Flesh Feast", genau, so hieß der Film", Flesh Feast".
Während des Drehs wuchs meine Sehnsucht und meine Liebe zu ihr
und ich wurde immer trübsinniger und irgendwann sagte ich:
"Es tut mir sehr leid, aber ich muss diesen Film verlassen.
Ich weiß, dass ich meiner professionellen Karriere damit schade."
Aber es musste sein, ich flog nach Chicago
und um sechs Uhr morgens klingelte ich bei Liz und sagte: "Wir müssen reden!"
Wir gingen frühstücken, ich überzeugte sie,
mich zu heiraten und das war auch gut so.
Hi, ich bin Steven Poster. Ich bin Präsident von LOCAL 600,
einer internationalen Vereinigung von Kameraleuten.
Ein Mann namens Jim Dennett erzählte mir von einem Mann
namens Herschell Gordon Lewis, der gerade einen neuen Film begann.
Ich rief ihn an und machte einen Termin. Ich war gerade aus dem College
und Herschell mochte College-Boys.
Zusätzlich war ich auch noch ein jüdischer College-Boy
und das gefiel ihm noch besser.
In diesem Sommer arbeitete ich bei drei seiner Filme mit: "Eye for an Eye",
der niemals fertiggeschnitten wurde", Blast-Off Girls"
und "The Girl, the Body and the Pill".
Was Herschell so gut beherrschte, war,
Themen direkt aus den aktuellen Schlagzeilen zu nehmen.
Er sah etwas, ließ das auf sich wirken
und er oder Louise Downe schrieben bereits am nächsten Tag das Script.
Ich ging zur Schauspielschule im Goodman Theatre
zuerst um Schauspielen zu lernen und später zu einem Regie-Lehrgang.
und dort lernte ich Alex Ameripoor kennen, der Teil von diesem Hershell Ding war.
Er war damals aus der persischen Armee abgehauen und er half vielen Leuten.
Er war ein herzensguter Junge. Und er fragte mich: "Was machst du so?"
Ich sagte: "Nun, ich suche Arbeit als Schauspieler".
Und er sagte: "Ich arbeite gerade an einem Film für diesen Herschell-Lewis-Typen
der heißt "The Pill", und wenn du mitmachen willst,
weißt du, dann rufen wir den einfach an". Halbstarke halt.
Ich war in einer Mittelstufen-Rockband, die im Hintergrund spielte.
Damals waren die Beatles gerade über den großen Teich gekommen und jeder wusste,
wenn du die hübschen Mädchen kriegen wolltest und ein Geek warst,
war das der einzige Weg. So endeten wir damals alle in Bands
und niemand war richtig gut, so war das damals.
Herschell liebte frittiertes Hühnchen. Bei jedem Film versuchte er,
einen "Kentucky Fried Chicken"-Laden unterzubringen.
Dafür gab es dann hundert frittierte Hühnerteile. Kein Brot, kein Krautsalat,
keine Getränke. Nichts außer einer Riesenschachtel frittiertes Geflügel
und das aßen wir dann jeden Tag, 30 Tage lang, manchmal sogar zweimal täglich.
Herschell liebte das Zeug. Wenn jemand nicht mehr mochte, aß er sogar die Reste.
Wir hassten es, wir ekelten uns vor frittierten Hühnchen.
Wir haben es eigentlich immer geschafft,
einen Deal mit einer Restaurantkette zu machen.
Wir drehen bei euch und dafür gibt es Essen für Cast und Crew.
Wir machten das bei "Arbys", mit "Church's Fried Chicken"
und in diesem Fall halt mit "Kentucky Fried Chicken".
Ich erinner mich noch, vielleicht war es sogar in diesem Film,
da kam die Werbeikone Colonel Sanders selbst vorbei.
Und ich erinner mich auch noch, dass er das alles nicht sehr komisch fand.
Eines Tages riefen die Leute von KFC mich an und sagten:
"Wenn ihr euren aktuellen Film in unserem Restaurant in Willmette, Illionis dreht,
gibt es von uns gratis Essen. Ist das ein Deal?"
