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Mit Untertiteln von SWISS TXT
* Monotone, langgezogene Flötenklänge *
* Monotone, langgezogene Flötenklänge *
* Ruhige, rhythmische Klänge, Trompetenmelodie *
Hey, danke, dass du dich um alles gekümmert hast.
Mh, du riechst gut.
Es wurde alles umgeleitet, ich stand im Stau.
* Pulsierender Hip-Hop: "Boss" von Chris Prythm *
* Jubel *
Verzeihung. Darf ich? Danke.
Ich will dann auch ein Foto. - Klar.
Hat Katrin dich abgelöst? - Ja.- Sehr gut.
Wir haben schon viel eingenommen. - Sogar Trinkgeld.
Ich sage, es ist für die Schulreise. - Aber die Hälfte ist für mich.
Ich dachte, es ist für die Schulreise?
Verzeihung, Frau Lang.
Grüezi, Frau Hardegger, Frau Spiess.
War das Ihre Tochter auf der Bühne?
Ach ja? Welche denn? - Die mit den lila Kopfhörern, oder?
Genau. - Sehr beeindruckend.
Ja, toll.
Wir unterhielten uns noch mal darüber ...
* Das Mädchen spricht russisch. *
Es geht um die Streitereien von neulich.
Wir machen uns langsam Sorgen.
Guten Tag. - Guten Tag.
Guten Tag, Herr Kondakov.
Frau Lang ... - Ja?
Wir wären froh über eine Beruhigung.
Es scheint ja nicht nur unsere Fabienne zu betreffen.
Sie sagte, sie dürfe nicht darüber reden,
dass in ihrer Klasse gestohlen wird.
Das habe ich ihr nie gesagt.
Ich bat nur darum, nicht über ihren Verdacht zu sprechen.
Ach ja? Und die Sachen tauchen von allein wieder auf.
Wir wollen nur nicht, dass es eine grössere Sache wird.
Ich kümmere mich darum. Hey!
Super gemacht. Du hast so schön getanzt.
Danke. - Ihr alle natürlich auch.
Coole Show. - Mum ...
Finden Sie nicht, wir sollten noch mehr frei bekommen fürs Tanzen?
Klar, wer braucht schon Mathe oder Geschichte?
Wir nicht.
Was glotzt du? Noch nie eine Frau gesehen?
* Kichern *
Hallo, ein Stück Kuchen, bitte.
Von welchem? - Vom Karottenkuchen.
Okay.
Danke.
Pass doch auf. Ich sagte doch, ich mache die Kasse.
Tut mir leid.
Das ist nicht schlimm.
Wie viel kriegen Sie noch? - 5 Fr.
Danke.
Schon probiert? Möchten Sie auch ein Stück?
(Mit russischem Akzent) Gerne. Mit Schokolade, bitte.
Kann ich auch ein Stück haben? - Klar.
Geht aufs Haus.
Guten Appetit.
Was ist? - Aufs Haus?
Zufrieden? - Ja.
Wofür sind die? - Zum Anziehen.
Und mir sagst du, ich soll aufräumen?
Du darfst gerne den Bus nehmen, wenn ich dir peinlich bin.
Was ist mit diesem Dario? Ist er dein Freund?
Mum.
Er hat ein Mofa, oder? - Mhm.
Fährst du mit ihm mit?
Bitte nicht im Winter, okay?
* Starten des Motors *
Hallo. - Hallo, Papa.
Wie war's? - Gut. Ich geh noch mal raus, okay?
Von mir aus.
Hey. Wie war's?
Ich hatte ihr gesagt, sie darf nicht mehr weg.
Sie ist verliebt, lass sie.
* Plätschern des Spülwassers *
* Gedämpftes Stimmengewirr *
Ulyana, vielleicht warst es auch du. - Ulyana!
Du warst es sicher. - Nein. Ich war's nicht. Nein.
