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Original subtitles

.

*zitterndes Atmen*

*Brandung*

*Tätowiernadel surrt.*

*Vögel kreischen.*

*Wasser plätschert.*

Ria, Telefon!

*Handy klingelt.*

Morgen, Micha!

Okay ...

bin unterwegs.

Moin. Moin.

Moin!

Wolltest doch auch kommen. Das ist mir zu nass.

Ein Jogger hat sie gefunden.

Kerstin Herzog, 29.

Ihre Handtasche war bei ihr. Portemonnaie, Karten, alles da.

Hat sie schon jemand untersucht?

Wir warten noch auf Metzger.

*Fotoapparat klickt.*

Moin. Was macht'n der hier?

Vielleicht hat ihn Mattern angerufen.

Moin, Chef!

Moin.

Hat sie schon jemand angefasst?

Sollten wir vielleicht auf Metzger warten?

*ruhige Musik*

*rhythmische Musik*

Das Ganze liegt mehr als zehn Jahre zurück.

Damals waren nur Mattern und ich schon hier.

In sieben Monaten wurden fünf Frauen ermordet.

Alle so abgelegt, alle erdrosselt,

und alle trugen diese frisch gestochene Tätowierung.

Das Ganze war sein Werk ...

Eberhard Wernicke.

Sein Wohnzimmer war voller Fotos einer tätowierten Frau

aus dem Milieu, die Freundin seines Vaters.

Als er ein Kind war, missbrauchte sie ihn sexuell.

Wernicke sagte nichts dazu.

Wo ist er heute?

Da, wo er hingehört:

in der Klapse.

Und er ist sicher der Täter?

Ja.

Gut, dann fangen wir an.

Das ist die Wernicke-Akte.

Ria, du übernimmst die Leitung.

Noch Fragen?

*Tür schlägt zu.*

Dabei hast du nicht mal mit ihm geschlafen.

Oder doch?

Arsch!

Wie wäre es, wenn wir heute essen gehen.

Ich gehe nicht mit Untergebenen aus.

Na dann, nach Ihnen, Chefin.

Was soll die Scheiße? Die Larsen ist zu unerfahren.

Das ist eine heikle Kiste.

Nur, weil sie ein paar Erfolge hatte, ist sie nicht die Richtige.

Fertig?

Ria ist unbelastet und nicht in den alten Fall verstrickt.

Die hat einen klaren Blick, im Gegensatz zu uns.

Außerdem erinnert sie mich an sie.

Dann ist ja alles gut.

Ich will nicht, dass die Scheiße wieder losgeht.

Ich habe damals meinen Arsch für sie riskiert,

weil sie Scheiße gebaut hat.

Das interessiert kein Schwein mehr.

Irgendjemand wohl schon.

*Türknallen*

*Telefonklingeln*

*Telefonklingeln*

*Telefonklingeln*

Ja.

Hallo Elisabeth, ich bin's.

Na, wie geht's dir?

Bergmann, was willst du?

Immer noch so charmant wie früher.

Aber deswegen rufst du nicht an.

Wir haben 'ne Frau gefunden, erdrosselt.

Bist du noch dran?

Es geht wieder los.

*langgezogenes Tuten*

*Tuten, Auflegen*

Ihr Tod ist gegen 23 Uhr eingetreten.

Nach der Strangfurche zu urteilen,

wurde sie mit einer Drahtschlinge erdrosselt.

Anschließend wurde sie gewaschen und angezogen.

Gewaschen?

Sperma?

Wir haben nichts gefunden.

Die Spuren an den Handgelenken zeigen, dass die Hände

vor ihrem Tod mit Kabelbindern gefesselt waren.

Ansonsten keine Prellungen und Verletzungen.

Und die Tätowierung?

Die wurde unmittelbar vor ihrem Tod gestochen.

An den Rändern sind geringe Verschorfungen.

Beim Tätowieren hat sie noch gelebt.

Leider nicht mehr lange.

Wie lange arbeitest du schon hier?

Ich wusste, du würdest fragen.

Die Tote wurde erdrosselt, tätowiert und gewaschen,

wie die Wernicke-Opfer damals.

Auch das Make-up hat er nicht vergessen.

Hier, steht alles drin.

Wer hat die Ermittlung damals geleitet?

Bergmann und Elisabeth Haller.

Wo arbeitet die jetzt?

*Tuten, Freizeichen*

*Abheben*

Frau Haller? Ja.

Guten Tag, Ria Larsen, Kripo Husum.

Ich leite die Untersuchung in einem Mordfall ...

*Tuten*

Hallo?!

*Glocke ertönt*

*Musik erklingt*

*Glocke ertönt*

*Lautes Klopfen*

(gedämpft) Frau Haller, können Sie kurz aufmachen?

*Gedämpfte Musik*

Frau Haller, ich würde gerne mit Ihnen reden!

*Musik erklingt*

*Leise Stimmen, Telefon klingelt*

Was ist das?

Hing am Kühlschrank des Opfers.

Sie war bei mehreren Dating-Portalen angemeldet.

Das normale Leben einer Sekretärin.

Check, mit wem sie Kontakt hatte.

Und ob es bei den Nummern und Nachrichten Übereinstimmungen gibt.

Wir brauchen eine Liste aller Besucher Wernickes.

Die KTU soll das Make-up der Toten mit den Wernicke-Opfern abgleichen.

Er hat bei seiner Festnahme eine Geisel genommen.

Haller hat dreimal geschossen, die Geisel wurde verletzt.

Es gab 'ne interne Untersuchung.

Aber sie hat ihn gekriegt.

*Klopfen*

Gibt's schon was Neues?

Warum hast du mir den Fall gegeben?

Weil du die Richtige dafür bist. Warum nicht Mattern?

Er arbeitete am alten Fall.

Eben.

