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Elle? Wo willst du hin?
Elle, verdammt noch mal. Ständig haust du ab!
Du hältst dich für besser als alle anderen!
Hallo?
Ich verstehe nichts. Die Verbindung...
Hallo?
Was machst du da?
Du weißt, ich bleibe immer auf und warte auf dich.
Na gut, ich gehe ins Bett.
Wie bist du heimgekommen? Wo warst du?
Ich darf doch wohl zu Partys gehen wie andere Leute.
Andere Leute haben keinen wichtigen Job.
-Oder Verantwortung. -Gute Nacht.
Der klassische Serienmörder ist ein Mann.
Und seine Opfer, sogenannte leicht verwundbare Ziele, sind Frauen.
Etwas ist ihm in seiner Jugend widerfahren,
und jetzt will er sich an Frauen rächen.
Es geschieht nicht spontan.
Es wird geplant.
Es sind Fantasien, die er zur Realität macht.
Erschreckend häufig sieht die Polizei
keine Verbindungen zwischen verschiedenen Fällen.
Und die Ermittlungen werden von Männern geleitet.
Genau wie der Mörder ein Mann ist.
Und die Opfer sind Frauen.
Leicht verwundbare Ziele.
Mädchen.
Dies geschieht immer wieder.
Aber am schlimmsten ist die Mauer aus Ignoranz, gegen die man anrennt,
wenn man als Frau den Mund aufmacht.
Männer hören Frauen nur aus Verpflichtung zu.
Aber nicht, wenn sie es nicht müssen.
Und das ist vielleicht das Beängstigendste.
Und das, was die Entwicklung eines Serientäters ermöglicht.
Von einem gestörten Jungen...
...zu einem sadistischen Vollblut-Serienmörder.
Ich bat dich doch darum, nicht so persönlich zu werden.
Gab es noch eine Beschwerde?
Ja.
Manche der Studenten denken, du bist zu engagiert.
Dass dir die Distanz fehlt.
Du machst ihnen Angst, Maja.
Du musst etwas runterfahren.
Heutzutage entsteht schnell ein Sturm.
Braucht die akademische Welt nicht genau das?
Dass Frauen und andere weniger repräsentierte Gruppen mitwirken?
Darüber reden wir hier nicht, und das weißt du.
Sprichst du als mein Professor und Tutor mit mir
oder als mein Freund?
Was soll das? Wieso bist du so aggressiv?
Kannst du keinen guten Rat annehmen?
Verarbeite persönliche Erfahrungen
und unterdrückte Wut nicht in deiner Arbeit für die Universität.
Na gut.
Ich unterdrücke es und werde künftig den Mund halten.
Verdammt noch mal.
Ich fand ein Handy im Schnee auf dem Weg nach Hause.
Es klingelte, aber...
Dem Besitzer des Handys könnte etwas zugestoßen sein.
Aber ich weiß nicht, wem es gehört.
Ja, okay.
Du findest immer etwas, das interessanter ist als das hier.
Hallo? Hier ist Elle, wer spricht dort?
Sofie? Bist du das? Bist du schon los? Sofie?
Nein, hier spricht Elle.
Ich höre dich nicht. Ruf an, wenn du da bist.
Hier ist Elle, ich habe...
Hallo?
-Hi! -Hi! Ist Sofie zu Hause?
-Haben Sie von ihr gehört? -Nein.
Ist sie gestern nicht heimgekommen? Sie verließ die Party vor mir.
Ich habe das hier gefunden.
Gib du es ihr selbst.
Sie haut öfter für ein paar Tage ab.
Sie ist sicher bei Freunden oder einem Freund.
Ich bin sicher, du siehst sie vor mir.
Hast du Sofie angerufen?
Weißt du, wo sie sein könnte?
Hat sie Nachrichten bekommen? Hat sie mit jemandem telefoniert?
-Ist vielleicht etwas passiert? -Warum machst du das?
Ich habe Angst, dass ihr was passiert sein könnte.
Und niemand tut etwas.
Sie sagte mir, dass sie gehen würde.
Gehen? Wohin?
In ein Hotel, glaube ich.
Ein Hotel?
Ein paar Kinder haben Licht im Zelt am Wohnwagen gesehen.
"Kinder haben Licht gesehen."
-Hier ist über Winter geschlossen? -Ja.
-Rede mit ihr. -Okay.
Weiblich. Halb nackt.
Zwischen 15 und 25 Jahre alt. Getötet.
Vermutlich erwürgt. Da sind Abdrücke an ihrem Hals.
Sie lag hier schon eine Weile. Sieht übel aus.
Roy Eliassen wurde wegen schwerer Körperverletzung verurteilt.
Er ist auf Bewährung draußen. Würde passen, dass er das nutzt.
Wir sollten mit ihm reden.
-Scheiße, sieh dir das an. -Viel übler als letztes Mal.
Die leben hier?
Sehen wir uns erst hinten um.
Was zum Teufel ist das?
Wo ist Roy?
-Was wollen Sie von Roy? -Ich muss mit ihm reden.
