All language subtitles for 10 Blind ermittelt - Tod im Kaffeehaus-0246891804

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Original subtitles

* Verkehrsrauschen, Kirchenglocken *

* gespannte Musik *

* Martinshorn *

* Musik wird spannungsgeladener. *

* Gesprächsfetzen werden von Musik überdeckt. *

* Husten *

Bitte ... Hören Sie ...

Hört jemand ... Hören Sie ...

* Husten, Röcheln *

Alles gut, alles gut.

Halten S' die Augen offen. Halten S' die Augen offen.

Bleiben S' bei mir.

* gespannte Musik *

* Stimmengewirr *

* schweres Atmen *

Ah ... Ah ...

Ah ... Ah ...

Was? Ich versteh Sie nicht.

Ah ...

Jetzt seids mal alle ruhig!

* leises Piepsen *

Alexander ... Haller.

* lockere Musik, Gesprächsfetzen *

Okay, also, was ist das jetzt genau?

Ein sogenannter Zarenkaffee. Eine Alt-Wiener Spezialität.

- Koste mal. - - Hm.

Okay.

Ich weiß überhaupt nicht, was daran besonders sein soll.

Weil du bewusster wahrnehmen musst.

Ich soll mit diesem Kaffee in eine Beziehung treten?

Genau, nicht einfach so runterschütten.

Du musst die Elemente spüren.

Schau mal, erst den leicht bitteren Espresso.

- Mhm. - - Mh.

Und dann ... die luftig-süße Haube.

Die Verbindung, die die beiden auf deinem Gaumen eingehen.

Alex, ganz im Ernst, ein einfacher Espresso tut's auch.

- Darf's noch was sein, die Herren? - Die Rechnung, bitte.

* Lachen, Gesprächsfetzen *

Weißt du was?

Dieser Laden ist perfekt,

um mal mit 'ner Frau richtig schick essen zu gehen.

- Aber nicht mit seinem ... - - .. Chef.

- Nee, mit seinem Freund. - - Ich find es hier ganz passend.

Alex, lass mich mal zahlen, okay? Ich zahl cash.

Mit Karte, bitte.

- - 306 glatt. - - 340, bitte.

Danke schön.

Alex, lass mich jetzt bitte mal zahlen. Du zahlst immer, okay?

- * Piepsen * - Tss ...

- "Transaktion von 340 ..." - - Ja, ich will.

Ich sag dir eins, das nächste Mal zahl ich.

- Keine Widerrede, klar? - - Das macht keinen Sinn.

Ich bezahl dich nicht, dass du mich zum Essen einlädst.

- "Laura Janda ruft an." - - Das passt schon so.

Hol doch schon mal den Wagen.

Laura?

Was?

Niko!

* Motorbrummen, Martinshorn *

* angespannte Musik *

- Alexander Haller? - - Wo ist er?

Ich bring Sie zu ihm.

Ich park schnell den Wagen. Ich find Sie dann schon.

Wir müssen uns beeilen, er ist grad noch bei Bewusstsein.

Sein Zustand ist kritisch, er hat sehr viel Blut verloren.

* Piepsen, beunruhigende Musik *

*

Alex?

Martin ...

Hör zu.

Du musst sie beschützen.

- Hörst du? - - Von wem sprichst du?

* schnelles Piepsen *

Lass sie ... nicht hinschauen.

Was meinst du?

* Er atmet schwer, schnelles Piepsen. *

Martin.

* dumpfe Töne, ein letztes Atmen *

* lang gezogener Piepston *

Martin.

* dramatische Klaviermusik *

*

* Musik verklingt. *

* Surren *

* Piepsen *

Danke. * Sie räuspert sich. *

Also komm, Laura, sag mir jetzt, wer der Typ war.

Das ist eine polizeiinterne Angelegenheit.

Lass mal diesen Quatsch mit Polizei.

Niko, das ist jetzt echt der falsche Zeitpunkt.

Alex war vorhin komplett orientierungslos.

Ich hab ihn noch nie so gesehen.

Der Tote war Martin Scherf, ein ehemaliger Kollege.

Die waren gemeinsam auf der Polizeischule.

Später waren sie ein Team.

Der Scherf ist weg von der Polizei und Privatdetektiv geworden.

Okay, und die Freundschaft der beiden?

Pff, ich weiß nicht, wie eng die danach noch waren, aber ...

Was aber?

* ruhige, angespannte Musik *

Ich möchte gern zum Tatort fahren.

Das hat doch Zeit bis morgen, Alex. Hm?

Lieber jetzt.

Schau, Niko bringt dich jetzt nach Hause, okay?

Wir schauen dann morgen weiter.

- Okay. - - Okay.

Bis dann.

Nach Hause?

Nein.

* Motorenrattern *

* entferntes Stimmengewirr *

Äh.

Ziemlich kleines Hotel.

Ich würd mal sagen, eher Holzklasse.

Laura meinte, er sei auf der Straße gefunden worden.

Es ist markiert.

Direkt vor deinen Füßen jetzt.

Glasscherben.

Ist wohl aus dem Fenster gestürzt.

* entfernte Radiomusik*

* Hupen von draußen *

* Tür wird geöffnet, Musik wird lauter. *

Kommen Sie.

* Schlüsselrasseln, entferntes Stimmengewirr *

* gespannte Musik *

*

- Was siehst du? - - Das Zimmer ist komplett Chaos.

Sieht aus, als hätte 'ne Bombe eingeschlagen.

Schublade ist aufgerissen.

Hier liegt überall Müll und ... Essensreste liegen rum.

Was noch?

Was noch?

Matratze ist aufgeschlitzt.

Und direkt vor dir in der Wand sind die Einschusslöcher.

* gespannte Musik *

Der Täter muss irgendwas gesucht haben.

Er ist ungefähr da gestanden, wo du jetzt stehst.

* angespannte Musik *

Der Täter hat eine Waffe gezogen ... und auf Scherf geschossen,

ehe ihn dieser bemerkt hatte.

Scherf ist dann verletzt zum Fenster hinüber.

* dramatische Musik *

* Motorenbrummen von draußen *

* Musik verklingt. *

In der Aufregung ist der Täter dann geflohen.

- Er ist also gesprungen. In Panik. - - Nein.

Er wollte Zeit gewinnen.

* gespannte Musik *

Wofür?

Um mir eine Nachricht zu überbringen.

* Motorenrattern, gespannte Musik *

- Soll ich dich noch hochbringen? - - Ich komm allein zurecht.

Okay.

Ich bin da, ja?

Wir sehen uns morgen um acht.

Alles klar, Chef.

* Rasseln *

* Tür schlägt zu, sentimentale Musik. *

* Musik verklingt. *

Wir dürfen keine Zeit verlieren.

Alex, ich versteh, dass das dein Freund war

und dass das schwer für dich ist, aber weißt eh.

Meine Ermittlungen, meine Anweisungen. Ist das klar?

Scherf hat alles daran gesetzt, mir eine Nachricht zu überbringen.

"Du musst sie beschützen, aber lass sie nicht hinschauen", sagte er.

- Vielleicht meinte er Anna. - - Sie ist tot.

Eben. Der war doch kaum noch bei Sinnen.

Er hat's zu mir gesagt, ich hab's doch gehört.

Dass Scherf jetzt umgebracht wurde,

hat auf jeden Fall was mit damals zu tun.

Vielleicht.

Vielleicht aber auch nicht.

- Wer ist denn Anna? - - Anna war seine Freundin.

Anna Ventura. Hat als Escort gearbeitet.

Vor elf Jahren hat er sie aus Eifersucht erschlagen.

- Hat er dafür eingesessen? - - Ja. Zehn Jahre wegen Totschlag.

Er ist erst vor drei Wochen wieder entlassen worden.

Laura, das sind die Bewegungsdaten von seinem Handy.

Sind nicht auf Meter genau,

aber es gibt ein paar Orte in der Stadt,

in deren Radius er sich regelmäßig aufgehalten hat.