Wir brauchen einen frischen Blick.

Ich war bei Elisabeth Haller.

Sie wollte nicht mit mir sprechen.

Es gab eine interne Untersuchung wegen der Schüsse.

Ja, richtig.

Ich besorge dir die Akte.

Was ist mit Elisabeth Haller passiert?

Elisabeth hat sich nach der Sache eine Auszeit genommen.

Und ist in vorzeitigen Ruhestand gegangen.

Aber du konzentrierst dich auf die Gegenwart.

Ich habe zwei weitere Kollegen angefordert.

Wenn einer Wernicke kopiert, müssen wir ihn rasch stoppen.

Ich zähle auf dich.

*Ruhige Musik*

*Tür wird aufgeschlossen.*

*Würgen, Übergeben*

*Ruhige Musik*

*Musikschlag, zitterndes Atmen*

*Lautes Atmen*

*Lautes Atmen*

*Handy vibriert*

*Handy vibriert*

*Handy vibriert*

Ja?

*Ruhige Musik*

*Rhythmische Musik*

Spaziergänger fanden sie vor einer Stunde.

Sie hatte einen Ausweis: Dr. Maria Westphal

Und eine Schlüsselkarte von den Hansa-Kliniken.

Hat sich jemand die Brust angesehen?

*Spannende Musik*

Moin. Moin.

Schöne Scheiße.

Gehst du in die Hansa-Kliniken?

Vielleicht kennen sie unser erstes Opfer.

*Vögel kreischen*

*Lautes Schluchzen*

*Lautes Schluchzen*

Frau Westphal, wann haben Sie Ihre Tochter das letzte Mal gesehen?

Hören Sie mich?

Sie war mein liebes Mädchen.

Soll ich jemanden rufen, der sich um Sie kümmert?

Frau Westphal ...

Unsere Psychologin kümmert sich um Sie.

*Lautes Schluchzen*

*Ruhige Musik*

*Ruhige Musik*

*Rhythmische Musik*

*Tür klappert.*

Keine Hinweise, dass sich beide kannten?

Kerstin Herzog war nie in den Hansa-Kliniken.

Auch privat keine Berührungspunkte.

Es waren eine Menge bunter Pillen in Westphals Wohnung.

Da war wohl jemand Selbstversorger.

Ich check das. Ich mache das.

Okay. Laut KTU ist das Make-up der Opfer identisch.

Aber nicht mit dem der Wernicke-Morde.

Was habt ihr erwartet?

Wernicke sitzt in der Klapse und schaukelt seine Eier.

Hier, eine Liste von Wernickes Besuchern der letzten zehn Jahre.

Amtsperson, sein Vormund ...

Denkt ihr wirklich, dass er Hannibal-Lecter-mäßig

einen Serienmörder instruiert?

Lecter instruierte eine FBI-Agentin.

Vom 15.09. bis 22.10. wurde er von einem Ernst Wagner besucht.

Angeblich für ein Wissenschaftsmagazin.

Aber niemand kennt ihn dort. Auch nicht an seiner Adresse.

Einer mit Sicherheit.

(Nachrichtensprecherin) "Heute Morgen wurde eine junge Frau

tot aufgefunden. Es handelt sich um die 32-jährige Maria W., Ärztin.

Wie bei Kerstin H., geht die Polizei von einem Gewaltverbrechen aus.

Ob die beiden Morde zusammenhängen, hat die Kripo Husum nicht bestätigt.

Sachdienliche Hinweise nimmt die Polizei entgegen."

*Summer ertönt*

Wernicke hatte Kontakt zu einem Ernst Wagner.

Der Journalist?

Sie kennen ihn?

Nicht persönlich, wir haben gemailt und telefoniert.

Er wollte für einen Artikel recherchieren.

Haben Sie seinen Kontakt noch? Suche ich Ihnen raus.

Kann jeder einfach mit Wernicke sprechen?

Wir haben Kameras.

Zeichnen die auf?

Für 24 Stunden.

*Bedrohliche Musik*

Wernicke ist seit fast sechs Jahren bei uns.

Wenn wir und Wernicke zustimmen, kann er Besuch empfangen.

Aber er ist krank.

Wernicke hat eine Persönlichkeitsstörung,

durch ein Kindheitstrauma. Der Missbrauch.

Der ging bis zur Pubertät.

Er baute eine Hass-Liebe zu seiner Peinigerin auf.

Er schweigt dazu.

Wernicke ist unfähig, warmherzige Gefühle zu zeigen.

Er ist hoch manipulativ, aber freundlich.

Wenn er seine Tabletten nimmt.

*Bedrohliche Musik*

Guten Tag, ich bin Oberkommissarin Ria Larsen.

Das ist Michael Brandt. Wir möchten uns mit Ihnen unterhalten.

Sie hatten mehrfach Besuch von einem Ernst Wagner.

Was wollte der von Ihnen?

Ria ... Er hat Sie vier Mal besucht.

Worüber haben Sie gesprochen?

Sie sind sehr jung, Frau Larsen. Sind Sie sein Chef?

Bitte beantworten Sie unsere Fragen, Herr Wernicke.

Sind Sie sein Chef?

Ja, ich bin seine Chefin.

Ich spreche nur mit dem Chef.

*Türöffnen*

Sie sind sehr freundlich, Frau Larsen.

Was wollte Wagner von Ihnen?

Sie haben schlanke Hände.

Über was haben Sie gesprochen?

Wie geht es meiner lieben Elisabeth? Sie ist eine schöne Frau.

Bis dass der Tod uns scheidet, ist sie mein.

Elisabeth hat Sie zur Strecke gebracht.

Habt ihr schon zusammen gefickt, Frau Larsen? Sie und Brandt.

Worüber haben Sie mit Wagner gesprochen?

