All language subtitles for SOKO Kitzbühel 13x08 Krimi à la Carte.deu

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Original subtitles

.

Karin Kofler

Lukas Roither

Mit Untertiteln vom ORF

Na toll! Bis wir drin sind, sind die besten Tische weg.

Alles wegen dem Haas.

Wir gehen hinten rum.

Sie scheinen sich hier gut auszukennen.

Ich hab schon ein paar Vorstellungen angeschaut.

Wie viele?

Alle!

Wollen Sie damit sagen, Sie haben jede einzelne Vorstellung gesehen?

Die Unterstützung von Kultur hat in unserer Familie Tradition.

Auch wenn es nur "Krimi à la Carte" ist.

Versteh. Aber ich hab den Verdacht, ...

.. dass es Ihnen gar nicht so sehr um das Stück geht.

Sondern um den Hauptdarsteller, diesen Haas.

Klaus Haas ist ein Star!

Und ein ziemlich gut aussehender noch dazu.

Ist mir gar nicht aufgefallen.

Oh!

Was ist denn?

Hubert Kamenz, der Veranstalter.

Na und?

Er hat mich schon einmal am Hinterausgang erwischt.

Ich wollt nur einen guten Tisch.

* Handy *

Ja?

(hustend:) Ich bin's. Ich kann heut nicht. Ich fühl mich saudreckig.

Unmöglich!

Also gut, pass auf!

Das eine Mal lass ich dir das durchgehen und spring für dich ein.

Aber danach!

Okay, ich danke dir.

(schniefend:) Ciao.

Wo ist mein Geld?

Ich ... ich hab's. Du kriegst dein Geld.

Ich hab nur gerade ... - Wo ist mein Geld?

In zwei Wochen hab ich alles zusammen.

Du kriegst die Einnahmen der letzten Woche als Anzahlung.

Ich scheiß auf deine Anzahlung!

Deine Zeit ist abgelaufen.

Tür zu!

Gute Neuigkeiten! Die heutige Dernière ist abgesagt.

Wie? Keine Vorstellung?

Die Dreharbeiten zu Klaus' Kinofilm haben sich verschoben.

Wir bleiben für 20 weitere Vorstellungen.

Ich hoffe, das ist in eurem Sinne.

Sei mir bitte nicht böse. Du kennst mich und meine Qualitäten.

Aber mit dem Haas stelle ich mich in Zukunft auf keine Bühne mehr.

* Pausenglocke *

Stars, schön und gut.

Aber der Haas ist wirklich ein Kollegenschwein!

Hagen, du hast recht: Ich kenne dich und deine Qualitäten.

Und ich kann dir versichern: Du bist ersetzbar.

Apropos ersetzbar: Unser lieber Kollege Klaus Haas ...

.. hat leider eine schlimme Erkältung.

Deshalb werde heute ausnahmsweise ich seine Rolle übernehmen.

Was ist? Gemma, gemma!

Die Leute warten.

Meine sehr verehrten Damen und Herren!

Liebe Passagiere!

Es ist mir eine große Freude, Sie an diesem bedeutsamen Abend zu begrüßen.

Der Jungfernfahrt Seiner Majestät Schiff "Vanitas".

Gleich zu Beginn dieser wunderbaren Reise ...

.. möchte ich Sie bitten, sich nicht zu weit über die Reling zu beugen.

Und den Anweisungen unseres Personals ausnahmslos Folge zu leisten.

Wir wollen doch nicht, ...

.. dass irgendjemandem von Ihnen etwas zustößt.

Leider muss ich Ihnen mitteilen, ...

.. dass unser lieber Kollege Klaus Haas erkrankt ist.

(das Publikum, enttäuscht:) Oh!

Deshalb übernehme ich seinen Part.

Ich kann Ihnen versichern, ...

.. dass es trotzdem ein spannender und aufregender Theater-Abend wird.

Volle Fahrt voraus!

* Schiffshorn *

Hallo!

