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Meine Familie braucht Gewissheit.
Wir möchten sie endlich beerdigen können.
Ich gehe noch mal nach Weesenburg.
Wieso? Gucken, wie weit die sind.
Mit ihrer Behauptung, ich hätte Barbara umgebracht?
Die Akten sind fehlerhaft. Sie sind im Ruhestand.
Bevor Sie alleine... Ich bin nicht allein.
Becker lernte ihre Schwester kurz vor ihrem Verschwinden kennen.
Bei der Durchsuchung seines Hauses Flucht,
dann Suizid in der U-Haft bei relativ harmloser Anklage.
Warum war ihm das Haus über den Tod hinaus so wichtig?
Wir müssen da irgendwie rein. Das ist zu riskant.
Untertitelfarben:
Thomas Bethge Anne Bach
Frank Behringer Jan Gerke
Dass das alles liegenblieb damals...
In der Dachschräge war ein Stauraum.
Habt ihr den nicht gefunden? Lohse hat abgebrochen.
Das geht bis in die 60er-Jahre zurück.
Warum habt ihr die Betamax nicht mitgenommen?
Die. Nicht ich.
Bei uns waren das VHS, nicht so was hier.
Pornos, Sadomaso-Kram.
Sie haben dem wohl keine Bedeutung beigemessen.
Dieses Foto ist aus den 90ern, nach Barbaras Verschwinden.
Sie hat ihn auch über seine Anzeige kontaktiert.
Finden wir heraus, wer sie ist.
So können wir einschätzen, was er von Barbara wollte.
(Frau) Dann waren wir da, mitten im Wald.
Und er... fasst mich plötzlich und drückt mich.
Wie ein Kind, das seine Kraft nicht einschätzen kann.
Hier.
Ich hab keine Luft mehr bekommen, und dann hat er auch losgelassen
und grinst mich an,
wie ein Junge, der was ausgefressen hat.
So war er manchmal.
Sehr speziell.
Wie lange ging das denn zwischen Ihnen beiden?
Nicht lange.
Wir hatten ja beide Familie.
Aber es war...
Es war intensiv. Ein Abenteuer.
Ich ließ ihm viel zu viel durchgehen.
Nicht alles, aber... Was denn nicht?
Er brauchte immer Geld, und ich hab ihm Geld gegeben.
Ich hab ihm sogar meine Kreditkarte gegeben.
Und dann...
... wollte er meinen Mann erpressen.
Er wollte eine Entführung vortäuschen,
während wir zusammen unterwegs sind.
Da hab ich den Kontakt abgebrochen.
Warum sind Sie nicht zur Polizei gegangen?
Man geht ja nicht gleich zur Polizei.
Jürgen hatte zwar seine Probleme, aber...
... er hat mich immer gut behandelt.
*Handy vibriert.* Oh...
Ich muss leider. Konnte ich Ihnen helfen?
Ja.
Danke, dass Sie gekommen sind. Kann ich das mitnehmen?
Ungern. Na, okay.
Auf Wiedersehen. Wiederschauen.
Danke, ich finde schon raus.
Jürgen Becker hatte mehrere Autos,
fuhr Unmengen von Kilometern,
konnte er sich nie finanzieren.
Er brauchte immer Geld, sagte sie.
Da kommt Ihre Schwester ins Spiel.
Ich glaube nicht, dass sie sich darauf eingelassen hätte.
Sie war alleinstehend, hatte einen vermögenden Exmann.
Wenn Jürgen Becker sich so Geld besorgt hat,
dann passt Ihre Schwester perfekt in sein Schema.
Muss ja nicht heißen, dass sie sich darauf einließ.
(im TV) Du hast uns warten lassen.
Es tut mir sehr leid.
Es tut dir leid, was du nicht sagst.
Aber deine Mami sagt, du musst pünktlich sein.
Ja, das hat sie gesagt.
Du musst also bestraft werden?
Ach bitte, nicht böse sein, ich mache es nie wieder...
(Bethges Mutter) Sie hat eine Tochter, Theresa.
Barbara ist am 14. August 1989 verschwunden.
Das sind jetzt fast vier Jahre.