- Alex! - - Wir übernehmen das.

Ihr schaut in der Zwischenzeit in Annas Akte,

ob da vielleicht ein Hinweis ist, den wir brauchen können.

* angespannte Musik *

Hey.

Ich muss das tun.

* gespannte Musik *

Also den Funkdatenzellen nach,

hat er sich im Umkreis von 40 Metern bewegt.

Was siehst du?

Im Prinzip das Gleiche wie an den anderen Plätzen zuvor auch.

Kaffeehaus, Apotheke, Trafik, Straßenbahnstation.

Was noch?

Lebensmittelgeschäft, und da vorn ist ein Würschtlstandl.

Irgendwas Auffälliges?

Alex, hier ist überhaupt nichts Auffälliges, gar nichts.

Keine Ahnung, warum sich Scherf hier rumgetrieben hat.

Was hat er hier gemacht? Was wollte er hier?

Komm, ich muss nachdenken. Lass uns Kaffee trinken.

Nicht schon wieder Kaffee.

* Gesprächsfetzen, angespannte Musik *

Wenn du reden willst, dann ...

Worüber?

Na ja, über Scherf, Anna.

Scherf und Anna waren ein Paar.

Er hat sie umgebracht, aus Eifersucht.

- Zwei Franziskaner, die Herren. - - Herzlichen Dank.

Also hast du in dem Fall ermittelt, ja?

Nein, das hab ich nicht.

Ich habe mich für befangen erklärt.

Du hast dich selbst für befangen erklärt?

In Österreich geht das nur so.

Die Ermittlungen waren ohnehin schnell vorbei.

Warum?

Scherf hat die Tat gleich gestanden.

Tss ...

Es schmeckt alles gleich.

Was?

Ja, die Kaffees.

Marokkaner, Franziskaner, Brauner, Mokka.

Wie sie alle heißen, schmecken alle gleich.

- Du hast recht. - - Was?

Alle gleich.

Was hatten die drei Orte, wo wir heute waren, gemeinsam?

Kaffeehäuser?

Wenn in allen drei Kaffeehäusern

die Kaffeeröstung und Kaffeemischung die Gleiche war ...

.. heißt das was?

- Dass die alle drei zusammengehören? - - Richtig.

* aufgeregte Musik *

Dann hat Scherf was in den Kaffeehäusern gesucht.

Irgendwas oder irgendwen.

Alle drei Cafés liegen im Radius von Scherfs Bewegungsdaten.

Dann gibt's noch zwei Gemeinsamkeiten.

Alle drei Kaffees gehören Sophia Wallenberg.

Die Wallenberg

besitzt mehrere Kaffeehäuser in der Stadt.

Die hat in den letzten Jahren einen rasanten Aufstieg hingelegt.

Ist gefühlt auf jeder Titelseite.

Der alte Wallenberg hat ja alles verspekuliert und war bankrott.

Seiner Tochter ist es gelungen,

die Lokale zurückzukaufen und sogar die Kette zu vergrößern.

Und die dritte Gemeinsamkeit?

Alle drei haben denselben Geschäftsführer.

* ruhige Klaviermusik: "Love Isn't A Right" von Molly Drake *

* Verkehrsrauschen *

♪ Love isn't a right, it's got to be earned.

♪ Love isn't a right that's got to be learned.

♪ Maybe you spent your natural life.

♪ Loving husband or loving wife.

* Gesprächsfetzen *

Äh. Entschuldigung?

Wir suchen Ihre Chefin, wo finden wir die denn?

Natürlich, wenn Sie mir bitte folgen würden.

Ein ziemlich schickes Café.

- Servus. - * Gläserscheppern *

- Bitte schön, die Herrschaften. - - Danke.

- Frau Wallenberg? - - Entiendo, está bien.

- Sí? - - Telefoniert.

Sí, te hablara. Hasta la próxima.

Herr Haller, Verzeihung, leider bin ich gezwungen,

mich nach den Siesta-Gewohnheiten

meiner südamerikanischen Geschäftspartner zu richten.

Ah, die Siesta-Gewohnheiten, natürlich.

Ich fürchte, Sie sind umsonst hergekommen.

Ich pflege keinen Umgang mit verurteilten Mördern.

Davon bin ich auch nicht ausgegangen.

Warum haben Sie dennoch den Weg auf sich genommen?

Das scheint mir kompliziert in Ihrer Lage.

Keine Sorge, mein Mitarbeiter kümmert sich liebevoll um mich.

Sehr reizend.

Patrick, bringen Sie bitte einen Stuhl für Herrn ...

- Falk, Niko Falk. - - Freut mich.

Darf ich Ihnen was zu trinken anbieten?

- Nein, danke. - - Aber für mich.

Einfach 'nen einfachen Espresso.

Auch wenn Sie ihn nicht persönlich kannten, warum, glauben Sie,

hat der Scherf Ihre Kaffeehäuser aufgesucht?

Herr Haller, Sie wirken auf mich wie ein gebildeter Mann.

Und Ihrem Dialekt nach zu urteilen, sind Sie ein Kind dieser Stadt.

A woschechter Weana.

Dann wissen Sie bestimmt,

was Stefan Zweig über das Kaffeehaus geschrieben hat.

Das Wiener Kaffeehaus stellt eine Institution der besonderen Art dar,

die mit keiner anderen auf dieser Welt vergleichbar ist.

- Richtig. - - Klugscheißer.

Vielleicht hat der Scherf einfach nur eine Pause einlegen wollen,

um sein Leben zu genießen.

- Frau Wallenberg. - - Sophia.

Sophia, ich habe mich vielleicht missverständlich ausgedrückt.

Warum, glauben Sie,

hat der Scherf gerade Ihre drei Kaffeehäuser aufgesucht?

Sagt Ihnen der Name Harald Nusser etwas?

Ein Mitarbeiter von mir, ja. Was ist mit Harald Nusser?

Wir hätten ihn gern gesprochen.

Dann müssen Sie jetzt ins Café Zither gehen, glaube ich.

- Da müsste er jetzt sein. - - Danke schön.

Oh, super.

- Hat mich sehr gefreut. - - Wiedersehen.

* genussvolles Brummen *

Wiedersehen.

Toller Espresso. Hat mich sehr gefreut.

* Stimmengewirr, ruhige Klaviermusik *

- Und? Findest du sie attraktiv? - - Wen?

- Die Wallenberg? - - Ja.

Deine Stimmfrequenz ändert sich,

wenn du eine Frau anziehend und attraktiv findest.

Das ist nicht nur bei dir so, sondern bei allen.

Bei den meisten. Aber bei dir ganz besonders.

* kecke Musik *

Okay, ja, sie ist attraktiv.

* Schlüsselklappern, Motor startet. *

* sanfte Klaviermusik *

* Stimmengewirr *

Äh, Entschuldigung?

Na bravo. Komm, wir gehen vor.

Grüß Gott. Ich hätt gern Harald Nusser gesprochen.

Der Chef ist im Lager. Und du bist?

- Alexander Haller. - - Hallo, Alexander Haller.

Und du passt auf, dass ihm keiner eine Grimasse schneidet?

Das mach ich schon lieber selbst.

Wo ist denn das Lager?

- Gleich dort runter. - - Danke dir.

Da kommen jetzt ein paar Treppen.

Unten ist es stockfinster. Da siehst du besser als ich.

* Zungenschnalzen *

Herr Nusser? Herr Nusser?

Alex, das schaffst du alleine, ja? Ich kümmer mich um die Barista.

Schon klar.

* tapsende Musik *

Herr Nusser?

Herr Nusser?

Wer will das wissen?

Mein Name ist Alexander Haller. Ich hätt gern mit Ihnen gesprochen.

- Was? Ich versteh Sie nicht. - - Wo sind Sie?

Ja, kommen S' her!

Frau Wallenberg hat mich an Sie verwiesen.

Hallo?

