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Original subtitles

.

Karin Kofler

Lukas Roither

Mit Untertiteln vom ORF

* Musik *

* Sirene *

Julius! Annika! Rein mit euch!

Julius? Wo is der Julius?

Julius!

Julius, was is? Rein mit euch!

* Spannungsgeladene Musik *

Habts ihr alles? Hopp, gehts vor!

Kommt! Weiter! Schnell!

* Sirene *

Wo is der Papa?

Der kommt sicher gleich.

* Sirene *

Bin schon da!

Alles komplett?

Und? Was is die Zeit? - 4:46.

Wir waren drauûen.

Und was sagts ihr?

Alles unter Kontrolle? - Yes, Sir!

Sehr gut! Das EDC habts auch dabei.

I bin auch aufgehalten worden.

Der Gander wollt mit mir reden.

Nur das Übliche - er macht sich halt ein bissl wichtig.

* Sirene *

* Ein Mann schreit. *

Hallo!!

* Der Mann schlägt gegen die Tür. *

Hallo!!

* Düstere Klänge *

* Klopfen aus dem Haus *

(dumpfe Schreie) Hallo!!

Grüû euch! - Servas!

Servas, Ingo!

Grüû dich! Ich versteh das auch nicht.

(Mann) Ist da wer?! Hallo!!

* Lautes Klopfen *

(Mann) Hallo!!

Danke schön.

Was war denn los?! - Frag lieber diesen Wahnsinnigen!

Paul!

Paul! Jetzt bleib da!

Das brauchst ned probieren.

Der Max is im Wald, da geht er ned ran.

I hab ihn noch getroffen.

Aber woher sollt i wissen, dass er den Gander eingesperrt hat?

Herrschaft! Jetzt muss i noch einen Baum umschneiden.

Ingo?

Einen Zorn hat der vielleicht gehabt!

Weiût, was der Max g'sagt hat?

Dass er bis heute Abend noch reinen Tisch macht.

Was?

Reinen Tisch will er machen - was immer das heiût.

Vielleicht kannst du mit ihm reden.

Ja, mach ich.

Nur: Das is privat. Das is zwischen ihm und dem Gander.

Da kannst dich nicht einmischen.

* Düstere Klänge *

Ah!!

Ahh!!

* Rascheln, leise Schritte *

* Spannungsgeladene Musik *

Hilf mir auf.

Es war ein Bericht in der Zeitung

über den Maximilian Schnur und seine Gruppe.

Was sind das für Typen?

Sie nennen sich "Prepper".

Das kommt von "prepare", also vorbereiten.

Vorbereiten auf was?

Na ja, Naturkatastrophen, Epidemien, Seuchen.

Oder Währungskrisen, Unfälle in Atomkraftwerken.

Das Ende jeglicher Zivilisation sozusagen.

Positive Menschen ...

I glaub, wir sind gleich da.

Servas! Servus!

Besser, ihr schauts euch das nicht an.

Mit einer Axt, oder?

Axt oder Handbeil. Die Waffe wird noch gesucht.

Unter dem Baum is er gelegen?

Ja, wahrscheinlich hat er noch um Hilfe gerufen.

Und siehe da, es kommt wer!

Leider der Falsche.

Das is ziemlich brutal, oder? Der war ja völlig wehrlos.

Das is eine gute Gelegenheit.

Ingo Holzmann hat ihn entdeckt, angeblich ein alter Freund.

Er und die Frau des Opfers haben sich zufällig getroffen.

Sie haben ihn schnell gefunden. Alles war noch frisch.

Vielleicht haben sie den Täter noch aufgescheucht.

Wo is die Frau?

Zu Hause, die wohnt nicht weit.

Sie hat einen Schock erlitten - er übrigens auch.

Der Herr Schnur war ein wichtiger Mann in der Gegend, oder?

Ja, der Max war ein ganz Groûer, eine Persönlichkeit.

Er hat Terra Cara gegründet.

Terra Cara? Ja, unsere Gemeinschaft.

Angeblich hat es in der Früh einen heftigen Streit gegeben.

Ja, der junge Gander - das geht schon eine Weile so.

Deshalb bin ich hergekommen: Ich wollt mit dem Max reden.

Gander, oder wie?

Ja. Ihr Kollege hat schon alles aufgeschrieben.

Okay, danke!

Frau Kommissar, ich möcht Sie aber um eines bitten: um Fairness.