Ich weiß nicht, wo sie ist.
Die Polizei kann mir auch nicht weiterhelfen.
Er hat auch viele Sendungen
zu den Morden im Iseforst aufgenommen.
(TV-Sprecher) Das Unglaubliche:
Während die Polizei am Fundort eintraf,
wurde nur 800 Meter entfernt...
Wir wissen, was das heißt, oder?
(TV-Sprecher) ... vom selben Täter erschossen.
Es handelt sich um Merit Liebermann und Anton Holt.
Mein aufrichtiges Beileid an die Hinterbliebenen...
Gute Nacht.
Schlaf schön.
Robert?
Geht's dir wieder nicht gut?
Ich weiß nicht, warum ich das getan habe.
Warum?
Warum...
... habe ich immer nur gearbeitet?
Warum habe ich dich nicht geheiratet?
Warum haben wir keine Kinder in die Welt gesetzt?
Hätte ich mich durchsetzen sollen? - Vielleicht.
Ich wollte nicht, dass du was tust, woran du nicht glaubst.
Und ich dachte immer, es wäre dir nicht wichtig.
Du hättest weggehen können...
Weißt du, Robert...
Ich hätte nie gedacht, dass du Barbara für mich verlässt.
Und als du es dann doch getan hast,
da war ich das glücklichste Mädchen der Welt.
Ich wusste, dass es schlimm wird für deine Familie.
Aber es war mir egal.
Ich wollte dich.
*Spannungsvolle Musik*
*Sanfte Klaviermusik setzt ein.*
Hey...
Wie geht's dir?
Observierung?
Du siehst gut aus. Was soll das dann?
Weißt du noch, was ich vor 20 Jahren sagte?
Der Sumpf von Niedersachsen?
Hat schon damals nicht funktioniert.
Welchen Schlamm willst du aufwühlen?
Was denn für Schlamm?
Habt ihr Angst, was wir finden? Du warst damals dabei.
Bin ich aber nicht mehr.
Bist groß geworden in Hamburg.
Hättest nachkommen können.
Wie geht's deinem Sohn? Wir haben ein gutes Verhältnis.
Was ist mit dir? Keine Kinder.
Schade.
Wieso habt ihr nicht weiterermittelt?
Wenigstens gegen Robert Neder?
Macht doch keinen Sinn.
War Becker ein V-Mann von Euch?
Wie ich schon sagte, pass auf dich auf.
Worauf?
*Sphärische Waldklänge*
Der Artikel, den Becker 67 ausgeschnitten hat,
"Mord an Fahrradfahrerin":
Die wurde mit einem Gewehr erschossen.
Kurz danach wurden zwei männliche Jugendliche gesehen.
Damals war Becker 14 und Heiner Mertens 11, das passt.
In den 80ern gab es in der Region Weesenburg
33 ungeklärte Tötungsdelikte, 19 mit verwertbaren Spuren.
Da gibt es drei Zentren. Hier, hier...
Und im Iseforst. Und im Iseforst.
Aber passt das?
Bei Becker waren es nur Frauen.
Im Isefrost haben wir Männer auch.
Vielleicht wollte er, dass die Männer zusehen
oder dass die Frauen ihre Beschützer sterben sehen,
je nachdem, wen er zuerst erschossen hat.
Paare? Vielleicht wollte er seine Eltern bestrafen?
Wir haben doch noch diese Karte aus dem geheimen Zimmer.
*Spannungsvolle Musik*
Wenn das stimmt...
... dann hat Becker im Sommer 89
in sechs Monaten fünf Leute umgebracht.
Und er hatte schon Jahre früher den Drang zu töten oder tat es.
Es war da. War alles da.
Wenn die früher besser gearbeitet hätten...
Die Akten von Becker... Es stimmt alles. Die Autos...
Ja, ja, ja.
*Eine Frau weint.*
Ja, es passt alles.
Sogar die Iseforstmorde.
*Spannungsvolle Musik setzt ein.*
*Eine Frau wimmert. Ein Schuss fällt.*
(Frau) Nein, nein, nein!
*Dramatische Musik*
(Leest) Wir machen das zum wievielten Mal?
