All language subtitles for Meine.Heldin

af Afrikaans
ak Akan
sq Albanian
am Amharic
ar Arabic Download
hy Armenian
az Azerbaijani
eu Basque
be Belarusian
bem Bemba
bn Bengali
bh Bihari
bs Bosnian
br Breton
bg Bulgarian
km Cambodian
ca Catalan
ceb Cebuano
chr Cherokee
ny Chichewa
zh-CN Chinese (Simplified)
zh-TW Chinese (Traditional)
co Corsican
hr Croatian
cs Czech
da Danish
nl Dutch
en English Download
eo Esperanto
et Estonian
ee Ewe
fo Faroese
tl Filipino
fi Finnish
fr French
fy Frisian
gaa Ga
gl Galician
ka Georgian
de German Download
el Greek
gn Guarani
gu Gujarati
ht Haitian Creole
ha Hausa
haw Hawaiian
iw Hebrew
hi Hindi
hmn Hmong
hu Hungarian
is Icelandic
ig Igbo
id Indonesian
ia Interlingua
ga Irish
it Italian
ja Japanese
jw Javanese
kn Kannada
kk Kazakh
rw Kinyarwanda
rn Kirundi
kg Kongo
ko Korean
kri Krio (Sierra Leone)
ku Kurdish Download
ckb Kurdish (Soranî)
ky Kyrgyz
lo Laothian
la Latin
lv Latvian
ln Lingala
lt Lithuanian
loz Lozi
lg Luganda
ach Luo
lb Luxembourgish
mk Macedonian
mg Malagasy
ms Malay
ml Malayalam
mt Maltese
mi Maori
mr Marathi
mfe Mauritian Creole
mo Moldavian
mn Mongolian
my Myanmar (Burmese)
sr-ME Montenegrin
ne Nepali
pcm Nigerian Pidgin
nso Northern Sotho
no Norwegian
nn Norwegian (Nynorsk)
oc Occitan
or Oriya
om Oromo
ps Pashto
fa Persian
pl Polish
pt-BR Portuguese (Brazil)
pt Portuguese (Portugal)
pa Punjabi
qu Quechua
ro Romanian
rm Romansh
nyn Runyakitara
ru Russian
sm Samoan
gd Scots Gaelic
sr Serbian
sh Serbo-Croatian
st Sesotho
tn Setswana
crs Seychellois Creole
sn Shona
sd Sindhi
si Sinhalese
sk Slovak
sl Slovenian
so Somali
es Spanish
es-419 Spanish (Latin American)
su Sundanese
sw Swahili
sv Swedish
tg Tajik
ta Tamil
tt Tatar
te Telugu
th Thai
ti Tigrinya
to Tonga
lua Tshiluba
tum Tumbuka
tr Turkish Download
tk Turkmen
tw Twi
ug Uighur
uk Ukrainian
ur Urdu
uz Uzbek
vi Vietnamese
cy Welsh
wo Wolof
xh Xhosa
yi Yiddish
yo Yoruba
zu Zulu

Original subtitles

Ich wusste, ich würde bei einem Unfall sterben,

gegen meinen Wunsch oder Vorhaben,

als beführe ich eine Traumstraße,

wo Bäume, Häuser nicht zählten und mich am Ende der Tod erwartete.

Sophie!

Martin.

Wer sind all diese Leute? -Meine Freunde.

Wie hattest du Zeit, so viele zu finden?

Anders als du denkst, ist die Welt voll von interessanten Leuten.

Übrigens, Agnes will dich kennen lernen.

Das ist mir etwas peinlich. Aber ich bin ein Fan von Ihnen,

auch wenn's nach Groupie klingt.

Ich habe für Ihren Kurs gebüffelt, ich habe Ihr ganzes Werk gelesen.

Es ist brillant. Wenn ich es lese, fühle ich mich intelligent.

Sie halten das wohl für Schmeichelei, aber ich mein's ernst, wirklich.

Aber Sie hören gar nicht zu. -Doch, doch. Sehr nett von Ihnen.

Nein, ich bin nur ehrlich.

Sie dagegen sind ganz unnahbar.

Martin, was treibst du so? -Hast du Sophie gesehen?

Sie sagt, du schreibst ein Buch. -Warum tut sie das?

Willst du nichts darüber sagen? -Ich habe nicht mal angefangen.

Aber du hast ein Thema, nicht? -Ich will nicht darüber reden.

Und der ominöse Jean-Paul? -Soll ich ihn dir vorstellen?

Nein, danke.

Was ist los? Alles in Ordnung?

Ich weiß nicht, ich fühle mich unwohl.

Was hältst du von Agnes? Ist sie nicht hübsch?

Ja, und? -Ich glaube, sie steht auf dich.

Spiel nicht die Kupplerin, das passt nicht zu dir.

Nein ernsthaft, sie ist nett.

Guck nicht so erfreut. Es ist unerträglich.

Spielverderber.

Heute Abend bin ich echt glücklich. Du verdirbst es mir nicht.

Sind Sie eine Freundin von Sophie? -Nein, warum?

Nichts, egal.

Du siehst glücklich aus.

Weißt du,

zwischen Jean-Paul und mir ist was Unglaubliches passiert.

Und was? -Wir hätten's nie gedacht,

etwas... -Was denn?

Ich kann's dir hier nicht erzählen. Nur soviel,

ich habe es noch mit keinem erlebt.

Auch nicht mit mir?

Gerade nicht. Er hat mich geschlagen.

Geschlagen, geprügelt. Nenn's, wie du willst.

Ich hatte ungeheure Liebesgefühle.

Genug! Genug! Das interessiert mich nicht.

Ist noch Champagner da?

Nein, vielleicht Bier, da hinten.

Martin, das ist Jean-Paul.

Ich habe Sie mir anders vorgestellt. -Was erzählt sie über mich?

Wir sprechen nie über Sie.

Bist du nicht besessen von mir? -Ich glaube, ich habe Sie vertrieben.

Danke! Weder verstehe ich Sie, noch finde ich Sie sympathisch.

Warte doch... Entschuldige mich.

Er hat einen eigenartigen Humor.

Nicht nur der ist eigenartig. Du hast das große Los gezogen.

Ich gehe. -Gut.

Die einzige, die ich sehen wollte, warst du. Aber es geht wohl nicht.

Ich hab's versucht, aber ich komme nicht in Stimmung.

Lust erschafft nicht lustvolles Tun. Es kann ohne Lust geschehen.

Die Lust ist wie eine Zutat,

ohne sie wäre das Tun unvollkommen.

Aristoteles sagt, zur Blüte des Mannes gesellt sich die Kraft der Jugend.

Vollkommene Lust ist ein Luxus,

und die Anziehungskraft der Lust ist eigentlich die Liebe zum Tun.

Kant sagt, und damit schließe ich:

"Kommt Lust hinzu, wird das Tun zu einem bonum consumatum” .

Sie sind völlig gesund. -Sind Sie sicher?

Was fehlt Ihnen denn? -Nichts, nichts läuft...

Sie scheinen nervös zu sein. -Stimmt, ich bin sehr nervös.

Sie sollten zum Psychiater gehen...

Nein, bloß kein Psychiater. Ich bin Philosoph.

Psychiater sind mir zu rational.

Dann...

fahren Sie mit einer Jungen Frau weg!

Unmöglich, ich brauche meine Kraft zum Arbeiten.

Ich muss ein Buch fertig schreiben.

Deshalb lebe ich enthaltsam. -Ach, wirklich?

Ja, ich muss sublimieren.

Freud erklärt es sehr gut. -So?

Er sagt, ein bestimmtes Tun, das ohne sexuellen Bezug erscheint,

ist doch vom Sexualtrieb motiviert,

gerade intellektuelle und künstlerische Arbeit.

Ein Mann, der nicht sublimiert, ist erbärmlich,

mit einem tyrannischen Penis und einem winzigen Gehirn.

Wollen Sie was trinken? -Nein, danke.

Schlecht drauf? -Nein, gar nicht.

Seit 6 Monaten lebe ich ohne Sex.

Meine Brieftasche ist leider weg.

Natürlich! -Ich gehe Geld holen.

Den Trick kenne ich schon.

Gibt's ein Problem?

Überhaupt nicht! Ich kann nicht zahlen.

Ich hole Geld von Zuhause und komme gleich wieder.

Wie viel schuldet er Ihnen? -Geht Sie nichts an!

Ich zahle für ihn.

