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Original subtitles

.

Nina Pokorny

Lukas Roither

Mit Untertiteln vom ORF

Gerda!

Wie geht's dir?

Hallo!

Hat's der Auer doch noch geschafft, den Laden hier zu übernehmen?

Ja, aber meinen kriegt er nicht!

Da kann er sich auf den Kopf stellen.

Ich hab ihm das immer wieder gesagt.

Lotte!

Hallo?

Was ist denn los?

Geht's dir nicht gut?

Soll ich einen Arzt rufen?

Arzt?

Ist wirklich alles in Ordnung?

Es muss irgendetwas geben, was der Nina schmeckt.

Ich komm schon noch drauf.

Machen Sie sich nicht verrückt.

Sie hat meine Tipps in Sachen Mode ignoriert.

Wer nicht will, der hat schon.

Wo ist er?

Was ist denn los?

Der Glücksbringer.

Ham S' was verloren?

Er muss hier irgendwo sein!

Das ist die Lotte Rosner.

Was ist mit der los?

* Klopfen *

Ah, Konrad!

Und? Hast du unser Problem schon lösen können?

Anna, ich ...

Was soll das heißen?

Du musst noch Geduld haben, ich ...

Gar nichts muss ich. Du musst!

Oder Sergej wird sich darum kümmern.

"Das ist der Anrufbeantworter von Gerda Fuchs."

"Bitte sprechen Sie nach dem Pfeifton."

* Pfeifton *

Gerda! Ich bin's, Lotte.

Heb ab!

Ich weiß jetzt, wer der Mörder meines Mannes ist!

* Klingel *

Warten Sie kurz. Ich bin gleich wieder da.

Lotte!

Lotte?

Lotte!

Grüß euch!

Also!

Bei der Toten handelt es sich um Lotte Rosner, 56 Jahre.

Sie hat a Trachteng'schäft in der Stadt.

Ihre Freundin Gerda Fuchs hat sie gefunden.

Raubmord? - Schaut ned so aus.

Dann schau ich mich drin um.

Wo is die Frau Fuchs?

Im Rettungsauto. - Danke!

Guten Tag!

Mein Name ist Roither, Soko Kitzbühel.

Wann ham S' denn Ihre Freundin gefunden?

Um zehn Uhr.

Ich hab bei meiner Schwester in Innsbruck übernachtet

und bin dann zu Lotte ins Geschäft gefahren.

Das war geschlossen, da hab ich mir Sorgen gemacht.

Sie hat um die Zeit immer offen.

Und sie war gestern so komisch.

Was meinen S' damit?

Wir ham uns kurz getroffen und ...

... sie war plötzlich völlig durcheinander.

Dann ist sie weggelaufen.

Einfach so.

Morgen!

Frau Doktor, wiss'ma schon was?

WIR wissen, dass der Todeszeitpunkt zwischen 20 und 22 Uhr war.

Es wurde wahrscheinlich zwei Mal auf sie geschossen.

Zwei Eintrittswunden: eine da, eine in der Herzgegend.

Einige Blutspritzer sind hier am Telefon.

Kein Projektil. Keine Patronenhülsen.

Aha!

Wer is denn das?

Ein neuer Kollege.

Neuhold, Sie könnten mir kurz helfen.

Gerne.

Ja, bitte!

Da schau her!

Was hamma denn da!

Ein glatter Durchschuss.

Danke, Herr Kollege!

Danke!

Wo ham S' denn den her?

Ich beeil mich und ruf euch heute noch an.

Servus!

Servus!

I hab die Frau Fuchs heim g'schickt.

Ich glaub, dass das Opfer den Mörder 'kannt hat.

Ja, es gibt keine Einbruchspuren und keine Fingerabdrücke.

Alles feinsäuberlich abg'wischt.

Also, sagt der Kollege.

Wertgegenstände sind offensichtlich keine weggekommen.

Was hat der Täter g'sucht, wenn er nix g'stohlen hat.

A Nachbar hat gestern Abend an schwarzen SUV vor dem Haus g'sehn.

Super, an schwarzen SUV!

Kommt eh nur jeder zweite Kitzbüheler in Frage.

Schauts in der Umgebung nach der Tatwaffe.

Vielleicht hamma Glück.

So, der Rehrücken in der Burgundersauce.

Und Abfahrt!

Wo geht's denn hin?