Sehen Sie was, was ich nicht sehe?
Was ist mit den Spurensicherungsfolien
aus den Autos der Iseforstopfer?
Wieso Iseforst?
Ich glaube, dass Jürgen Becker auch der Iseforstmörder ist.
(Leest) Es gab keine Auswertung, da die Haare keine Wurzeln hatten.
Die Analysetechnik ist jetzt viel fortgeschrittener.
Es muss doch Hautschuppen des Täters
in den Spurensicherungsfolien geben.
Sie könnten... Ich weiß, Sie wollen nur helfen.
Ihre Schwester ist fast 30 Jahre weg.
Deshalb das Konstrukt eines Serienmörders.
Aber ich arbeite nicht in der Vergangenheit,
sondern in der Gegenwart.
Wie alt sind Sie jetzt? 75.
Wann genießen Sie Ihren Lebensabend?
Lebensabend genießen?
Wenn ich weiß, dass Sie meine Schwester finden könnten
und es nicht tun.
Sie sollten sich schämen.
Bethge, als Kollege... Wir sind keine Kollegen.
(Leest) Das hört jetzt auf.
Sie sagen mir, was Sie über deren Aktivitäten wissen,
und ich mache einen Termin mit dem Polizeipräsidenten in Hamburg.
Gehst du schon mal vor? Ich komme gleich.
Frau Bach?
Sind Sie das auf dem Foto?
Sie sollen in einem anderen Bundesland ermittelt haben,
ist das richtig?
Wer sagt so was? Ist das richtig?
Ich helfe Ihrem Ex-Chef, seine Schwester zu finden.
Sie bringen mich in eine schwierige Lage.
Sie müssen damit aufhören, bei allem Respekt vor Bethge.
Gerke, Kripo Weesenburg. Danke, dass Sie sich Zeit nehmen.
(Forensiker) Willkommen in der Metropole Hannover.
Sie müssten in den 90ern aus Weesenburg
Asservate in einem Fall Becker bekommen haben.
Weiß nicht, muss ich nachschauen.
Und zu den Iseforstmorden? Da haben wir Material.
Wir benötigen die Klebefolien für einen DNA-Abgleich.
Es müssten auch zwei blonde Haare dabei sein.
Gut, ich werde nachsehen.
Wann wollen Sie wiederkommen?
Ich warte gerne.
Ja, das müssen Sie auch.
Unter den Asservaten bei Becker war auch eine Handschelle.
Ich weiß, die wurde nach Hannover geschickt.
Machen Sie sich keine Hoffnungen.
Dokumentation war Anfang der 90er ein Fremdwort.
Ich habe keine Rückendeckung mehr.
Soll Sie schön grüßen.
Tut mir leid.
Das können Sie nicht machen.
Doch, sie kann und muss. Wissen Sie selbst.
Wenn Sie jetzt aufgeben, war alles umsonst, all die Jahre.
Nicht umsonst, sondern zu spät.
89 hätten wir Ihre Schwester finden können,
ohne Ihre ständige Regeltreue. Das stimmt nicht.
Sie haben mich damals zurückgepfiffen.
Also geben Sie jetzt nicht mir die Schuld.
Was ist denn passiert?
Wir finden sie nicht. Die lassen mich im Stich.
Sie haben dir immer geholfen. Ich habe mich in ihnen getäuscht.
Ach, Thomas. Jetzt sei nicht so selbstgerecht.
Selbstgerecht, ja? Erzähl das meiner toten Mutter.
Meiner Nichte, ohne Verhältnis zu ihrem Vater,
oder Robert, 30 Jahre unter Mordverdacht.
Vielleicht hat es was Gutes.
Ich weiß nicht, ob ich wissen will, was ihr widerfahren ist.
Wie sie leiden musste...
Marianne, hör auf... ... in ihren letzten Minuten.
Ob sie Angst hatte, ob sie kämpfte.
Hör auf. Was hilft es uns, das zu wissen?
Ja...
Dann lassen wir es eben.
Dann buche uns eine Reise.
So weit weg wie möglich, vier Wochen.
Ja, das mache ich.
Ich wollte Barbara endlich beerdigen.
