All language subtitles for SOKO Kitzbühel 13x09 Fehldiagnose.deu

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Original subtitles

.

Karin Kofler

Lukas Roither

Mit Untertiteln vom ORF

Nein. Wenn es ihm schlechter geht, dann ruf die Dr. Laab.

Die hat heut Dienst.

Ich bin schon so gut wie weg.

Grüß Gott. Wissts ihr überhaupt Bescheid über euren Arbeitgeber?

Lests, was das für einer is!

Naa, das geht gar ned!

Ignoranten!

Montag. Ab acht bin ich wieder im Haus.

Am Wochenende fahr ich in meine Jagdhütte.

* Er lacht. *

* tiefer Seufzer *

Ich ruf später zurück.

Ja!

Hier ist Meister. Werfen Sie einen Blick auf die Überwachungsmonitore!

Ja.

Natürlich ist er das!

Wie oft muss ich Ihnen sagen, dass der das Gelände nicht betreten darf?!

Sie haben da Hausverbot!

Bleib stehen!

Stehen bleiben sollst!

Das kannst dir auch behalten. Da!

* Klopfen *

Ja, bitte?

Hallo.

Entschuldigung, ich komm gleich, dann können wir noch anstoßen.

Zu spät.

Und jetzt?

Was willst du hören?

Dass es mir leid tut?

Ist nicht nötig.

Was denn noch?!

Ich wollte mich verabschieden.

Alles Gute.

Ja.

Dir auch.

Lass mal von dir hören.

Wenn du was brauchst, ein Empfehlungsschreiben ...

* Handy *

* Handy *

Ja, hallo.

Nein, heute Abend gibt's keine Termine mehr.

So wie's aussieht, bin ich heut noch länger da.

Ja.

Vielleicht.

Am besten schickst du mir den Befund gleich hoch.

Danke.

*

* Die Hunde jaulen. *

*

* Reifen quietschen. *

(Kroisleitner:) Da war nix mehr zu machen, was?

Ham S' die Karin schon verständigt?

Ja, klar.

Und, was hamma?

Na ja, zwei Zeugen.

Eine pensionierte Richterin und ihr Mann. Sie sagen:

Der Lenker oder die Lenkerin hat eindeutig auf ihn g'wartet.

Sie sind sich sicher, weil sonst niemand da in der Siedlung parkt.

Primararzt Richard Meister steht da.

52 Jahr', keine Frau, keine Kinder.

I hab mir 'dacht, dass i den kenn!

Das is doch der mit der Schadenersatzklage?

Ja, aber prominent war er vorher schon.

Wie hat der geheißen, der ihn verklagt hat?

Martin Pertel. Die Adresse?

Das merk i mir schon.

Wart, Kroisi, der Lukas kommt.

Wir melden uns von unterwegs.

Tut mir leid! I wusst ned, dass du im Kino bist.

Es waren nur noch zehn Minuten.

Musst dir das Ende erzählen lassen. - Von wem?

Du warst allein im Kino?

Es hat ja niemand Zeit!

I wär gern mit'gangen, aber jetzt bin i im Dienst.

Und du auch.

Ein dunkelblauer oder schwarzer Wagen.

Naa, kein Unfall.

Die Zeugen schwören Stein und Bein.

Und i glaub ihnen das auch.

Da hat einer auf ihn gewartet.

Das is a klarer Vorsatz.

Da gibt's gar nix!

Ja. I hab euch ein Foto g'schickt.

Karin, bist du noch da?

Kroisi, wir hören dich.

Pertel hat Dr. Meister beschuldigt, dass er ihn quasi ruiniert hätt.

Wegen einer Fehldiagnose?

Ja, aber den Prozess hat er verloren. Da is er dann aus'zuckt.

Er hat den Herrn Doktor bedroht, der hat sich dann an uns gewandt.

Wart einmal!

Karin, bist du noch da?

I glaub, das is er!

Herr Pertel?

Herr Martin Pertel?

Ja?

Meine Name ist Roither, Soko Kitzbühel.

Wo kommen Sie grad her?

Um was geht's?

Der Dr. Meister ist vor einer Stunde ang'fahren worden.

Und ist gestorben. Fahrerflucht.

Tot?

Es war offensichtlich kein Unfall.

Wo ist denn Ihr Wagen?

Da, der.

