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(Mann) Polizei! Die Hände hoch! Auf den Boden!
Wir haben ihn.
Nicht zu früh freuen. Warten Sie's ab!
Mein großer Bruder, Glückwunsch. Du musst in die Kamera gucken.
Dann lächeln!
Vier Leichen. Wieder abgedeckt von Ästen.
(Lohse) Lass es keine Serie sein.
Kripo Weesenburg. Sind Sie öfter im Wald?
Sind Sie wegen der zwei Toten hier?
Es sind jetzt vier Tote.
(Robert) Ihr Bett ist unberührt. Ich war gestern bis zehn Uhr hier.
Hattet ihr wieder Streit? Nein.
Deine Schwester war überraschend gut gelaunt.
Kannst du was machen? Bitte!
Kripo? Kripo Weesenburg, ja.
Das ist mein Schwager Thomas. Wir kennen den LKA-Chef Hamburg.
Ich will, dass Sie das hier als Tatort betrachten.
Befragen Sie die Anwohner. Sie vergessen schnell.
Anne Bach
Jan Gerke
Frank Behringer
*Sphärische dramatische Musik*
Deine Mutter ist hier. Ich musste es ihr sagen.
Hallo.
Auf der Terrasse.
Na, Mutti?
Ist was passiert?
Nein, bestimmt nicht.
Sie will doch deinen Geburtstag nicht verpassen.
Zum Glück bist du Polizeichef. Du wirst sie schon finden.
Ich bin nur leider in Hamburg Polizeichef.
Hier sind die Weesenburger zuständig.
Sie ist deine Schwester.
Ja, aber die Kollegen in Weesenburg ermitteln.
Das ist Niedersachsen.
Ich habe da ein Auge drauf, Mutti.
Sie taucht schon wieder auf.
Und er hat sie bedroht? Keine Ahnung.
Der Freundin hat sie erzählt, dass sie Angst vor ihm hat.
Freundin... Ob da was dran ist?
*Schläge in der Ferne*
Sie haben mich schon zwei Mal befragt.
Es gibt eine Zeugenaussage,
dass Sie gedroht haben mit weiteren Morden.
Zeugenaussage. Von wem?
An den Tagen der Morde waren Sie im Wald?
An den anderen Tagen halt auch.
Besitzen Sie Waffen?
Geht in eure Zimmer! Ich komme gleich.
Haben Sie es ihr gesagt?
Ihrer Freundin Erika?
Besser, Sie reden mit uns.
Wir können Sie schützen.
Wir haben uns gestritten. Mein Mann ist etwas cholerisch.
Er ist eben Künstler.
Wie lange wohnen Sie schon hier? Seit vier Jahren.
Damals ging es ihm nicht gut. Er hatte Depressionen.
Darum sind wir rausgezogen.
Jetzt hat er eine Ausstellung. Alles war gut.
Bis diese Morde angefangen haben.
Glauben Sie, dass er zu so was fähig wäre?
Ihnen ist schon klar, was Sie meinem Mann da antun.
Während Sie ihn verdächtigen, tötet der Mörder weiter.
Ein Pils, bitte.
Was?
Was machst du hier?
Ich hab was gegessen.
*Im Radio läuft "Hungry Eyes" von Eric Carmen.*
Warum bist du nicht in Hamburg?
Ähm... War mir erst mal zu groß.
Hier habe ich das volle Programm: Vier Leichen, eine Vermisste.
Klingt unglaubwürdig.
Und du?
Wegen der Liebe.
Dachte ich.
Noch was vor heute Abend?
Ja...
Muss noch was arbeiten. Ach, komm.
Bist doch eh bald wieder weg.
Wie meinst du das?
Weil du dich für was Besseres hältst.
Idiot.
Bis Morgen.
*Düstere sphärische Musik*
(Radiosprecherin) Die Suche nach dem sogenannten Iseforst-Mörder
läuft weiter auf Hochtouren und verlief bislang erfolglos.
Die Polizei rät davon ab, sich im Wald aufzuhalten,
vor allem nach Einbruch der Dunkelheit,
und ruft zu äußerster Vorsicht auf.