Wir waren so weit gekommen.
Ihr habt es geschafft. Was willst du?
Ich hab was für dich.
Was ist das? Die Handschelle. War in Hannover.
Aus Beckers Haus. Mit dunklen Spritzern.
Und wie...? Wir hatten Glück.
Die war bei den Asservaten der Iseforstmorde.
Fälschlicherweise.
Warum machst du das?
Weil ich ein guter Polizist bin.
Ein Idiot bist du aber immer noch.
Na, ob das Blut ist...
Hm...
Ja, doch.
Es ist Blut, eindeutig.
Hat es mit Ihrer Schwester zu tun? Ich versuche, sie zu finden.
(Forensiker, am Telefon) Ohne die Staatsanwaltschaft?
Gegen sie.
Was hat sich verändert?
Mein Bewusstsein.
Was Sie brauchen, ist ein DNA-Vergleich.
Wir haben das Blut Ihrer Mutter noch eingelagert.
Wie lange brauchen Sie?
Frühestens drei Wochen. Ich melde mich dann.
Gut, danke.
Drei Wochen.
Es gibt noch was. Beckers Frau ist verstorben.
Kantor hat die Bude verkauft.
In drei Wochen kann viel passieren.
*Handy vibriert.*
Bethge.
Ja, Professor Fischer.
Ja?
Ich danke Ihnen.
*Sanfte Klaviermusik setzt ein.*
Was ist?
An der Handschelle aus Beckers Haus war Blut.
Und?
Es ist von Barbara.
Wo haben Sie die her?
Guten Tag, die Herren. Herr Bethge, mal wieder.
Sie haben also eine Handschelle mit Blutanhaftungen
von Ihrer Schwester gefunden, wie ich gehört habe.
Die ist aus Beckers Haus.
Sie lag 25 Jahre lang in Hannover.
Das Ergebnis wurde nie abgefragt.
Er hat sie ermordet. Das wissen wir leider nicht.
Wir müssen in seinem Umfeld suchen,
vor allem auf seinem Grundstück.
1993 wurde der Garten ausgehoben. Was haben Sie vor?
Geologen? Georadar?
Sie haben damals aufgehört, zu graben.
Sie haben ein Auto gefunden und aufgehört
und die Garage nicht durchsucht.
Herr Bethge... Jetzt rede ich.
Sie haben den Täter mehrmals laufen lassen.
Er hat meine Schwester getötet und nicht nur sie.
Daran können Sie nicht vorbei, Herrgott.
Ich verstehe, dass... Nein, Sie verstehen gar nichts
oder wollen es nicht verstehen.
Aber die Presse, die wird es verstehen.
*Spannungsvolle Musik*
Und? Nee, wir haben nichts gefunden.
Wenn die uns bloß nicht verarschen hier.
(Leest) Ist das alles?
Wir waren im Haus, im Keller und in der Garage.
Hier ist nichts.
Vielleicht ist da ein Hohlraum? Habt ihr's überprüft?
Das überlassen wir euch Spezialisten.
Hier ist nichts.
Sind solche Kfz-Gruben nicht eigentlich viel tiefer?
Ihr macht euch nur lächerlich.
Was ist Ihr Problem?
Weder in der Kfz-Grube noch irgendwo auf dem Grundstück
liegt die Leiche von Barbara Neder oder irgendeine andere Leiche.
Du hast deine Frau nicht ermordet.
Auf einer Handschelle ist Barbaras DNA.
Sie war in Jürgen Beckers Haus.
Hätte ich mich nicht getrennt, lebte sie vielleicht noch.
Hör auf.
Sagst du es deiner Tochter?
Wisst ihr, wo er sie vergraben hat?
Sie muss auf seinem Grundstück sein.
Und wenn sie nicht da ist?
Theresa wird mir erst glauben, wenn ihr sie gefunden habt.
Wann fahrt ihr?
Übermorgen.
Eigentlich.
*Sphärisch-bedrohliche Waldklänge*
Danke. Natürlich.
Wir gehen das noch mal durch.
Ich muss sicher sein, wenn wir es noch mal versuchen.