Wieso? Hat er was falsch gemacht?
Darüber möchte ich mit ihm reden. Wo ist er?
Hey! Halt!
Roy! Ganz ruhig. Wir wollen nur mit Ihnen reden.
Sieh mal. Dort komme ich her.
-Deine Heimatstadt? -Stadt? Es ist eher ein Dorf.
Das Mädchen wurde erwürgt und nackt im Wohnwagen gefunden.
Sie verschwand in einem Dorf, das kilometerweit weg ist.
Die Polizei hat einen 27-jährigen Mann aus dem Bezirk verhaftet,
der Vorstrafen für Gewalttaten und Drogendelikte hat.
Es ist offensichtlich, dass er der Falsche ist.
Und das kannst du einfach so sagen?
Gewalt und Drogen weisen auf einen Menschen hin,
der eine schlechte Impulskontrolle hat.
Der Mann, der sie entführt und kilometerweit weg gebracht hat,
um sie dann zu töten, ist das Gegenteil davon.
Er ist jemand mit absoluter Kontrolle.
Das ist nicht nur ein Mord. Das könnte ein Serientäter sein.
Ja, okay.
Ich kenne diese Gemeinde. Ich kenne die Polizei.
Ich weiß, was es heißt, als Mädchen
komplett ignoriert und übergangen zu werden.
Ich weiß, was es heißt, ein leicht verwundbares Ziel zu sein.
Deshalb habe ich Kriminalpsychologie studiert.
Und dieser Bastard läuft noch frei herum
und denkt schon daran, es noch mal zu tun.
Du denkst darüber nach, den Fall für die Doktorarbeit zu untersuchen?
-Nun, ich... -Maja, bitte. Geh nicht zurück.
Mach dir nach all den Jahren nicht alles kaputt.
-Hi. -Ich rief dreimal an, wo bist du?
Ich bin gerade angekommen, ich habe es nicht gehört.
-Ich bin im Haus meiner Großmutter. -Okay.
Sieh mal. Es ist noch hell draußen.
Die berühmte Mitternachtssonne.
Wow. Unglaublich. Wirst du da schlafen können?
Die Menschen sind daran gewöhnt.
Es wird wohl ein paar Tage dauern,
und dann schlafe ich ganz normal.
Und deine Familie?
Ich bin hier, um zu arbeiten, nicht zum Leutetreffen.
Okay. Also was hast du vor?
-Ich spreche mit der Polizei. -Okay.
Und du denkst echt, die lassen dich an den Fall?
An Mordfällen hängt viel Prestige.
Das ist mein Fachgebiet.
Tritt niemandem auf die Füße.
-Ja. -Sei vorsichtig und nicht...
Ja, ich werde sehr diplomatisch sein.
Das gibt's ja nicht.
Wenn das nicht Dr. Philos persönlich ist.
Du und deine akademischen Titel, Johan.
Vergiss nicht, dass ich in der Grundschule war, Maja.
Hör zu...
Hi.
Das ist Maja, Erik, von der ich dir erzählt habe.
Oh, ja. Johan ist etwas in Sie verliebt.
-Wussten Sie das? -Lass den Mist.
-Du redest von nichts anderem. -Ich bin beeindruckt.
Maja ging weg und machte Karriere.
-In der Welt da draußen, Erik. -"In der Welt da draußen, Erik."
Ich habe mir den Fall von Sofie angesehen.
Wir haben ihn in wenigen Wochen geschnappt.
Und das mitten in den ganzen verdammten Polizeireformen
und der Zusammenlegung der Bezirke, die alles verkompliziert.
Troms und Finnmark ist eine üble Idee.
Ich hörte, er hat gestanden?
Irgendwann schon.
Seine Zeitangaben waren total durcheinander.
Er fing an zu lügen und ritt sich dann tiefer rein.
-Du kennst das ja. -Wie viele Stunden?
Kann ich die Verhörberichte ansehen?
Was denkst du?
Ich kann keine Außenstehenden die Polizeiarbeit stören lassen.
Ich schreibe meine Doktorarbeit,
und ein derartiger Fall wäre sehr wertvoll für mich.
Worüber schreibst du?
Die Psychologie von männlichen Serientätern.
Serientäter? Du meinst Serienmörder?
Ja, die auch. Aber so nennt man sie nur in den USA.
Ein Serienmörder? Hier?
Ich verstehe nicht, was du willst.
Wir haben den Fall gelöst. Wir haben den Täter.
-Da bin ich nicht so sicher. -Verdammt noch mal.
-Gut. -Gut?
Okay!
Ja, das lief gut.
Verdammte Scheiße.
-Hallo. Willkommen zurück. -Danke.
Ihr Zimmer ist bereit.
Vielen Dank.
Hallo, Papa.
Maja?
-Hallo. -Hallo.
Warum hast du nicht angerufen?
Stimmt was nicht? Ist etwas passiert?
Typisch Papa. "Ist etwas passiert?"
Hör auf, dir Sorgen zu machen.
-Das tut man als Vater nun mal. -Sich sorgen?
