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Bruno Schumann
Jan Michalski
* Titelmusik *
* Schniefen *
Ah!
* Schrei und Klirren *
* Spannende Musik *
Susanne von Gastein.
Chefärztin für ästhetische und plastische Chirurgie.
Meinst du, sie hat den Spiegel mit der Faust zerschlagen?
Das würde die Glassplitter in ihrer rechten Hand erklären.
Dreizehn Einstiche...
Vorher... werden ihr sorgfältig die Augen verbunden.
Oder hinterher.
Also kein Hit and Run. Das war 'ne Beziehungstat.
Opfer und Täter müssen sich gekannt haben.
Was ist mit der fehlenden Spiegelscherbe?
Habt ihr die gefunden inzwischen? Noch nicht, wir suchen weiter.
Bruno, kommst du kurz?
Sie steht schwer unter Schock.
Redet von irgendwelchen Unterlagen, die sie noch raussuchen muss.
Frau Jensen?
Mein Name ist Schumann. Ich leite die Ermittlung.
Sie haben Frau Dr. von Gastein gefunden und uns angerufen?
Waren Sie mit Ihrer Chefin hier verabredet, mitten in der Nacht?
Ich soll die Akten, die soll ich... braucht sie, die...
Haben Sie meine Frage verstanden?
(flüstert) Susanne...
Ich muss für Susanne die Akten...
Susanne braucht keine Akten mehr.
Bitte beantworten Sie einfach nur meine Frage.
Als Sie Ihre Chefin gefunden haben, hatte sie da die Augenbinde um?
Oder haben Sie sie ihr umgelegt?
* Lautes Schluchzen *
Sabine?
Komm, ich fahr dich nach Hause. Nein, das übernehmen wir! Inge...
* Verzweifeltes Weinen *
(Inge) Kommen Sie.
Wer sind Sie? Ich bin Dr. Massad.
Ahmed Massad, der leitende Oberarzt hier.
Und jetzt Frau von Gasteins Vertretung.
Kommen Sie oder gehen Sie? Ich wollt grad nach Hause.
Waren Sie die ganze Nacht hier? Ja!
Ich hatte Bereitschaft oben auf der Station.
Lassen Sie mich rein! Sie bleiben hier.
Lassen Sie mich! Susanne! Sie ist doch meine Frau!
Susanne! Sie können da jetzt nicht hin.
Lassen Sie mich! Jan!
Lass ihn.
Ich... ich flehe Sie an!
Bitte, bitte sagen Sie mir doch... Kommen Sie.
Was ist hier passiert? Kommen Sie, wir gehen hier raus.
* Leises Schluchzen *
* (unten) Straßenverkehrslärm *
* Schluchzen *
Herr von Gastein, nein!
Ich muss wieder zu ihr runter, bitte! Das geht nicht.
Da unten sind jetzt die Leute von der Spurensicherung.
Sie können sich leider erst heute Abend von Ihrer Frau verabschieden.
Ja?
* Düstere Musik *
* Wütende Schreie *
Hey!
Gucken Sie mich an! Sind Sie okay?
Ganz ruhig, Sie setzen sich jetzt da hin!
* Er stöhnt erschöpft. *
Jan? Schick mir 'nen Arzt hoch!
Den Massad, der muss noch da unten sein!
Auf der Dachterrasse.
* Sphärische Musik *
* Heitere Popmusik *
Danke, Sabine!
Wer ist heute der oder die Erste?
(Video) Die Dame stellt sich selber vor. Hier ist sie.
Hallo, ich bin Vanessa.
Ich bin 41 Jahre alt und habe drei Kinder.
Nach den drei Schwangerschaften und Stillzeiten
war mein Körper total entstellt.
Wir haben am Bauch Fett abgesaugt und die Bauchdecke gestrafft.
Die Dehnungsstreifen wurden entfernt.
Mit dem abgesaugten Fett haben wir ihre Brüste aufgefüllt.
Dadurch hat sie jetzt wieder ihre alte Körbchengröße.
Und... wie fühlen Sie sich denn jetzt, Vanessa?
Ich kann gar nicht sagen, wie dankbar ich Ihnen bin.
Ich fühl mich wie neugeboren. - Das kann man sehen.
Das können wir alle sehen, nicht wahr?
Krass, dass Ärzte jetzt auch bloggen.
Das nennt man Selbstvermarktung.
So dass jeder weiß, wo er sich Botox spritzen lassen kann.
Plastische Chirurgen machen nicht nur Schönheits-OPs.
Sie behandeln Unfallopfer, stellen das Gesicht wieder her.
Oder sie operieren angeborene Missbildungen.
Susanne von Gastein hat ganz vorne mitgespielt.
Mehrfach ausgezeichnet für ihre Veröffentlichungen,
vernetzt mit Fachkliniken, wo sie ihre Fortbildungen abgehalten hat.
Sie hat ihren Blog nicht nur für eigene Zwecke genutzt.
Hier macht sie Werbung für eine NGO,
die sich um Kriegs- und Folteropfer kümmert.
Für die hat sie auch operiert.
War in Talkshows, Benefizveranstaltungen...
Ihr Mann ist auch plastischer Chirurg, praktiziert aber nicht mehr.
Hier sind die beiden bei einem Kongress.