Wir hatten ja über die Bedeutung der Abschiedsbriefe nachgedacht,
besonders die letzte Passage an Heiner und seine Frau.
"Meinen größten Wunsch brauche ich nicht extra zu betonen.
Es geht mir um Haus und Hof.
Versucht bitte, in einem gemeinsamen Kraftakt
unser Heim zu erhalten."
Seine Frau hat sich daran gehalten.
Ja.
Durch seinen Suizid bewirkte er die Einstellung der Ermittlungen.
Warum wollte er das?
Damit niemand anders Kontrolle über sein Haus bekommt. Ja.
Er holt Barbara an dem Abend ab.
Sie fahren zu ihm.
Sie sucht seine Unterstützung, vielleicht für ihr neues Haus.
Sie passt perfekt in sein Beuteschema.
Die Frau des erfolgreichsten Unternehmers der Stadt.
Er schätzt die Situation falsch ein,
will sie überzeugen, dass sie Geld bei ihrem Mann erpresst.
Barbara weigert sich, die Situation eskaliert.
Vielleicht erzählt sie ihm, dass ihr Bruder LKA-Chef ist.
Der Unterschied zu allen bisherigen Opfern ist:
Alle waren Zufallsbegegnungen,
an abgelegenen Orten in der Natur.
Barbara kannte er, und er konnte nicht ausschließen,
dass sie anderen von ihm erzählt hat.
Kann ich weitermachen?
Ja, mach weiter.
Er hatte ursprünglich nicht vor, sie zu töten,
aber dann musste er es tun.
Er fährt zurück zu ihrem Haus. Deswegen der laufende Motor:
Er will es so aussehen lassen, als sei sie spontan verreist.
Aber das Wichtigste, anders als bei den anderen Morden:
Ihre Leiche durfte nicht gefunden werden.
Man wäre zu schnell auf ihn gekommen.
Das geht nur, wenn er sie dort begräbt,
wo er die größte Kontrolle hat.
Auf seinem eigenen Grundstück.
Danke.
Sie muss da sein.
Ihr habt das Haus zweimal durchsucht.
Wenn ich es nicht schaffe,
treffen wir uns in zwei Tagen in Rotterdam oder dann in Dover.
Viel Glück.
*Unheilvolle Musik*
Die Besitzerin kommt nicht. Sie will nicht dabei sein.
Morgen.
Blaschke, Forensik. Bethge.
Hallo, guten Morgen. Moin.
Ja, wir sind alle einer Meinung, denke ich.
Die Garage war am sichersten: ein harmloser, funktionaler Ort.
Perfekte Fassade. Passt zu ihm. Die Kfz-Grube, beste Kontrolle.
Mein Schwager.
Robert. Moin, moin. Also dann.
*Spannungsvolle Streichermusik*
(Blaschke) Das Röhrchen ganz reinbringen.
Das ist natürlich gewachsener Boden.
Wir haben Besuch.
Machen Sie bitte weiter.
Kann ich euch Kollegen was Gutes tun?
Noch einen Kaffee vielleicht? Und ihr erzählt, wer ihr seid?
*Spannungvolle Musik*
Kein Befund, tut mir leid.
Ich glaube, wir können hier aufhören.
Dann suchen wir bei der Fichte, wo Beckers Hund gescharrt hat.
Dazu müsste sie gefällt werden. Da haben wir keine Erlaubnis.
(Forensiker) Was war das denn?
Raus.
*Spannungsvolle Musik*
Danke.
Ein menschlicher Fußknochen.
Heiliger...
*Sanfte Klaviermusik setzt ein.*
Das ist jetzt ein Tatort. Ich informiere die Weesenburger.
Du musst doch nicht...
Ja, Bethge hier.
Ich wollte Sie über einen relevanten Befund informieren,
bei der Grabung in der Garage.
Das ist ja dann wohl Ihre...
Ja, gut.
Marianne, wenn du das hörst, bist du wohl schon an Bord.
Ruf mich bitte zurück. Ich glaube, ich hab sie gefunden.
Die haben gesagt, es ist Wochenende.
Sie schicken irgendwann jemanden. Wir sollen solange weitermachen.
