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.
* Tatort-Kennmelodie *
Mit Untertiteln vom ORF
* Tatort-Kennmelodie *
*
*
*
* Musik von Kreisky *
Õ Den ganzen Asphalt hätte keiner gebraucht.
Õ Du fahrst 1000 Kilometer und kein vorzeigbares Ergebnis.
Õ Den ganzen Asphalt hätte keiner gebraucht.
Õ Du fahrst 1000 Kilometer ...
* Die Musik hört abrupt auf. *
* Er röchelt. *
Maria! Das ...
Bei der Völkerwanderung ist nichts zu holen!
Super, dass Sie da auch noch drübermarschieren!
Machen S' das bitte später!
Was haben wir?
Der Tote heiût Marlon Unger, wohnt hier im Haus. 29 Jahre alt.
Wer hat ihn g'funden?
Eine Nachbarin, die grad von der Arbeit 'kommen is.
Vor etwas mehr als einer Stunde.
Was is mit Wertgegenständen? Kann das ein Raubmord sein?
Im Moment spricht nix dafür.
Die Geschäfte haben grad zug'sperrt, da waren noch viele Leut unterwegs.
Zeugen? Oder eine Video-Überwachung?
Die Kollegen sind dran. Im Haus gibt's keine Kameras.
Sonst verdächtige Wahrnehmungen?
Hausfremde Personen? Werden die Nachbarn befragt?
Die Kollegen sind dran.
Da gibt's eine Hintertür. Könnte der Täter da raus sein?
Ja, die SpuSi ist schon drauûen.
Wo ist die Wohnung?
Ganz oben.
Und der Lift?
Ah, da is die SpuSi drin.
Na gut.
Geht's da rauf?
Ja.
Alle Keller, Wohnungen, Dachböden, Waschküchen, Radkeller, alles!
Okay.
Frau Schande?
Frau Schande!
Frau Schande!
So oder so ähnlich läuft das eigentlich immer ab.
Da fühlt man sich a bissl wie ...
.. a Simultan-Übersetzerin.
Da! So viel zum Raub.
Moritz!
Der scheint alleine zu leben.
Der hat alles, was ich wegschmeiûen würde, feinsäuberlich gesammelt.
Und das seit Jahren!
Das is die Generation.
Ah!
Das is natürlich das totale Polizisten-Klischee.
Die zwei, die schon alles g'sehn haben.
Der zynische Moritz.
Und die Bibi, die auf Teflon macht.
Fesch.
Aber das passt auch so super zu dem Polizei-romantischen Mythos.
Und von wegen, ...
.. dass das kein Beruf is!
Sondern eine Berufung und so.
Genau wie bei der Mama vom Marlon.
Frau Unger, wir müssen Ihnen eine sehr traurige Mitteilung machen.
Ihr Sohn Marlon ist heute Nacht umgekommen.
Mein Beileid.
Ja, also ...
Auch von mir aufrichtiges Beileid.
Frau Unger ...
Der Marlon wurde Opfer einer Gewalttat.
Er ist ermordet worden.
Dürften wir trotzdem ein paar Fragen stellen?
Wann haben Sie Marlon das letzte Mal gesehen?
Wissen Sie, ob Ihr Sohn irgendwelche Probleme gehabt hat?
Feinde?
Fragen Sie ihn am besten selber!
Der kommt gleich von der Schule heim. Der hat heut nur sechs Stunden.
Fellner hier.
Ich brauch eine Streife und den sozialpsychiatrischen Notdienst.
In die Sieveringer Hauptstraûe 50.
Ja, danke.
Morgen.
Morgen!
Morgen! Servus!
Danke!
Also, was hat sich getan?
Gearbeitet hat er bei "PVS Solutions".
Was is das?
Maûgeschneiderte und effizienz- steigernde Software-Lösungen.
Sowohl für die Industrie als auch für mittelständische Unternehmen.
Bei der Befragung möglicher Zeugen,
Nachbarn, Geschäftsleute, Taxler und so weiter, war nix dabei.
Detto bei Überwachungskameras.
Keine Spur von einer Tatwaffe, blutigem Gewand oder Ähnlichem.
Oasch.
Alles ziemlich oasch.
Was sagt die Pathologie?
Weiterblättern, das is alles drin.
Todesursache: mehrere tiefe Stiche in Brustkorb und Unterbauch.
Die Tatwaffe ist ein solches Messer.
Ein ordinäres Küchenmesser.
Handelsübliche Ware.
Oasch.
Alles ziemlich oasch.
Ja, i bin noch da. Okay.
Okay, ja.
Danke, ciao!
Unsere Chemiker haben das Flascherl analysiert.
Verdünntes LSD. Aber im toxikologischen Befund war nix.
War er vielleicht ein Microdoser?
Da nimmst nur ein Zehntel der normalen Dosis,
damit du den Effekt ned spürst.
Was soll das bringen, a Zehntel von einer Droge?
Weiût du ned, was ein Microdoser is?
Klar weiû i, was das is.
Was das bringen soll, frag i.
Leistungsfähiger soll's machen.
Passt doch perfekt ins Bild.
Smart, schick und immer gut drauf.
Also zu meiner Zeit, da hamma - also ned ich, aber meine Freunde -
- aus allen möglichen Gründen Drogen eing'worfen.
Aber sicher nicht,
damit wir bei der Arbeit oder beim Radln leistungsfähiger san!
Haben deine Freunde auch LSD genommen?
Nur ein Mal.
Deine?
Naa.
Nie.
Fördert angeblich auch Kreativität.
Und baut Ängste ab.
Davon haben meine Freunde nix erzählt.
Ja, weil sie auch nicht gemicrodost haben, deine Freunde.
Ja.
Komisch, dass der das nimmt.
Wenn man sich diese Polaroid-Orgie und die Sammlerstücke anschaut,
dann hat er sich ja schon mit wehenden Fahnen ins Leben g'stürzt.
Da spürst nix von Ängsten.
Vielleicht hat's ihm auch geholfen, schneller wieder fit zu werden.
Hast du dir die Job Description von dieser "PVS Solutions" ang'schaut?
Sie müssen Konzepte und Software- Lösungen für Firmen entwickeln.
Sie müssen sich präsentieren,
verkaufen, programmieren und dann auch irgendwie betreuen.
Scheint sehr stressig zu sein.
Hmm, na ja ...
Ja, genau! Geh rein!
* Musik *
Und was ist denn in Ihrem Leben wichtig?
Da muss ich gar nicht groû überlegen.
Ganz klare Nummer eins ist meine Freundin, die Jasmina.
Und ...
Dann kommt die Family, die sind sehr okay.
Wir sind nach dem Tod vom Papa sehr zsammg'wachsen.
Mhm ...
Hm ... ja ...
Dann die Mädels vom Karate.
Karate?
Ich bin da in einem Club.