Ist nicht mehr neu das Bild, seit vier Jahren leiten sie eine Stiftung.
Was gibt's über Dr. Massad?
Alles, was ich auf die Schnelle rausfinden konnte, ist hier drin.
Und die Sekretärin? Sabine Jensen.
Hat sich ganz gut wieder gefangen.
Wir brauchen von ihr alles über offizielle Vorgänge auf der Station.
Aber auch über Arbeitsklima, Mitarbeiterkontakte...
Klatsch und Tratsch, meinst du? Auch das...
Susanne schlägt mit der Hand... auf ihr eigenes Spiegelbild ein.
Der Täter sticht dreizehn Mal zu.
Wahrscheinlich mit der fehlenden Glasscherbe.
Und mittendrin finden wir diesen blütenweißen Seidenschal.
Ziemlich strange.
Was ist eigentlich mit ihrer Tochter?
* Melancholische Musik *
* Klingeln *
(schluchzt) Bitte, kommen Sie!
(polnischer Akzent) Guten Tag! Ewa Nowack. Entschuldigen Sie.
(polnisch) Eine Tragödie ist das!
Frau von Gastein tot, ihr Mann im Krankenhaus...
Soviel Unglück an einem Tag.
Ewa! Jetzt reiß dich mal zusammen. Sie sind Herr Schumann?
Josephine.
Wolltest du mir nicht was zu essen machen?
Denk dran, keine Kohlenhydrate!
Mach den Fisch von gestern Abend warm! Und ohne Butter!
Ewa! - Ja, hab verstanden.
Ich bin Susannes Tochter.
Mein Beileid.
Bitte!
* Uhrenticken *
Hammer, was?
Wer hat die gemacht? Susanne.
Ein Selfie-Junkie, wie ich.
Das ist Martins Macke.
Er kauft Uhren und schraubt so lange dran rum, bis sie wieder gehen.
Wie geht's deinem Vater jetzt?
Keine Ahnung. Jammert, wie immer.
Duzt du alle Leute ungefragt? - Josephine, Essen ist fertig!
Ihr Fisch wird kalt. Mann, das war 'n Witz.
Kannst mich ruhig duzen.
Außerdem bin ich froh, wenn mich jemand mal vor der da rettet.
Ich muss dir doch bestimmt was erzählen über Susanne, oder nicht?
Du brauchst doch meine Hilfe? Nö.
* Uhrenticken *
Arschloch.
Josephine? Bin in der Küche!
* Melancholische Musik *
Ich bin nur gekommen, um dich kennenzulernen.
Ich fahr jetzt ins Krankenhaus.
Wenn du magst, kannst du mitkommen und deinen Vater besuchen.
* Ewa stöhnt. *
Ist was?
* Ewa schluchzt. *
Stöhn nicht so!
* Melancholische Musik *
Ich denke, du willst gerettet werden?
* Melancholische Musik *
(Ewa) Nehmen Sie's ihr nicht übel. Das ist das Alter.
Und außerdem, sie und ihre Mutter, genau gleich!
Aber spinnefeind!
Mhm... danke, Frau Nowack.
Und einen lieben Gruß an Martin.
Den Herrn Professor.
Ja, ich kenne ihn schon aus seinem Elternhaus.
* Handyläuten *
Jan, was gibt's? Ich erreich Sabine Jensen nicht.
Ich versuch schon die ganze Zeit, aber sie meldet sich nicht.
Okay, wir treffen uns da.
* Melancholische Klaviermusik *
Frau Jensen?
* Düstere Musik *
Frau Jensen!
* Spannende Musik *
Scheiße!
Frau Jensen?
Hallo, Frau Jensen! Können Sie mich hören? Hallo!
Aufwachen, Frau Jensen! RTW in die Hiltenstraße 7!
Suizidversuch mit Medikamenten und Alkohol.
Frau Jensen!
Frau Jensen, wachen Sie auf! Ja, natürlich bleiben wir hier!
Frau Jensen, wachen Sie auf! Hallo!
Hallo, aufwachen, Frau Jensen!
Hallo!
Ja! Ja!
Ja!
Ja, der Zustand ist stabil. Gott sei Dank!
Rufst du die Eltern an, Inge?
Danke dir.
* Melancholische Musik *
* Spannende Musik *
Glück gehabt! Gut, dass du angerufen hast.
Aber damit hab ich nicht gerechnet. Aber 'nen Riecher gehabt dafür.
Und darauf kommt's an.
Hier, guck mal. Apropos Klatsch und Tratsch.
Ist doch der ausm Krankenhaus, Dr. Massad.
* Elektronische Musik *
(Durchsage) Dr. Brandon, rufen Sie bitte die Aufnahme an!
* Schubladen-Geräusche *
Können Sie nicht anklopfen... Ach, Sie sind's!
Was machen Sie hier, Herr Dr. Massad?
Ich übernehme für Dr. Gastein einige OPs.
Dafür brauch ich entsprechende Unterlagen.
Frau Jensen geht nicht ans Telefon. Ich komm gerade von ihr.
Sie hat versucht, sich das Leben zu nehmen.
Was hat sie?
Wie geht's ihr? Wo ist sie?
In der Notaufnahme. Sie wird durchkommen.