Haben Sie für mich gezahlt? -Ja.

Nehmen Sie es! -Nein, nein.

Nehmen Sie's.

Das Bild hat keinen großen Wert, aber ich hänge sehr daran.

Dann behalten Sie's.

Bis ich meine Schulden bezahle. Meine Adresse steht dort.

Wird's gehen? -Ja, ja.

Gehen wir einen trinken für den Pfand?

Einen trinken?

Nein, ich vertue meine Zeit nicht.

Ich arbeite am liebsten.

Die Adresse steht dort.

Ich suche einen Leopold Meyers.

Den Maler? -Ja. Wohnt er im Hof?

Er hat im Hof gewohnt.

Ist er umgezogen? -Nein, er ist tot.

Er ist tot? Ich habe ihn noch vor drei Tagen getroffen.

Er ist gestern Nachmittag gestorben. Ganz plötzlich.

Ach ja?

In einem sehr prekären Augenblick.

Was heißt das? -Im Bett mit einem jungen Mädchen.

Ach ja?

Der Arzt sagt, es war keine normale Liebe,

sie hat ihn auf dem Gewissen.

Ich hole nur meine Sachen, bevor das Haus ausgeräumt wird.

Ich war sein Modell, ich hatte einen Schlüssel.

So bin ich hereingekommen.

Ich gehe jetzt.

Waren Sie oft da?

Fast jeden Tag. -Wann ist er gestorben?

Gestern Nachmittag.

Waren Sie dabei?

Es ging ihm schlecht, als ich Modell gestanden habe.

Hat er Sie gemalt?

Wo ist das Bild?

Dieses hier, zum Beispiel.

Das ähnelt Ihnen nicht sehr .

Woran sehen Sie das? -Der Körper ist nicht wie Ihrer.

Doch, so bin ich gebaut.

Es ist vielleicht etwas übertrieben. Aber im Prinzip sehe ich so aus.

Hat er nur dieses eine gemalt?

Nein. Das hier bin ich, das da auch.

Und das dort.

Er hat mich ständig gemalt. Ich musste stundenlang Modell stehen.

Viel Aufwand für wenig Ergebnis.

Wieso? -Weil die Bilder nichts taugen.

Ich kenne mich damit nicht aus.

Er war wohl vor allem besessen.

Besessen? -Sexbesessen.

Ja, das stimmt.

Ich möchte gehen.

Als er starb, haben Sie da gerade mit ihm geschlafen?

Ja.

Und wo? -Oben im Schlafzimmer.

Ich möchte es sehen. Darf ich? -Natürlich.

Das hier ist es.

Wie lange haben Sie ihn gekannt? -Zwei Jahre.

Wie alt sind Sie? „17.

Erzählen Sie mir, wo Sie ihn kennen gelernt haben.

Warum? -Weil es mich interessiert.

Bei einer Freundin. -Ihr Name?

Elise. -Und wie heißen Sie?

Cecilia.

Was hat er dort gemacht? -Er gab ihr Zeichenunterricht.

Ihnen auch?

Hören Sie mich?

Warum wollen Sie das wissen? -Sagen wir, Sie interessieren mich.

Ich wollte Unterricht bei ihm, aber er hat es abgelehnt.

So, und warum?

Zuerst dachte ich, er wollte nicht, dass ich seine Wohnung sehe.

Ich habe meine vorgeschlagen, aber er hat wieder abgelehnt.

Warum wollten Sie unbedingt Unterricht bei ihm?

Warum?

Weil ich in ihn verliebt war.

Und er hat sie nicht beachtet.

Ich habe ihm wohl nicht gefallen. -Und dann?

Dann sind zwei Monate vergangen. Ich habe gelitten, ich war verliebt.

Dann habe ich einen Trick angewendet. -Einen Trick?

Ich wusste, Elise sollte herkommen.

Ich hab' sie einladen lassen, und ich bin an ihrer Stelle gekommen.

Fand er das gut?

Zuerst wollte er mich hinauswerfen, dann wurde er freundlicher.

Und Sie waren miteinander im Bett?

Wie haben Sie das erraten?

Warum wollte er Sie anfangs nicht?

Ich hab's Ihnen gesagt, ich habe ihm nicht gefallen.

Vielleicht hatte er Angst. -Wovor?

Er hat geahnt, dass er sich verlieben würde.

Manchmal macht die Liebe Angst.

Mir macht sie keine Angst. -Wer?

Die Liebe.

Er könnte der Vater Ihres Vaters sein. Wieso haben Sie sich in ihn verliebt?

Es gibt keinen Grund. Man liebt, das genügt.

Es gibt für alles einen Grund.

Ich war von ihm angezogen.

Warum?

Er glich meinem Vater. Als Kind hab' ich ihn heiß geliebt.

Heiß geliebt?

Ja, ich habe nachts von ihm geträumt.

Dann hat sich Meyers in Sie verliebt.

Ja.

Sehr stark?

Ja. -Warum?

Ich weiß nicht.

Was hat er gesagt?

Manchmal hat er geweint. -Er hat geweint?

Er hat den Kopf in die Hände gelegt und geweint.

Wissen Sie nicht, warum?

Hat er's Ihnen nicht gesagt? -Nein.

Er weinte einfach so, ohne zu reden?

Nein, er hat immer etwas gesagt. -Und was?

Dass er ohne mich nicht leben könnte.

Also wollte er, konnte es aber nicht.

Das hat er nie gesagt.

Als ich ihn verlassen wollte, hat er versucht, sich umzubringen.

Wirklich? Und womit?

Mit Tabletten, Schlaftabletten.

Hatte er Schlafstörungen?

Manche Nächte hat er nur ein bis zwei Stunden geschlafen.

Ihretwegen?

Es war alles meinetwegen, sagte er.

Wieso?

Warum stellen Sie all diese Fragen? -Ihre Geschichte macht mich neugierig.

Warum? -Ich weiß nicht, daher frage ich ja.

Ich frage, um es herauszufinden.

Warum war alles Ihre Schuld?

Weil er mich immer mehr brauchte. -In welcher Hinsicht?

In jeglicher Hinsicht. -Weil Sie mit ihm geschlafen haben?

Ja. -Oft?

Am Anfang ein- bis zweimal die Woche, später jeden Tag,

danach zwei- bis dreimal am Tag.

Dann habe ich's nicht mehr gezählt. -Warum?

Er wollte dauernd. -War es ihm nie genug?

Nein, doch es hat ihn angestrengt.

Manchmal ging es ihm schlecht, aber er hatte nie genug.

Hat es Ihnen gefallen?

Es gefällt einer Frau immer, wenn ein Mann ihr seine Liebe zeigt.

War es nicht einfach Wollust? -Nein, er hat mich geliebt.

Wie können Sie sich so sicher sein?

So etwas spürt man. -Nur?

Nein, er wollte mich heiraten. -War er denn nicht verheiratet?

Er hätte sich scheiden lassen. -Hätten Sie ja gesagt?

Nein. -Warum nicht?

Warum nicht?

Weil ich ihn nicht geliebt habe.

Ich dachte, Sie waren sehr verliebt.

Nur zu Anfang.

Er hat Ihnen fast nichts bedeutet, und Sie waren sein ein und alles, nicht?

Ja, das stimmt.

Er hat oft gesagt: "Du bist mein ein und alles."

Warum lächeln Sie mich so an?

Ich lächle nicht.

Sie schauen mich so bedeutsam an.

Wenn nicht, widersprechen Sie mir.

Sie deuten an, dass Sie bereit sind, mit mir dasselbe zu tun wie mit ihm.

Sagen Sie's, wenn ich mich irre.

Ich vermute, ich irre mich nicht. Sie bieten sich an wie ein Objekt.

Nehmen wir diesen Stuhl. Er hat nicht Ihre schönen Augen, Brüste, Hüften,

aber er bietet sich mir an, so wie Sie, in aller Unschuld.

Doch ich muss ihn ablehnen, er bedeutet mir nichts,

ich habe keine Beziehung zu ihm.

Sie können eine herstellen. -Stimmt.

Doch wie soll ich es sagen?

Die einzige Beziehung, die ich Zu Frauen herstellen kann, ist keine,

so wie sie zwischen uns besteht oder vielmehr nicht besteht.

Wir kennen uns eine halbe Stunde.

Das ändert nichts. Betrachten Sie mich doch als impotent.

Ich bin es nicht wirklich, aber praktisch ist es so.

Ich gestehe, dass ich es bin. Was machen Sie denn?