Aber ich bin nicht g'fahren.

Die Kollegen schauen sich das an. Sie kommen mit uns mit.

Warum?

Ich war nur spazieren.

Und wo?

An der Ache entlang. Und dann ein Stückl rüber Richtung Bahnhof.

Schmarren! Das war ja gestern!

Sie werden doch wissen, wo Sie vor einer halben Stund g'wesen sind!

I bin am Skaterplatz vorbei'kommen; da war aber niemand.

Keine Zeugen? Das ist schlecht.

Was wollen S' wissen von mir?

Wie ich mein Unternehmen verloren hab durch den Herrn Doktor?

Wir haben Prototypen hergestellt.

Trocknungstechnologie für Lebensmittel.

I hab ein Wahnsinnsgeld verdient.

Da hab i mir dann die Villa in Kitzbühel geleistet.

Und meinen Wohnsitz hierher verlegt - das Dümmste, was ich je g'macht hab!

Wieso?

Dadurch bin ich diesem Scharlatan in die Hände g'fallen.

Dr. Richard ...

Nein, Primar Dr. Richard Meister.

Bitte sehr.

Danke.

Vor sechs Jahren hab i so einen Tumor im Darm g'habt.

I hab mich in der Kitzbühler Privatklinik behandeln lassen.

Nach 22 Monaten war ich geheilt.

Und vorletztes Jahr im Oktober ...

.. hab i so ein Ziehen g'spürt.

Bin total erschrocken.

Bin sofort wieder zu ihm.

Und da hat er Ihnen die falsche Diagnose g'stellt?

Die Diagnose war wieder Darmkrebs.

I hab das alles schon durchg'macht.

Die Schmerzen, die Chemotherapie ...

Mein Vater is an der gleichen Krankheit g'storben.

I hab g'wusst, wenn i das wieder hab, geh i diesmal drauf dabei.

* Klopfen *

Karin.

Geht's um sein Auto?

Nach der Behandlung damals hab i mir g'schworen: nie wieder Chemotherapie!

Ich kann kein Krankenhaus mehr von innen sehen.

Wie ich jetzt wieder die Diagnose Darmkrebs 'kriegt hab, ...

.. hab i mir gedacht: I hau ab!

Ab in die Südsee, in die Sonne.

Bald drauf hab i alles verkauft.

Die Villa, die Firma.

Alles weit unter Wert.

Ich wollt nur weg.

Gut, Herr Pertel, mit Ihrem Wagen ist alles in Ordnung.

Wo war ich?

Ah, ja ...

Bin dann zuerst nach Asien.

Thailand, Bali. Da hab ich's mir ein halbes Jahr gut gehen lassen.

Mit meinen letzten Dollars bin i rüber nach Australien.

Und dort zum Onkologen.

Warum?

I hab ein halbes Jahr gefressen, gesoffen und geraucht.

Und sonst noch allerhand g'macht.

I hab nie Schmerzen g'habt, nie!

Der Arzt in Sydney hat eine Verdauungsstörung diagnostiziert!

Eine Verdauungsstörung, sonst nix!

Später hab i dann rausg'funden:

Der 'geniale' Meister-Doktor hat das Röntgenbild verwechselt.

Den Darmkrebs hat ein anderer.

Er hat das g'schissene Bild verwechselt.

Mein Lebenswerk hat sich in nichts aufgelöst.

Dieses Arschloch im Arztkittel!

Ah ...

Hier, schaut mal.

Wir wissen bisher nur, dass es ein dunkles Auto war.

Wer hat gesagt, dass es Absicht war? Also Mord sozusagen?

Ich!

Eine Freundin von mir war Augenzeugin.

Die Richterin?

Ja, die Elli Hofer.

Den Primarius hab ich auch gekannt.

Das überrascht mich nicht.

Na ja, vom Lions Club eben.

Aber ihn hab ich nie besonders sympathisch gefunden.

Nach der ganzen Geschichte sowieso nicht!

Geht's um den Prozess und die zwei vertauschten Röntgenbilder?

Dem Mann, der sein ganzes Geld verprasst hat.

Viel mehr leid tut mir der Herr Renner und seine Familie!

Dem Andreas Renner gehört das Röntgenbild.

Seids schon da?!

Also, die Techniker schätzen:

Der Wagen war bei dem Aufprall ungefähr 40 km/h schnell.