* Sorgenvolles Ausatmen *
* Hörbares Ausatmen *
Hat sie sich das doch ganz schön zu Herzen genommen.
Was?
Frau Jensen hat mich gestern angerufen und erzählt, dass...
Susanne ihr gedroht hat, sie zu entlassen.
Aber ehrlich gesagt, hab ich das nicht ernst genommen.
Sabine Jensen, schon!
Sie hatte bereits ihre privaten Sachen hier zusammengeräumt.
Warum hat Frau Dr. von Gastein gedroht, sie zu entlassen?
* Tiefes Ausatmen *
Was ist da vorgefallen? Eifersucht?
Sie haben ein Verhältnis mit Sabine Jensen.
Hatten Sie auch eins mit Ihrer Chefin?
(lacht) Nein!
Also, ja...
Ja, mit Sabine verbindet mich viel.
Aber mit Frau von Gastein, nein...
Nein, absolut nichts!
Susanne war...
Sie konnte wahnsinnig leicht reizbar sein.
Bei der kleinsten Meinungsverschiedenheit
ist sie sofort an die Decke gegangen.
Da droht sie ohne jeden Grund mit Entlassung?
Das kauf ich Ihnen nicht ab. Es war aber so.
Ernst gemacht hat sie aber zum Glück nie.
Sie sind seit fast vier Jahren hier.
So lange hat's vor Ihnen niemand bei Dr. von Gastein ausgehalten.
Alle Achtung!
Ja...
Susanne war nicht einfach.
Zuckerbrot und Peitsche war ihr Prinzip.
Sie hat von ihren Mitarbeitern immer...
Respekt und Würdigung ihrer Leistungen verlangt.
Jeden Tag aufs Neue!
Wer da nicht mitgemacht hat, hat die Peitsche zu spüren bekommen.
Zu denen haben Sie aber nicht gehört.
Mitunter musste man sich in Deckung bringen und sich still verhalten.
Und dazu hab ich auch Sabine geraten.
Mit ihrem eiskalten Blick konnte Susanne ihre Mitarbeiter
in den Wahnsinn treiben.
Und dafür hat sich gestern Nacht irgendjemand gerächt?
Ich weiß es nicht.
Nein, das glaub ich nicht.
Niemand hier hätte es gewagt, die Chefin umzubringen.
Entschuldigen Sie bitte, aber ich muss.
Vergessen Sie die Akten nicht, die Sie mitnehmen wollten!
Danke! Ich such sie später raus.
Bitte nehmen Sie doch. Ich kann noch nicht.
Danke.
Mögen Sie den? Im Moment nicht, vielen Dank.
Unsere Hilfe, die gute Frau Nowack, die überschüttet mich hier geradezu.
Dabei bin ich in 'n paar Stunden wieder raus.
Wer zum Teufel... hat mir nur das Liebste genommen,
was ich im Leben hatte?
(schluchzt) Wer hat mir das angetan?
Sie meinen, wer hat das Ihrer Frau angetan?
Ja, natürlich, sicher.
Sie hatte viele Feinde.
Neid und Missgunst.
Hier und... woanders auch.
Das begegnet einem auf Tritt und Schritt,
wenn man oben an der Spitze steht.
Spielen Sie auf Dr. Massad an? Ach, nein, das ist doch ein Feigling.
Sagt Susanne jedenfalls.
Überall Feinde, aber Sie nennen keine Namen.
Ihre Anklage ist sehr vage, Herr Dr. von Gastein.
Haben Sie Angst?
Sie haben gestern Nacht noch Ihre Frau gesehen.
Der Täter hatte keine Angst, zuzustechen.
Dreizehn Mal, hemmungslos!
Helfen Sie mir, die Tat aufzuklären.
Und wenn Sie Angst haben, dann sagen Sie mir das.
(Stimme zittert) Ja, ich hab Angst.
Angst vorm... Alleinsein, nachher zu Hause.
Ihre Tochter wird da sein.
Ja, Josephine, ja...
Ihre Frau wollte ihre Sekretärin entlassen, Sabine Jensen.
Ach, das ist doch ein Schaf. Das hätte sie doch nie gemacht.
Susanne hat aber damit gedroht.
Ja, vielleicht hat sie gedroht, aber sie hätte das nie gemacht, nie!
Der Täter hat Ihrer Frau...
.mit einem weißen... Seidenschal die Augen verbunden.
Fast so, als hätte er verhindern wollen,
dass sie ihm dabei zuschaut, wie er sie ersticht.
Oder er hat ihr hinterher die Augen verbunden,
weil er ihren Blick nicht ertragen konnte, als sie tot war.
Aha...
Herr Dr. von Gastein, warum arbeiten Sie nicht mehr als Chirurg?
Ach, lassen Sie doch den Titel weg.
Seit ein paar Jahren...
leide ich an einer Angststörung, bekomme Panikattacken.
Susanne hat mir da immer so... so geholfen.
Sie ist bei mir geblieben, hat mir immer wieder Mut gemacht.
* Musik schwillt an. *
* Sphärische Musik *
* Fahrstuhlglocke *
Ich hab die Tatwaffe, also die fehlende Spiegelscherbe,
die hab ich digital dargestellt.
Gestorben ist sie wahrscheinlich an diesem Stich hier.
Der geht durch den schmalen Rippenspalt direkt in die Herzkammer.
