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Original subtitles

* Belebte Musik *

"Für meinen Freund und Kollegen Brillo. Fips."

Weiß Ihre Frau,

dass Sie einer Minderjährigen ein Kind gemacht haben?

Sie kann es lesen. Ich warne Sie!

Schau mal, Jutta ist hier. - Ich hab leider nicht viel Zeit.

Hier ist es. - Ganz lieben Dank.

Was ist das? Nur ein paar Dokumente.

Mama, du weißt schon, dass die Jutta bei der Baader-Meinhof-Gruppe ist?

Meine Frau will, dass es wieder so ist wie früher.

Noch ein Kind, ne?

Ich würde mich fühlen wie ein Verräter.

Hartwig, Sie lügen!

Sie haben Bukowski nicht am Mittwochabend getroffen.

Das kann Sie verdammt noch mal Ihren Kopf kosten!

* Belebte Musik *

Mama, ich muss doch wissen, wer mein Vater ist!

Es ist nicht wichtig.

Die haben mein Hausboot durchsucht.

Das Frauenforum haben Sie auch auseinandergenommen.

Die ermitteln gegen uns wegen Beihilfe zur Abtreibung.

Aus Schaffelgerbers Unterlagen, ein paar Kontakte.

Sweetheart, du bist die Beste!

Vielen Dank.

Der Nächste bitte.

* Spannungsgeladene Musik *

Was kann ich für Sie tun? * Er murmelt unverständlich. *

* Knurrender Laut *

Los, pack das Geld hier rein!

Schneller! Er soll sich beeilen!

Los, los, los, mach! Schneller!

* Belebte Musik *

* Angespannte Musik *

Die Bullen! - Scheiße, ihr Arschlöcher habt die Bullen gerufen!

Weg hier!

Bleib sitzen, Opa!

* Spannungsvolle Musik *

* Motorengeräusche *

Herr Kerckow,

was haben nackte Brüste mit "Nouvelle Cuisine" zu tun?

Auf fast jeder Seite in diesem Heft

werden Frauen zu Objekten degradiert.

Ist doch egal, wo ich's aufschlage, die erste Seite: Hintern, Titte.

Kochartikel, Brüste.

Ein bisschen Politik haben wir auch. Brüste.

Doppelseite Brüste, viele, viele, viele Brüste.

Letzte Seite - logisch - haben wir Brüste.

Das ist Werbung. Peter Zadek-Interview, Brüste.

Frau Wolf, ich bin gerade überhaupt nicht in der Verfassung.

Wie findet Ihre Frau "Relevant"? Das würde mich interessieren.

Verschwinden Sie! Raus aus meinem Büro! Jetzt! Hauen Sie ab!

* Ruhige Musik *

Raus, bitte! Bitte gehen Sie.

Eins, zwei, drei und vier.

Vier Fehler auf fünf Doppelseiten. Ich versteh's nicht.

Hat dich dein neuer Freund um den Rest von Verstand gebracht?

Wenn deine Geschmacksnerven nur minimal entwickelt wären,

dann wüsstest du, dass für Käsefondue nur drei Käsesorten

infrage kommen: Emmentaler, Comté und Beaufort.

Vielleicht noch ein Gruyère, allerhöchstens Vacherin.

Aber niemals Gouda!

Also, ich hab das nur geschrieben, weil... Hier steht's doch:

Gouda im Käsefondue!

Außerdem solltest du wissen, dass dazu ein Fendant am besten schmeckt.

Mensch, Frederick, ich muss doch auf die deutsche Hausfrau eingehen.

Welche Zutaten in ihrer Nähe erhältlich sind.

Was ist eigentlich mit Kerckow los? Hm?

Wenn ich nicht mit dem Verleger von Bukowski gesprochen hätte...

Was ist da los bei euch? Tja, weiß ich nicht.

Seit die Wolf da ist, ist die Stimmung gereizt.

Weiß ich doch.

Ich hab geglaubt, dass er sie in den Griff kriegt.

Ich glaub, er trinkt ... zu viel.

Karin, das ist mies.

Ganz mies.

Dein Vater hat mir einen Einlauf verpasst, und 'ne Abmahnung.

Echt? Oh nein!