Also, wir trainieren jeden Dienstag.
Das is sehr leiwand.
Ja ...
Und dann kommt die Arbeit.
Wahnsinn, wie unergiebig das mit den Radlern war!
(Dann hat's immer wieder diese mysteriösen Anrufe gegeben.)
(Von wem waren diese Anrufe?)
(Keine Ahnung. Der is immer gleich abg'haut und i weiû ned, wohin.)
(Am 17. war so a Anruf, gegen 16 Uhr.)
(Warum wissen S' das so genau?)
(Na ja, da hab i Geburtstag.)
(Aha.)
(Meret:) Aber zwei Details waren dann doch interessant.
(Ein Unfall?)
(Vor zwei Wochen.)
(Der Marlon is viel später aufgetaucht, als ausg'macht war.)
(Blutige Knie, Kratzer überall.)
(Was genau is da passiert?)
(In der Pampa hat ihn ein alter BMW abg'schossen.)
(Wo in der Pampa?)
(Bei Kirchstetten.)
(Hat er eine Anzeige g'macht?)
(Ja, aber erst, nachdem wir auf ihn eing'redt ham.)
("Marlon", hamma g'sagt, "das kannst echt ned bringen, so a alter BMW!")
("Das klingt nach 80-Jährigem oder Hipster, so was musst anzeigen!")
Da kennt mi mei Fleischhacker besser als die da ihren angeblichen Freund!
Der, der deinen Lieblingssenf ins Sortiment aufgenommen hat?
Oder der, der dir immer eineinhalb Leberkässemmeln verkauft?
I kenn deinen Fleischhacker besser als die ihren angeblichen Freund!
Meret! - I bin Vegetarierin.
Schau bitte, ob du über die Rufdaten rauskriegst, wer der Anrufer war.
Bei der Polizei in Kirchstetten muss es ein Protokoll der Anzeige geben,
die Marlon wegen Fahrerflucht gemacht hat, mit einem alten BMW.
Der war nicht nur irgendein Mitarbeiter.
Er hat mein Leben verändert.
Nach meiner Scheidung.
Durch ihn bin ich wieder zum Radfahren gekommen.
Waren Sie auch in seinem Radlerclub?
Was für ein Radlerclub?
Aber ...
Wir waren mal zusammen bei einer Techno-Party.
Detroit Techno.
Mit 55!
Hm ...
Äh ... jetzt ...
.. rein beruflich?
Wie war er denn da so?
Menschen wie Marlon steht die Zukunft offen in Unternehmen wie unserem.
Also der perfekte Arbeitnehmer?
Wir haben hier die ganze Palette.
Die Fachidioten, die Probleme haben mit dem Sozialen.
Die Marktschreier, die viele Aufträge lukrieren,
aber Probleme haben bei der Umsetzung.
Der Marlon ...
.. war das Beste aus beiden Welten.
Er war charmant, lustig und ...
.. ungewöhnlich.
War er bei den Kolleginnen und Kollegen beliebt?
Da reden Sie am besten mit dem Cistota, der hat ihn eingeschult.
Wo find'ma den?
Mit dem Softwarebundle von PVS gilt dieses schöne Motto
für mehrere Bereiche, in denen wir Optimierungspotenzial gefunden haben.
Jetzt - was sind diese Bereiche?
Erstens Distribution.
Consumer Communication.
Dann Packaging Optimisation.
Und ganz besonders wichtig: Precursor Logistics Enhancement.
Wie kommt die Milch am schnellsten vom Euter in die Verpackung?
Sie sehen:
Ausgabenseitig sind wir schnell pari beziehungsweise sogar im Plus.
Weil die möglichen Einsparungen im Personalsektor
die notwendigen Investitionen in Nullkommanix hereinspielen.
Auch wenn's im Einzelfall ein bisserl schmerzt:
Das braucht's einfach, um zukunftssicher dazustehen.
Denken S' nur an China!
Bitte.
Wieso China?
Die können nicht mal ihren eigenen Bedarf abdecken.
Wir exportieren nach China.
Wie sollen die uns Marktanteile abnehmen?
Ich hab jetzt nicht so sehr die Handelsbilanz gemeint,
sondern vielmehr den Knowledge-Drain.
Aha.
Wirkt sich der Knowledge-Drain nur auf den Milchpulverbereich aus?
Oder wird sich der auch in der Käse-Richtung zeigen?
Moritz!
I frag ja nur.
In welcher Abteilung arbeiten Sie? - Leib und Leben.
(Cistota:) Schrecklich. Da denkt man: "Wien, eine sichere Gegend."
Wir leben in Klosterneuburg, und ich sag zu meiner Frau:
"Was dem Marlon passiert ist, das kann uns hier genauso passieren."
Wie viele trifft's? Die Hälfte? Drei Viertel?
Das haben Sie falsch verstanden.
Wir optimieren, damit möglichst wenige Menschen entlassen werden.
Wenn ich "optimieren" schon hör! Wollen Sie mich verarschen?
Ich hab ein Kind mit Pflegestufe 3! Und einen Kredit!
Glauben Sie, ich krieg einen Job in meinem Alter, als Frau?
Ich warne Sie!
Das werden Sie noch bereuen.
Bestellen Sie sich lieber noch was!
Die kochen hier besser als jedes Haubenlokal in Wien.
Mit den Markerln kostet mich das nur 6 Euro.
(süûlich, wie eine Werbung:) "Wir von PVS kommen in der ganzen Welt herum."
"Guter Geschmack gehört zur Lebensqualität."
"Was für mich Lebensqualität bedeutet? Nicht viel."
"Ein Job, der mich weiterbringt. Im wörtlichen wie im übertragenen Sinn."
"Und der mich sorgenfrei leben lässt."
"Und dann natürlich die Familie. No problems. Only solutions."
"PVS. Das ist auch mein persönliches Motto."
'tschuldigung!
Fräulein, ein Espresso!
Fräulein?
Wie war denn Ihr Verhältnis so persönlich zum Herrn Unger?
Seitdem ich nicht ...
Ähm, Verhältnis?
Na ja. Eigentlich ...
Eher ein Mentoren-Schüler-Verhältnis.
Ich hab ihn eingeschult. Ihm quasi alles beigebracht.
Gibt's Konkurrenz unter den Kollegen?
Konkurrenz eigentlich nicht.
Jeder hat seine eigenen Tricks und Skills.
Die teilt man natürlich nicht gern.
Nein, aber der Marlon, der war echt okay.
Echt?
Das war's jetzt?
Netter Kollege, super Typ, immer locker, immer fröhlich?
Immer alles richtig gemacht?
Ich weiû nicht, auf was Sie hinauswollen?
Herr Cistota! Das kann ned sein, dass an dem alles so perfekt war.
Irgendwas muss Ihnen doch auf'n Zeiger 'gangen sein!