Interessant ist aber auch der hier von schräg unten.
Der Täter muss gekniet haben, als er zustach.
Kampfspuren? Nein.
Nur, sie hat Salzspuren auf den Wangen.
Sie hat geweint kurz vor ihrem Tod.
In jungen Jahren hat sie 'ne Menge an sich machen lassen.
Die Oberlider sind korrigiert, Wangen und Lippen aufgespritzt,
und die Ohren wurden angelegt.
Das erkennt man gut an den kleinen Narben hier.
Wann hat sie das alles machen lassen?
Muss sie so um die Zwanzig gewesen sein.
Danke! Mhm.
Das heißt, sie hat früher anders ausgesehen?
Wahrscheinlich.
Besorg uns bitte ein Foto aus ihrer Studentenzeit.
Mach ich.
Ah, was ist mit Sabine Jensen?
Ist sie inzwischen wieder vernehmungsfähig?
Ja, ab morgen früh wieder.
Ihre Eltern haben sie in eine Spezialklinik gebracht.
Die macht 'ne Therapie. Das ist die Adresse.
Mensch Kinder, ihr verderbt euch die Augen.
Hier, Susanne von Gasteins Gepäck.
Ich hab ihre Kreditkartenrechnungen gecheckt
und 'ne Abbuchung von 'nem Berliner Hotel gefunden.
(berlinert) Da dachte ich, ich geh da hin und guck mir das an, wa?
* Er lacht. *
Oh! Das ist aber für mehr als nur eine Nacht.
Ja, sie hat für fünf Nächte im Voraus gebucht.
Sie wollte heute auschecken. Das Zimmer ist schon wieder belegt.
Sie hat die letzten fünf Nächte im Hotel gewohnt?
Hat sie da auch jemand gesehen? Ja, sie war da.
* Spannende Musik *
Davon hat ihr Mann mir überhaupt kein Wort gesagt.
* Spannende Musik *
* (entfernt) Laute Techno-Musik *
* Die laute Musik kommt aus dem Haus. *
* Laute Techno-Musik *
(ruft) Anna!
* Techno-Musik *
Hallo, Herr Schumann! Was für eine Ehre!
Wo ist 'n dein Vater? Keine Ahnung!
* Höllisch laute Techno-Musik *
(Ewa) Küche ist tabu!
(schreit) Nein, hier kommt keiner rein!
Hier kommt keiner rein! Raus hier, raus!
So, Jungs, Schluss! Ihr geht jetzt rüber!
(stöhnt) Ach! Ein Engel!
Herr von Gastein ist völlig fertig mit den Nerven.
Warum schmeißt er sie nicht raus? Weiß nicht!
* Laute Techno-Beats *
* Musik endet. *
* Protest der Jugendlichen *
* Stimmengewirr *
Sorry, Leute! Ich weiß, ich bin der Spielverderber.
Aber die Party ist aus.
* Protest *
Ihr geht jetzt alle nach Hause!
(Josephine) Sag mal, hast du sie noch alle?
Schäm dich! Deine Mutter ist noch nicht...
Halt dich da raus, Ewa! Misch dich nicht ein!
Geht nach Hause, los!
Wir machen woanders weiter, komm!
Wir können zu mir gehen. - Hier geht niemand!
Leute, jetzt bleibt doch!
Komm doch mit zu 'ner anderen Party! - Was seid ihr für Lappen?
Hallo! - Ja, komm mit!
Nein! Aber ihr bleibt doch! - Nee, ist scheiße hier, sorry.
Ist vorbei. - Dann geht doch alle!
Piss off! Ich brauch euch eh nicht!
* Leises Klirren *
Bitte, bitte setzen Sie sich.
Herr von Gastein ist gleich da.
* SMS-Signal *
Danke für die Ruhe.
Aber setzen Sie sich doch bitte.
Ich versuche die ganze Zeit, das zu überhören.
Und das können Sie?
Einen Tag, nachdem Ihre Frau ermordet wurde?
Ja, das kann ich, Herr Schumann.
Josephine weiß doch gar nicht, wie sie mit all dem umgehen soll.
Sie haben mir nicht erzählt,
dass Ihre Frau gar nicht zu Hause geschlafen hat.
Susanne hat oft bis tief in die Nacht gearbeitet.
Da hat sich das nicht gelohnt, nach Hause zu kommen.
Susanne hatte für fünf Nächte ein Hotel gebucht.
Ja...
Sie hatte gelegentlich... kurze Affären.
Völlig okay für mich. Tatsächlich?
Wer waren denn die Herren? Oder Damen?
Ich nehme an, dass Sie mir keine Namen nennen können.
Nein, leider nicht.
Warum haben Sie einen Tag vor Susannes Tod
über ein Dutzend Mal versucht, sie auf ihrem Handy zu erreichen?
Ja, es gab viel zu organisieren.
Wir engagieren uns sehr für eine Stiftung für Kriegsversehrte.
Sie haben sie bis nachts um drei angerufen.
Herr von Gastein ist ein Nachtmensch.
Herr von Gastein verkennt seine Lage!
Ich hab den Verdacht, dass Sie mir einige Dinge verschweigen.
Wenn Sie diesen Verdacht jetzt nicht ausräumen,
begleiten Sie mich aufs Präsidium. Sie meinen, die Männer?
