All language subtitles for The.Egyptian.1954.720p.BluRay.x264.AAC-[YTS.MX].ger

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Original subtitles

SINUHE. DER ÄGYPTER

Heute besteht der Ruhm des alten Ägyptens nur noch aus Ruinen und Staub.

Und diese größte unter den frühen Zivilisationen der Welt

ist geheimnisvoll und liegt im Dunklen.

Diese riesigen Bauwerke erzählen von einem Volk, das einst die Welt beherrschte.

Sie schufen eine Kultur, deren Schönheit und Glanz nie mehr übertroffen wurde.

Aber die Ägypter waren nicht nur Erbauer von Denkmälern,

es waren auch Menschen genau wie wir.

Dies ist die Geschichte eines Mannes, der im alten Land am Nil lebte,

vor 33 Jahrhunderten.

Ich, Sinuhe der Ägypter, schreibe dies,

in meinem Exil am Ufer des Roten Meeres.

Es gibt keinen trostloseren Ort auf der Erde.

Bald werden die Schakale und Geier über das herfallen, was von mir übrig ist.

Kein Denkmal wird an meine Ruhestätte erinnern.

Von mir wird nur das bleiben: die Geschichte meines Lebens.

Ich habe mein Leben in vollen Zügen gelebt.

Ich habe Leidenschaft kennengelernt, Verbrechen... und sogar Mord.

Es liegt an euch, über mich zu richten, Ihr müsst das Gute gegen das Böse abwägen.

Die Leidenschaft gegen die Zärtlichkeit, das Verbrechen gegen die Nächstenliebe,

die Freude gegen den Schmerz.

Mein Leben begann, wie es aufhört: allein.

Ich trieb allein in den Armen des Nils in einem Boot aus Schilf,

mit Pech versiegelt und mit Knoten eines Vogelfängers zusammengebunden.

So hat sich die Stadt Theben ihrer ungewollten Kinder entledigt.

Ich wuchs im Hafenviertel der Stadt auf, im Hause meiner Pflegeeltern,

die mich aus dem Fluss gerettet haben.

Mein Pflegevater lebte dort aus freien Stücken, denn er war, ebenso freiwillig,

der Arzt für die Armen der Stadt.

Von den Reichen hätte er sich fürstlich bezahlen lassen können,

denn er allein war in Theben Meister der alten Kunst, Schädel zu öffnen.

Bring mir noch etwas vom Arzneiwein.

Hast du Angst, Sinuhe? Gut.

Du darfst niemals Angst haben vor dem Tod.

In unserem Handwerk ist der Tod ein vertrauter Geführte.

Aber dieses Mal werden wir ihm ein Schnippchen schlagen.

Sieh her. Dieser winzige Knochensplitter, der auf das Gehirn drückt...

Wenn ich ihn entferne, wird er Wieder sprechen können.

Und laufen... und leben.

Warum, Vater? Warum.

Niemand weiß das.

Von Anfang an lebte ich zurückgezogen.

Ich durchstreifte allein die Ufer des Nils,

bis der Tag kam, an dem ich für die Schuh: des Lebens bereit war.

Die Schule des Lebens bildete die auserwählten jungen Männer Ägyptens aus.

Die zukünftigen Wissenschaftler und Philosophen, Staatsmänner und Generale.

Alles Wissen von Ägypten lag in der Obhut der Götter.

Zehn Jahre diente ich ihnen in der Schule.

Auf dass ich mir das Recht verdiente, mich selbst einen Arzt nennen zu dürfen.

Ich lernte, meinen Körper vor ihnen zu beugen. Aber das war alles.

Mein Geist fragte immer noch:

Warum? - Sinuhe, sei vorsichtig. Die Priester!

Wein für alle!

Auf die Gesundheit unseres Klassenkameraden Horemheb!

Dem geschicktesten Schwertkämpfer, dem besten Reiter, dem schnellsten Läufer

und dem stärksten Ringer... und der Erste, der uns etwas darüber erzählt.

Niemand spricht für dich, außer du selbst. Das hab' ich von den Göttern gelernt.