Dann ist er noch unglücklich gestürzt.

Schädelhirntrauma und aus!

Was ist mit diesem Pertel?

Zutrauen tät i's ihm schon.

Irgendwie könnt man das verstehen.

Dass er den Dr. Meister verklagt, ja.

Aber dass er ihn bedroht und auch noch diese Ärztin aus der Onkologie.

Die Laab? Dr. Ingrid Laab?

Ja, auf die is er auch los.

Der Primar hat einen Teil der Verantwortung auf sie abgewälzt.

Sauber!

Die sollten wir auch vernehmen.

Und den Andreas Renner. Er führt auch einen Prozess gegen die Klinik.

* Telefon *

Laab.

Hallo?

* seltsame Geräusche *

Was soll das? Wer sind Sie? Hören Sie endlich auf damit!

* Am anderen Ende wird aufgelegt. *

* Klopfen *

Frau Dr. Laab?

Ja.

Mmmm, Jasmin!

Soko Kitzbühel, Karin Kofler.

Es geht um Primarius Meister; Sie haben sicher davon gehört.

Ja, Fahrerflucht.

Leider Mordverdacht.

Wie bitte?!

Jasmin passt gut zu Ihnen.

Hätten S' einen Moment für mich?

Sicher.

Ich hab gekündigt. Jetzt bin ich froh darüber.

Das Klima auf der Station ist vergiftet. Sein Erbe.

Sie meinen den Dr. Meister?

Ja. Er war der Alleinherrscher.

Aber wenn's eng wurde, waren die anderen verantwortlich.

So wie ich. In der Nacht, in der der Fehler passiert ist, ...

.. war ich seit 26 Stunden im Dienst.

Richard war noch ausgeruht.

Ihm hätte der Fehler auffallen müssen, nicht mir.

War zwischen Ihnen und Dr. Meister eine besondere Beziehung?

Ja, stimmt.

Ich war mal mit ihm zusammen - vor dieser Geschichte.

Er war nicht nur mein Liebhaber, sondern auch mein Mentor.

Dann hat er mich fallen lassen - wie eine heiße Kartoffel.

Ich hab's vorher schon geahnt.

Als Herr Pertel Alarm geschlagen hat, hab ich Richard gezwungen, ...

.. mit mir gemeinsam ein Gedächtnisprotokoll anzufertigen.

Wie es dazu kommen konnte, dass die Röntgenbilder vertauscht wurden?

Ja. Er war so überrascht, dass er die Wahrheit aufgeschrieben hat.

Dass er die Hauptschuld trägt.

Das Protokoll würd ich gern sehen.

Ich auch.

Es war handgeschrieben, es gibt nur ein Exemplar.

Richard hat behauptet, er hätte es oben in der Direktion deponiert.

Aber die wissen von nichts.

Ich war so naiv.

Handgeschrieben.

Und beim Prozess hat er behauptet, es hätte nie existiert.

Auf einmal war ich diejenige, die alles verbockt hatte.

Der Primarius hat meine Karriere ruiniert.

Ich komm mir vor wie ...

Kennen Sie einen Patienten namens Andreas Renner?

Nein, aber ich weiß, wen Sie meinen.

Frau Renner?

Ja?

Guten Tag. Mein Name ist Roither, Soko Kitzbühel.

Ich hab's in der Zeitung gelesen. Da hab ich gewusst, dass wer kommt.

Ich würd gern mit Ihrem Mann sprechen.

Meinen Mann?

Ich denke, er schläft grade. Er war sehr erschöpft heute Morgen.

Es dauert nicht lange.

Aber ich werde ihn nicht wecken.

Andi?

Ich muss Sie fragen, was Sie gestern am Abend g'macht haben.

Ach so, natürlich.

Ich hab gar kein Auto.

Ich war so gegen 20 Uhr zu Hause.

Sie können gern meine Vermieterin fragen.

Hat Sie der Herr Pertel in letzter Zeit belästigt?

Oder sonst irgendwer?

Ja?

Da war jemand vor dem Haus.

Danke.

Als ich davon gelesen hab, hab ich gedacht: Das geschieht ihm recht.

Aber in Wirklichkeit hätte er weiterleben sollen.

Von mir aus gelähmt.

Wieso?

Weil dieser Mensch nicht hätte sterben sollen.