Ich weiû, was die im Tal über uns reden.

Dass wir von Terra Cara paranoid wären und uns abschotten.

Versteh schon, ja.

Was können S' mir noch über den Gander erzählen?

Der Max hat die Übung heute Morgen geleitet.

Und der Gander is wohl dazugekommen.

Wir halten ein Mal im Monat einen Probe-Alarm ab.

Alle Mitglieder werden über einen Funksender alarmiert.

Wir suchen dann unsere Schutzräume auf.

Sie haben Schutzräume und einen privaten Funksender?

Ja, is aber alles behördlich genehmigt.

Das will ich trotzdem sehen.

Die is mir vorher schon aufgefallen.

Zugelassen auf Paul Gander.

Die Kollegen waren bei ihm zu Hause, aber da steht nur das Auto.

Die Fahndung is raus. I fahr jetzt zur Frau Schnur.

Herr Holzmann, wir fahren Ihnen nach!

Servas! Hallo!

Na, wie geht's ihr? Nicht gut.

Der Pfarrer ist bei ihr.

Alles klar, danke!

Frau Schnur?

Mein Name ist Roither, Soko Kitzbühel.

Normalerweise ruft er immer zurück.

Zu welcher Zeit war das?

Halb elf?

Ich hab mir Sorgen gemacht, darum.

Ich hab die Kinder zur Nachbarin 'bracht.

Und dann sind wir da rauf.

Der Herr Holzmann war auch bei Ihnen?

Ich hab ihn am Weg getroffen.

Angeblich hat's in der Früh einen Streit gegeben.

Der Herr Gander is Ihnen ja bekannt. Nein.

Sie kennen den Paul Gander nicht?

Ah so ... doch.

Ja, eben.

Er hat in der Früh mit Ihrem Mann gestritten.

Worum is es da gegangen?

Sicher um die Vorräte - das war immer so.

Unsere Gemeinschaft wird finanziert durch die Spenden der Mitglieder.

Damit werden die Spezialvorräte für den Ernstfall angeschafft.

Ernstfall?

Für den Fall, dass was passiert.

Da sind unsere zentralen Bestände.

Die füllen wir laufend auf.

Hauptsächlich Lebensmittel, aber auch Filter, Schutzmasken,

Schutzanzüge, Anlagen zur Wasseraufbereitung.

Von hier aus werden sie an unsere Gemeinschaft verteilt.

Und natürlich hat jeder sein EDC dabei.

Bitte was?

Sein Everyday Carry, Notfallpaket.

Messer, Jod-Tabletten, Mullbinden - passt alles rein.

Und das is unser Sender - eine CB-Funkstation, nix weiter.

Von hier aus wird der Alarm ausgelöst.

Das muss ja alles viel gekostet haben.

Terra Cara funktioniert auf freiwilliger Basis.

Und die Spenden werden investiert.

In Hirseflocken ...

Haben Sie Kinder, Herr Kommissar? Ich? Nein.

Wir von Terra Cara haben beschlossen, dass wir unsere Kinder schützen.

Wenn die Krise kommt, sind wir dafür gewappnet.

Mein Mann hat alles hier gegründet.

Damals, als dieses 9/11 war in New York.

Aber er war es gewohnt, seinen Willen durchzusetzen.

Und dann kommt so ein Junger ...

Der Paul war dafür, dass wir unsere Lebensmittel nicht einkaufen,

sondern selber produzieren.

Glauben Sie, der Gander hat ihn umgebracht?

Nein.

Nein.

War er heute Morgen bei Ihnen?

Hier besprechen wir ein Mal die Woche das Notwendige.

Permanente Krisensitzung, hm?

Was? - Ah, egal!

Nein, nein, sagen Sie ruhig, was Sie denken!

Der Herr Schnur hat diese Treffen geleitet?

Er war ein Visionär.

Sie denken, er hat nur irgendwelche Lebensmittel zusammengerafft.

Ich denk gar nix. Ich seh's Ihnen an.

Der Max hat gewusst, dass es nicht nur darauf ankommt.

Sondern vielmehr darauf.

Wie meinen Sie das?

Wir sammeln auch Wissen.

Wenn unsere Gesellschaft zerfällt - und das tut sie bereits:

Wer weiû noch Bescheid über die lebensnotwendigen Dinge?

Oder wissen Sie, wie man ein Tier jagt?

