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Original subtitles

Ruhe!

Ruhe!

Ruhe!

Zwei weitere.

Ruhe!

Dein Name?

- Donato Bradi, genannt "die Hose" von der Vereinigung der Gondolieri.

- Und du?

- Menico Zanin, von den Muraner Glasbläsern.

Ruhe!

Sagt es mir nach: Für Ehre und...

- Für Ehre und Gerechtigkeit...

Gemäß den Traditionen,

Gemäß den Traditionen,

wie es unsere Väter überliefert haben.

Wie es unsere Väter überliefert haben.

- Gut gemacht!

- Das hört sich an, als wären sie gleich stark.

- Bartolo, sie sind gleich stark.

- Er hat Recht.

- Dein Gehör ist ja besser als meine Augen.

- Hier sind hundert Dukaten für Männer mit genug Mumm...

es zu versuchen.

- Oder gebe ich es in... den Gemeinschaftsfond?

- Wie steht's?

- Kein weiterer?

Das wär's. Hiermit erkläre ich es als beendet.

- Noch nicht, Bartolo.

Das Spiel fängt erst an.

- Höchste Zeit, dass du da bist. Warum kommst du so spät?

- Eure Soldaten haben sehr gut aufgepasst..

- Ich musste erst warten, dass der Mond unterging, um an ihnen vorbei zu kommen.

Ich habe mir sogar die Gelegenheit entgehen lassen, einige republikanische

Köpfe einzuschlagen, weil ich euch nicht zu lange warten lassen wollte.

Na, wer von euch will sich mit mir messen?

- Ich bin bereit.

Hier sind meine hundert Dukaten.

- Leg' sie zu den anderen, Bartolo.

Nun?

Mach schon!

Also, gibt es keine Männer mehr unter euch, ... oder seid Ihr alle verweichlicht, wie alle hier in Venedig?

Ihr liebt die Goldstücke, aber Ihr verdient sie nicht gern.

Ist hier keiner unter euch, der kämpfen will?

- Im Namen Venedigs und Sankt Markus', ich setze hundert Dukaten

und nehme die Herausforderung an.

- Ich habe dich noch nie gesehen ... aber du bist gut gebaut, sehr gut, sogar..

Ich sehe, du kommst aus einem sehr gesunden Geschlecht , aber sage mir eins...

hast du die hundert Dukaten?

- Ich bürge für ihn.

- Bartolo, wer ist derjenige, für den du soviel Geld riskierst?

- Ich bin Sandrigo Bembo, Sohn des Dogen.

- Der Sohn des Dogen, sagst du...

Wie ist es nur möglich, dass der Sohn des großen Bembo sich in solch niedriger Gesellschaft aufhält?

- Ich wähle mir meine Freunde, wo ich will.

- Dann bist du sehr glücklich, aber an diesem Platz hast du einen

Feind. Der Kampf mit dir wird mir ein Vergnügen bereiten,

genau so ein Vergnügen, als würde ich mit dem Teufel selbst kämpfen.

- Für Ehre und Gerechtigkeit...

Und nach der alten Tradition, die seit der Geburt Venedigs Geltung hat.

Dies ist dein Vater, Junge. Und der Hieb meines Beils...

ist bloß ein kleiner Teil meines Hasses auf ihn.

- Vom Geräusch her ist sie tief eingedrungen.

- Tief genug, um den dicksten Hals zu durchschneiden.

Er schwingt das Beil mit der ganzen Kraft des Henkers von Venedig.

- Für Ehre und Gerechtigkeit...

- Gut gemacht, Sandrigo.

- Du bist sehr stark, Junge. Aber wir sehen uns wieder.

- Wann immer du willst. Inzwischen bringe ich dem Dogen deine Grüße.

Wie heißt du?

- Guarnieri.

- Das freut mich.

- Danke, Michele.

- Sandrigo...

- Bartolo...

- Wer ist der Mann?

- Ein Pirat.

- Ein Uskot?

- Ja.

- Er spricht mit einem venezianischen Akzent.

- Hab' ich nicht gemerkt.

- Du hast die besten Ohren Venedigs.

- Ja, aber sein Akzent kümmert mich nicht.

- Er hasst Venedig und er hasst meinen Vater. Warum?

- Vielleicht hat er seine Gründe. Ich weiß es nicht.

Venedig hat nicht immer ihr Bestes ... für Ihre Söhne gegeben.

Trotz der Probleme hier auf der Giudecca, vergiss nicht, dass er hier Gastrecht hat.

- Ja.

- Du hast diesen Mann nie gesehen. Hier ist dein Gewinn.

- Danke.

Freunde! Brüder!

Hört zu!

Das ist die letzte Nacht, die ich mit euch verbringe.

Morgen heirate ich das schönste Mädchen Venedigs.

Hier!

und trinkt auf unsere Gesundheit.

- Glückwünsche, Sandrigo. Glückwünsche!

- Leonora.

- Sandrigo.

Ich habe mir Sorgen gemacht, Sandrigo. Ich hatte Angst, dir wäre etwas zugestoßen.

- Gut, das gefällt mir.

Das bedeutet, dass du mich liebst.

- Ich würde sterben, wenn dir heute Nacht etwas passiert wäre,

unsere letzte Nacht.

- Unsere letzte Nacht... Wir haben ein ganzes Leben vor uns.

Leonora, ich liebe dich.

Auf dass du nie einen Moment unglücklich bist, nach unserer Heirat.

- Dann... musst du mir eins versprechen, Sandrigo.

- Und das ist?

- Versprich mir, dass du nicht auf die Giudecca gehst nach unserer Heirat.

- Das kann ich nicht.

Ich kann kein Versprechen geben, dass ich nicht halten kann.

- Oh, bitte, wenn du mich liebst.

- Ich gebe dir ein anderes Versprechen.

Ich verspreche dir, dass ich nie ohne dich auf die Giudecca gehn werde.

- Du würdest mich zu... diesem schrecklichen Ort mitnehmen?

Mich, deine Frau... zu solchen... Dieben, Bettlern und unanständigen Frauen?