Er hätte sich verantworten und mit seiner Schuld leben müssen.

So wie ich damit leben muss, dass mein Mann da oben im Zimmer stirbt.

Verstehe.

Sie können sich Ihr Mitleid sparen - das brauch ich nicht!

Das kann niemand verstehen, der es nicht selber erlebt hat.

Dr. Meister ist absichtlich angefahren worden.

Der Täter oder die Täterin hat vor seinem Haus auf ihn gewartet.

Wo waren S' gestern Abend?

Zu Hause?

Ich war fort, das erste Mal seit drei Monaten.

Mir fällt hier manchmal die Decke auf'n Kopf.

Ich war tanzen, im Roxy.

Das ist diese Diskothek Richtung Kirchberg?

Das ist nicht weit vom Tatort.

Ich hab ihn nicht niedergefahren.

Was haben S' für ein Auto? Und welche Farbe?

Einen Mercedes. Dunkelblau.

Aber ich hab gestern was getrunken und hab ein Taxi nach Hause genommen.

Das lässt sich leicht nachprüfen. Wir müssen den Wagen sicherstellen.

Das geht nicht, den brauchen wir.

Und Ihr Prozess gegen die Privatklinik?

Den führen wir natürlich weiter.

Der eine ist tot, aber es gibt noch die andere.

Die Dr. Laab?

Ich hab von denen geträumt.

Diese Ärzte haben mich bis in den Schlaf verfolgt.

Ja.

Aber da hab ich sie erschossen.

Alle beide.

Wiedersehen.

Wiedersehen.

* Handy *

Hallo?

Hallo?!

Lassen Sie mich in Ruhe! Hören Sie auf damit!

Hast doch noch jemanden zum Filmschauen g'funden?

Ja.

Und was spielt's?

Skaterplatz 1 und 2. Doublefeature.

Herr Pertel hat gesagt, er is beim Spaziergang dort vorbei'kommen.

Seit jemand den halben Skaterplatz demoliert hat, is dort eine Kamera.

Bis jetzt is er noch ned aufgetaucht.

21 Uhr 18.

Ich hab mit etlichen Mitarbeitern auf der Onkologie g'sprochen.

Die Laab hat allen leid getan, weil Meister so mit ihr umg'sprungen is.

Der Prozess war der Horror für sie.

Aber nachher hat sich der Pertel eher auf ihn konzentriert.

Sie hat gesagt, dass sie jemanden vor ihrem Haus stehen g'sehen hat.

Die Frau Renner sollten wir auch nicht aus den Augen lassen.

Ihr Mann hat Krebs im Endstadium.

Man hätt was machen können, wenn das rechtzeitig erkannt worden wär.

Das ist traurig.

Die macht einen sehr labilen Eindruck.

Ich trau ihr zu, dass die jemanden terrorisiert.

Ihr Auto wird morgen untersucht.

Leute, Einbruch beim Dr. Meister.

Sie kommen grad.

I halt euch am Laufenden.

Servas.

Vorn ums Eck.

Okay.

*

* Die Tür geht mit einem leise schnarrenden Geräusch auf. *

*

* Hundegebell *

Pscht! Ruhe!

*

Wart einmal.

Frau Dr. Laab.

Dürfte ich Sie bitten herauszukommen?

Jasmin.

Aber wie gesagt: Es passt zu Ihnen.

Mein Gott!

Ich weiß nicht, was in mich gefahren ist.

Ich hatte Angst, dass man mich tagsüber sehen könnte.

Und das Gerede wieder losgeht.

Genau das haben Sie mit dem Einbruch bewirkt.

Das war kein Einbruch, ich hab einen Schlüssel.

Ich hab nichts angefasst. - Außer den Tresor.

Sie haben das Gedächtnisprotokoll gesucht.

Ja.

Ich war mir so sicher, dass es da drinnen sein muss.

Deswegen haben Sie eine Festnahme riskiert!

Warum sind S' nicht gleich zu uns 'kommen?

Ich weiß es nicht.

Es war dumm, es tut mir leid.

Was machen wir jetzt mit Ihnen?

Kommen S', wir fahren Sie nach Haus.

Bist immer noch dran?

Naa, es hat sich erübrigt.

Der Pertel war nie am Skaterplatz.

Er war bei der Dr. Laab.

Die hamma grad z' Haus g'führt.

