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Zulu
.
Nina Pokorny
Lukas Roither
Mit Untertiteln vom ORF
* fröhliches Kindergeschrei *
* Musik *
Grüß Gott!
Kann ich Ihnen helfen?
Ich wollt mich erst mal umschauen.
Ich überleg, mir eine Tiroler Volksharfe zu kaufen.
Welche Größe haben Sie sich vorg'stellt?
36 Saiten? 38 Saiten?
Oh, da hab ich mir noch keine Gedanken drüber gemacht.
Grüß Gott! - Grüß Gott!
Ich geh doch noch schnell in die Versammlung.
Ich komm gleich nach.
Ja dann ...
Das ist im ganzen Dorf die einzige Stelle mit Empfang.
Sind schon einige da.
Hoffentlich unterschreiben genug.
Einen hast du schon auf deiner Seite.
Liebe Gemeinde! Ich freu mich sehr,
dass unser Schneeleiten für dieses Projekt ausgesucht worden ist.
Es ist für uns eine große Ehre, dass wir der Wissenschaft dienen dürfen.
Frau Doktor Zimmermann wird uns das alles ganz genau erklären.
Viele von euch kennen sie ja schon. Sie hat an jede Tür geklopft.
Wir können sie noch ausfragen, bevor wir unser Einverständnis erklären.
Frau Doktor Zimmermann, bitte!
Vielen Dank!
Also, wofür brauchen wir Ihre DNA?
Wir wollen einen genetischen Stammbaum von Schneeleiten erstellen.
So können wir exemplarisch die Herkunft und Durchmischung
der Tiroler Bevölkerung in den letzten Jahrhunderten dokumentieren.
Wenn das zu viele Fachausdrücke sind:
Wir wollen einfach wissen, wo wir Tiroler hergekommen sind.
Oder ob wir schon immer da waren. Stur, wie wir sind.
Bitte!
Warum ausgerechnet Schneeleiten?
Schneeleiten eignet sich besonders gut wegen der abgeschiedenen Lage.
Da sind über die Jahrhunderte nicht viele Fremde vorbei'kommen.
Und Sie überprüfen dann, wer mit wem verwandt ist?
Ja.
Bitte!
Was ist mit den Krankheiten?
Wir gleichen unsere Laborergebnisse ab
mit Ihren Angaben zu den Verwandtschaftsverhältnissen.
Was Krankheiten betrifft, die wir über das Erbgut feststellen könnten:
Da müssen Sie keine Angst haben. Wir behandeln Ihre Daten vertraulich.
Außerdem geht's uns nicht um individuelle Fälle. * Tür *
I hab g'sagt, wir machen bei dem Blödsinn nit mit!
Vater!
Er hat Angst, er ist verwandt mit den Neandertalern!
* Gelächter *
Da redet der Richtige!
Bürgermeister, hast du deinen eigenen Bruder nit im Griff?
Franz!
Spielst du wieder den Wichtigen?
Dabei hast du keine Ahnung, was wirklich wichtig ist!
Keine Ahnung! - Aber du!
* Tür knallt zu. *
Als kleine Entschuldigung.
Oh!
Aber du musst dich nicht entschuldigen.
I hätt dafür sorgen müssen, dass mein Vater nit in Schneeleiten ist.
Dass er dringend nach Kitzbühel muss zu irgendeiner Kundschaft.
Dafür, was der eigene Vater macht, kann man selber nix.
Bevor i's vergess:
Danke!
* Donner *
* Leise Unterhaltung drinnen, nicht zu verstehen. *
A Wanderer hat sie g'funden.
In ihrer Jackentasche war nur das Handy.
Die Überprüfung läuft schon.
Da geht's runter.
Geh bitte!
Was, mit DIE Schuh'?
I hab am Telefon g'sagt, es is steil!
Aaah!
Franziska!
Franziska!
War's a Unfall?
Unwahrscheinlich.
Die Wunde an der Schläfe passt nicht zu den Verletzungen am Hinterkopf.
Ich würd auf den ersten Blick sagen:
Sie ist gestürzt, mit dem Hinterkopf auf die Steine geprallt.
