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Original subtitles

.

* Titelmusik *

Nina Pokorny

Lukas Roither

Mit Untertiteln aus Deutschland

* melancholische Musik *

* Wasser plätschert. *

Die Idee wäre eigentlich, die Stöcke zu benutzen.

Wenn die Natur gewollt hätte, dass wir mit Stöcken gehen,

hätt sie uns welche wachsen lassen.

Sie müssen auch immer das letzte Wort haben. - Keineswegs.

* spannende Musik *

* dramatische Musik *

Hannes, sehen Sie das?

Oh!

He!

Sind Sie wahnsinnig?

Spielen Sie gern den Schutzengel? - Ist alles okay?

Okay?

Ich bin ein Mörder.

Herr Lassmann, wen haben Sie denn ermordet?

Bernd Kröger.

Aha. Wer ist das?

Er besitzt eine Galerie.

"Sie sagten, Sie sind Anwalt."

"Ist oder war der Herr Kröger ein Klient von Ihnen?"

"Warum haben Sie ihn denn ermordet?"

"Das weiû ich nicht."

Ja... haben Sie Streit gehabt? Und wo haben Sie es getan?

Wie haben Sie es getan? Ich kann mich nicht erinnern.

Ich weiû nur, dass ich es getan habe.

Es war das Herz.

Das müssen Sie mir jetzt erklären. Das kann ich nicht.

Wie kamen Sie denn überhaupt auf die Brücke? Ja, ich...

ich... bin... mit dem Auto rumgefahren...

und dann muss ich spazieren gewesen sein...

Ich... keine Ahnung... Plötzlich war ich da...

Ja, wo haben Sie denn das Auto abgestellt?

Das wissen Sie auch nicht? Nein.

Gut... das... das werden wir schon finden.

* Klingel *

Frau Kröger?

Ja?

Kroisleitner,

Soko Kitzbühel.

Ja?

Was gibt's? - Es geht um Ihren Mann.

Was ist mitm Bernd?

Können wir reingehen?

Ja.

Tut mir leid, dass so 'ne Unordnung ist.

Wir hatten gestern eine Finissage. - Fini... was?

Ja, der Abschluss von einer Ausstellung. - Ach so.

Wissen Sie, wo Ihr Mann ist?

Erreichten Sie ihn aufm Handy nicht?

Ausgeschaltet. - Dann ist er oben in der Wohnung.

Da läutete ich schon, aber da meldet sich niemand.

Wohnen Sie nicht da? - Nein, wir haben getrennte Wohnungen. - Ach so.

Wieso denn das?

Ja... ja, weil's besser für uns ist. - Aha.

Das ist der Katalog von der Ausstellung. - Danke.

Um was geht es eigentlich?

Wann sahen Sie Ihren Mann zum letzten Mal?

Ja, gestern Abend, hier. - Und danach?

Ich war mit dem Künstler in einem Club.

Wir haben ein bisschen nachgefeiert. - Sagen Sie,

kennen Sie diesen Herrn?

Das ist der Dr. Lassmann.

Ein leidenschaftlicher Sammler und ein guter Kunde von uns.

War der gestern auch da auf der Finissage? - Ja.

Der war auch da. Der hatte mit meinem Mann 'n kleinen Streit,

also, jetzt nichts Ernstes, nur was Kleines.

Sagen Sie mir jetzt bitte, um was es geht?

Der Dr. Lassmann behauptet, er hätte Ihrem Mann was angetan.

Was?

* Schlüssel klirren. *

Also, ich hab gestern Nacht noch mit ihm telefoniert.

Also... da war alles okay.

Mhm.

Ah, schaut ganz so aus, als hätt da auch jemand ein bisschen gefeiert.

* Klingel *

Kommen Sie, bitte.

Ich halt das nicht mehr lange aus. Das totale Chaos.

Seit seiner OP ist mein Chef wie ausgewechselt.

Wie soll das weitergehen? OP?

Zum Glück haben wir 'n Konzipienten, sonst würd nix mehr gehen.

Was für 'ne OP?Herztransplantation. Vor fünf Monaten.

Am Anfang war alles gut, aber dann... Schauen Sie sich das an,

damit beschäftigt er sich den ganzen Tag.

* Sie stöhnt. *

Er hat schon alles Mögliche versucht, um herauszufinden,

wer sein Spender ist. Er ist wie besessen davon.

Bin ich ein anderer?

Mit dem ganzen Zeug hier macht er sich noch total verrückt.

Abgeschleppt wurde das Auto vom Lassmann auch nicht.

Das finden wir sicher irgendwie.