Soll ich sagen, dass du Bukowski wegen mir versetzt hast? Nee.

Wieso nicht? Ich treff meine Entscheidungen selber.

Ich will nur nicht, dass du wegen mir als Betrüger dastehst.

Soll ich dir mal was sagen? Mhm.

Bukowski ist felsenfest davon über- zeugt, dass er mich getroffen hat.

Und sein Agent hat mich angerufen und sich bedankt,

dass sei das beste Interview, dass der alte Säufer nie gegeben hätte.

Super!

Und dein Penny Slinger-Text.

Schon fertig? Mhm.

Danke!

Bist du sicher, dass du Journalistin werden willst?

Nein. Gut.

* Klappern *

Ah. Hartwig, das nervt!

Hab gehört, Sie suchen Ihren Papi.

Wenn Sie ihn finden, tut mir die arme Sau jetzt schon leid.

Was machen eigentlich Ihre Kinder, Hartwig?

Wissen die beiden, dass Ihr Papi jetzt im Puff wohnt?

Sehr witzig.

Fips. Woher haben Sie die?

Aus dem Archiv. Woher denn sonst? Wofür?

Für eine Serie über die Autoren der "Neuen Sachlichkeit",

die unter den Nazis verfolgt wurden, falls Sie nichts dagegen haben.

Falls das gebärmuttertechnisch okay ist. Ja, ist okay.

Die sind aus dem "Stürmer", ne? Widerlich!

Widerlich. Kann ich mir die mal borgen?

Mir doch egal.

Wenn Sie schon über "Neue Sachlichkeit" schreiben,

dann bitte auch über Irmgard Keun, Vicki Baum. Sagt Ihnen was?

Ich vergesse auch die zwei Alibi-Miezen nicht.

* Belebte Musik *

Bitte schön. - Ah! Danke.

* Räuspern *

Bitte schön. - Danke.

Können Sie mir einen Zehner leihen?

Ich hab's nicht mehr zur Bank geschafft.

Sie wissen schon, dass Sie mir noch 50 Mark schulden?

Tatsächlich? - Ja.

Das tut mir leid, ich...

Gut, dann sind's jetzt 60.

Vielleicht sollten Sie's sich aufschreiben.

Ja, vielen Dank. Ist mir sehr peinlich.

Ähm, können Sie mir den Zettel von gestern verrechnen?

Stimmt dann so.

Ohne Sie wäre ich jetzt glatt verhungert.

War wohl 'ne lange Nacht gestern, hm?

Das geht Sie gar nichts an!

* Belebte Musik *

(Frau) Frau Wolf? Alles in Ordnung?

Ja.

Waren Sie schon bei Olsen?

Nein.

Hat er Sie noch nicht zu seiner Spezialheftkritik gerufen?

Hartwig war auch schon da.

Alle paar Wochen überkommt's unseren Verleger,

dann dreht er völlig durch.

Ich hab das Gefühl, er hat Kerckow auf dem Kieker.

Ach! Ja.

Warum?

Ich war ja eine Weile mit Herrn Olsen zusammen.

Ich merk so was.

Was hat er denn gesagt über Herrn Kerckow?

Er hat versucht, mich auszufragen.

Er denkt, er kann mich benutzen.

Aber an mir beißt er sich die Zähne aus.

Soll er doch sein Liebchen fragen, Fräulein Jansen,

die weiß ja alles über Kerckow.

Wahrscheinlich bumst er sie nur, damit sie für ihn spioniert.

Acht Jahre.

Acht Jahre meines Lebens war ich mit diesem Schwein zusammen.

Wussten Sie, dass ich zweimal abgetrieben habe?

Er schafft's nicht, rechtzeitig seinen Schwanz rauszuziehen.

Dann schickt er mich nach London, einfach so,

ohne mit der Wimper zu zucken.

Frau Simonis, ich hab jetzt leider wirklich keine Zeit dafür.

Würden Sie mich rauslassen? Ja, natürlich.

Schönen Tag noch! Ihnen auch!

* Langsame Musik *

Habt ihr nie darüber geredet? Sie muss dir doch was gesagt haben.

(Mathilde) "Sie hat doch nie so viel geredet."