Und dann könnte jemand nachgeholfen haben.
Mit einem von den Steinen da?
Ich fürcht, ja.
Na bravo, den find'ma nie.
Wenn er noch da ist. Dann wär der Täter ziemlich blöd.
*Handy *
Wie lang ist sie schon tot?
Ein paar Stunden. Der Mord muss in der Nacht passiert sein.
Was hat die da g'macht?
Uups!
Hab i dir's nit g'sagt?
Wart, das macht die Spurensicherung.
Ich bin heut Früh dort vorbeig'fahrn.
Wenn ich was g'merkt hätt ...
Der Mord ist in der Nacht passiert. Was hat Ihre Kollegin da g'macht?
Keine Ahnung.
Worum geht's bei dem Forschungsprojekt?
Wir wollen einen genetischen Stammbaum erstellen vom ganzen Dorf.
Damit könn'ma historische Wanderbewegungen nachvollziehen.
Warum ausgerechnet Schneeleiten?
Da müssen S' unseren Institutsleiter fragen.
Von der historischen Populationsgenetik.
Die ist neu auf der Innsbrucker Uni. Wir forschen fächerübergreifend.
Ich bin Historiker, Marie Genetikerin.
Ist auf der Liste das ganze Dorf?
Sie hat abgehakt, von wem sie die Einverständniserklärung bekommen hat.
Für die DNA-Analyse. Die Unterschrift brauch'ma aus rechtlichen Gründen.
Das ist wohl nicht einfach in einem kleinen Dorf.
Warum ist der Name eingeringelt?
Der Lutz Egger wollte nicht mit- machen. Marie wollte ihn überreden.
Dabei war er nicht einmal auf unserer Informations-Veranstaltung.
Er wohnt gleich die Straße runter.
Da war einer, der war ganz cholerisch.
Er ist rein'platzt und hat rum- 'brüllt, dass alles ein Blödsinn ist.
Franz hat er g'heißen.
Wo waren denn Sie gestern Nacht?
In meiner Wohnung in Innsbruck.
Ich wollt die Marie mitnehmen,
damit wir nicht immer mit zwei Autos hin und her fahren.
Sie hat g'sagt, sie fährt später.
* Klopfen *
Polizei!
Na endlich.
Ausweis!
Haben Sie persönlich was g'habt gegen die Marie Zimmermann?
Oder warum wollten S' nicht mitmachen bei ihrem Forschungs-Ding?
Ham S' an Haftbefehl? - Nein ...
Also.
Na?
Also, warum sie gedacht hat, dass sie DEN überreden kann?
Wir müssen das Auto von Marie finden.
Und ein gewisser Franz hat gestern an Aufstand g'macht.
Franz ...
Franz ..
Franz, so heißt das halbe Dorf.
Aber der Franz, den wir suchen,
war sicher nicht Feuer und Flamme für die Aktion.
Tag, mein Name ist Roither. Soko Kitzbühel.
Meine Kollegin, die Frau Pokorny.
Sie kommen wegen der toten Forscherin?
Das hat sich schnell rumg'sprochen.
Und jetzt glauben Sie, dass ich das war. Wegen gestern.
Und? Waren Sie's?
Was hätt ich für einen Grund gehabt?
Warum haben S' so herumgebrüllt bei der Versammlung?
Das geht nur meine Frau was an.
Wie meinen S' das?
So, wie i's g'sagt hab.
Frau Wildauer?
Ja?
Es geht um den Mord an Frau Zimmer- mann, aber das wissen Sie ja schon.
Was wissen Sie sonst noch so?
Was soll ich denn wissen?
Warum Ihr Mann so herumgebrüllt hat. Er meint, Sie könnten uns da helfen.
Willst du nach dem Braten schauen, ob man den nicht umdrehen muss?
Ja.
Das war Behinderung polizeilicher Ermittlungen.
Mein Vater ist ein Choleriker. Wenn ihm was nicht passt, brüllt er rum.
Da reicht eine Kleinigkeit.
Was hat ihm gestern nicht gepasst?