Sachdienliche Hinweise richten Sie an die Polizei Weesenburg
oder jede andere Polizeidienststelle.
*Dumpfe Schläge*
*Er stöhnt.*
*Düstere sphärische Musik*
Immer noch nichts von Ihrer Schwester?
Die Weesenburger sind dran.
Randows Anwältin hat sich gemeldet.
Er will Sie sprechen.
Er sagt, er hat Informationen. Worüber will er sprechen?
Über Ihre Schwester.
Kommen Sie!
Wo denn? Sankt Pauli, Briefkasten.
Reeperbahn.
Vielleicht will Randow Sie deshalb sprechen.
Was hat er damals bei seiner Verhaftung zu Ihnen gesagt?
"Freu dich nicht zu früh."
Niemand kann den LKA-Chef direkt angehen.
Aber seine Schwester. Was, wenn er sich abgesichert hat?
Er soll meine Schwester dafür entführt haben?
Wenn er wusste, die Zeit läuft ab und er braucht was zum Verhandeln,
dann wäre das eine Nachricht aus dem Milieu.
"Wir haben deine Schwester." So, ja...
Das würde heißen, dass sie lebt.
Reeperbahn? Kann man gut kurz untertauchen.
Das ist eine Möglichkeit.
Aber es gibt ja beim Verschwinden vier.
Bei einem Unfall müsste man sie schon gefunden haben.
Suizid: Es gibt weder eine Leiche, noch gab es Anzeichen.
Dann bleibt noch ein Verbrechen.
Erpressung. Robert Neder ist vermögend.
Dann hätte es Kontakt geben müssen.
Vielleicht ist das ja eine, und sie zielt nicht auf ihren Mann,
sondern gegen Sie.
Man sollte allem nachgehen.
Hat die Spurensicherung im Haus meiner Schwester etwas ergeben?
Nee, keine weiteren Erkenntnisse.
Als Kollege muss ich Sie noch über etwas informieren.
Meine Schwester drohte Ihrem Mann kurz vor ihrem Verschwinden.
Hatte er gar nicht erwähnt. Womit?
Sie sagte, in einer Tüte belastendes Material
über meinen Schwager gesammelt zu haben.
Und sie hat ihn damit erpresst? Ich befürchte, ja.
Vielen Dank, dass Sie so kollegial sind.
Wir sind nur das kleine Weesenburg, aber wir können auch arbeiten.
Wir sind nicht voreingenommen. Das hilft.
Ich danke Ihnen. Alles Gute.
Wiedersehen.
Entschuldigung. Wiedersehen. Wiedersehen.
Wenn sie wirklich was in der Tüte hatte, ist das ein Motiv.
Und Neder war abends vor ihrem Verschwinden bei ihr.
Sie will Geld. Der ist doch reich genug.
Das sind die Leute nie. Eine halbe Million und ein Haus...
Ich geh mal rüber. Jo.
"NDC".
Haben Sie damals auf meine Seminararbeit geschrieben.
Anne Bach? Mhm.
Dauerte eine Weile, das zu entschlüsseln.
"Ne discere cessa", "Höre nicht auf zu lernen", Cato der Ältere.
Sie waren gut.
Und, wie ist es hier?
Hier lernen Sie, dass es Hierarchien gibt.
Vielleicht sind die das Problem. Nicht in unserem Beruf.
Sagen Sie, könnten Sie mich auf dem Laufenden halten?
Aber ohne, dass die Kollegen... Ich danke Ihnen.
Sobald es was Neues gibt, melde ich mich.
Bethge hat echt Nerven, uns hier zu belehren.
Haben wir was gegen Neder?
Es gab anonyme Hinweise nach den ersten Zeitungsberichten.
Der übliche Neid.
Haben wir nicht ernst genommen. Tun Sie's!
Was? Tun Sie's!
Nehmen Sie die Anschuldigungen ernst!
Hey, Theresa! Komm mal, bitte.
Ich weiß, dass es schwer ist, für uns alle, für dich besonders.