- Wenn du sie wie ich kennen würdest, wüsstest du, dass sie das Herz Venedigs ausmachen.

Es sind arme Leute, Leonora. Bettelarm.

Sie haben nie etwas besessen und werden nie besitzen, was wir haben.

Sie leben so gut wie sie können.

- Mein Vater sagt, alles Unglück käme von der Giudecca.

- Dein Vater, mein Vater, sie stehen auf zu hohen Posten.

Sie wissen nicht, wie das einfach Volk lebt,

und es ist ihnen auch egal.

- Das sollte es aber nicht sein.

- Warum? Was macht es ihnen schon aus?

Der Unterschied zwischen Freunden und Feinden...

besonders für meinen Vater.

- Alle lieben deinen Vater.

- Das glauben wir.

Erst heute Nacht bin ich jemandem begegnet, dessen Hass auf meinen Vater so groß ist, dass...

Er hasst mich sogar, weil ich sein Sohn bin.

- Warum?

- Reden wir nicht über Hass.

- Ich habe dir gesagt, du sollst nie hierherkommen, außer wenn ich dich rufe.

- Ich habe wichtige Neuigkeiten.

- Was für Neuigkeiten?

- Als erstes habt Ihr mir was versprochen, oder?

- Ja?

- Mich zum Kommandanten der Miliz zu ernennen.

- Wenn deine Neuigkeiten soviel wert sind, wie eine Ernennung werde ich mein Versprechen halten.

Das weißt du.

- Ich fühle mich geehrt durch die Versicherung des Großinquisitors.

- Genug damit, erzähl' mir nur deine Neuigkeiten.

- Sandrigo und Guarnieri waren gestern Nacht zusammen.

- Wo?

- Auf dem Campo San Luca. Mindestens hundert Leute haben sie miteinander reden gesehen.

- Über was haben sie geredet?

- Ich habe gesagt "gesehen." Sie hatten die Köpfe zu nah beieinander.

Niemand hat ein einzelnes Wort von dem gehört, was sie gesagt haben.

- Macht nichts. Sie waren zusammen und haben sich unterhalten...

intim. Gut, sogar sehr gut!

- Ein wundervoller Tag für die Hochzeit unserer Kinder, Messer Leonardo.

- Es wäre noch wundervoller, wenn Ihr wohlauf wäret, um dabei zu sein.

- Für mich noch viel mehr als für euch alle, doch möchte ich sie mit einem plötzlichen Anfall nicht stören.

- Nichtsdestotrotz, mein krankes Herz wird die ganze Zeit mit euch sein.

- Die Glocke des Justizpalastes?

- Ja, ein weiteres Todesurteil verkündend.

- Alvise Frascà.

- Ja, er hat gestanden.

- Unter der Folter.

- Alles legal, sogar die Folter.

Rodrigo Zeno ist kein Mann, der das Gesetz bricht.

- Warum hat er es so sehr auf Alvise's Kopf abgesehen?

Alvise hat ihm nie was getan.

- Alvise ist mein Freund.

- Außerdem ist er auch Mitglied des "Rats der Zehn."

Einer weniger von Zehn, bleiben neun, einer weniger von neun bleiben acht...

Und so weiter, und so fort...

Die Axt hat meine Freunde genommen...

und Rodrigo nimmt dafür seine.

Und bald bleibe ich mit niemandem zurück im Rat.

- Aber Ihr seid der Doge von Venedig.

Kann man was tun?

- Ich sitze hier mit den Arzneien meines Arztes,

weder tot noch lebendig und warte auf ein Wunder. Möge das Blut wider in meinen Adern pulsieren.

- Was ist mit Sandrigo?

- Ach, Sandrigo...

- Es gibt jemanden, Messer Leonardo, der weiß, was heute passiert.

Messer Leonardo, wenn Ihr gestattet...

Ich möchte allein mit Sandrigo reden. Vom Vater zum Sohn.

- Ich warte auf dich im Boot, Sandrigo.

Wir werden die Braut zusammen abholen.

- Was gibt's, Vater?

- Da ist etwas, das ich dir schon die ganze Zeit sagen wollte.

Die Wahrheit über... deine Herkunft.

- Meine Herkunft? Was meinst du damit?

- Erinnerst du dich daran... als dir das Zeichen auf die Brust gebrannt worden ist?

- Nein, vielleicht war ich zu klein.

- Hast du dich jemals gefragt, wer es dort angebracht hat?

- Oft, aber jedesmal hieß es, du wärest es gewesen.

- Tätowieren ist nicht üblich in Venedig.

- Ich weiß.

- Dagegen tun es... die Uskotischen Piraten...

- Das weiß ich auch, die... Uskoten... haben immer schon

Tätowierungen mit Tieren, oder seltsamen Symbolen.

Dagegen ist meine ein Abbild der Jungfrau Maria.

- Trotzdem...

- Heißt das, dass meine Tätowierung etwas mit den Uskoten zu tun hat?

Vor vielen Jahren, als ich Generalkapitän von Venedig war...

habe ich ein Piratenschiff der Uskoten abgefangen und verbrannt.

Einziger Überlebender war... ein kleines Kind. Du.

Du warst hübsch, intelligent, tapfer.

So klein und schon so tapfer.

Du standest über deiner toten Mutter gebeugt und wedeltest mit einem Schwert, größer als du selbst

und wolltest uns alle niedermachen.

Ich habe zu Gott geschworen, dass ich dich als meinen Sohn annehmen würde.

Am Tag deiner Hochzeit, sollst du die Wahrheit über dich und mich erfahren.

Habe ich dir weh getan, mein Sohn?

- Ich werde dich immer lieben, wie ein Sohn seinen Vater liebt.

- Danke, mein Sohn. Und möge der Himmel dich segnen.

Geh' jetzt zu deiner Braut. Du darfst sie nicht warten lassen. Niemals.

- Ah, die Kinder. Was siehst du, Menico?

- Der Zug ist noch zu weit entfernt.