Bei neuen Sachen ist er sowieso gleich misstrauisch.
Das war das einzige Problem gestern?
Ich war gestern Abend noch bei ihr.
Bei der Zimmermann?
Ich hab ihr meine Einverständnis- Erklärung gebracht.
Sie hat sich total gefreut, weil damit endlich genug Leute mitmachen.
Dann ist sie zurück nach Innsbruck. Mit dem eigenen Auto?
Mahlzeit, Kroisi!
Danke.
I hab noch gar nix 'gessen heut.
Der Fundort ist jetzt ganz offiziell auch der Tatort.
Und was die Spuren am Boden angeht, oben auf der Straß'n:
Da wird die Auswertung schwierig.
Das bringt uns ned weiter.
I hab die Verwandtschaftsverhältnisse von der Zimmermann ang'schaut.
Die Mutter is vor a paar Monat' g'storben, Vater unbekannt.
Angeblich hat sie nur für die Wissenschaft g'lebt.
Was is mit ihrem Auto? Kleinwagen, grün. Fahndung läuft.
Das ist aber nicht Ihr Ernst?
Was?
Das kann man doch ned essen! Das is reines Fett!
Aber sein Schnitzel is okay?
Das is in Butterschmalz herausgebacken, in der Pfanne!
Und nicht in der Friteuse!
Ich mach Ihnen auch eines.
Mir auch, bitte!
Ich möcht wissen, warum der Franz Wildauer gegen eine DNA-Analyse war.
Und dass er seine Frau nicht mitmachen hat lassen.
Vielleicht war er so einer, der die ganze Familie kontrollieren will.
Wir brauchen mehr Informationen über Franz Wildauer.
Ja, aber nach dem Essen.
Der Harfenbauer? Bei dem war ich gestern. Ist was passiert?
* Spannende Musik *
Da muss mich der Teufel g'ritten haben, wie ich dich g'nommen hab!
Lass mich!
Mit dem kennst dich ja aus, oder? Mit'm Teufel!
(Kroisi) Die meisten Leut aus'm Dorf haben a Alibi.
Der Bürgermeister war total kooperativ.
Das is übrigens der Bruder von dem Harfenbauer.
Der sagt, es gibt im Dorf eine Familie, auf der lastet ein Fluch.
Jede Generation a Mörder oder a Mord-Opfer.
A Fluch? So a Blödsinn!
Ja!
Is das dein Wohnzimmer - oder wie?
Der Lutz Egger:
Ich hab mir gleich gedacht, dass der schon mit der Polizei zu tun hatte.
Wenn er gleich an einen Haftbefehl denkt!
Und das Tattoo - fast ein Klischee.
Egger, das san die mit dem Fluch.
* Handy *
Der Egger is schon mal g'sessen?!
Körperverletzung mit Todesfolge.
Ist lang her und hat auf den ersten Blick nix mit dem Fall zu tun.
Aber wer weiß?
Unser Labor ist fertig mit den Sachen der Toten.
Tasche, Unterlagen etc.
Frau Doktor, Kaffee?
Ich hab leider keine Zeit.
Hier noch der Obduktionsbericht.
Todesursache war ein gezielter Schlag auf die Schläfe.
In ihrer Wunde hab ich Spuren von Erde und Gestein gefunden.
Wirklich ein Stein als Tatwaffe?
Ja, den finden wir wohl nicht.
Die Einverständniserklärung vom Jakob Wildauer fehlt.
Das sind alle Papiere vom Tatort.
Bis später, ihr Lieben!
Vielleicht hat sie der Wind verblasen.
Ein Tagebuch!
Wer schreibt heutzutage noch Tagebuch?
Die Mutter von der Marie Zimmermann. Clara Zimmermann
Warum hat die das mitg'habt?
* Handy *
Pokorny.
Ist es wirklich so dringend? Kann es nicht noch einen Augenblick warten?
Ja, gut. Ich bemüh mich drum.
Mit dem Egger müss'ma reden.
Fluch hin oder her.
Ich muss mein Auto aus der Werkstatt holen.