*Er äfft sie nach.*

Du bist eine dumme Schlampe, lass dich von ihm ficken.

(lacht) War das jetzt zu persönlich?

Tut mir leid.

Ich habe Probleme, Grenzen zu respektieren.

Ernst Wagner ...

weiß alles.

*Dramatische Musik*

*Tippen*

(Ansage) Die gewählte Rufnummer ist nicht vergeben.

*Tippen*

Ja? Stiegler?

Ich schicke dir die E-Mail-Adresse von Ernst Wagner.

Telefonnummer gibt's nicht mehr.

Check das mal. *Kindergeräusche im Hintergrund*

Schon mal von Family-Time gehört? *Auflegen*

*Vibrieren*

*Dramatische Musik*

*Handy vibriert*

*Handy vibriert*

*Seufzen*

Hallo Mama.

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!

Danke.

Habe ich dich geweckt? Nee, ist schon gut.

Feierst du heute Abend mit deinen Freunden?

Na klar. Schön, das freut mich.

Geht's dir sonst gut?

Du weißt schon ...

Mach dir keine Sorgen, mir geht's super.

(über Lautsprecher) Papa lässt dich ganz lieb grüßen.

Er hat mein Päckchen zu seinem Geburtstag zurückgeschickt.

Er wollte, dass du den Betrieb ... Mama, ich muss Schluss machen.

Ich melde mich die Tage wieder.

Ich wünsche dir einen schönen Geburtstag.

Danke, dass du angerufen hast.

Scheiße!

*Ruhige Musik*

*Glocke ertönt*

*Vögel kreischen*

Frau Haller!

Was wollen Sie?

Mit Ihnen reden.

Wie war Ihr Name nochmal?

Ria Larsen.

Hat Bergmann Sie geschickt? Ich leite die Ermittlung.

Glückwunsch.

Was sich Bergman wohl davon verspricht, dass er Sie protegiert.

Sie sind jung, attraktiv ...

hungrig nach Anerkennung.

Ich hoffe, Sie haben nichts mit ihm angefangen.

Nein, so dumm sind Sie nicht.

Wernicke war Einzelgänger. Kein Schulabschluss,

lebte von Gelegenheitsjobs.

Denken Sie, dass es jemanden gibt, dem er sich anvertraut?

Sie haben Ihre Hausaufgaben gemacht, waren immer die Beste.

Wernicke hat nach seiner lieben Elisabeth gefragt.

Er gab an, Ihre Aufmerksamkeit genossen zu haben.

Dass Sie komplett in sein Leben eingetaucht sind, war sein Kick.

Lassen Sie ihn nicht zu nah an sich ran.

So, wie Sie?

Er hatte Besuch von einem Ernst Wagner.

Sagt Ihnen der Name was?

Nein.

Reden Sie mit Wernicke? Vielleicht hilft uns das.

Ach, nein!

Irgendjemand da draußen sieht sich als Wernickes Nachfolger.

Dann machen Sie Ihren Job.

Sind Sie nicht mitverantwortlich, wenn die Morde weitergehen?

Sie gehen jetzt. Und kommen Sie ja nicht wieder!

*Tür wird geöffnet.*

*Tür wird geschlossen.*

*Tiefes Ausatmen*

*Ruhige Musik*

*Scherbenklirren*

Ich ruf dich zurück. Na?

Bergmann hält mich mit der internen Untersuchungsakte

gegen die Haller hin.

Soll ich mal?

Mhm.

Das kann doch nicht sein. Ja, ich warte.

Moin.

*Zettel knistern*

Gibt's was Neues zu Wagners Telefonnummer?

Prepaid-Handy. Die E-Mail-Adresse war ein Fake-Account.

Er ist unser Hauptverdächtiger. Mach der IT Dampf!

Warum diese beiden?

Unterschiedliches Aussehen, eine Sekretärin, die andere Ärztin.

Beide Single.

Was ist mit den Dating-Portalen?

Checken wir gerade.

Herzog war geschieden, hat sich dem Glauben zugewendet.

Gibt's 'nen Grund? Weiß ich noch nicht.

Was ist mit der Suchtproblematik bei der Westphal?

Keine Therapeuten-Termine. Im Gegenteil:

Die Uniklinik Hamburg wollte Dr. Westphal als Chefärztin

der Anästhesie. Eine ziemliche Turbo-Karriere.

So sind sie:

jung, ehrgeizig, ...

karrieregeil.

Kein Wunder, dass man sich mit bunten Pillen abschießt.

Kann dem mal jemand auf die Fresse hauen?

Lass ihn, sein Problem.

*Dramatische Musik*

*Tuten, Freizeichen*

(Frau) Ja, ich bin's.

Hast du die Zeitung gelesen? Eine zweite Leiche wurde gefunden.

Hat Wernicke schon ausgepackt?

Was ist mit Ernst Wagner?

Seid ihr die Dateien durchgegangen? Natürlich.

Das ist so erfolgreich wie bei Gerd Müller.

Wir brauchen mehr Anhaltspunkte.

Boykottierst du unsere Arbeit gern?

Was willst du damit sagen?

Dass ich meinen Job nicht ordentlich mache?

Ich lasse dich wissen, wenn du anfängst, ihn zu machen.

*Ein Lied läuft: "Warum hast du nicht Nein gesagt"*

*Klopfen*

Welch Glanz in meiner Hütte.

Ich brauche deinen fachlichen Rat.

Bin ganz Ohr.

Wir haben Tätowierstudios überprüft.

Alle sagen, die Technik wurde exakt kopiert, bis ins Detail.

Wie kann man das üben? Schweinehaut.

Schweinehaut? Ist wie Menschenhaut.

Wenn man ein Mastschwein in die Sonne ließe, bekäme es Sonnenbrand.

Arme Schweine.

Aber deshalb bist du nicht hier.