Und am Drehtag taucht dann plötzlich Colonel Harland Sander persönlich auf,
um als Hähnchenkellner zu arbeiten. Es wurde sehr schnell unmöglich zu arbeiten.
Erst einmal wollte er 57 Stellproben und zum Zweiten wollte er,
dass der Film von ihm handelte. Er hatte keine Ahnung, worum es in den Film ging
und am Ende, weil es unmöglich war, mit ihm zu arbeiten,
schossen wir also eine Probeaufnahme, erzählten ihm,
wir hätten noch was zu erledigen und kämen später wieder,
um die richtigen Aufnahmen zu machen.
Und weg waren wir und am Ende haben die Probeaufnahmen ja auch gut funktioniert.
Wie lange brauchen wir noch, Jimmy?
Ich schätze mal so eine... eventuell so bis gegen fünf?
Dann ruf ich besser Margo an, wir sind für sechs zum Essen verabredet.
Da mach ich eine Sieben draus.
Ich begann einen Film namens "An Eye for an Eye",
in dem ein Blinder irgendeine Transplantation bekommt
und plötzlich nicht nur sein Augenlicht zurückbekommt,
sondern auch noch übersinnliche Wahrnehmung.
Aber ich verließ das Filmgeschäft,
ich war weg, ehe der Film fertig war und weiß gar nicht,
ob der je fertiggestellt wurde.
Im nie zu Ende geschnittenen "An Eye for an Eye"
spielte ich einen Helfer im Leichenschauhaus.
An einer Stelle sollte jemand von einem Auto angefahren werden.
Wir waren auf einer Autobahnbaustelle
und wir hatten eine komplett kostümierte Puppe. Herschell sagt zu Paul Hunter,
jemand von der Crew: "Lass uns deinen Wagen nehmen, dem passiert schon nichts."
Sie machen also den Stunt, der Wagen trifft die Puppe
und der Kopf der Puppe fliegt in die Luft, kommt runter
und zerschmettert Pauls Windschutzscheibe. Und Herschell sagt:
"Das war prima. Wir ziehen weiter." und wir steigen in unsere Autos
und lassen Paul da. Einfach so. Paul stand da im Hintergrund:
"Hallo? Und was ist mit mir?"
Der schlechteste Herschell-Gordon-Lewis-Film ist einer,
den du nicht sehen kannst. Das macht dich verrückt, da du alles von ihm sehen willst.
Der Film, den wir nie sehen werden, ist "An Eye for an Eye".
Glücklicherweise hat das Label "Something Weird",
das ungeschnittene Negativ gefunden. Jetzt schneiden wir einige Szenen zusammen,
packen Musik und Soundeffekte drauf
und präsentieren euch jetzt ein paar Ausschnitte aus "An Eye for an Eye".
Also, Rooney, also wisst ihr, ich hab nie herausgefunden,
woher der Spitzname Rooney stammt. Ich war halt sehr naiv damals,
ich wusste auch nicht, was ein Alkoholiker war. Ich dachte einfach:
Rooney, ist halt so. Bis man mir sagte, dass er ein großer Trinker sei.
Bill war ein Trinker, aber schlimmer war, dass er sexsüchtig war.
Er musste jede Frau haben, die er traf. Außerdem nahm er Pillen.
Er nahm Benzedrin und Dinge zum Wachhalten
und ich schätze, das blieb nicht ohne Folgen.
Er tauchte auch in anderen Filmen auf.
Wir haben ihn in einem 1963er Lehrfilm gefunden, in dem er einen netten Cop spielt,
der Kindern erklärt, dass man keine Würmer isst.
In einem Werbefilm von 1966 sieht man ihn sogar tanzen und singen.
Ich glaube immer noch, das dies der beste Gorefilm meines Vaters war.
Die Szene ging dann wirklich zu weit, man konnte es kaum aushalten,
weil es so realistisch aussah.
Eigentlich hatte das Mädchen nur den Bauch eingezogen
und wir haben darüber ein wenig Hühnerhaut mit Wachs und Hautkleber befestigt
und mit einigen Tierteilen gefüllt, die er dann rausholen konnte.