Wer sind Sie? Ich kenn Sie doch.

Sie haben recht. In Wahrheit bin ich kein Kapitän.

Ich bin der weltberühmte Detektiv Hercule Püree.

* Gelächter *

Was machen Sie hier?

Ich habe das unbestimmte Gefühl, ...

.. dass hier nichts so ist, wie es scheint.

Was reden Sie?

Captain!

Die Lage spitzt sich zu.

Ich glaube, die Mannschaft plant eine Meuterei.

Eine Meuterei?

(Matrosen:) Nieder mit dem Kapitän!

Nieder mit dem Kapitän!

Beruhigen Sie sich, sonst gibt es noch ein Unglück!

* zwei Schüsse *

Was soll denn die Scheiße?

Hubert!

Captain!

Hubert!

Hubert!

Jetzt wird's doch noch spannend.

Er ist tot!

Hätt mich auch g'wundert.

Ah, Kroisi!

Ah! Gut, dass ihr da seids!

Die Frau ...

Sind Sie hier zuständig? Wurde Zeit, dass sie endlich kommen.

Was ist los, Frau ...? - Stecher, Heidemarie Stecher.

Schlimm genug, dass jemand ermordet wird.

Aber dass ich neben der Leiche fest- gehalten werde und nicht heim darf!

Liebe Frau Stecher! Je weniger Sie uns in unserer Arbeit behindern, ...

.. desto früher kommen S' nach Hause.

Entschuldigen Sie uns bitte!

Hubert Kamenz. Veranstalter, Regisseur und Autor dieses Abends.

Er ist während seines eigenen Theaterstücks erschossen worden.

Das haben wir bei einem der Schauspieler g'funden.

Is aber nur a Requisit.

Man schießt mit Platzpatronen.

Von der eigentlichen Tatwaffe fehlt jede Spur.

Er stand auf dieser Kiste, ...

.. als er von einer kleinkalibrigen Waffe frontal getroffen wurde.

Das Projektil steckt im Körper.

Zum Einschusswinkel kann ich erst nach der Obduktion was sagen.

Bei so vielen Leuten muss irgendjemand was g'sehen haben.

Naa, es war finster.

Versteh. Dann nimm sämtliche Personalien auf.

Schreib dazu, wer wo g'sessen is.

Wo is eigentlich der Haas?

Schade, der is heut nicht da.

Na, wie geht's euch?

Ganz gut.

Besser als dem Kamenz.

Habts was g'sehn?

Naa, das Licht is aus'gangen!

Dann hat man zwei Schüsse gehört.

Wie das Licht wieder angegangen ist, sind die zwei dort gelegen.

Passiert ist es während des Blackouts - ein Spezialeffekt.

Das Licht geht aus, ein Schuss ertönt.

Wenn's wieder hell wird, liegt da die Leiche von der Sekretärin.

Heute sind zwei dort gelegen.

Und es waren alle Türen zu.

Das heißt, der Täter war im Raum.

Wir wissen, wer es ist.

Das ist übertrieben! Wir haben nur gesehen,wie einer Kamenz bedroht hat.

Was heißt "bedroht"? Er hat gesagt: "Deine Zeit ist abgelaufen."

Wer hat das g'sagt? - Wir wissen, wie er ausschaut.

Und wir wissen, welches Auto er fährt: ein großes Cabrio.

Quatsch! Es war ein schwarzer Pickup.

Ja, gut.

Kommts morgen aufs Kommissariat, dann mach'ma a Phantombild.

Du weißt, wir helfen der Polizei, wo wir können.

Ja, das weiß i, Vater.

Was ist gestern Abend aus Ihrer Sicht passiert?

Keine Ahnung.

Ich habe geschossen.

Also ... mit den Platzpatronen.

Dann lag da auf einmal der Hubert.

Zuerst dachte ich, es wäre ein Dernièren-Gag.

Was?

Ein Dernièren-Gag.

Ein Streich, den Schauspieler bei der letzten Vorstellung spielen.