Na sicher! Mein Vater war ein Jäger.

Und wie funktioniert ein Sonnen-Kollektor?

Strom gibt's dann nämlich keinen mehr.

Und die Tankstelle auch nicht.

Wenn die Staaten zerbrechen,

dann müssen wir uns in kleinen Gruppen organisieren.

Aber auch von denen werden nur die wenigsten überleben.

Weil's ihnen an Know-how fehlt.

Komm, fahr'ma!

Servas!

Also dieser Holzmann ...

Viel Spaû!

Tut mir leid, aber ich muss zu einem wichtigen Termin.

Den kann ich nicht ändern.

Is schon recht. Wiederschaun!

Was machen Sie eigentlich beruflich?

Ich bin gerichtlicher Schätzgutachter.

Wenn Sie was brauchen, jederzeit!

Wiederschaun!

Und? Gibt's was Neues?

Der Paul Gander is immer noch flüchtig.

Die Schnur meint, er hat nix damit zu tun.

Verglichen mit ihrem Mann ist sie relativ jung.

Sie wirkt gefasst und fokussiert auf diese "Prepper"-Geschichte.

Das da drinnen hättest du sehn müssen!

Die Vorräte müssen ein Vermögen gekostet haben.

Der Schnur hat einen Vertrag ausverhandelt.

Die beziehen alles von der gleichen Firma: Sopienta GmbH in Jenbach.

Das sagt mir nix.

Und wie heiûen die?

Sopienta? Nein, nie gehört.

Aha. Aber ich kauf ja meine Sachen am Markt oder ab Hof.

Ich brauch auch keine Butter, die man 20 Jahre lagern kann.

Aber ich hab einen Tipp: Wenn du im Internet ...

Hallo?

Hallo?!

Aufgelegt - sie hat's wieder eilig.

Ich freu mich ja, dass meine Tochter sich für Lebensmittel interessiert.

Aber muss das dieses Haltbar-Zeug vom Zivilschutz sein?

Von der Sopienta in Jenbach? - Sie kennen die?

In meinem Freundeskreis ist die Firma ein Geheimtipp.

Also bei mir nicht.

Was gefällt Ihren Freunden daran? Die Vorfreude auf den Weltuntergang?

Das ist doch alles gar nicht so ernst.

Ich kann nur sagen: Man fühlt sich einfach sicherer.

Soll das heiûen, Sie haben ...?

Ich hab diesen kleinen Vorratsraum, und der war immer leer.

Da hab ich mir gedacht ...

Na servas!

Und davon wollen Sie sich ernähren?

So hab ich die Möglichkeit, eine Weile autark zu leben.

Stellen Sie sich vor, diese Schweinepest bricht wieder aus.

Das kann ich mir vorstellen.

Nein, nein, das is ein feines Leben.

Das sind alles Produkte von höchster Qualität.

Darf ich einmal kosten?

Nein, das ist meine Not-Ration.

Aber die Sopienta macht auch Verkostungen.

Wir müssen die Fahndung ausweiten. Wir brauchen den Gander.

Gut, danke. Wiederhören!

Das war der Kollege von der Bezirkshauptmannschaft.

Diese Terra Cara is ein eingetragener Verein.

Der Maximilian Schnur wird als Obmann geführt.

Der Holzmann is der Kassier.

Sie sind also zur Buchführung verpflichtet.

Kroisi, schaust du dir bitte die letzten Jahresabschlüsse an?

Was?

Was machst du da?

Nix ...

"Grundlagen der Solartechnik".

I hab nur nachg'schaut.

Alles klar.

Wenn's wirklich einmal kracht, sind die von Terra Cara die Letzten,

mit denen i was zu tun haben möcht.

'Irgendwie muss man sich organisieren.'

Da organisiert man aber nicht selber, man wird organisiert.

Organisier du dir die Unterlagen vom Holzmann.

Ah ja, Kroisi?

Freundlich sein.

* Düstere Klänge *

* Miauen *

Hallo?

Was machst denn da?

* Man hört ein Auto. *

Regina?

* Traurige Musik *

* Eine Tür schlägt zu. *

(Mann) He, was soll das?!

Da, das könnts ihm alles gleich mitgeben ins Grab.

Bist du jetzt vollkommen übergeschnappt?

Weiût, was?

Verschwind!

* Spannungsgeladene Musik *

* Polizei-Sirene *

Guten Abend! - Abend!

Da is er.