Schon gar nicht über ihre Männergeschichten.

Wir gehen die Fotos noch mal durch. Der Mann im Zoo, wer ist das?

Das ist unser Cousin Robert, der Sohn von Onkel Willy.

"Also der ist es sicher nicht."

Mäuseken, das führt doch zu nichts.

Wer ist das auf dem Schlitten? "Das ist der Erich."

Das war ein ganz Lieber.

Der hat zwei Häuser weiter gewohnt, hat sich dann aber aufgehängt.

Ich glaube, der war auch so ein bisschen andersrum.

Du musst doch irgendeinen Verdacht haben!

Süße, du kennst doch deine Mama, die hat nicht viel gesprochen.

Außerdem hat sie in Altona gewohnt. * Jemand klopft. *

Komm rein, ist offen!

Gut, Tante Mathilde, ich krieg Besuch jetzt.

Lass uns morgen weitersprechen, ja?

"Ja." Gut, ich...

Also ich melde mich morgen. Gute Nacht.

"Tschüss!"

Jutta! Zarah.

* Langsame Musik *

(leise) Ah! Vorsicht! Vorsicht!

Ist das ein Schuss? Ein kleiner Arbeitsunfall.

Scheißbullen!

Musst du zum Arzt? Ich...

Quatsch, ist nur ein Streifschuss.

* Hupen, Motorengeräusche *

* Spannungsgeladene Musik *

Ist okay, das ist eine Freundin von mir.

Ich schick sie weg.

Geh ins Schlafzimmer.

Hey! Hey!

Du ich... Hi! * Kusslaut *

* Spannungsgeladene Musik *

Es tut mir leid, ich kann heute Abend nicht.

Wieso nicht?

Wir sprechen morgen, okay?

Ich hab Durst, lass uns Wein trinken.

Nein, es geht ... es geht wirklich nicht.

Ist da jemand bei dir?

Da ist keiner bei mir.

Weißt du was? Du kannst mich mal!

* Ruhige Musik *

Wie ist das passiert?

Wir haben eine Bank überfallen.

Jetzt guck nicht so.

Wenn du im Untergrund lebst, kannst du schlecht zum Sozialamt gehen.

Jutta, du musst aufhören damit, echt!

Euer beschissener Kampf hat schon sieben Menschen das Leben gekostet.

Du kennst mich doch.

Ich würde nie jemanden umbringen.

Ja, aber deine Baader-Meinhof-Gruppe.

Ihr seid verantwortlich für sieben tote Menschen.

Das System ist verantwortlich, nicht wir!

Das mit deiner Mutter, das tut mir leid.

Ich hab sie immer gern gemocht.

Ja, so sehr, dass du ihre Wohnung als Waffendepot missbraucht hast.

Das waren nur gefälschte Pässe.

Meine Mutter hat dich auch immer gern gemocht.

Manchmal hatte ich das Gefühl,

sie hätte lieber dich als Tochter gehabt als mich.

Das war nur, weil ich ihr diesen Schal gestrickt hab.

Der war so hässlich.

* Ruhige Musik *

Jutta, du musst dich stellen.

Keine Option.

Es ist eine Frage der Zeit, bis die euch kriegen! Ihr habt keine Chance!

Es ist Wahnsinn, was ihr macht!

Jetzt haben wir uns so lange nicht gesehen und was machst du?

Gibst mir Ratschläge.

Du änderst dich wohl nie, hm? Ich hab immer auf dich aufgepasst.

Danke.

* Dynamische Musik *

Ihr Beitrag über die Notrufnummern 110 und 112 ist viel zu lang.

Dampfen Sie ihn ein. Wie, was, eindampfen?

Es war ausgemacht, ich soll drei Seiten bekommen dafür!

Halten Sie es kurz und knackig.

Ich hab mit dem Verleger schon alles besprochen!

Zwei Spalten! Welche Themen haben wir noch?

Es gibt Gerüchte über die Davidwache. - Das ist Krimskrams.

Das sehe ich anders, da geht's um Prostitution, Korruption und Politik.

Lokalpolitik.

St. Pauli ist ein Mythos, die Story hat Potenzial.