Nach Wernickes Festnahme gab es eine interne Untersuchung.

Was kam raus? Ich weiß nichts Genaues.

Bergmann und Haller leiteten die Untersuchung.

Ich denke, er war überfordert

und hat sich hinter Elisabeth Haller versteckt.

Aber bei der Festnahme hatte Wernicke eine Geisel.

Ich weiß.

Es hieß, Elisabeth hätte nicht schießen dürfen.

Ich glaube, sie musste schießen.

Dann kam raus, dass sie getrunken hatte. Sie musste gehen.

Bergmann wurde befördert.

Eine Schweinerei, um im Bild zu bleiben.

*Ruhige Musik*

*Musik schwillt an*

*Ausatmen*

*Italienische Musik*

Happy Birthday!

Woher weißt du, dass ich Geburtstag habe.

Ich bin Polizist, ich habe meine Quellen.

Können die uns auch Einblick in Hallers Ermittlungsakte geben?

Ach ...

Echt?

Tut mir leid.

Danke!

Ja, mach schon auf!

*Ria räuspert sich.*

Hier.

Eine kleine Meerjungfrau?

Das ist die kleine Meerjungfrau.

Nur durch die Liebe eines Menschen kann sie erlöst werden.

*Ruhige Musik*

*Musik schwillt an, Vögel kreischen*

*Micha atmet aus.* Das ergibt keinen Sinn.

Warum ein Mann?

Sein Name ist Stefan Kurz.

Lehrer am Max-Planck-Gymnasium.

(Bergmann) Er hat sein Opferschema gewechselt.

Das kann man wohl sagen.

Soviel zu deiner Nachahmer-Theorie.

Die obere Etage überlegt, ob sie uns das BKA schicken soll.

Ich will dazu nicht viel sagen, muss erst mal zur Pressekonferenz.

Aber ich will, dass alle um 11 Uhr im Büro sind.

Wir kriegen hohen Besuch, seid gut vorbereitet.

*Ruhige Musik schwillt an*

*Tastentöne*

(Frau) Ja, ich bin's nochmal. Wir müssen uns dringend treffen.

Kommst du heute Abend mit?

Nee, ich brauche meinen Schlaf, weißt du doch.

Die anderen haben dich lange nicht mehr gesehen.

Ja. - Überleg's dir noch mal.

*Ruhige Musik*

*Klappern*

*Musik wird schneller*

*Handy vibriert*

Ja? Ria, wo steckst du?

In fünf Minuten geht die Besprechung los. Scheiße!

Ich komme!

Der Name des dritten Opfers ist Stefan Kurz.

36 Jahre. Lehrer am Max-Planck-Gymnasium.

Nicht verheiratet. Er hatte verschiedene Frauenbekanntschaften.

Wissen Sie, wie er seine Opfer aussucht?

Tut mir leid, ich war in der Wohnung des Opfers.

Dass der Täter sein Opfer-Schema gewechselt hat, deutet darauf hin,

dass er sie willkürlich aussucht.

Verschiedene Schichten, Alter

und jetzt Geschlecht.

Was ist mit diesem Ernst Wagner?

Dieser Name stammt von Wernickes Besucherliste.

Wir wissen noch nicht, wer hinter dem Namen steckt.

Haben Sie Wernicke verhört? Ja.

Hat aber nichts gebracht.

Also haben Sie keinerlei Anhaltspunkte.

Aber wir arbeiten mit Hochdruck ...

Ich verlange nicht, dass Sie uns morgen den Täter liefern.

Ich weiß, dass Sie und Ihre Leute Ihr Bestes geben.

Aber jetzt hat der Fall eine größere Dimension.

Vielleicht sollten wir Kollegen von außen hinzuziehen.

Zumindest sollten wir auf unsere erfahreneren Leute vertrauen.

*Würgen, Übergeben, Wasserspülung*

("Eh das Ziel mir war bewusst,

wanderte ich leicht.

Habe manche Höhenlust,

manches Glück erreicht.

Unbekannt war Sinn und Ziel meiner Wanderschaft.

Tausend Male, dass ich fiel, neu mich aufgerafft.

Ach, es war der Liebe Stern,

den ich suchen ging.

Der so heilig und so fern, in den Höhen hing.")

*Ruhige Musik*

Frau Haller!

*Energisches Klopfen*

Frau Haller, machen Sie bitte auf!

*Seufzen*

*Dumpfes Klopfen*

Kann ich reinkommen?

Hat Wernicke seinen Opfern Postkarten geschrieben?

Dazu stand nichts in den Akten.

Jedes Opfer bekam eine Postkarte mit einer Strophe eines Gedichtes

von Hesse.

"Der Pilger".

Warum Hesse?

Weil's schön ist.

Er kopiert sonst jeden von Wernickes Schritten.

Er tätowiert die Opfer, er richtet sie her.

Dann erdrosselt er sie ganz langsam, kein Affekt.

Er nimmt ihnen bewusst ihr Leben. Er hasst sie.

Aber warum?

Wernicke hasste Frauen wegen seiner Peinigerin.

Aber wofür stehen die Opfer bei unserem Copy-Killer?

Warum hasst er sie?

Haben Sie einen Freund?

Suchen Sie sich jemanden.

Sie wollen mir nicht helfen.

Sie erinnern mich an jemanden.

Hätte man ihr damals helfen können?

Wahrscheinlich nicht.

Wenn ich Sie an diese Person erinnere, dann helfen Sie mir.

Nehmen Sie die mit?

*Schritte, Tür öffnen*

*Tür fällt zu*

*Ruhige, rhythmische Musik*

(Frau) Wir müssen zur Polizei gehen.

Wir müssen gar nichts.

Das kann auch alles Zufall sein.

Das glaubst du selber nicht.