Das war so grausam, dass ich die Reißleine zog.
Ich hab, glaube ich, danach nie wieder einen Gorefilm gemacht.
Mrs. Pringle, die Chefin des Perückengeschäftes,
merkt also, dass ihr Sohn,
ich glaube, er hieß Rodney, sehr gut arbeite und belohnt ihn mit einem Geschenk.
Und der Junge sabbert fast über dem Elektromesser,
weil es ihm das Skalpieren leichter macht.
Beim Dreh einer Szene bei einem Demolition Derby
wurde mein Vater fast von einem Reifen enthauptet. Das war ziemlich komisch,
er hat nicht mal gemerkt, dass der Reifen vorbeiflog, während er filmte.
Wir dachten, wir hätten
einen 70-Minuten-Film, aber beim Schnitt merkten wir,
dass wir nur 62 Minuten hatten. In der Zwischenzeit war der Cast aber verstreut,
wir waren zurück in Chicago und ich war nicht bereit, nach Miami zu reisen,
um acht künstliche Minuten zu drehen. Was also tun?
Wir bauten also diese beiden Styropor-Perückenköpfe im Büro auf
und filmten eine achtminütige Konversation zwischen ihnen.
Vor einigen Jahren war ich auf einem Horrorfestival
in San Sebastian in Spanien zu Gast
und irgendwer fragte das Publikum nach seinem Lieblingsfilm.
Einer sagt: "The Gruesome Twosome",
weil da solch eine tolle Effektsequenz am Anfang ist."
Das beweist wieder einmal, das P.T. Barnum recht hatte, als er sagte:
"Jede Minute wird ein Trottel geboren!"
"She Devils on Wheels" war ein schwerer Film. Wir hatten die Wahl zwischen Mädchen,
denen wir das Motorradfahren beibringen mussten und solchen,
die wirklich diese dicken Maschinen fuhren, also diese Nortons und BMWs,
denen wir aber das schauspielern lehren mussten.
"She-Devils on Wheels" ist ein wundervoller Film.
Der erste komplett weibliche Rockerbanden-Film.
Herschell folgte immer dem Weg des Geldes, und damals, zwischen 1968 und 1971,
war die Zeit, in der Rockerfilme eine Menge Geld einspielten.
Er kam ein Jahr nach "Faster Pussycat! Kill! Killi."
und trieb dessen Nihilismus auf ein noch tieferes und krankeres Level.
Diese Frauen hassten Männer. Seltsamerweise liebten Männer den Film.
Männer lieben es, heiße, kastrierende Frauen zu sehen.
"Just for the Hell of it" war ein Film über jugendliche Halbstarke.
Es war eine Zeit, in der die Schlagzeilen voll mit Geschichten
über junge Leute ohne Moral waren.
All das, was alte Leute denken, zu dem junge Leute fähig sind, ist hier drin.
Wir zeigten also ganz genau, wozu junge Leute fähig sind.
In der Beziehung war es der ultimative Film mit einem Augenzwinkern.
Es war totale Zerstörung. Um genau zu sein,
selbst der von mir geschriebene Titelsong heißt "Destruction".
Da kommt eine Gruppe Tiere aus dem Zoo,
Ein Löwe, ein Tiger, ein Elefant dazu.
Sie walzen durch den Dschungel, die walzen durch die Stadt,
Sie schnauben und sie pusten und sie reißen dein Haus ab.
Und dann "Zerstörung".
Als er mich verpflichtete, sagte er: "Ray, in dem Film musst du ein Auto
und ein heißes Motorrad fahren und blab bla bla." Und ich sagte:
"Klar, das kann ich!" Ich hatte noch nicht einmal einen Führerschein,
ich hatte gar nichts, noch nicht einmal auf einem Motorrad gesessen.
Ich log einfach mit zusammengebissenen Zähnen. Nun ist also der Drehtag
und es ist die Szene, in der ich mit dem Cabrio um eine Ecke fahren muss
und hinter mir sitzen, mit einem Kübel voller Bleiche,
meine zwei oder drei Gangmitglieder. Wir kamen also um die Ecke
und sie sollten die Bleiche über eine Lehrerin, eine nette alte Lady, schütten.