Heute ist die Abschlussveranstaltung

von der medizinisch-pharmazeutischen Gesellschaft nach dem Kongress.

Dr. Möllner gibt eine Party in seiner Villa.

Der Dr. Möllner!

Ich versuch, bei dem einen Termin zu bekommen!

Das ist schwieriger als für eine Papstaudienz.

Deswegen?

Irgend so ein blöder Ausschlag.

Sicher nichts Schlimmes, aber so was gehört nicht in eine Küche.

Aber ... - Bitte sehr!

Die Lotte Rosner stammt ursprünglich aus Dresden.

Ende der 80er, wie die Mauer g'fallen is,

is sie nach Kitzbühel gezogen.

Vor 15 Jahren hat s' den Herbert Rosner geheiratet.

Und wo is der jetzt?

Vor einem halben Jahr tödlich verunglückt.

Auf Santorin, Motorradunfall.

Also, in der ganzen Gegend is keine Tatwaffe.

Das sind die Sachen aus der Rosner-Villa.

Mit wem hat sie als letztes telefoniert?

Auf die Rufnummernliste wart'ma noch.

War schon jemand im G'schäft von der Rosner?

Nein. - Zu spät.

Zeit meines Lebens war für mich als Arzt und Wissenschaftler

nur eines wichtig: im Dienst der Menschen zu stehen.

Das geht nur, wenn man wie ich eine so großartige Familie hat.

Danke, Dirk!

Und danke, Sabrina, für eure Unterstützung!

Entschuldigung! Einen kurzen Moment noch.

Mein Vater hat Ihnen die wichtigste Information unterschlagen.

Er hat was erreicht, was nur den wenigsten gelingt.

In den vielen Jahren seines unermüdlichen Schaffens und Forschens

hat er der Gesellschaft so viel gegeben und Gutes getan.

Nun will man ihm was zurückgeben.

In Hamburg wird ein wichtiges medizinisch-pharmazeutisches Institut

nach ihm benannt.

Das Felix Möllner Research Center.

Herzlichen Glückwunsch!

An den Namen muss ich mich erst gewöhnen.

Aber das wird mir gelingen.

Das Büffet ist eröffnet.

Danke!

Alles okay?

Na ja, ein bisschen dick aufgetragen, das Ganze.

Eine schöne Rede war das.

Danke!

Das ist ein gelungenes Abschlussfest.

Die Blumen suchen eine Vase.

Na, die findet der Dirk sicher gerne für dich.

Das hat die Lunge schräg von der Seite getroffen

und ist in einer Rippe stecken geblieben.

Da ist das Opfer noch gestanden und dann zusammengebrochen.

Der erste Schuss kam aus einer größeren Distanz.

Mehr als zwei, drei Meter.

Der zweite, tödliche Schuss ging ins Herz.

Es gibt Schmauchspuren auf ihrer Kleidung und Haut.

Das heißt, Schussdistanz unter einem Meter.

Das ist fast eine Hinrichtung.

Was?! Die Lotte Rosner ermordet?

Die hamma doch gestern gesehen, als wir vom Bauernmarkt kamen.

Is Ihnen da was aufg'fallen?

Irgendwie war sie sehr aufgeregt.

Das hat ihre Freundin auch g'sagt.

Sie hat was verloren, ein Amulett oder so was.

Wir haben geschaut, aber nix gefunden.

Plötzlich war die weg.

Man kann auch aus Kleinigkeiten Köstlichkeiten machen.

Eierspeis al Tartufo.

Frisch aus dem Périgord.

Für manche Leute is ja schon der Geruch der Trüffel

ein Schlüssel zum kulinarischen Paradies.

Mmm! Danke, Hannes!

(flüsternd)Magst du das? Das kann i ned essen.

Geben Sie's auf, Hannes!

Da is Hopfen und Malz verloren.

* Handy *

Entschuldigt!

Frau Fuchs, was kann ich für Sie tun?

"Sie haben eine neue Nachricht."

"Gerda! Ich bin's, Lotte."

"Heb ab!"

"Ich weiß jetzt, wer der Mörder meines Mannes ist."

* Piepston *

Es war so schrecklich, wie ich ihre Stimme gehört habe.

Wenn ich doch nur in Kitzbühel geblieben wäre.

Der Mann von Frau Rosner ist doch bei einem Unfall ums Leben gekommen.