Wie hat der Kamenz so einfach einspringen können?

Da muss man haufenweise Text lernen.

Das ist Gastronomie-Theater und kein Faust.

Den groben Rahmen hat Kamenz geschrieben.

Den Rest haben wir gemeinsam in der Probe erarbeitet.

Zudem hat er auch noch Regie geführt.

Klingt, als wären Sie nicht besonders stolz auf das Projekt.

Sagen wir mal so:

Es ist nicht das, was ich als Erstes in meiner Vita angeben würde.

Worum ging es bei dem Streit mit dem Kamenz?

Nichts.

Ich wollte einfach nur nicht mehr mit dem Haas zusammen spielen.

Warum?

Er ist eine Rampensau. Er spielt sich immer in den Vordergrund.

Er hält sich an keine Abmachungen und macht, was er will.

Und wir müssen mitziehen. Jeder war sauer auf ihn.

Auf den Kamenz natürlich auch.

Die Haut war mehr wie Crème brûlée. So schrumpelig.

Der Herr Kofler meint, pockennarbig.

Genau.

Und die Haare waren dunkler.

Und länger.

Wie ist es dem Kamenz überhaupt gelungen, ...

.. einen Star wie den Haas in seine Produktion zu bekommen?

Sie waren zusammen auf der Schauspielschule.

Waren die besten Freunde. Ich denke, er war aus Gefälligkeit dabei.

Danke schön.

Kennen Sie diesen Mann?

Nein, noch nie gesehen.

(Ein Mann macht Stimmübungen:) Waa waaa wawawaaa.

* mehrmaliges Läuten an der Tür *

Herr Haas?

Ja?

Grüß Gott, Herr Haas.

Kofler, Soko Kitzbühel.

Hubert?

Bitte?

Na, die Kollegen?

Aha, ja.

(tragisch:) Hubert und ich, wir waren enge Freunde.

Wahre Freunde.

Es tut mir leid, aber ich muss Ihnen trotzdem ein paar Fragen stellen.

Wir nehmen uns viel zu ernst.

Wir drehen Filme, schreiben Bücher, bauen Häuser. Aber wozu eigentlich?

Das ist doch alles so ...

.. vergänglich!

Das Feuer.

Es kann Leben schenken, aber auch nehmen.

Einfach so!

Aha.

Gut.

Kennen S' den Mann?

Nein.

Sie haben die Vorstellung aus gesundheitlichen Gründen abgesagt.

Ja.

Bei den Stimmübungen haben S' gar nicht so krank geklungen.

Nein?

Wissen Sie, Frau ... Kofler?

Ich bin Schauspieler, und mein Körper ist mein Instrument.

Mein Kapital.

Aber das verstehen Sie nicht.

Als kleine Befehls-Ausführerin, die nur in Schubladen denkt.

Hab ich recht?

Wir können das Gespräch gerne auf dem Kommissariat weiterführen.

Wie bitte?

Das ist nicht Ihr Ernst!

Was ist das für ein Schwachsinn?

Jetzt bin ICH der Verbrecher?

Ich muss mich behandeln lassen wie ein Arschloch,in meinem eigenen Haus?

Herr Haas, bitte.

Ja.

Ihr Spießer seid doch alle gleich.

Seht mich zwei, drei Mal im Fernsehen und glaubt, ihr kennt mich.

Aber ihr kennt mich nicht.

Keiner von euch.

Ich bin ein Mensch.

Hm!

Ein menschliches Wesen.

Ein Mensch!

Sehen Sie!

Sehen Sie ruhig her!

Sehen Sie es sich genau an!

Ein wahrer Mensch!

Gut, ich geh jetzt.

Aber wohin denn?

Davonlaufen wie ein kleines Mädchen?

Weil Sie es nicht ertragen können, dass ich nicht so bin wie Sie!

Dass ich so bin, wie Sie es sich sehnlich wünschen!

Gehen Sie! Fahren Sie in Ihr kleines Leben!