- Meinst du, sie lassen uns rein in die Kirche?

- Niemand kann uns daran hindern.

Du wirst aber nichts sehen.

- Warum nicht?

- Weil die Zeremonie in der Privatkapelle abgehalten wird, aus Achtung vor der Krankheit des Dogen.

- Hier, hier kommen sie!

- Hier, Bartolo.

- Smeralda, erzähl'!

- Ich sehe die blaugoldene Gondel mit der Braut...

- Ja.

- die den Zug anführt.

- Oh, ja.

- Menico, was noch?

- Da sind Gondeln mit Verzierungen und das alles.

- Oh, ja.

- Ja.

- Ich habe die Blumen mit.

- Geh' hin! Geh' hin, Smeralda, und erinnere dich an die Worte.

- Ja.

- Die besten Glückwünsche für euch, von den Freunden Sandrigo's.

- Danke.

Gut, sehr gut.

- Sandrigo Bembo, wollt Ihr Leonora Danin als eure rechtmäßige Frau nehmen,

gemäß den Regeln der heiligen Katholischen Kirche?

- Ja.

- Leonora Danin, wollt Ihr Sandrigo Bembo als euren rechtmäßigen Mann nehmen

gemäß den Riten der Heiligen Katholischen Kirche?

- Sandrigo Bembo.

- Ja?

- Wenn Ihr mir aus der Kirche heraus folgen möchtet. Ich habe euch etwas zu sagen.

- Keine Angst, Leonora, Ich bin gleich wieder da.

- Komm Michele, wir gehen auch.

- Nun, was gibt's?

- Sandrigo Bembo, im Namen der Republik Venedigs erkläre ich euch als verhaftet.

Ihr werdet mit mir kommen.

- Wie lautet die Anklage?

- Ich weiß nicht. Mein Auftrag lautet, euch zu verhaften.

- Solange ich nicht weiß, wessen ich angeklagt bin, komme ich auch nicht mit.

- Dann bin ich gezwungen, euch mit Gewalt abzuführen.

- Sandrigo!

Wehre dich nicht, das bringt nichts.

Dein Vater wird bestimmt alles regeln.

Bitte, Sandrigo, steck' dein Schwert weg.

- Ich gehe zum Großinquisitor, um etwas herauszufinden.

- Er hätte hier sein sollen. Er war zur Hochzeit eingeladen, oder nicht?

- Er ist nicht gekommen.

- Gut, gehen wir.

- Menico, folge ihnen. Berichte mir, wohin sie ihn bringen.

- Ja.

- Aber warum? Warum hast du 2 Tage gewartet, um es mir zu sagen?

- Der Befehl lautete, mich von dir fernzuhalten.

- Wessen Befehl?

- Des Großinquisitors: Rodrigo Zeno.

- Zeno, Zeno, immer Zeno.

- Seine Exzellenz, der Großinquisitor, Don Rodrigo Zeno.

- Eure Durchlaucht, Ihr habt nach mir gesandt?

- Ja.

- Seit zwei Tagen ist mein Sohn im Kerker, auf euren Befehl verhaftet, Rodrigo. Warum?

- Der... Rat der Zehn hat seine Festnahme befohlen.

Ich, eure Durchlaucht, habe den Befehl ausgeführt.

- Warum hat man es mir nicht berichtet?

- Ihr wart krank an dem Tag, so krank, dass Ihr nicht an der Hochzeit eures Sohnes teilnehmen konntet.

Ich fürchtete, dass Ihr den Schock nicht überleben würdet.

- Solch eine Rücksichtnahme hätte ich nicht von euch erwartet. Also, sagt mir endlich, warum er verhaftet wurde?

- Um eure Tochter... davon abzuhalten, einen Verräter zu heiraten.

- Ein Verräter, mein Sohn?

- So bezeichnet, nach eurem eigenen Gesetz...

das besagt, wer auch immer im Bunde mit Feinden

der Republik Venedigs steht... ist des Verrats schuldig.

- Wie lautet die genaue Anklage gegen ihn?

- Am Abend vor seiner Hochzeit wurde Sandrigo Bembo in San Luca einträchtig mit Guarnieri gesehen,

Anführer der Uskotischen Piraten.

- Nein, das ist gelogen. Ich war zugegen.

Sandrigo hat sich mit dem Mann gemessen zur Ehre Venedigs.

Er erfuhr erst später, wer der Mann war.

- Mein lieber Pietro, du solltest... vorsichtiger sein, wenn du einen Verräter verteidigst.

Besonders, wenn du zugeben musst, dass... du zugegen warst, als der Verrat geschah.

- Was ist das für eine Bösartigkeit, dass Ihr einem Mann droht, der die Wahrheit erzählen will.

- Sagen wir es ganz offen, Messer Rodrigo Zeno...

Wäre Sandrigo eingesperrt worden, wenn meine Tochter euch lieber geheiratet hätte, als ihn?

- Eure Tochter hat nichts damit zu tun.

Als Großinquisitor ist es meine Pflicht, bei jedem Angeklagten das Gesetz anzuwenden!

- Wenn Eifersucht auf Sandrigo nichts damit zu tun hat,

warum seid Ihr nicht auf ihrer Hochzeit erschienen?

- Meine... Männer haben Guarnieri gefangengenommen, den Uskotischen Piraten.

Ich war zu sehr damit beschäftigt, ein volles Geständnis zu bekommen, dass... Sandrigo Bembo...

ein williger Verräter der Republik ist und... diese unzählige Male verraten hat.

- Eine Lüge!

- Die Beweise wurden dem Rat der Zehn geliefert.

- Euer Rat! Eure Marionetten.

- Der Rat... der Republik von Venedig.

Sie haben die Festnahme Sandrigo's befohlen.

Ich gehorche dem Befehl.

Ich würde trotz allem... doch... kann ich es mir nicht leisten, Partei zu ergreifen.

Es versteht sich von selbst, dass ich... trotz der Beweise, mein Bestes tun werde,

dass sich meine Freunde im Rat euren Freunden anschließen, um das Todesurteil zu verhindern.