Die Lotte hat nie so recht daran geglaubt.

Sie hat immer betont, dass er ein guter, besonnener Fahrer war.

Und dass da was anderes gewesen sein muss.

Sie ...

... hat sogar vermutet, dass man ihn umgebracht hat.

Ich konnte nicht mehr hin.

Bei der Rosner hat es von Bullen nur so gewimmelt.

Was ist, wenn die rausfinden, dass ...

Gut!

Bis später!

Ich bin ungefähr hier gestanden.

Die Lotte da.

Wir ham über den Auer gesprochen.

Dass er das Geschäft nebenan übernommen hat.

Der Konrad Auer? - Genau der.

Er wollte auch Lottes Geschäft kaufen.

Aber sie hat sich geweigert.

Was is dann passiert?

Dann ist die Lotte blass geworden.

Sie hat da hinüber gestarrt.

Sie war wie versteinert.

Wen oder was kann sie g'sehn haben?

Ich weiß es nicht, da waren so viele Leute.

Hat die Frau Rosner Feinde g'habt?

Die Lotte? Nein!

Die Lotte war überall sehr beliebt.

Obwohl ...

... sie konnte manchmal störrisch sein.

Was passiert jetzt mit dem Laden? - Keine Ahnung.

So viel ich weiß, gibt es keine Erben.

Brauchen Sie mich noch?

Nein, vielen Dank!

Aha, da is was markiert.

Schau mal, Lukas.

Da ist ein Artikel

über Stasi-Gefängnisse in der ehemaligen DDR.

Da geht's um einen Jens K.,

der ist mit 24 in einer Berliner Haftanstalt gestorben.

Geschrieben hat das Ganze Rainer Groth.

Jens K.!

K. wie Krakowski.

Was?

In den Unterlagen steht,

Lotte Rosner hat vorher Krakowski g'heißen.

Bevor s' den Herrn Rosner g'heiratet hat.

Dann ist das vielleicht ein Verwandter.

Vielleicht der Bruder.

Dann setz i den Kroisi auf den Journalisten an.

Und i schau zum Konrad Auer.

Ich hab auch was vor.

Was denn? - Schuhe kaufen.

Was? Im Dienst?

Sicher! Wann denn sonst?

Grüß Gott! Entschuldigung!

Wir ham noch geschlossen.

Ja, i will eh nix trinken.

Roither, Soko Kitzbühel.

Oh, Polizei.

Hat sich wieder jemand wegen Lärmbelästigung beschwert?

Nein.

Sie kennen doch eine Lotte Rosner.

Ja.

Flüchtig.

Die ist gestern ermordet worden.

Ermordet?

Aber wieso kommen Sie deshalb zu mir?

Sie wollten ihr Geschäft kaufen.

Ja, stimmt.

Ich hab eine mündliche Vereinbarung mit ihrem Mann gehabt.

Nach seinem Tod wollte sie nichts davon wissen.

Zu blöd, dass es mündlich war.

Das durchkreuzt Ihre Pläne.

Was meinen Sie?

Der Laden nebenan g'hört Ihnen schon.

Wollten S' die beiden zusammenlegen?

A riesiges Lokal in der Innenstadt is a Goldgrube.

Wir haben gehört, dass Sie und Frau Rosner heftig gestritten ham.

Wir haben verhandelt.

Äh, tut mir leid, aber es ist noch geschlossen.

Dann kommen wir eben später wieder vorbei.

Gern.

Wo waren Sie gestern zwischen 20 und 22 Uhr?

Hier im Lokal.

Sie können gerne meine Mitarbeiter befragen.

Die kommen in zwei Stunden.

Also, ich hab mir die umliegenden Geschäfte ang'schaut,

ob da Überwachungskameras sind, die die Rosner g'filmt haben.

Aber leider, leider nix, was uns weiterhilft.

Die Wirte und Kaufleute in der Umgebung haben nix bemerkt.

Fesch, oder?

Ja, aber solche hast ja schon.

Wie bitte?

Also, ich mein, die sind doch komplett anders.

Ah!

Aha!

Ausverkauf, was?

Mhm.

Fesch!

Ah, a Kellner vom Flashpoint hat ausg'sagt,

dass der Auer um 19 Uhr in sein Büro 'gangen is

und nicht mehr gestört werden wollte.

Gegen 23 Uhr war er wieder an der Theke.

Er hätte also durch die Hintertür raus können.