Nein, der hat eigentlich immer alles richtig gemacht. Sogar sehr richtig.
Manchmal vielleicht ein bisschen zu viel Party.
Da hat ihm auch der Einsatz gefehlt.
Ah! Jetzt is sie wieder ...
Fräulein! Ein Espresso, bitte!
Servus!
Hallo!
Sorry, hättest du auch einen wollen?
Danke. Passt schon.
Wie war's mit diesem Cistota?
Frage nicht!
Hat er zum Marlon gar nix erzählt?
Oh doch. - Und wie.
Also, hinter den Anrufen, die der Marlon bekommen hat,
steckt ein gewisser Kajetan Krajnc.
Kajetan Krajnc ...
Das war der Pfleger von der Mutter vom Marlon.
Pfleger?
Das erklärt einiges.
Und warum is er das nicht mehr? - Das weiû ich nicht.
Er war das letzte Dreivierteljahr bei der Frau Unger.
Er hat erst vor kurzem gekündigt.
Und wo is er jetzt?
Pflegeheim Sankt Florian. In der Kalvarienberggasse.
Hast an Dienstplan?
Ja, Moment.
Ah - da!
Das sind alles Anrufe vom Krajnc? - Ja.
Dann war Krajnc der Letzte, der mit Unger telefoniert hat?
Ja.
Heute ist doch Dienstag, oder?
Mhm.
Da hat der Herr Krajnc Nachtdienst.
Ich hab euch alle Infos und wichtigen Unterlagen in die Cloud hochg'laden.
(beide:) Super!
Meret, wir fahren ins Pflegeheim.
Okay.
Und du?
Die Jasmina holt mich ab, dann vögeln wir uns durch euer Büro.
Hätt ich gern g'sagt.
Was ich aber g'sagt hab:
Ich schau mir dann noch die restlichen Fotos vom Marlon durch.
Sehr gut. - Gute Idee.
Konzentrier dich auf diese ominöse Freundin!
Mach ich.
* Musik *
Einen für'n Oskar Werner.
Lieber für'n Peter Alexander?
Herr Krajnc?
I sag's, wie's is. I mach den Job gern.
Aber halt urschlecht bezahlt?
Klar würd i mehr nehmen, aber um das geht's gar ned.
Man kriegt so viel z'rück bei der Arbeit.
Das klingt nach Klischee, is aber so.
Wie war das mit der Frau Unger?
Das mit der Unger war "the fuckin' hell".
Die is noch jung und gut beinander, wenn die beschissene Demenz ned wär.
Das is a Tragödie, ka Frage.
Sie is oft in der Nacht aufg'standen, weil sie zum Friseur gehen wollt.
So a sture Persönlichkeit!
Die hat sich nix sagen lassen.
In ihren dementen Phasen hat die fast übermenschliche Kräfte entwickelt!
Was macht man, wenn das eskaliert?
Wenn's gar nimmer 'gangen ist, hab i den Marlon ang'rufen.
Weil's zwei Männer 'braucht hat, um die wieder in Griff zu kriegen.
Und wie die g'schimpft hat!
Sie wollen gar ned wissen, was die mi alles g'nannt hat!
Die hat 'bissen, 'kratzt!
Wie sie mit'm Nudelholz auf mi los is, hat sie den Bogen überspannt.
Sorry, aber das tu i mir ned an.
Im Vergleich is das da der reinste Ponyhof.
Und was wollte der Marlon in der Nacht von seinem Tod von Ihnen?
Na ja, dass i z'rückkomm. Gebettelt hat er, mehr zahlen wollt er mir.
Aber i hab g'sagt: "Es tut mir leid, i hab Angst vor der Frau."
Sorry, i bin's wirklich gleich. - Passt schon.
Da sieht man richtig, wie die Beziehung abläuft.
Am Anfang super, dann eher suboptimal.
Da haben sie sich grad kenneng'lernt.
Hm. Da sieht man richtig die erste Verliebtheit.
Da, ganz romantisch, Bootsfahrt.
Wandern.
Warum machen wir so was eigentlich nie?
Weil wir so was nie g'macht haben.
Und du das Land und die Natur hasst. - Ah ja, stimmt.
Ist das nicht im "Goldfisch"?
Ah ja, könnt sein.
Nüchtern erkenn i's ned so gut.
Stell dir vor, du bist in einer psychischen Ausnahmesituation.
Du nimmst ein Messer, einfach weil du Angst hast.
Du gehst aus dem Haus.
Kennst di auf einmal nimmer aus, weiût ned, wohin.
Dann gehen ja Menschen mit dieser Krankheit oft bekannte Wege, oder?
Die suchen dann Orte auf, die sie kennen.
Also nehm'ma an, die Unger geht zu dem Haus, wo der Marlon wohnt.
Sie klingelt.
Vielleicht hat s' einen Schlüssel.
Vielleicht lasst sie wer ins Haus.
Sie geht rauf zur Wohnung.
Klingelt bei ihrem Sohn. Der is nicht daheim.
Der ist radeln mit seine Freund'.
Die Unger geht wieder runter.
Da, beim Postkastl steht einer.
Der Marlon.
(Mama?)
Sie erkennt ihn nicht. Sie kriegt auf einmal Angst.
Panik, greift zum Messer und ...
Moritz, hörst du mir überhaupt zu?
Eigentlich müsste man erschrecken - oder so.
Aber immer wenn ich in so ein Altersheim komm,
denk ich mir, wie gut's uns eigentlich geht. Also noch.
Tja!
Total.
Wir san g'sund.
In einem Alter, wo man genug Selbstvertrauen hat,
auf die Meinung anderer zu pfeifen.
Geld hamma auch.
Ned viel. - Ja!
Goldene Jahre. - Mhm.
Was machst denn heute noch?
Nix eigentlich, warum?
Ich hab eine so unbändige Lust,
endlich wieder mal so richtig hemmungslos und ausgelassen ...
.. und weiût du, so überbordend ...
Verstehst, was i mein?
Ja!
Also richtig, so ...
Ja!
Aber was?
Ja ...
Das is gar ned so einfach.
Was würden deine Freunde jetzt tun?
I wüsst schon, was die ...
Aber weiût du, was wir machen könnten?
Ja, schon!
Aber könnt'ma uns dann noch in die Augen schauen?
Wurscht!
Wurscht.
Wurscht!
Ich bin heute so streichfähig, ich bin total müde.
Ich eh auch. Total.
Es war ein harter Tag.
Am Wochenende vielleicht?
Ja! Am Wochenende!
Õ Und wir stehen in der Abendsonne, mitten im Feld.
Õ Was fällt uns dazu jetzt ein?
Õ Wir zwei ganz allein.
Õ Und wir stehen in der Abendsonne, mitten im Feld.
Õ Komm, wir machen ein Foto von uns, wir zwei ausgeliefert.
Õ Kilometerweit Weizen, auch die Leute, auch die Leute sind gegen uns.