Wer sind Sie eigentlich? Herr Lenz, ein neuer Reporter.

Recherchieren Sie die Geschichte.

Schließen Sie sich dann kurz mit Frau Wolf.

Wie weit sind Sie mit der Prostitutionsgeschichte? Weit.

Ich brauche mehr Platz, zehn Doppelseiten! Ha!

Plus vier Doppelseiten für meinen Bordelltest.

Ich bin bei meinen Recherchen auf ein interessantes Problem gestoßen.

Es gibt neben der klassischen Prostitution

eine doch erschreckende Zahl an heroinsüchtigen jungen Mädchen,

die keine andere Wahl haben, als sich über Prostitution ihre...

Das besprechen wir dann in aller Ruhe.

Danke. Weiter.

Gut, von mir aus.

Bevor wir hier weitermachen, möchte ich in dieser Runde noch einmal

ganz grundsätzlich über die Ausrichtung von "Relevant" sprechen.

Vielen Dank, aber das ist immer noch die Themenkonferenz. Ja.

Ganz genau, und ich möchte... Ich habe Termine!

Ich habe Termine, ja?

Wir sollten jetzt das Terrorismusthema zusammenzurren.

Sie haben alle mitbekommen, dass am gestrigen Tage

zwei Mitglieder der Baader-Meinhof- Bande eine Bank überfallen

und dabei einen Polizisten verletzt haben.

(Simonis) Ja, steht ja in der Zeitung.

Was ist mit dem Mann?

Ähm...

"Die beiden Terroristen eröffneten ohne Vorwarnung

das Feuer auf die Polizeibeamten."

"Dabei wurde der 32-jährige Familienvater Rudolf B.

von zwei Kugeln lebensgefährlich verletzt."

"Wie aus Polizeikreisen verlautet..." - Danke.

Sie müssen jetzt nicht den ganzen Artikel vortragen, also weiter, ja?

Sartre hat die Baader-Meinhof-Gang mit der Resistance verglichen.

Vielleicht schreibt er uns ein Essay.

Gut, Hartwig, danke. Was ist mit Ihnen, Frau Wolf?

Sind Sie nicht mit Jutta Beelitz befreundet?

Frau Wolf! Ich ...

bin mit ihr zur Schule gegangen. Warum?

Weil mich interessiert,

warum ausgerechnet so viele gut gebildete Frauen

in den Terrorismus abdriften.

Woher soll ich das wissen?

Wollen Sie sich des Themas nicht annehmen?

Nein, ehrlich gesagt möchte ich das nicht.

Ich äh ... möchte mich kurz entschuldigen.

Frau Wolf, Sie verlassen jetzt nicht ernsthaft den Tisch?

Noch mal, das ist die verdammte Themenkonferenz!

Was ist mit der los? Hat die ihre Tage?

* Langsame Musik *

* Stöhnen *

Jutta?

* Lautes Stöhnen *

Hallo, ich bin Stefan.

Warum hast du mir nicht gesagt,

dass ihr auf einen Polizisten geschossen habt?

Könnt ihr mal aufhören, das ist meine Dusche!

* Stefan lacht. *

* Langsame Musik *

* Sie stöhnen. *

Also, der Balkow hätte noch eine andere Idee für den Titel,

wenn das jetzt für Sie...

Herr Kerckow?

Sie sollen bitte dringend zu Herrn Olsen kommen.

* Stefan ruft etwas Unverständliches. *

Das würde ich nicht tun.

Wenn die Polizei nach Schusswaffen sucht,

setzt sie gerne mal Taucher ein.

* Ruhige Musik *

Nicht dass die Bullen deine Finger- abdrücke auf dem Ding entdecken.

Ihr habt das Feuer eröffnet.

Glaubst du etwa, was in der Zeitung steht?

Der Mann hat Familie, was ist, wenn er stirbt?

Bullen sind Schweine, was regst du dich auf?

Das war eine Enteignungsaktion.

Wer sich uns entgegenstellt, ist selber schuld.

Nimm sofort deinen nackten Hintern da runter!

Der ist sauber, willst du sehen?

Ich hab dir vertraut, du sagtest, die Polizei hat auf euch geschossen!

Zieh dir mal was an.