Aber denken wir daran, dass die Feinde Venedigs

und des Dogen gnadenlos bestraft werden müssen.

So wie... der Scharfrichter Venedigs... die Strafe an dem Verräter Alvise Frascà vollzieht.

- Zweihundert Dukaten für die Überbringung meines Schreibens, oder ich reiße dir den Kopf ab, wenn ich rauskomme.

- Und wenn du Sankt Markus persönlich wärest, könnte ich dein Schreiben nicht überbringen.

Du bist in diesem Kerker auf Befehl des Großinquisitors. Wenn ich dir helfe, verlier' ich meinen Kopf.

- Ich hab' dir ja schon versprochen, ihn abzureißen.

- Ich wette, dass der Großinquisitor sich an deinen Kopf macht, bevor du dich an meinen machst.

Auf jeden Fall hast du hier nichts zu befürchten.

Erst, wenn sie dich in den Turm schicken, beginnst du die Luft des Richtblocks zu atmen.

So, da draußen... drei Tage im Turm und dann...

- Ich habe die Arbeit angenommen, weil ich die Venezianer und den Dogen hasse.

Weil ich wusste, dass die, die mir was antun wollen,

unter mein Beil kommen werden, einer nach dem anderen:

Andrea Dorigo, Corrado Dandolo, heute: Alvise Frascà.

- Und was ist mit dem, den du am meisten hasst?

- Geduld.

- Geduld hilft nicht. Der Doge ist eine zu mächtige politische Figur.

Du wirst ihn niemals unter dein Beil bekommen, außer, du tust, was ich sage.

- Ich werde keine falschen Anschuldigungen gegen einen Mann erheben, den ich nicht kenne,

besonders, wenn er unschuldig ist.

- Du vergisst, dass ich hier in Venedig befehle.

- Ich bin kein Venezianer.

- Im Moment bist du in einem venezianischen Kerker.

Tja, wenn du mir nicht helfen kannst, dann schicke ich dich in die Bleikammern.

- Damit ich mir meinen eigenen Kopf abschlage?

Tut das nicht, Zeno.

Lasst mir etwas zustoßen... und ganz Venedig wird in 24 Stunden wissen, was es mit uns Beiden auf sich hat.

Ich bin nicht so blöd, hierherzukommen, ohne mich bestens abgesichert zu haben.

- Wie stark ist dein Hass auf den Dogen?

- Muss ich euch das nochmal sagen?

- So sehr, dass du auch den Sohn hasst?

- Ja, und er weiß es.

- Glaubst du, dass... Söhne für die Sünden ihrer Väter büßen müssen?

- Ich weiß nur, dass ich diesen Vater leiden lassen muss.

Es ist mir egal, wie!

- Sandrigo Bembo ist der Sohn des Dogen...

- Ich weiß! Ich weiß! Ich weiß!

- Die falschen Beweise, die ich von dir fordere, sind gegen Sandrigo Bembo.

- Sandrigo Bembo, ja. Mit Vergnügen.

Von ganzem Herzen!

- Leonora?

- Mutter, gibt es etwas Neues?

- Nein. In diesem Moment haben sie ihn vor den Rat der Zehn geführt.

Dein Vater hat eine Verabredung mit dem Dogen.

Wenn Zweifel bestehen, wird der Doge bestimmt sein Vetorecht einlegen, meine Liebe.

- Sandrigo Bembo, Ihr habt soeben gehört, was dieser Mann, Guarnieri, ausgesagt hat.

Was habt Ihr zu eurer Verteidigung zu sagen?

- Ich habe diesen Mann nur ein einziges Mal gesehen, ohne zu wissen, dass er ein Uskotischer Pirat ist.

Ich habe mich nie an einen Überfall gegen Venedig beteiligt.

Der Mann lügt, und jemand hat ihn dafür bezahlt, dass er lügt.

- Passt auf, was Ihr sagt, Ihr seid hier, um euch zu rechtfertigen.

- Und nicht um wilde Anschuldigungen zu machen!

- Ich bitte den Rat, den Worten Sandrigo's kein Gewicht zu geben.

Seine Position ist schon aussichtslos genug geworden, durch die Beweise, die Guarnieri angeführt hat.

- Die Worte eines Piraten gegen die eines venezianischen Edelmannes?

- Gut gesprochen, Sandrigo!

Man sollte den Worten eines Piraten nicht glauben, doch sollte man sich fragen, was er damit erreichen will?

Wenn Guarnieri glaubt, dass er seinen eigenen Kopf mit den Anschuldigungen gegen Sandrigo retten kann,

dann sage ich ihm hier auf der Stelle, dass er einen Riesenfehler begeht.

Nur die Erfahrung und der Sinn für die Gerechtigkeit des Rats kann diese Fragen beantworten.

Um zu einem gewissenhaften Urteil zu gelangen.

- Lasst uns abstimmen.

- Führt sie hinaus!

- Ich bitte ums Wort.

Bevor wir zur Abstimmung schreiten, möchte ich jeden von euch daran erinnern,

dass es sich um den Sohn eines Mannes handelt, dem Venedig viel verdankt.

- Ich schließe mich den Ausführungen des Ratsherren Grimani an.

Und ich bitte darum, bei der Abstimmung nicht zugegen sein zu müssen,

damit meine Person und das Amt, das ich ausführe, eure Entschlüsse nicht beeinflussen können.

- Es hat alles nichts genützt. Die sechs Räte, die mit Zeno befreundet sind, haben das Urteil gefällt.

Sechs Stimmen gegen vier. Die Beweise Guarnieri's waren ausschlaggebend.

- Guarnieri hat gelogen!

Wenn man ihn dazu bringen könnte, seine Aussage zurückzunehmen,

dann hätte ich das Recht, eine neue Verhandlung anzusetzen.

Morgen früh werde ich ohne Wissen des Großinquisitors in den Kerker gehen und Ihr werdet mich begleiten.

- Du hast nicht die Kraft zu gehen...

- Ich werde die Kraft finden!