Ich gehe.

Also, ich höre. Was kann ich für Sie tun?

Ich kann nicht weiterlehren. Ich brauche ein Sabbatjahr .

Wollen Sie forschen?

Ich brauche Zeit für mich. Ich will ein Buch schreiben.

Ich wusste nicht, dass Sie schreiben.

Es ist noch im Projektstadium. Ich habe Notizen, jetzt muss ich dran.

Wovon handelt es?

Es ist schwer zusammenzufassen.

Hat es mit Ihrem Gebiet zu tun? -Welchem Gebiet?

Ist es Philosophie?

Alles ist Philosophie.

So kann man es auch sehen.

Es kann als Gebietswechsel gelten.

Reichen Sie Ihren Antrag ein, ich werde...

Bis nächstes Jahr ist es zu lang.

Ich kann nicht weiterlehren, es übersteigt meine Kraft.

Warum diese Eile?

Seit geraumer Zeit,

seit exakt sechs Monaten, bin ich von meiner Frau getrennt.

Ich bin mir selber unerträglich, hab' keine Geduld für Bücher und Filme,

kann mich nicht konzentrieren, nicht mal auf Musik...

Ich will niemanden sehen und kann auch nicht allein sein.

Ich halte es nicht zu Hause aus, kann aber auch nicht ausgehen.

Ich schlafe schlecht, will arbeiten, kann aber nicht.

Da ist nichts... außer Ekel.

Ich dachte sogar schon ans Sterben.

Sie brauchen kein Sabbatjahr,

sondern einen Arzt oder Spezialisten.

Glauben Sie? -Wenn's dringend ist, setzen Sie aus.

Das bekomme ich nicht bezahlt!

Weißt du, was deine größte Stärke ist?

Du bist pünktlich. Das ist eine große Stärke.

Cecilia. Kann ich mit dir reden?

Wozu?

Ich muss danach reden, sonst hab' ich Beklemmungen.

Dann rede. -Weißt du, wieso Meyers dich liebte?

Schon wieder Meyers.

Reden wir über was anderes. Worüber möchtest du reden?

Ich weiß nicht.

Warum also nicht über Meyers? Es interessiert mich.

Was willst du wissen? -Hat er gesagt, warum er dich liebt?

Nein, er hat es einfach getan.

Es gibt immer einen tieferen Grund. Meyers war verrückt nach dir.

Du sagst selbst, du warst sein Laster. Woher diese Besessenheit?

Ich weiß nicht.

Du wirkst nicht wie eine Frau, die so eine Leidenschaft entfesselt.

Das stimmt.

Und wenn ich offen sein darf, wo ich dich jetzt besser kenne,

bin ich überrascht, ja enttäuscht.

Nach dem, was du gesagt hast, dachte ich, du bist umwerfend,

eine Frau, die Männer ruinieren kann. Doch du wirkst sehr normal.

Du wärst sogar eine gute Ehefrau.

Glaubst du? -Ja, wirklich.

Ich eigentlich auch.

Woher also Meyers' Leidenschaft?

Ich kann's nicht erklären. -Versuch es bitte.

Ich kann es nicht, er war so.

Das heißt?

Stell eine präzise Frage.

Eine präzise Frage?

Du fragst immer nach Gefühlen oder Gedanken.

Ich weiß nie, was ich sagen soll.

Zum Beispiel...

Wusste Meyers, dass eure Beziehung seiner Gesundheit schadete?

Ja.

Was hat er gesagt?

Er hat gesagt: "Ich geh' dabei drauf."

Und dann: "Es ist unwichtig." -Unwichtig?!

Eines Tages im Bett hat er gesagt:

"Mach weiter, nimm keine Rücksicht,"

"selbst wenn ich protestiere, wenn es mir schlecht gehen"

"und ich sterben sollte."

Er hat dich geliebt, weil du ihm den Tod gebracht hast.

Er hat durch dich Selbstmord begangen, gezielt, mit vollem Bewusstsein.

Vielleicht hast du recht.

Auch wenn man das alles weiß, seinem Schicksal entrinnt man nicht.

Ich muss gehen.

Gut. Ich muss arbeiten.

Martin, hör auf, so schlapp und lustlos zu sein

und deine Depression zu genießen.

Die Enthaltsamkeit verbittert dich. Gib sie auf.

Schon geschehen.

Wirklich? Kenne ich sie?

Nein, ich bin ihr vor einigen Wochen unter seltsamen Umständen begegnet.

Du musst glücklich sein.

Von wegen. Sie gefällt mir überhaupt nicht.

Sie ist völlig uninteressant. Ich versuche, sie loszuwerden.

Warum? Ist sie hässlich? -Gar nicht mal.

Ist sie dumm? -Auch nicht.

Sie sagt nie etwas Dummes. Es ist komplizierter.

Sie langweilt mich, weil ich keine Beziehung zu ihr habe.

Nur eine körperliche.

Warum beklagst du dich? Das ist doch nicht schlecht.

Du kannst dir nicht vorstellen, wie wenig kommunikativ sie ist.

Selbst wenn sie redet, schweigt sie.

Sie kann sich nur sexuell ausdrücken.

Wenn sie manchmal bei mir liegt, nackt, mit geöffneten Beinen,

finde ich ihre Möse ausdrucksvoller als ihren Mund.

Seltsamerweise ist sie nicht sinnlich, sie hat einen riesigen Sexhunger .

Beim Küssen sind ihre Lippen schlaff, kalt, leblos,

aber ihre Möse ist hart und fordernd.

Wenn wir uns lieben,

bewegt sich ihr Bauch kräftig und rhythmisch,

wie eine entfesselte Maschine.

Sie traktiert mich und traktiert sich,

bis ich einen Höhepunkt habe, bis sie einen hat, bis zum letzten.

Nach dem Orgasmus...

ist ihr Gesicht ruhig, ausdruckslos.

Sie lächelt, ohne mich zu sehen.

Es ist keine Kälte oder Distanz, es ist etwas anderes.

Hör zu, du lügst, es gibt sie nicht.

He, Taxi!

Komm schnell.

Drück mich.

Kannst du die Gardinen schließen?

Wozu? -Licht stört mich bei der Liebe.

Entschuldige, könntest du die Schlafzimmertür schließen?

Ich kann bei offener Tür nicht lieben.

Bist du aber kompliziert!

Stöpselst du bitte das Telefon aus?

Gestern hat's beim Höhepunkt geläutet, es hat mir etwas den Spaß verdorben.

Das war Punkt drei.

Noch was, bitte!

Die Zigaretten vom Schreibtisch.

Es ist herrlich, sich zu lieben...

Hier!

Und die Streichhölzer?

Da ich schon auf bin, gibt's noch was?

Ja, wo du es sagst. Dreh das Gas in der Küche ab.

Und weiter? -Mach Musik an.

Das Radio, nicht zu laut.

Was hast du? Warum tust du nicht, was ich sage?

Ist das alles, oder noch mehr?

Nur noch das.

Tut mir leid. Tut mir leid, aber,

du musst noch mal aufstehen.

Ich brauche einen Aschenbecher.

Ich hasse Asche auf dem Fußboden.

Es tut mir leid.

Sehen wir uns morgen? -Ja.

Cecilia ist gerade weg. Ich schäme mich so.

Was ist passiert?

Ich war fies. Manchmal wirkt sie so unbegreiflich wie ein Gegenstand.

Um sie lebendig zu machen, quäle ich sie.

Fiesheit ist scheußlich, ist schwach.

Du bist schwach. -Wie meinst du das?

Nichts, nur so.

Ich brauche Trost, keinen Sarkasmus, ich lege lieber auf.

Bitte sehr. -Warte, ich brauche deine Hilfe.

Sie macht mich zum Sadisten, weil sie mich langweilt.

Ich will Schluss machen, ohne sie zu verletzen. Sie liebt mich.

Woher bist du so sicher? -Ich spüre es.

An deiner Stelle wäre ich vorsichtig.

Wie kann ich weniger demütigend Schluss machen?

Vielleicht...mit einem Geschenk.

Ich war in der Gegend. Ich habe dich angerufen.

Du siehst nicht begeistert aus. -Doch. Aber wie spät ist es?

Zwölf. Gehen wir essen?

Gut, ganz schnell. Ich bin in Eile.

Jean-Paul und ich -Ja?

...haben Schluss gemacht.

Weißt du, was er getan hat?