Und wenn nicht? Das ist doch genau das, was wir immer wollten, oder?

*Vögel kreischen.*

*Rhythmische Musik*

*Bedrohliche Musik*

Was machst du noch hier?

Ich habe auf den Spusi-Bericht gewartet.

Und? Die Postkarten wurden in verschiedenen Städten abgestempelt.

Keine Speichelspuren und die Tinte ist von einem normalen Füller.

Hier.

Er beginnt seine Mordserie mit der zweiten Strophe. Warum?

Haben wir das Opfer für die erste Strophe nicht gefunden?

Das zweite kriegt die dritte, das dritte, die vierte Strophe.

Das Gedicht hat sechs Strophen.

Dann hat er noch zwei im Visier.

Guten Abend!

Hallo!

Störe ich?

Ich bin gleich wieder da.

*Micha seufzt.*

Das war früher mein Lieblingsplatz.

Waren Sie gerne Polizistin?

Zu gerne.

Ohne Meer wäre ich nicht mehr da.

Was war das, zwischen Wernicke und Ihnen?

Ich habe ihn zu nah an mich rangelassen.

Der Druck war immens.

Bergmann hat mich vorgeschoben.

Und ich war ehrgeizig.

Plötzlich stand Wernicke vor mir.

Er hatte eine junge Frau als Geisel.

Und er hatte ein Messer.

Mussten Sie schießen?

Sie wollten doch wissen, wer Ernst Wagner ist.

Ein Serienmörder, der vor 100 Jahren

mehr als 12 Menschen umbrachte.

Hesse hat eine Geschichte über ihn geschrieben.

Das Gedicht, jetzt der Name ...

Warum? Wernicke will meine Aufmerksamkeit.

Er weiß, dass ich Hesse liebe.

Er will Sie provozieren.

Reden Sie mit ihm. Nein, so nicht.

Wir dürfen uns nicht auf seine Spielchen einlassen.

Wir müssen mehr über die Opfer wissen.

Sie haben etwas gemeinsam. Aber was? Fragen Sie ihn!

Nein!

Warum nicht, verdammt noch mal?

Weil er es so will.

*Düstere Musik*

Gehört die Haller jetzt zum Team, oder warum hat sie unsere Akten.

Ria, schließ mich nicht wieder aus.

Als Einziger halte ich zu dir. Wagner war ein Serienmörder!

Hesse hat über ihn geschrieben.

Sagt sie das?

Sie weiß, wie der Täter tickt. Alles klar.

Wernicke manipuliert den Täter, weil er ihre Aufm...

Die Frau war besessen von ihm.

Jetzt ist sie krank, ein Alki. Hier, wollte ich dir geben.

Die Akte der internen Untersuchung.

Woher hast du das? Die wurde aus dem Verkehr gezogen.

Woher hast du das?

Bergmann hätte sie schon längst aktiviert ... Von Mattern?

Ach, komm!

Du sprichst heimlich mit Mattern?

Du bist die Letzte, die sich über Heimlichkeiten beschweren kann.

Du bist so irre wie Haller.

*Seufzen*

*Schlag*

Scheiße!

(Bergmann) Elisabeth!

Hab ich doch richtig gesehen.

Bergmann!

Wie geht's dir?

Du hast dich nicht verändert.

Es freut mich, dich zu sehen.

Lust auf ein Getränk, wie in alten Zeiten?

Das war damals eine schöne Zeit mit dir.

Das ist vorbei.

Was machst du eigentlich hier?

Schauen, dass sich Geschichte nicht wiederholt.

*Rhythmische Musik*

*Ruhige Musik, Vögel kreischen.*

*Tätowiernadel surrt*

*Dramatische Musik*

*Aufschrei*

*Stoßweises Atmen*

*Ruhige Musik*

Haben Sie den Mörder gefasst?

Noch nicht.

Frau Westphal, ich muss Sie etwas fragen.

Und ich muss die Wahrheit wissen.

Ihre Tochter war tablettenabhängig.

Wussten Sie das?

Maria war eine gute Ärztin.

Eine sehr gute Ärztin, aber dann ...

dann ist die junge Frau gestorben wegen der Narkose.

Wie hieß die junge Frau?

Allergischer Schock. Stand angeblich in den Akten ...

Wie hieß die junge Frau?

Marte Wall ... Aber vielleicht stand es auch nicht drin.

Oder man hat es ihr nicht gesagt.

Mein Mädchen hat weitergemacht.

Das passiert doch mal. Es war ein Fehler!

Wir alle machen Fehler! Sie auch!

*Klingel ertönt*

*Ein Hund bellt.*

*Klingel ertönt*

Frau Wall!

*Dramatische Musik*

*Ruhige Musik*

*Motor wird gestartet.*

*Rhythmische Musik*

Frau Wall?

Ich bin Ria Larsen, Kripo Husum.

Ich würde gerne mit Ihnen reden.

Ich bin gleich verabredet.

Ich habe Fragen zum Tod von Marte.

Woran genau ist sie gestorben?

An einer Blinddarmoperation.

Aber daran stirbt man nicht.

Nein, daran stirbt man nicht.

Woran dann?

An einem allergischen Schock.

Von dem Narkosemittel.

Frau Dr. Westphal war die Narkoseärztin.

Wissen Sie, dass sie ermordet wurde?

Ich habe damit nichts zu tun.

Sagen Ihnen Kerstin Herzog und Stefan Kurz etwas?

Das ist Herr Steinek.

Das ist Frau Larsen von der Kripo.

Moin. Moin!

Ja ...

die Namen Stefan Kurz und Kerstin Herzog sagen uns etwas.

Frau Herzog ist nachts an einem jungen Mann,

der von Unbekannten verprügelt wurde, vorbeigefahren,

ohne ihm zu helfen.

Sie behauptete, sie habe ihn nicht gesehen.