Und schreiben Sie einen Bericht!

Und versuchen Sie nicht, besser zu sein als die, die Sie verurteilen!

Auf Wiedersehen!!!

Auf Wiedersehen!!!

Auf Wiedersehen!!!

Hallo, Lukas! Wir treffen uns beim Haus vom Kamenz, ja?

Er is dir wirklich pudelnackert nachg'laufen?

Ja, und dann hat er absoluten Schwachsinn g'redet.

Dass i in Schubladen denk, dass das Feuer Leben gibt und nimmt.

Und natürlich, dass i glaub, dass i was Besseres bin.

Hast was g'funden?

Nix B'sonderes. Terminkalender.

Verträge, Abrechnungen.

Und a Foto von ihm mit dem Haas.

Findest du auch, dass i glaub, dass i was Besseres bin?

Geh bitte, du bist völlig in Ordnung.

Bist a starke Frau in einem schwierigen Beruf.

Lass dir von so an Kasperl nix erzählen!

Okay, ja. Danke.

Gern g'schehn.

Schau, da werd'ma an Gerichtsbeschluss brauchen.

Ich sag's dem Kroisi.

Gut. I brauch an Kaffee.

A gute Idee. Aber den nehm'ma mit.

71 Personen waren anwesend.

60 Zuschauer, sieben Leut vom Personal, vier Schauspieler.

Dann haben wir noch den großen Unbekannten mit dem Pickup.

Es wird Zeit, dass wir die Sache ausdünnen. I fahr zur Haller.

Ein Schauspieler ist eine Stunde vor und nach der Vorstellung ...

.. nicht voll haftbar für seine Taten. Hast du das g'wusst?

Echt?

Ja, weil er sich so auf die Rolle einlässt, ...

.. dass er etwas tun könnte, was er sonst nicht tun würd.

ZB den Veranstalter erschießen.

Und? Gibt's schon was Neues?

Das ist nicht dein Ernst, oder?

Ich hab noch nicht einmal das Projektil rausg'holt.

Bitte schön.

I brauch a grobe Einschätzung!

Einschätzung? Sonst willst immer Fakten.

Ich hab 70 Tatverdächtige! I muss das a bissl eingrenzen.

Also gut. Eine Einschätzung.

Bitte so, dass ich's auch versteh.

Du bist ganz schön unter Druck, hm?

Okay, es fehlen Schmauchspuren.

Der Schuss wurde also nicht aus unmittelbarer Nähe abgegeben.

Die Form der Wunde lässt vermuten, dass der Schusskanal gerade verläuft.

Schau her!

Ein bissl schief is es schon.

Heißt das, er wurde von oben erschossen?

Nein, er hat sich vermutlich auch bewegt.

Er kann auch so gestanden sein, als er erschossen wurde.

Du musst mit einem Schussfeld von mindestens 30 Grad rechnen.

Vertikal und horizontal.

Nimm sicherheitshalber 40 Grad.

Ich muss erst einen Ultraschall machen.

Geht doch. Danke schön!

Auf der Reservierungsliste vom Theater ist mir was aufgefallen.

Noch jemand - außer der Gräfin - war bei jeder Vorstellung anwesend.

Heidemarie Stecher.

Mit der Dame durften wir ja schon Bekanntschaft machen.

Sie hat sogar schon einmal eine Anzeige bekommen wegen Stalking.

Der Kamenz wollt sie nimmer in die Vorstellung lassen.

Aber sie hat sich jedes Mal reing'schlichen.

Dann schauen wir, ob sich die Frau Stecher gerächt haben könnte.

Laut Dr. Haller wurde der Schuss in einem 40-Grad-Winkel abgefeuert.

Das bedeutet ...

Das heißt, ungefähr ...

.. zwischen diesen beiden Linien.

Die Stecher kommt in Frage.

Die Gräfin auch.

Dein Vater aber auch.

Wir vernehmen jeden, der innerhalb der beiden Linien g'sessen is.