Ja, aber er hat keinen schwarzen SUV, das hab i überprüft.

Bingo!

Ich hab g'wusst, ich hab die schon g'sehn.

Schau, Anna Kruschenko, lebt in München.

Die Tochter von Boris Kruschenko.

Ein schwerreicher Russe, der laut Interpol sein Vermögen

mit Rotlichtlokalen, Mädchenhandel und so g'macht hat.

Ihr Assistent Sergej Jelzin.

Der is aber putzig!

Die Kruschenko kauft im Westen jede Menge Immobilien auf.

Man vermutet, das hat mit Geldwäsche zu tun.

Was will die in Kitzbühel?

Vor allem: Was will sie vom Auer?

Ja, Herbert und ich waren Freunde.

Herr Auer, warum sagen Sie uns nicht, was Sache ist?

Ihr Alibi ist nicht wasserdicht.

Sie haben uns verschwiegen, dass Sie Kontakt zu Anna Kruschenko haben.

Sie haben öfter mit ihr telefoniert.

Ich war bei meiner Freundin. Natascha.

Eine Russin?

Von dreiviertel acht bis kurz vor elf.

Sie hat den Kontakt zu Kruschenko hergestellt.

Sie möchte in meine Lokalkette investieren.

Dafür brauchen S' das G'schäft von der Rosner.

Nein.

Wissen Sie, mit wem Sie sich da einlassen?

Das ist der Grund, warum ich diese Geschäftsbeziehung

nicht an die große Glocke hängen will.

Nimmst du ihm das ab?

I weiß ned.

Kann sein, dass ihn die Kruschenko als Strohmann benutzt.

* Klopfen *

Also, seine Freundin hat bestätigt, dass er und Anna Kruschenko

zur Tatzeit bei ihr waren.

Na super, die geben sich wieder gegenseitig Alibis.

Ohne Beweise können wir ned gegen ihn vorgehen.

I hab diesen Journalisten ausfindig g'macht,

der den Artikel über die DDR-Haftanstalten g'schrieben hat.

Rainer Groth, lebt in Berlin.

Ab in den nächsten Flieger mit ihm.

Kostet ja eh nix, na!

Wir haben das schon x-mal besprochen, ich hab diese Diskussion satt.

Du hast gesagt, eine Nacht!

Er ist mein Vater.

Er fährt übermorgen nach Hamburg.

Und ich bin deine Frau.

Ich habe das Gefühl, dass er dir wichtiger ist.

Na? Alles in Ordnung?

Ja, ja.

Alles bestens. - Schön!

Morgen! - Morgen!

Na, hat der frühe Vogel an Wurm g'fangen?

Äh, na ja, das is grad von den griechischen Kollegen 'kommen.

Der Rosner is in einer gefährlichen Kurve von der Straße abgekommen

und einen Abhang hinunter gestürzt.

Danke!

Zeugen ham an der Unfallstelle einen roten PKW g'sehn.

Am Heck des Motorrads gibt's rote Lackspuren.

Aber ... - Aber?

Die griechischen Kollegen haben es als Unfall zu den Akten g'legt.

Weil im Blut des Opfers Alkohol nachweisbar war.

Andere Länder, andere Ermittlungsmethoden.

Hat die Rosner doch recht g'habt.

Morgen!

Die Telefonliste von Lotte Rosner.

Da is auch der Anruf bei ihrer Freundin um 20 Uhr vermerkt.

Und der Auer hat sie ang'rufen, so um 19 Uhr.

Der verschweigt uns was.

Kroisi, check bitte, ob's da an Zusammenhang gibt

zwischen Santorin, Auer, Kruschenko und so weiter.

Sonst noch irgendwas?

Überprüf halt Autovermittlungen, Kreditkartenabrechnungen.

Vielleicht macht die Kruschenko dort auch Geschäfte.

Danke!

Du, von wem is diese Nummer da?

Was?

Der letzte eingehende Anruf.

Praxis Möllner, Nobelarzt in Aurach.

Ja, Frau Rosner ist eine Patientin von uns.

Wann soll sie angerufen haben?

Vorgestern Abend.

Moment.

Dirk? - Ja.

Kommst du mal her?

Du, die Frau Rosner, die is ermordet worden.

Ermordet?

Das ist unglaublich. Ich hab noch mit ihr telefoniert.

Wann genau?