Du warst schon immer auf die Kopfhörer eifersüchtig.
Sie ist meine beste Freundin, sie würde das nie tun.
Sie sitzt neben dir. Sie könnte sie gut klauen.
Hallo, hat irgendjemand etwas von Pause gesagt?
Lisas Kopfhörer wurden gestohlen.
Ich will nichts mehr davon hören, wer wem irgendwas gestohlen hat.
Wo hattest du deine Kopfhörer? - Immer unter dem Schreibtisch.
Sie sind neu und leuchten im Dunkeln.
Schaut mal, ob ihr Lisas Kopfhörer leuchten seht.
* Lautes Stimmengewirr *
Hast du in der Schultasche geschaut? - Ja, aber dort sind sie auch nicht.
Schau noch da hinten in der Sammelschachtel.
Gib es auf. Sie sind nicht hier. Sie wurden gestohlen.
Lisa, weisst du, wo sie sonst noch sein könnten?- Nein.
Sie tauchen sicher wieder auf.
* Stimmengewirr *
* Handy *
* Leise Musik aus dem Radio *
* Lachen *
So hättest du mich nicht rumgekriegt.
Das glaube ich nicht.
* Lachen *
Stinke ich? - Mhm.
* Handy *
* Sie räuspert sich. *
Am besten unterschreibst du. Für die EC-Karte brauchst du eh nur den PIN.
Ich gehe duschen.
Jetzt noch einmal ohne Wackeln. Los.
Du kannst das besser.
Nach hinten ziehen. Ja, super.
Anspannen.
Nein. Anspannen. Spann dich an.
Spannung. Streck deine Füsse.
Schau nach vorne! Nach vorne! Und stehen.
Gleich noch mal. * Er klatscht in die Hände. *
Bist du müde?
Ich auch. Wir können auch aufhören, wenn du keinen Bock mehr hast.
Spannung! Gut. Ja.
Mach noch ein paar Dehnübungen und dann ... Alles gut, oder?
Wenn du den Abgang vom Stufenbarren stehst, gewinnst du.
Das schaffe ich. - Klar schaffst du es.
Wo ist es schon wieder? - Hier, ganz vorne.
Ach, ja.
Frag ihn mir zuliebe noch einmal. - Er erlaubt es mir nicht.
Ich könnte ja mit ihm reden.
Und deine Mutter?
Will sie es auch nicht?
Ich frage sie. - Okay.
Tschüss. - Tschüss, bis Dienstag.
Es ist total kalt hier. Und es stinkt.
Wieso?
Bist du seine erste Freundin?
Ja. Also ja ... * Kichern *
Und was macht ihr so? Mit dem Mofa durch die Gegend fahren?
Ja, aber er sagt fast gar nichts. - Vielleicht ist er schüchtern.
Ich will keinen schüchternen Freund.
Hast du ihm schon mal gesagt, dass du verliebt ... - Papa!
Die jungen Männer von heute ... Es hilft, wenn sie es wissen.
Du bist weiter, klar. Deshalb musst du ihm etwas sagen.
Das ist nicht so einfach. - Es ist nicht einfach, aber ...
Es braucht ein wenig Mut. - Hallo.
Hallo.
Tut mir leid.- Kein Problem. Wie war's beim Joggen?
Anstrengend. Die haben ein Tempo drauf ...
Hallo.
Und bei euch?
Danke.
Bist du auch grad gekommen? - Ja. Ich war bei Selin.
Wusstest du, dass Fröhlich sie durchfallen lässt?
Ja, sie muss wahrscheinlich wiederholen.
Vielleicht war ich nicht ganz klar, Selma: Wenn ich wieder höre,
dass du auf dem Mofa mitfährst, hol ich dich persönlich runter.
Ich trage einen Helm. - Ja, genau.
Du weisst genau, wie gefährlich es im Winter ist.
Toll. Was soll ich machen? Im Bus neben ihm herfahren und ihm zuwinken?