Der Kröger ist auch wie vom Erdboden verschluckt. Sein Handy ist tot,

es lässt sich nicht orten. Was war in seiner Wohnung?

Nix Auffälliges. Das Auto vom Kröger steht in der Garage.

Was sagt seine Frau zu dem Ganzen? Dass es nicht so ungewöhnlich ist,

wenn ihr Mann für ein paar Tage abtaucht.

Die führen eine sogenannte offene Ehe.

Also, die Assistentin vom Lassmann macht sich Sorgen um ihren Chef.

Weil? Er hatte eine Herztransplantation.

Sie meint, er steigert sich da in was rein.

Er glaubt, mit seinem Spender hat irgendwas nicht gestimmt. Was?

Na ja... charakterlich... moralisch.

Er glaubt, er hat das Herz von einem Mörder eingesetzt bekommen.

Deswegen ist er jetzt auch in Therapie.

* Sie seufzt. *

* Tür öffnet sich. *

Kann ich jetzt endlich gehen? "Haben Sie's plötzlich eilig?"

Haben Sie ihn gefunden?

Den Kröger?

Es gibt keine Leiche.

Manchmal bild ich mir die Dinge einfach ein. Tatsächlich?

* Er stöhnt. * Was mach ich jetzt mit Ihnen?

Worum ging es bei dem Streit zwischen Ihnen und dem Kröger?

Streit? Ja, bei der Finissage.

Ah... Das muss jemand missverstanden haben.

Ich kann mich an einen Streit nicht erinnern. Sagen Sie...

Gibt es jemand, der sich um Sie kümmert?

Ich komm schon klar.

Kann ich jetzt gehen?

Ich hätt da nicht hingehen sollen.

Ich riet Ihnen extra noch davon ab, die Ausstellung zu besuchen.

Jetzt kann man's auch nicht mehr ändern.

Sich im Nachhinein Vorwürfe zu machen, das bringt wenig.

Ich weiû nicht mehr, was gestern passierte.

Ein völliges Blackout. - Es besteht kein Grund zur Panik.

Kann es wirklich sein, dass ich den Kröger umgebracht habe?

Sagen Sie doch etwas, Herr Doktor. Glauben Sie das?

Ich kann mir das nicht vorstellen.

Sie sind eher ein friedliebender Mensch,

Sie haben sich in Ihrem Beruf immer für die anderen eingesetzt.

Vielleicht bin ich das jetzt nicht mehr?

Vielleicht bin ich jetzt ein anderer?

Also, ist er jetzt ein Mörder oder nicht?

Ich glaub, der spinnt einfach. - Das ist zu banal.

Wenn jemand so was behauptet, dann muss er doch 'n Grund haben.

Ich bin dafür, dass wir uns an der Suche nach dem Kröger beteiligen.

Kennen Sie den überhaupt? - Geh, bitte, wen kennt sie nicht?

Flüchtig. Ich war mal in seiner Galerie.

Bei dieser Finissage waren Sie aber nicht, rein zufällig? - Leider.

Dabei, ich hätte mich geopfert.

Wir hatten Mädelsabend. - Das ist herzig.

Nein, aber, ich mein, was ist mit dem los? Das behauptet doch kein Mensch,

der halbwegs bei Verstand ist, von sich, dass er ein Mörder ist.

Ich finde, wir sollten uns um ihn kümmern. Was meinen Sie, Hannes?

Ja, wir haben ihm schlieûlich das Leben gerettet. - Aha.

* Musik *

Herr Dr. Lassmann, was machen Sie denn hier?

Ich tu Ihnen nichts.

Nein? - Was ist gestern Nacht passiert?

Das fragen Sie mich? - Bitte, helfen Sie mir.

Können Sie sich nicht dran erinnern? - M-m.

Sie stritten mit meinem Mann. - Mein Bild war mehr wert!

Das wissen Sie. Es war ein echter Vierthaler.

Es gibt ein Gutachten. - Er hat den Gutachter geschmiert.

Bitte, das Bild hat ein Schüler vom Vierthaler gemalt. Das wissen Sie!

Was ist los?

Was haben Sie mit meinem Mann gemacht?

Ich weiû es nicht.

* Musik *

Ja, der macht mir Angst.

Hat er Ihnen gedroht?

Nicht direkt.

Aber?

Ja, die... die ganze Situation war einfach unheimlich...

Also, auf mich wirkt der einfach nicht normal.

Wir reden noch einmal mit dem Herrn Lassmann, ja?

Und dann möchte ich bitte eine Abgängigkeitsanzeige machen.