Das war der Gag. Alles, was ich tun musste, war geradeaus heranfahren,
mit quietschenden Reifen an den Bordstein fahren und sie kippen den Eimer über sie.
"Okay, fertig und Action." Und ich hau den Rückwärtsgang rein
und dann ist da Bleiche auf dem kompletten Rücksitz und auf all den Jungs und so.
Und Herschell brüllt: "Cut, Cut, Cut!", kommt zu mir und sagt: "Ray!"
Er war immer sehr ruhig und hat nie gebrüllt oder so. Er sagt:
"Warum hast die das Auto im Rückwärtsgang gestartet?" und ich:
"Ich starte immer rückwärts." Und er: "Nun, dann machen wir das noch Mal."
und während wir saubermachten noch: "Beim nächsten Mal machst du das aber nicht."
Und ich so: "Okay!" Wir machten es nochmal und diesmal,
wie ihr im Film sehen könnt, hat es geklappt.
1968 verließ ich das College im letzten Semester,
da ich kein Englischlehrer an der Highschool werden wollte,
sondern ins Filmgeschäft wollte. Ich rief also jeden in Chicago an
und geriet an jemanden, der sagte: "Nun, der einzige in Chicago,
der Spielfilme macht, ist dieser Herschell Gordon Lewis.
Das ist der, den du kontakten solltest."
Danach rief ich natürlich direkt Herschell an
und machte mit ihm einen Termin in seinem Büro aus.
Ich hatte eine kleine Unterhaltung mit ihm und das einzig Negative war,
dass er wollte, dass ich meine Haare schneide und den Bart loswerde.
Aber bereits kurz darauf rief er mich an.
"The Wizard of Gore" war irgendwie ein verhexter Film.
Der ganze Film hatte die Seuche. Das war wirklich ein Film aus der Hölle.
Ich komm also in die Show dieses älteren Gentleman, der wirklich toll aussah
als der "Wizard of Gore". Die weißen Haare, wisst ihr,
er sah sehr professionell aus und, nun ja, ein klein wenig bedrohlich,
einfach grandios. Wir drehen so für zwei drei Tage und er dreht plötzlich durch,
ich meine, der war echt verrückt.
Ich weiß nicht, ob er betrunken oder wirklich so unausstehlich war.
Am Ende machte Ray Sager, der eigentlich nur Teil der Crew war, den Job großartig.
Ich schätze, die hatten schon andere gefragt. Eigentlich bin ich mir sicher,
denn ich war damals gerade um die 28 oder so und die kommen zu mir und fragen,
ob ich die Rolle spielen möchte. Und ich sag: "Na, ich weiß nicht recht."
Ich versuchte sowas wie einen Richard Burton aus zweiter Hand.
Deshalb ist das so zum Publikum gewandt und theatralisch und so.
Ich entschuldige mich bei jedem, der das komplett durchhalten musste.
"The Wizard of Gore" handelt von einem irren Magier,
dessen Tricks wirklich funktionieren. Wenn ein Mädchen ein Schwert schluckt,
dann schluckt sie wirklich ein Schwert.
Ich glaube", The Wizard of Gore" ist Herschells "Der Sturm".
Es ist sein Versuch, seine Gore-Karriere zusammenzufassen.
Alle Studioszenen von "The Wizard of Gore" drehten wir in einer Grundschule
in Highland Park, weil Sommerferien waren. Wir drehten auf der Bühne
und in der Aula.
Ich glaube, das war die Szene,
in der das Mädchen mit der Kettensäge zerteilt wird.
Wir brauchten eine Nahaufnahme ihres Gesichtes für den Film,
also warfen wir Stücke von rohem Fleisch nach ihr, um das ins Bild zu bekommen.
Und ich werfe etwas und das trifft sie genau auf den Mund und bleibt kleben.
Für einen Gorefilm war das ein nahezu magischer Moment,
sowas kann man nicht planen.