Eines Abends komme ich durch die Tür, und er ohrfeigt mich.

Nicht zum erstenmal, oder?

Vorher war es aus Liebe. Diese Ohrfeige kam aus Hass.

Ich hab's gleich gespürt. Ich habe ihn gekratzt.

Eine Ohrfeige aus Hass? -Sicher.

Liebe oder Hass, das spürt man.

Er hat zugegeben, dass er mich seit einiger Zeit Hasst.

Wir haben uns ohne Streit getrennt. -Das war gut.

Was meinst du damit? -Na klar... Wie spät ist es?

12.22 Uhr. -Ich muss gehen.

Na hör mal... ich bin dir egal, wir haben nicht mal angefangen.

Ich hab' dir gesagt, meine Zeit ist knapp.

Wir treffen uns mal abends zum Reden. Ich habe leider eine Verabredung.

Mit Cecilia, vermute ich. Ich dachte, es wäre aus.

Heute mach' ich Schluss. Aber es ist schon lange aus.

Das begreife ich nicht. -Wie gesagt, wir haben keinen Kontakt.

Außer einem sexuellen.

Du bist zu bodenständig. Ich muss los.

Endlich.

Ich konnte nicht anrufen, mein Telefon ging nicht.

Treffen wir uns wie immer?

Warum bist du gestern nicht gekommen?

Ich konnte nicht. -Warum nicht?

Ich hatte zu tun.

Gut. Bis gleich.

Wenn eine Frau Sie versetzt, liebt sie Sie dann nicht mehr?

Nicht unbedingt.

Wenn sie nie sagt, dass sie Sie liebt, kann sie dann trotzdem verliebt sein?

Und umgekehrt. -Umgekehrt?

Ja, umgekehrt.

Sagen Sie bitte...

Wenn sie gern mit einem Mann schläft, ist sie dann in ihn verliebt?

Ganz sicher.

Wie spät ist es? Meine Uhr steht.

Es ist zwei. -Zwei!

Heute will die Zeit nicht vergehen.

Erst muss ich dir was sagen.

Nein, küss mich erst.

Also?

Wir können uns nicht mehr jeden Tag sehen,

nur noch zweimal die Woche. -Warum denn?

Reg dich nicht auf! -Ich rege mich nicht auf.

Ich will den Grund wissen.

Meine Eltern sind sauer, weil ich jeden Tag hier bin.

Hast du ihnen nicht gesagt, du nimmst wieder Zeichenunterricht?

Ja, aber zweimal die Woche.

Für die übrigen Tage brauche ich Ausreden.

Sie hatten auch nichts dagegen, dass du jeden Tag bei Meyers warst.

Meyers war über sechzig.

Sie kannten ihn, sie waren nicht misstrauisch.

Dann stell mich Ihnen vor.

Bis dahin aber nur zweimal die Woche.

Sag die Wahrheit, du willst mich loswerden.

Das hat damit nichts zu tun.

Ich sage nur, von jetzt an zweimal die Woche.

Du willst Schluss machen, aber gibst es nicht zu.

Heute sagst du zweimal die Woche, morgen ist es zweimal im Monat.

Schließlich sagst du die Wahrheit. -Was für eine Wahrheit?

Also, wie du willst.

Von jetzt an zweimal die Woche.

Lass uns das Thema wechseln.

Was ist los? Du guckst so düster.

Anderes Thema!

Ich bin an dir vorbeigegangen, du hast mich nicht bemerkt.

Wo denn? -Am Rathaus, vor dem Park.

Um wie viel Uhr? -Gegen zwei.

Ich war da mit 'nem Schauspielerfreund.

Wie heißt er? -Momo.

Das ist kein Name.

Ich nenne ihn so.

Ihr scheint euch gut zu kennen, So wie ihr miteinander geht.

Wie gehen wir denn miteinander? -Steh auf.

Wozu? -Steh auf.

Er geht immer so.

Kennst du ihn schon lange?

Seit zwei Wochen. -Seht ihr euch oft?

Gelegentlich. -Warst du mit ihm verabredet?

Er will mich zum Film bringen.

Willst du zum Film? -Ich weiß noch nicht.

Wo wart ihr anschließend? -Wir haben einen Café getrunken.

Und danach?

Dann waren wir im Park, bis ich zu dir gekommen bin.

Wollen wir zusammen schlafen? -Nein, ich will die Wahrheit wissen.

Was für eine Wahrheit? -Die Wahrheit.

Einfach die Wahrheit. -Ich versteh' dich nicht.

Gestern bist du gar nicht gekommen.

Heute willst du weniger oft kommen. \Was steckt dahinter?

Ich sage doch, meine Eltern schimpfen.

Macht es dir wirklich soviel aus, mich nicht mehr jeden Tag zu sehen?

Ja.

Also Schwamm drüber. Wir treffen uns weiter jeden Tag.

Wir müssen besser Acht geben und uns zu verschiedenen Zeiten sehen.

Ich rufe dich morgens an und sage dir die Zeit.

Bist du jetzt zufrieden? -Ja. Danke.

Wenn du willst, sehen wir uns vier- statt siebenmal pro Woche.

Nein, jeden Tag. Ich finde eine Ausrede.

Hast du geglaubt, ich habe dich mit Momo betrogen?

Es war heute wunderschön.

Ist es nicht immer so schön?

Nein, es ist jedes Mal anders. Heute war es wunderschön.

Warum?

Das kann man nicht erklären.

Rate, wie viele Höhepunkte ich hatte. -Wie viele?

Drei. -Ist das nicht immer so?

Nein.

Ist Meyers beim Sex gestorben?

Warum willst du das wissen?

Ich will es wissen. Also?

Es ging ihm dabei schlecht, aber er ist danach gestorben.

Du sagst nicht die Wahrheit. -Das ist die Wahrheit.

Ich hatte Angst, dachte, er stirbt. Aber er ist wieder zu sich gekommen.

Ich hab' ihn aufs Bett gelegt.

Wart ihr denn nicht im Bett? -Nein.

Wo wart ihr dann?

Was du alles wissen willst! -Wo wart ihr?

Auf der Treppe.

Er wollte mich ständig lieben.

Hast du ihn betrogen? -Jetzt fängst du wieder an!

Antworte bitte. Hast du's getan?

Manchmal. Er war so langweilig. -Was heißt das?

Langweilig.

Ich muss gehen.

Gut, jetzt muss ich gehen.

Schau mal im Zimmer, da liegt ein Geschenk für dich.

Für mich?

Danke.

Hör auf, ich muss gehen.

Wie siehst du denn aus! Was ist los? -Nichts.

Hast du endlich Schluss gemacht?

Nein, sie ist nicht gekommen.

Du musst dir blöd vorgekommen sein mit deinem Geschenk.

Findest du mich langweilig? -Warum?

Ich glaube, sie betrügt mich, weil sie mich langweilig findet.

Ich dachte, du findest sie langweilig.

Stimmt... Ich finde sie langweilig.

Das klingt immer nebulöser.

Je mehr ich mit ihr schlafe, desto weniger besitze ich sie.

Der viele Sex nimmt mir die nötige Kraft, um sie zu besitzen.

Du redest wirklich Unsinn. Es ist erschreckend.

Mir ist nicht mehr nach Kino. Lass uns essen gehen.

Mach, was du willst. Ich gehe ins Kino.

War Meyers oft bei euch?

Fast jeden Tag. -Wozu?

Zum Mittagessen oder auf einen Café.

Habt ihr bei euch Sex gehabt? -Manchmal.

Wo? -Ich weiß nicht mehr.

Versuch dich zu erinnern.

Einmal in der Küche. -In der Küche!

Ging es nicht in deinem Zimmer?

Wenn Meyers Lust darauf hatte, hat er's auf der Stelle gemacht.

Vergiss nicht, heute ist Unterricht. Nach dem Essen gehen wir zu dir.

Warum soll ich das sagen?

Cecilia, du musst abwaschen.

Ich spüle das Geschirr heute Abend, auch das von gestern.

Und das von vorgestern? -Mama, das ist mein Lehrer.

Angenehm.

Ich wusste nicht, dass dein Lehrer gekommen ist.

Führ ihn ins Wohnzimmer.

Hast du meinen Nachnamen vergessen? -Ich kenne ihn gar nicht.

Für mich bist du Martin... Ich hab' nie daran gedacht zu fragen.

Also, wie heißt du?

Spielt keine Rolle. Heute fühle ich mich namenlos.

Wie du willst...