Das waren... Sie ist doch immer zu mir zurückgekommen.
Gestern Nacht nicht. Nein.
Die Affären gehörten zu Susanne dazu.
Zu Ihrer großen Liebe?
Die Sie mit Ihrer Frau verbunden hat?
Ja...
Liebeslust muss auch Liebesleid ertragen können.
Wann hat denn diese Liebe angefangen?
Als der berühmte Professor für plastische Chirurgie
seine Studentin operiert hat?
Erzählen Sie mir doch mal, wie haben Sie sich kennengelernt?
* Geschirrklappern *
Ich glaube, Sie sollten Herrn Professor jetzt etwas Ruhe gönnen.
Nicht, bevor ich erfahren hab,
wie aus der einfachen Studentin eine brillante Ärztin wurde
und aus dem renommierten Chirurgen ein Uhrenbastler.
Aber setzen Sie sich doch zu uns!
Sie haben doch die ganzen Jahre an der Seite des Professors miterlebt.
* Düstere Musik *
* Straßenverkehrslärm *
Aber du hast verstanden, was ich meine?
Klar, Studentin krallt sich Professor,
wird quasi sein Model, lässt ihn erst mal machen
und wird dabei immer hübscher. Er verliebt sich in sie.
Ja, und sie ergattert als seine Frau einen Adelstitel.
Sie macht ihn zum Frühstücksdirektor ihrer Stiftung.
Er gehorcht und verstaubt langsam in seiner Uhrmacherwerkstatt.
Hast du dir die mal angesehen?
Nee. Aber eins hast du vergessen. Was?
Der einzige Mensch, der Aufstieg und Fall des Professors
hautnah miterlebt hat, ist Ewa Nowack.
Und das ist natürlich bitter, so was mit anzusehen.
Klar.
Wenn er kippt, ist für sie auch Feierabend.
* Vogelgezwitscher *
Frau Jensen, noch mehr Besuch!
Guten Morgen! Hallo!
Ich wollte eh gerade... Nein, bleiben Sie ruhig.
Tag, Frau Jensen.
Wie geht's Ihnen denn jetzt?
Danke, nochmal.
Es tut mir leid, entschuldigen Sie.
Dafür gibt's gar keinen Grund.
Susanne hat zu mir gesagt, ich hätte sie verraten.
Sabine! Susanne litt an Verfolgungswahn.
Die war doch besessen davon!
Überall hat sie Verrat gewittert. - Sie war doch nicht verrückt.
Glauben Sie mir, es gab keinen objektiven Grund für eine Kündigung.
Ich weiß nicht, was es war, aber ich muss einen Fehler gemacht haben.
Einen schlimmen Fehler. Haben Sie nicht nachgefragt?
Doch, natürlich.
Sie hat mich angebrüllt.
"Tu nicht so scheinheilig, du weißt genau, was du getan hast!"
Sie hat mich angestarrt mit Blicken, die töten können.
Obwohl Sie mit Ihrer Chefin befreundet waren?
Das kann man doch so sagen, oder? Ja, schon seit Jahren.
Konnte sie Ihre Beziehung zu Dr. Massad nicht akzeptieren?
Susanne wusste nichts davon. Und auch sonst niemand.
Ahmed ist verheiratet. Wir haben's ja auch rausgefunden.
Warum waren Sie in der Nacht noch mal im Büro?
Ich wollte Unterlagen rauslegen.
Du dachtest doch, du wärst gefeuert?
Da wäre ich nicht hingegangen!
Deswegen war ich nachts da.
Weil ich ihr nicht mehr übern Weg laufen wollte.
Aber dann war sie doch da.
Ja.
Ich hab das ganze Blut gesehen und den Schal...
Das war wie bei Blinde Kuh, wo sich die anderen verstecken.
Wer könnte 'nen Grund gehabt haben, sich vor Susanne zu verstecken?
Ich nicht! - Sabine, pass mal auf...
Bitte! Lassen Sie Sabine.
Sprechen Sie weiter.
Morgens mach ich immer zuerst Susannes Post auf.
Und an dem Tag war 'n Brief von der Ärztekammer da.
Da stand drin, dass die Kammer gegen Susanne
ein Ermittlungsverfahren eröffnet hat.
Weshalb? Abrechnungsbetrug.
Abrechnungsbetrug? - Ja, mehr stand da nicht.
Nur, dass sie dazu Stellung nehmen soll.
Ich bin natürlich sofort zu ihr hin mit dem Brief!
Aber sie hat nicht groß reagiert. Sie meinte, sie müsste telefonieren.
'ne Stunde später kam sie in mein Zimmer gestürmt,
hat den Aktenschrank aufgerissen,
und die Akten, die sie gesucht hat, waren weg.
Sie hat Sie verdächtigt, Akten weitergegeben zu haben?
Nein, das ist unmöglich.
Ich weiß ja gar nicht, was sie wie operiert hat.
Die hat die Akten längst selbst verschwinden lassen.
Nein! - Doch, die brauchte 'nen Sündenbock.
Wie immer, wenn etwas schief gelaufen ist.
Sie hat dich ausgenutzt wie alle anderen auch!
Lassen Sie sie bitte!
Ganz ruhig, Frau Jensen.