Was hab i denn damit zu tun? Ich weiû nix!

Sie hatten am Morgen eine Aus- einandersetzung mit Herrn Schnur.

Und kurz danach wird Ihr Motorrad in der Nähe des Tatorts gefunden.

Ja, ich war auf dem Weg zum Max.

Was der mit mir g'macht hat!

Wenn ich ihn angetroffen hätt, hätt ich ihn ...

Was? Was hätten S' denn dann gemacht?

Umgebracht hätt ich ihn nicht.

Eine g'schmiert hätt ich ihm.

Aber wie mein Motorrad verreckt is, hab ich's mir anders überlegt.

Sie waren also weder beim Herrn Schnur noch bei seinem Haus.

Nein, i bin auf den Berg, Richtung Hohe Salve.

Irgendwo muss man seinen Ärger ja loswerden.

Und da haben S' zufällig einen Bekannten getroffen.

Ja, den Höllriegl Martin. Der hat da eine Hütte.

Er hat mir erzählt, dass jemand den Max umgebracht hat.

Mit der Axt - Wahnsinn!

Der Streit zwischen Ihnen und dem Herrn Schnur kocht schon länger?

Der Max war völlig verbohrt.

Unser ganzes Geld flieût in diese teure Zivilschutzfirma.

Nur weil er das so entschieden hat.

Das klingt nicht sehr demokratisch.

Demokratie? Von wegen! Das is alles nur pro forma.

Im Grunde hat der Schnur seine Beschlüsse mit sich selber gefasst.

Sie meinen, Sie hätten ein besseres Konzept?

Wir könnten die Vorräte zu einem Bruchteil produzieren.

Dann würden die Ressourcen frei, die wir anderswo brauchen.

Wir sind schon Tausende Prepper auf der ganzen Welt.

Das gehört alles vernetzt.

Aber der Schnur hat 'dacht, wir leben auf einer Insel.

Der Durchsuchungsbeschluss is da.

Was?!

Danke!

Keine Angst, Sie kriegen alles zurück.

Das is a schöner Hof.

Der is noch von meinen Eltern.

Aber die haben's nicht mehr ausgehalten.

Die wollten keine Prepper mehr sein.

Nein, aber ich schon.

Wenn sich Terra Cara mit Ihren Ideen anfreunden könnte,

wo würden S' Geld investieren?

In Schutzmaûnahmen.

Wenn's soweit is, werden wir uns auch verteidigen müssen.

Sie würden auch Waffen kaufen?

Verstehen S' mich nicht falsch. Wir werden jedes Gesetz befolgen.

Aber wenn uns Ihr Gesetz nicht mehr schützen kann,

muss man sich wehren können.

Lukas? Ja?

Angefangener Brief - hamma im Arbeitszimmer g'funden.

Das is meine private Post!

"Dein Mann zerstört dich. Lass das nicht zu."

Das geht Sie nix an!

Herr Gander, es geht hier um einen Mordfall!

Sie sind der Hauptverdächtige.

Sie ham ein starkes Motiv und kein Alibi.

Also raus mit der Sprache!

Ich hab dem Max nur meine Meinung g'sagt.

Und dann sperrt er mich ein!

Er hat mit unserem Geld jongliert.

Seine Geheimverträge mit der Sobienta GmbH. Fragen S' da nach!

Oh, 'tschuldigung!

Meistens wird Ihnen dann keine Mikrowelle zur Verfügung stehen.

Ganz sicher.

Für den Ernstfall empfehlen wir deshalb unseren Multikocher XC3.

Ein Modell, das sich inzwischen weltweit in Krisenzeiten bewährt hat.

Leicht, platzsparend und extrem robust.

Aber vielleicht wollen Sie zuerst einmal probieren.

Na los! Sie werden überrascht sein.

Wir verwenden nur die besten Grundnahrungsmittel.

Biologisch hergestellt.

Sie werden schockgefrostet, dehydriert und vakuumversiegelt.

So kommen wir auf eine Haltbarkeit von über 10 Jahren.

Elchfleisch-Gourmet-Eintopf.

Na? Schmeckt's? - Ich hätt's mir ärger vorgestellt.

Na sehen Sie!

Bitte sehr!

Herr Mag. Brugger?

Entschuldigen Sie mich bitte!

Ich hab's Ihnen doch gesagt!

Stellen Sie sich einmal ein Menü vor. - Auch meine Fantasie hat Grenzen.