Papa, das ist mein Zeichenlehrer.

Setzen Sie sich zu meinem Vater, ich decke den Tisch.

Wie geht es Ihnen?

Er sagt, er ist nicht taub, du brauchst nicht zu schreien.

Entschuldigung, wie geht es Ihnen heute?

Er sagt, wenn es windig ist, scheinen ihm die Tage noch länger.

Arbeiten Sie zur Zeit nicht?

Er sagt, er kann nicht arbeiten, erst, wenn es ihm wieder besser geht.

Sind Sie in Behandlung?

Zur Zeit bekommt er Bestrahlungen, er hofft, er wird dieses Jahr gesund.

Es ist angerichtet. Bitte zu Tisch!

Sie haben Professor Meyers gekannt, nicht wahr?

Ein wenig.

Er war so gut, so sympathisch und intelligent.

Sein Tod hat mich sehr getroffen.

Er war noch gar nicht so alt. -Genau 65.

Er hat wie 50 ausgesehen.

Wir kannten ihn nur 2 Jahre,

aber er gehörte schon zur Familie.

Er hat sehr an Cecilia gehangen,

sie war für ihn wie seine Tochter.

Eher eine Enkelin. -Ja.

Er wollte kein Geld für die Stunden.

“Intelligenz ist gratis", sagte er.

Soll ich sie auch gratis unterrichten? -Nein, das ist etwas anderes.

Er mochte sie sehr.

War er oft da? -Fast jeden Tag.

Sein Platz war immer gedeckt.

Aber er hat uns nie ausgenutzt,

er hat uns immer entschädigt.

Er hat sich an den Kosten beteiligt, Kuchen, Wein, Blumen geschickt.

Er sagte: "Ihr seid wie meine Familie."

Der Arme war von seiner Frau getrennt.

Er hat allein gelebt.

Geben Sie mir Ihren Teller.

Schreib's auf, er versteht dich nicht.

Er will nicht schreiben, er sagt, er ist nicht stumm.

Fremde verstehen dich nicht.

Es wäre besser, er würde schreiben.

Er sagt, Meyers war ihm unsympathisch. Warum nur?

Er sagt, er hat den Hausherrn gemimt.

Mein Mann sagt absurde Sachen.

Haben Sie's verstanden?

Er sagt, er hat mir den Hof gemacht.

Meyers machte mir gern Komplimente,

er war galant, das war alles.

Entschuldigen Sie mich. -Ja.

Da bist du ja.

Geh zur Seite, ich muss mich kämmen.

Was macht dein Vater den ganzen Tag? -Nichts.

Was heißt das, nichts? -Nichts heißt nichts.

Aber man macht immer etwas.

Er sitzt im Sessel und hört Radio.

Was hat er? -Krebs.

Was sagen die Ärzte? -Dass er Krebs hat.

Wird er wieder gesund? -Nein.

Er wird also sterben? -Ja, er wird bald sterben.

Tut dir das weh? -Ja.

Du sagst es so dahin. -Wie soll ich es sonst sagen?

Ich fürchte, die Ärzte haben recht.

Was heißt das? -Dass er bald stirbt.

Ja, sie sagen, er stirbt bald. -Was macht ihr dann?

Was meinst du damit? -Wovon lebt ihr dann?

Wie bisher. -Und wovon lebt ihr?

Wir haben einen Laden. -Einen Laden! Das hast du nie gesagt.

Du hast nie gefragt.

Bringt er viel ein? -Nein, nicht viel.

Denkst du manchmal an den Tod?

Nein, nie.

Und wenn du deinen Vater siehst? -Auch nicht.

Jeder andere würde daran denken.

Mir geht's gut. Warum an den Tod denken?

Die anderen sind auch noch da... -Ja, vielleicht.

Bist du nicht sicher? -Doch.

Denkt dein Vater an den Tod?

Hat er Angst davor? -Und wie!

Weiß er, dass er stirbt? -Nein, er weiß es nicht.

Denkst du denn nie daran? -Woran?

Dass er im Sterben liegt.

Solange er lebt, denke ich nur daran.

Weißt du, dass ich dich begehre? -Ich hab's gemerkt.

Komm, ich zieh' mich um.

Deine Mutter ist dir sehr ähnlich. -Aha.

Äußerlich. Und vom Charakter her?

Wie meinst du das?

Ist sie nett, böse, ruhig, nervös? Wie ist sie?

Sie ist gar nichts. -Sie wusste über Meyers Bescheid.

Nein, wusste sie nicht.

Wieso hat sie die Worte deines Vaters dann nicht genau wiederholt?

Welche Worte? -Glaubst du, ich hab's nicht gemerkt?

Er sagte, er mochte Meyers nicht, weil er hinter dir her war.

Sie wollte mich glauben lassen, dass Meyers hinter ihr her war.

Das stimmt.

Warum wollte sie mir einreden, dass er hinter ihr her war?

Weil es stimmte. -Was stimmte?

Dass Meyers ihr den Hof gemacht hat.

Ich hab' ihn darum gebeten, damit sie nichts merkt.

Sehr raffiniert.

Komm.

Gehen wir zu mir?

Ich erwarte einen Anruf. -Und?

Es hängt von dem Anruf ab. -Wer ruft an?

Ein Filmproduzent wegen eines Termins. -Sei ehrlich, es ist der Schauspieler.

Welcher Schauspieler? -Momo.

Ich hab' ihn gestern gesehen, ich kann ihn nicht jeden Tag sehen.

Wir waren bei dem Produzenten, er war verhindert. Er ruft gleich an.

Momo ruft an. Gib's doch zu.

Das kann ich, aber es stimmt nicht. -Kann ich für dich drangehen?

Wenn's dir Spaß macht. -Nicht nötig. Ich will keine Beweise.

Ich will nur, dass du eins begreifst. -Und was?

Ich will nicht, dass du mich liebst. Ich will, dass du die Wahrheit sagst.

Die Wahrheit ist, dass ich Momo heute nicht sehe.

Aber wenn du es hören willst, bitte.

Ja, gut.

Ja, gut.

Wiederhören.

Komm.

Ich hab' wenig Zeit. Ich muss zu dem Produzenten.

Wenn du mit mir schlafen willst, dann jetzt gleich.

Nein.

Warum nicht? -Ich mag keine schnellen Nummern.

Wieso schnell? Wir machen's wie immer, dann muss ich weg.

Nein, habe ich gesagt!

Fährst du mich?

Ich darf dich zum Liebhaber bringen, weil dir der Bus zu voll ist.

Wenn du grausam oder pervers wärst,

aber du bist einfach nur unsensibel.

Interessiert es dich, warum ich mit dir nicht schlafen wollte?

Ja.

Ich wollte einmal nicht dasselbe wie Meyers tun.

Halt an. Hier ist es.

Tschüss.

Mit wem hast du telefoniert? Es ist ständig besetzt.

Mit einer Freundin. -Mit welcher?

Valentine. -Valentine wie?

Valentine Voboronsky.

Kann ich bitte Valentine sprechen?

Sie ist unterwegs. -Seit wann?

Seit heute Morgen. Wer ist dran?

Du hast gelogen. -Was hab' ich gesagt?

Dass Valentine dich angerufen hat. Sie ist seit heute morgen weg.

Was beweist das? Sie hat aus einer Zelle angerufen.

Daran hab' ich nicht gedacht. Ich versteh' gar nichts mehr.

Das scheint mir auch so.

Ich sitze ständig vor dem Telefon und warte auf deinen Anruf.

Wenn es klingelt, hab' ich Angst, dass du nicht dran bist oder lügst...

Weißt du, dass mein Telefon jeden Tag Punkt 12 klingelt?

Du bist dran wie eine Sekretärin und nennst mir den Termin.

Bis morgen.

Sophie, gut, dass du da bist.

Wir haben lange nicht geredet, wie geht's dir?

Nicht gut, gar nicht gut.

Deine Stimme zittert. -Cecilia betrügt mich.

Bist du sicher? -Nein, ich weiß es nicht genau.

Ich beobachte ihren Tagesablauf. Ich glaube, sie belügt mich.

Ich kann nicht mal die Wahrheit

von den Lügen unterscheiden.

Was hast du denn von der Wahrheit?

Sie ist das einzige Mittel, um meine Liebe für sie zu töten.

Ich muss gestehen, es ist Liebe.

Ich bin so müde.

Zieh dich zurück!

Sie betrügt mich! Wie kann ich mich zurückziehen?