Zarah, bitte, wir müssen nur zwei Tage untertauchen. Vergiss es!

Nicht bei mir, nicht mit dem Neandertaler da.

Bitte, Zarah! Bis sich die Lage ein bisschen beruhigt hat.

Oder willst du, dass uns die Bullen abknallen?

Hast du geschossen? (Stefan) Was glaubst du?

Sag's mir, hast du geschossen?

Ich hab geschossen.

Aber Jutta wäre genauso dran. Versuchter Mord.

Ich schätze, das macht so 20 Jahre?

* Ruhige Musik *

Wenn sie rauskommt,

hat sie Hängetitten und kein Kerl packt sie mehr an.

Das lässt du dir gefallen?

* Ruhige, spannungsgeladene Musik *

Boah, ich muss hier raus.

Kannst du mir Jod und ein paar Schmerztabletten mitbringen?

(Stefan) Ich hab Hunger.

Entschuldigung! Vielen Dank, meine Liebe.

Wir kommen besser alleine klar.

Ähm. Entschuldigung noch mal und ... guten Appetit.

Danke schön.

Ich geh übrigens mit Fräulein Jansen aus, ist das ein Problem für Sie?

Nein.

Ich wollte nur nicht, dass Sie sich hintergangen fühlen.

Aber das nur nebenbei.

Was ich eigentlich fragen wollte: Wie geht's Ihnen?

Wir müssen wegen dieser Terrorismusgeschichte

die gesamte aktuelle Ausgabe umstellen.

Ich meine persönlich.

Ich habe gehört, Ihre Frau hat Sie verlassen.

Es tut mir wirklich sehr leid.

Ah! Bitte sehr. Bedienen Sie sich.

Die müssen sie probieren, die sind sehr gut.

Ich weiß nicht, ich ... ähm...

Ich weiß ganz genau, wie Sie sich fühlen, glauben Sie mir.

Als meine Frau starb, bin ich in ein tiefes Loch gefallen.

Ich hab mich selbst nicht mehr gekannt.

Ich hatte keine Energie, ich war wie gelähmt.

Selbst das Zähneputzen fiel mir schwer.

Aber wissen Sie, was mir geholfen hat?

Irgendwann hab ich's gespürt, ganz tief, tief drin in meinem Bauch.

Sie müssen sich selber lieben, Kerckow.

Sie sind ein großartiger Mensch.

Mit einem brillanten Geist.

Einfühlungsvermögen, Anstand.

Sie sind es wert, dass Sie sich lieben.

Tun Sie es und Sie werden sehen, alles wird gut.

Mach mir 'n Kaffee.

Und eins von diesen grünen ... einen Wackelpudding nehme ich.

Ich hab auch schlecht geschlafen. Ich hab mich mit Micha gestritten.

Ich hab nicht studiert, um Kaffee zu kochen.

'tschuldigung!

Danke.

Kannst mir glauben, mein Problem ist schlimmer.

Brauchst du Hilfe? Schreib an!

Zarah...

Hallo.

Hi. Hallo.

Dein Artikel ist ganz toll.

Wirklich, ich war total überrascht.

Wieso? Hast du's mir nicht zugetraut?

Doch, natürlich hab ich's dir zugetraut.

Aber dass er so professionell ist, hätte ich nicht gedacht.

"Und so brillant formuliert."

"Und dieses faszinierende Infragestellen

althergebrachter Rollenbilder. Frauen sind so viel mehr..."

Warum halten Sie nicht einfach den Mund?

Sie haben überhaupt keine Ahnung.

Wirklich, du musst dranbleiben! Der Text ist nicht von mir.

Georg hat ihn geschrieben.

Georg?

Georg Hartwig, angenehm.

Warum tust du das?

Ich bin wenigstens ehrlich.

Was läuft denn da zwischen euch zwei Hübschen?

Stutenbeißerei?

Mhm.

* Spannungsgeladene Musik *

* Stimmengewirr *

Ist hier mal Ruhe!

* Lautes Streitgespräch *

* Spannungsgeladene Musik *

(Mann im Hintergrund) In einer Stunde ist Abgabe!

Pyracodon.