Aber wenn wir nach Schneeleiten fahren wollen ...
Kannst es du holen? Ausnahmsweise? Ich wär dir ewig dankbar.
Was machen Sie eigentlich mit einer Harfe?
Ich überleg mir, das Harfenspielen wieder anzufangen.
Ich war in meiner Jugend ziemlich gut.
Das hab ich nicht gewusst!
Es gibt einiges, was Sie nicht von mir wissen.
Ah, Herr Wildauer!
Wegen der Größe:
Weil Ihr Sohn mich gefragt hat, wie groß meine Harfe sein soll.
Dass Sie so konzentriert arbeiten, wo doch gerade ein Mord passiert ist!
Bewundernswert!
Diese erste Harfe da hinten fänd ich von der Größe her schön.
Und auch die Verzierungen ... - Da geht's nicht ums Aussehen!
Das sind Instrumente, das ist Ihnen schon klar, oder?
Und Ihnen ist klar, dass Sie einen Auftrag aufs Spiel setzen,
wenn Sie diesen Ton anschlagen? - Mein Vater meint's nit bös.
Er ist nur heikel wegen seiner Harfen.
Zum Glück haben Sie nicht seine Manieren geerbt.
Sie können gern ein paar Harfen ausprobieren.
Eggi!
Kennst du mich noch?
Du bist der Hannes.
Ja!
Vom Eishockey.
Hast du noch deinen Selber'brennten?
Unsere Eishockey-Mannschaft!
Das is a Ewigkeit her.
Sehr begabt war ich ja nie.
Danke.
Du hast die Pochlarner Stuben übernommen?
Das is auch a Ewigkeit her.
Bald übernimmt die nächste Generation.
Ich denke noch lang nicht ans Aufhören!
Und meine Tochter macht ganz was anderes.
Ich hab auch eine Tochter.
Ah ja?
I müsst schnell aufs Klo. Wo is das?
Den Gang runter, dann die Tür links.
* Spannende Musik *
Suchst du was?
Was? Soll das heißen, der Wildauer hat seinen Bruder verklagt?
Natürlich reden wir mit ihm.
Was? Hallo?
Der Fritz Wildauer behauptet, ihm g'hört die Hälfte der Werkstatt.
Der Bürgermeister?
Ja, die streiten vor Gericht.
Alles in Ordnung?
Hannes?
Was machen Sie denn da?
Der Egger hat mich bedroht mit einem Eishockeyschläger.
Das is a Mörder-Familie!
Der Vater hat auf der Jagd an Schwammerlsucher erschossen.
Der Bruder hat in der Nacht an Mopedfahrer überfahren.
Und der Eggi ... auf dieser Familie lastet ein Fluch!
Seit wann sind Sie abergläubisch?
So kommen wir ned weiter!
Im Schupfen steht ein grünes Auto mit einer Plane, dass man's nicht sieht.
Vielleicht hilft euch das weiter.
Sie haben allein ermittelt?
Sie hätten ja was sagen können!
Hm?
Niemand ermittelt - außer uns!
Was wird das, wenn's fertig ist?
Du bist genau wie alle anderen!
Von wegen "grünes Auto"!
Aber a Schwarzbrennerei.
Das braucht ned jeder sehen. Aber das müss'ma anzeigen.
Ich werd's überleben. Wo waren Sie vorgestern Nacht?
Ich hab an Marillenschnaps ang'setzt.
Is es irgendwie strafmildernd,
wenn ich sag, dass der besonders gut ist?
Mach du den Papierkram, ich geh noch einmal zum Franz Wildauer.
Kommen S'!
Damit hat er Sie bedroht?
Vielleicht wollt er mir nur das zeigen.
Ihre Unterschrift?
Wie kommt die da drauf?
Sie wissen auch nicht alles über mich.
Du hast hier nix verloren!
Verschwind!
Sag, bist du taub?
Ich bin nicht taub! Und auch nicht blind!
Und blöd bin i erst recht nit!
Besser, du gehst jetzt.
Das ganze Dorf redet davon,
wie du herumgebrüllt hast vor der Forscherin!