* Schluchzen *
Wir gehen rein.
Kommen Sie, wir gehen rein.
Warum haben Sie nichts davon erzählt?
Ich hör das selbst heute zum ersten Mal.
Tatsächlich?
'n Abrechnungsbetrug der Chefin wäre für Sie ein Karriereschub gewesen.
* Düstere Musik *
Der Betrugsvorwurf kann ihr schwer zu schaffen gemacht haben,
wenn er stimmt.
Sie hat auf ihr Spiegelbild eingedroschen,
weil sie sich nicht verzeihen konnte, dass sie so bescheuert war?
Sie konnte sich nicht verzeihen, dass ihr ein Fehler unterlaufen ist.
Muss ja, sonst wär's nicht rausgekommen.
Also ein Mitwisser bringt Susanne um,
damit sie seinen Namen nicht nennen kann.
Würde ich alles in Betracht ziehen, wenn's nicht den Seidenschal gäbe.
Suchen wir nach einem Täter aus der Revisionsabteilung,
der dreizehn Mal zusticht mit einer Spiegelscherbe?
Und ihr die Augen verbindet mit einem weißen Seidenschal?
Herr Schumann?
Ja?
Danke.
Schumann. (schluchzt) Hier... Ewa!
Hallo? Ewa Nowack.
Können Sie mich hören? Bitte, bitte kommen Sie schnell!
* Spannende Musik *
* Türklingel *
Mein Vater ist nicht da! Wo ist Frau Nowack?
Keine Ahnung. Keller, oder so? Bring mich zu ihr hin!
Los, komm!
Na komm, los!
* Spannende (elektronische) Musik *
* Sie schließt auf. *
Was soll das denn?
Die Polizei hättest du dir sparen können!
Das ist Freiheitsberaubung! Sie sollte einfach mal nachdenken!
Alles in Ordnung? Hm.
Gehen Sie erst mal nach oben.
Alle bekloppt hier, 'n richtiges Irrenhaus!
Nur du nicht, ja?
Ewa meckert die ganze Zeit an mir rum!
Sie labert mich mit ihren Moralpredigten voll
und glotzt mich vorwurfsvoll an! Das halt ich nicht aus!
Was wirft sie dir denn vor?
Dass ich mich nicht genug um meinen Vater kümmere.
Wie läuft's denn zwischen ihm und dir?
Und du und deine Mutter?
Wie kamt ihr miteinander klar?
Papa?
* Uhrenticken *
Gleich, Josephine.
Steh auf! - Moment, bitte!
(lauter) Steh auf!
Na sag mal...
Was ist denn? - Hast du doch gerade gehört!
Jetzt geh dich waschen und zieh dir verdammt noch mal was an!
Guten Tag! Wird's bald!
* Uhrenticken *
Guten Tag!
Ich bin gleich bei Ihnen.
* Eine Uhr spielt eine Melodie. *
Boah! Wie das hier stinkt!
Na, was ist? Zufrieden?
Das erleben Sie schon seit Jahren so?
Mit Susanne war's sicherlich nicht viel anders, oder?
Herr von Gastein braucht mich. Das war immer so.
Und es bleibt immer so.
Treu bis in den Tod?
Ist das Ihr Motto als Haushälterin? Ich...
* Sie spricht polnisch. *
Ich mach uns Kaffee.
* Uhrenticken *
* Spannende Musik *
* Klirren *
* Spannende Musik *
Weißt du, Josephine?
Für manche Menschen ist es schwer zu akzeptieren,
dass jeder auf seine Art und Weise trauert.
Frau Nowack weint...
Dein Vater verkriecht sich, lässt sich gehen...
Und du versuchst, dir nichts anmerken zu lassen
und so weiter zu machen, als sei nichts passiert.
* Uhrenticken *
Vielleicht hat deine Mutter das ja genauso gemacht.
Aber... manchmal konnten einen ihre Entscheidungen schon hart treffen.
Oder?
Was meinst du?
Na ja... Sie hat deinen Vater und dich immer wieder allein gelassen.
Ja, wegen Arbeit und so.
Die letzten fünf Nächte hat sie im Hotel verbracht.
Es war nicht das erste Mal, dass sie euch hat sitzen lassen, oder?
Was soll das? Warum schnüffelst du bei uns rum?
Hau ab und geh Susannes Mörder suchen!
Bei uns im Haus ist er nicht, verpiss dich!
Setz dich wieder hin!
(schreit) Au!
* Aufprall *
Was ist hier los? - Pa!
Jesus Maria!
Sie gehen jetzt besser.
Du kommst mit aufs Präsidium. Moment mal!
Das dürfen Sie gar nicht. Ausnahmsweise schon.
Ist ja nur zu Besuch. Verhören dürfen Sie mich nicht.
Wir werden uns nur unterhalten.
Du wolltest doch immer raus aus dem Irrenhaus hier!
* Sie pustet. *
Echt fies, der Raum hier.
Was hast du denn gedacht? Hier steht 'n Sofa, oder was?
Hast du mal 'n Drink für mich?
Milch oder Wasser?
Na komm! Wir gehen rüber in mein Büro.
Schade, ich dachte, da geht was ab.
Was soll denn abgehen?
Hätte die mich gebissen, ich hätte die rund gemacht.