Kurz bevor ich die Praxis geschlossen hab.

Gegen 18 Uhr, sie wollt einen Termin vereinbaren.

Wieso haben Sie eine halbe Stunde später zurückgerufen?

Ich musste den Termin verschieben.

Da sind wir in Hamburg. Mein Vater wird dort geehrt.

Ich kann's gar nicht glauben.

Ist Ihnen Frau Rosner irgendwie merkwürdig vorgekommen?

Aufgeregt vielleicht?

Nein, eigentlich überhaupt nicht.

So, ich hab alles bekommen.

Stör ich?

Entschuldigen Sie, mein Vater, Felix Möllner.

Die Herrschaften sind von der Polizei.

Ah, freut mich.

Aber wir sind fertig, oder?

Äh, ja.

Wiedersehen!

Wiederschauen!

Wiederschauen!

Hallo, Hannes!

Schauen Sie mal, ich hab frische Eierschwammerl vom Markt.

Oh, ja, die putzen wir gleich auf der Terrasse.

Da ham wir Sonne, frische Luft.

Ich war bei einem andern Arzt.

Das ist nichts Schlimmes, nur eine Kontaktallergie von Modeschmuck.

Man soll nicht an der falschen Stelle sparen.

Na ja, gut, wenn's nicht ansteckend is, können wir sie hier putzen.

Ja.

Ich weiß ja nicht, wie's Ihnen geht,

aber mir geht die Lotte Rosner nicht aus dem Kopf.

Haben sich Nina und Lukas schon gemeldet?

Die halten sich völlig bedeckt.

Und waren nicht hier essen? - Nein!

Wissen Sie was, ich habe den schrecklichen Verdacht,

die wollen den Fall ohne uns lösen.

Na, die werden sich umschauen!

Gut, vielen Dank! Wiederhören!

Du, die Bankberaterin vom Auer meint, der is ganz schön im Minus.

Das wär ein Grund, sich mit Kruschenko einzulassen.

Das hat er schon früher g'macht.

Er hat vor einem halben Jahr a halbe Million bekommen.

Und schon wieder pleite! Respekt!

Frau Dr. Haller, grüß dich!

Ich hab den Bericht von der Ballistik bekommen.

Die ham die Projektile zuweisen können.

Die Rosner ist mit einer Makarov erschossen worden.

Ein russisches Modell, Makarov 9 Millimeter.

Ich mail euch die Unterlagen rüber.

Okay, danke! Pfiat di!

Kroisi!

Ja!

Wir brauchen drei Durchsuchungsbeschlüsse.

Und a paar Kollegen für Razzien.

Ah, eh nur!

Nina?

Ah!

Ist das die berühmte Tiroler Gastfreundschaft?

Wir machen nur unsere Arbeit.

Was machen Sie in Kitzbühel?

Urlaub. Ist das verboten?

Meine kleine Nitrit-Untersuchung

hat bei beiden nicht auf Schmauchspuren reagiert.

Also, weder Frau Kruschenko noch ihr Security haben geschossen.

Tolle Arbeit!

Aber wenn Sie mir noch mal reinpfuschen,

ham Sie nicht nur mit Frau Dr. Haller ein Problem.

Sie machen Geschäfte mit Herrn Auer?

Auch Geschäfte machen ist nicht verboten.

Geldwäsche schon.

Was meinen Sie?

Sagen Sie's uns.

Makarov, 9 Millimeter.

Ist das die einzige?

Sergej hat einen Waffenschein und die Genehmigung zum Tragen.

Auch in Österreich?

Na dann!

Clemens, bis auf Weiteres konfisziert.

Wie gesagt, ich liebe Ihre Gastfreundschaft!

Na gut, kannst deine Männer heimschicken.

Danke!

Weder beim Auer noch bei seiner Freundin hamma was g'funden.

Aber i hab was. Schauts!

Die Aufstellung von der Kreditkartenfirma.

Konrad Auer und Herbert Rosner waren gleichzeitig auf Santorin.

Der hat mit seiner Karte die Rechnung einer Mietwagenfirma 'zahlt.

Und was glaubts?

Der Wagen war rot?

Es stimmt.

Ich bin ihm nachgereist.

Ich wollte ein Mal

in einer entspannten Atmosphäre mit ihm sprechen, ohne Lotte.

Wir waren in einer Taverne einen trinken.