Aber du bist schon das dritte Mal zu spät.
Du machst deine Ausbildung.
Auch wenn du die Tochter vom Chef bist, das geht nicht.
Ich schreibe unser Buch zu Ende. - Mach das, wenn sie wieder da ist.
Glaubst du, dass sie wiederkommt?
Oder glaubst du, dass ihr was passiert ist,
wie den Leuten im Wald?
Das ist ein Durchsuchungsbeschluss für die Produktionshalle.
Wir glauben, dass Sie Ihre Frau in der Nacht vom 13. zum 14.08.
getötet und anschließend hier unter Beton entsorgt haben.
Wir haben einen Anruf bekommen. Was?
Wir haben nur Hinweise. Solange ist Ihr Vater unschuldig.
Das klärt sich alles auf!
Was war in der Tüte?
Was wird das hier? Hängt ganz von Ihnen ab.
Sie können natürlich Ihren Anwalt anrufen.
Gehst du bitte raus? - Warum? - Raus!
Also, was war in der Tüte?
Was für eine Tüte? Ich habe keine Ahnung.
Hat Barbara Sie erpresst? Nein.
Sie waren bis zehn Uhr bei ihr. Und danach? Bin ich nach Hause.
Können Sie das bestätigen?
Ich habe lange telefoniert, dann bin ich eingeschlafen.
Dann haben sie auch kein Alibi. Ist interessant.
Einer Ihrer Mitarbeiter meinte,
Sie wären vier Uhr nachts noch hier gewesen.
Ich konnte noch nicht nach Hause fahren, also bin ich hier her.
Ich habe eine 20-jährige Beziehung beendet.
*Die Tür geht auf.*
Nichts gefunden. Kein frischer Beton.
Die Hunde haben auch nicht angeschlagen.
Wir haben nichts damit zu tun.
Als ich sie das letzte Mal sah, war sie gut gelaunt.
Fragen Sie die Kollegin.
Sie hat den Gärtner der Nachbarin kennengelernt.
Falls Sie andere Erkenntnisse haben, laden Sie mich vor.
Wiedersehen.
Glaubst du mir?
Warum hast du gelogen?
*Es klingelt.*
Wer ist das denn?
Gehst du? Ja.
(Marianne) Robert!
(wütend) Wieso hast du ihnen von der Tüte erzählt?
Das musste ich. Ich soll Barbaras Mörder sein?
Das sage ich ja gar nicht!
Die haben mich vor meiner Tochter "Mörder" genannt!
Wir machen nur unsere Arbeit!
Du sollst deine Schwester finden! (Mutter) Hört ihr auf?
Seid still!
Barbara ist nicht tot. Sie lebt.
Robert hat recht: Du musst sie nur finden, Thomas!
Ich habe doch meinen Schwager nicht "Mörder" genannt.
Ich habe Ihnen nur die Fakten gegeben. Das war meine Pflicht.
Ich weiß ja nicht mal, was in der Tüte drin war.
Heißt das, das ist Ihre einzige Spur?
Ja, danke.
Sie glauben, dass meine Schwester tot ist.
Sie sind sich sicher, dass mein Schwager ihr Mörder ist.
Sie prüfen nichts anderes. Wir müssen mit Randow reden.
Er sagt, er weiß, wo sie ist.
*Eine Tür wird aufgeschlossen.*
(Mann) Hoher Besuch.
Der LKA-Chef persönlich.
Sie haben sich Zeit gelassen. Ich hatte schon Sehnsucht.
Wo wir all die Jahre so viel Spaß hatten miteinander.
Tag, Herr Randow.
Ich habe gehört, Ihnen ist was abhandengekommen?
Was wissen Sie über das Verschwinden meiner Schwester?
Der große LKA-Chef.
Ist ein seltsames Gefühl, wenn man nicht alles unter Kontrolle hat.
Immer schön bei den Regeln bleiben.
Was wissen Sie über meine Schwester?
Wenig.
Oder viel.
Das liegt an Ihnen, was Sie mir anzubieten haben.