Zu unserem Kollegen sagten Sie, dass das öfter vorkommt,

dass Ihr Mann wegbleibt, ohne Bescheid zu geben? Aber dieses Mal.

Ich weiû auch nicht.

Will sich Ihr Mann scheiden lassen? Nein.

Aber getrennte Wohnungen? Ja, weil das besser für uns ist.

Wir wollen nicht nur aufeinanderpicken.

Interessantes Konzept.

Wieso sperrten Sie Dr. Lassmann nicht gleich ein?

Hätte er ein Motiv?

Bernd hat dem Dr. Lassmann ein Bild abgekauft.

Und Lassmann hatte immer das Gefühl, dass er zu wenig dafür bekommen hat.

Ist es wegen meinem Mann? - Bitte schön.

Ist das der Kröger? Schaut ganz danach aus.

Und des Auto gehört dem Lassmann? Ja.

Die Papiere waren im Handschuhfach.

Akku leer. Wahrscheinlich haben wir ihn deswegen nicht orten können.

Wie lang ist er schon tot? Der Akku?

* Nina lacht. *

Der Rigor mortis beginnt sich bereits zu lösen.

Ich muss mir das noch mal genauer anschauen,

aber so wie es wirkt, haben sie den erst im Nachhinein da reingelegt.

Auûerdem dürfte er aus geringer Entfernung erschossen worden sein.

Das kannst du schon sagen? War das eine rhetorische Frage?

Da schaut's einmal her...

Das Projektil hinterlieû eine kleine Eintrittswunde am Cranium

mit einem sogenannten Stanzdefekt. Ja... eh.

Da kann ich endlich meine neue Säge ausprobieren.

Mein Chef sperrte sich da drinnen ein.

Wir müssten ihn sprechen. Hoffentlich passierte ihm nix.

Ich mach mir Sorgen, es geht ihm nicht gut.

Herr Lassmann? * Klopfen *

Hat das Büro noch 'n Ausgang? Nein, wir haben nur Fenster.

Das ist er doch!

* dramatische Musik *

* Reifen quietschen. *

Herr Lassmann!

Sind Sie okay?

Ich kann nichts dafür...

Er ist mir reingerannt...

Ja, beruhigen Sie sich. Ich ruf die Rettung.

Herr Lassmann, können Sie mich verstehen?

Mein Herz... explodiert...

Es...

Ich möchte mich auf die Landschaftsbilder konzentrieren.

Die sind wunderschön.

Damit machen wir deine erste Ausstellung.

Echt? - Mhm.

Der Bernd, der fand die nicht so gut.

Die Aktion gerade, das hat deine Hobby-Fotos nicht besser gemacht.

* Wasser plätschert, sie hustet. *

Also die, die strahlen so eine Ruhe aus. Und gleichzeitig so eine Kraft.

Und das musst du dir jetzt groû vorstellen. Weiût du?

Die machen wir groû.

Ja, das Herz macht Probleme. Er hat ausgeprägte Extrasystolen.

Jetzt ist er wieder einigermaûen stabil.

Ja, wir müssten aber dringend mit ihm reden.

Gut, wenn's wirklich sein muss.

Aber machen Sie es kurz, und vermeiden Sie bitte jede Aufregung.

Danke.

Warum sind Sie denn vor uns davongelaufen?

Ich weiû es nicht...

Ich hab plötzlich Panik gehabt.

Wir haben den Herrn Kröger gefunden.

Er ist tot.

Ich war es nicht. Jetzt plötzlich doch wieder nicht.

Wir fanden seine Leiche im Kofferraum von Ihrem Auto.

Sie hatten Streit mit Kröger wegen dem Bild.

Sie waren der Meinung, dass er Sie bei dem Kauf betrog.

Was heiût, der Meinung? Ich weiû es.

Das Bild war mehr wert. Viel mehr.

Er hat den Gutachter bestochen. Aber glauben Sie wirklich,

das reicht für ein Motiv? Ich hab schon schwächere erlebt.

Und wenn schon...

rein hypothetisch...

auûerdem, in meinem Zustand...

könnt ich mit einem milden Urteil rechnen...

Da würd ich mich nicht drauf verlassen.

Wiederschauen.

Darauf hat er es angelegt. Da kommt er nie mit durch.

Entschuldigung.

Armin Pohl. Ich bin der Psychiater vom Herrn Lassmann. Aha.

Seine Assistentin rief mich an. Aber sie konnte nicht sagen, was los ist.

Er hatte 'n Unfall. Und er schwafelt irgendwas von einem Mörderherz?

Er glaubt, sein Herz befahl ihm, einen Mord zu begehen.