Und am nächsten Tag is die tot!
Der Fluch liegt jetzt nimmer beim Egger, sondern bei uns!
Was redest du da? - In 3 Wochen san Gemeinderatswahlen!
So werd i nimmer Bürgermeister! - JETZT denkst du an so was?
Er glaubt, er kann alles haben!
Der Vater hat g'wusst, was er macht, wie er sein Testament g'macht hat.
Er hat g'wusst, bei wem die Firma besser aufgehoben ist!
Ah, darum geht's in dem Verfahren? Erbstreitigkeiten!
Und was geht Sie das an?
Angenommen, bei der DNA-Analyse kommt raus,
dass Sie beide ned miteinander verwandt sind.
Vielleicht sind Sie nicht der leibliche Sohn Ihres Vaters.
Dann müssen Sie so eine Untersuchung um alles in der Welt verhindern.
Am End g'winnt Ihr Bruder vor Gericht.
Sie glauben, ich bin ein Kuckuckskind?
So was kommt vor.
Er hat ja nix unterschrieben.
Die Marie hat seine Gene nicht untersuchen dürfen.
Aber Sie haben unterschrieben.
Und Ihr Onkel auch.
Das reicht, um so was festzustellen.
Das ist mein Vater.
Das sieht man auch ohne Wissenschaft, dass ich mit ihm verwandt bin.
Danke, dass du das Auto so lang dabehalten hast.
I hab 'glaubt, sie hat's längst richten lassen.
Es wär a teure Reparatur. Aber jetzt brauchen wir den Platz.
Bis zur Garage sollte er kommen.
Gut, danke. Servus!
* Spannende Musik *
Wenn's so wichtig ist, warum kannst du mir's ned gleich sagen?
Kroisi? Hallo!
Der verdammte Empfang is schon wieder weg!
Super übrigens.
Was?
Das mit der Krücke.
Das OHNE Krücke!
Konzentrier dich auf die Straße!
Bist schon durch?
Nicht ganz. Du, ist das da vorne der Wissenschaftler?
Der hat ein Pickerl von der Uni Innsbruck hinten drauf.
Ob der mit dem Projekt einfach weitermacht?
Als ob nix g'wesen wär?
Herr Fabian?
Das müssen S' uns genauer erklären.
GPS-Tracker.
Der war an der Bodenplatte des Autos Ihrer toten Kollegin montiert.
Das kann man in jedem Elektronik-G'schäft kaufen.
Genau, aber mit Empfangsgerät.
Das war allerdings in Ihrem Auto. Mit Ihren Fingerabdrücken drauf.
Haben Sie das Gerät schon vor dem Mord in Betrieb genommen?
Oder erst nachher, damit Sie das Auto wieder finden?
Das kriegt unser Labor schnell raus.
Könnte ich ein Wasser haben?
Rein hypothetisch - Sie sind nicht der Mörder.
Was wollten S' denn herausfinden, Sie Spion? Geht's um Eifersucht?
Ich hab recht, stimmt's? Sie waren eifersüchtig.
Vorsichtig war ich.
Die hat sich ständig heimlich mit unserem Institutsleiter 'troffen.
Das kann ich mit den GPS-Daten nachweisen.
Die wollten mich draußen haben aus dem Projekt.
Jetzt ist Ihre Kollegin aber draußen - was interessiert Sie ihr Auto?
Ich wollte den Tracker holen. Und wichtige Unterlagen fürs Projekt.
Is der Konkurrenzdruck auf der Uni wirklich so arg?
Wenn ein Forschungsgebiet neu ist, müssen die Claims abgesteckt werden.
Was war so wichtig vorher?
Ah so ...
Stör ich?
Naa, naa.
Der ... dieser Institutsleiter ...
Der Uwe Albrecht, der ist erst gestern aus London zurück'kommen.
Von einer Konferenz.
Dann red'ma morgen Früh mit ihm.
Den behalt'ma noch da, oder?
Auf jeden Fall! Bis das Labor mit dem Auto fertig ist.
Apropos Auto!