Õ Sie telefonieren von Haus zu Haus: Wer sind die beiden Fremden?
Õ Kilometerweit Weizen.
Õ Du sagst: "Ich wette, der Weizen ist verwanzt."
Õ Aber ich sage:
Õ "Das ist nicht notwendig, in dieser Gegend sieht Gott noch alles selbst."
Õ Und wir stehen in der Abendsonne.
Schau, fürs Auto. Sogar mit Autogramm.
Super!
Du, ich muss noch mit ihr reden.
Das könnt dauern.
Ja, okay. Dann mach nicht zu lang.
Okay.
Ich wart dann auf dich.
Äh ...
Ein Glas Wasser mit ...
Oder ...
Weiût, was?
Mach mir einen Gin Tonic, bitte!
Ah ja, und ...
Und ich hätt auch gar keine Zeit für einen richtigen Freund, weiût?
Die Studiererei an der Bildenden.
Dann mach ich drei Mal die Woche da die Nachtschicht.
Der Papa daheim in Kapfenberg braucht auch immer wieder mal was.
Ich wüsst nicht, wie ich da jemanden unterbringen sollt in meinem Leben.
Und was war das mit dem Marlon?
Amour fou?
Friends with benefits?
Fickbeziehung.
Such's dir aus.
Es hat für uns beide so gepasst.
Weiût, was arg war?
Wenn er nicht bei mir war, dann hab ich ihn ur vermisst.
Ich muss rein.
Magst auf mich warten?
Ich mach bald Sperrstund.
Bye!
Ciao, baba.
Bye!
Ciao!
Performance, die ich mach.
Kunstprojekt.
Schau vorbei, wenn's dich freut.
Okay.
Das is mein Papa.
Echt?
Mhm.
Nur für den Fall, dass du eine leiwande Polizistin bist:
Ich hab da noch einen kleinen Spliff.
Und ich weiû einen nicen Ort, um den zu rauchen.
Danke.
Im Bett war der Marlon übrigens echt eine Granate.
Ich trauer grad wie Sau.
Es is so arg.
(zärtlich:) Ja ...
Oder magst vielleicht an Shot?
Einen was?
Ich bin in einer Beziehung.
Mit der Jasmina.
Nice.
(Mann von unten:) He! Was machts ihr da?
Sofort runterkommen!
Aber schnell!
Das war eine Amtshandlung da oben.
Auch wenn's vielleicht anders ausg'schaut hat.
(Kreisky im Autoradio:) Õ Wir zwei, wir zwei ganz allein.
Õ Und wir stehen in der Abendsonne.
Danke fürs Bringen!
Super Aktion, echt.
Wir haben Date Night und du vergnügst dich mit irgendeiner Zeugin.
Jetzt kann ich dich auch noch verkatert in die Arbeit bringen.
Aber a super Konzert war's.
* Der Ton des Autoradios ist verzerrt. *
Spinnt der jetzt schon wieder?
Geh bitte, was is das?
Ciao!
Good luck!
Was war denn das für eine Aktion heute Nacht?
Nix. Eine Zeugenbefragung war das.
Auf einem Clubdach? Hat's wenigstens was gebracht?
Ja, durchaus. Zeugin Anna Feistinger war befreundet mit dem Toten.
Was für eine Freundin? Freundin-Freundin?
Ja. Freundin-Freundin.
Mit der woll'ma auch noch reden.
Scheint eine entspannte Ermittlungsarbeit gewesen zu sein.
Vielleicht nicht die Ermittlungsarbeit, die ihr machts.
(Uups. Das war gröber als geplant.)
Manöverkritik?
Hast du was auszusetzen an unserer Ermittlungsarbeit?
Nein.
Aber ich hab das Gefühl, dass ihr öfter an meiner was auszusetzen habt.
Ich weiû schon, das gestern war kein Dienst nach Vorschrift.
Aber wo hört die Polizistin auf und wo fängt der Mensch an?
(beide:) Gute Frage.
Welche Firmen hat Herr Unger betreut?
Wie läuft das Geschäft bei der PVS?
Muss man sich Sorgen machen, dass auch hier bald optimiert wird?
Wie ist so allgemein die Stimmung?
Kommt es häufiger vor, dass man bedroht wird?
Wie war Marlon im Team integriert?
Das hat auch viel mit Macht zu tun, stell i mir vor.
Sie entscheiden mit, welcher Posten wegrationalisiert wird.
Wo waren Sie in der Nacht, als der Herr Unger umgekommen ist?
Kann das wer bestätigen?
Könnt i irgendwo an Kaffee kriegen?
Wie läuft's?
Bei mir wird's schnell gehen. Ich war an dem Tag in Norwegen.
Oslo. 800 Mitarbeiter. Druckerei. So was gibt's bei uns gar nicht mehr.
Das brauch ich trotzdem auf Band. Und die Reiseunterlagen.
Kein Problem. Wir haben eine pedantische Buchhaltung.
Sie retten mir grad das Leben!
Ich bin übrigens der Arnie. - Meret.
(Da fragt man sich, wie die Chefs in so einer Situation reagiert hätten.)
(Cistota reicht vollkommen.)
(Dank'schön für den Kaffee.)
(Und welche Strategie zielführender is?)
Ich will ja nicht mit was Falschem daherkommen, aber ...
An eurer Stelle wüsst ich schon, wo ich nachschauen würd.
Aha? Und wo?
Nicht hier in der Firma.
Ist meine Privatadresse.
Danke!
* elektronische Musik *
* Gespenstische Musik übertönt das Gespräch. *
Auf einer von denen hat die SpuSi an Schuhabdruck g'funden,
der mit einer Tatort-Spur übereinstimmt.
Das könnte der Fluchtweg g'wesen sein.
Ich kenn die österreichischen Schulwarte.
Wenn du da auûerhalb der Schulzeit unbefugt parkst, hast a Anzeige.
Abschleppdienst, das ganze Programm.
Grüû Gott!
This is a really good question ...
This is a really good question and I would like to come back to it later.
First let's talk about distribution and consumer communication.
This is a really good question and I would like to come back to it later.
First let's talk about distribution and consumer communication.
Papa?
Der Papa muss arbeiten! Wenn der Papa kein Geld verdient,
dann kannst du dir Dubrovnik und den Pool und das Carport sonstwohin ...
Hallo!
Hallo!
Das ist der Betrieb aus dem Burgenland.
Und das sind die Leute aus Kapfenberg.
Das san alles ältere Arbeiter.
Die finden so schnell keinen Job mehr.
Das san die ärgsten sozialen Härtefälle.
30 bis 35 Jahre in der Firma. Und jetzt stehen s' vor dem Nichts.
(Mann:) Ja, ich weiû. Man hört immer wieder von solchen Fällen.
Aber ich hab die Frau Unger wirklich sehr lang therapiert.