Was halten Sie davon? Sollten nicht eher wir Ihnen diese Frage stellen?

Er macht gerade eine Krise durch. Was für eine Krise?

Dazu kann ich mich leider nicht äuûern.

Manche Menschen glauben, dass im Herzen der Sitz der Seele ist.

Sie glauben das aber nicht? Ph. Natürlich...

Als Kriminalist müsste man ja eher Realist sein.

Was glauben denn Sie? Entschuldigen Sie mich, bitte,

aber ich muss mich jetzt wirklich um den Dr. Lassmann kümmern.

(Dr. Löcker) Wie ich es bereits vermutet habe,

ist er aus kurzer Distanz erschossen worden.

Das Projektil hat dann die tieferen Hirnstrukturen zerstört

und der Tod trat augenblicklich ein. Welches Kaliber?

7,65 Millimeter...

Todeszeitpunkt? Vorgestern Nacht,

zwischen 2 und 4 Uhr.

Euren Täter habt's ja eh schon, oder ist er's nicht?

Zumindest ist er überzeugt, dass ihm sein Herz befahl,

den Kröger umzubringen. Na ja,

manche behaupten ja, dass bei einer Transplantation etwas

von der Seele des Spenders auf den Empfänger übergeht. Echt jetzt?

Da gibt's jetzt neue Forschungen dazu, die gehen in diese Richtung.

Ich fürchte, das ist nix für mich, in meinem Zustand...

Das ist doch reiner Johannisbeer-Saft,

natürlich selbst gemacht.

Es ist lieb, dass Sie mich besuchen kommen.

Das ist doch selbstverständlich. - Na ja... - Wie fühlen Sie sich?

Gute Frage.

Ich wünschte, ich könnte wieder 'n klaren Kopf bekommen.

Sie können sich an nichts erinnern? - Nein.

Ich glaub, ich bin mit dem Zug gefahren.

Mit dem Zug?

Das Nächste, an das ich mich erinnern kann, ist,

dass ich auf der Brücke war.

Wenn Sie mit dem Zug gefahren sind, dann müsste es doch ein Ticket geben?

Ja... das muss auf meinem anderen Handy sein.

In meiner Kanzlei.

Bernd Kröger, 49 Jahre alt, hat sich in der Kunstszene hochgearbeitet.

Galerien in Zürich und Paris.

Und jede Menge internationale Künstler im Programm,

die meisten von denen sagen mir aber nix.

Keine Flecken auf seiner weiûen Weste?

Er kam immer wieder ins Gerede, dass er unsaubere Geschäfte macht

und angeblich auch mit Kunstwerken aus dubioser Herkunft handelt.

Man hat ihm nie was beweisen können. Das Übliche.

Nebenbei hat er, angeblich, immer wieder so Weibergeschichten

am Laufen gehabt, auch mit seinen Künstlerinnen.

Praktisch, wenn man getrennte Wohnungen hat.

Der Einzige, der im Moment verdächtig ist, ist Lassmann.

Aber wir haben nur das wirre Geständnis,

das er widerrief. Dann müssen wir es beweisen.

Fand die Spusi in Krögers Wohnung was? Na.

Wer war der Besuch? Gibt es da vielleicht 'n Zusammenhang?

Haben wir da Spuren? Jede Menge Fingerabdrücke waren in der Wohnung.

Aber keine vom Lassmann. Jetzt schaut einmal her,

der Hannes und die Gräfin haben den Lassmann auf einer Brücke

in der Nähe von Jenbach angetroffen.

Sein Auto fand man in der Nähe vom Bahnhof in Kitzbühel.

Steffi grenzte den Todeszeitpunkt zwischen 2 und 4 Uhr früh ein.

Laut Zeugenaussagen, hat der Lassmann die Finissage um 21 Uhr verlassen.

Und wie kam er dann die 50 km nach Jenbach, ohne Auto?

Zug, Taxi, Postkutsche?

Und das Alibi vom Kröger seiner Frau? Schon überprüft.

Die war mit dem Künstler von der Finissage

bis zur Sperrstunde in einer Disco, so eine Art Club.

Voll. Dann wär es nicht aufgefallen, wenn sie 'ne halbe Stunde weg ist.

Wann geht eigentlich der erste Zug von Kitzbühel Richtung Innsbruck?

Oder der letzte...

Alles da drauf. Ticket-App...

Er kann's gar nicht gewesen sein. Haltet ihr das für möglich,

dass Lassmann seinen Selbstmordversuch nur inszenierte?

Das hätt ich durchschaut.

Der letzte Zug von Kitzbühel fährt um halb 11 weg.