Er war dann bereit zu verkaufen.

Wie ist es zum Unfall gekommen?

Wir wollten noch in ein anderes Lokal.

Herbert mit dem Motorrad, ich mit dem Auto.

In einer Kurve hat er die Kontrolle verloren

und ist den Berghang runtergestürzt.

Das konnte er nicht überleben.

Dann bin ich schnell weg.

Sonst hätten die mich gekriegt wegen Alkohol am Steuer.

Ich glaub ja, ...

... er wollte nicht verkaufen.

Und Sie haben beim Unfall ein bisschen nachgeholfen.

Es wurden rote Lackspuren auf dem Motorrad gefunden.

Und Ihr Mietwagen war rot!

Lukas, das musst du dir anschauen.

Wir haben uns ein Rennen geliefert.

In der Kurve wollte er mich überholen.

Irgendwie ...

Es war ein Unfall.

Ich kann nichts dafür, wirklich.

Ja, natürlich.

Ich sag Ihnen, wie's war.

Frau Rosner hat herausgefunden, dass Sie auf Santorin waren,

dass Sie der Mörder Ihres Mannes sind.

Sie hat gedroht, den Fall neu aufrollen zu lassen.

Ihre Freundin hat an schwarzen SUV.

Na geh, so ein Zufall!

So einer war vorm Haus von Lotte Rosner.

Nein!

Ja, ich war dort.

Mit dem Wagen meiner Freundin.

Ich wollte mit ihr über den Verkauf sprechen.

Die Kruschenko hat immer mehr Druck gemacht.

Aber ich hab's dann gelassen.

Und bin zurück zu Natascha.

Das schaut ned gut aus, Herr Auer.

M-m!

Was hätt ich denn davon gehabt, sie umzubringen?

Es spricht doch alles gegen den Auer.

Ja, aber es ergibt keinen Sinn.

Wenn jemand stirbt, werden Erben ermittelt.

Ohne Erben geht die Immobilie an den Staat.

Es kann Jahre dauern bis zur Versteigerung.

Was is mit Mord im Affekt?

Also, der Rainer Groth landet morgen um 6 Uhr 45 in Innsbruck.

Schneller is' ned 'gangen.

Das is die Rechnung für den Flug.

I weiß ned, was für a Formular wir da brauchen für die Abrechnung.

Und was für a Kostenstelle.

Steht alles da drin.

Holst ihn morgen Früh ab.

Schönen Feierabend!

Die Finanzen sind echt nicht so mein Ding.

Lukas, wartest du auf mich?

Dirk?

Ich komm nicht mit nach Hamburg.

Wieso das denn?

Das sind wir ihm schuldig.

Ich bin ihm gar nichts schuldig.

Und du auch nicht.

Natürlich, er ist mein Vater.

Ist er nicht.

Er hat mich bei sich aufgenommen, er ist mein Vater!

Ich will ihn hier weg haben!

* Tür knallt zu. *

Jetzt!

Ja! Danke! Liebe Grüße!

Morgen! Na, was is los?

I hab grad mit dem Staatsanwalt telefoniert.

Wir müssen den Auer freilassen.

Solang die Tatwaffe nicht gefunden is

und sein Alibi nicht zu 100 Prozent widerlegt ist, bleibt er frei.

Bitte!

Danke!

Ja, der Herr Groth.

Guten Tag! - Grüß Gott!

Ich kann mich noch gut erinnern.

Lotte Rosner hat mich nach dem Artikel kontaktiert.

Jens war aber nicht ihr Bruder, sondern ihr Mann.

Ihr Mann?

Die war schon verheiratet?

Sie wollten in den Westen flüchten.

Jens wurde an der Grenze angeschossen.

In der Haftanstalt hat ihm der Arzt die lebensnotwendige Hilfe verweigert

Er ist bald an den Verletzungen gestorben.

Was ist mit ihr passiert?

Sie wurde wegen Republik-Flucht zu drei Jahren verurteilt.

Sie hat nach dem Tod von Jens versucht, sich das Leben zu nehmen.

Aber sie wurde mit Medikamenten hafttauglich gemacht.

Den Inhaftierten wurden damals weder Namen

noch Qualifikation der Ärzte genannt.

Und im Gefängnis, wo Lotte Rosner war,

hat die Stasi kurz vor dem Zusammenbruch viele Akten vernichtet.