Was will sie denn, unsere Sophia?

M-m. Nein, tut mir leid.

Vielleicht kann ich dir mit einem Kaffee weiterhelfen.

Ach, bloß keinen Kaffee mehr.

Aber kann ich so einen Saft bekommen? Einen frischen?

- Ja. - - Danke.

Tut mir leid, Herr Haller,

aber ich kann mich an den Mann nicht erinnern.

- Sind Sie sicher? - - Ja.

Wissen Sie, wie viele Gäste mir jeden Tag über den Weg laufen?

- Darf ich? - - Bitte.

Da.

Riechen S' einmal.

Mh. Äthiopien?

Beeindruckend.

Vielleicht wollen Sie ja meinen Job übernehmen.

Arbeiten Sie gern für die Wallenberg?

Solang sie mir nicht auf die Nerven geht.

Aber nicht mehr lange.

Wieso?

Dann bin ich nur noch auf meinem Segelboot.

Für das mach ich alles.

Haben Sie gewusst, dass man von Wien aus

- bis zum Schwarzen Meer tuckern kann? - - Klar, ja.

Herrlich ist das, sag ich Ihnen.

- Danke. - - Du bist nicht von hier, oder?

Was genau hat mich jetzt verraten?

Warte, warte, warte. Ich weiß es, ich komm drauf.

Klar, der Saft.

- Ich bin übrigens Niko, aus Berlin. - - Viktoria, hallo.

Freut mich, Viktoria.

Und er? Ist er dein Chef?

- Hellseherin? - - Nein.

- Bloß wahnsinnig einfühlsam. - - Mhm.

* Sie lacht. *

Wenn Sie noch irgendwas brauchen, egal, was ...

- .. hier, meine Karte. - - Danke.

Geht aufs Haus für die beiden, ja? - Mhm.

- Darf's für dich noch was sein? - - Nein, danke.

- Niko, wir müssen los. - - Pff.

* gespannte Musik *

Wonach riecht's hier? Lack? Farbe?

Ach das, die machen die Bürotür neu, wegen des Einbruchs.

Wegen des Einbruchs?

Moment, seid ihr beide nicht deswegen hier?

Im Café Zither ist vorgestern

im Büro des Geschäftsführers eingebrochen worden.

Aber es wurde nichts der Polizei gemeldet.

Ich hab im zuständigen Revier nachgefragt,

aber die wussten von nichts.

Warum will der Nusser das nicht anzeigen?

Ja, und vor allem, was ist überhaupt gestohlen worden?

War's der Scherf?

Gibt's eine Verbindung zwischen den beiden?

Habt ihr noch mal in der Akte von Anna Ventura nachgeschaut?

Ja, da steht nichts drin, was uns weiterhilft.

Die Ermittlungen hat der Bollinger geführt.

Bollinger?

Klaus Bollinger, damaliger Chefinspektor.

Ich kenn ihn gut.

Der ist seit seiner Verletzung in Frühpension,

aber ich hab seinen Kontakt, wenn du mit ihm reden magst.

Ich weiß, wo er zu finden ist.

So, Herrschaften.

* lautes Stimmengewirr *

Nicht so schnell, Klausi.

Macht dir nix draus. Pech im Spiel, Glück in der Liebe.

Ja, schön wär's.

- Alex? - - Bolli.

Das gibt's doch nicht. * Lachen *

Martin Scherf ...

* Geschirrklappern *

Kann mich noch gut an den Fall Anna Ventura erinnern.

Und jetzt das.

Martin Scherf war ein guter Polizist.

Trotz alledem.

Ein Hitzkopf. Ja.

Aber das war damals alles ...

.. bissl merkwürdig.

Es gab ja da noch ein paar Ungereimtheiten.

Ah ...

Ungereimtheiten?

An der Leiche der Frau ...

.. wurden nie irgendwelche DNA-Spuren von Scherf gefunden.

Ein Zeuge hat ausgesagt,

er hätte ihn zum Tatzeitpunkt am anderen Ende der Stadt gesehen.

Aber der Zeuge war alkoholisiert, das war dann nicht verwertbar.

Und dann hat er gestanden.

Dem Gericht hat das Geständnis gereicht

und der Fall war abgeschlossen.

* Handy vibriert. * "Laura Janda ruft an."

* Handy vibriert. * "Laura Janda ruft an."

Ist dir bei den Ermittlungen damals

der Name Harald Nusser untergekommen?

Laura, ich bin's, Niko, Alex kann grad nicht.

Nee.

Ist ein Puzzlestein, vielleicht aber auch eine Sackgasse.

Wenn ich mehr tun kann ...

Okay, ja, fahren wir hin. Alles klar. Danke dir.

.. lass es mich wissen.

Das weiß ich sehr zu schätzen.

Scherf hat wohl kurz vor seinem Tod

einen Brief per Einschreiben losgeschickt,

an eine Adresse am Stadtrand.

- Wir sollen mal hinfahren. - - Gut.

Meld dich jederzeit, Alex.

Kommst einmal vorbei auf eine Runde Schnapsen.

- * Lachen * - Ich seh leider nichts.

- Entschuldige. - - Kein Problem.

Bis bald.

- Lass es dir gut gehen. - - Du auch, mein Lieber.

* entferntes Stimmengewirr *

Wie viel hast du damals mitbekommen?

Was?

Von den Ermittlungen im Fall Scherf.

Wusstest du von den Ungereimtheiten, von der fehlenden DNA?

Davon wusste ich nichts.

Hast du jemals daran gezweifelt,

dass dein Freund ein Mörder sein soll?

* Hundegebell *

Wolltest du's nicht wissen? Oder war's dir egal?

Es gab ein Geständnis.

Warum sollte jemand einen Mord gestehen,

den er nicht begangen hat? Warum?

Ganz ruhig.

Ich will nur helfen.

Weißt du, wie du mir am meisten helfen würdest?

Wenn du einfach nur das tust, wofür ich dich bezahle.

* Fahrradklingel *

Alles klar.

* Vogelzwitschern *

* Rattern *

* Piepsen *

* Türöffner surrt. *

- Yara Meyer? - - Ja?

Guten Tag, mein Name ist Alexander Haller.

Hallo.

- Wir ermitteln für die Polizei. - - Ähm, worum geht's denn?

Martin Scherf ist letzte Nacht ermordet worden.

Sie kannten Martin Scherf besser?

Ich ... kannte Martin nur durch Anna.

Anna und ich waren befreundet.

Wir sind damals zusammen nach Wien gekommen.

Aber irgendwann sind wir immer mehr auseinandergedriftet.

Das war, als sie angefangen hat, im Escort zu arbeiten.

Wie kam denn Anna zum Escort?

Anna, ähm, sie hatte ganz schnell viele Bekannte hier in Wien.

Ja, und einer davon war Gerry.

Der hat sie da reingezogen.

Gerry ...

- Hat dieser Gerry einen Nachnamen? - - Ähm ...

Gerry Donau, aber ich glaub nicht, dass das sein Nachname ist.

Glaub ich auch nicht.

Na ja, also auf jeden Fall

hat er sie damals für seinen Escortservice rekrutiert.

Er hat ihr schnelles Geld versprochen.

Hat es dieser Gerry auch bei Ihnen probiert?

Er wollte nur Anna.

Ich war eben nicht Gerrys Typ.

Ironie des Schicksals, würd ich sagen.

Martin Scherf hat Ihnen angeblich kurz vor seinem Tod

einen Brief geschrieben.

Können wir den sehen?

Der Brief war nicht für mich gedacht.

Sondern?

Der Brief ist für Luna.

Luna?

* gespannte Musik *

Martins Tochter.

Also sein und Annas Kind.

Martin hat eine Tochter?

* angespannte Musik *

Also, als Anna starb, war ... war Luna noch ein Baby.

Anna und Scherf waren zu dem Zeitpunkt schon getrennt und ...