Und ist kurz vor Mitternacht da. Was tat der in Innsbruck?

Das wird schwierig werden, das zu überprüfen. - Was?

Ob er das Ticket benutzte.

Das wird sich doch feststellen lassen.

Ticket ist Ticket, oder? Kroisi!

Und wir... wir fahren noch einmal in die Wohnung vom Kröger.

Hannes. Na? Rein damit. Beweismittel.

* Nina seufzt. *

* Poltern *

* spannende Musik *

Was machen Sie hier? Grüû Gott. Lukas Roither, Soko Kitzbühel.

Wer sind Sie? Cristina... Dimitrova.

Eine Fotomappe von mir war noch da... Ich bin Fotografin...

Woher haben Sie den Schlüssel? Von Frau Kröger. Sie sagte,

ich kann die Mappe holen. Wie kommt sie hierher?

Bernd Kröger wollte mich vertreten. Eine Ausstellung machen.

Weil er mir versprach... Wäre eine Chance gewesen. Darüber hinaus?

Nichts. Warum?

Wo waren Sie denn vorgestern Nacht, zwischen 2 und 4 Uhr früh?

Ah, mit den anderen im Club.

Aber ich bin etwas früher gegangen. Geht das ein wenig genauer?

Weiû ich nicht genau... glaube, war schon hell...

Den Herrn Kröger sahen Sie aber nicht, oder? Doch, davor.

Bevor ich in Club bin. Ich war so um...

Mitternacht war ich bei ihm auf ein Glas Sekt.

Bernd wollte noch mit mir anstoûen. Das haben Sie hübsch umschrieben.

(lacht) Nein! Das ist nicht das, was Sie meinen.

Was meinen denn Sie?

Nichts.

Darf ich jetzt gehen?

Danke.

* Nina seufzt. *

* Er keucht. *

* Piepen *

* Schlürfen *

Noch eins, bitte. Gerne. Danke.

Du, was ist, wenn irgendwas im Lassmann ihm tatsächlich gesagt hat,

er soll den Kröger umbringen? Geh, bitte!

Wissenschaftler kamen angeblich drauf,

dass in unserem Herzen so eine Art Gehirn wohnt,

mit mehr als 40.000 Neuronen.

Mhm, was waren das für Wissenschaftler? In Amerika.

Das hab ich im Internet nachgelesen. In Amerika. Na dann...

Du findest es alles nur lustig, aber was ist,

wenn unser Herz tatsächlich mit dem Gehirn irgendwie...

was weiû ich... kommuniziert?

Unser Herz ist ein Muskel. Den kannst du trainieren, sonst nichts.

Vielleicht war er in Marion Kröger verliebt, fesch ist sie ja...

Und das Ganze war einfach nur eine Eifersuchtsgeschichte? Also,

wenn irgendein Teil vom Lassmann diese Entscheidung traf,

dann war es sicher nicht sein Herz. Kommt vor... Genau. Genau!

Grüû euch. Servus, Kroisi.

Hallo! Stör ich? Nein, uns war eh grad urfad, oder?

Ich kann auch wieder gehen. Geh! Hock dich her da.

Achtel, weiû.

Na? Alles okay?

Immer.

Herr Lassmann?

Warum sind Sie nicht in Ihrem Bett? - Alles voller Blut.

Ich hab geglaubt, ich krieg keine Luft mehr.

Ich ersticke... ich ersticke...

Wir schauen uns das gleich an. - Anschauen...

Was anschauen?

Was haben die mir da reingetan?

Kommen Sie, ich begleite Sie zu Ihrem Zimmer.

Ich geb Ihnen was, damit Sie besser schlafen können. - Danke, Frau Dr.

Es ist alles so entsetzlich.

Ich frag mich, was passiert mit Lassmann?

Also, ich würd mich ja auch fragen, ist der andere jetzt tot,

obwohl was von ihm in mir weiterlebt?

Ist seine Seele jetzt in meinem Herz? Und ich frag mich,

ob der Lassmann uns alle nicht einfach nur verarscht.

Er hat es doch selber gesagt, er ist Anwalt, der kennt alle Tricks.

* Klingel *

Hallo. - Grüû Gott.

Kann ich reinkommen? - Der Herr Dr. Lassmann ist aber nicht da.

Ja, aber ich... ich wollte das Bild zurückbringen.

Ach so... Ja, sicher.

Ich war ja von Anfang an gegen diesen Deal. Wo kann ich es denn hinstellen?

Ich weiû nicht... Entschuldigung. Kurz...

Kanzlei Dr. Lassmann?