Und schauen, ob's eine Verbindung zum Opfer gibt.

Wie der Pickup-Fahrer rein und raus 'kommen is, wiss'ma auch noch nicht.

Guten Tag, Frau Stecher. Mein Name ist Roither, Soko Kitzbühel.

Wir haben uns gestern kenneng'lernt. Darf ich kurz reinkommen?

Ihre Kollegin ist nicht da? -Nein.

Na dann ...

Darf ich Ihnen etwas zu trinken anbieten?

Danke, nicht im Dienst.

Ich komm gleich zum Punkt:

Sie und der Herr Kamenz waren nicht unbedingt die besten Freunde.

Wer sagt das?

Das Bezirksgericht Kitzbühel. Es gab eine Anzeige wegen Stalking.

Das war eine Schikane vom Kamenz!

Nur weil ich ein Mal ein Autogramm vom Klaus wollte.

Und mir vielleicht zwei Mal das Krimi-à-la-Carte-Stück angesehen hab.

Sie waren in jeder Vorstellung.

Na und? Ist doch nicht verboten.

Das nicht, aber Sie haben Herrn Haas mehrmals aufgelauert.

Auch vor seinem Haus.

Es gab Briefe, E-Mails, Anrufe.

Wieso sollte ich Hubert Kamenz erschießen?

Er hat Klaus hierher gebracht.

Zu mir! So nah!

Frau Stecher, kennen Sie diesen Mann?

Natürlich. Von dem hat sich Kamenz einen Haufen Geld ausgeliehen.

Woher wissen Sie das?

Ich versteckte mich ein paar Stunden vor der ersten Vorstellung im Saal.

Da hab ich gesehen, wie der da Geld vorbeigebracht hat.

Wissen S' auch, wie "der da" heißt?

Also ...

Der Kamenz is da oben g'standen.

Der Vater und die Gräfin sind da g'sessen.

Von da aus hätt's Schmauchspuren an der Wunde geben müssen.

Aber von da aus, wo die Frau Stecher g'sessen is, würd's gehen.

Kroisi, dreh das Licht ab, wenn ich es sag. Ich will was ausprobieren.

Bereit? -Ja.

Dreh wieder auf!

Im Dunkeln einen Schuss platzieren, da braucht man sehr viel Glück.

Ich hätt bestenfalls deine Schulter 'troffen.

Außerdem hätten die Gäste g'sehen, wenn jemand eine Waffe herausholt.

So spannend kann das Theater nit g'wesen sein.

Was is denn da oben?

Da hat er wunderbar hereinschleichen können.

Von da hat er gezielt, dann hat er nur mehr aufs Black g'wartet.

Kroisi, Spurensicherung bitte.

(jovial:) Ah, hallo! Hier werden also die Mörder überführt?

Herr Haas!

So vollständig bekleidet hätte ich Sie fast nicht wiedererkannt.

Ja, das habe ich wohl verdient.

Und Sie sind ..?

Lukas Roither. Guten Tag. Mit Ihnen hätt'ma am wenigsten g'rechnet.

So bin ich. - Bitte setzen Sie sich!

Danke, Kroisi.

Sie wollen eine Aussage machen?

Aussage? Eigentlich bin ich gekommen, um mich zu erklären.

Frau Kofler, ich habe vorhin ein wenig überreagiert.

Und ... wie soll ich sagen?

Wie bereits erwähnt, Hubert Kamenz war ein Freund.

Ein sehr enger Freund.

Und der Verlust schmerzt. Sehr.

Warum haben Sie Herrn Kamenz erschossen?

Polizisten-Humor, nicht wahr?

Wenn Sie mich fragen, hat dieser Anschlag sowieso mir gegolten.

Haben Sie daran schon mal gedacht?

Sie haben nicht geantwortet.

Ah!

Kreuzverhör?

Gut. Bevor wir jetzt noch "Good Cop - Bad Cop" spielen, ...

(sich räuspernd:) .. Folgendes:

Zur Tatzeit war ich zu Hause, allein.