Die Überwachungskamera hat es aufgezeichnet.

Hätte sie angehalten, würde er noch leben.

Seine Mutter gehört zu unserer Selbsthilfegruppe.

Auch der Vater von Eva Klausen.

Seine Tochter hatte ein Verhältnis mit Stefan Kurz, ihrem Lehrer.

Als er sie abservierte, stürzte sie sich vom Dach.

Wie viele Personen sind Sie in der Gruppe?

Wir vier.

Herzog, Westphal und Kurz sind tot

und Sie sind nicht zur Polizei gegangen?

Wir dachten, es sei ein Zufall. Zufall?

Sie sind alle verdächtig! Wir werden Ihre Alibis überprüfen.

Wir treffen uns, damit wir nicht kaputt gehen.

Mein Sohn war Wehrpflichtiger.

Bei einem Manöver wurde er von einem Panzer überrollt,

weil ihn sein Vorgesetzter ins Gefechtsfeld schickte.

Aus Versehen, heißt es.

Wie heißt der? Oberstleutnant Paul Braun.

*Klingel ertönt.*

Herr Braun!

*Ruhige Musik*

Hallo!

Polizei!

*Rhythmische Musik*

*Ria atmet tief aus.*

*Rhythmische Musik wird lauter.*

Wir müssen dringend nach Paul Braun fahnden.

Was? Wo steckst du überhaupt?

Braun hat auch 'ne Sonnenblumen-Postkarte bekommen.

Und jetzt ist er verschwunden.

Fahndung nach Braun läuft.

Was ist mit der Selbsthilfegruppe?

Alle Mitglieder haben ein Alibi. Wir finden Braun!

In den Dünen ...

Das weißt du nicht. Natürlich weiß ich das!

Tut mir leid.

Weder Herzog noch Westphal noch Kurz wurden rechtlich belangt.

Warum kopiert er Wernicke?

Elisabeth Haller.

Die Täterin?

Das nächste Opfer.

Haller erschießt Geisel Anna Grabow.

Die hatte einen Streifschuss, nichts Lebensgefährliches.

Du kümmerst dich um Anna Grabow und Haller braucht Polizeischutz.

*Möwen kreischen.*

Die Polizei hat alle verhört.

Macht euch keine Sorgen.

Du machst doch keinen Quatsch? - Quatsch?!

Was soll'n das heißen?

Wenn du was wissen willst, frage! - Beruhige dich.

*Ruhige Musik*

*Würgen, Übergeben, Toilettenspülung*

Was machst'n du hier?

*Ruhige Musik*

*Stimmengewirr*

Wir waren zu langsam.

Ich war zu langsam. Das ist nicht deine Schuld.

(schreit) Was für eine verdammte Scheiße!

*Fotoapparate klicken*

Was glotzt ihr so?

Entschuldigung!

Deshalb sollten Frau wie du den Job nicht machen. Was?!

Es ist leichter zu kotzen.

Was sagst du, du intrigantes Arschloch?

Du bist ein Therapiefall.

Die halbe Stadt ist hier!

Ich mache nicht denselben Fehler wie bei Elisabeth.

Du gehst jetzt nach Hause und schläfst dich aus.

Und wer macht weiter?

Die alten Buddies halten zusammen.

*Ruhige Musik*

*Ria atmet tief aus.*

*Schluchzen*

*Weinen*

*Melodische Klingel ertönt.*

*Klopfen*

*Klopfen*

Frau Larsen, machen Sie auf!

Ich bin es, Elisabeth Haller.

*Klopfen*

Kann ich reinkommen?

Schön haben Sie's hier.

Nicht so viele Bücher wie bei Ihnen.

Das kann man so sagen.

Danke für den Personenschutz, ich verzichte.

Nach Ihrem Auftritt heute Morgen hat Bergmann Sie abgezogen?

Kam in den Abendnachrichten.

Mattern macht weiter?

Ich soll mich ausschlafen.

Er will nicht den gleichen Fehler wie bei Ihnen machen.

Interessante Interpretation.

Sie kennen Bergmann gut.

Wir waren mal ein gutes Team. Sie waren besser als er.

Sagt Metzger.

Bergmann war immer ein Bürokrat.

Was ist damals passiert?

Ich kam nicht mehr runter und hab getrunken.

Bergmann wusste das.

Er hat mich machen lassen, weil er mich brauchte.

Er wusste, ich gebe niemals auf.

Sie wollten wissen, ob ich auf die Geisel schießen musste.

Ich weiß es nicht.

War im Tunnel.

Hab getrunken.

Sie wurden suspendiert, Bergmann befördert.

Bergmann wusste schon immer, wie man es macht.

*Ruhige Musik*

Hab ich vor zwei Wochen bekommen, die erste Strophe vom "Pilger".

Wer zwei bis fünf bekommen hat, wissen Sie.

Für wen wohl die letzte Strophe reserviert ist?

Seit wann haben Sie die?

Warum machen Sie das?

Ich fragte Sie nach den Postkarten.

Sie verschweigen mir wichtige Informationen.

Sie behindern meine Arbeit!

Sie haben mich verarscht!

Tun Sie nicht so, als ginge Sie das nichts an!

Sie müssen sich Wernicke stellen, sonst finden Sie keine Ruhe!

*Tür fällt ins Schloss.*

Herr Steinek!

Sie wissen, dass Oberstleutnant Braun ermordet wurde?

Ja.

Ihre Leute waren schon da, ich hab ein Alibi.

Ich war auf dem Fischmarkt. Jetzt sind alle tot.

Alle, die einen Angehörigen Ihrer Gruppe auf dem Gewissen haben.

Sahen Sie Braun noch mal?

Das wissen Sie doch.

Sie saßen eine Woche vor seinem Haus. Er zeigte Sie an.