Ihr habt auf das angestoßen, was ich bin. Trinkt jetzt auf das, was ich sein werde.

Eines Tages werde ich euch alle mit der goldenen Peitsche in die Schlacht führen.

Hey, du trinkst gar nicht, mein Freund. Wein! - Er hat genug!

Ein Freund hat nie genug. - Dann landet er in der Gasse, mit aufgeschnittenem Hals.

Er steht unter meinem Schutz.

Auf deine Zukunft! - Auf die Zukunft!

Schaut euch unseren großen Arzt an! - Der Meisterschüler!

Er ist ganz schön am Schwanken!

Kann ich Euch helfen?

Einen Augenblick. Hör auf, meinen Freund zu bewerfen!

Er lebt!

Wer ist das? - Ein sturer Narr, aber mein bester Freund.

Dann bringt ihn heim. - Ein Kneipenmädchen kann dem Sohn des Falken nichts befehlen.

Dem Sohn eines Käsemachers! Bringt ihn heim!

Gute Nacht, Arzt. Euer Freund ist der Narr, nicht Ihr.

Warum antwortet mir nie jemand, wenn ich frage 'Warum'?

Komm. Lass uns gehen.

Woher wusste sie, dass dein Vater ein Käsemacher war?

Die Königin aller Städte. Das Theben der 100 Tore.

Die Hauptstadt der Welt.

Nach Abschluss der Schule des Lebens, wurde ich Arzt im Hafenviertel,

weit weg vom Haus meines Vaters, um ihm nicht die Patienten wegzunehmen.

Aber nicht einmal die ärmsten Patienten wollten zu einem so jungen Arzt kommen.

Ich musste also hinaus auf die Straße und sie mir suchen.

Für den kommst du zu spät.

Komm hier rüber in den Schatten.

Hier. Setz dich. Ich kann dir helfen.

Manchmal kann man Blindheit mit einer Nadel heilen.

Leider kann meinem Auge kein Arzt helfen. Mein erster Herr riss es mir heraus,

als ich einen Krug Bier trank und in einer Manier nachschank, die ihm nicht gefiel.

Was fehlt dir dann? - Nichts. Ich bin so gesund wie 40 Mantelpaviane.

Ich heiße Kaptah und habe mich entschieden, euer Diener zu sein.

Selbst wenn ich einen bräuchte, ich könnte es mir nicht leisten. Und selbst wenn doch,

stelle ich keinen zerlumpten Bettler ein. - Zerlumpt vielleicht, aber intelligent.

Ich bin stattlich und ich kann lesen.

Stimmt Herr, ich bin ein armseliger Diener. Aber Ihr seid auch ein armseliger Arzt.

Ihr habt nichts Besseres verdient. Ich gehorche Euren Befehlen,

Ihr dürft mich schlagen, in angemessenem Rahmen,

und dafür bestehle ich Euch... auch in angemessenem Rahmen.

Du gibst also zu, du bist ein Dieb? - Das sind wir alle. Nur Betrüger leugnen es.

Ich werde für Euren Ruf sorgen. Die Leute werden sagen, das muss ein guter Arzt sein,

wenn er sich einen Diener leisten kann.

Mit einem Auge? Sie werden sagen, das muss ein schlechter Arzt sein,

er kann nicht mal seinen Diener heilen. - Dann sage ich, als Ihr mich gekauft habt,

war ich vollkommen blind, und Ihr habt meine Augen zur Hälfte geheilt.

Herr... Herr?

Herr! Herr!

Herr, kommt schnell!

Schnell!

Seht! Eure Chance. Ich habe doch gesagt, ich sorge für Euren Ruf.

Kommt alle her. Kommt her und seht es euch an.

Ihr werdet Wunder bestaunen, die ihr noch nie gesehen habt.

Die Götter selbst haben meinen Herrn in seiner Kunst unterwiesen.

Er kennt die alten Zaubersprüche und Tränke unserer Vorfahren. Kommt und seht!

Bringt Wasser. - Hier ist es. - Drückt ihm ein feuchtes Tuch zwischen die Lippen.

Ich brauche Feuer, um meine Instrumente zu reinigen. - Oh ja. Feuer...