Ich habe kein Alibi - aber auch kein Motiv.

Ich bin mir eigentlich ziemlich sicher, dass Sie's waren.

Ich weiß nur noch nicht, warum.

Na dann!

Bitte schön!

Die Sonne scheint.

Wünsch noch einen wunderschönen Tag.

Schönen Tag, Herr Haas!

Wiederschaun!

Was wollt denn der von euch?

Ursprünglich wollt er sich entschuldigen.

Aber das hat nicht funktioniert.

Der Gerichtsbeschluss für den Tresor vom Kamenz sollte morgen da sein.

Und der Fahrzeugtyp, den die Gräfin und der Hannes beschrieben haben, ...

.. is sehr beliebt. Allein in unserem Bezirk gibt's 253 schwarze Pickups.

Wir klappern alle Händler mit dem Phantombild ab.

Vielleicht erinnert sich jemand an den.

Haas und Kamenz waren gemeinsam auf der Schauspielschule in Wien.

Der Haas hat damals noch g'heißen Konrad Micheleiter.

Der Künstlername hat sich ausgezahlt.

Sonst hat die Überprüfung der Anwesenden nicht viel ergeben.

Der Hagen Greiter hat eine Vormerkung wegen Alkohol am Steuer.

Und auf dem Konto vom Kamenz schaut's duster aus.

Für den wär die Wiederaufnahme wirklich wichtig g'wesen.

Schön, wenn einem ein berühmter Freund aus der Patsche hilft.

Alten Freunden hilft man doch gerne aus der Patsche.

Fassen wir zusammen:

Der Täter muss das Stück gekannt haben.

Er hat g'wusst, wo Kamenz steht, wenn's dunkel wird.

Es war geplant, kein Mord im Affekt.

Der Greiter mag ein Säufer sein, aber er is auf den Job angewiesen.

Der bringt ihn doch nicht um!

Du hast dich ein bisschen auf den Klaus Haas eing'schossen.

Ich hab nur versucht, ihn aus der Reserve zu locken.

Hannes!

Ah!

Und?

Ihnen auch einen schönen Abend.

Hat Karin sich gemeldet? Wie läuft die Fahndung?

Ist der Täter gefasst? - Ich glaub nicht.

Es kann ja nicht so schwer sein, dieses Auto zu finden.

Und Sie sitzen in aller Ruhe und trinken Ihren Wein!

Und draußen läuft ein Mörder frei rum!

Auch ein Glas? - Sie kommen mit!

Jetzt?

Ja, ich hab eine wunderbare Idee.

Würden Sie mir jetzt endlich verraten, wohin wir fahren?

Zum Haus von Hubert Kamenz.

Das war die wunderbare Idee?

Was glauben Sie, was wir da finden?

Nichts - und eine verschlossene Tür.

Voilà, das Haus von Hubert Kamenz.

Und da steht der Pickup.

Schaun S' einmal, da!

Los! Kommen Sie!

Was?

Runter!

Wirklich eine wunderbare Idee!

* Handy *

Wer ruft so spät noch an?

Ah, der Vater!

Wir haben den Mörder immer noch nit.

Karin, diesmal kann ich wirklich nix dafür. Ich bin entführt worden!

Was?

Wir waren beim Haus vom Kamenz.

Dann sind wir rechts abgebogen.

Und jetzt fahren wir über einen ziemlich holprigen Feldweg.

Moment! Ich weiß genau, wo wir sind!

Karin!

Vater?

Das darf nit wahr sein! Die Verbindung is abgebrochen!

Probier du's noch einmal!

Wir haben keinen Empfang mehr.

Vielleicht geht's draußen besser.

(Gräfin:) Nicht!

Links oder rechts?

Bevor er weg war, hab ich ein Rumpeln g'hört.

Vielleicht die Holzbrücke?

Das is ein Missverständnis.

Wir haben überhaupt nichts gesehen.

Ihr habt mich beobachtet.