Vielleicht fährt er ja mit dir im Bus.
Du bist so peinlich. - Selma.
Ich bin nicht schuld, dass wir am Arsch der Welt wohnen,
wo im Winter alles zufriert.
Du hast ein Auto, kannst hin, wo du willst, ohne jemanden zu fragen.
Ja.
So frei, dass ich seit 20 Jahren
jeden Tag zu all den Pubertierenden fahre,
und am Abend mit meiner Tochter streite.
Ja. Aber das ist dein Job. - Immer das letzte Wort.
Gibst du mir noch Apfelsaft?
Danke.
Schlaf gut.
* Leise Trompetenmelodie *
* Klimpern *
* Schweres Atmen, Prusten *
(Mann) Artem!
Kommst du mit ihm klar? - Ja.
Wegen der Wohnung: Ich tausche noch den Kühlschrank und den Herd aus.
Nicht nötig. Alles funktioniert.
Ja, sicher. Bei euch würde man wohl noch ewig so leben.
(Mann) Artem! Die Bullen sind hier!
* Schrei * Scheisse!
* Ächzen *
Komm schon. - (Mann) Los, beeil dich.
* Holpern, Motorengeräusch *
* Polizeisirene *
* Eine Autotür wird zugeschlagen, Schritte nähern sich. *
(Mann) Guten Tag, Bieri, Luzerner Polizei. Machen Sie den Motor aus.
Wir machen eine Personenkontrolle auf dem Areal. Sind Sie allein unterwegs?
Ja, ich bin allein. - Haben Sie einen Ausweis?
Ja, Moment.
* Leise, unverständliche Gespräche *
* WC-Spülung *
Artem, hast du gestern zu viel ...
Du kennst den Spruch, oder? Eine fremde Hand macht's besser.
Oder in deinem Fall beide Hände. * Lachen *
Dich habe ich erwartet.
Wegen der Wohnung: Der Kühlschrank kommt nächste Woche.
Ich brauche keinen neuen Kühlschrank. Ich muss zum Arzt.
Das musst du nicht mit mir besprechen.
(Mann, gedämpft) Ich weiss nicht, wie wir das machen sollen ...
Ja, aber das ist nicht mein Fehler.
Die Bestellungen sind da und ich bin nicht schuld.
Okay, das sollte gehen.
Also gut. Okay, gut.
Ich habe heute mit dir angegeben.
Mit mir? - Mhm.
Wo denn? - Bei der Arbeit.
Was erzählst du so über mich?
Dass du eine gute Seele hast.
Und ... einen tollen Körper.
Ist das alles? - Das sind nur Worte.
Wem hast du von mir erzählt?
Ich erzähle allen, dass du mein Geheimnis bist.
Die Kopfhörer in Ulyanas Zimmer - hast du ihr die gekauft?
Die hat sie von einer Freundin ausgeliehen.
Ein Mädchen meiner Klasse vermisst genau solche.
Wieso fragst du nicht deine Tochter?
Selma? Wieso?
Sie hat auch Kopfhörer. - Die haben eine andere Farbe.
Natürlich. Sie klaut nicht.
Sie können nicht gestohlen sein, weil ich sie selber gekauft habe.
Die sind ganz schön teuer, die leiht man nicht einfach so aus.
Aber Ulyana klaut. Wieso?
Alle Teenager klauen mal etwas, meine Tochter auch.
Aber die Eltern in der Schule machen Druck.
Stell dir vor, wenn sie die Polizei einschalten.
Ulyana klaut nicht. Das weiss ich.
Hey. * Zischen *
Tut es so weh?
Du musst das zeigen gehen.
Wenn es bei der Arbeit passiert ist, muss dein Chef zahlen.
Du musst los.
Hallo! - Ah, Ulyana.
Warst du im Training? Bist du nicht grad erst gegangen?
Grüss deinen Vater schön. - Mache ich.