Lassen Sie die Spielchen. Fangen Sie jetzt damit an oder...
Nein, so läuft das nicht.
Sie bieten Sie mir was an. Nein: Ich sage Ihnen, was ich will.
Sie kümmern sich darum, dass die Mordanklage fallengelassen wird.
Drogenbesitz, Körperverletzung, Einschüchterung: okay.
Selbst wenn ich wollte: Das entscheidet der Staatsanwalt.
Mein Gefühl sagt mir, dass man dort auf Ihr Wort hört.
Aber warten Sie nicht zu lange. Nicht, dass es zu spät ist.
Die Uhr tickt...
tickt, tickt...
Was ist, wenn Ihre Schwester noch am Leben ist
und ich weiß, wo sie ist?
*Knacken*
*Schnaufen*
*Knacken*
*Klicken*
*Knacken*
*Trampeln*
*Das Pferd wiehert.*
*Das Pferd schnauft.*
(Leest) Das Wichtigste zuerst: Doppelmorde im Iseforst.
Wir haben die möglichen Täter durch.
Sie treten immer noch auf der Stelle? - Nein.
Wir haben eine neue Spur. Fräulein Bach?
Die Reiterin von dem Pferdehof
hat das erste Paar nachmittags im Wald gesehen.
Eine Stunde später raste ihr aus der Richtung,
in die das Paar ging, ein Auto entgegen.
Sie hat die zwei wohl als Letzte gesehen.
Hat sie den Fahrer erkannt? Nummernschild?
Aber die Farbe: Rot.
Dieser Holzkünstler Lingner fährt einen rotes Auto.
Er hat psychische Probleme, sagt seine Frau, cholerische Anfälle.
Er kennt sich gut im Wald aus,
und er hat ein Jagdgewehr. Ist zwar nicht die Tatwaffe...
Alibi? - Keins.
Wir müssen's nur beweisen.
Wir brauchen mal irgendeinen Fortschritt.
Jetzt gibt's auch noch die vermisste Frau des Unternehmers.
(Lohse) Die Schwester des Hamburger LKA-Chefs.
Der beschäftigt 200 Leute.
Der ist stocksauer, weil sie in seine Firma einmarschiert sind.
Der wird seinen Einfluss geltend machen. Gibt's da was Neues?
Da gibt es ja nicht mal eine Leiche.
Gut.
Ich steche das mit dem Holzkünstler an die Presse durch.
Er ist jetzt der Hauptverdächtige.
Besuchen Sie den mal wieder, vielleicht gesteht er.
Beschaffen Sie was, das Neder belastet
oder einen neuen Tatverdächtigen. Danke. - Danke.
Wiedersehen.
Tu selbst nicht was, was jemand anderes für dich erledigen kann.
Was ist mit Jürgen Becker, den Barbara Neder kennengelernt hat,
kurz bevor sie verschwand?
Das meinte Robert Neder. Den haben wir doch befragt.
Der mit dem Schäferhund.
Neder will doch nur ablenken.
Aber sprechen Sie mit ihm.
Gut.
*Hunde bellen. Telefon klingelt.*
Ja, hallo, Becker?
Ja. Ja, Moment bitte.
Ja? Ich rufe wegen Barbara Neder an.
Ja, wir haben miteinander geredet, also eher sie.
Genau, bei der Grillparty...
Sie deutete an, dass da jemand Neues war.
Nein, hat keinen Namen erwähnt. Tut mir leid.
Ich bin verheiratet. Aber...
Um am 13. August habe ich wie immer den Hund rausgebracht
und war um 22 Uhr im Bett.
Meine Frau wird das bestätigen. Gut, danke Ihnen. Wiederhören.
Ja.
Was soll ich sagen?
Es ging um die durchgebrannte Frau von dem Druckereitypen.
Du läufst mir nicht auch davon, oder?
*Sie kreischt.*
Was hältst du von dem Schlitten? Soll der Papa den kaufen?
Noch besser?
(Frau) Felix!
Ich will aber bei dir bleiben. Wir sehen uns nächste Woche.
Dann spielen wir Fußball. Ich hole dich ab.