I hab auch grad erfahren, dass wir Zeugen haben.

Drei Aussagen, alle behaupten dasselbe.

Der Pertel war gestern Abend bei ihrem Haus.

Sie bestreitet, dass sie ihn erkannt hat.

Gut, in der Nacht is das schwierig.

Stimmt ned. Er is schon dort g'wesen, als es noch hell war.

Bitte sehr.

Hier steht: Das Auto einer Verdächtigen wird untersucht.

Kann nur die Frau Renner sein.

Die Farbe passt, und scheinbar gibt's Unfallspuren.

Sie kommt für den Mord in Frage?

Nein, die ist grundanständig!

Der Wagen wurde auf dem Parkplatz einer Diskothek sichergestellt.

Und da gibt's immer mal Parkschäden.

Wenn sie wirklich was damit zu tun hätte:

Warum bringt sie das Auto nicht in aller Früh in die Werkstätte?

Das würde ich tun als Mörder.

Hannes, das ist DIE Idee!

Ich hab Zeit. Wenn's sein muss, den ganzen Vormittag.

Dunkel ist der Wagen.

Und die Beule ist vorn.

Wenn wir den finden ...

Grüß Gott! Kann ich Ihnen helfen?

Na ja, wir suchen ...

Ich mach Ihnen gern ein paar Angebote.

Hier ein paar feine Gebrauchte. Erstbesitz, kaum Kilometer.

Weiter vorne hab ich einen Diplomatenwagen.

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Der linke Scheinwerfer ist eingedrückt.

Und die Frau Renner weiß nicht, woher das kommt.

Unsere Techniker sind dran. Danke!

Guten Morgen, Herr Pertel.

* Man hört nicht, worüber sie sprechen. *

Gestern war nichts, keine neuen Aufträge. Bei Ihnen?

Er holt die Schlüssel für eine Probefahrt.

Kommt nicht in Frage! Dafür haben wir keine Zeit!

Wissen S', was ich da hab?

Drei Zeugenaussagen aus der Nachbar- schaft der Frau Dr. Laab.

Die sagen übereinstimmend aus, dass Sie vorgestern ...

.. so gegen 20 Uhr dort g'wesen sind.

Aber das ist noch kein Verbrechen.

Von acht bis wann?

Zehn.

Vielleicht elf.

Es war nicht das erste Mal, oder?

Kann sein, dass ich die ganze letzte Woche dort war.

Aber ich bin nur dag'standen.

Aber sie hat Sie bemerkt?!

Ich denk schon.

Sie hat dann immer die Vorhänge zug'macht.

Und ist nicht mehr aus'm Haus raus.

Ich weiß, ich hätt Ihnen das sagen sollen.

Aber es gibt eine gerichtliche Verfügung gegen mich.

Die wollen mich in die Psychiatrie stecken, falls ich noch ein Mal ...

Sie haben die Frau Dr. Laab absichtlich eingeschüchtert.

Ich wollt, dass diese Unmenschen nicht vergessen, was sie getan haben.

Wenn wir Sie noch ein Mal dort er- wischen, bring ich Sie zum Amtsarzt!

Hamma uns verstanden?!

Vielleicht haben Sie ja Glück.

Wenn Frau Dr. Laab Ihre Aussage be- stätigt, dann hätten Sie ein Alibi.

Ich wär Ihnen dankbar, wenn Sie mir erzählen würden, was Sie wissen!

Ja, er war hier.

Und die letzten fünf, sechs Tage davor auch.

Immer zwischen acht und elf.

Meine Vermieterin hat mich gefragt, ob sie die Polizei rufen soll.

Aber das wollten Sie nicht?

Ich kann nicht noch mehr Öl ins Feuer gießen.

Mir tut Herr Pertel wirklich leid!

Dem Richard war das egal, der hatte keine Schuldgefühle.

Aber ich kenne meine Verantwortung.

Ich hab mich in der Wohnung versteckt und gehofft, dass er verschwindet.

Und das hat er auch g'macht. Kennen Sie die Birgit Renner?

Nein. Der Herr Renner lässt sich inzwischen in Innsbruck behandeln.

Willst du noch was trinken?

Ich muss dir was erzählen.

Die Polizei war da.

Andi, ...

.. hörst du mich?

Das ist wichtig.