Schönen Abend. - Danke, gleichfalls.
* Ächzen *
* Leiser, monotoner Trompetenklang *
(Alle) # Zum Geburtstag viel Glück.
# Zum Geburtstag viel Glück.
# Zum Geburtstag, liebe Frau Lang, zum Geburtstag viel Glück.
Vielen Dank.
Ich habe eine Überraschung für dich, Lisa.
Bitte schön. - Vielen Dank.
Ich sagte doch, sie tauchen wieder auf.
Du hattest recht.
Weiss jemand was von Ulyana?
Ich hab ihr geschrieben, aber sie hat nicht geantwortet.
Bei Minderjährigen schalten wir ungern die Polizei ein,
aber bei ihr waren wir kurz davor. - Tut mir leid.
Wir können die Kopfhörer nicht zu- rücknehmen. Sie müssen sie bezahlen.
Wie viel? - 248 Fr.
(Mann) Tipp das ein.
Ihre Tochter wird bei uns im System erfasst.
Und wir brauchen die Angaben der Eltern. Haben Sie einen Ausweis?
Aber ich habe doch bezahlt. - Wir brauchen eine Karte.
Etwas, wo Ihr Namen drauf ist, einen Führerschein, irgendwas.
Die gehört meiner Frau. Ich kann sie anrufen.
Ist Marina Lang deine Mutter?
Einen Moment, bitte.
Es gibt anscheinend immer noch Probleme.
Haben Sie keine eigene Karte?
Wir brauchen ein Dokument, das Sie persönlich ausweist.
Ich habe nichts dabei.
* Unverständlicher Dialog *
Kommen Sie mit nach hinten. Dort klären wir es. Bitte.
Bitte.
Wir sind nicht von hier. Ich habe bezahlt, oder?
Lassen Sie uns bitte gehen.
(Mann) Stopp, verdammt!
* Schweres Atmen *
Pst.
* Türklingel * (Gedämpft) "Heinze".
Er heisst sicher nicht Heinze, so, wie er aussieht und spricht.
Guten Tag. Haben Sie vor einigen Sekunden einen Mann reinkommen sehen?
Etwa so gross. Schütteres Haar. Jacke ... Russe oder so.
(Nachbar) Hier wohnen keine Russen. Und geht es auch etwas freundlicher?
* Tür wird geschlossen. *
Fuck, Mann! * Sich entfernende Schritte *
* Tür wird geschlossen. *
* Klopfen *
Das ganze Lehrerzimmer ist unten versammelt.
Schön, dass du mit uns feierst.
Happy birthday.
Darf ich es auspacken?
Kommst du?
* Fröhliches Stimmengewirr *
Alles Gute! Danke für die Einladung.
Jetzt aber zuerst: Hoch soll sie leben.
Auf das Geburtstagskind Marina. Prost.
Danke.
(Alle) Zum Wohl!
* Stimmengewirr *
(Frau) So schön! Das ist doch ihr Lieblingskuchen.
Mit Kerzen und allem. So schön! Wow.
Soll ich sie ausblasen? - Ja, klar.
* Jubel *
* Fröhliches Lied: "Marina" von Rocco Granata *
(Computerstimme) Sie haben eine neue Nachricht.
(Vom Band) Hallo, ich bin's.
Ich konnte dich bisher nicht erreichen,
deshalb spreche ich jetzt auf den Telefonbeantworter.
Ulyana war heute nicht in der Schule. Ist bei euch alles okay?
Und...
Ich wollte sagen, dass ich die Kopfhörer zurückgegeben habe.
Ich wollte nicht, dass es noch weitere Probleme gibt.
Ich bin fast zu Hause. Ein paar Gäste sind schon da.
Ich hätte gerne deine Stimme gehört.
(Computerstimme) Sie haben keine weiteren Nachrichten.