.. Anna hatte wieder angefangen, im Escort zu arbeiten,

was sie Scherf nicht gesagt hatte.

Und Luna ist dann ins Heim gesteckt worden.

Ja, ich ...

Ich hab immer schon versucht, mich um sie zu kümmern, aber ...

- Unser Ball! - Nein!

Doch! Gib her!

.. ist nicht so einfach.

Luna ist ...

Die verlangt einem viel ab.

* gespannte Musik *

Und wo finden wir Luna jetzt?

Wieso wusstest du eigentlich nicht, dass Scherf eine Tochter hatte?

* gespannte Musik *

Luna?

Luna!

Wer will das wissen?

"Du musst sie beschützen."

Wer das wissen will!

Hallo, mein Name ist Alexander Haller.

Das ist mein Assistent Niko Falk.

Yara sagte uns, dass du einen Brief von deinem Vater bekommen hast.

Können wir uns da unterhalten?

Was interessiert es euch, was mein Vater mir schreibt?

Komm, spiel'ma weiter!

* entfernter Verkehrslärm *

Dein Vater ist letzte Nacht ermordet worden.

Es tut mir sehr leid.

Mir nicht.

Was ist jetzt? - Dann gib den Ball ab!

- Ah! - Verpisst euch!

Oida, du spinnst doch!

Du ehrlose Bitch!

Geht man heutzutage so mit seinen Freunden um, ja?

- Das sind nicht meine Freunde. - - Verstehe.

In dem Brief stehen vielleicht Dinge, die uns helfen könnten,

den Mörder deines Vaters zu finden.

Können wir den Brief vielleicht anschauen?

Okay.

Ich sag euch was.

Wenn du einen Wurf triffst, verrat ich euch, wo der Brief ist.

Pass mal auf, kleines Mädchen.

Schluss mit lustig. Es geht um deinen toten Vater.

Ein Grund mehr, sich anzustrengen. Also?

Okay.

Keine Ausrede, wenn der Blinde trifft.

Ehrenwort.

Deal.

Okay, Alex. Distanz sind circa sechs Meter.

Korbhöhe etwa drei.

Versenk ihn.

* spannungsgeladene Musik, entferntes Kindergeschrei *

* Hundegebell *

* Musik verklingt. *

* Knarzen *

* gespannte Musik *

Da staunst du, was, Micky Maus?

Also, wo ist der Brief?

Warum sollt ich euch helfen, den Mörder zu finden?

Das Schwein hat meine Mutter umgebracht.

Vielleicht wurden Fehler gemacht.

Was soll das heißen?

Auch, wenn dein Vater damals gestanden hat,

wir wissen heute nicht, was damals passierte.

Niko, bitte halt dich zurück.

Erst erzählt ihr mir mein ganzes Leben,

dass das Schwein meine Mutter umgebracht hat.

Und jetzt stimmt das gar nicht.

Ich glaub euch kein Wort.

Überleg doch, was du dem Kind sagst. Ey, Luna!

Wir haben eine Verabredung. Also, wo ist der Brief?

* gespannte Musik *

Was ist drinnen?

Das ist 'ne Vollmacht.

* Scheppern *

* gespannte Musik *

- Ja, servus. - - "Hallo?"

- Der Donau-Gerry ist eine Sackgasse. - - Ja.

"Das ist einer von vielen damals im Rotlichtmilieu."

"Aber die Spur verliert sich vor circa zehn Jahren."

- Danke. - - "Bitte, gern."

Vorsicht, Drehtüre.

* gespannte Musik *

Hallo.

Grüß Gott. Kann ich Ihnen helfen?

Wir bräuchten Zugang zu Ihren Schließfächern, bitte.

* spannungsgeladene Musik *

*

Bitte schön.

- Was ... - - Dein Name steht auf der Vollmacht.

Und?

Das Gesetz sieht vor, dass du als Erste hineinschaust.

* tiefes Ausatmen *

Was ist es?

Geld.

Und ...

.. Bilder.

Von mir.

* gespannte Musik *

Ähm ...

Was ist?

Da steht dein Name drauf.

- - Eine Erpressungsmasche. - - Sieht ganz danach aus.

- Ach ... - - Erkennst du die Männer?

Kenn ich nicht, aber Lassmann wird das überprüfen, ne?

Gut, wir wissen jetzt, was Scherf aus dem Safe gestohlen hat

und warum Nusser keine Polizei wollte.

Was ist mit den Videos?

Schau'ma's uns an.

* leise Gesprächsfetzen, entferntes Telefonklingeln *

Warum schickt er mir das ganze Zeug und will dann aber,

dass nur Alex es sich ansieht?

Gute Frage.

Vielleicht wollte er euch einfach nur zusammenbringen.

Was, glaubst du, ist auf den Videos?

Abwarten.

Findest du es nicht eigentlich peinlich,

dass du auf mich aufpassen musst

und nicht bei den Erwachsenen sein darfst?

Nee. Irgendwer muss ja auf die Kinder aufpassen.

Okay, Mr Mitarbeiter des Monats,

dann führ doch mal meinen Befehl aus und hol mir was zu trinken.

Was? Ich würd's ja selbst machen.

Aber dann besteht die Gefahr,

dass ich hier irgendwelche Staatsgeheimnisse aufdecke,

und das willst du dann sicher auch wieder nicht.

Oder?

* Ticken, kecke Musik *

Was darf's denn sein?

Caipirinha ... mit Eis.

Du kriegst 'ne Cola ... ohne Eis.

- Auch gut. - - Dacht ich mir doch.

* gespannte Musik *

Okay, wieder alter Bock, junge Frau.

* Kameraauslöser *

Jetzt haben sie Sex. Same, same.

Weiter.

Nächstes Band.

* Gesprächsfetzen *

Micky Maus?

* abwartende, tickende Musik *

Ach du Scheiße.

Was ist?

- Das ist Anna. - - Bist du sicher?

Ja.

Beschreib mir, was passiert.

- Ähm, gleiche Umgebung wie vorhin. - - Okay.

Jetzt zieht sie sich aus.

Jetzt verschwinden sie im Bad. Jetzt seh ich sie grad nicht.

- Hast du ihn erkannt? - - M-m.

Jetzt kommt er wieder raus. Allein.

Der ist irgendwie aufgeregt.

Der wirkt panisch, würd ich sagen.

- Irgendwas ist passiert. - - Wo ist Anna?

Ich spul jetzt mal vor, warte.

* gespannte Musik *

Fuck.

Er zieht Anna aus dem Bad.

Sie ist nackt, sie bewegt sich nicht.

Ihr Körper ist ganz schlaff.

Die ist tot.

Scherf war's nicht.

Lassmann muss rausfinden, wer dieser Mann ist.

Das hat absolute Priorität.

Luna, was machst du da? - Ist das ...

Gehst du bitte raus? Kommst du? Komm, komm, komm.

Gehst du bitte raus?

* schnelles Atmen *

"Lass sie nicht hinschauen."

* dramatische Musik *

* Kurzes Klingeln, Musik verklingt. *

* Rattern *

Du hättest das Mädchen nicht aus den Augen lassen dürfen.

* Quietschen, Knarzen *

Warum hast du dich damals für befangen erklärt?

Was macht es für einen Unterschied?

Es macht einen Riesenunterschied. Also, warum?

Weil ich befangen war. Er hat ein Geständnis abgelegt.

Herrgott noch mal, meine Berufserfahrung erklärt,

zu welchen Grausamkeiten Menschen fähig sind.

Jeder von uns!

Glaubst du, du hättest anders gehandelt?

Glaubst du's wirklich?

Ja.

Weil Freunde füreinander da sind, wann auch immer.

Egal, was passiert.

Grüß Gott, Herr Haller.

* schwermütige Musik *

* Schlüsselrasseln *

* sanfte Klaviermusik, Hundegebell *

* Vogelzwitschern, Krähenschreie *

* entferntes Stimmengewirr *

Warum nicht im Beisl?