*

Es ist nichts Schlimmes. Es wird wieder in Ordnung kommen.

*

Und von dort is er gekommen.

Dankschön.

Bitte, gern.

Hallo, Lukas.

Die Vermieterin hat ihn auch g'sehn; sie hat mit der Dr. Laab g'redet.

Dann passt alles zusammen.

Der Pertel und die Laab haben ein Alibi.

*

Guten Tag, Frau Renner.

Ich muss Sie bitten, mit uns zu kommen.

Ich muss noch mit der Nachbarin sprechen.

Wegen meiner Tochter und meinem Mann.

Sie haben sich spontan entschieden?

Karin, der Türsteher vom Roxy.

Kommen S' herein. Sie wissen, um was es geht.

Ist das die Frau?

Ja.

I hab gar ned g'wusst, dass das Roxy so früh aufsperrt.

Frau Renner, wir haben die Aussagen von Geschäftsführer und Türsteher.

Der Geschäftsführer kann sich gut an Sie erinnern.

Sie sind um halb neun gekommen.

Er hat g'sagt, dass Sie ziemlich schnell betrunken waren.

Ist das wichtig?

Der Türsteher sagt, Sie haben gegen 22 Uhr das Lokal verlassen.

Und sind um 23 Uhr wiedergekommen.

Er hat kurz mit Ihnen gesprochen.

Jetzt ist die Frage:

Wo waren S' zwischen 10 und 11?

Ich war vor der Disko.

Auf dem Parkplatz.

Da waren viele Leute. Von denen hat mich bestimmt jemand gesehen.

Leider nein.

Bis jetzt nur negative Aussagen.

Es kann sein, dass ich mich eine Weile ins Auto gesetzt habe.

Vielleicht sind S' herumgefahren?

Zum Haus vom Dr. Meister.

Is nur fünf Minuten entfernt.

Daran müsst ich mich erinnern.

Ich hab Ihnen gesagt, ich hätte ihn erschossen, nicht umgefahren.

Und auch das war nur ein Traum.

Und wie ist es zu dem Schaden an Ihrem Auto gekommen?

Das muss in dieser Nacht passiert sein.

Das haben Sie vergessen?

Ich vermute es.

Wir vermuten es auch.

Na dann sind wir ja einer Meinung.

Sie ist ganz schön schnippisch.

Na ja ...

In der Situation ist es zu verstehen.

Sie hat eine kleine Tochter und einen todkranken Mann zu Haus.

Sie hat kein Alibi, aber ein Motiv.

Sie war alkoholisiert, also im Affekt ...

Und das Auto ist genau an der richtigen Stelle beschädigt.

Da kriegen wir heut den Bericht.

Der Bericht von der Spurensicherung!

Lackspuren?

Karmesinrot.

"Nach umfangreichen Untersuchungen des Frontbereichs ergeben sich ...

.. keinerlei Hinweise im Zusammen- hang mit dem Fall Meister."

Mit DEM Auto is niemand ang'fahren worden.

Naa, war nix. Die Polizei war auch schon da.

Die Dame, die grad reingegangen ist, das ist sie! Ich bin mir sicher!

Die Frau Renner?

Nein, die kenn ich doch!

Die!

Das muss sie sein.

Die hab ich schon irgendwo gesehen.

Ja, ich weiß, im Lions Club.

Nein.

Entschuldigen Sie, die Dame, die grad im Taxi weggefahren ist:

Das ist doch nicht Frau Dr. Laab?

Doch, die Schwägerin vom Chef.

Frau Laab? Die geht hier ein und aus.

Vor allem seit ihre Schwester das Kind hat.

Das heißt, sie hat einen Schlüssel?

Naa, wir haben Magnetkarten.

Wurscht! Sie hat so eine?

Damit kommt sie auch dorthin, wo die Autoschlüssel der Kunden sind.

Sie kann jedes Auto in Betrieb nehmen, oder?

Theoretisch ...

Für heut is Feierabend. Die Leut sollen vorläufig noch dableiben.

Bis auf euch natürlich.

Wir haben aber nichts vor.

Lukas, die Verbindungsliste von der Laab.

Die hat öfters mit dem Pertel telefoniert.

Er ist auch drei Mal aus der Onkologie ang'rufen worden.

Die haben ihr Alibi abg'sprochen? Warum sollten sie sich schützen?