* Düstere, pulsierende Klänge *
* Entfernte Polizeisirene *
* Tür wird geschlossen. *
* Gedämpfte Stimmen *
Ich muss schnell etwas abholen.
Hallo?
Ulyana?
Entschuldigung. Ich bin noch nicht fertig.
Ah... Ich bin nur zu Besuch.
Ich baue nur den neuen Kühlschrank auf. Sonst ist niemand hier.
* Gedämpfte, unverständliche Konversation *
Meine Mutter hat unterschrieben.
Also. Diese Woche müssen wir Gas geben.
Geniess es, zeig, dass du's kannst.
Höher, komm!
Und ziehen! Los!
Gut. Bleib dran. Es lohnt sich.
Go, go, go.
Und stehen!
Was ist? Wo bist du mit dem Kopf?
Noch einmal. Zieh nach vorne!
Die Beine schnell schliessen.
* Seufzen * Was ist?
Das war nicht gut. - Dann noch einmal.
Gut.
* Türklingel *
* Klopfen *
(Gedämpft) Ulyana. Ich bin's, Frau Lang.
Mach bitte auf.
Ich weiss, dass du da bist, mach bitte auf.
Was ist passiert?
Ich habe gestohlen.
Papa sagte, wenn ich die Kopfhörer nicht zurückgebe,
darf ich nicht mehr ins Turnen.
Ich habe mein Zimmer abgesucht, aber sie waren weg.
Sie haben mich erwischt, und wir sind abgehauen.
Und dann?
Wo ist sie?
Lass sie in Ruhe!
Das ist meine Sache.
Sie ist ein Teenager.
Sie ist nicht wie die anderen. Sie darf das nicht.
Sie kann nichts dafür.
Wieso hast du mich nicht angerufen?
Du kannst mir nicht helfen. - Wieso?
Ich bin doch hier. Ich helfe dir.
Alles wird gut.
* Leises Weinen *
Ich kann meine Tochter nicht einsperren.
Ich kann nicht mehr arbeiten.
Ich verliere meine Wohnung. Sie suchen mich hier.
* Ächzen *
* Er weint leise. *
Papa.
* Der Automotor wird angelassen. *
* Langgezogene, monotone Klänge *
* Gedämpfter rhythmischer Hip-Hop *
Selma? - Ja?
Das ist Ulyana aus meiner Klasse.
Ihr kennt euch bestimmt aus der Schule.
Wann gibt's Abendessen? - Selma, setz dich.
Ulyana bleibt eine Weile bei uns. Wir richten ihr das Gästezimmer ein.
Und mich fragt niemand. - Selma.
Es ist ein Notfall.
Ihr Vater kann sich momentan nicht um sie kümmern.
Hat sie keine Mutter? - Sie lebt nicht mehr.
Nicht alle sind so privilegiert wie wir.
Da kann ich doch nichts dafür.
Woher kommt sie? - Aus der Ukraine.
Das hast du nicht mal gemerkt. - Doch.
Und dass sie schon seit sechs Jahren hier lebt?
Ja. - Ohne Aufenthaltsbewilligung.
Niemand darf wissen, dass sie bei uns wohnt, okay?
Sonst kriege ich Schwierigkeiten.
Ja.
Ja, genau.
Ist das ... Ist das irgendwie ... Es klingt wie Russisch, ist das ...
Ukrainisch. - Ukrainisch?
Und du verstehst alles? - Ja.
Jetzt singt sie aber immer das Gleiche.
* Ulyana lacht. * Bitte kein Handy am Tisch.
(Selma) Tschüss! - Sie geht noch einmal weg.
Die ist schön warm.
Hast du alles?
Gut, dann lasse ich dich.
Soll ich das Licht löschen?
Schlaf gut. - Frau Lang?
Danke, dass ich hierbleiben darf.
Schön, dass du da bist.
Gute Nacht. - Gute Nacht.
Ulyana, wie geht's dir? - Gut, danke.
Wieder gesund? - Ja.