Ich wollte ein bisschen Frischluft schnappen.

Ich versteh nicht, wie ich mich so irren konnte.

Ich hätte mehr für ihn tun können.

Vergiss es. Ich war der leitende Ermittler an dem Fall.

Wenn, dann müsste ich mir Vorwürfe machen.

Aber was bringt's?

Hätte, hätte.

Im Nachhinein sagt man sich immer: "Hätte ich mal besser aufgepasst."

"Hätte ich mal die Waffe gesichert."

"Hätte ich mal auf Verstärkung gewartet."

Weißt du, wie oft ich mir das gesagt hab?

Ich versteh dich leider sehr gut.

Wir haben beide die gleiche Geschichte, Alex.

Und ich finde, du tust bereits das einzig Richtige,

indem du versuchst, Martins Mörder zu finden.

Ja.

Habt ihr denn da eigentlich mehr rausgefunden über diesen Nusser?

Wir arbeiten dran.

Er dürfte mit diesen Erpresservideos in Verbindung stehen.

Aber ich weiß nicht.

Habt ihr denn eine andere Spur?

- Erst mal nicht. - - Na dann.

Ein Blinder und ein Krüppel im Park.

Na komm, ich fahr dich heim.

Danke.

Ich hab rausfinden können, wer der Mann auf dem Video ist.

Alfred List.

Der war mal Stadtrat in den 90er-Jahren

und gern gesehener Gast in der Wiener High Society.

- Ist der Haftbefehl schon raus? - - List ist tot.

Der ist vor Jahren beim Reiten ums Leben gekommen.

- Beim Reiten? - - Ja, Genickbruch.

Das soll als Unfall eingestuft und zu den Akten gelegt worden sein.

Sagen wir mal, es war kein Reitunfall.

- Sondern? - - List ist erpresst worden.

Der Tod von Anna Ventura im Stundenhotel

hat ihm wahrscheinlich keine Ruhe gelassen.

Mich würde sehr wundern, wenn List nicht darüber nachgedacht hatte,

alles zu gestehen und die Erpresser zu verraten.

Deswegen musste er aus dem Weg geräumt werden.

Der Mörder von Martin Scherf und von List

ist höchstwahrscheinlich dieselbe Person.

Warum hat der Scherf den Mord an Anna auf sich genommen?

Wahrscheinlich, um Schlimmeres zu vermeiden.

Die Erpresser schienen ja vor nichts zurückzuschrecken.

Hat List Hinterbliebene?

Es gibt eine Witwe. Hannelore List.

Da fahren wir jetzt hin, gell, Lassmann?

Na ja, nicht grade das, was man von der Witwe eines Stadtrats erwartet.

Was uns fehlt, sind die Fingerabdrücke vom Nusser,

damit wir sie mit denen von den Sachen aus dem Safe

abgleichen können.

Nur dürfen wir uns die ja nicht besorgen.

Leider.

Ich kenn da wen, der das kann.

* kecke Musik *

"Ja, bitte schön?"

Ja, Frau List? Laura Janda spricht hier. Kriminalpolizei.

Wir ermitteln gerade in einem Fall. Könnten wir Sie kurz sprechen?

Es geht um Ihren verstorbenen Mann.

* ruhige Musik, Stimmengewirr *

* schelmische Musik *

Du schon wieder!

- * Sie lacht. * - Hey.

Hab dich gar nicht reinkommen sehen. Bekommst du was?

Ich hatte nur einen Kaffee. Ich wollt schnell zahlen.

Alles klar.

* gespannte Musik *

Kann ich deine Telefonnummer haben?

Okay.

- Wow, okay. - * Sie kichert. *

Darf ich?

Klar.

Hey, warte mal.

* unsichere Musik *

Die Nummer, Mann, ey.

* gespannte Musik *

Danke.

* Sie kichert. *

Alfi ...

.. war mein Fels in der Brandung.

Als der Herr ihn zu sich genommen hat,

konnte ich es nicht akzeptieren.

Es war schwer. In jeder Hinsicht. - Hat er Ihnen nichts hinterlassen?

Nichts - außer Schulden.

Alfi hat seine Geschäfte immer für sich behalten.

Ich hab das akzeptiert.

Jeder Mann hat schließlich seine Geheimnisse, nicht wahr?

Ja.

* Uhrticken, entferntes Hundegebell *

Noch zu Lebzeiten hat er sich von einigen Immobilien getrennt.

Aber spätestens, als er die Marie-Antoinette verkauft hat,

wusste ich, dass was nicht stimmt.

Entschuldigung, die Marie-Antoinette?

Sein geliebtes Segelboot.

Wussten Sie, was nicht stimmt?

Er hat es mir nie gesagt.

Hm.

Nachdem Alfred dann gestorben war,

haben seine Geschäftspartner sich auch noch den Rest

unter den Nagel gerissen.

Ich bin leer ausgegangen.

Aber wissen Sie, es ist alles eine Prüfung.

Hm.

Haben Sie vielleicht noch irgendwelche Unterlagen,

die seine Geschäfte dokumentieren?

Ich geh mal nachsehen. Sie haben Glück.

Ich hab alles aufbewahrt ... was von meinem Alfred übrig war.

Was ist das?

Erinnerungen einer trauernden Witwe.

Es steht da alles drin.

Seine Geschäfte, seine Immobilien, seine geliebte Marie-Antoinette.

- - Seine was? - - Sein Segelboot.

Musste er verkaufen.

- Ah. - - Was?

Ich erinnere mich an was, was Nusser mir erzählt hat,

im Lagerraum vom Café Zither.

- Kannst du bitte die Witwe anrufen? - - Warum?

Ja, bitte ruf sie an.

* Telefonklingeln *

* Telefonklingeln *

Ja, List?

"Frau List, ich bin's noch mal." - Haben Sie etwas vergessen?

"Ich hab nur noch eine Frage. Das Segelboot Ihres Mannes."

"Wissen Sie noch, an wen er das damals verkauft hat?"

Puh, wie hat der nur geheißen?

"Harald Nusser."

Hm? Nein.

"Harald Nusser."

Naa, das war ...

.. der Gerry.

- Gerry? - - Donau-Gerry?

"Das war einer der Kameraden meines Mannes."

"Ein feiner Kerl. Er hat einen wunderbaren Kranz ..."

Herzlichen Dank, Frau List.

Lassmann, du checkst sofort die Fingerabdrücke von Nusser.

- Hat er ja schon. - - Auch die verjährten?

Shit.

Harald Nusser und Donau-Gerry sind dieselbe Person.

Harald Nusser hat mir erzählt,

dass er mit einem Boot ans Schwarze Meer fahren will.

Was verbindet Wien mit dem Schwarzen Meer?

- Die Donau. - Donau-Gerry.

Gerry, alias Nusser, hat seinen reichen Freunden

die Frauen besorgt und sie heimlich beim Sex gefilmt.

Um sie dann damit zu erpressen.

Treffer, Harald German Nusser.

Hat ein Verfahren gehabt, 1998, wegen Menschenhandel.

Wurde aber nie verurteilt. - Den holen wir uns.

- Auf ins Zither. - - Wir fahren an seine Privatadresse.

Grüß Gott. Kriminalpolizei Wien.

Harald Nusser, wo finden wir den, bitte?

Der Chef ist nicht da. Heute ist Dienstag.

Dienstag ist Saunatag.

Ja. Alles klar.

Wir müssen ins Dampfbad in der Neusetzgasse.

Na bravo, da sind wir gerade dran vorbei.

* Quietschen, gespannte Musik *

Was sagte Laura genau, was wir machen sollen?

Wir sollen warten, bis sie mit Verstärkung nachkommt.

* Musik verklingt. *

* tapsende Musik, Plätschern *

Kannst du ihn irgendwo sehen?

Bei der Suppe ...

Kannst du ihn nicht irgendwie riechen oder irgendwas?

Ich riech nur Latschenkiefer und Eukalyptus.