Es gibt Momente, da könnte man sie umarmen.
Das dürfen Sie nicht.
*Bedrohliche Musik*
Was denn?
Mir wehtun.
Ich habe nichts getan.
Sie sitzen hier und haben Angst?
Wovor?
Dass ich Ihnen wehtue?
Oder vor der Strafe,
wenn wir herausfinden, was Sie getan haben?
Werden Sie sich dann auch ein Bettlaken um den Hals wickeln
und sich aufhängen
wie Ihr Freund Jürgen?
Weil Sie nicht damit leben können,
sich doch noch für die Toten zu verantworten?
Für ihr Leid?
Für ihre Angst?
Für ihre Schmerzen?
Sie wissen doch, was er mit ihnen gemacht hat.
Wie sie gestorben sind.
Unschuldig.
Und er hat Sie allein gelassen.
Mit den ganzen Toten, mit der ganzen Schuld
den Menschen gegenüber, die noch am Leben sind.
*Mertens schluchzt.*
Denken Sie an die Menschen, die jemanden geliebt haben,
der einfach so sterben musste.
Mütter, Väter,
Brüder, Schwestern,
Freunde.
Die Toten sind tot.
Daran können Sie nichts mehr ändern.
Aber die Zurückgebliebenen,
die leben mit diesem Schmerz, ein Leben lang.
Denen können Sie etwas zurückgeben.
Erzählen Sie mir, was Sie wissen,
und seien Sie aufrecht, Heiner.
Seien Sie ein aufrichtiger Mann
und kein Feigling.
*Spannungsvolle Musik*
(Mann) Herr Mertens, Sind Sie da drin?
*Es klopft.* Hier Meinecke. Machen Sie auf.
*Es klopft energisch.* Hallo?
Hallo, machen Sie mal bitte die Tür auf.
Ich bin Ihr Anwalt, Herr Mertens.
Sie sagen nichts mehr. - Ich hab nichts getan.
Mein Beileid.
*Sanfte, schwermütige Musik*
(Reporter) Eine Frage, hallo!
Wir übernehmen jetzt den Tatort.
(Reporter) Beantworten Sie eine Frage!
(Leest, im TV) Wir sind froh, mitzuteilen,
dass auf dem Grundstück des 1993 durch Selbstmord
den Ermittlungen entgangenen Jürgen Becker
die Leiche von Barbara Neder gefunden wurde.
Komm mal her...
*Sie schluchzt.*
(TV-Reporter) Wurde die entscheidende Arbeit
durch pensionierte Kriminalisten
unter der Leitung des Ex-LKA-Chefs Bethge geleistet?
(Leest) Wir standen stets in Kontakt.
Nicht zu fassen.
(TV-Reporter) Gibt es weitere Beweise gegen Becker?
(Lohse) Ja, wir haben seine DNA-Spuren
in einem der Opferautos der Iseforstmorde 89 gefunden.
Das könnte heißen, dass er der Iseforstmörder ist?
Richtig.
Sie haben demnach jahrelang Unschuldige verdächtigt?
Wir brauchen keine Fehlerdebatte.
Haben Sie sich beim Ehemann der Toten,
der über Jahrzehnte verdächtigt wurde, entschuldigt?
Wir beschäftigen uns jetzt nicht mit der Vergangenheit.
Außerdem wissen wir nicht,
ob Becker mit Hilfe oder für andere handelte.
Danke. Alles Weitere später.
Noch eine Frage: Wie können Sie zulassen, dass...
*Schwermütige Streichermusik*
(Theresa) Für immer und ewig.
Du hast mein Lebensbuch aufgeschlagen
und es gefüllt mit vielen bunten Tagen.
Du hast mir die schönsten Geschichten geschrieben.
Dafür werde ich dich für immer und ewig lieben!
Du hast meinen Ballon weit gezogen.
Durch dich bin ich am höchsten geflogen.
Du hast meine Zeit kostbar gemacht,
mich wie einen Schatz bewacht.
Du bist mir am wichtigsten geblieben.
Ich werde dich für immer und ewig lieben.
Untertitelung: Timecode-Filmstudio, Kehl, 2020
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