Ich weiß es nicht, sie hat Jod und ein Pyracodon in ihrer Tasche.

Das heißt doch, dass einer von den beiden verletzt ist.

Ich vermiss dich so!

Warum machst du das?

Was?

Warum erzählst du überall rum, dass mein Papa ein Schwein ist?

Das ist nicht wahr! Und jetzt komm mir nicht mit deinen Abtreibungen.

Du wusstest ganz genau, dass Papa Mama niemals verlassen würde.

Was willst du denn?

Du bist Ressortleiterin von Deutschlands größter Illustrierten!

Was wärst du denn ohne ihn?

* Jenny schluchzt. *

Ich wäre verheiratet und hätte Kinder.

* Ruhige Musik *

Das ist nicht Ihr Ernst, Balkow! Das ist vollkommen albern.

Nein, das ist poppig.

Die Miller ist klasse, das macht mich an. Das ist reißerisch.

Terroristen sind sexy. Nein, sie sind Mörder.

Bonnie and Clyde, Sam Peckinpah, das ist Hollywood.

Für ein junges Publikum ist das perfekt.

Sagen Sie genau das mal der Familie des angeschossenen Polizisten.

Ja, guten Tag, Mensing mein Name, Rudolf Mensing.

Ich würde gerne mit meiner Klara sprechen. Ich bin der Vater.

(Mann) "Klara, dein Alter ist am Telefon."

Hallo. - Klara, ich bin's.

Ich wollte mal hören, wie's so geht.

Willst du nicht am Sonntag zum Mittagessen kommen?

Mama würde sich sehr freuen.

* Klara legt auf. *

Kann ich Ihnen helfen?

Ah, Herr Olsen!

Ich versuche schon seit gestern, den Hausmeister zu erreichen.

(Balkow) Pop kann eben auch wehtun!

Ersparen Sie mir diese abstrakten Malbuchspielereien, wirklich!

Bringen Sie mir einen Werkzeugkasten.

Wer, ich? Ja, Sie.

* Hartwig spricht unverständlich. *

Il est à l'hôpital. Quel malheur! C'est pas possible.

Oui, merci beaucoup et bon rétablissement! Salut.

* Telefonklingeln *

Wolf.

Frau Beelitz, was kann ich für Sie tun?

* Klopfen * Ja?

Sartre ist im Krankenhaus, die Augen. Soll ich's bei Böll probieren? Ja.

Gut, Hartwig, danke.

Kommen Sie mal her. Ich hab keine Zeit.

Kommen Sie!

Ich kann Ihnen leider gar nichts sagen.

Ich hab leider auch nichts gehört, Frau Beelitz.

Ich kann Ihnen nicht weiterhelfen, es tut mir leid.

Auf Wie... Ja, ich melde mich.

Wo bleiben denn die Fotos?

Herr Kerckow?

Die Polizei geht davon aus,

dass sich die Terroristen noch in Hamburg befinden.

Es gibt Hinweise,

dass sie bei irgendwelchen Unterstützern abgetaucht sind.

* Telefonklingeln *

Und das ist offiziell bestätigt? Danke.

Die beiden Terroristen sind identifiziert!

Jutta Beelitz und Stefan Berger.

Hast du das gehört? Es kam sogar in den Nachrichten.

Ja. Ich hab's auch grad gehört.

(leise) Das kann nicht sein!

Frau Wolf, Ihre Freundin Jutta Beelitz. Ich hab's gehört.

Und? Sie arbeiten dran?

Nein, das ist zu meiner persönlichen Information.

Niemand ist so nah dran wie Sie.

Ich hab schon gesagt, ich kann nicht.

Ein bis zwei Seiten.

Ein Portrait, eine Einschätzung, ein Essay:

Was treibt sie an, was hat sie radikalisiert,

aus welchem Elternhaus kommt sie,

gab es irgendwelche Gewalterfahrungen?

Sie ist eine blöde Kuh! Sie ist eine Idealistin!

Sie will die Welt verbessern.

Auch wenn sie sich für den falschen Weg entschieden hat.

Sie braucht immer was, was Größer ist als sie selber.

Weißt du noch, wie sie im Kommunionsunterricht gebetet hat,

bis man die Knochen gesehen hat? Sie wollte ein guter Mensch sein.