Hallo, Karin! Das ist aber nett!

Du brauchst nicht so schaun.

Das is ein reiner Zufall, dass wir hier sind.

Den Zufall kenn i.

I kann's dir schwören, wenn du willst.

Lieber nicht.

Ich muss Ihren Vater in Schutz nehmen.

Ihr wollt mir aber nicht weismachen, dass euch die Krise erwischt hat?

Dass ihr euch vorbereitet wie die Prepper?

Wie wer?

Nein, die Gräfin is Kundin hier, und ich begleite sie.

Wir ham dasselbe Recht, hier zu sein, wie du. Oder nicht?

Is ja wurscht.

Guten Tag!

Guten Tag! Kofler, Soko Kitzbühel. Ich such den Herrn Unterreiner.

Er ist im Lager, er weiû Bescheid.

Ich auch, ja.

Die Prepper? Was hat sie damit gemeint?

Ja, was soll ich sagen? Ich bin erschüttert.

Herr Schnur war einer unserer treuesten und ältesten Kunden.

Eigentlich seit der Firmengründung mit dabei.

Auch in den Zeiten, als es uns noch nicht so gut erging.

Das hat sich offensichtlich geändert.

Ja, die Zeiten haben sich geändert.

Früher war die Terra Cara einer unserer gröûten Abnehmer.

Heute jedoch scheint sich ein regelrechter Boom zu entwickeln.

Na ja, die Leute haben Angst, und Sie verdienen gutes Geld damit.

Ein Liter Wasser für knapp vier Euro?

Moment! Unser Wasser ist angereichert.

Und gefiltert, ich weiû.

Es ist sehr preiswert, glauben Sie mir das.

Auûerdem: Unsere Kunden interessiert der Preis nicht.

Wir haben neuerdings Kunden aus der Hochfinanz.

Das gibt einem zu denken.

Die wissen besser als andere, was auf uns zukommt.

Vielleicht hat Max Schnur das auch gespürt.

Aber leider ist er jetzt tot.

Mich interessiert der Vertrag, den er mit der Sopienta geschlossen hat.

Ein Exklusivvertrag mit Abnahmegarantie über 15 Jahre.

Wir sind ihm damals im Preis sehr entgegengekommen.

Bei Terra Cara sehen das einige aber anders.

Die finden Ihre Lebensmittel zu teuer.

Die Leute wissen nicht, was sie reden.

Der Max Schnur hat Ihnen vertraglich eine jährliche Abnahme gesichert.

Es wäre teuer gewesen, aus dem Vertrag auszusteigen, oder?

* Handy *

Ich hätt gern den Vertrag und die Rechnungen.

Entschuldigung!

Lukas, was gibt's?

Mhm. Und wo war sie?

Gut, bin unterwegs.

Herr Unterreiner, das müss'ma leider unterbrechen.

Den Vertrag hätt ich gerne morgen früh auf meinem Schreibtisch.

Ja.

Wiederschaun!

Wiederschaun.

Ein Bauer hat sie g'funden.

In der Nähe von einem Holzstapel beim Terra-Cara-Vereinshaus.

Da, schaut's einmal!

Hier und hier - das sind Blutflecken.

Ich hab den Rhesusfaktor analysiert - der passt schon einmal.

Könnte das die Axt von Ihrem Mann sein?

Na ja, i hab schon g'sagt, ich weiû es nicht.

Werkzeug is Werkzeug.

Wie man's nimmt.

Aber i hätt da noch was anderes.

An der Klinge waren rote Wollfasern.

Die könnten von einem Pullover stammen.

Er muss sie ja irgendwie transportiert haben.

Unter der Jacke - so vielleicht.

Entschuldigung? Wo is denn da die Toilette?

Am Gang, zweite Tür rechts.

Roter Pullover ...

* Handy-Tastentöne *

Darf ich?

Der Kroisleitner is noch beim Gander?

Ja, ich schick a Funkstreife hin.

Is gut, mach ich, servus!

Gander?

Gander!

Herr Gander!

* Spannungsgeladene Musik *

* Polizei-Sirene *

Herr Gander! Bleiben S' stehn!

* Schuss *

So, und jetzt bleiben S', wo S' san!

Sicher ham Sie sich auch schon um'zogen.

Natürlich hab i g'wusst, dass der Max da sein wird.

Ich wollt ihn nur was fragen.