Ich muss sie überwachen. Mit eigenen Augen.

Tu das bloß nicht. -Ich muss, ich habe keine Wahl.

Du demütigst dich. -Das ist mir egal.

Warum hörst du nie auf meinen Rat?

Weil er idiotisch ist, du begreifst nichts.

Gut, dann ruf nicht mehr an!

Du schon wieder! Was willst du?

Ich hab' nachgedacht, ich muss dich sehen.

Unmöglich.

Warum denn? -Ich kann nicht.

Gehst du zu dem Produzenten?

Ist es das? -Tschüs, bis morgen.

Kann ich Cecilia sprechen? -Sie ist weggegangen.

Wann? -Vor einer Viertelstunde.

Zu ihrem Freund, dem Schauspieler , der sie zum Film bringen soll.

Sie sind bei einem Produzenten.

Glauben Sie, sie hat das Zeug zu einem Star?

Ganz sicher, ja.

Könnte ich Ihren Platz haben? -Bitte sehr.

Ich gebe Ihnen einen Café aus. -Sehr freundlich.

Noch einen Café, bitte.

Darf's was sein? -Nein, danke.

Ist Cecilia jetzt da? -Nein, noch nicht.

Ganz sicher? Haben Sie überall nachgeschaut?

Natürlich!

Sie muss vor mir gekommen oder schon wieder weg sein.

Danke vielmals.

Ja, bitte?

Bleiben Sie dran. Für dich.

Ja, wie immer. Gut.

Was ist los? Warum grinst du so?

Ich sag' dir, das geht dich nichts an. -Beeil dich, wasch die Gläser.

Bläst sie gut? -Schwein!

Siehst du Momo öfter? -Manchmal.

Kennst du ihn gut?

Ja, ich kenne ihn gut.

Und was denkst du? -Was heißt das?

Was denkst du, wie beurteilst du ihn?

Gar nicht. Warum sollte ich?

Gut, aber wie siehst du ihn? Wie findest du ihn?

Nett.

Ist das alles?

Ja, er ist nett, das ist alles.

Ich bin nett, dein Vater ist nett...

Jemanden nett finden besagt nichts.

Was willst du denn hören?

Seine Schwächen und Stärken... Ist er gut, böse, klug, dumm,

geizig, großzügig?

Ich weiß nicht. Irgendwas.

Willst du nicht mehr reden?

Ich kann nichts sagen. Ich denke nie darüber nach.

Merkst du, dass ich das Bett umgestellt habe?

Ja. -Du siehst also das Bett?

Warum denn nicht?

Wie kommt's, dass du das Bett siehst, aber nicht, wie dein Schauspieler ist?

Ein Bett sieht man, den Charakter nicht.

Er ist ein schlechter Schauspieler. -Ich kenne mich damit nicht aus.

Wie alt ist er? -Ich weiß nicht.

Ist er älter oder jünger als ich? -Wohl jünger.

Mindestens 10 Jahre. Hat er Eltern, Geschwister?

Bestimmt, wir reden nicht darüber.

Worüber redet ihr? -Über vieles.

Zum Beispiel? -Ich weiß nicht. Wir reden einfach.

Ich weiß all unsere Gespräche.

Ich erinnere mich an nichts.

Wenn du ihn beschreiben müsstest, was würdest du sagen?

Niemand zwingt mich, also brauche ich es nicht.

Ich beschreibe ihn dir: groß, athletisch, dunkle Augen,

helle Haare, große Hände, schmale Schultern.

Eitel. -Was ist eitel?

Bescheuert.

Stimmt, er hat große Hände, schmale Schultern.

Jetzt da du's sagst, fällt's mir ein.

Sonst hättest du's nicht gemerkt.

Ich bin nicht wie du. Ich sehe keine Details.

Ich sehe, ob Menschen nett sind.

Was denkst du über mich?

Eine Menge. -Wirklich? Zum Beispiel?

Ich weiß nicht. Vieles. -Sag mir nur eins.

Wenn du fragst, fällt mir nichts ein.

Natürlich.

Ich denke im Augenblick gar nichts.

Gar nichts? -Nein.

Aber du sagst doch, du denkst vieles?

Ich weiß, ich hab' mich geirrt.

Macht es dir nichts, über den Mann, mit du schläfst, nichts zu denken?

Nein, warum? Wozu etwas denken?

Ich gehe jetzt.

Fahr mich, ich bin spät dran.

Sophie, mein Kopf ist leer .

Cecilia entgleitet mir. Ich besitze sie nicht.

Die Wirklichkeit entgleitet mir, Cecilia und die Wirklichkeit.

Sie gehören zusammen, ich weiß es.

Sie lassen in meinem Kopf immer mehr nach.

Entschuldigung, wie spät ist es?

Was? -Wie spät?

Na los, komm schon raus...

Los, meine Schöne, komm raus. Ich pflück' dich wie eine Blume.

Steig ein!

Was machst du denn hier? -Und du?

Ich war bei dem Produzenten, er wohnt da...

Wie heißt er? Nachname. Vorname. Los.

Leon Gayard.

Wo wohnt er? Etage? Hausnummer?

115, rue Menilmontant, 4.Stock.

Ich hab' dich rauskommen sehen. Du warst nicht allein.

Momo und ich waren beide da. -Weswegen?

Wegen eines Jobs. -Was für ein Job?

Ein Film. -Wie heißt der Film?

Hat er nicht gesagt.

Wo habt ihr gesessen? -Im Wohnzimmer.

Beschreib's mir: Möbel, Wohnung, los!

Ein normales Wohnzimmer.

Das heißt...?

Tische, Stühle, Sofas.

Welche Farbe hat das Sofa?

Ich hab' nicht drauf geachtet.

Und die Farbe von Momos Unterhosen? -Die weißt du doch?

In 115 Menilmontant ist kein Gayard.

Seine Nummer steht nicht im Buch.

Aber ein Momo, ein Maurice Mayard. -Unmöglich.

Schau selbst.

Was für ein Zufall. Sie haben dieselbe Adresse.

Leon wohnt im 4., Momo im 1. Stock.

Fahren wir hin, sehen wir, ob dieser Gayard dort wohnt.

Es stimmt. -Was stimmt?

Dass Momo und ich uns treffen. -Wie? Ich weiß, ihr trefft euch.

Wir schlafen zusammen.

Und das sagst du einfach so? -Wie soll ich's sonst sagen?

Warum hast du's getan?

Es hat mir Spaß gemacht. -Das solltest du nicht tun.

Warum nicht?

Man betrügt nicht den Mann, den man liebt. Du liebst mich doch.

Stimmt, aber Momo liebe ich auch.

Um deine Lust zu befriedigen, gehst du also mit allen ins Bett,

Maler, Schauspieler, Automechaniker...

Du bist wie ein ausgehungertes Tier,

du gibst dich ihm hin, dann mir, unser Samen mischt sich in dir.

Weißt du, was du bist? -Nein.

Eine Nutte.

Ist dir klar, dass jetzt alles anders ist?

Warum sagst du nichts?

Ich hab' nichts zu sagen. -Nutte!

Du lässt dich als Nutte beschimpfen. Wohin gehst du?

Ich gehe. -Wohin?

Wir sehen uns besser nicht mehr.

Nein, warte, wir haben noch nicht geredet.

Wozu soll das gut sein? Wir sind zu verschieden.

Bleib hier.

Fahr mich nach Hause.

Was machst du?

Ich will noch mal mit dir schlafen. -Es ist aus.

Bleib hier.

Du Schlampe!

Ich bin unten. Kann ich hochkommen?

Nein. -Hast du Besuch?

Mehrere Leute.

Alles in Ordnung? -Ja. Warum?

Bist du genervt? -Ich habe alles und jeden satt.

Was ist los? -Ich werde langsam zur Misanthropin.

Misanthropen lieben die Menschen zu sehr, daher ihre Enttäuschung.

Ein Mord in Gedanken pro Tag erspart den Psychiater.

Sehr optimistisch!

Scheiße!

Welche Überraschung! Wie geht's dir?

Ich bin Martin. -Pierre.

Hast du schon gegessen? -Nein.

Willst du was trinken? -Gern, danke.

Was macht dein Buch?

Mein Buch? Kurz vor dem Abschluss.

Kann man's bald lesen?

Ich habe viel Zeit vertan, jetzt fang' ich wieder an zu leben.

Ich gehe wieder an die Arbeit. -Was ist passiert?