Nee, sie wollte Gott gefallen, das ist das Problem,

ich bin voreingenommen. Ist das Ihr letztes Wort?

Ja.

Nur Rechte, aber keine Pflichten,

das ist eine interessante Arbeitsauffassung.

Vielen Dank, Herr Olsen. Sie haben einen gut bei mir.

Der ist ja wie neu!

Oh, Hartwig!

(leise) Mann!

Olsen, schmeißen Sie den Hausmeister raus.

Es ist mir doch egal, ob der krank ist.

* Klingeln *

Die wissen, dass ihr es wart.

Kam in den Nachrichten. Ihr müsst hier weg.

Hast du die Tabletten?

Was ist das denn für ein Scheiß? Ich hasse Käse.

Sorg dafür, dass ich was Anständiges zu essen kriege.

Ich will mit dir alleine reden.

Jutta, bitte, du musst dich stellen!

Deine Mama hat angerufen, die Polizei war bei ihr.

Glaubst du, ich geb den Kampf wegen meiner Mutter auf?

Bist du verliebt in den?

Was ist das für ein bourgeoiser Scheiß?

Dem bist du völlig egal. Woher willst du das wissen?

Ich seh doch, wie der dich behandelt!

Du und dein Scheißmännerhass! Darum geht's doch überhaupt nicht!

Eine bessere Welt wirst du mit so Arschlöchern nicht erreichen.

Es gibt nur eine Art der Befreiung

von der kolonialen und faschistischen Ausbeuterneurose,

das ist die Gewalt gegen die Schweine:

Knarre, Bewusstsein, Kollektiv.

Haben die dir 'ne Gehirnwäsche verpasst?

Das ist so typisch für dich.

Du denkst, alle anderen außer dir sind dämlich.

Du bist die einzige Frau, die den Durchblick hat.

Stefan, wusstest du, dass Zarah mal scharf auf mich war?

Na, ist doch so!

Und jetzt fühlst du dich in deiner Eitelkeit gekränkt.

Ich war verliebt in dich, Jutta.

Ich hab gedacht, dass du jemanden brauchst, der dir Mut zuspricht

und dich unterstützt. Ich bin gerührt!

Jetzt bitte schön freundlich!

Spinnst du?

Ihr haut jetzt sofort von meinem Hausboot ab.

Süße, tut mir leid, dass Jutta lieber mit mir poppt als mit dir.

Ihr haut jetzt hier ab! Wir bleiben hier!

Bis übermorgen. Und du wirst nicht hysterisch.

Wenn du Ärger machst, erzählen wir,

dass du aktiv bei der Planung des Banküberfalls mitgemacht hast.

Wir sagen, du bist unsere Komplizin. Willst du das?

Willst du in den Knast?

Und noch was, Zarah.

Ich hab auf die Bullen geschossen.

* Spannungsgeladene Musik *

* Spannungsgeladene Musik *

* Dynamische Musik *

Meine Freundin Jutta und ihr Typ, die die Bank überfallen haben,

die sind auf meinem Boot.

Und ich werd die nicht mehr los.

Ich wollte dich da nicht mit reinziehen.

Versprichst du mir was?

Was denn?

Keine Geheimnisse mehr.

Auch nicht zu meinem Schutz.

Ich bin schon groß, okay?

Chef, Sie sollten auch mal Schluss machen.

Das sagt der Richtige.

Die Strauß-Geschichte, zu viele gute Fotos.

* Er stöhnt. *

Ich weiß nicht, ich kann den Kalten Krieg ja nicht ausstehen.

Schaffelgerber hat recht, der sieht aus wie so eine Pellwurst.

Wenn der Kanzler wird, droht Bürgerkrieg.

Übertreiben Sie da nicht ein bisschen?

Wer so redet wie der, der schießt auch.

Sie sind ein Schwarzseher, Mensing.

Ich hab so meine Erfahrungen.

Wäre es möglich, nächsten Dienstag freizubekommen?

Meine Tochter zieht zu Hause aus.

Wie alt ist Klara denn jetzt?

19.

Machen Sie sich keinen Kopf.