Observierung? Tut mir leid, wollte ich nicht.
Jetzt weißt du wenigstens, warum ich noch hier bin.
Gibt schlechtere Gründe. Ja.
Apropos Barbara Neder:
Becker meinte, sie hat eine neue Liebe erwähnt, aber keinen Namen.
Warst du bei ihm? Nee, hab ich am Telefon geklärt.
Seine Frau kann bestätigen, dass er am 13. August zu Hause war.
Du hast ihn nach dem 13. August gefragt? Hab ich nicht.
Hat er von sich aus erwähnt.
Wieso erwähnt er ein Alibi, nach dem du ihn nicht fragst?
Und Sie sind sich sicher, dass das hier zu etwas führt?
Was wissen wir denn über den Mann?
Jürgen Becker, 37 Jahre alt, wohnhaft in Weesenburg.
Er arbeitet als Friedhofsgärtner
und verdient sich gelegentlich was dazu.
Er war zweimal straffällig: als 14-Jähriger... Mit 14?
Das ist fast 20 Jahre her.
Haben Sie mit 14 Omas geholfen?
Also ich nicht.
Und dann nochmal mit 20, da hat er... *Es klopft.*
Herr Becker, kommen Sie rein.
Vielen Dank fürs Kommen, auch noch so überpünktlich.
Ich bin Staatsanwalt Leest.
Ich musste eine Grabbepflanzung verschieben.
Könnte ich was zu trinken bekommen?
Ich bin Kriminalobermeister Jan Gerke.
Ich weiß, wir haben telefoniert.
Sie haben mich damals befragt.
Können wir anfangen?
Ich muss in zwei Stunden am Friedhof sein.
Ich bin kein Beamter und würde gern noch etwas Geld verdienen.
Sie sagten damals, Sie kannten Barbara Neder. Nein.
Nein? Ich dachte... - Ich habe sie einmal gesehen.
Unter Kennen verstehe ich was anderes.
Das hatte ich schon erwähnt: Sie war wütend auf ihren Mann,
wegen der Abfindung. Sie war vollkommen betrunken.
Die Nachbarin bat mich, sie nach Hause zu bringen.
Was ist dort passiert?
Was erwarten Sie denn, was passiert ist?
Ich bin glücklich verheiratet! (Leest) Daran zweifelt ja keiner.
Warum sagten Sie, dass Sie für den 13. August ein Alibi haben?
Weil er mich gefragt hat. Hab ich nicht.
*Sphärischer Sound*
Ich wollte nicht, dass Sie noch mal anrufen
und meine Frau wieder fürchterlich aufregen.
Am 13. August hatte ich sehr hohes Fieber.
Danach war ich sechs Wochen krank.
Wie im Juli?
Ich bringe Ihnen den Krankenschein.
Geben Sie uns auch Ihre Fingerabdrücke? Natürlich.
Sobald...
Warum tragen Sie Handschuhe?
Anweisung meines Arztes.
Ich habe ein Exzem, das wohl auch ansteckend ist.
Sie waren als 14-Jähriger in Haft...
Wegen einer Dummheit mit der Untermieterin meiner Mutter.
Ich hatte damals nicht mal Geld für eine Cola.
Ich dachte, das Zimmer ist leer...
Ich habe Angst bekommen.
Und mit 20 haben Sie eine Frau vergewaltigt, die dann fast...
Sehe ich aus, als hätte ich es nötig, Frauen zu vergewaltigen?
Sie hat gelogen, aber man hat ihr geglaubt.
Glauben Sie mir, das ist ein schlimmes Gefühl.
Wir... (Leest) Gut.
Entschuldigen Sie bitte die Unannehmlichkeiten. Ja...
Ich helfe immer gerne.
Wenn Sie wegen der Fingerabdrücke kommen,
bringen Sie uns dann den Krankenschein mit
und den Befund Ihres Arztes?
Für Sie immer gern.
Ähm... Fällt dir nichts auf?
Erst sagt er, er war mit dem Hund draußen, jetzt hatte er Fieber.