Eine junge Frau...

Ich konnte an nichts anderes denken, war wie besessen, mein Geist war tot.

Ich habe sie ständig überwacht,

aber nie gesehen, wie sie von dem Schauspieler kam.

Am Schluss dachte ich, sie sei unsichtbar.

Was für ein Schauspieler? -Ihr Liebhaber.

Es war schmerzhaft, darauf zu warten, dass sie aufhört, mit ihm zu schlafen.

Jede Minute habe ich mir ausgemalt, was drinnen ablief.

Sie zieht den Pullover aus, ist nackt, geht zum Bett,

ist über ihm, hat einen Orgasmus.

Man kann Gefühle nicht vorhersagen.

Ich habe es mir ständig ausgemalt.

Als ich sie dann beide gesehen habe, war der Schmerz überwältigend.

Wir müssen gehen. -Verscheucht er euch?

Nein, gar nicht. -Es war schön, dich wiederzusehen.

Gehen Sie auch? -Ich fahre mit ihnen mit.

Nein, ich kann Sie bringen. Und was ist mit dir?

Mit mir? -Gehst du?

Nein.

Ich gehe dann.

Cecilia hat einen Liebhaber. -Ich habe es verstanden.

Ich begehre sie, sogar noch mehr. -Natürlich.

Verurteil sie nicht, sie ist nicht so wie wir...

Du wirst sie also teilen. -Es ist aus. Sie kann ihn behalten.

Es hält sowieso nicht. Du solltest seine gelben Haare sehen.

Ich bin müde. Bitte geh.

Ich kann nicht allein sein. Kann ich hier schlafen?

Nein. -Warum nicht?

Ich kann nicht nach Hause. Ich muss mit dir reden.

Über Cecilia? Es reicht mir.

Warum Hasst du sie so? -Ich hasse sie nicht.

Sie ist mir egal, ich kenne sie nicht mal.

Aber schau dich an, du bist ein Wrack.

Umarm mich, umarm mich.

Nein!

Das ist unglaublich. Verschwinde!

Hau ab!

Kann ich Cecilia sprechen? -Cecilia?

Ist sie nicht da? -Sie schläft.

Schon? Wie spät ist es?

Können Sie sie wecken, ich muss sie sprechen.

Wollen wir uns wirklich trennen?

Wenn du willst, machen wir weiter .

Aber warum willst du weitermachen? -Ich hab' mich an dich gewöhnt.

Und wenn ich sage, verlass Momo? -Nein.

Du könntest das etwas netter sagen. -Tut mir leid.

Du willst uns also beide.

Ich kann nichts dafür, ich mag euch beide.

Ich soll dich also teilen...

Was ändert das für dich? Wir sehen uns wie gewohnt.

Du kannst nicht zwei Männer lieben. -Doch.

Schönes Kleid. -Danke.

Du siehst glücklich aus.

Ich bin glücklich, weil ich bei dir bin.

Danke, vielen Dank.

Was machen wir?

Einen Spaziergang.

Was ist los? Warum schweigst du?

Ich begehre dich zu sehr.

Das tust du immer.

Gefällt's dir nicht? -Das meinte ich nicht.

Gehen wir zu mir.

Was ist los, was hast du?

Ich vergaß: Es geht heute nicht. -Warum nicht?

Bauchschmerzen. -Du lügst.

Glaubst du mir jetzt? -Du sagst immer die Wahrheit.

Warum hast du's nicht gleich gesagt? -Wir haben den ganzen Tag für uns.

Du hast ihn gestern gesehen, nicht?

Wen? -Wen wohl?

Ja, hab' ich. -Wart ihr im Bett?

Du weißt, das bedeutet, wir waren im Bett.

Mehrmals? -Wie immer.

Was empfindest du dabei?

Das läRt sich nicht erklären. -Ist es besser als mit mir?

Ich weiß nicht. -Warum nicht?

Ich denke nie darüber nach. -Versuch's bitte.

Ich spüre, dass er mich liebt.

Und bei mir? -Bei dir auch.

Macht's dir mehr Spaß oder weniger?

Gefällt es dir?

Jede Frau fühlt sich gern geliebt.

Ist es besser als mit mir?

Es ist anders.

Ich hab's begriffen.

Was ist denn? -Es ist sinnlos zu reden.

Wenn du ihn nie mehr sehen könntest, würdest du dann eine Leere spüren?

Es ist noch nie passiert. Wie soll ich das wissen?

Versuch's dir vorzustellen. -Ja, ich glaube schon.

Und bei mir?

Stell's dir vor.

Als du gesagt hast, es ist Schluss, war ich traurig.

Sehr traurig?

Wie soll man das messen? Ja, ich glaube schon.

Wen liebst du mehr, ihn oder mich? -Ihr seid verschieden.

Sie haben nicht gezahlt.

Wohin gehst du? Zu Momo? -Ja.

Sofort? -Nein, in einer halben Stunde.

Dann bleib doch noch.

Seid ihr gestern ausgegangen? -Ja.

Wohin? -In ein Restaurant.

Worüber habt ihr geredet? -Ich weiß nicht mehr.

Versuch's. Es war erst gestern.

Ich merke mir nichts, ich weiß nicht, was du vor 5 Minuten gesagt hast.

Als er geredet hat, habt ihr da Händchen gehalten?

Ja, wie hast du's erraten?

Haben sich eure Knie unter dem Tisch berührt?

Wir haben nebeneinander gesessen.

Hat er dich gestreichelt?

Meine Wange, und er hat mich in den Nacken geküsst.

An Worte erinnerst du dich nicht, ans Streicheln schon...

Weil ich es nicht wollte.

Habt ihr euch denn gestritten?

Er will Dinge, die ich nicht will. -Und was?

Wenn ich's sage, wirst du sauer. -Nein, sag's ruhig.

Ich sollte ihm die Hand halten, du weißt schon, wo.

Ja. Und?

Ich hab's erst getan, dann nicht mehr .

Was ist los? -Nichts. Red weiter.

Das ist alles. -Das ist alles?

Jemand hat am Tisch für mich gesungen.

Gefällt's dir, dass man für dich singt?

Ich glaube ja. -Ja oder nein?

Also, gefällt's dir, Ja oder nein?

Im Restaurant ja, aber nicht, wenn ich schlafe.

Dann hat er dir eine Rose gekauft, wie sie am Tisch verkauft werden.

Ja, woher weißt du das?

Ich möchte einen Crepe.

Einen Crepe mit Zucker, bitte.

Willst du einen? -Was habt ihr nach dem Essen gemacht?

Wir waren im Kino.

Habt ihr Händchen gehalten? -Ja.

Habt ihr euch geküsst? -Ja.

Habt ihr Sex gehabt? -Ja.

Ihr habt ihm Kino Sex gehabt!

Na und? Wir waren hinten, das Kino war fast leer.

Wie habt ihr's gemacht? -Ich hab' auf seinem Schoß gesessen.

Und danach?

Nichts... er hat mich heimgebracht. -Mit dem Auto?

Er hat keins. -Hat er kein Geld?

Er hat im Augenblick keine Arbeit. -Gibst du ihm welches?

Das kommt vor. -Gibst du ihm mein Geld?

Ja, das, was du mir gibst. -Hast du gestern Abend gezahlt?

Ja.

Habt ihr's zu Hause noch mal gemacht?

Ein bisschen. Im Hausflur. -Was heißt ein bisschen?

Wir haben es abgebrochen.

Und dann? -Bin ich schlafen gegangen.

Hast du an ihn gedacht? -Nein.

Woran hast du gedacht? -An dich.

An mich? -Bis ich eingeschlafen bin.

Redest du gern über dich? -Nein.

Warum nicht? -Ich weiß nicht.

Mit den Fragen nerve ich dich also? -Ja.

Verabscheust du mich dafür? -Ich wäre nur froh, wenn du aufhörst.

Was empfindest du dabei?

Den Wunsch, nicht zu antworten oder zu lügen, um dir zu gefallen.

Erfindest du manchmal etwas? -Vielleicht.

Wann?

Ich sage, vielleicht. Ich weiß es nicht mehr.

Erinnere dich! -Ich erinnere mich nicht.

Ich hab' nur im Notfall gelogen.

Wann? -Ich weiß nicht mehr.

Wann musst du denn lügen?

Ich weiß nicht.

Ist dir klar, dass du nicht lügen darfst?

Warum nicht? -Weil dir keiner mehr glaubt.