Hobby-Detektive.

Bitte lassen Sie uns gehen!

Wir machen einen kleinen Ausflug.

Zum Steinbruch.

Nein, bitte nicht!

Weg mit dem Brecheisen!

Runter von der Ladefläche!

Okay.

Okay.

Habts wieder mal a bissl Polizei g'spielt?

Sie sind vorläufig festgenommen.

Ich wollt ihnen nur Angst einjagen.

Mordverdacht, Einbruch, Diebstahl.

Die Kohle in dem Safe gehört mir!

Wie Kamenz die 100.000 nicht bekommen hat, hat er sie von mir ausgeliehen.

Auf das müssen Sie a bissl warten.

So lang war ich seit 20 Jahren nicht mehr auf.

Jetzt, wo ich's nicht brauch, funktioniert mein Handy.

32 Anrufe in Abwesenheit.

Wir haben's a paar Mal probiert.

14 sind vom Matthias Zauner.

Und eine SMS: "Bin bei dir, wo bist du?"

"Bitte komm sofort her und bring deine Tochter mit!"

Der Zauner holt doch immer deine Küchenabfälle für seine Schweine?

Genau.

Gut, dann fahr'ma zur Pochlarner Stuben.

Lass mich beim Kommissariat aussteigen, ich muss was überprüfen.

Da is er ja schon.

Ich bin sehr froh, dass er den Abfall holt.

Wegzuwerfen, was bei uns übrigbleibt, wär die reinste Verschwendung.

Dafür kriegt er immer die Bio-Kartofferl von mir.

Zu Haus hab i, ganz normal, die Küchenabfälle in den Trog gekippt.

Die Haubenküche futtern meine Gourmet-Schweindln immer restlos auf!

Aber dieses Mal ...

.. is der da übrig'blieben.

Du holst auch immer die Küchen- abfälle vom "Krimi à la Carte"?

Ja, da war zwar abg'sperrt, aber ...

Ausg'macht is ausg'macht.- Genau!

Mailbox.

Bin i jetzt a Zeuge oder so was?

Ja, die Spurensicherer werden zwei, drei Wochen deinen Hof absperren.

Was?

Quatsch! Hannes!

Hallo Kroisleitner, hier Karin.

Sobald du aufg'standen bist, musst mir a Waffe überprüfen.

Eine Ruger Single-Six, Kaliber 22 Magnum.

Die Seriennummer sag i dir gleich.

21 12 57 2. Danke!

* Handy *

Kroisleitner, was gibt's?

Hallo, Karin!

Wegen der Seriennummer: Ich weiß, auf wen der Revolver zug'lassen is.

Das erratest nie!

Hast schon g'funden, was du suchst?

Na ja, vielleicht.

Kannst zu suchen aufhören.

Wir haben die mutmaßliche Tatwaffe.

Gemeldet auf Konrad Michleiter, alias Klaus Haas.

Hallo!

Sie sehen a bissi müde aus.

Und Sie sehen a bissi verhaftet aus.

(spöttisch:) Ah!

Kroisleitner.

Kommen S' mit!

Kommst mit?

Sofort.

Lassen S' mich raten!

Die Fingerabdrücke sind von mir, die Waffe ist auf mich registriert.

Ganz genau!

Ich muss Sie leider enttäuschen: Dieser Revolver wurde mir gestohlen.

Es scheint mir aber, ...

..als wäre die Meldung darüber in den Mühlen der Bürokratie untergegangen.

Apropos Bürokratie:

Sie müssen jetzt bestimmt einen Tipp-Tipp-Tipp-Bericht schreiben.

Darüber, dass Sie mich völlig sinnlos verhaften haben lassen.

Dabei möchte ich nicht länger stören.

Nehmen S' wieder Platz, wir brauchen noch a bissl.

Karin!

Sie entschuldigen uns kurz.

Bitte.

Na, immer noch müde?

Nicht wirklich.

Es wird eng für Sie, Herr Haas.