Er fühlte sich bedroht.

Sie sagten, Sie wollen Braun zur Rechenschaft ziehen.

Ich sag Ihnen mal was.

Dieser Kerl hat meinen Jungen auf dem Gewissen.

Meinetwegen kann er auf dem Meeresgrund verrotten.

*Dramatische Musik*

*Vögel kreischen.*

*Summer, Tür wird geöffnet.*

*Tür fällt ins Schloss.*

Elisabeth.

Ich wusste, dass wir uns wiedersehen.

Bist du mir treu geblieben?

Ja, das bist du.

Bis dass der Tod uns scheidet.

Die Postkarten mit einem Hesse-Gedicht.

Poetisch, nicht wahr?

Tun das nicht Liebende?

Werben um die Gunst des anderen.

Armselig, dafür einen billigen Helfer zu benutzen.

Ich bin ein Künstler, Elisabeth.

Ein Künstler der Manipulation, wie Hesse.

Ich habe es geschafft, die brillante Polizistin Haller

in einen Mord zu treiben.

Kein Mord.

Anna ist tot.

Verfolgt sie dich noch?

Die kleine Anna ...

mit ihren armen, traurigen Augen.

Ja, das tut sie.

Du hast es getan, um mich zu bekommen.

Ich bin dein Schicksal.

Ja, und ich deins.

Ich habe dich hierher gebracht, in die Klapse.

Es ist gelungen, du bist hier.

Ich habe dir Ernst Wagner geschickt.

Ernst Wagner war so brillant,

dass Hesse ihn in einer Erzählung verewigte.

Dein Wagner ist nur ein kläglicher Versuch,

neben Hesse zu glänzen.

Du wirst mich nie vergessen.

Ich werde dich erinnern als kleinen, unbedeutenden Mann,

der verzweifelt um meine Aufmerksamkeit kämpft,

um meine Liebe und er wird sie nicht bekommen,

bis dass der Tod uns scheidet.

Loslassen!

Wagner wird der Erlöser sein.

Alle werden dankbar sein, dass er bestraft wird.

Auch du, Elisabeth.

Wagner ist ein Krimineller und du ein armer Irrer aus der Klapse,

den man bald vergessen haben wird.

*Elisabeth atmet tief aus.*

*Tür fällt ins Schloss.*

(Wall) Jeder muss irgendwie weitermachen.

Sonst geht man kaputt.

Wie fanden Sie sich in Ihrer Gruppe?

Über Herrn Steinek.

Ist brummig, aber warmherzig.

Kümmert sich um alle.

Ich weiß nicht, ob ich das ohne die anderen geschafft hätte.

Und wie lange treffen Sie sich jetzt?

Seit acht Jahren.

War sonst noch jemand dabei?

Nur einmal, oder jemand, der ausgestiegen ist?

Doch ganz am Anfang, da ...

da war ein junger Mann. Wie hieß der?

Jan ...

Jan Grabow.

Hier das ist er, Jan Grabow.

Seine Frau ist tot, hat sich vier Jahre nach der Geiselnahme

das Leben genommen. Gibt's nichts Besseres?

Nee. Die Mail-Adresse kannst du auch vergessen.

Ria!

Großartig, gute Arbeit.

Aber du solltest dich ausruhen.

Fahndung läuft. Wir finden alles über Grabow raus.

Okay. Elisabeth hat auch

eine Postkarte erhalten. Sie braucht Polizeischutz!

Grabow sieht sich als Rächer unschuldiger Opfer.

Aber es geht um Haller. Warum hat er sie nicht getötet?

Er will sie quälen.

Er macht sie verantwortlich für den Tod seiner Frau.

Sie soll sich zeigen.

Was macht die noch hier? - Kommst du kurz, bitte?

Wie gesagt: Gute Arbeit.

Aber du solltest eine Pause machen.

Klingt paradox, aber hier übernimmt Mattern.

Ist das 'ne Motivationsmethode?

Ria, du bist krank.

Krank?!

Mattern hat eine Andeutung gemacht.

Und du glaubst ihm?

Darum geht's nicht. Wir müssen professionell arbeiten.

Du meldest dich krank und bringst deine Sachen in Ordnung!

Unser psychologischer Dienst hilft dir.

Du ziehst mich ab, weil Mattern Scheiße redet?

Ich muss mich um meine Mitarbeiter kümmern.

Du stellst mich kalt! Ich will dir helfen!

Nee, du willst dir helfen!

Ria, ein Pfleger hat Grabow auf dem Foto als Wagner erkannt.

Wernicke konnte ihm alles erzählen.

Was ist los?

Ich bin raus.

Wie, jetzt?

*Ria seufzt tief.*

*Handy klingelt*

Ja? Kennen Sie

den kleinen Friedhof am Lütgen Boom?

Ja. Ich warte da auf Sie.

*Möwen kreischen.*

*Werkzeug surrt.*

Gib mir mal den Engländer.

Ich brauche das Bootshaus noch ein paar Tage.

Ich weiß nicht, was du da treibst, aber das muss aufhören.

Du hast keine Ahnung?!

Ich will damit nichts zu tun haben.

Ah ja? - Pack dein Zeug und hau ab.

Irgendwann ist Schluss.

Anna Grabow ...

Die Frau, die ich bei Wernickes Festnahme angeschossen habe,

hat sich das Leben genommen.

Habe ich gerade erfahren. Ich auch.

Sie war schwanger.

Hat bei der Geiselnahme das Kind verloren. Die Ehe ging kaputt.

Das wusste ich nicht.

Warum wollen Sie keinen Polizeischutz?

Das kann mir nicht mehr helfen. Ich habe mich schuldig gemacht.

Wie alle anderen auch.

Ich ließ mich damals auf den Deal ein: Ich halte den Mund

zur Falschaussage von Mattern,

dass Bergmann nichts von meinem Alkoholproblem wusste

und werde aus dem Verkehr gezogen.