Ich kann das eigentlich ausschlieûen.
Gott sei Dank.
In ihren Episoden hat sie sehr ...
.. na ja, resolut sein können.
Es gab ja auch schon Vorfälle mit einem Messer?
Das stimmt.
Aber da war's immer der Marlon, der sie zurückgeholt hat.
Sie können ausschlieûen,
dass sie Marlon in einer umnachteten Phase nicht erkannt hat?
Ganz ausschlieûen tu'ma in der Wissenschaft wenig.
Aber ...
.. ich halte es für sehr, sehr unwahrscheinlich.
Ich hab die Frau Unger neulich erst bei mir gehabt.
Und auch wenn sie vergisst, dass ihr Sohn tot ist,
was man in diesem Fall ...
.. ja auch als Gnade bezeichnen kann,
so hat sie ihn doch auf den Fotos immer erkannt.
Okay. Super.
Danke, dann bin ich beruhigt.
Also, Wiederschaun, Herr Czernin.
Gerne. Wiederschaun, Frau Fellner.
Schönen Tag noch!
Weiût du, was dieser grüne Vierer neben dem Cistota zu bedeuten hat?
Was? Vierer?
Da.
Ja, irgendwas hat sie g'macht mit dem, die Meret.
Danke. So weit war ich auch schon. Aber was gemacht?
Befragt? Vorgeladen? Überprüft?
Überführt - oder was? Da kennt sich ja kein Schwein aus!
Meret!!!
Ich weiû.
Eigenlob stinkt.
Aber ich hab schon ein bissl was ang'schoben bei uns in der Abteilung.
Es gibt jetzt diesen Cloudspeicher für die Gruppe Eisner am BKA-Server.
Da kann jetzt jede und jeder von uns ErmittlerInnen
zu jedem aktuellen Fall alle Akten, Befragungen, Verhöre und Fotos
jederzeit und von überall übers Diensthandy abrufen.
Es ist gar nicht so lange her,
da haben die original noch mit Karteikarten gearbeitet.
Ähm ...
Da bin ich selber überfragt, was da der Letztstand ist.
Ich schau schnell noch einmal nach.
Die kennt sich selber nicht aus.
Der Vierer heiût "Alibi überprüft".
Ich hab beim Flughafen angerufen.
Der Cistota ist einen Tag vor der Ermordung vom Unger weggeflogen.
Auch die Firma in Oslo bestätigt, dass er bei der Konferenz dabei war.
Alles klar. Danke.
Na gut.
Mhm.
He! Anna! Servus!
Servus!
Du willst zum Moritz, oder?
Oberstleutnant Eisner.
Der is gleich da.
Danke.
Vor einem Jahr circa. Da hab ich kurz g'meint, wir kommen fix zusammen.
Aber dann hat er sofort geblockt.
Irgendwie hat der Marlon nie so richtig jemanden an sich ran'lassen.
Aber ...
Ich wette, dass ich bis zum Schluss seine einzige Freundin war.
Hat er jemals was von persönlichen Schwierigkeiten erzählt?
Seine Mama, das hat ihn belastet.
Aber sonst ...
Drogen? Glücksspiel? Sportwetten?
Sonst irgendwas?
Hat er irgendjemandem eine windige Blockchain angedreht?
Nein. Kann ich mir nicht vorstellen.
Wann haben Sie ihn zuletzt gesehen?
Einen ...
Nein, zwei Tage vor seinem Tod.
Und wie war er da drauf?
Eh wie immer.
Gechillt. Irgendwie hat man sich sofort wohlg'fühlt bei ihm.
Der hat einen so total runterbringen können.
Das ist fast nicht zu glauben, wenn man gewusst hat, was ihm bevorsteht.
Na, das mit der Demenz.
Die Form, die seine Mutter hat, das ist genetisch.
Das kann vererbt werden.
Und das kann schon früh passieren.
Frau Feistinger, wo waren Sie eigentlich, wie's passiert ist?
Auf der Akademie.
Ich wär's schon für ihn dag'wesen, wenn was passiert wär.
Keine Ahnung, was das bedeutet hätte.
Aber ...
Das hätt ich g'macht für ihn.
Es gibt einen Test.
Hast du gewusst, dass es einen Test gibt?
Mhm.
Der Marlon hat so einen Test gemacht.
Und seitdem hat er's schwarz auf weiû,
dass er irgendwann einmal so verloren sein wird wie seine Mutter.
Deswegen hat er auch sein Leben dokumentiert.
Das ist doch verrückt, oder?
Nur damit das einmal gesagt ist: Ich würd dich nicht pflegen.
Danke.
Nicht, dass ich das nicht will, aber ...
Ich glaub, ich würd's mir nicht zutrauen.
Aber keine Angst, ich würd dafür sorgen, dass du gepflegt wirst.
Ich glaub, ich würd die Pille nehmen.
Ja, ich warte.
Ich will niemandem zur Last fallen.
Was meinst du, Bibi?
He!
Hm? Was?
Das Labor.
Das neueste Handy und trotzdem so ein Scheiûfoto.
Das Foto hat der Schulwart g'macht?
Es ist dunkel und verpixelt.
Aber vielleicht kann unsere IT da noch was rausholen.
Mach denen ein bissl Dampf!
Und was is das?
Eine Liste von Leuten, die Marlon angeblich den Job gekostet hat.
Ich hab ein bissl vorsortiert.
Wissts eh. Die raus, die grad am Sprung in die Pension waren.
Oder umgeschult worden sind oder gute Sozialpläne 'kriegt haben.
Aber ein paar hat die Entlassung echt hart erwischt.
Kurz vor der Pension, keine Chance auf an neuen Job.
Feistinger Wolfgang!
Ist der mit der Anna verwandt?
Jep. Der Papa.
Und ich weiû auch, wo wir den finden.
Da hast eine Telefonnummer notiert?
Genau.
Krypto! Aktien! NFTs!
Krypto, Krypto, Aktien, Krypto!
NFTs!!!
Krypto! NFTs!
Krypto, Krypto, Aktien, Krypto!
NFTs!!!
Aktien! Krypto!
* aggressive, schnelle Version der "Arbeiter von Wien" *
Hallo!
Hallo!
Rauchen Sie?
Naa, danke. I rauch nimmer.
Waren Sie da drinnen?
Wie hat's Ihnen g'fallen?
Irgendwie ... kryptisch, nicht?
Ja, so geht's mir aa.
Mei' Tochter is eine der Künstlerinnen.
Sie wurden geteert und gefedert.
I hoff, es war ned zu peinlich.
* Moritz seufzt. *
Irgendwie kryptisch.
I hab mi noch gar ned vorg'stellt.
Fellner. Bundeskriminalamt. Das ist mein Kollege Moritz Eisner.
Naa, sorry, von einem Freund weiû i nix. Tut mir leid.