I bin noch ned dazu'kommen.
Und ob die Werkstatt nachher noch offen hat? Aber ich mach's sicher!
I hab's dir ja versprochen.
Mach dir keinen Stress!
Es ist nicht zu sehen. Das hat der Kollege schon geholt.
* Nicht zu verstehen *
Daran muss ich mich erst gewöhnen,
dass Frau Zimmermann nicht mehr da ist.
Sie war wirklich was Besonderes.
Verlässlich, fleißig, mit viel Eigeninitiative.
Sie hat gerade erst ein Geschichts-Studium begonnen.
Neben allen anderen Verpflichtungen.
Damit ihre Forschung auf soliden Beinen steht, hat sie gesagt.
Und der andere, dieser Klaus Fabian?
Der kann auch was, sonst hätte ich ihn nicht ans Institut geholt.
Aber?
Aber er hat mir erzählt, was passiert ist.
Und im selben Moment hat er mich gefragt,
ob er das Schneeleiten-Projekt über- nehmen kann. So was macht man nicht.
Und? Kann er?
Ich wollte ihn eigentlich ganz von dem Projekt abziehen.
Aha. Deswegen die Besprechung ohne ihn.
Ja, aber woher wissen Sie das?
Apropos: Warum ausgerechnet Schneeleiten?
Das hat Frau Zimmermann vorgeschlagen.
Aha.
Vor ein paar Tagen war jemand hier, der sich nach ihr erkundigt hat.
Ein älterer Herr, graumeliert, mit einem Tattoo auf der Hand.
Wahrscheinlich hätte ich mich mich mit ihm gar nicht unterhalten sollen.
Der?
Das Auto von der Nina?
Warum hast du ihr g'sagt, es steht noch in der Werkstatt?
Kannst einmal halten, bitte?
Kroisi, was machst du?
Scheiße!
Weg!
Was?
Die Pistol'n!
Was für a Pistol'n?
Da war a Pistol'n drin versteckt.
Mit herausgeschliffener Seriennummer.
I hab nur die erste Zahl grad noch lesen können: 8!
Willst du mich verarschen?
So was denk i mir doch ned aus!
Da war a Pistol'n drinnen!
Dafür gibt's sicher a plausible Erklärung.
Das is illegal!
Was brauchst da noch für Erklärungen?
Seit wann stierlst du in Privatsachen von einer Kollegin?
Weil mit der was ned stimmt.
Dauernd diese heimlichen Anrufe! Heut auch schon wieder.
Du weißt ned, worum's da geht!
Vielleicht is es a Familienangelegenheit.
Die verheimlicht uns doch was!
Kroisi! Okay!
Wenn's dich beruhigt, dann schau dir das an. Aber wir reden erst weiter,
wenn du einen eindeutigen Zusammen- hang zur Nina herstellen kannst.
Bis dahin lass mich in Ruh mit deiner Paranoia!
Paranoia?! Wirst schon sehen!
Komisch. Irgendwie erinnert mich das an Ihren Sturschädel.
Verehrteste, es zwingt Sie niemand.
Doch, die Umstände.
Ich hab die Harfe gekauft und kann sie nicht allein transportieren.
I bin am Abend ausreserviert. I muss einkaufen.
Hallo!
Servus!
Ich hätt noch eine Frage zum Lutz Egger.
Hatte der einen Spitznamen?
Wir haben Eggi zu ihm g'sagt.
Die Mutter von der Zimmermann hat den Lutz Egger gekannt.
"Wir sind die ganze Zeit wach geblieben, Eggi und ich."
"Oben auf der Hütte. Wir haben uns die Sterne angeschaut."
"Den Sonnenaufgang. Ich schwebe wie ein Vogel."
Das kann auch ein anderer Eggi g'wesen sein.
Schneeleiten kommt auch vor.
Und dann noch das da.
"Ich will Eggi nie wieder sehen."
"Und sein Kind wird er auch nie kennenlernen."
"Dieser Idiot hat unsere Zukunft zerstört."
"Mit der verdammten Bierflasche. Soll er verrotten im Gefängnis!"