Woher hat Lisa ihre Kopfhörer?
Frau Lang hat sie beim Aufräumen gefunden.
(Trainer) Schultern herausdrücken.
Die Ellbogen, Ulyana.
Gut.
* Heller monotoner Klang *
(Trainer) Frau Kondakova.
(Russisch)
Sie spricht nur Schweizerdeutsch. - Aha.
(Lachend) Der einheimische Teil der Familie, also.
Freut mich.
Ich hab's Ulyana schon oft gesagt: Sie macht super Fortschritte. Toll.
Ja, ich hab's gesehen.
Ich wollte mich bedanken, dass sie zum Wettkampf darf.
Ihr Mann sieht das ja nicht gerne.
Aber sie hat gute Chancen auf den Sieg.
Ihre Tochter hat Talent.
Ich hoffe, Sie unterstützen uns weiterhin.
Klar. Wenn Sie meinen.
Wir sehen uns hoffentlich am Wettkampf.
Auf Wiedersehen. - Auf Wiedersehen.- Tschüss.
Ich als deine Mutter? Wieso hast du das gesagt?
Weil er's nicht erlaubt. - Was?
Dass ich am Wettkampf teilnehme.
Er sagt immer, ich darf nicht auffallen.
Wenn ich gewinne, komme ich vielleicht in die Zeitung.
Hat er dich je turnen gesehen?
Ja, klar. Aber in letzter Zeit kam er selten.
Ich kenne das nur aus dem Fernsehen.
Du bist wirklich gut. - Danke.
Aber wenn dein Papa das mit der Mei- sterschaft nicht will, ist das so.
Wieso? Sagen Sie doch einfach Ja - Ulyana, komm schon. Hör auf damit.
Ich will mich nicht einmischen.
* Leise, lauernde Trompetenmelodie *
Ich weiss alles. - Was?
Ich will zum Wettkampf, sonst erzähl ich es Jörg.
Ich meine es ernst.
* Leises, hallendes Pulsieren *
So? - Ja, ist gut. Danke.
Danke.
Du?
Fragst du dich, woher ich das habe?
Ich war früher Stierkämpfer.
Ich war etwas älter als ihr jetzt, arbeitete im Sommer auf einer Alp.
Damals hatten die Kühe noch Hörner.
Eine mochte mich besonders gerne.
Hier rein und da wieder raus.
Ich habe auch eine. - (Selma) Die sind extrem rau.
Würdest du deine Hände nicht nur fürs Handy brauchen,
würde man das auch sehen. - Pst.
Ist doch schön, wenn man die Spuren des Lebens sieht.
Das hier ist die Herzlinie.
Da ist sie unterbrochen.
Und hier lernte Marina mich kennen.
Und wo komme ich? - Hier.
Bei der Kreuzung? - Ja, genau.
Und da geht die Linie weiter ...
Und hier noch einmal ein Unterbruch.
Wem du da wohl begegnet bist?
* Schweres Atmen, lauernde Trompetenmusik *
* WC-Spülung *
Auf deinem Schreibtisch liegt eine Krankenhausrechnung.
Schnüffelst du in meinen Sachen rum?
Nein, aber ich putze hier.
Von wem ist sie?
Ulyanas Vater hatte einen Unfall. - Was ist mit diesem Vater?
Hör auf, meine Sachen zu durchsuchen.
Ich habe dich etwas gefragt.
Was soll mit ihm sein? - Hast du die Rechnung bezahlt?
Ja. Du hast es ja gesehen.
Das ist mehr als unser Skiurlaub. Was soll das?
Ich habe ihm geholfen, weil er die OP nicht zahlen kann.
Ja. Dafür verzichte ich gerne auf einen Urlaub, wenn's sein muss.
Heisst das, dass ...
... Selma und ich allein in Urlaub fahren sollen?
Nein. Was soll das jetzt? * Föhn *
Bist du sicher, dass wir ihre einzige Option sind?