Guarnieri muss die Wahrheit sagen. Wenn er ein wahrer Christ ist, dann unter dem Heiligen Eid.

Wenn nicht, dann unter der Folter!

- Die Komtessa ist an der Tür...

- Kommt herein, meine Dame. Habt keine Angst.

Wir sind alle hier Sandrigo's Freunde.

- Ich weiß.

- Ihr haltet doch Michele Arcà als einen seiner besten Freunde?

- Ja.

- Wisst Ihr auch, dass Michele Arcà für den Großinquisitor arbeitet?

- Nein!

- Unmöglich!

- Doch. Er war es, der gesagt hat, dass Sandrigo Guarnieri gesehen hätte.

- Aber... warum nur?

- Ehrgeiz. Purer Ehrgeiz.

Ganz Venedig wusste, dass Sandrigo der Kommandant der Miliz werden sollte.

Und Michele Arcà wollte das Kommando für sich.

- Woher weißt du das?

- Ihr denkt bestimmt, dass ich nichts sehen kann, aber ich habe tausend Augen.

- Wir müssen Michele Arcà bestrafen,

Ihn töten...

Ich töte ihn.

- Nein, das nicht.

- Aber inzwischen ist Sandrigo verurteilt worden.

Wir müssen ihn retten.

- Morgen Nacht wird ihn jemand befreien.

- Und wie wollt Ihr zu ihm gelangen?

Die Wachen halten alle zu Rodrigo Zeno.

- Wir werden nicht den Haupteingang benutzen,

Nicht wahr, Menico?

- Richtig.

- Wo ist die Zelle von Guarnieri?

- Da drüben, Durchlaucht.

- Öffnet sie. Öffnet sie, habe ich gesagt!

- Aber ich...

- Hast du vergessen, wer ich bin?

Öffne die Tür!

Sie ist offen!

- Aber sie ist ja offen!

- Er ist tot.

- Der Pirat ist verschwunden.

- Unglaublich.

- Sehr praktisch, Der einzige Zeuge ist weg!

- Ich wusste nicht, dass Ihr hierher kommen wolltet

- Guarnieri ist entflohen.

- Was?

- Was wollt Ihr jetzt tun?

- Ich werde eine Untersuchung anordnen.

Und dafür sorgen, dass die Schuldigen bestraft werden.

- Ich verstehe.

Aber inzwischen ist mir die Möglichkeit genommen worden, Guarnieri zu verhören.

Wenn Guarnieri's Geständnis noch nicht niedergeschrieben ist, könnten wir für Sandrigo einen neuen Prozess beantrage.

- Es ist gestern niedergeschrieben worden, gestern, nach der Ratsversammlung.

- Das Mosaik ist fast komplett.

Mein armer Sohn.

Wer ist da?

- Ich bins, Menico.

Hör, Sandrigo, wir sind hier, um dich zu befreien und dir zu sagen...

- Runter!

- Sandrigo Bembo, Ich muss euch in den Turm führen.

Kommt mit mir.

- Ja?

Leonora.

- Ich musste kommen.

- Ihr hättest mich rufen sollen.

Man ruft den Großinquisitor nicht, man geht selbst zu ihm hin. Besonders, wenn man Gerechtigkeit will.

- Ihr seid zu einem Freund gekommen. Einem Freund der Familie.

Deinem Freund.

- Dann beweist es, indem Ihr Sandrigo befreit.

- Ich bin nur der Großinquisitor.

Ich habe nicht das Recht, einen Mann frei zu setzen, der vom Rat verurteilt worden ist.

- Von euch verurteilt.

Weil ich ihm meine Liebe geschenkt habe, und nicht euch.

- Wenn es Sandrigo nicht gäbe,

wenn euer Herz frei wäre, würdet Ihr mich dann lieben?

- Was hat das alles für einen Sinn?

Es gibt Sandrigo. Ich liebe ihn. Ich werde ihn immer lieben.

Solange ich lebe.

Wenn Ihr schon hassen müsst, dann hasst mich, weil ich euch nicht so lieben kann wie ihn.

Er hat nur genommen, was ich ihm freiwillig gab.

- Jetzt muss ich euch erst recht beweisen, dass ich Sandrigo nicht aus persönlichen Gründen verhaftet habe.

Ich werde die Hinrichtung verschieben und versuchen, Guarnieri zu fassen.

- Ich will, dass Ihr ihn befreit!

- Ich kann nicht, glaube mir.

Meine einzige Hoffnung ist, Guarnieri zu fassen,

um ihn irgendwie zu zwingen, seine Aussage zurückzuziehen.

Glaube mir, es gibt keinen anderen Weg, um Sandrigo zu retten.

- Wie kann ich euch glauben, dass Ihr ihn retten wollt?

- Ich kann deine Liebe nicht erzwingen, aber wenigstens kann ich dich davon abhalten, mich zu hassen.

Ich will, dass Ihr mir wieder vertraut. Ihr und euer Vater.

Und Ihr müsst auch versuchen, mir zu helfen, um Sandrigo's willen.

Er hat viele Freunde hier in Venedig, und es könnte sein, dass sie ihm zur Flucht aus dem Kerker verhelfen,

Ihr müsst es ihnen sagen, denn wenn sie es versuchen sollten, wird die Lage für ihn nur noch schlimmer.

Nach dem Gesetz wird ein Verurteilter, der versucht, zu entfliehen, unverzüglich hingerichtet.

Und das wünschen wir ihm doch nicht, Leonora.

Er braucht Zeit und Geduld, um sein Leben zu retten.

- Halte heute Nacht zwei Pferde in Mestre bereit.

Du kommst mit mir.

Und keine Sorge, wenn diese Sache zu Ende ist, wirst du Kommandant der Miliz.

- Was ist, habt Ihr etwas bei Rodrigo Zeno erreicht?

- Das ist unsere einzige Hoffnung. Wir brauchen Zeit.

- Ich tue, was Ihr sagt.

- Alle Versuche, Sandrigo zu befreien, müssen verschoben werden.