Der Lutz Egger ist der Vater von der Marie Zimmermann.
Er hat mir erzählt, dass er eine Tochter hat.
Und ich war noch überrascht, dass nirgends ein Foto von ihr war.
Aber wenn die Marie Zimmermann eine Egger ist,
dann ist es kein Wunder, dass der Fluch auch an ihr klebt.
Ein Wunder ist nur, dass Sie diesen Blödsinn glauben.
Alle Seriennummern, die mit 8 anfangen.
Geht das?
Okay, danke.
Hallo!
Hallo!
Das Labor ist fertig mit dem Auto der Toten.
Super.
Alles in Ordnung?
Es is nur der übliche Stress bei einer Ermittlung.
Is was dabei für uns?
Ja.
Taschentuch mit Blutspuren vom Opfer und anderen DNA-Spuren.
Das war unterm Sitz.
Und dann auch noch das da.
Das gibt's ja ned!
Ein Fluch? Geh bitte!
Das Einzige, was da ein Fluch ist, ist der beschissene Handyempfang.
Vielleicht gab es in der Familie öfter Gewalttätigkeiten.
Dann glaubt man an einen Fluch, damit das Ganze eine Logik hat.
Und keiner will was mit denen zu tun haben.
Guten Tag, Herr Egger.
Sie haben sich beim Institutsleiter nach Frau Zimmermann erkundigt.
Warum? - Warum nit?
Sie hatte das Tagebuch ihrer Mutter dabei.
Wir haben uns g'fragt, wieso.
"Ich bin schwanger. Eggi ist der Vater. Was soll ich machen?"
Dann stimmt's wirklich!
Kommts!
Die junge Frau ist mir gleich so bekannt vorgekommen.
Fast wie ein Geist aus der Vergangenheit.
Der Name hat auch gepasst. Dann steht sie auch noch vor meiner Tür!
Und fragt mich aus nach vergangenen Zeiten.
Und nach der Clara Zimmermann?
Ja. Die Clara ...
Die hat mich damals einfach verlassen.
Sie hat mir nie gesagt, dass ein Kind unterwegs ist!
Ich hab eins und eins zusammengezählt.
Und ein bisserl recherchiert.
Das Geburtsdatum hat genau gepasst.
Deswegen waren S' beim Institutsleiter in Innsbruck.
Ja, er hat richtig geschwärmt von ihr.
Dass sie eine große Zukunft hat.
In der Wissenschaft.
Sie wollte mich überreden zu diesem Gentest.
Aber ich wollte ihr ersparen, dass sie mit mir verwandt ist.
Ich wollte ihr den Fluch ersparen.
Jetzt wünsch ich mir, ich hätt sie nicht weggeschickt.
Wo waren Sie in der Nacht, als sie ermordet wurde?
Sie meinen, es wäre auch eine Methode gewesen, ihr den Fluch zu ersparen?
Wo ich mit so was schon Übung hab?
Sie wissen, wir müssen das fragen.
An dem Abend bin ich nach Innsbruck g'fahren.
Wir haben da ein Treffen, ein Mal im Monat.
Ehemalige Häftlinge.
Ich hab bei einem Freund übernachtet und bin am nächsten Tag zurück.
* Glockengeläut *
Die Marie Zimmermann hat gehofft,
wenn sie sich dieses Dorf für ihren genetischen Stammbaum nimmt,
kommt sie an die DNA von Lutz Egger und kann schauen, ob er ihr Vater is.
Der Handy-Empfang da heroben is wirklich zum Schmeißen!
Die vom Labor haben was g'funden auf dem Lenkrad von der Zimmermann.
Grüß Gott!
Gibt's was Neues?
Ja, wir haben das Auto von der Marie Zimmermann gefunden.
Es war gut versteckt, aber ned gut genug.
Und auf dem Lenkrad hamma eingetrocknete Lackspuren gefunden.
Ein spezieller Lack zum Lackieren von Instrumenten.
Zum Beispiel von Harfen.
Außerdem waren Sie unvorsichtig.
Sie haben ein Taschentuch verloren im Auto.