Ja...

Es handelt sich um 'n Phänomen, das bisher von der Wissenschaft

nicht erklärt werden konnte.

Viele Herzempfänger übernehmen die eine oder andere Gewohnheit

bzw. Vorliebe des Spenders.

Das klingt aber schon ein bisschen sehr esoterisch.

Gar nicht so wenige glauben, eine Verbindung

zum verstorbenen Organspender zu spüren.

Einige Auûenseiter in der Transplantationsmedizin

vertreten sogar den Standpunkt, dass Organe Erinnerungen speichern können.

Was glauben Sie?

Die Seele ist ein weites Land...

Schön gesagt. Schnitzler.

Halten Sie es für möglich, dass Lassmann das alles nur vortäuscht?

Vielleicht plante er das von Anfang an so

und macht jetzt einen auf unzurechnungsfähig.

Wir wollten doch in der Theorie bleiben.

Für die Praxis sind Sie zuständig...

Grüû euch. Boah, da hat es eine Hitze bei euch.

Wie war's in Innsbruck? Die Kollegen haben alle Taxifahrer

am Bahnhof befragt.

Hey... Hey!

Verzeihung. Einer von denen kann sich erinnern,

dass er jemanden zur Uni-Klinik in die Notaufnahme brachte.

Lassmann? Schaut ganz so aus. Ich fragte nach.

Er war dort, ist aber gleich wieder verschwunden.

Wann war denn das? So gegen 1 Uhr. Mhm...

Das Zeitfenster würd passen, dass er nach Kitzbühel zurückfährt

und den Kröger umbringt... * Alarm *

Der Lassmann muss den Leuten in der Uniklinik

auf die Nerven gegangen sein, weil er glaubt,

dass sie ihm das Herz von von einem Mörder eingesetzt haben.

Wie kommt man auf so eine Idee? Der Lassmann hat recherchiert,

dass sein Herz früher einem Türsteher gehört hat,

der im Streit einen Gast umbrachte.

Dann flüchtete er mit dem Motorrad und hat einen Unfall gehabt. Koma.

Und am selben Tag, wie sie dem seine Geräte ausgeschaltet haben,

bekam Lassmann sein neues Herz.

Und das fand der Lassmann alles raus, oder wie?

Wahrscheinlich hat er wen geschmiert.

Aber was ist, wenn sich Lassmann das alles doch nicht

nur eingebildet hat?

Vielleicht hat der Lassmann eine Psychose? Warum?

Es wär doch stimmig. Dass er so 'n Hass hat

auf den Kröger wegen dem Bild. Ja, und?

Da kann's sein, dass er sich so reinsteigerte,

dass er ihn tatsächlich umbringt. Und sein angebliches Blackout?

Nach der Tat, wie er sich wieder beruhigte,

verdrängt er das so, dass er sich nicht mehr erinnern kann.

Würde erklären, warum er von einem Extrem ins andere kippt.

Eine multiple Persönlichkeit? Ganz egal,

wie viele Persönlichkeiten Lassmann hatte, jetzt sind sie alle tot.

So wie es ausschaut, ist er aus dem Fenster gesprungen.

* Sie seufzt. *

Ich versteh das nicht. Er hat total ruhig gewirkt,

nachdem der Dr. Pohl gegangen ist. Pohl?

Danach ging es dem Herrn Lassmann irgendwie wieder besser.

Wie, besser?

Entspannter war er. Es war sicher niemand anderer im Zimmer? Nein.

Der Dr. Pohl hat sich noch von mir verabschiedet.

Der schaut wirklich auf seine Patienten. Entschuldigung.

Haben Sie ihm diese ganzen Medikamente hier verordnet? Ja.

Auch dieses hier? Nein.

Das ist Hyperidol. Das ist nicht von uns.

Okay. Wofür ist es gut? Hyperidol ist ein Neuroleptikum.

Das gibt man bei akuter Schizophrenie.

Ja... Nina. Wir sollten dann. Gut.

Danke.

Ich kann nicht glauben, dass mein Chef so was tat.

Die Mail schickte er. "Ich habe Bernd Kröger ermordet."

"Die Tatwaffe finden Sie im Sideboard im Büro."

"Ich setze dem Leben 'n Ende, bevor mehr passiert. Gregor Lassmann."

Kaliber 7,65. Kennen Sie die Waffe?

Ich hab sie noch nie gesehen.

Könnte die irgendjemand anderer hier versteckt haben? Wer denn?

Überwachungskameras haben Sie keine da? M-m.

War zuletzt irgendjemand allein hier drin? Nein. Doch.