Bringt dem Wunderwirker Feuer!

Das Feuer brauchen wir nicht mehr. Er ist tot.

Seht. Seht euch die Weisheit und das Mitleid meines Herrn an.

Bevor diese arme Seele gezwungen wäre, den Rest seines Lebens zu humpeln,

auf nur einem Fuß, hat mein Herr ihm den Segen des Todes zuteil werden lassen.

Niemand hätte ihn retten können.

Ihn retten? Wozu?

Der junge Arzt fragt also immer noch nach dem Warum?

Mein Herr, das ist eine gefährliche Frau.

Gefährlich? - Ihre Augen. Der Blick einer Kuh auf ihr Kalb, eines Schafs auf sein Lamm.

Nehmt Euch in Acht vor solchen Blicken. Sie will mit Euch anstoßen...

auf Eure Hochzeit!

Ich kenne noch nicht einmal ihren Namen.

Ihr Name war Merit. Ein Schankmädchen

Sie konnte weder lesen noch schreiben. Sie liebte mich ihr ganzes Leben,

doch ich erfuhr es erst, als es zu spät war.

Volk von Theben, bittet die Götter um Gnade. Pharao ist tot.

Sie jammern schon die ganze Nacht!

Denken diese Narren, sie könnten Pharao so Wieder lebendig machen?

Warum bringt Ihr ihn nicht nach Hause? Es ist fast Morgen. Was ist los mit ihm?

Ihm wurde wegen seiner Herkunft ein Platz in der Palastwache verweigert.

Du müsst nicht flüstern. Ich weiß, was du redest.

Ja, ich wurde zurückgewiesen! Wegen meiner Abstammung!

Sieh dir an, wen sie genommen haben. Zimperliche parfümierte Idioten,

die Sonnenschirme tragen und herumstolzieren wie Gockel.

Wie lange noch bis Morgengrauen? - Vielleicht eine Stunde.

Hast du schon mal Löwen gejagt? - Nein.

Ich sah ein Männchen mit schwarzer Mahne bei Sonnenuntergang aus einem Wasserloch trinken.

Er hat noch nie Löwen gejagt! - Ich habe dir doch gesagt, er steht unter meinem Schutz.

Ich brauche keinen Schutz. Ich bringe dir persönlich ein Löwenfell mit.

Und wenn der Löwe Euer Fell mitnimmt? Was passiert dann mit mir?

Dann suchst du dir einen reicheren Herrn zum Bestehlen. - Sinuhe, seid vorsichtig!

Um die Zeche zu bezahlen.

Möge es Euch gelingen, mein Herr. - Gehen wir, bevor sie es sich überlegt!

So habe ich mein Auge verloren... Beim Löwenjagen.

Sohn eines Käsemachers...

Du gehst auf am östlichen Horizont des Himmels.

Warum bist du Narr nicht weggelaufen? Du wärst fast getötet werden!

Seid still. Die Gottheit kommt.

Wovon spricht er? - Er sagte, die Gottheit kommt.

Welche Gottheit?

Er kommt. Aton.

Aton...

Sieh nur, er betet das Antlitz der Sonne an.

Dein Morgenrot ist wunderschön wenn Du am Himmel aufgehst.

Oh lebendiger Aton, du Ursprung allen Leb...

Was ist los mit ihm? - Er hat die heilige Krankheit.

Zumindest kann ich verhindern, dass er sich in die Zunge beißt.

Wir können ihn nicht hier lassen. Bringen wir ihn in die Stadt zurück.

Ergreift sie!

Was soll das? Was haben wir getan? - Das werdet ihr schon noch herausfinden.

Legt sie in Ketten!

Zwei Tage hielt man uns fest, ohne uns den Grund dafür zu nennen.

Darm brachten uns die Wachen zum königlichen Palast.

Ruhe!

Sankt die Häupter! Unser neuer Pharao kommt!

Senkt eure Häupter vor dem lebenden Gott.

Der, den wir einen Narren nannten, ist der Pharao.

Dafür wird man uns einen Kopf kürzer machen.

Kommt zurück, Prinzessin! - Mächtiger Pharao.