Wie sind Sie überhaupt auf den Fall gekommen?

Ich hab in einem Archiv einen bruchstückhaften Vermerk entdeckt.

Die Unterlagen sagen aber auch nicht, wer dieser Arzt war.

Was ist mit den Opfern? Ehemaligen Häftlingen?

Hat ihn jemand erkannt?

Viele leben nicht mehr.

Manche wurden so niedergespritzt,

dass ihnen über lange Phasen die Erinnerungen fehlen.

Damit gehen die Aussagen weit auseinander.

Aber die Lotte Rosner hat mir erzählt,

dass die Häftlinge diesem Stasi-Arzt einen Spitznamen gegeben haben.

Weil er sie immer nur mit starken Psychopharmaka ruhig gestellt hat,

hieß er bei ihnen "der Glücksbringer".

Der Deal ist geplatzt.

Ich will die Polizei nicht bei mir.

- Und was passiert weiter?

Was soll ich jetzt machen?

Das wir mein Vater entscheiden.

Ich rate dir, das Geld bald zurückzuzahlen!

Dass ihr uns so hartnäckig aus den Ermittlungen ausschließt,

wirkt sich auf die Größe der Portionen aus.

Sagt doch, wie weit seid ihr im Fall Rosner?

Wir stehen ziemlich an.

Wir haben keine Tatwaffe.

Wenn Ihnen mein Essen schon nicht schmeckt,

vielleicht lesen Sie was Interessantes.

Es gibt nämlich Leute, die meine Küche zu schätzen wissen.

Mhm!

"Die Abschlussgala des medizinisch- pharmazeutischen Kongresses

fand in der Villa des Promi-Arztes Dr. Möllner statt."

"Sein Vater, der aus der ehemaligen DDR stammende Prof. Dr. Möllner, ...

Nein, alles fad!

DAS müssen Sie lesen.

Ah so!

"Besonders gelobt wurde das Festmenü,

das Hannes Kofler zusammengestellt hat."

Das ist ganz toll!

Wussten Sie, dass der Vater von Dirk Möllner aus der DDR stammt?

Sag, dieser Journalist hat von der Lotte Rosner erfahren,

dass damals in diesem DDR-Gefängnis

der Arzt von den Insassen Glücksbringer genannt wurde.

Wie alt ist der jetzt?

Glücksbringer!

Lotte Rosner hat doch einen Glücksbringer gesucht!

Ja, wir haben sie in der Innenstadt getroffen:

"Wo ist der Glücksbringer?"

Auf einmal war sie weg.

Der Glücksbringer is kein Amulett.

Sondern der Mörder von ihrem ersten Mann.

Tja, ohne uns geht's einfach nicht.

Ich freu mich, dass du nach Hamburg kommst.

Das ist selbstverständlich!

Wir haben noch ein paar Fragen.

Wir haben keine Zeit, wir müssen zum Bahnhof.

Er wird sich Zeit nehmen müssen, der Herr Prof. Dr. Glücksbringer.

Herr Dr. Möllner!

Sie waren Arzt in einem Stasi-Gefängnis.

Sie sind für den Tod von Jens Krakowski verantwortlich.

Ich ruf meinen Anwalt an.

Nein, nein, warte!

Warte!

Was wollen Sie von mir?

Ich, Felix Möllner, habe nie für die Staatssicherheit gearbeitet.

Weder im Gefängnis noch sonst irgendwie.

Ich hatte eine Praxis in Pankow.

Nach dem Tod meiner Frau bin ich nach Hamburg gegangen.

Genau.

Dort haben sie erfolgreich praktiziert,

ohne dass jemand etwas von Ihrer Vergangenheit geahnt hat.

Aber jetzt ...

Als Sie zum Kongress nach Kitzbühel gekommen sind,

hat eine Frau Sie zufällig gesehen und wiedererkannt.

(Lotte!)

Nach so vielen Jahren.

Was ist los?

Sie hat den Gefängnis-Arzt wiedererkannt,

den sie ein Leben lang nicht vergessen konnte.

Den Glücksbringer.

Sie hat Sie verfolgt, aber nicht einholen können.

Lotte Rosner.

Die Frau von Jens Krakowski.

Auch sie war ein Opfer der Stasi.

Ihr Opfer!

Was soll dieser Glücksbringer-Unsinn?

Ich kenne keine Frau Rosner.

Doch, Sie kennen sie.