- Trotzdem werden meine Männer weiterhin die Bleikammern bewachen.

- Ganz sicherlich.

- Ich arrangiere Sandrigo's Flucht.

Das gibt uns die Gelegenheit, ihn geheim hinzurichten anstatt öffentlich.

Es wird alles legal ablaufen.

So, wie Ihr es wünscht, von der Hand des Henkers von Venedig.

- Für mich stellt das keine wirkliche Rache dar, eine heimliche Hinrichtung.

Ich will, dass ganz Venedig erfährt, dass Sandrigo mit seinem Blut für den Tod meines Sohnes bezahlt.

Ins Meer geworfen... ertrunken.

Bembo's Schuld.

- Eine sehr effektive Szene. Aber nicht durchführbar... und gefährlich.

Sandrigo ist sehr beliebt hier in Venedig, das Volk könnte rebellieren.

- Deswegen ist mir mein Plan lieber.

Wenn du es nicht tun willst... finde ich jemand anderes.

- Nein, ich werde es selbst tun.

- Komm in mein Haus, morgen Nacht.

Angetan mit der Kapuze des Henkers.

- Seid Ihr sicher, er sagt ja zu der Flucht?

- Ich habe jemanden, dem er vertraut...

Er überredet ihn.

Ich werde dich sehr gut für deine Dienste entlohnen, aber... ich vergebe nie einem Verräter.

Wir sind uns also einig?

Das ist ein heiliges Zeichen, dich an dein Versprechen zu binden, Guarnieri.

- Ich weiß.

- Sandrigo hat die gleiche Tätowierung auf der Brust wie Guarnieri.

- Sandrigo ist Guarnieri's Sohn.

- Und Ihr habt es gewusst?

- Von Anfang an.

- Und habt das Geheimnis bewahrt?

- Ich habe damit solange gewartet, bis mir das Geheimnis Gewinn bringen würde.

- Der Vater richtet also seinen eigenen Sohn.

- Genau.

- Klassisch- Wie in einer griechischen Tragödie.

- Sandrigo, ich bin's.

- Michele.

- Komm! Sandrigo, wir haben keine Minute zu verlieren.

- Der Weg ist frei von der kleinen Pforte bis hin zum Kanal. Eine Gondel wartet auf dich. Geh!

- Gut.

- Guarnieri.

- Hoher Rat! Leider war unsere Suche vergeblich.

Sandrigo's Leiche ist nicht gefunden worden.

Bei seinem irrsinnigen Versuch, zu entfliehen, ist er ertrunken.

Und es bleibt uns nichts anderes übrig, als für das Heil seiner Seele zu beten.

- Das ist nicht genug, Rodrigo Zeno.

Wenn noch Zeit geblieben wäre, hätte ich mein Recht auf eine Begnadigung ausüben können.

Und das Todesurteil zu lebenslänglicher Haft umwandeln können. Ich habe es nicht getan.

Als Respekt vor dem Hohen Rat. Und weil es den Mann betrifft, der meinen Namen trug.

Jetzt aber befehle ich... dass die Verkündung des Urteils und seine Gründe, zurückgehalten werden.

Ich persönlich werde die Kampagne gegen die Uskoten anführen, bis ich den Piraten Guarnieri gefunden habe.

Und ihn dazu zu zwingen, die Wahrheit zu sagen.

Die ganze Wahrheit.

Das ist alles.

- Leonora, komm bitte her, Don Rodrigo Zeno will dich sprechen.

- Ich habe ihm nichts zu sagen.

- Bitte, Leonora, du musst ihn anhören.

Und dann habe den Mut, ihm zu sagen, was immer in deinem Herzen ist.

Ich habe Leonora überredet, euch anzuhören. Aber ich bitte euch, stört nicht ihren Seelenfrieden.

Sie ist zu uns ins Kloster gekommen, wo sie als Kind glücklich war und den Frieden zu finden,

den die Welt ihr versagt hat.

- Nun, den Worten der Mutter Oberin nach scheint Ihr euch entschieden zu haben, hier zu bleiben.

- Für den Rest meines Lebens.

- Ihr seid noch zu jung, um euch in einem Kloster zu vergraben.

- Ich habe genug von der bösen Welt, die Ihr und euresgleichen für uns gemacht habt.

Da ist kein Platz für mich.

- Glaubt Ihr immer noch, dass... alles, was passiert ist, meine Schuld ist?

- Nur euer Gewissen kann diese Frage beantworten.

Aber sagt mir nun, warum Ihr mich sehen wolltet.

- Leonora,

bitte, gebt mir die Chance, euch zu helfen, ein neues Leben aufzubauen...

Ich biete euch meine Liebe an, meine Hingabe.

Ich verspreche euch, dass niemand euch mehr weh tun wird.

- Glaubt mir, es gibt kein Leben für mich ohne Sandrigo.

Kein Leben.

Doch indem ich hier bleibe, finde ich die Kraft, weiterzuleben.

- Seid vorsichtig, Leonora, es gibt noch andere auf dieser Welt, die Ihr liebt.

Denkt an sie, nicht nur an euch selbst und Sandrigo.

Denkt daran, wie Ihr ihnen helfen könnt. Oder ihnen weh tun könnt.

- Bedroht Gott Rodrigo, nicht mich...

Bekämpft ihn, aber vergesst nicht, ihr werdet ihm eines Tages, gegenüberstehen,

für das Letzte Gericht.

- Bartolo, da ist jemand, der dich sehen will.

- Pietro!

- Pietro, wo bist du?

- Hier, Bartolo!

- Wo ist Sandrigo? Lebt er noch?

- Sandrigo hat's erwischt, aber wir bringen ihn durch.

Aber alle sollen glauben, dass er tot ist.

- Ich möchte ihn aber sehen. Ich bin sein Freund.

- Keiner darf ihn sehen. Es ist gefährlich.

- Beschuldigst du mich...

- Oh, nein, ich gebe dir an nichts die Schuld.

Ihr rennt nur überall herum und könnt eure Münder nicht halten.