Ah, eine neue Variante! Bad Cop - Bad Cop!

Bleib'ma zunächst bei den Fakten.

Der Hubert Kamenz war mit Ihnen auf der Schauspielschule.

Er springt bei einer Vorstellung für Sie ein und wird erschossen.

Im Black. Sehr theatralisch. Finden Sie nicht?

Um jemanden im Dunkeln zu erschießen, ...

.. muss man die Szene sehr genau kennen.

Die Rolle vielleicht selbst gespielt haben.

Sie haben meiner Kollegin ...

.. den abgehobenen, weltfremden Schauspieler gut vorgespielt.

Aber die Emotionen haben Ihnen einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Sie haben gesagt, dass das Feuer Leben schenkt und Leben nimmt.

Das ist Ihnen so rausgerutscht.

Weil, das Feuer begleitet Sie schon Ihr ganzes Leben lang, nicht wahr?

Es war dieser eine Tag.

Der alles verändert hat.

Sie und der Herr Kamenz haben bei der Einvernahme ausgesagt, ...

.. dass Sie spazieren waren.

Aber das ist nicht wahr.

Sie waren nicht spazieren.

Sie waren genau dort.

Ich kann mir vorstellen, dass das schwer für Sie gewesen ist.

Mit dieser Schuld zu leben.

Jede Nacht davon zu träumen.

Immer wieder daran erinnert zu werden.

Wie lebt man damit?

Das Feuer zu sehen.

Die Schreie zu hören.

Die Schreie Ihrer Kollegen.

Ihrer Freunde.

Is ja gut!

Die Namen der Toten von damals sind Hoschek Arno und Angerer Sabine.

H. A. und A. S.

Ihre Schuldgefühle waren so groß,...

.. dass Sie deren Initialen für Ihren Künstlernamen verwendet haben.

Es ist Zeit, mit dem Schauspielern aufzuhören ...

.. und sich der Realität zu stellen.

Es ist Zeit, Verantwortung zu übernehmen!

Es war ein Unfall.

Es war in einer Rolle.

(Feuer!)

Ich hatte geprobt.

(Feuer!)

Für einen Brandstifter.

Ich war ein bisschen ...

Ich hatte getrunken.

Ich wollte immer, dass alles echt ist.

Aber diese Öllampe ...

Mit ganz wenig Öl drin!

Plötzlich ...

.. war da Feuer.

Wir haben versucht, es zu löschen.

Aber wir hatten keine Chance.

(Hilfe! Hilfe!)

Wir konnten kaum atmen.

Und dann sind wir ...

.. davongelaufen.

Einfach davongelaufen.

(Hilfe!)

Der Hubert und ich.

Wir sind einfach weggelaufen.

Ihre Karrieren haben sich dann unterschiedlich entwickelt.

Sie, der gefeierte Star. Und der Herr Kamenz voller Neid.

Ich hab ihn überall mitgenommen!

Ich hab mich für ihn eingesetzt, ich hab ihm Jobs vermittelt.

Ich hab alles getan, was in meiner Macht stand.

Aber er war einfach nur schlecht.

Hubert Kamenz hat sein Wissen um das Unglück dazu verwendet, ...

.. Sie zu erpressen, damit Sie in diesem Stück mitspielen.

Das war doch kein Stück!

Er hat mir von seinen Schulden erzählt.

Ich habe ihm angeboten, seine Schulden zu bezahlen.

Ich hätte alles übernommen, wenn er mich gehen lässt.

Aber er hat einfach abgelehnt!

Einfach abgelehnt.

Durch Sie hat er das erste Mal Erfolg gehabt.

Ja.

Dann kam die Wiederaufnahme.

Dann womöglich noch eine Tournee.

Ich hab zwei Kinofilme absagen müssen!

Verstehen Sie?

Es wäre ...

Es wäre vielleicht mein internationaler Durchbruch gewesen.

Sie haben Hubert Kamenz erschossen.

Ja.

Er hätte mich niemals gehen lassen.

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