Wir müssen an ihm dranbleiben.

Wir dürfen ihn nicht verlieren, bis Verstärkung kommt.

Ja, ist ja gut, Alex. Schalt echt mal einen Gang runter.

Tu einfach, was ich dir sage.

Okay, das ist so eine Art Rondell hier.

Außen rum führt so eine kleine Galerie.

Am besten ist, wir teilen uns auf. Ich geh linksrum.

* spannungsgeladene Musik *

* leises Gesprächsfetzen *

* Wasserrauschen *

* Wasserrauschen *

* Wasserrauschen *

* gespannte Musik, Schreie *

* schmerzerfüllte Schreie *

* Quietschen *

* Röcheln *

* gespannte Musik *

* Schniefen *

* Schreie *

- Hh! - - Ah!

* angestrengtes Stöhnen, gespannte Musik *

* Schreie *

* Schreie *

* Röcheln, Stöhnen *

Ah!

Jetzt beruhigt euch mal, ja? So was kann passieren.

Er hat einfach keine Ahnung, worum's hier geht!

Du bist so ein arrogantes, überhebliches Arschloch!

Warum hast du ihn selber nicht festgehalten?

Weil ich blind bin.

Wenn ich sehen könnte, wär das nicht passiert.

Jetzt bist du plötzlich blind, sonst rettest du jeden, findest alles.

Aber jetzt bist du plötzlich blind, na klar. Mann, ey!

Du bist echt zu gar nichts zu gebrauchen.

* tiefes Durchatmen *

Dein Freund Scherf war wohl auch irgendwann nicht mehr zu gebrauchen.

Mach dir keine Sorgen. Scherf war mein Freund.

Im Gegensatz zu dir. Wir sind nie Freunde gewesen.

* Schlüsselrasseln *

Mach deinen Scheiß alleine.

* sentimentale Musik *

- Wir müssen sofort zur Wallenberg. - - Das kommt überhaupt nicht infrage.

Lassmann, bringst du mich bitte ins Café?

Nein, das tut er sicher nicht.

- - Wo gehst du hin? - - Ich komm schon allein zurecht.

Danke.

Ich hab dir gesagt, ich helf dir.

- Würdest du mich noch reinführen? - - Natürlich.

Danke.

* gespannte Musik, Gesprächsfetzen *

Das fühlt sich direkt so an, als würd ich wieder ermitteln.

Herr Haller.

Waren wir verabredet?

Wie ist Ihr Verhältnis zu Harald German Nusser?

Herr Haller, ich hab jetzt keine Zeit für Sie und Herrn ...

Bollinger. Klaus Bollinger. Freut mich.

Wie gut kennen Sie ihn, den Herrn Nusser?

Sie können hier nicht einfach ohne Termin auftauchen.

Wir suchen ihn als Verdächtigen im aktuellen Mordfall.

Nusser?

Also, dem kann man ja vieles vorwerfen,

aber mit Sicherheit nicht, dass er ein Mörder ist.

Wissen Sie, dass er vor der Anstellung bei Ihnen

ein Escortservice betrieben hat?

Und dass eine seiner Damen damals ums Leben kam?

Können wir das alleine besprechen?

- Ich wart draußen. - - Danke schön.

Ich wusste nichts von Haralds Vergangenheit,

als ich ihn eingestellt hab.

Er hat eine gute Arbeit gemacht,

also hab ich ihm mehr Verantwortung übertragen.

So einfach war das.

* Tür schließt. *

Außerdem mochte ich ihn einfach.

Er kam aus einer ganz anderen Welt.

Es hat immer Spaß mit ihm gemacht.

Irgendwann hat er mir dann erzählt, was er früher so gemacht hat.

* gespannte Musik *

Zuerst konnte ich das gar nicht glauben.

Und dann hab ich mir eingeredet, dass das doch alles so ...

.. okay ist und ... auch nur ein ganz normaler Job.

Ich dachte, er hätte dieses Kapitel seiner Geschichte

hinter sich gelassen.

Hat er das nicht?

Nicht gerade das,

was man von der Wiener Kaffeehauskönigin erwartet.

Ist mir ziemlich egal, was man von mir erwartet.

Ich spreche von dem Instantkaffee.

Wissen Sie, mein Vater hat diesen Kaffee immer so getrunken,

als wir sparen mussten.

Das ist der Geschmack meiner Kindheit.

Meinem Vater haben die Kaffeehäuser sehr viel bedeutet.

Und als er sie verloren hat, war das ein Schlag für ihn.

Und für die ganze Familie.

Dieser Geschmack erinnert mich daran, was es bedeutet, nichts zu haben.

Schöne Frau. Sehr bestimmt.

Ja. Sie hat zwar ihr Verhältnis mit Harald Nusser zugegeben,

aber was anderes hat sie verschwiegen.

Hm. Was könnte das sein? Was denkst du?

Ich weiß es nicht.

Danke, dass du mir hilfst.

Gerne.

* Schlüsselrasseln *

* Aufzugtür schließt. *

Hallo?

Hallo.

* Gespannte Musik steigert sich langsam. *

Bitte.

* Haller gießt sich Tee ein. *

- Du kanntest meinen Vater? - - Mhm. Sehr gut sogar.

Wie war er so?

Er hatte ein richtig großes Herz.

Und er war sicher der Verrücktere von uns beiden.

Er hat die Regeln sehr gerne infrage gestellt.

Darum hat er die Polizei auch verlassen, um Detektiv zu werden.

Und da ...

.. haben wir uns auch aus den Augen verloren.

Als deine Mutter ermordet wurde.

Ich wusste gar nicht, dass es dich gibt.

* sentimentale Musik *

Weißt du ... was das hier ist?

* gespannte Musik *

Das ist eine Medaille für besondere Tapferkeit im Dienste der Polizei.

Und das heißt?

Das heißt, dass dein Vater ein richtig guter Polizist war.

Und er wollte, dass du das auch weißt.

Aber ... warum hat er dann gelogen?

Warum hat er behauptet, meine Mutter getötet zu haben?

Ich denke, dass er das getan hat ...

.. um dich zu beschützen.

Das werden wir herausfinden.

Das versprech ich dir.

* gespannte Musik *

*

* Vogelzwitschern *

Eine ganze Stunde lässt du mich da warten?

* Schuss *

* Schüsse *

* unsichere Musik *

* ruhige Musik, Geschirrklappern *

Guten Morgen.

Vielleicht eine Tasse Tee? Oder sogar einen Kaffee?

Was mochte mein Vater lieber?

- Definitiv Kaffee. - - Dann Kaffee.

Gut.

Ich hab manchmal mit deinem Vater einen kleinen Fiaker getrunken.

Das war ganz lustig.

* Er lacht leise. *

Danke.

Wo ist eigentlich der andere?

Du meinst Niko?

Ist das nicht alles sein Job?

- Niko ist nicht mein Butler. - - Aber er arbeitet für dich.

Ja, das kann man sagen.

- - Seid ihr ein Paar? - - Nein, Gott bewahre.

Freunde?

Scheint ja kompliziert zu sein.

* nachdenkliche Musik, Kirchenglocken *

Hey.

- Danke. - - Gern.

Es war ein verdammt schöner Abend gestern.

Bist du dir sicher?

Du hast ... ein wenig abwesend gewirkt.

Mit den Gedanken woanders.

Oder vielleicht ... bei wem anders?

Die Geschichte mit deinem Vater macht mir mehr zu schaffen,

- als ich dachte. - - Weil ihr Freunde wart?

Ja.

Weil wir Freunde waren.

* Handy vibriert. * "Laura Janda ruft an."

Laura?

"Wir haben den Nusser tot im Wald gefunden."

Drei Schüsse, gleiches Kaliber wie beim Scherf.

- Was? - - Lassmann holt dich gleich ab.

Alles klar.

Was ist los?

Unser Hauptverdächtiger ist gerade tot im Wald gefunden worden.

Und das heißt?