- Aber wir müssen es dem Dogen sagen...

- Nein, dem Dogen wurde heute mitgeteilt, dass... Sandrigo noch lebt. Und das ist alles.

- Ich will nicht, dass Sandrigo durch den Leichtsinn Anderer getötet wird.

- Lass' mich ihn sehen, Bartolo, bitte.

- Gibst du mir dein Wort, dass du niemandem davon erzählst?

- Ja.

- Es ist niemand hier, oder?

- Niemand.

- Komm!

- Schau, er hat die Augen geöffnet.

- Sandrigo.

- Pietro,

Bartolo,

Smeralda!

- Der Henker ist...

- Du brauchst vor nichts Angst zu haben. - Sandrigo, du bist hier sicher.

- Nein, der Henker

... Der Henker ist Guarnieri.

- Guarnieri?

- Meine Tochter, du hattest Zeit, zum Nachdenken.

Heute beginnt dein Noviziat.

Es ist meine Pflicht, dich nochmals zu fragen, ob dein Entschluss feststeht.

- So, wie am ersten Tag.

- Sag deinen Männern, dem Mädchen kein Haar zu krümmen.

- Das wissen sie. Vorwärts.

- Schnell.

- Alles in Ordnung.

- Vorwärts.

- Bedenkt, was Ihr tut. Dieser Ort ist heilig.

- Guarnieri.

- Kommt schon, Männer.

- Schnell, schnell!

- Möge Gott euch segnen, Sandrigo Bembo.

Ihr habt einen Frevel verhindert. Eure Tat wird einst im Himmel belohnt werden.

Und du, Leonora... Die Kirche nimmt nur eine Berufung an, aber nicht ein Opfer.

Ich weiß, du hast deine Entscheidung getroffen, ohne zu wissen, dass Sandrigo noch lebt.

Durch seinen Tod hast du dich entschieden.

Deine Berufung... war das Ergebnis.

Kehre zurück in die Welt.

Auch dort hast du deine Pflichten zu erfüllen. Pflichten, die im Namen Gottes zu erfüllen sind.

- Ich bringe Leonora an einen sicheren Platz.

Freunde werden sich um sie kümmern.

- Ich vertraue sie euch an, Sandrigo. Liebt sie und respektiert sie.

Möge Gott euch schützen.

- Corrado Vendradin?

- Was willst du, Sandrigo?

- Dein Leben. Obwohl es nicht viel wert ist, seitdem du es Zeno verkauft hast.

Verteidige dich.

Niemand wird dir etwas tun, wenn ich verliere.

- Ich hätte dich töten sollen, aber ich habe versprochen, es nicht zu tun.

- Und dieses?

- Schickt es Rodrigo Zeno.

Sagt ihm, eine seiner besten Klingen sei zerbrochen.

Lasst uns gehen...

- Was machen sie so lange?

- Die Wachen an den Kanälen und den Straßen sind verdoppelt worden,

- Bestimmt mussten sie einen Umweg machen.

- Da sind sie.

- Sandrigo.

- Keine Angst, ich habe mein Versprechen gehalten.

- Bringt ihn herein.

Corradin Vendradin. Er ist einer von meinen hartnäckigsten Anklägern.

Danke ihr.

Bedanke dich bei dir, dass sie dir das Leben gerettet hat.

- Bringt ihn fort. In ein sicheres Versteck.

- Sandrigo, danke, dass du ihn nicht getötet hast.

- Ich habe mein Versprechen gehalten, bin aber nicht glücklich darüber.

Ich hätte ihn töten sollen.

- Nein, Sandrigo, zu viel Blut ist schon in Venedig vergossen worden.

Entschuldige...

- Du hast leider Recht.

- Alles wird vorübergehen. Und wir werden wieder glücklich sein.

Wir müssen... Geduld und Vertrauen haben.

- Sandrigo, Sandrigo!

- Bartolo.

- Ich fordere sämtliche Wachen Venedigs heraus damit sie Messier Vendradin finden,

das illustre Mitglied des Rats der Zehn.

Und es gibt noch Platz für viele andere.

Ich habe gute Neuigkeiten für euch, Kinder. In ein paar Tagen wird ein Kapuzinerpater bei uns eintreffen.

Er ist ein Heiliger. Ein guter Freund.

Ich habe nach ihm gesandt.

Wenn du willst, vermählt er euch.

- Seitdem Sandrigo wieder da ist, sind alle Räte, die mir ergeben sind, einer nach dem anderen verschwunden.

- Der Doge steckt dahinter.

- Der Doge?

- Ja.

Er weiß, wo Sandrigo ist und versucht, die Mehrheit im Rat wiederzuerlangen,

bevor er Sandrigo wieder vor Gericht bringt.

Ich muss zu Sandrigo gelangen, bevor das geschieht.

Die Antwort ist dort auf der Giudecca, wo Sandrigo's Bettlerhorde ihn versteckt hält.

- Wie soll ich denn da hineingelangen, der Ort ist... uneinnehmbar.

- Es gibt aber jemanden... der da hinein kann.

- Ja,

es gibt jemanden, der keinen Verdacht aufkommen lässt.

- Du bist der Einzige,

der in diesem Hof der Wunder hineingelangen kann, ohne sich verdächtig zu machen.

Du kennst den Weg und das Losungswort.

- Aber der Blinde hat sicher von Sandrigo erfahren, wer ich bin.

Und ich würde die... Freundschaft und Gastfreundschaft dieser Leute verraten.

Nein, ich kann es nicht tun.

- Überleg' es dir, Guarnieri. Ganz genau.

- Der Doge ist wieder wohlauf.

Die Idee, seinen Sohn zu retten hat ihn verjüngt und ihn kuriert.

Er ist darauf aus, uns zu vernichten, und es wird ihm gelingen, wenn wir ihn nicht davon abhalten.

- Es wäre gegen mein Gewissen.

Dieses Kruzifix, es verfolgt mich.

Es ist wie ein Alptraum.

Es verfolgt mich,

wohin ich auch gehe.

- Hör auf ihn, Michele.