Dabei will sie bestimmt nur in' Arm genommen werden.
Ich will 'ne Aussage machen.
Ich weiß nämlich, wer's war.
Für 'ne offizielle Aussage hätten wir deinen Vater mitnehmen müssen.
Ich dachte, wir... Ewa war's!
Ich dachte, wir beide reden erst mal zu zweit.
Hast du nicht gehört, was ich gerade gesagt hab?
Warum sollte deine Haushälterin deine Mutter umbringen?
Weil Susanne sie rausschmeißen wollte.
Wäre Martin nicht so scheiß gutmütig, wäre Ewa längst auf der Straße.
Bist du 'n bisschen eifersüchtig?
Eifersüchtig? Auf Ewa? Auf deinen Vater!
Ewa kümmert sich ja von früh bis spät um ihn.
Die beiden sind sehr eng, kennen sich schon ewig.
Ewa ist mir scheißegal.
Also, wenn mich jemand derart in Rage bringen kann,
dass ich ihn in den Keller sperren muss,
ist er mir nicht egal.
Warum geht's schon wieder um mich? Hör auf mit dem Psychoscheiß!
Ich will Ewa anzeigen, Punkt.
Kann ich das jetzt?
Gut... Dann ruf ich jetzt deinen Vater an und bitte ihn hierher.
Du denkst, ich spinne, was?
Warst du vorgestern Nacht bei deiner Mutter in der Klinik?
Ich hatte recht! Du denkst, ich hab sie nicht mehr alle!
* Lautes Getrampel *
Wie soll ich denn darauf kommen?
Habt ihr euch gestritten?
Kam es dabei zu Handgreiflichkeiten? Bullshit!
* Schluchzen *
* Schniefen *
Bitte schick mich nicht nach Hause.
Gut, dann überlegen wir mal, was wir machen können.
Kann ich nicht bei dir bleiben, bitte?
Josephine, das geht nicht.
Das musst du verstehen.
Hätte ich mir ja gleich denken können.
Wie kann man nur so blöd sein!
* Knall *
Na, die war ja schnell wieder weg.
Alles in Ordnung? Nicht ganz.
Sie beißt nicht nur, sie schmeißt auch Handys gegen die Wand,
feiert den Tod ihrer Mutter mit 'ner Party und weiß,
dass Ewa sie umgebracht hat.
Komm mal rüber, wir haben was.
* Spannende Musik *
Das ist die Kopie von 'ner anonymen Anzeige,
die per Post bei der Ärztekammer eingegangen ist.
Susanne hat Patienten auf Kosten der Krankenkasse operiert,
obwohl das medizinisch nicht notwendig war.
Abrechnungsbetrug in großem Stil. Was hätte es ihr gebracht?
Sie war angestellt in der Klinik. Einen Bonus aufs Chefarztgehalt.
Nee, das stimmt nicht.
Es ist verboten, Arztvergütungen an OP-Raten zu knüpfen.
Aber du kannst das Problem irgendwie indirekt lösen,
indem du nämlich den Bonus an ein Budget knüpfst,
das du nur einhalten kannst, wenn du genug operierst.
Aber Susanne ging's nicht ums Geld.
Um Anerkennung. Von der Geschäftsleitung?
Von allen Seiten...
Von den Kollegen, den Patienten, den Lesern ihres Blogs.
Aber das hätte sie doch gar nicht nötig gehabt.
Täusch dich mal nicht.
Susanne von Gastein, geborene Schmitz.
Ein unglückliches, junges Mädchen aus 'ner kleinen Beamtenfamilie.
Aufgewachsen in einem winzigen Kaff in Hessen.
Von alldem wollte Susanne weg. Aber kein Studium, keine Schönheits-OP
konnte ihr schwaches Selbstbewusstsein stärken.
Ihr Anspruch an sich selbst war zu hoch.
Ihr Anerkennungsbedürfnis so groß,
dass es in ihrer Nähe nicht auszuhalten war.
'n Horror für die Kollegen, haben wir ja gehört.
Die haben sich auch 'nen neuen Job gesucht.
Bis auf Dr. Massad... und Sabine Jensen.
Die haben sie ertragen.
Aber hier ist ganz konkret von Beweismaterial die Rede.
Von Patientenakten.
Die Susanne gesucht hat.
Und die Sabine angeblich hat verschwinden lassen.
Sabine hat damit nichts zu tun.
Wir nehmen uns das Krankenhaus vor.
* Dynamische Musik (Percussion) *
* Dynamische Musik *
Hier rein!
Nein, kommen Sie! Wir gehen da rein.
Keine Angst, es wurde schon saubergemacht.
Wie oft haben Sie hier gesessen und Susannes Narzissmus ertragen müssen?
Wie oft haben Sie sich von ihr demütigen lassen?
Wie oft haben Sie Respekt und Hochachtung geheuchelt?
Oft! Sehr oft!
Aber hält man das auf Dauer durch?
Nein.
Man sucht nach einem Ausweg. Bitte.
Nach einer Lösung.
Oder nach Rache.
Damit haben Sie Susanne erpresst.
Frau Jensen haben Sie benutzt, um an die Beweise zu kommen.
Sie hat Sie geliebt, und sie hatte den Schlüssel für Susannes Büro.