Dass der Mörder deines Vaters immer noch auf freiem Fuß ist.

- Ich muss sofort zum Tatort. - - Ich komm mit.

Nein, du bleibst hier.

Du willst mich hier allein lassen? Oder rauswerfen?

- Eine 13-Jährige? - - Ach ...

Unbeaufsichtigt?

Bitte ruf Yara an, dass sie dich holt.

* schelmische Musik *

Bitte!

Hm ...

Ich muss mich anziehen.

* Handy klingelt. *

- Hm ... - - Vielleicht ist es wichtig?

* gespannte Musik *

- * Türklingeln * - Das muss Lassmann sein.

- Alexander, ist alles in Ordnung? - - Niko!

- Geht's dir gut? - - Ja, so weit.

Luna, was soll der Scheiß? Sag mal!

Ich lass euch zwei mal allein.

- Hat sie dich angerufen? - - Ja.

Nusser ist tot.

Lassmann wird gleich hier sein, um mich abzuholen.

- Ich muss sofort zum Tatort. - - Jungs.

Niko, wir sollten ...

* Türklingeln *

- Ich muss ... - - Du musst los.

Ich ... muss auch gehen.

Aber wenn du schon mal hier bist ...

Würd es dir was ausmachen, vielleicht auf sie aufzupassen?

* kecke Musik *

* gespannte Musik, Funkdurchsagen *

- Hey. - - Oh.

Pass auf. Ist ein bisschen matschig hier.

* Er lacht. * Ein Jogger hat ihn gefunden.

Wurde vermutlich gestern Abend erschossen.

Aus nächster Nähe. In seinem Wagen.

Das heißt, Nusser muss den Täter gekannt haben.

Luna ...

Es tut mir echt leid, das mit dem Video,

dass du das mit deiner Mutter mitanschauen musstest.

Das war meine Schuld.

Ist doch egal, wer schuld ist.

Und ich finde, Alex ist auch nicht schuld.

Nur weil sie Freunde waren, denkt Alex,

er hätte meinen Vater retten müssen.

Aber ...

.. was passiert ist, ist passiert.

Also ... hier sind Fußspuren.

Schuhabdrücke.

Die sind ungefähr zwei, drei Meter ...

.. von der Autotür entfernt.

* gespannte Musik *

Nusser hat den Täter nicht nur gekannt,

er hat sogar auf ihn gewartet.

Nur deshalb konnte ...

.. der Mörder sich Nusser nähern,

ohne dass dieser Angst gehabt hätte oder weggelaufen wäre.

Der Regen hat die Schuhabdrücke ausgespült.

Aber man kann erkennen, dass es sich um verschiedene Profile handelt.

Also mindestens zwei Täter.

Lassmann hat sich durch die Akten gearbeitet und er hat was gefunden.

* Quietschen *

So.

Wow.

Danke. Also.

Der Alfred List besaß mehrere Immobilien,

die er vor seinem Tod Stück für Stück veräußert hat.

Und durch ein kompliziertes System von Briefkastenfirmen

gelangten die am Ende alle in den Besitz einer einzigen Person.

- Harald Nusser. - - Falsch.

- Falsch? - - Zumindest nicht ganz richtig.

Also ja, der List hat die Immobilien zunächst an den Nusser verkauft,

aber der hat sie wieder an wen anders weiterverkauft.

- Sophie Wallenberg. - - Mhm.

Lass mich raten.

Bei den Immobilien handelt es sich um Kaffeehäuser,

- in denen Nusser Geschäftsführer war. - - Bingo.

Donau-Gerry, also Harald Nusser, und Sophie haben zusammengearbeitet.

Sie hatte die Kontakte in die High Society

und er hat die Escortmädchen besorgt.

Und so einflussreiche Typen wie der List wurden beim Sex gefilmt

und mit den Aufnahmen erpresst.

Und Scherf wurde wie damals schon zum Problem für sie.

Aber warum musste der Komplize Harald Nusser sterben?

Wann seht ihr Wallenberg?

Jetzt, wir fahren zu ihr ins Café. Kommst mit?

Wir treffen uns dort, ich muss noch einen Abstecher machen.

- Abstecher? - - Abstecher.

* gespannte Musik *

Die Medaille ist von deinem Vater.

Ich war mein Leben lang so wütend auf ihn.

Weißt du?

Und dabei kannte ich ihn gar nicht.

* Räuspern *

Ich kannte meinen Vater auch nicht wirklich.

Meine Mutter ist damals in einer Nacht-und-Nebel-Aktion

einfach mit mir auf und davon, und ...

.. meinen Vater hab ich nie wieder gesehen.

Ich weiß also wie es ist, wenn man schnell erwachsen werden muss.

Aber glaub mir eins, irgendwann wirst du davon profitieren.

Wie denn?

Schau, das Leben ... ist manchmal ein richtiges Arschloch.

Es ist hart, gemein und unfair.

Und die Menschen haben dann Angst.

Aber du nicht, weil du es schon erlebt hast. Verstehst du?

Ich glaub schon.

* Seufzen *

Alex meinte, er hätte auch so eine.

Ach ja?

* gespannte Musik *

Alex!

Klaus ... wir müssen reden.

Na klar.

* Stimmengewirr *

* Tür schließt. *

Wallenberg, eine Mörderin?

Dafür gibt's Beweise?

Du willst mir nicht sagen, welche.

Ich weiß nicht, ob ich dir noch trauen kann, Klaus.

Was? Wie kommst du denn darauf, Alex?

Warum hast du mich angelogen?

Dieses Zusammentreffen letztens mit der Wallenberg,

das war nicht das erste Mal.

Du kennst sie schon länger.

Deine ... Stimme hat dich verraten.

* Seufzen *

Ja.

Ja, ich kenn sie.

Ich kenn sie schon eine ganze Weile.

Ich pass ab und zu ein bisschen auf sie auf.

Na, nix Großes.

Personenschutz, Geschäftsessen, so Sachen.

Ich wollte dir nichts vormachen, Alex.

Ich kann mir einfach nicht vorstellen,

dass sie hiermit wirklich was zu tun hat.

Doch nicht Sophia.

Du magst sie wirklich sehr, oder?

* sentimentale Musik *

Als ich sie das erste Mal gesehen habe, da dachte ich ...

.. die ist was ganz Besonderes.

Die musst du beschützen.

Mein Gott, ich kenn sie jetzt seit 20 Jahren.

Bist du dir wirklich sicher?

Es tut mir leid, Klaus. Es ist eindeutig.

Du als Polizist musst doch am besten wissen,

wozu der Mensch imstande ist.

Boah ... pff ...

So eine Scheiße.

Warum hab ich das denn nicht gesehen?

* sanft klimpernde Musik *

Vielleicht gab's ja auch was ...

.. was ich da nicht sehen wollte.

- Verstehst du, was ich meine? - - Mhm.

Komm, ich bring dich zu ihr.

Das bin ich dir schuldig.

* tiefes Durchatmen *

* gespannte Musik *

* Schlüsselrasseln *

In dieser Kiste ...

.. bewahrt Alex alles Wichtige von früher auf,

als er noch Polizist war.

Ihr müsst ja echt gut befreundet sein,

wenn du weißt, wo er seinen alten Kram versteckt.

Stimmt.

Ha! Hab ich's doch gewusst, dass ich das schon mal gesehen hab.

Yes.

* spannungsgeladene Musik *

Schau mal.

Das ist dein Vater.

- Moment. - - Was?

Dieser Mann.

Tss. Das ist Alex.

Nein. Dieser Mann.

- Den, den hab ich schon mal gesehen. - - Das ist Bollinger.

- Woher kennst du Bollinger? - - Von früher.

Da war ich noch klein ...

.. und hab die Wochenenden manchmal bei Yara verbracht.

Da stand dieser Mann vor der Tür.

Ich weiß nicht mehr, was sie redeten.

Aber ich weiß noch, dass Yara ganz arg gezittert hat.