Dann is er auf mich los wegen der Regina.

Dann hat er mich eingesperrt.

Wie der Holzmann mich befreit hat, bin ich ihm hinterher.

I hab 'dacht, dass er ihr wieder was antut.

Der Holzmann hat die Vereinsunterlagen geschickt.

Sie liegen auf deinem Schreibtisch.

Danke.

Na, wie läuft's?

Irgendwie kommen wir da nicht weiter.

Aber vielleicht sagt sie uns ja mehr.

Ich weiû es nicht.

I weiû ned, was da in mich gefahren is.

Manchmal begreif i mich selber ned.

I war mir nur so sicher, dass der Paul nix getan hat.

Verbindet Sie und den Herrn Gander vielleicht mehr als Freundschaft?

Nein, da is nix.

Ich mein, ich weiû, dass der Paul in mich verliebt war.

Aber i hab ihn nie ermutigt.

Wahrscheinlich hat er sich Chancen ausgerechnet.

Weil meine Ehe mit dem Max ...

... nicht sehr harmonisch war.

Wir ham uns a bissl umgehört.

Er hat Sie öfters geschlagen - auch in der Öffentlichkeit.

Ja, das hat er.

War er eifersüchtig auf den Paul Gander?

Auf ihn am meisten.

Und wären die Kinder ned g'wesen ...

Aber für die war er halt der Vater.

I mein, ...

.. wie hätten die das jemals verstehen sollen?

* Klopfen *

Die Tatwaffe wurde eindeutig identifiziert.

Das Blut auf der Axt stammt von Ihrem Mann.

Und die roten Wollfasern, die wir auf der Klinge gefunden haben,

stammen von einem Pullover vom Herrn Gander.

Und den Brief hat auch der Herr Gander geschrieben.

Und gestern nach dem Probealarm, da war er bei Ihnen, oder?

Er hat mich angefleht, i soll meinen Mann verlassen, ja.

Das wollten Sie nicht.

Er hat den Max ned umgebracht.

Na gut. Wenn er's nicht war, wer dann?

Sie vielleicht?

Nein.

Warum nicht? Wär doch möglich.

Sie haben ein Motiv.

Und Ihr Alibi is nicht besonders viel wert.

Der Holzmann sagt, er hat Sie am Parkplatz getroffen.

Ja, das hat er.

Der Mord war aber davor.

Sie hätten davor Ihren Mann erschlagen können.

Und dann zurückrennen.

Und am Parkplatz haben Sie die besorgte Ehefrau gespielt.

Was? Nein.

Frau Kofler!

Ja.

Das hab ich doch schon alles zu Protokoll gegeben.

Erzählen Sie es mir einfach noch einmal.

Von mir aus.

Ich bin zu ihm rausgefahren.

Ziemlich genau gegen halb elf war das.

Ich hab das Auto am Parkplatz abgestellt.

Ich hab die Regina getroffen.

Und hat sie was g'sagt?

Nein, gesagt hat sie nichts.

Gut is'. Genug für heute. Sie können gehen.

Ja?

Sie ham keine Angst, i könnt vielleicht verschwinden?

Frau Schnur, denken Sie an Ihre Kinder.

Und machen S' keinen Blödsinn.

Mama!

Servus!

Mama, servus!

So, bitte sehr, wie gewünscht: Fleur de Sel.

Danke!

Wie is es jetzt, wo du dich auf die Apokalypse vorbereitest?

Der kluge Mann baut vor.

Ich war dort aus beruflicher Neugier.

Ich konnt ja nicht ahnen, dass du mir über den Weg läufst.

Aber nur interessehalber ...

Wir ham einen Mordfall und das Opfer war Sopienta-Kunde.

Mehr wollt ich gar nicht wissen.

Ihr redet nicht zufällig vom Max Schnur?

Zufällig, ja.

Die Prepper, gell? Gute Kunden, wie man hört.

Die ältesten und die besten.

Na ja, eine halbe Tonne Not-Vorräte vierteljährlich?

Er pfeift.

Da kommt schon was z'samm.

Und plötzlich is es aus, vorbei.

Nein, dem Schnur wurde ein ziem- licher Knebelvertrag untergejubelt.

Aber er is ja doch noch rausgekommen.

Der Schnur hat den Vertrag gekündigt, hat der Verkäufer erzählt.

Und zwar am Montag, bevor er ...