Sie können mir gar nichts nachweisen. Ich kann Ihnen alles nachweisen.
Reden wir über die Mordnacht.
Da war ich oben auf der Station, das wissen Sie.
* Spannende Musik *
Ich hab Susanne nicht umgebracht!
* Spannende Musik *
Hören Sie...
Ja, ich hab Susanne erpresst.
Aber ich hab sie nicht getötet. Ich bitte Sie.
Dafür hätten Sie beinahe Frau Jensen auf dem Gewissen gehabt.
Wie haben Sie Ihre Forderung Susanne vorgetragen?
Ich hab sie direkt damit konfrontiert.
Sie wollte sofort zurück ins Büro und...
alles in die Wege leiten.
Wir hatten die Abmachung,
dass sie sich aus persönlichen Gründen beurlauben lässt,
um sich dann nach einer neuen Stellung umzusehen.
Aber die Ärztekammer hätte doch weiter recherchiert.
Sie hätten aber nichts gefunden.
Sie wollten Susanne auf diskrete Art dazu bringen,
ihren Platz freiwillig zu räumen.
Sie hatten sie mit den Akten in der Hand.
Für den freigewordenen Chefsessel hätten Sie sich bewerben können
mit dem Hinweis, Sie wüssten nun, wie man einen Skandal verhindert.
Zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.
Ich freue mich für jeden einzelnen Patienten in dieser Klinik,
dass daraus nun nichts wird. Sie können gehen.
Was ist? Wollen Sie noch Abschied nehmen?
* Spannende Musik *
Arschloch!
Guten Tag!
* Klirren *
Ohne sie bin ich nichts.
Er hat jede Menge Liebe verdient.
Sie ist doch meine Frau!
Du denkst, ich hab sie nicht mehr alle!
* Musik klingt aus. *
* Sie erschrickt. *
Familienausflug?
Josephine ist bei Freundinnen.
Da wollten Herr von Gastein und ich übers Wochenende
ins Brandenburgische.
Übers Wochenende?
Kommen Sie mal mit rein!
Herr von Gastein?
Ich verdächtige Sie des Mordes an Ihrer Frau.
Als ich das erste Mal in dieses Haus gekommen bin, hab ich mich gefragt,
wie die Menschen hier wohl zusammengelebt haben.
Aber Sie haben hier mit Ihrer Frau gar nicht mehr zusammengelebt.
Und mit Josephine eigentlich auch nicht.
Dafür umso enger mit Frau Nowack.
Sie war ja schon im Haushalt Ihrer Eltern
und ist Ihnen seither treu gefolgt.
Wir suchen die Tatwaffe. Wo ist sie?
Die Scherbe aus Susannes Spiegel, mit der Sie zugestochen haben.
Ich hab sie in die Spree geworfen.
Sie?
Ja.
Ewa saß unten im Wagen.
Ich hatte die Scherbe ja noch in der Hand.
Ich konnte nicht klar denken.
Ewa hat keine Schuld. Nein?
Nein.
Sagen Sie mir jetzt, dass Ihre Frau schuld war?
Die junge Studentin hat sich etwas anders entwickelt,
als Sie's erwartet hatten.
Sie hat Sie beherrscht.
Das ist alles meine Schuld.
* Schluchzen *
Haben Sie Herrn Gastein aufgefordert,
sich gegen seine Frau zu wehren?
Haben Sie ihm gesagt, dass er mutiger sein soll?
Ihr zeigen soll, dass er der Mann im Haus ist?
Sie selber sind ja auch 'ne besonders mutige Frau.
Wie Sie sich gegen Josephine gewehrt haben. Donnerwetter!
* Schluchzen *
Eigentlich sind Sie beide doch gar nicht zu Gewalttaten fähig.
Was ist passiert?
Dass es trotzdem dazu kam?
Susanne wollte, dass ich wieder für Fotos mit ihr zusammen auftrete.
Das wollt ich nicht.
Da hat sie meine Uhren zerschmettert, hat sie zertreten,
hat sie an die Wand geworfen.
Da haben Sie sich eingemischt.
Hm.
Wenn ich Ewa nicht sofort vor die Tür setze,
dann packt sie ihre Sachen, hat Susanne gesagt.
Und das wollt ich, das konnt ich nicht.
Dann geh doch, hab ich gesagt.
Das hat sich unglaublich gut angefühlt.
Dann ist Susanne ins Hotel gezogen.
Zuerst hab ich mich befreit gefühlt.
Aber dann nach 'n paar Nächten... ...sind Sie eingeknickt.
Ja.
Ich bin dann zum Schluss in die Klinik... gegangen und...
Nachts, hab sie angefleht.
Auf Knien! Ich mach alles, was du sagst.
Ich schick auch Ewa fort,
hab ich gesagt.
Zu spät.
Wer Susanne verletzt hatte, bekam keine zweite Chance.
Nein.
Sie kam... stumm auf mich zu mit einem eiskalten Blick.
Und ihre Augen sagten, ich werde dich vernichten.
Da lag diese Spiegelscherbe direkt neben mir.
Und Susanne über mir...
Und in dem Moment hab ich gewusst...
Jetzt... muss ich mich entscheiden.
Entweder sie... oder ich.
* Düstere Musik *
Untertitel im Auftrag des ZDF, 2019
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