Ja? Du bist ja nicht hier, um zum Fest zu kommen.
-Zum Fest? -Heute ist Johannistag.
Der längste Tag des Jahres.
Wir treffen uns am Wasser. Du bist herzlich eingeladen.
Mama wird sich freuen, dich zu sehen.
-Denkst du? -Ja.
Papa, ich kann die Familie...
...und die Blicke nicht ausstehen...
Ich gehöre nicht dazu, das weißt du.
Ich dachte, du arbeitest an deiner Doktorarbeit.
Ich habe schon ewig nichts von dir gehört.
Ja, ich arbeite daran.
Ich wohne in Großmutters altem Haus,
um mir den Fall näher anzusehen.
Das Mädchen, das auf dem Campingplatz gefunden wurde.
Du hast darüber in der Zeitung berichtet.
Die örtliche Polizei ist stolz darauf, den Fall gelöst zu haben.
Alle wollen damit abschließen.
Ja?
Es ist klar, dass sie das wollen.
Aber?
Ich würde gern alles sehen, was du über den Fall geschrieben hast.
Etliche Bilder wurden veröffentlicht,
aber du als Redakteur hast sicher noch weitere Dokumente.
Ich würde gern alle Bilder, Recherche und Interviews sehen.
Ich habe nicht über den Fall geschrieben.
Ich kann dir keinen Zugriff zu irgendwas geben.
Bist du hier nicht mehr Redakteur?
Nein. Ich bin in Frührente.
Ich bin nur noch ein Freelancer.
-Wovor hast du bloß solche Angst? -Lass es, ich habe keine Angst.
Aber wenn du unangekündigt auftauchst,
steht normalerweise Ärger bevor.
-Sie haben den Falschen. -Das kannst du nicht behaupten.
Ich habe zu Roy Eliassen, dem Beschuldigten, recherchiert.
Er hat das falsche Profil.
Es passt nicht zu dem, was ich über den Fall weiß.
Okay.
Und was sagt die Polizei dazu?
Sie werden erkennen, dass ich recht habe.
Und dann?
Soll ich einfach zusehen, wie sie einen solchen Fehler begehen?
Papa, kannst du mir helfen?
Deine Mutter wird sich sehr freuen, dich zu sehen.
-Hallo. -Hallo.
Setz dich doch.
Schön, dass du gekommen bist.
Ja, du hast so nett gefragt, was hätte ich tun sollen?
Es ist nett hier.
Ja, wie immer.
Hier, nimm dir ein Bier und sprich mit deiner Mutter.
Komm schon, rede mit ihr.
Na los.
Du musst es nicht mehrfach sagen.
Hallo, Mama.
Wie geht's?
Nein, weißt du...
Alles... Es...
Was?
Leuchtet im Dunkeln.
Alles leuchtet, wusstest du das?
Hast du genug von London?
Oder haben sich Prinz Harry und du getrennt?
Er sieht ihm nicht ähnlich.
Und nein, wir haben uns nicht getrennt.
Lass mich wissen, wenn es so weit ist.
Wir sind etwas zu eng verwandt, denkst du nicht?
Warum bist du hier? Ich dachte, du wolltest nie wiederkommen?
Ich schreibe meine Doktorarbeit. Ich brauchte etwas Frieden.
Das sieht dir nicht ähnlich.
Ich bin erwachsen geworden.
Wie geht es Onkel? Ist er schon in Rente?
Er hat vor, zu arbeiten, bis er tot umfällt.
Das sagte er jedenfalls das letzte Mal, als ich ihn sprach.
Und Tante Anna?
Wie immer. Glücklich und optimistisch.
Mama sitzt da und redet
wie ein dementer Mensch, dass alles leuchtet.
Wie können Geschwister so unterschiedlich sein?
Ich denke, wenn man ein Kind in einem Unfall verliert...
Wird man ein schwarzes Loch. Man gibt anderen nichts mehr.
Man nimmt nur noch. Labt sich an der Schuld anderer.
Fühlst du dich schuldig?
Wie lange ist Petters Tod jetzt her?
Zwanzig Jahre? Keine Ahnung. Ich zähle nicht mehr.
Schuldig, weil du versuchst, zu leben.
Hör auf damit. Bitte.
Ich fahre dich heim.
Kannst du hier anhalten?
-Hier? -Ja.
Ist das eine gute Idee?
Die Polizei war lange nicht mehr hier.
Und jemand wurde verhaftet, sie sind hier fertig.
Sieh mal. So sah es aus.
-Das ist ein gestellter Tatort. -Woher hast du das?
Alles ist sauber, ordentlich und organisiert.
Es ist wie eine Theaterbühne für ein Publikum.
Und sie lag in der Dusche, man sieht, wie ihre Beine...
Okay! Können wir jetzt gehen?
Die Polizei hat den Falschen.
Was machst du hier?
Was?
Arbeitest du an dem Fall? Bist du Teil der Ermittlungen?
So in der Art.
Okay, dann denke ich, wir sollten nach Hause gehen.
Anne Lauenroth Iyuno-SDI Group
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