Den einen Tag werden wir hoffentlich ohne Sie überstehen.

Sicher?

Ganz sicher.

* Musik: "Nur nicht aus Liebe weinen" von Zarah Leander *

# Es ist ja ganz gleich, wen wir lieben

und wer uns das Herz einmal bricht.

Wir werden vom Schicksal getrieben.

Und das Ende ist immer Verzicht.

Wir glauben und hoffen und denken,

dass einmal ein Wunder geschieht.

Doch wenn wir uns dann verschenken,

ist es das alte Lied. #

* Musik läuft im Hintergrund weiter. *

Nummer 23: Stefan Berger posierte 1965

halbnackt für ein Magazin. Neu.

# Es gibt so viele auf dieser Welt. Ich liebe jeden, der mir gefällt.

Und darum will ich heut dir gehören.

Du sollst mir Treue und Liebe schwören. #

* Kreischen und Lachen *

# Wenn ich fühle, es muss ja Lüge sein,

ich lüge auch und bin dein. #

# Wir kamen von Süden und Norden,

mit Herzen so fremd und so stumm.

So bin ich die Deine geworden. #

Und ich kann dir nicht sagen warum.

Denn als ich mich an dich verloren, ... #

Vor seiner Zeit als... Ah!

# hab ich eines andern gedacht.

So war die Lüge geboren.

Schon in der ersten Nacht.

Nur nicht aus Liebe weinen.

Es gibt auf Erden nicht nur den Einen. #

* Musik verklingt. *

Morgen. Morgen.

Die Staatsanwaltschaft durchsucht Ihren Arbeitsplatz.

Guten Tag, die Herrschaften.

Die Herren sichern Beweise.

Was für Beweise?

Schon vergessen? Wir ermitteln wegen Beihilfe zu Abtreibung gegen Sie.

Dürfen die das?

Dr. Beusen hat einen gültigen Durchsuchungsbeschluss.

Der Justiziar ist informiert, der müsste gleich hier sein.

Vielen Dank, Frau Jansen.

Eine ganz billige Retourkutsche ist das.

An Ihrer Stelle wäre ich vorsichtig mit Unterstellungen.

Ihre Berufung an den Bundesgerichtshof

ist durch meinen Artikel geplatzt. Da würde ich auch gern reinschauen.

* Ruhige, spannungsvolle Musik *

Das ist mein Notizbuch, das ist privat.

Das ist beschlagnahmt. Stopp!

Frau Wolf besitzt ein Zeugnisverweigerungsrecht.

Wenn da Quellen aufgelistet sind,

die mit der Abtreibungsgeschichte nichts zu tun haben,

dann verstoßen Sie gerade gegen den journalistischen Quellenschutz.

Möglicherweise befinden sich auch Informationen darin,

die für das laufende Verfahren relevant sind.

Ja, aber eben nicht nur.

Das ist ein eklatanter Eingriff in die Pressefreiheit,

damit bringen Sie die gesamte deutsche Presse gegen sich auf,

das verspreche ich Ihnen.

* Spannungsvolle Musik *

Sie hören von uns.

Guten Tag. Guten Tag.

Vielen Dank.

* Ernste Musik *

Also, welchen nehmen wir?

Den Schwarzen.

Ja? Ist der nicht zu beliebig?

Als ob der Terrorismus eine dunkle, unspezifische Macht wäre.

Wenn wir Portraitfotos von denen

auf den Titel von 'nem Massenmagazin bringen,

das ist genau das, was die wollen.

Aber wir personalisieren ihre Taten, wir ziehen sie zur Verantwortung.

Das sind Fanatiker.

Die sind stolz auf das, was sie machen.

Das hat gestern noch anders geklungen.

(leise) Ja.

Nehmen Sie den Schwarzen.

* Sie räuspert sich. *

Haben Sie schon gehört? Der Polizist ist tot. Was?

Der Beamte, der bei dem Banküberfall angeschossen wurde.

Er ist heute Morgen seinen Verletzungen erlegen.

* Ernste Musik *

Der ist ja größer als der vom Chef.

* Melancholische Musik *

* Dynamische Musik *

Polizei! Nicht bewegen!

Untertitel im Auftrag des ZDF, 2017

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