Aber die Anna erzählt mir recht wenig.
Dass sie in einer Disko kellnert, weiû i.
Weil von der Kunst allein kann sie ned leben.
Oder zumindest noch ned.
Und i kann ihr leider auch ned so helfen, wie i möcht.
I bin grad selber zwischen zwei Jobs.
Wissen S' ...
I war 38 Jahr' lang Dreher bei der Ristec in Kapfenberg.
Das war meine erste und einzige Anstellung.
Sogar mei' Lehr hab i dort g'macht.
Damals is man ja als Arbeiter noch was g'wesen.
Heut bist nur a rot eing'färbte, weil zu teure, Spalte in einer Tabelle.
Ihr Job ist wegrationalisiert worden. Wissen Sie, von wem?
Naa, warum?
I weiû nur, dass die Ristec, oder was davon übrig is,
jetzt zu irgendeinem internationalen Konsortium g'hört.
"Marlon Unger" sagt Ihnen nix?
Wie sagen S'?
Marlon Unger.
Unger?
Naa.
Das sagt mir gar nix.
Die haben ihm im Entlassungsgespräch doch sicher ned g'sagt:
"Der, der Ihnen den Job gekostet hat, heiût Marlon Unger."
"Nur falls Sie Blumen schicken wollen."
Auûer der Feistinger hat eins und eins zusammengezählt.
Auch dann müsst er rausfinden, wie er heiût und wo er wohnt.
Aber weiût du, wer noch eins und eins zusammengezählt haben könnt?
Natürlich hab ich das nicht g'wusst. Das wär ja komplett irre!
Was dachten Sie, was der Marlon beruflich macht?
Ja, was weiû ich, so Software programmieren für Industrieanlagen,
damit die Abläufe besser funktionieren.
Ja. Genau. Und wenn die Abläufe besser funktionieren,
dann braucht es weniger Menschen, die die Abläufe kontrollieren.
Wenn die Abläufe so gut laufen, dass die Maschinen von selbst laufen,
dann braucht es überhaupt keine Arbeiter mehr.
Zumindest keine Dreher in der Ristec.
Wow.
Und ich jammer Marlon eine Woche lang vor, wie schlecht's dem Papa geht.
Und dass er weder ein noch aus weiû.
Dass er sogar mich schon um Geld angebettelt hat.
Und der sagt nix!
Der hilft mir sogar,
die alte Waschmaschine nach Kapfenberg bringen,
weil dem Papa seine kaputt'gangen ist.
Damit er wenigstens a frisches G'wand hat, wenn er sich wo vorstellen geht.
Wollen Sie uns sagen, dass Ihr Vater den Marlon kannte?
Ja, freilich hat er ihn gekannt.
(Wart, i nehm schon.)
(Hebst mir da kurz! So.)
(Und jetzt gibt's meine Spaghetti Diavolo. Kommts rein!)
(Papa, wir müssen um 6 das Auto zurückbringen.)
(Die Nudeln san schon im Wasser.)
(Servas. I bin der Wolfi.)
(Marlon.)
(Kommts!)
(Was mit'm Computer. Verstehe.)
(Also mit den Händen arbeiten, is ja heutzutage nimmer so g'fragt, gell?)
(Das is wie bei der Ristec.)
(Papa!)
(Super sind's, die Nudeln. Wie immer.)
(Und in was für an Bezirk wohnen S' in Wien?)
(Im Zweiten. In der Nähe vom Karmelitermarkt.)
(Ah ja.)
(Nobel, nobel.)
(Wollts noch was?)
(Naa, danke, Papa. Wir müssen.)
Cistota?
Der Chef will mit dir reden.
Jessas, was is mit dir passiert?
Blöd g'fallen.
Du weiût, wie sehr wir dich alle schätzen.
Jetzt kommt das groûe Aber, oder?
"Aber deine Methoden, aber wir müssen uns neu aufstellen,
aber die Zeiten haben sich geändert."
Normalerweise ist das mein Text!
Jetzt, wo der Marlon weg ist, auch noch mich zu feuern, ist Selbstmord.
Purer Selbstmord!
Aber was red ich? Du bist zu blöd, um das zu kapieren!
Danke für deine ... Offenheit.
Aber eigentlich wollt ich dir sagen,
dass wir dir, auch nach Rücksprache mit der Firmenzentrale,
die Leitung deiner Abteilung anbieten.
Was?
Ja!
Ich hab gesprochen mit den Kollegen der Abteilung.
Alle halten es für eine sehr gute Idee.
Und der Marlon war dein allergröûter Fürsprecher.
Darum bist du auch in seinem Sinne die einzig richtige Wahl.
Ich weiû nicht, was ich sagen soll.
Danke, Gernot.
Hallo, Mausi!
Kaufst du uns bitte einen Champagner und Rib-Eye-Steaks?
Ja, ja. Ich bin eh gleich da.
Dann erklär ich dir alles. Es gibt was zu feiern. Natürlich.
Okay, ja ...
Du, sei ned immer so neugierig.
Und ... ähm ...
Kauf doch bitte beim Fleischer nicht wieder das vormarinierte,
so wie beim letzten Mal!
Okay. Super. Hast dir's g'merkt. Bussi. Ciao!
Sie haben uns angelogen!
Sie haben den Marlon Unger sehr wohl gekannt.
Und nicht nur gekannt.
Sondern auch wiedererkannt. Stimmt's?
Sie san dran.
I hab mein ganzes Leben lang g'schuftet.
Seit i 14 bin, arbeit i in derselben Firma.
Und dann kommt so a waaches Bürscherl aus Wien daher.
Der Schnösel.
Und erklärt mi für unrentabel.
Der hat mir mei' Arbeit g'nommen.
Der hat mir mei' Tochter g'nommen.
Und dann soll i ihm auch noch dankbar dafür sein,
dass er mir netterweise sei' stinkerte alte Waschmaschin bringt,
weil i mir keine leisten kann, weil i wegen ihm mein' Job verloren hab.
Das geht dir doch in' Schädel ned rein!
Da, wo i herkomm,
da lasst man si ned auf'n Kopf scheiûen.
Also sind Sie nach Wien gefahren,
um die Angelegenheit zwischen Männern zu klären, hm?
Und die genaue Adresse haben Sie von Anna.
Er war ned daheim.
Zum Glück für ihn.
I bin dann in das Beisl ums Eck 'gangen.
"Bierbotschaft" oder so ähnlich. Und hab auf ihn g'wartet.
Da waren alles so Leut wie i.
(Zsamm! Zsamm! Zsamm!)
(Prooooooooost!)
Sie haben's ja einfach. Sie arbeiten in einer krisensicheren Branche.
Aber da gibt's Leut, die ham ihr ganzes Leben lang hart g'arbeitet.
Richtig schwer g'hackelt. Und dann kriegen s' die Kündigung.