Vielleicht sind wir einfach nur die lukrativste und werden verarscht.
Das ist typisch.
Dir geht's immer nur ums Geld.
Wenn wir die Einzigen sind, wer ist die Frau, mit der Ulyana skypt?
Welche Frau? - Ja, im Chat auf ihrem Computer.
* Schnauben * Den hast du also auch gelesen?
Ja. Aber keine Angst, ich habe nichts verstanden. Alles Russisch.
* Tür wird geschlossen. *
Wieso hast du eigentlich so geglotzt?
Nach dem Auftritt? - Genau.
Es hat mir gefallen.
(Mann auf Anrufbeantworter) Marina? Hier ist Marcel.
Ich habe dich auf dem Handy nicht erreicht.
Ich habe gehört, dass du krank bist und Katrin deine Stunden übernimmt.
Ich hoffe, es ist nichts Ernstes.
Ich wollte nur wissen, ob du am Montag zurück bist.
Wegen der Wochenplanung. Gut, danke.
* Klopfen *
* Lautes Musik * Papa!
Wo ist deine Mutter?
Keine Ahnung. Woher soll ich das wissen?
* Kratzendes Geräusch *
* Automotor wird angelassen. *
(Ulyana) Kann er nicht schreiben? Das sind ja nur Emojis.
(Selma) Das ist romantisch. Wie Hieroglyphen entziffern.
(Ulyana) Du bist so verliebt. - (Selma) Papa?
Papa?
Papa!
* Motorengeräusch *
Heute mach ich's.
Hast du noch nie was mitgehen lassen?
* Motorenrattern *
* Gedämpfter, heller Schrei *
* Monotones sphärisches Lied: "End of the World" von Jimi Jules *
# Give me your hand and I will follow you to the end of the world.
# Give me your hand and I will follow you to the end of the world.
* Die Musik bricht ab. *
* Entferntes lautes Männerlachen *
Das ist kein Ort für ein Mädchen.
Das habe ich mir heute angeschaut.
Für dich und Ulyana.
Ich habe keine Arbeit mehr ... - Du findest einen anderen Job.
Ich miete sie. Du kannst es mir später zurückzahlen.
So können wir nicht weitermachen.
Ulyanas Mutter ist nicht tot, oder?
Wieso erzählt sie es dann?
Weil es so manchmal einfacher ist.
Niemand stellt Fragen, wenn man sagt, die Mutter ist tot.
Wieso hast du mir nie von ihr erzählt?
Du hast nie gefragt.
Ich habe nichts versteckt.
Wenn du keine Familie hättest,
könnten wir träumen.
* Schniefen *
* Wummernde Musik *
# Give me your hand and I will follow you to the end of the world.
# Give me your hand and I will follow you to the end of the world.
Seid ihr jetzt zusammen?
Ich hab's nicht getan, okay? Hör auf zu fragen.
Das ist doch nicht schlimm.
Glaubst du, deine Meinung interessiert mich?
Nur weil dein Vater dich bei uns abgestellt hat.
Es ist wegen deiner Mutter, deshalb bin ich bei euch.
Sie fickt meinen Vater.
Hä? Was sagst du da?
Bist du jetzt völlig bekloppt?
Wieso erzählst du so eine Scheisse?
* Wütender Laut *
Ist es wahr?
Immer, wenn ich im Training bin, steht ihr Auto vor unserer Tür.
* Dumpfer Knall *
Jetzt du.
* Entferntes Lachen der Mädchen *
* Jauchzen *
* Jauchzen, Lachen *
Was soll das? Geht's noch?
Ich weiss, wo du mit deinem Schrottauto warst.
Hol doch den Abschleppdienst. Schlampe!
* Tür *
Sprichst du nicht mehr mit mir?
Hast du mir etwas zu sagen?
Nach dem Wettkampf holt Ulyanas Vater sie zu sich.