* bedrohliche Musik *

Das war der Mann.

Sie musste zusehen, wie ihre Eltern alles verloren haben.

Das hat sie verfolgt.

Aber sie hat sich wieder nach oben gekämpft.

Aber nicht ohne dabei über Leichen zu gehen.

Die größte Angst der Reichen ...

- Ist die Armut. - - .. ist die Armut. Richtig.

Wo hast du sie eigentlich kennengelernt?

Als junger Polizist hab ich morgens immer

meinen Kaffee bei ihr getrunken.

Sophia hatte damals nur ein kleines Lokal,

in dem sie sich noch selber um alles gekümmert hat.

Aha.

Hattest du damals auch schon eine Ente in der Tasche?

- Was? - - Na, dieses Quietschen.

Ah so.

Das ist mein orthopädischer Schuh für mein kaputtes Bein.

Ist eine Spezialanfertigung.

Die Sohle quietscht manchmal ein bisschen.

* tiefes Durchatmen *

Das heißt ...

.. du trägst zwei verschiedene Schuhe?

Das muss ich.

* unsichere Musik * Äh ...

* Handy vibriert. * "Nikolai Falk ruft an."

* Handy vibriert. * "Nikolai Falk ruft an."

- Niko? Hallo. - - "Alex, kannst du ..."

Was?

Ich hab so eine wahnsinnig schlechte Verbindung. Niko?

Es tut mir leid.

Ja.

Alex!

Fuck, Mann!

Ruf Laura Janda an. Laura ... Janda!

Du hast damals alles verschwinden lassen,

was seine Unschuld bewiesen hätte.

DNA-Tests, Zeugenaussagen.

Aber warum Scherf?

Jetzt enttäuschst du mich, Alex.

Anna Venturas Partner, damit war er automatisch verdächtig.

Niemand zweifelt am Totschlag aus Eifersucht, niemand.

Nicht einmal du.

Und dann hast du ihn bedroht in seiner U-Haft.

Dass du seiner Tochter was antust, wenn er nicht mitspielt.

Dann aber kam er frei.

Er hat das Video gefunden, was seine Unschuld bewiesen hätte.

Hätte Nusser, dieser Trottel, das Video vernichtet,

hätt's nie so weit kommen müssen.

Hat er aber nicht.

Weil er euch nicht getraut hat.

Warum hast du Nusser umgebracht? Weil er zum Risiko wurde?

* gespannte Musik *

Oder aus Eifersucht?

Laura, ich bin's.

Bollinger hat was mit der Sache zu tun.

- "Inwiefern?" - - Wo ist Alex?

"Wir warten grad im Imperia auf ihn."

Die Wallenberg ist weg.

Laut Mitarbeiter ist sie vor einer halben Stunde

zum Gestüt aufgebrochen. - Gestüt?

"Ein kleiner Betrieb südwestlich von da."

Was war noch mal mit Alfred List? - Genickbruch.

Reitunfall. - Ah.

"Ähm, Niko?"

Schick mir die Adresse, ich bin schon am Weg.

Fuck.

* Wiehern *

Wo sind wir?

Hier treffen wir Sophia.

Das wolltest du doch.

* spannungsgeladene Musik *

So, von hier an geht's zu Fuß weiter.

Steig bitte aus.

Den Stock werd ich in der Gegend nicht brauchen, oder?

Nee, den brauchst du hier nicht.

Kommst du?

Sophia hat dich nach Annas Tod um Hilfe gebeten.

Wohlwissend, dass du bereit bist, alles für sie zu tun.

Als Polizist bist du auch in der Lage, einen Mord zu vertuschen.

Und somit sie und Nusser zu schützen.

Das Einzige, was sie tun musste, war, dir ihr Herz zu versprechen.

Und bei diesen leeren Versprechungen ist es auch geblieben.

Denn ihr Herz hat sie längst einem anderen geschenkt.

Das weißt du auch.

* gespannte Musik *

* Wiehern, Bollinger atmet schwer. *

* Pferd schnaubt. *

* Schnauben, Wiehern *

* Wiehern *

Was soll das? - Es geht nicht anders.

Er weiß alles und er wird nicht lockerlassen.

Für ihn ist es was Persönliches.

Nicht wahr?

Ist das die Waffe, mit der du Nusser erschossen hast?

Gab's denn gar keine Möglichkeit, ihn laufen zu lassen?

Sei doch mal ruhig jetzt!

Du hast gesagt, es war ein Unfall.

Nusser wär ihnen früher oder später ins Netz gegangen.

Der hätte gequatscht.

Du hast ihn nur umgebracht, weil du ihn immer schon loswerden wolltest.

Merkst du das nicht?

Der versucht, einen Keil zwischen uns zu treiben.

Uns?

Es gibt kein "Uns", Klaus.

* unheilvolle Musik *

Es gibt kein "Uns".

Gerry war vielleicht ein elender Schürzenjäger.

Du weißt, dass das Blödsinn ist.

Aber er war wenigstens ein richtiger Kerl.

Nicht so ein ...

.. Schwächling wie du.

Aber die Drecksarbeit darf ich machen.

Dafür bin ich gut genug.

Dafür reich ich dir.

Behandel mich nicht so. Behandel mich nicht ...

- Ah! - - Ha!

* Wiehern *

* Stöhnen, Schreie *

* spannungsgeladene Musik *

Luna, setz dich ins Auto.

Setz dich jetzt ins Auto und verriegle die Tür.

* gespannte Musik *

* Schuss *

Wo ist er hin?

Wo er hin ist!

* hektisches Atmen *

* Knacksen *

Alex?

* hektisches Atmen *

Alex!

Ich bitte dich, mach's dir doch nicht unnötig schwer.

* Sophie stöhnt gequält. *

Scheiße! Scheiße! - Du Idiot!

Es tut mir leid, Sophia. - Du hast mich getroffen!

Was schleichst du durch den Wald? Warum wartest du nicht da vorn?

Trottel! Ah! - Scheiße!

Was schleicht s' hier rum, die blöde Kuh?

Jetzt krieg ich dich, Alex.

* bedrohliche Musik, schweres Atmen *

Ah! Ah!

* Stöhnen *

* Schrei *

* Röcheln *

* Stöhnen *

* spannungsgeladene Musik *

* Schrei *

* Stöhnen *

* Gespannte Musik, Alex stöhnt. *

Alex. Fuck!

Er hat mich getroffen. Ich glaub, es ist ein Durchschuss.

Okay. Ich hab dich.

Alex, dich kann man keine fünf Sekunden aus den Augen lassen.

* spannungsgeladene Musik *

* Vogelzwitschern, Krähenschreie *

*

Tschüss, Mama. Tschüss, Papa.

* sentimentale Musik *

Bis zur Adoption dauert's noch eine Weile.

Aber zumindest kann ich jetzt öfter bei Yara sein.

"Das ist gut."

- Lass sie bitte schön grüßen. - - Mach ich.

- Ich muss weiter. - - "Alles klar."

- Alex? - - "Ja?"

"Danke für alles."

Pass gut auf dich auf. Ciao.

* Piepsen *

Ach ...

* Tür wird aufgeschlossen. *

* sentimentale Musik *

Hi, Alex.

Niko.

Ich wollt nur mal nach dir schauen.

Glatter Durchschuss. Bald ist es verheilt.

- Das klingt doch ganz gut. - - Ja. Alles gut gegangen.

Okay, ich will auch nicht länger stören.

Niko.

Es tut mir aufrichtig leid.

Ich dachte immer,

du bist nur die Augen in unserer Beziehung, aber ...

.. du bist das Herz.

* sentimentale Musik *

Okay, wenn du irgendwas brauchst, dann meld dich einfach, okay?

Bis später.

* sanfte Klaviermusik *

Bis später, mein Freund.

* schwermütige Musik *

* Tür schließt. *

* unruhige Streichmusik *

*

* Musik verklingt. *

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