Und dann können s' mit Ihrer ganzen Freizeit nix mehr anfangen.
Ha?
Insofern hamma's recht lustig g'habt in dem Lokal.
Na sicher!
A Bier hat's 'geben.
Und Wein, Schnaps.
Wir ham alle dasselbe mitg'macht.
Die Leut ham kapiert, was i mein,
wenn i sag, was mi so ankotzt.
Wollen Sie uns erzählen, dass Sie von zu Haus aufgebrochen sind,
um sich den Marlon vorzuknöpfen,
aber stattdessen haben Sie sich ang'soffen?
I weiû, das klingt wahrscheinlich unglaubwürdig.
Naa.
Gar nicht unglaubwürdig.
Wir sind ja in Österreich.
Moment!
Ihre Kollegen ham mi bei der Heimfahrt erwischt.
1,4 Promill. Sauber.
Da san S' noch g'fahrn?
18 Uhr 27. S6, Kindberg.
Kommt für die Tat nicht infrage.
Das hätt i mir ned 'dacht, dass i dafür einmal dankbar bin.
Na guat, das war's dann.
Herr Feistinger, Sie san eh mit den Öffis unterwegs, gell?
Ja, ja!
Und?
Nix.
Doch die Anna?
Glaub'ma ned.
Und jetzt?
Wieder von vorn anfangen.
Schick uns die Befragung von den Kollegen!
Die san alle am Server.
Ja, danke fürs Schicken!
(Aufnahme:) "Am 28. in der Früh sind S' über Zürich nach Oslo g'flogen?"
Cistota: "Ja, genau. Da hab ich die Boarding-Pässe."
"Hier, der Flug geht kurz nach 7."
"Gates closed um 6 Uhr 45."
"Ich war aber erst um 6 Uhr 30 beim Check-in."
"Wir sind noch eine Dreiviertelstunde auf dem Rollfeld gestanden."
"Da hätt ich locker noch einen Cappuccino trinken können!"
"Aber das hab ich im Transit in Zürich nachgeholt."
"Und prompt mein Handy am Flughafen vergessen."
"Aber das war kein Problem, die vom Flughafen haben's mir nachgeschickt."
Hört der sich gern reden!
Gleich erzählt er, was er gegessen hat und wie der Stuhlgang war.
"Kein Wunder bei den Preisen! 13 Franken für ein Mohnweckerl!"
"Ich verdien nicht schlecht, aber das ist echt viel Geld."
"Brauchen S' den Kassabon von dem Mohnweckerl?"
(Meret:) "Ja, bitte. Den brauch ich."
Findets das ned seltsam, wie der das alles aufzählt?
Als wär er stolz auf das perfekte Alibi, das er vorweisen kann.
Der is auf alles stolz, was er vorweisen kann.
Ich sag nur, bester PVS-Keiler der Welt, bester Tafelspitz der Welt.
Und das ganze Bullshit-Bingo da. - Trotzdem.
Ich hab mit den Kollegen am Flughafen g'redet.
Er war definitiv im Flieger nach Zürich. Sein Handy war eingeloggt.
I hab mir die Teilnehmerliste von dem Meeting in Oslo kommen lassen.
Und er war auf dem Meeting?
Ja, also virtuell.
Was heiût "virtuell"?
Er hat sich am Flug verkühlt. Passiert mir auch immer.
Damit er in der Druckerei niemanden ansteckt,
hat er die Besprechung vom Hotel aus g'macht.
* Man hört nicht, was der Mann sagt. *
(Frau, lachend:) Wirklich?
Probier's doch wenigstens ein Mal!
Einfach einmal in den Mund.
So.
Jetzt kommst mit den Erdäpfeln daher?
Das Fleisch is schon fast kalt.
Sorry, ich kann ned zaubern.
Aber mit dem Nachbarn tratschen geht.
* Handy *
Cistota.
Grüû Sie, Moritz Eisner, Bundeskriminalamt.
Herr Cistota, kommen Sie bitte morgen um zehn noch mal zu uns!
Ja. Darf ich fragen, um was es geht?
Wir müssen nur noch ein paar kleine Details klären.
Verstehe.
Gut, dann ... bis morgen!
Wiederhören!
Alles okay?
Ja.
Nur was Berufliches.
Schick dem Papa noch schnell ein Busserl, wie ausg'macht.
Und dann ab ins Bett!
Gute Nacht, Papa!
Gute Nacht, Schatzi!
Komm!
Wahnsinn, der Jojo hätt auch noch den Zuschlag für Belgien 'kriegt.
Drei Mille kassiert er. Geil, oder?
Jetzt muss er expandieren und sogar neue Leute einstellen.
Ja, ja, ich weiû.
Super erfolgreich, der Herr Nachbar.
Bei dem läuft alles wie geschmiert.
Ja, bei dir doch auch.
Ich geh jetzt ins Bett. Kommst mit?
Ich muss noch was arbeiten.
Gute Nacht.
Gute Nacht.
* beängstigende Musik *
Es war einmal ein Bauer. Der hatte zwei Söhne.
Der eine ist in der Früh aufgestanden, hat das Feld beackert,
den Kuhmist ausgetragen und geschaut, dass alles wächst und gedeiht.
Dann kam der zweite und hat die Ernte eingefahren.
Wem gebührt Lob und Anerkennung?
Doch dem, der alles erst ermöglicht hat, oder?
Ich bin der beste Mitarbeiter in der Abteilung.
Und das sag ich nicht, weil ich mich selbst überschätz.
Ich bin der selbstreflektierteste Mensch der Welt.
* Er stöhnt, sie gibt erstickte Hilferufe von sich. *
* erstickte Schreie *
Papa? Ich kann nicht schlafen. Ich will zur Mama.
Die schlaft noch.
Komm, gemma Frühstück machen.
Papa, ich brauch die Dino-Servietten.
Die sind bei den Gläsern.
So, das ist für die Mama.
Wo ist denn die Mama?
Die schlaft heute länger.
So ein Faulpelz, hm?
Faulpelz!
Sag, Marie ...
Magst du heute vielleicht einen Ausflug machen?
Zum Haus vom Opa?
"Excuse me, I caught a little cold, but yeah."
"I think we have the great chance to improve the output of the company
on many many different levels."
"For example, look at the salings numbers from last year."
"And also, the packaging velocity the company has topped so far."
* Im Hintergrund hört man eine Sirene. *
"And I think we can improve a lot."
Hast das g'hört?
Die Sirene?
Das klingt erschreckend vertraut.
Vielleicht haben die dort so ähnliche wie hier.
I check das.
Ich hab was für euch.
Die IT hat sich mit dem Foto vom Schulwart g'spielt.
Das Auto hat a altes Nummernschild.
Der Marlon hat bei seiner Anzeige wegen Fahrerflucht
auch von einem grünen BMW g'sprochen. I hab die Infos gecheckt.