Ich habe dir 200 Francs gegeben. -Ich hab's gesehen.

Du hast lange nichts mehr gekriegt. -Weiß ich.

Wundert dich das nicht? -Was?

Dass ich dir keins gegeben habe?

Ich dachte, du hättest keins mehr .

Ich war knapp, aber es hätte dich wundern können.

Jeder ist mal knapp bei Kasse.

Angenommen, ich kann dir keins mehr geben.

Heute hast du mir was gegeben. Warum an die Zukunft denken?

Angenommen, du kriegst nie mehr welches.

Würdest du trotzdem kommen?

Bin ich bisher nicht immer gekommen?

Was ist das für ein Fleck?

Ich habe mit Momo geschlafen, ohne mich auszuziehen.

Ich wäre so froh, wenn ihr Freunde werden könntet.

Du musst komplett verrückt sein.

Du bist dämlich.

Ich muss dir was Wichtiges sagen.

Und was? -Ich mache dir ein Angebot.

Was für ein Angebot? -Dass du meine Frau wirst.

Du willst mich heiraten? -Ja.

Warum sagst du's mir jetzt? -Jetzt ist die Zeit reif.

Du wirst meine Frau,

ich verkaufe meine Wohnung, damit wir mehr Komfort haben,

dann ziehen wir in ein Haus, das ich erbe.

Du weißt nicht, dass ich reich bin. -Du bist reich?

Meine Familie ist reich.

Wir heiraten traditionell, Kirche, Fest, Geschenke.

Hochzeitreise nach Asien oder Afrika.

Ich möchte, dass wir Kinder haben.

Du bist eine Frau für zwei, drei oder mehr.

Was meinst du dazu?

Ich weiß nicht, ich muss darüber nachdenken.

Sag's mir morgen, übermorgen...

Ich sag's dir eher.

In der Zwischenzeit stelle ich dich meinen Eltern vor.

Gut, dass du nicht gleich antwortest, eine Ehe ist eine ernste Sache,

eine Verbindung fürs Leben. So sehe ich es.

Deshalb die kirchliche Trauung. -Warum kirchlich?

So können wir uns nie mehr trennen.

Ich wusste nicht, dass du gläubig bist. -Doch, doch.

Ich bin nicht gläubig.

Du sagst doch, du warst bei den Nonnen.

Na und, ich war aber nicht gläubig.

Woran glaubst du denn? -An gar nichts.

Ich war nie gläubig, weil ich nie darüber nachgedacht habe.

Wenn man an eine Sache nie denkt, existiert sie nicht.

Für mich gibt es die Religion nicht.

Vielleicht denkst du später darüber nach.

Ich glaube nicht. Religion ist langweilig.

Langweilst du dich manchmal? -Ja, manchmal.

Was fühlst du dann? -Langweile.

Was ist diese Langweile? -Langweile ist Langweile.

Nein, sie ist viel mehr als das.

Meine Eltern achten auf Konventionen.

Was sind Konventionen?

Das, was bleibt, wenn man viel an nichts denkt.

Bevor wir hineingehen, will ich dir antworten.

Ich möchte mit dir schlafen.

Ich dachte, es geht nicht. -Es ist vorbei.

Sag mir erst, ob du meine Frau wirst.

Du bist der einzige, den ich heiraten könnte,

weil ich dir nichts verheimlichen muss.

Ich denke aber, du verheimlichst mir etwas.

Du versprichst mir so schöne Dinge:

ein Fest, ein Kleid, eine Reise...

Also?

Ich will dich nicht heiraten. -Warum nicht?

Weil ich nicht will. -Warum nicht?

Ich will mich nicht von Momo trennen.

Willst du ihn heiraten? -Nein, ihn nicht.

Was habe ich mit Momo zu tun? Triff ihn, sooft du willst.

Wozu heiraten? Es ist gut, wie es ist.

Wenn ich dir erlaube, Momo zu sehen, wenn sich nichts ändert,

wenn du reich wirst, warum lehnst du ab? Warum?

Ich will nicht, das ist alles.

Komm, lass uns zusammen schlafen.

Ich habe keine Lust.

Warum willst du mich nicht heiraten?

Hör zu: Wenn du jetzt nicht willst, wird's eine Weile nicht mehr sein.

Wieso?

Ich wollte es dir nicht sagen, ich wollte es dir schreiben,

aber es ist besser, du weißt es.

Ich fahre morgen mit Momo für 14 Tage nach Korsika.

Du fährst nach Korsika! Daher also. Tu's nicht.

Er hat schon das Zimmer gebucht. -Ich will nicht, dass du fährst.

Wieso nicht, ich freue mich darauf.

Wenn du bleibst, schenk' ich dir was.

Und was? -Was du willst.

Zum Beispiel? -Geld.

Wie viel ? -Viel.

Hast du's?

Komm.

Schau, 6000 Francs.

Es sieht nach viel mehr aus. -Bleib, und du kriegst das Zehnfache.

Tut mir leid, unmöglich.

Lass uns zusammen schlafen. Nach meiner Rückkehr tun wir's öfter.

Du willst es wirklich nicht? -Nein. Komm schon.

Siehst du, wie uneigennützig ich bin? -Wieso?

Jede andere würde das Geld nehmen und trotzdem fahren.

Und?

Durch mich hast du Geld gespart. -Nein, dir ist welches entgangen.

Wenn du meinst.

Tust du mir einen Gefallen?

Welchen?

Du hättest mir 60.000 Francs gegeben. Leih mir nur 3000.

Wozu?

Momo ist arbeitslos.

Wir haben wenig Geld. Wir hätten schönere Ferien.

Du tust mir weh. Warum nur?

Entschuldige.

Hier... ist das genug?

Das ist zu viel. -Nimm's, vielleicht brauchst du's.

Danke.

War's gut? -Ja.

Gut oder mittelmäßig? -Gut.

Bist du glücklich?

Liebst du mich? -Das weißt du doch.

Wohin fahren wir?

Nirgendwohin. Ich bring dich heim.

In Ordnung?

Wie du willst. -Nein, wie du willst.

Du fährst morgen. Du entscheidest, ob du bleibst.

Es ist mir egal. -Warum egal?

Wir sehen uns, wenn ich zurück bin.

Bist du sicher? -Ja.

Sagst du nicht auf Wiedersehen?

Ich will zu dir, ich muss dich noch mal haben.

Du weißt, das geht nicht.

Ich muss dich noch mal haben. Nicht deinen Körper, dich.

Kann Cecilia mal kommen?

Sie ist nicht da.

Sicher? Wir haben eben telefoniert. -Sie ist vor zwei Minuten fort.

Wohin? -Zum Essen.

Wann kommt sie zurück? -Gar nicht.

Sie fährt nach Korsika. Mit 'ner Freundin. Sie übernachtet da.

Sie ist in zwei Wochen zurück.

Was haben Sie?

Sie ist weg, und ihr Vater stirbt.

Ich bin allein in der leeren Wohnung.

Mein Mann wurde gestern Abend in die Klinik gebracht.

Es besteht keine Hoffnung mehr.

Keine Hoffnung?

Die Ärzte geben ihm noch zwei oder drei Tage.

Aber Cecilia liebt ihren Vater doch. -Cecilia liebt niemanden.

Blas mir einen.

Halt an. Das ist entspannter . -Blas mir einen.

Was hast du? -Mach weiter, hör nicht auf.

Ich heiße nicht so.

Ich wollte sie heiraten, wollte sie nicht mehr lieben,

wollte, dass sie nicht mehr existiert. -Ich will aussteigen.

Sie hat keine Gewissensbisse. -Du bringst uns um.

Sie hat sich nicht umgedreht, nicht gelächelt.

Ich will nicht sterben. -Glaubst du, ich will sterben?

Wie ein sitzen gelassener Idiot?

Glaubst du, ich will so enden?

Wie geht's Ihnen heute? -Es geht so...

Können Sie mir bei einem Brief helfen?

Im Augenblick habe ich keine Zeit. Ich komme später vorbei.

Ich habe oft an Selbstmord gedacht,

ich wollte wirklich sterben.

Jetzt glaube ich, dass man nicht an der Verzweiflung sterben muss.

Man muss sich von ihr nähren.

Statt an ihr sterben, von ihr leben.

Leben um jeden Preis.

Untertitelung für DVD-Projekt: Thomas Spörlein

Can't find what you're looking for?
Get subtitles in any language from opensubtitles.com, and translate them here.