Na endlich! Der Vertrag zwischen der Terra Cara und der Sopienta.

Ein ziemliches Machwerk.

Aber das is noch das kleinste Problem.

I bin auf der Bank g'wesen.

Und der Direktor hat mir andere Zahlen vorgelegt.

Das Vereinskonto von Terra Cara is mit 160.000 im Minus.

Den Schnur hat fast der Schlag getroffen, wie er das g'sehn hat.

Wann war das? Montagvormittag.

Der Schnur und der Holzmann sind zu zweit dort g'wesen.

Nix wie los!

Kroisleitner, fahr zur Terra Cara! Nimm den Gander und die Schnur mit.

Wenn wir uns einig sind, erklär ich mich bereit.

Ich red mit der Regina.

Es wird nicht leicht für sie sein.

Aber wir alle werden ihr mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Und ...

Herr Holzmann.

Ja?

Wir haben mit Ihrer Bank gesprochen.

Ich verstehe.

Dann wissen Sie Bescheid.

Hören Sie, ich kann das erklären.

Vor drei Jahren hab ich einen finanziellen Engpass gehabt.

Ich hab privat investiert, es ist nicht so gut gelaufen.

Und da hab ich mir halt etwas Geld geborgt.

Worum geht's da eigentlich?

Darum, dass der Herr Holzmann Ihr Vereinskonto leergeräumt hat.

Terra Cara ist somit pleite.

Bitte!

Übrigens: Der Herr Gander hat zugegeben,

dass er die Tatwaffe versteckt hat.

Die Axt war bei uns im Schuppen. Er hat sie nur mitgenommen.

Weil er Angst gehabt hat, dass Sie Ihren Mann ermordet haben.

Er hat die Axt versteckt, um Sie zu beschützen.

Herr Gander, was haben S' vorgestern g'macht,

nachdem Sie bei der Frau Schnur waren?

Nix, ich war deprimiert und durcheinander.

Ich bin auf der Straûe zurückgegangen.

Beim Weg, wo's zur Alm geht, bin i abgebogen.

Wie? Das glauben Sie ihm?!

Tut mir leid, Paul. I hab gedacht ...

Das stimmt schon, wir haben den Herrn Gander verdächtigt.

Und die Frau Schnur.

Theoretisch wär's möglich gewesen, dass sie ihren Mann umgebracht hat.

Bevor sie auf Sie getroffen ist.

Nur:

Das Gleiche gilt für Sie.

Wie bitte?

Um 10.28 Uhr hat die Frau Schnur versucht,

ihren Mann am Handy zu erreichen.

Dann is sie ihn suchen 'gangen.

Sie ham g'sagt, Sie sind um halb elf am Parkplatz angekommen.

Ja, so war's ja auch.

Um halb elf war der Herr Gander auf dem Weg zurück ins Dorf.

Zu Fuû - auf der einzigen Straûe, die zum Tatort führt.

Dann hätt ich dich ja ...

Dann hätten wir uns sehn müssen.

Aber da war niemand.

Ich bin keinem Menschen begegnet.

Bleibt nur noch eine Möglichkeit, Herr Holzmann.

Sie waren schon früher dort.

Sie haben den Max Schnur ermordet und die Tatwaffe bei ihr versteckt.

Wie Sie die Frau Schnur entdeckt hat,

haben S' behauptet, Sie suchen Ihren Freund.

Ich denke, der Max Schnur wollt Sie auffliegen lassen.

Deshalb musste er sterben.

Jetzt versteh i erst!

An dem Tag hat der Max zu mir g'sagt, er wird reinen Tisch machen.

Und ausgerechnet dir hab i das erzählt!

Ich ...

I hab das ned gewollt.

Ich wollt doch nur mit ihm reden.

Aber wie er da so vor mir gelegen is unterm Baum,

da hat's bei mir ...

Es tut mir so leid!

Herr Holzmann!

Er war sein bester Freund - 15 Jahr' lang.

Wie wird's jetzt bei Ihnen weitergehen?

Die Gemeinschaft wollte mich zur neuen Obfrau machen.

Das klingt doch gut!

Ich weiû nicht ... Das is ...

Das is so viel auf einmal.

Wir stehn vor einer ungewissen Zukunft.

Sie glauben also immer noch an die Endzeit?

Ja.

Aber ich glaub auch daran, dass man überleben kann.

Egal, was kommt - wir werden uns vorbereiten.

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