Das bringt mich auf eine andere Idee.

Vielleicht hat die Laab gar nicht das Gedächtnisprotokoll gesucht.

Wonach sonst?

Nach Geld wird s' nicht gesucht haben.

Da hat sie keinen Bedarf.

Na ja, sie nicht.

Hallo! Was ist denn jetzt mit uns?!

Danke, dass wir mitmachen durften.

Sehr lieb!

Herr Pertel.

Was wollen wir hier?

Zeigen Sie mir, wo Sie vorgestern am Abend gestanden sind.

Das ist doch völlig wurscht!

Bitte.

Also gut.

Wir können die Sache abkürzen, wenn Sie sagen, wen Sie gesehen haben.

Wie wen?

Also, noch einmal von vorn.

Frau Dr. Laab war circa um acht Uhr bei Ihnen.

Kurz vor halb neun!

Sie hat gesagt, der Kerl wäre wieder hier.

Ich hätte lieber die Polizei gerufen.

Aber die Frau Doktor hat gemeint, er geht von alleine.

Dann hat sie gesagt, sie wird sich in ihrer Wohnung einschließen.

Solange, bis er weg ist. Und ich soll das auch machen.

Und um wie viel Uhr haben Sie wieder mit ihr geredet?

Sie hat bei mir geklopft, kurz nach elf Uhr.

Und er war plötzlich verschwunden.

Sie hätte also zwischen 9 und 11 den Seiteneingang benutzen können.

Ohne dass Sie es gemerkt hätten.

Ja, möglich.

Warum fragen Sie mich das?

Also, Sie waren grad auf dem Heimweg.

Sie haben gesehen, wie Frau Dr. Laab zurückgekommen ist.

Dann haben Sie von uns gehört, was dem Primarius Meister passiert ist.

Sie haben zwei und zwei zusammengezählt.

Sie sind mittellos; also haben Sie mit ihr Kontakt aufgenommen.

Schmarren! Wir hatten nie Kontakt.

Wir haben die Kontaktdaten überprüft.

Sie haben gestern und vorgestern mehrmals miteinander telefoniert.

Sie haben sie erpresst. Sie haben gewusst, sie hat einen Mord begangen

Herr Pertel, arbeiten wir zusammen?

Die Kollegen haben Ihr Auto am Parkplatz abg'stellt.

Es tut mir leid, dass Sie ...

Ist schon in Ordnung.

Lukas?

*

Entschuldigung, das ist das Sprech- zimmer für Patienten.

Das wissen wir.

Aber wir würden gern mit Ihnen reden.

Ich hab gehört, Sie waren bei meinem Schwager.

Ja, und wir haben den Wagen in seiner Werkstatt gefunden.

Mit den Faserresten an der Stoßstange.

Frau Dr. Laab, wir sind hier, um Sie festzunehmen.

Ich wollte ihn nicht umbringen.

Es war ein Unfall.

Nein, das war's nicht.

Sie haben die Tat geplant.

Der Pertel war eine Woche lang vor Ihrem Haus.

Irgendwann sind S' draufgekommen, dass das ein Alibi sein könnte.

Er hat übrigens gestanden.

Ach ja?

Und was?

Dass er Sie gesehen hat.

Wie Sie zurückgekommen sind.

Und wie Sie den Hintereingang benutzt haben.

Hat er auch gestanden, was er von mir gewollt hat?

Wie viel Geld dafür, dass er den Mund hält?!

Ja, das hat er.

Ich hab alles für Richard getan.

Jahrelang.

Ich hab Artikel für ihn verfasst.

Die wurden unter seinem Namen veröffentlicht.

Hab seine schlampigen Diagnosen korrigiert.

Und er? Er hat sich einfach nur bei mir bedient.

Dazu hat Sie niemand gezwungen.

Sie haben keine Ahnung, wie das hier läuft!

Und dann passiert das mit den Röntgenbildern.

Ich bin auch nur ein Mensch.

Sie glauben, ich hätte das Gedächtnisprotokoll nur erfunden.

Aber es hat wirklich existiert.

Richard hat es vernichtet - und mich dazu.

Es tut mir leid.

Für Herrn Renner und seine Familie.

Für Richard, ...

.. Dr. Meister ...

Gibt es einen Anwalt, den Sie anrufen möchten?

Kommen S' bitte mit.

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