Auf dem is ned nur Blut vom Opfer, sondern auch andere DNA-Spuren
Und wenn wir die mit Ihrer DNA abgleichen, ...
... dann kommt das vor Gericht gar nicht gut.
Nur - warum haben S' die Frau Zimmermann umgebracht?
Der Franz kann das ned g'wesen sein! Der is allergisch auf Lacke!
Das kann er nicht selber ...
So einen Lack kann doch jeder kaufen.
Bei der Parkbucht sind genug Spuren.
Die hat die Spurensicherung alle dokumentiert.
Reifenspuren, Fußspuren.
Und jetzt, wo wir wissen, wonach wir suchen,
können wir garantiert beweisen, dass Sie dort waren.
Wissen Sie, wie oft ich da vorbei- g'fahren bin und ang'halten hab?
Nein, weiß ich nicht.
Außerdem hat's am Tag vor dem Mord geregnet. Die Spuren waren frisch.
Sie waren der Letzte, der mit Frau Zimmermann gesprochen hat.
Worum ist es gegangen? Vielleicht war der Abend doch ned ganz so nett?
Ich hab ihr nur meine Einverständnis- Erklärung vorbeigebracht.
Die war aber nicht dabei.
Ja, und?
Ihr Name war auf der Liste abgehakt. Irgendwas stimmt da nicht.
Ist doch bloß a blöder Zettel!
Für die Frau Zimmermann war's mehr.
Für sie war's die Voraussetzung dafür,
dass was wird aus der Geschichte.
Vielleicht haben S' genau darüber g'stritten mit ihr.
Dann ist der Streit außer Kontrolle geraten.
Kann ja mal passieren.
Wo ist die Tasche?
(Marie) Da drinnen. Wieso?
Was willst du mit meiner Tasche?
Lass doch meine Tasche!
Lass meine Tasche in Ruh!
Dann haben Sie die Frau Zimmermann den Abhang hinuntergestoßen.
Sie hat das Gleichgewicht verloren.
I hab sie nit g'stoßen!
Hörts auf damit!
Es ist meine Schuld!
I hab g'sagt, er soll die verfluchte Einverständniserklärung zurückholen!
Damit nix passiert.
Was wär denn passiert?
Was wär passiert,
wenn sich die Frau Zimmermann die DNA von Ihrem Sohn ang'schaut hätt?
Totg'schlagen hätt er sie.
Wenn er drauf'kommen wär, dass er nicht mein Vater is.
Als ob i das nicht schon lang wüsst.
Schaust genauso aus wie der Eggi damals.
Der Eggi?
Der hat denselben Vater wie die Zimmermann?
Ich versteh nicht.
Der Lutz Egger war der Vater von der Marie Zimmermann.
Sie haben Ihre Schwester umgebracht.
Naa!
Es is a Unfall g'wesen.
Sie wissen selber am besten, dass das ned stimmt.
Wie die Marie hinuntergestürzt ist, hat sie noch gelebt.
* Sie schluchzt. *
Dann sind Sie runter zu ihr.
Haben den Stein g'nommen ...
I tät nur gern wissen, warum.
Sie hätt alles kaputtg'macht.
Ich muss da noch was erledigen.
Eggi, wart!
Eggi, ich war ein Trottel.
Ein großer Trottel, ja.
Ja, ich weiß.
Aber das mit dem Selber'brennten wiederhol'ma.
Warum hast du nicht g'sagt,
dass du das Auto gestern schon aus der Werkstatt g'holt hast?
Bei der ganzen Aufregung ...
Ich hab was für dich!
Ein kleines Dankeschön.
Das magst schon, oder?
Na sicher mag i so was.
Danke!
Schön, zu sehen, dass ihr euch einmal vertragts!
Mmmh, danke!
I soll von der Werkstatt ausrichten, die Reparatur wär schnell erledigt.
Ich hab's mir anders überlegt.
Ich lass es verschrotten. Jetzt plötzlich?
Manchmal muss man einfach abschließen mit der Vergangenheit.
ORF 2015 untertitel@orf.at
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