Louise war diesmal für das Make-Up und die Goreeffekte zuständig.
Sie ging also zu den Metzgern und besorgte Därme, Geflügeleingeweide und Würste.
Bis wir das Zeug dann brauchten, begann das schon zu stinken
und wenn wir gar am nächsten Tag weiter- machen mussten, dann war das gut reif.
Dann musstest du mit Zeug arbeiten,
bei dem du eigentlich eine Gasmaske gebraucht hättest. Aber wir zogen das durch.
Wir drehten in einer Leichenhalle eines Friedhofs und es war die Szene,
in der die Leichen aus ihren Gräbern kommen. Wir drehten sonntags,
weil da normalerweise keine Beerdigungen sind.
Die Kameras sind weit weg vom Geschehen und ich höre plötzlich ein Kreischen
und sehe ein Pärchen oder eine Gruppe, so zwei drei Leute.
Die waren scheinbar für einen letzten Besuch bei einem Verstorbenen gekommen
und sehen diesen wie ein Vampir gekleideten Mann,
der die Toten aus den Särgen holt. Das hat die total erschreckt.
Zusätzlich war das auch noch ein reiner Schwarzen-Friedhof,
die sind also total ausgeflippt und Herschell hatte keine Ahnung, was los war.
Er kommt rüber und ruft: "Cut, Cut, Cut" und dann: "Was war das für ein Geräusch?"
Ich sag: "Herschell, nun, da sind Leute.
Weißt du, das ist immer noch ein echter Friedhof.
Die Leute kamen her für einen letzten Blick und du weißt, was die gesehen haben."
"Okay, sind die jetzt weg? Ja? Na dann können wir ja weitermachen."
Der Typ, dem der Friedhof und das Leichenhaus gehörte,
war ein echter Redneck.
Ich meine, so ein richtiger Redneck. Er sollte den Aufseher spielen und der Grund,
warum er dabei so angeschlagen aussieht, ist, dass er sturzbetrunken war.
Aber er war sehr nett: "Oh, ihr seid ja Stars.
Kommt her, ich geb euch etwas Johnny Walker Red."
Er füllt uns also allen Gläser voll Scotch und ich sag:
"Weißt du, du hast hier aber echt einen netten Friedhof."
"Nun, siehst du," sagt er, "ich sehe das nicht als Friedhof.
Ich sehe mich als Makler für sehr kleine Stücke Land."
Der Letzte, den ich drehte, war "The Gore Gore Girls"
und der war wirklich abgedreht.
Ich fühlte, dass "The Gore Gore Girls" vorerst der letzte dieser Filme sein würde.
Und da hab ich den Eimer in "The Gore Gore Girls" mal komplett ausgeleert.
Wenn du ihn gesehen hast, weißt du, wovon ich rede.
Ich liebe "The Gore Gore Girls".
Ein Gorefilm, gemixt mit einem Film über eine Oben-ohne-Bar.
Wie groß ist denn das? Ich meine, wer wollte das nicht sehen?
Wir hatten Henny Youngman im Film.
Henny Youngman war der größte Star,
der jemals in einem Herschell- Gordon-Lewis-Film aufgetaucht ist.
Das war der Mega-Coup für Herschell.
Ich weiß nicht, wie er an Henny Youngman gekommen ist,
aber ich bin sicher, der hat nicht umsonst gearbeitet.
Ich erinnere mich, dass Herschell immer sagte, wenn Henny nur ein Mal lachte,
haben bereits drei Leute seine Hotelrechnung bezahlt.
Es sollte der Letzte sein, also war es passend,
dass es Herschells utlimativer Gorefilm werden sollte.
Das waren wahrscheinlich die meisten und die ekligsten Effekte,
die wir je in einem Film hatten.
Oh, da war doch zum Beispiel dieser weichgeklopfte Po,
bei dem wir Salz in die Wunden gerieben haben.
Ich mein, ich empfehle jedem,
einfach mal auf einer Party den Film im Hintergrund laufen zu lassen,
das wird eine Menge Spaß.
Für einen Gorefilm hat er eine nahezu manische Raffinesse an sich.