Ihr Vater. Das klingt so schön offiziell.
Liebst du ihn?
(Frau) Wieso bleibst du nicht daheim, wenn es dir noch nicht gut geht?
Dort ist es im Moment auch nicht so gut.
Die Schüler sagen, dass Ulyana jetzt bei euch wohnt.
Du weisst, du kannst deinen Job verlieren,
wenn du sie ausserhalb der Schule versteckst?
Ich verstecke Ulyana nicht.
Sie ist mit Selma befreundet, deshalb ist sie manchmal bei uns.
Es sind ja bald Ferien.
Du musst dich erholen.
Viel Glück. - Danke. Dir auch.
Er kommt bestimmt noch.
Konzentriere dich jetzt auf dich. Das ist dein grosser Moment.
Er war dagegen, dass ich mitmache, deshalb kommt er sicher nicht.
Das glaube ich nicht. Wart's ab, er kommt bald.
* Applaus *
(Speaker) Als nächste Turnerin sehen wir Ulyana Kondakova.
* Pulsierende Instrumentalmusik *
* Applaus, Jubel *
Hast du ihn erreicht?
(Trainer) Sandra, Manu, kommt!
Oh, hallo, Frau Kondakova.
Hallo. - Gratuliere.
Ja. - Es hat sich gelohnt, was?
Ich mache ein Foto.
Aber mit euch beiden.
Komm.
Achtung.
Und noch eins. Smile.
Er ist nicht gekommen.
* Tür wird geschlossen. *
* Entfernter, gedämpfter Streit *
Was hätte ich tun sollen? - Du verarschst mich doch.
Ihr Vater kam nicht. Es geht um das Kind.
Das Kind hat im Moment kein Zuhause.
Jetzt geht es plötzlich um das Kind?
Du fickst ihn seit Wochen und jetzt machst du auf Mutter?
Hätte ich sie dort stehen lassen sollen?
Wieso soll ich das Spiel weiterspielen? Ich hole sie jetzt.
* Der Streit geht weiter. *
* Schniefen *
Ulyana, aufstehen. Komm. Wir sind spät dran.
Selma?
Was machst du hier? Wo ist Ulyana?
Äh ... Wahrscheinlich schon gegangen.
Marina?
Es geht um Herrn Kondakovs Tochter.
Ulyana? Was ist passiert?
Ulyana Kondakova ist verschwunden.
Ihr Vater wurde von der Polizei verhaftet.
Das ist die einzige Kontaktperson.
Ja. Das ist der schlimmstmögliche Fall für uns.
Wir sind in Kontakt mit den Sozialdiensten,
die sich um Ulyana kümmern werden, wenn man sie gefunden hat.
So weit die Situation.
Hat sie überhaupt eine Chance?
Härtefallantrag.
(Frau) Das heisst? - Alles oder nichts.
Aber das Wichtigste ist jetzt, dass Ulyana bald und gesund gefunden wird.
* Schweres Atmen *
* Klingelton *
Hallo, Frau Kondakova?
Wer hat dir gesagt, dass ich hier bin?
Ich sprach mit deiner Mutter. Die Polizei war heute in der Schule.
Meinetwegen?
Sie haben deinen Vater verhaftet.
Deine Mutter macht sich Sorgen. Sie hat Angst.
Ich will aber nicht weg. Ich störe doch niemanden.
Hier kannst du nicht bleiben, Ulyana.
Komm mit mir mit.
Wir finden eine Lösung.
* Verkehrsnachrichten aus dem Radio *
* Das Radio verstummt. *
Ulyana?
Wenn du pünktlich im Training sein willst, müssen wir jetzt gehen.
* Tür, Schritte *
Ich bin gleich wieder da.
* Leise, ruhige Trompetenmelodie *
* Leises Weinen *
* Leise, traurige Trompetenmelodie *
SWISS TXT / Accessibility Services Regina Kolb - 2022
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