Wieso hakst du nicht nach?
Klären Sie Ihre Probleme nach Feierabend.
Wer hatte die Idee? Sie?
Der Mann bringt eine Verwirrte heim, die danach noch lebt.
Er hat ein Alibi und mit 14 Unfug gemacht.
Worum müssten wir uns wirklich kümmern?
Um zwei Doppelmorde!
Wenn Sie dann noch Zeit haben, konzentrieren Sie sich auf Neder.
Irgendwo muss er ja die Leiche beseitigt haben.
Oder wir warten, bis der Mais abgeerntet ist,
die Felder wieder frei sind und die Leiche von allein auftaucht.
Vielen lieben Dank! Spitze!
*Eine Tür wird geschlossen.*
Ich weiß, warum keiner gekommen ist.
Weil du ein Mörder bist.
*In der Ferne tröstet eine Frau ein weinendes Kind.*
Hans, bitte, ich hab dich nicht...
Das war Erika. Die hatte Angst um mich.
Klar, deine Freundin, mit der du immer nachts ins Kino gehst?
Mir macht das Angst.
Du machst mir Angst!
Hans.
Ich gehe weg, mit den Kindern.
*Es gongt.*
Kommst du? Es geht weiter.
Was ist denn?
Dieser Randow behauptet, dass Barbara lebt und er weiß, wo.
Was? Ich glaube, dass er blufft.
Er will bis morgen ein Angebot haben.
Und was sagt Behringer? Er schließt es nicht aus.
Dann musst du ihm das Angebot machen.
Das kann ich nicht. Ich bin Polizist.
Du bist Barbaras Bruder.
Deine Mutter ist bald am Ende. Oder ist dir das egal?
Entschuldige, tut mir leid. Das hätte ich nicht sagen sollen.
Lust auf eine Spritztour?
Ich bin im Dienst. Die ist dienstlich.
Neder hat ein Motorboot.
Und wo?
An der Ostsee. Grömitz.
Diese winzige Kleinigkeit hat er uns vorenthalten.
Er soll mit dem Boot die Leiche entsorgt haben?
Besser als unterm Beton.
Angenommen, er war vier Uhr früh in der Firma...
Wieso nicht? Neder zwingt einen Mitarbeiter, das zu sagen.
Dann hätte er fünf, sechs Stunden Zeit gehabt,
wenn er sie gegen 22 Uhr getötet hat.
Wie soll er das denn schaffen in der Zeit?
Bis zur Ostsee, aufs Meer und zurück?
Neder fährt eine richtig scharfe Karosse.
Beckers Arzt konnte mir nichts sagen. Schweigepflicht.
Schade.
Hast du die Becker-Akte noch?
Die ist wieder da, wo sie hingehört.
Die will nicht. Dann halt nicht.
182 Kilometer. Wir müssen unter 1 Stunde 30 bleiben.
Sind die Strafzettel inbegriffen? Schauen wir mal.
*Der Motor heult auf.*
Habt ihr den Schlüssel vom Archiv? Den Schlüssel, ja klar.
Eben kam ein Notruf rein. Der Holzkünstler dreht durch.
Seine Frau war dran. Scheiße.
(am Telefon) Randow kommt gleich.
Wir brauchen eine Entscheidung.
Bieten wir ihm was an, sonst haben wir keinen Einfluss mehr.
Ich sehe ihn.
Er kommt mit seiner Frau und seiner Anwältin auf mich zu.
50 Meter noch.
*Ein Mann schreit irre.*
Tun Sie ihm nichts.
*Ein Mann schreit irre.*
Also, wie entscheiden wir uns?
Guten Tag, meine Herren,
Herr Randow, Oberstaatsanwalt Fiethge.
Was, wenn Ihre Schwester tatsächlich noch am Leben ist?
Wir müssen ihm was sagen.
Jetzt!
Kein Angebot.
Herr Lingner?
Herr Lingner?
Herr Lingner, lassen Sie uns sprechen.
Nehmen Sie das Messer runter!
Ich bin kein Mörder.
Sagen Sie das meinen Kindern?