Die Frau Kröger war hier. Sie brachte das Bild zurück.

Wegen dem stritten sich die beiden? Ja, aber erst später.

Frau Kröger war es ja, die meinem Chef den Pohl empfahl.

Sie meinte, Dr. Pohl könnt meinem Chef helfen,

wo er so eine Koryphäe auf dem Gebiet der Hypnose ist. Hypnose?

Er macht auch Rückführungen und so was.

Mein Chef war deswegen ganz aus dem Häuschen.

Lieûen Sie die Frau Kröger vielleicht kurz einmal alleine?

Ja... da war ein Anruf.

Der Dr. Pohl hat angerufen. Was wollt er?

Er machte sich Sorgen um meinen Chef und meinte,

ich soll gut auf ihn aufpassen. Und der ruft genau an,

wenn die Frau Kröger da ist?

Ich hab jetzt die Verbindungsnachweise.

Schaut euch das bitte einmal an.

Was?

Was? Die telefonierten alle drei miteinander in der Mordnacht?

Und jetzt schaut's euch einmal die Uhrzeit an.

"Ich habe mit dem Mord am Kröger nichts zu tun."

Dann erklären Sie uns die Telefonate in der Mordnacht?

"Ich telefonierte mit Frau Kröger, weil ich mir"

ernsthafte Sorgen machte wegen Herrn Lassmann. Aha. Ja.

Er läutete mich kurz davor ausm Schlaf.

Er war zornig wegen diesem Bild.

Seine aggressiven Schübe wurden immer unkontrollierbarer.

Also, das erste Mal riefen Sie Frau Kröger um 1:45 Uhr an.

Das Gespräch dauerte nicht lange, kürzer als eine Minute.

Daraufhin rief Frau Kröger Frau Dimitrova an, eher kurz...

15 Sekunden... dann rief Frau Kröger noch mal ihren Mann an,

um 2:09 Uhr, das war kurz vor dem Zeitfenster, als Bernd Kröger

erschossen wurde. Ja. Was soll ich sagen?

Zufall? (laut)Zufall. Was sonst?

In der Nacht scheinen alle Redebedarf gehabt zu haben.

Um 3:47 Uhr sprachen Sie noch mal mit Frau Kröger.

Diesmal etwas länger... über eine halbe Stunde...

Sie ist bei mir in Behandlung. Auch? Ihr ging es nicht gut.

Sie sind rund um die Uhr für Ihre Patienten da... Hören Sie,

Herr Lassmann litt an einer wahnhaften Einengung.

Ich nahm seine Probleme selbstverständlich ernst

und ging auf seine Sorgen ein. Das hat man gemerkt.

Ich machte Herrn Lassmann bei Beginn auf die möglichen Risiken aufmerksam.

Blödsinn. Sie haben ihn auch noch bestärkt

und ihm unter Hypnose eingeredet, er hätte Kröger ermordet.

Es war ein Komplott... Da überschätzen Sie meine Fähigkeiten.

Und auch die Möglichkeiten der Hypnose. * Handy *

Was Wichtiges?

Ein Patient. Ich hab ihm absagen müssen. Ihretwegen.

Darf ich?

Wir können auch anders. Mit Untersuchungshaft

und dem ganzen Programm.

Jetzt haben wir ihn am Ende doch nicht retten können.

Glauben Sie, dass das wirklich möglich ist?

Dass man sich nach so 'ner Transplantation

mit dem Spender verbunden fühlt? - Das ist fast ein wenig gewagt.

Aber ich mein, dass man sich fragt, wer war mein Spender eigentlich,

das ist doch normal.

Ich hatte mal 'ne Freundin, die war strenge Vegetarierin,

und nach der Transplantation hatte die Heiûhunger auf Hamburger.

Tragisch.

Ja.

Was ist damit?

Die hab ich Herrn Lassmann verordnet. Hyperidol. Ich weiû, was das ist.

Alt, aber therapeutisch zweckmäûig. Es kann Blackouts verursachen.

Auch darauf habe ich meinen Patienten hingewiesen.

Er war mit allem einverstanden. Ich habe mir nichts vorzuwerfen.

Ich bin gespannt, was die Ärztekammer dazu sagt. Ah!

Süû.

Och.

Kann ich es wiederhaben?

Machen Sie eigentlich mit allen Ihren Patientinnen Selfies?

Christina?

Hallo. - Hallo.

He, na? Du, wir haben eigentlich ausgemacht,

dass du nicht hierherkommst. - Wir wollten meine Ausstellung besprechen.

Ja, aber im Moment ist es ein bisschen zu gefährlich.