- Angst vor einem Kruzifix!

Das einzige, was dir übrig bleibt, ist auf den Knien vor dem Dogen zu rutschen.

Und ihn um Verzeihung bitten weil er Deine Frau und Dein Kind getötet hat.

Ein guter Christ muss verstehen und lernen, einem Mörder zu vergeben.

- Schon gut,

ich werde tun, was Ihr wollt.

Und danach wird mich niemand mehr sehen.

Nie mehr.

- Alles in Ordnung?

- Ja, geh'n wir.

- Hast du keine Angst, dass dich jemand erkennen könnte, Guarnieri?

Es könnte unangenehm für dich werden.

- Keine Sorge. Ich hab' mich um alles gekümmert.

- Sandrigo Bembo,

vis accipere Leonora Danini

hic praesentem in tuam legitimam uxórem juxta ritum sancta matris Ecclesiae?

- Ich will.

- Ego coniugo vos in matrimonium. In nomine Patris et Filii et Spiritus Sancti. Amen.

- Es gefällt mir nicht, dass Sandrigo sich so öffentlich sehen lässt.

- Es besteht keine Gefahr.

Niemand würde es je wagen, hierher zu kommen, es sei denn, ein Freund.

Es ist ein altes Gesetz, das niemals gebrochen wird.

- Sie ist wundervoll.

- Packt ihn!

- Ergreift ihn!

- Ich will ihn lebend!

- Ihr könntet aus diesem Kerker herauskommen. Ich gebe euch und Sandrigo eine Chance zu leben.

In ein paar Stunden wird es zu spät sein.

Der Henker von Venedig wartet darauf, seine Pflicht zu erfüllen.

- Ich bestimme, was in Venedig geschieht. Nicht mal der Doge kann das verhindern.

Alles, was ich getan habe,...

habe ich wegen euch getan.

Um euch zu besitzen...

um euch zu heiraten.

Jetzt sofort!

Unten in der Kirche, wartet ein Priester auf uns.

Ich schwöre euch, dass Sandrigo gerettet wird.

Zusammen mit denen, die Ihr gerne habt.

- Die Gesetze von Venedig verbieten einer verheirateten Frau einen zweiten Ehemann zu nehmen.

- Verheiratet?

- Mit Sandrigo Bembo. In der Kirche von Carmine.

An dem Abend, an dem eure Uskotischen Piraten uns gefangen nahmen.

- Verheiratet?

Damit ist euer Schicksal besiegelt, Leonora.

- Alles ist bereit, Durchlaucht.

- Die jungen Leute aus den besten Familien Venedigs sind bereit und warten nur auf ein Zeichen von euch.

- Und Sandrigo's Freunde haben geschworen, sie würden ihn sogar aus der Hölle herausholen.

- Und der Großinquisitor?

- Hat seine Wachen verstärkt. Bestimmt ist er nicht auf einen Überraschungsangriff gefasst.

- Danke, Grimani. Geht durch diese Tür, es ist sicherer.

- Warum, was bedeutet das?

- Befehle vom Großinquisitor.

- Kommt.

- Wie könnt Ihr es wagen, euch gegen den Dogen aufzulehnen?

- Wenn der Doge gegen den Rat der Zehn intrigiert und eine Revolte anzettelt, hat er alle Rechte verloren.

Ihr seid verhaftet und werdet gerichtet werden.

Wenn Ihr mich entschuldigt...

Ich gehe, um mir das Schauspiel anzusehen.

- Was ist?

Was ist?

- Seid Ihr bereit, Sandrigo Bembo?

- Er ist bereit.

- Nimm deine Maske ab, Guarnieri.

Damit ich sehen kann, wie ein Teufel aussieht.

- Keine Sorge.

Noch eine kleine Weile, und dein Hals wird die Klinge meines Beils spüren.

Geht alle hinaus. Lasst mich mit dem Gefangenen allein!

- Und ist der Doge noch nicht angekommen?

- Noch nicht, Bartolo. Aber... wir müssen auf das Glockenzeichen warten.

- Menico, Menico, wo steckt Menico?

- Er steht oben auf der Brüstung.

- Er wird sich noch selber umbringen.

- Der Narr!

- Volk von Venedig,

möge dies eine Warnung für alle sein, die ihre Hand gegen die glorreiche Republik erheben.

Hört das Urteil.

Es wurde beschlossen:

An diesem vierten Tage im März, im Jahre des Herrn 1654,

Durch Anordnung des ehrenhaften Rates der Zehn.

Zum Tode durch Enthaupten wird verurteilt: Leonora Danin.

Schuldig der Beihilfe des Verräters Sandrigo Bembo zum Schaden der Republik Venedig.

Besiegelt und unterschrieben im Namen des Rats der Zehn, Rodrigo Zeno.

- Unsere Männer greifen an.

- Ihr wusstet. Ihr wusstet es, verräterische Kröte,

dass Sandrigo mein Sohn ist.

Aber Ihr habt die Madonna auf seiner Brust vergessen

Ihr habt nicht gewusst, das sie ein Wunder vollbringen wird

und mich davor bewahrt, meinen eigen Sohn zu töten.

Dafür werdet Ihr büßen.

Ergebt euch, Rodrigo Zeno.

- Michele, verteidige dich.

- Töte ihn nicht, Pietro, er gehört mir.

- Kommt der Doge?

- Ja, er erscheint bald.

- Hört auf, zu kämpfen, Volk von Venedig.

Der Gerechtigkeit wird auf der Stelle Genüge getan.

- Rühr' dich nicht. Bleib' steh'n!

Bringt ihn weg!

- Ich muss ein Urteil des Dogen vollstrecken.

- Leb wohl, Bartolo.

Danke, für die Rettung meines Sohnes.

- Guarnieri, werdet Ihr wiederkommen?

- Nein, der Doge hat mir das Leben geschenkt,

jedoch unter der Bedingung, dass ich ins Exil gehe.

Ich habe mein Wort gegeben und... werde es halten.

Passt auf Sandrigo auf.

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