Nun, mein Sohn Bob war der einzige, der sich traute, ein Auge zu zerquetschen.
Ich hatte einen Abschluss in Biologie. Ich habe Schweineföten und sowas seziert
und böse Dinge mit Fröschen angestellt. Das war kein Ding.
Und beim Dreh, immer wenn es ums Augenzerquetschen ging,
weigerte sich jeder aus irgendwelchen Gründen.
Also zog Bob das jeweilige Kostüm des Schauspielers an
und wir drehten einen Closeup seiner Hand, die das Auge zerquetscht.
Offensichtlich war das nicht wirklich ein Menschenauge.
Ehrlich gesagt war es manchmal nicht einmal ein Auge, aber das war egal.
Etwas, was sich niemand, der es nicht versucht hat, vorstellen kann, ist,
wie stabil ein Auge ist. Die Teile sind für Stabilität gemacht.
Am Ende haben wir, wenn ich mich recht erinnere, mit einer Gabel
oder einem kleinen Bohrer ein Loch in die Dinger gemacht,
damit die unter Druck platzen.
Ich glaube, selbst Arnold Schwarzenegger würde kein Auge zerdrücken können,
ohne Vorbereitung.
Willkommen in meiner Welt.
Hier hängen Margo und ich rum.
Ihr seid gerade an Lulu vorbeigekommen, einer Statue,
die wir am "Place des Vosges" in Paris gekauft haben.
Unser Löwe ist nicht feige, der ist aus Thailand.
Wir haben das Badezimmer um dieses goldenen Waschbecken herumgebaut,
das wir, lange bevor wir hierhergezogen sind, gekauft haben.
Ich schätze, er hat einen Platz in der Geschichte verdient.
Es ist seltsam, aber ich weiß nicht, ob ich je einen seiner Filme gesehen habe,
aber ich bin sicher, sie sind genau das, was sie sein wollen.
Ich weiß nicht, welchen Platz Herschell in der Filmgeschichte einnimmt.
Er erfand ein Genre, er war der erste, der sowas gemacht hat.
Seine Filme sind auch erinnerungswürdig wegen ihrer dilettantischen Machart.
Ich meine, das ist der Grund, warum Leute sie gucken.
Ein abgehackter Arm ist heute nichts mehr Besonderes,
aber die Filme sind furchtbar schlecht.
Die jährliche Katalog-Konferenz ehrt die Besten der Besten.
Die Werbeleute, die wir heute auszeichnen, brillieren nicht nur in Kreativität
und Design, sondern auch in Merchandising
und Kundenservice und übergreifenden Strategien.
Hollywood nimmt sich die Früchte dessen, was Pioniere im Filmgeschäft sähen.
Ein Typ wie Herschell, der losgeht und etwas zum ersten Mal macht,
wird dafür verdammt. Und dann ändert sich das Mainstream Hollywood ganz langsam
und es wird mehr und mehr gezeigt. Immer mehr und mehr.
Herschell hat das alles möglich gemacht.
Ich denke, Herschell ist ein großartiger Filmemacher
und er hat Gott weiß seine Spur
in der Geschichte des Exploitationfilms hinterlassen.
Überraschender ist, dass es so etwas wie Exploitation nicht mehr gibt.
Hollywood hat sich alles angeeignet was einmal Exploitation war.
Sie haben es genommen und bezeichnen es jetzt als Kunst und Realismus.
Aber Herschell war der erste und es machte sehr viel Spaß.
Und nun ein Applaus für Herschell Gordon Lewis, David Friedman,
Connie Mason und Mal Arnold.
Wow, Leute. Ich fühl mich, als wäre ich nach Hause gekommen,
zu meinen "Two Thousand Maniacs!"
Danke, Leute. Wir lieben euch. Wir lieben euch.
"Deutsche Übersetzung in freundlicher Zusammenarbeit
mit dem "EVIL ED Magazin" (www.evil-ed.de) und "PLAYZOCKER Reviews".
Can't find what you're looking for?
Get subtitles in any language from opensubtitles.com, and translate them here.