Sie hat es nicht geschafft, Sie anzusprechen.

Aber sie hat gesehen, wie Sie in das Auto ihres Arztes gestiegen sind.

In das Auto von Dirk Möllner.

Was Sie da von sich geben, sind doch Hirngespinste.

Deswegen hat sie Sie angerufen, oder?

Hat Ihnen gedroht, zur Polizei zu gehen.

Eine halbe Stunde später haben Sie zurückgerufen.

Um Sie zur Vernunft zu bringen.

Bei den Anrufen ist es um einen Termin gegangen.

Da sind wir anderer Meinung.

Für Sie ist zu viel auf dem Spiel gestanden.

Wenn Frau Rosner Ihren Vater entlarvt hätte,

keine Ehrung in Hamburg, kein Promi-Status mehr in Kitzbühel.

Womöglich sogar ein Prozess.

Frau Rosner wollte nicht vernünftig sein.

Dann haben Sie sie besucht.

Sie sind beide total irre!

Aus!

Es reicht!

Ich kann das nicht mehr hören!

Du warst sehr wohl in dem Stasi-Gefängnis.

Du warst der Arzt, der die Häftlinge gefoltert hat.

Der sie gefügig gemacht hat.

Du bist der gefürchtete Glücksbringer!

Bist du jetzt auch verrückt geworden?

Wie kommt sie darauf?

Nein, ich bin nicht verrückt.

Ich werd dir sagen, warum ich das weiß.

Dirk hat es mir gesagt. - Sabrina!

Ich hab nicht alles gewusst, aber Vieles.

Trotzdem hab ich geschwiegen.

Weil Dirk mir geschworen hat, dass ich dich nie mehr sehen muss.

Bitte!

Und dann muss er wegen diesem Kongress

ausgerechnet nach Kitzbühel kommen!

Als ich von dem Mord erfahren hab,

und Sie bei uns in der Praxis waren und nach Lotte Rosner gefragt haben,

hab ich's geahnt.

In der Nacht hab ich meinen Mann weggehen sehen.

Da bin ich ihm heimlich nach.

Ich hab gesehen, wie er eine Pistole ins Wasser geworfen hat.

Es war deine Waffe, nicht wahr?

Mit der hast du die Frau erschossen!

Die Polizei wird dir das ...

Aufhören!

Ja, mein Vater und ich, wir sind zu Lotte Rosner gefahren.

Wir wollten ihr alles in Ruhe erklären.

Sie war voll Hass.

Sie haben meinen Mann krepieren lassen!

Er hat als Grenzsoldat mit seinem Fluchtversuch

das eigene Volk verraten.

Mein Vater hat getan, was von ihm verlangt wurde.

Die einen sterben lassen, die anderen niederspritzen?

Bis heute leide ich darunter, was Sie mir als Arzt angetan haben.

Sie wissen, wie schwierig die Zeit damals war.

Mir sind einige Entscheidungen auch nicht leicht gefallen.

Es war das System, das müssen Sie verstehen.

Was gibt es denn da zu verstehen?

Ihr wart keine Ärzte!

Ihr wart Sadisten!

Ihr wart Mörder!

Frau Rosner!

Ich kann das nicht ungeschehen machen.

Ich kann mich nur entschuldigen und Sie um Verzeihung bitten.

Deswegen bin ich hier.

Nein!

So einfach ist das nicht!

Sie werden jetzt endlich dafür bezahlen!

Du?

Du hast sie umgebracht?

Was willst du?

Mein Vater ist ein alter Mann. Sie wollte es nicht verstehen.

Ich hab's tun müssen.

Dirk!

Dirk, du bist verrückt.

Du bist verrückt!

Ich hab ihm alles zu verdanken.

Meine Mutter war eine Landesverräterin.

Sie ist im Gefängnis gestorben.

Was wär aus mir geworden, wenn er mich nicht adoptiert hätte?

Ich hätte nie studieren, nie Arzt werden können.

Er hat mir eine Zukunft gegeben.

Zukunft?

Er hat alles kaputt gemacht!

Er hat das Leben von anderen zerstört.

Unser Leben!

Verstehst du das denn nicht?

Verstehst du das nicht?!

Oh Gott!

Oh Gott!

Oh Gott!

Herr Möllner! Kommen Sie.

* Melancholische Musik *

ORF 2015 untertitel@orf.at

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