Und einen g'funden in Natschlag. Den würd i mir gern anschauen.
Des Alibi vom Cistota ist geplatzt.
Er hat sich in Wien beide Boardingpässe geholt
und ist nur nach Zürich geflogen.
Was?
In Zürich hat er sein Handy liegen lassen.
Und ist mit dem Zug nach Wien.
Die Telefonkonferenz hat er von einem Hotel in Wien aus g'macht.
Und wo is er jetzt? - Wir holen ihn uns.
Ah - check das mit dem Auto!
Ja, gut. Das hab ich vielleicht vergackt.
Aber ich fühl mich jetzt deshalb nicht schuldig oder so.
Ich hab das Alibi nach Vorschrift überprüft.
Doppelt gecheckt.
Bei aller Selbstkritik:
Wenn die niederösterreichischen Kollegen
die Anzeige a Spur schneller übermittelt hätten
oder die IT früher drauf'kommen wär, dass das a altes Nummernschild is,
hätten wir auch früher den speibgrünen BMW g'funden.
Ah, so is es halt.
Und ob man's jetzt glaubt oder nicht:
Auch bei der Polizei arbeiten nur Menschen.
* Sie läuten an. *
Herr Cistota?
Hallo?
"Es war einmal ein Bauer. Der hatte zwei Söhne."
Bibi!
"Der erste ist immer in der Früh aufgestanden ..."
Wir geben eine Akutfahndung nach dem Cistota raus.
Handypeilung könn'ma vergessen. Das hat er im Haus liegen lassen.
Es gibt eine siebenjährige Tochter.
Rufen Sie in der Schule an! Vielleicht is sie dort.
Oder sie hat bei einer Freundin übernachtet. Hoffentlich.
Was ist mit dem Bauer?
Welcher Bauer? Ah, der mit den zwei Söhnen?
Der die coolsten Angestellten hat. Vielleicht is er zu dem g'fahrn.
Wenn er auf Rachefeldzug ist. - Oder er weiû, wo wir ihn finden.
(Cistota:) Ich hab Matura mit Auszeichnung.
Und in Mindeststudienzeit studiert.
Ich arbeite im Schnitt 82,7 Stunden die Woche.
Woher ich das weiû? Ich hab ein fucking Excel-Sheet.
Ich bild mich weiter.
Ich flieg für die Firma in der ganzen Welt herum.
Ich hab meinen Familienurlaub storniert,
weil ein Kunde einen Notfall hatte.
Jemand wie ich ...
Jemand wie ich muss sich Sorgen machen,
dass er seinen Job verliert wegen so einem Arschloch, das Marlon heiût.
Und einem Infra-Idioten von Chef, der einen IQ von unter 100 hat.
Was ist das für eine Welt?
In der jemand wie ich ...
.. in einen Mord reingedrängt wird?
Such dir noch was Süûes aus, hm?
Oder so ein Spielzeug?
Oder so ein Kettchen?
Schau, wie schön das glitzert!
Nein.
Was magst denn dann?
Zuerst hab ich mir gedacht,
fahrst ihn einfach übern Haufen.
Aber erwisch den einmal auf seinem depperten Rennrad!
Eigentlich sollt's mir leidtun.
Aber ich finde, er hat's verdient.
* Musik: Walkürenritt-Bearbeitung *
Was, verdammt noch einmal, machen Sie da?
Chili schneiden für meine Red Hot Chili Sauce?
Und warum gehen Sie ned ans Telefon?
Der Schlager, der Trottel, is safe.
Den Personenschutz übernimmt die lokale Polizei.
Die san gleich da. Gibt's bei euch was Neues?
Scheiûe!
Angeblich hat der Vater der Toten in Niederösterreich ein Ferienhaus.
Kannst mir nachschauen?
Wie hat die Cistota g'heiûen als Ledige?
Pridlinger.
Ah ja. Rebecca Cistota, geborene Pridlinger.
Papa?
Was ist mit der Mama? Wann kommt sie?
Die Mama wird nicht kommen.
Warum nicht?
Weil ...
Weil die Mama g'storben is.
Du musst nicht traurig sein.
Wir werden sie bald wiedersehn.
Und die Oma auch.
* Musik von Kreisky im Autoradio *
Õ Und wir stehn in der Abendsonne.
* Der Ton des Autoradios ist verzerrt und setzt immer wieder aus. *
Õ .. von uns ... wir zwei ...
Ich komm gleich wieder.
Õ .. weil es gut ... für uns ist ...
Marie!
Marie!
Õ Und wir stehn in der Abendsonne.
Õ Mitten im Feld.
* Das Autoradio spielt plötzlich weiter. *
Oida!
Õ Wir stehn in der Abendsonne.
Õ Mitten im Feld.
Hallo?
Hallo!
Super, danke!
Wir haben eine Meldeadresse von einem Pridlinger Peter.
Bründlgraben 12 in Natschlag. Natschlag is doch in ...
Marie?!
Herr Cistota?
(Ich weiû, dass ich nix falsch g'macht hab.)
Was mischst du dich ein? Verschwind!
(Trotzdem kein Grund zum Feiern.)
(In meinem Job kommt so was irgendwann vor.)
Bist derrisch?!
(Das hab ich g'wusst.)
Arnold!
Leg die Waffe weg!
Geh ran!
(Ich hab den Verhaltenskatalog aus der Polizeischule noch intus.)
(Ich hab mich total dran gehalten.)
Agieren, nicht reagieren.
Entschlossenes, sicheres Auftreten.
Klare und laute Anweisungen in Befehlston.
Leg die Waffe runter!
* Musik von Kreisky im Autoradio *
Õ Und wir stehn in der Abendsonne.
Waffe runter - oder ich schieûe!
* Schuss *
Fuck! Ich erreich sie einfach ned.
Fuck!
Õ Und wir stehn in der Abendsonne.
* Schuss *
Aber wenn du das dann real erlebst, ist es doch irgendwie ganz anders.
Meret!
Verstehst du mich?
Meret?
Was hab i g'macht?
Alles guat.
Du hast alles richtig g'macht.
(zärtlich:)Meret ...
Alles is gut.
Õ Und wir stehn in der Abendsonne, mitten im Feld.
Ich kann die Musik seitdem nicht mehr hören.
Tut mir leid.
Das ist echt das Einzige, was sich verändert hat.
Ich hab alles im Griff.
Wirklich.
Ob Sie mir jetzt glauben oder nicht.
Na? Und?
Ich hab g'wusst, dass es scheiûe wird.
Aber i hab' ned g'wusst, wie scheiûe.
Hast Hunger?
Mhm.
Gemma was essen? - Ja.
Aber was Vegetarisches.
Oder willst lieber in' Prater?
Naa, gemma ins Schmetterlingshaus!
ORF 2022 - untertitel@orf.at Untertitel: Sabine Schinhan
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