Nein!
*Ein Schuss, Geschrei*
Behringer? Ist was passiert?
Behringer, hören Sie mich?
Die Waffe runter!
Die Waffe runter!
Behringer!
*Telefon klingelt.*
Knut? Anne? Ja?
Eine Stunde 28.
Robert Neder hat die Leiche in der Ostsee versenkt.
Anne? Ja.
Alles gut bei dir?
Nein.
*Sie schnieft und schluchzt.*
(Leest) Was ist mit den Kindern? Die waren schon draußen.
Gibt es einen Abschiedsbrief? Nein.
Immerhin ist es jetzt vorbei.
Der Iseforst ist endlich wieder sicher.
Die Presse war eine gute Idee von Ihnen.
Das war ja nicht von...
Er hat sich selbst gerichtet, ohne Geständnis.
Moment...
Er hat gesagt: "Ich bin kein Mörder."
Ich hätte ihn auch lieber zu lebenslang verurteilt.
Bleibt noch der Fall Neder.
Da brauchen wir unbedingt ein Urteil.
Wir glauben, dass er seine Frau in der Ostsee versenkt hat.
Das Risiko wäre groß, das in einer Nacht zu schaffen.
Wir können nichts beweisen. Was schlagen Sie vor?
Jürgen Becker.
Er hat mehrfach gelogen und unterschiedliche Angaben gemacht.
Er weigert sich, Fingerabdrücke und Krankschreibungen abzugeben,
obwohl er es zugesagt hat. Was wollen Sie?
Ich will in sein Haus.
Sie kriegen von mir auf keinen Fall den Durchsuchungsbeschluss.
Der Mann hat ein Alibi. Der Mann... Hören Sie jetzt auf,
ein für alle Mal!
Herr Leest... Wir wissen, wo Frau Neder ist.
Suchen Sie lieber die nötigen Beweise.
Anne.
Das war ein harter Tag. Ich weiß, wie sich das anfühlt.
Aber er hat recht.
Vielleicht ist Becker wirklich nur ein netter Mann
mit einer netten Frau und einem netten Haus.
Du musst mal wieder was essen.
Heute Abend?
Okay.
Ja, gut. Wir sind dann fertig.
(Mann am Telefon) Er hatte von Ihren Männern Begleitschutz.
Trotzdem konnte seine Anwältin eine Waffe ins Gericht schmuggeln!
So was darf nicht passieren, Thomas! Ich rufe später zurück.
*Telefon klingelt.*
Ja, Bethge? Ich schaffe das nicht ohne Sie.
Frau Bach, ich bin gerade...
Der neue Verdächtige, ein Friedhofsgärtner,
brachte Ihre Schwester kurz vor ihrem Verschwinden nach Hause.
Ja, und? Ich komme nicht an ihn ran.
Der Staatsanwalt wird seine Gründe haben.
Meinen Sie das ernst? Ja.
Das sind die Regeln. Ich kann nichts tun.
Wissen Sie, was das heißt?
Die Weesenburger haben jetzt nur noch Ihren Schwager auf der Liste.
Wieso jetzt? Das Haus steht seit drei Monaten leer.
Du kannst hier nicht einziehen. - Können wir das erst besprechen?
Es war mit deiner Mutter vereinbart, dass ich hier einziehe.
Sie hat ein neues Haus. - Und ihre Sachen?
Können wir einlagern.
(Theresa) War das Lisas Idee? - Nein, meine.
Guck mal, Theresa, wenn wir hier alle zusammen sind,
hilft uns das viel mehr, als wenn hier alles konserviert wird,
wie in einer Gruft.
Du glaubst also, dass sie tot ist, ja?
Wenn du das tust, bestätigst du, was die Weesenburger denken.
Was denn?
Dass du nicht mehr daran glaubst, dass Barbara wiederkommt.
Okay, wie lange soll ich warten?
Nenn mir eine Zahl!
Was glaubst du? Lebt sie noch?
*Düstere sphärische Musik*
Untertitelung: Timecode-Filmstudio, Kehl, 2020
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