Du hast gesagt, dass sie uns nie draufkommen.

Aber deshalb dürfen wir die Nerven nicht verlieren.

Ich wusste das. Ich hätte das nicht machen sollen.

Hör jetzt auf mit dem Gejammer. - Das war deine Idee! - Wie, bitte?

Du hast diesen Hass auf ihn gehabt. Oder ist das falsch?

Das war nicht ernst gemeint! Es hat mir gegraust vor mir selber,

dass ich mit ihm ins Bett bin...

Du hast geschossen! Wenn du jetzt die Nerven verlierst,

dann gehst du ins Gefängnis, nicht ich!

He! Marion, du bist genauso falsch wie dein Scheiûmann!

Ihr habt mich alle benutzt. Ich haue ab.

* dramatische Musik *

* Sie keucht. *

* Sie atmet schwer. *

* Sie schreit. *

* Kampfgeräusche *

* Sie würgt. *

* Würgen *

* Schreie *

Frau Kröger! Frau Kröger, aufhören!

Alles in Ordnung?

Ja.

Sicher?

Warum?

Er war ein Schwein.

Er hat mich bestohlen.

Wie? Ich hab ein kleines Haus geerbt von meinem Vater,

in Sofia. Bernd hat gesagt,

ich soll es verkaufen, er braucht dringend Geld für 'n Gemäldeankauf.

Ich würde doppelt so viel bekommen, wenn er den Deal gemacht hat.

Und Sie sahen das Geld nie wieder? Nein!

Er hat mich immer warten lassen... immer gelogen...

Immer hat etwas anderes gezählt. Er hat mir versprochen,

dass ich eine Ausstellung bekomme. Ich hab ihm das geglaubt... alles...

Das heiût, es war Ihre Idee, den Kröger umzubringen?

* lautes Lachen *

"Er ist so blöd. Ich könnte dieses Arschloch töten."

"Ich könnte das Arschloch töten."

"Na, dann mach es doch."

"Das hab ich doch nur so gesagt." - "Ja, aber ernsthaft jetzt."

"Ich meine, wirklich. Ich meine, ich hab das so satt,"

"dass er mich immer so runtermacht. Und dir, dir geht es wie mir,"

"du siehst dein Geld nie wieder, und wenn ich mich scheiden lasse,"

"dann kriege ich nichts." - "Er muss doch zahlen?"

"Nix muss er zahlen! Ich hab 'n Ehevertrag unterschrieben."

"Ich hab die Galerie mit ihm aufgebaut!"

"Ohne mich wäre der nix! Das ist mein Leben."

"Der ist so ein Arschloch." - "Das ist ein volles Arschloch!"

"Voll."

"Ich meine, wenn ich die Galerie alleine führe,"

"dann wirft die auch mehr Geld ab."

"Und dann kriegst du dein Geld von mir."

"Versprochen?"

"He, ich weiû auch schon, wie es geht."

"Du hast mir doch etwas von diesem Lassmann erzählt." - "Mhm?"

"Schick ihn zu mir."

"Ich dreh ihn so um, dass er glaubt, er wäre der Mörder."

* lautes Lachen *

"Wird das funktionieren?" - "Was?" - "Ja." * Sie schreit. *

Ich... ich wollte noch aussteigen... Ich war so nervös,

ich konnte die Waffe nicht einmal halten.

Dr. Pohl gab mir dann Medikamente, damit ich ruhiger bin.

Das war wie in Trance... ich war so dumm...

ich kann da nichts dafür, wirklich. Die haben mich alle benutzt.

Ich war ein Idiot. Wie soll das funktionieren,

dass man jemand einreden kann, er ist ein Mörder.

Der Bernd, der hat das verdient.

Verstehen Sie das nicht? Nein, das verstehen wir nicht.

Den Abschiedsbrief schreibt Pohl vom Krankenhaus aus

mit Lassmanns Handy. Eigentlich schon genial, der Plan.

Nur mit dem Ergebnis, dass Kröger und Lassmann tot sind

und die Dimitrova ihre besten Jahre hinter Gittern verbringt. Ja.

Kröger und Pohl werden noch ihr Fett abkriegen,

wegen Beihilfe zum Mord. Der arme Lassmann...

Ich mein, wieso hat sich der überhaupt so hineintheatern lassen?

Ein Herz mit Gedächtnis, so ein Schwachsinn!

An was würd sich dein Herz eigentlich erinnern? Keine Ahnung.

Hab ich was Falsches gesagt?

Na. Ich schau nach, ob das zweite Bier schon kalt ist.

Untertitel im Auftrag des ZDF, 2018

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