"Schadensbegrenzung" ...

nennt man so was.

Die interne Untersuchung wurde manipuliert.

Man kann nicht ewig vor seinen Fehlern davonlaufen.

*Dramatische Musik*

*Klassische Musik ertönt.*

Ich bin vor Elisabeths Haus.

Solange sie keinen Polizeischutz hat, bleibe ich hier.

Bist du alleine? Ja.

Pass auf dich auf. Ich mache mich auf den Weg.

Okay. *Auflegen*

*Ruhige Musik*

*Rumpeln, Klirren*

*Quietschen*

*Lautes Quietschen, Tür schlägt*

*Schlag*

*Dramatische Musik*

*Klassische Musik ertönt.*

*Klassische Musik mit Gesang ertönt.*

*Tür wird abgeschlossen.*

Sie mögen diese Musik.

*Ruhige Musik*

*Micha atmet tief aus.*

*Musik wird schneller.*

Ria.

Ria!

*Ria stöhnt.* Bist du verletzt?

*Ria atmet aus.* Bist du verletzt?

Alles gut? Anna Grabow ...

Wo ist Elisabeth?

Ich ruf 'nen Krankenwagen.

Nein, er hat Elisabeth, wir müssen fahnden.

Warte.

Möchten Sie einen Tee?

Ich freue mich, dass Sie da sind.

Vorsichtig, ist heiß.

Wann wussten Sie, dass Sie gemeint sind?

Warum das alles, Grabow?

Ich wollte, dass Sie spüren, wie das Unheil kommt.

Ich wollte Sie leiden sehen.

Wie Anna.

Ist Ihnen klar, dass Wernicke Ihre Frau auf dem Gewissen hat?

*Tätowiernadel surrt*

Sie haben geschossen.

Sie sind schuld am Tod meiner Frau.

Und dann wurde alles vertuscht.

Von euch.

Niemand wollte mit mir reden.

Nur Wernicke.

Er erzählte mir, was passiert ist.

Alles. Er instrumentalisierte Sie.

Wernicke hatte ein Herz.

Vielleicht sollte ich es diesmal für Sie anders ...

Anna war schwanger.

Sie hat mir alles bedeutet ...

alles!

Für Sie war sie ...

ein Nichts.

*Kleidung reißt.*

*Möwen kreischen*

Steinek!

Steinek! Herr Steinek!

Hier!

*Steinek stöhnt.*

Steinek.

Scheiße!

Kommen Sie.

*Steinek stöhnt.*

Wer war das?

Grabow.

Und wo ist der jetzt? Hab keine Ahnung.

Wenn noch jemand stirbt, dann krieg ich Sie dran!

Wo ist er? Ich weiß nicht.

Er wollte den Schlüssel von meinem alten Bootshaus behalten.

Schön.

Ist ein guter Schmerz. Woher wissen Sie das?

Wir sind Todgeweihte.

*Schnelle, dramatische Musik*

*Reifen quietschen.*

*Rhythmische Musik*

Sind Sie mir auch dankbar, wenn ich Sie erlöse?

Von Ihrer Schuld.

Was machen Sie, wenn ich tot bin?

Dann hat Ihr Leben keinen Sinn mehr.

Aber es hat einen gehabt.

Es ist die Erlösung.

*Rhythmische Musik*

*Tür quietscht.*

*Klassische Musik mit Gesang ertönt.*

*Tür quietscht*

*Musik wird lauter.*

*Türklinke quietscht.*

*Plane flattert im Wind.*

Scheiße!

*Schnelle, rhythmische Musik*

Micha.

Micha!

*Ria atmet aus.*

*Klappern*

Grabow!

Lassen Sie sie los!

Werfen Sie das Messer weg und lassen Sie sie los!

Kommt Ihnen das bekannt vor?

Lassen Sie die Waffe fallen!

(Anna Grabow) Bitte schießen Sie nicht!

(Wernicke) Elisabeth! Messer weg, Wernicke!

Ironie des Schicksals, es ist wie bei meiner Anna.

Jetzt sind Sie das Opfer. Waffe weg!

Bettle um dein Leben!

Schießen Sie!

Du kommst wieder zu spät.

Messer weg! Schießen Sie!

Machen Sie, was sie sagt! Auf den Boden!

*Grabow stöhnt auf.*

*Ruhige Musik*

*Micha stöhnt.*

Bitte ...

mein Kind.

*Ruhige Musik*

*Wasser plätschert*

*Unterwassergeräusche*

*Elisabeth röchelt.*

Ria!

*Ruhige Musik*

*Unterwassergeräusche*

*Ria holt tief Luft.*

Ria!

*Musik schwillt an*

*Elisabeth und Ria husten und röcheln.*

Ich habe Sie!

Ja.

*Elisabeth stöhnt.*

*Elisabeth stöhnt.*

*Elisabeth stöhnt.*

(Grabow) ("Abschied nimmt die bunte Welt,

die so lieb mir ward.

Hab ich auch das Ziel verfehlt,

kühn war doch die Fahrt.")

*Möwen kreischen.*

Schöner Tag.

Ja.

Die letzte Strophe war für ihn.

Ja.

Ich bin froh, dass ich nicht tot bin.

Ich auch.

Hat Ihnen einiges erspart. *Ria lacht.*

Ihnen aber auch.

Wie geht es mit Ihnen weiter?

Ich mache erst mal eine Pause.

Ein paar Angelegenheiten ...

sortieren.

Guter Plan.

Alles Gute für Sie!

*Ruhige Klaviermusik*

Alles in Ordnung?

Alles in Ordnung.

'ne Runde schwimmen gehen?

*Ria lacht.*

*Ruhige Musik*

*Klaviermusik*

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