König des nördlichen und südlichen Ägyptens. - Prinzessin!

Sieh mal, Vater! - Still. Dein Vater ist beschäftigt.

Ich will ihm aber meinen neuen Affen zeigen.

Nicht jetzt, Kind. - Setzt euch, Prinzessin.

Mächtiger Pharao. König des nördlichen und südlichen Ägyptens.

Sohn der Sonne... - Du hast Füße. Stell dich auf sie!

Es würde mir viel besser gefallen, wenn ihr euch alle erhebt.

Mein Herz ist schwer, weil mein Vater gestorben ist.

Lasst uns unsere Angelegenheiten so schnell es geht hinter uns bringen.

Die Abgesandten aus Hati und Kusch kommen, um dem neuen Pharao Respekt zu zollen.

Sie bringen Geschenke von... - Später!

Ich will die beiden Gefangenen sehen, von denen du gesprochen hast.

Sind sie hier? - Ja, Hoheit.

Tretet vor!

Auf die Knie! - Auf die Füße!

Warum hält man sie ohne Prozess fest? - Sie haben einen Frevel begangen, Hoheit.

Sie haben Hand angelegt an die heilige Person des Pharao.

Sinuhe, ein Arzt und Sohn des Senmut, und Horemheb,

der Sohn eines Käsemachers. - Tretet vor.

Er hat verwegene Augen für einen Käsemacher.

Der andere. Dieser Arzt. Sieh dir seine Gesichtszüge an.

Du bist der Sohn Senmuts? Ich habe von seiner Arbeit für die Armen gehört.

Komm näher. - Hoheit, er muss sterben!

Er hat Hand an Euch gelegt. - Das weiß ich.

Um mir zu helfen. - Das Gesetz kennt solche Unterschiede nicht, Hoheit.

Habe ich die Macht, es zu ändern?

Die Macht des Pharao hat keine Grenzen.

Dann hat sich das Gesetz geändert.

Ich ernenne dich zu meinem Hausarzt.

Ich fühle mich zutiefst geehrt, Hoheit, aber ich kann das nicht annehmen.

Warum nicht? - Ich habe einen Eid geschworen, den Armen zu dienen.

Wegen deines Vaters? - Wegen ihm und aus anderen Gründen.

Senmut ist nicht mein leiblicher Vater. Meine Eltern müssen auch arm gewesen sein,

denn man fand mich als Kind in einem Schilfboot den Nil entlangtreiben.

Und du weißt nicht, wer deine Eltern waren? - Vielleicht waren sie Vogelfänger.

Das Boot war mit Knoten von Vogelfängern gebunden. - Knoten von Vogelfängern?

Hast du eben gesagt, mit Knoten von Vogelfängern? - Ja.

Warum fragst du, Mutter? - Aus Neugier, mein Sohn.

Du darfst deinem Schwur treu bleiben und den Armen dienen, Sinuhe. Aber nur...

wenn du zum Palast kommst, sobald meine Familie und ich dich brauchen.

Danke, Hoheit.

Der andere, dieser Sohn eines Käsemachers, ist kein Heiler,

und dennoch hat auch er Pharao mit seiner Berührung entweiht.

Darf ich sprechen, Hoheit? - Sprich.

Horemheb hat Euch das Leben gerettet, indem er den Löwen getötet hat.

Was ist Horemhebs Wunsch?

Dass mein Schwert sich am Blut von Pharaonen Feinden laben kann,

so wie mein Pfeil sich am Blut des Löwen.

Das wurde mir als mein Schicksal vorhergesagt.

Dann ist es also das Schicksal Ägyptens, dass es in Blut geschrieben wird.

Das war es immer schon, Hoheit.

Solange es Krieg gibt, muss Blut fließen.

Wie lautet deine Bitte?

Ein Posten, Hoheit, als Offizier Eurer Garde.

Deine Bitte wird erfüllt.

Ich wünschte, er hätte dich gebeten, dein Käsemacher zu sein. - Psst, Prinzessin!

Ich wünschte, er hätte.

Die Sonne geht unter. Verzeiht mir. Ich fahre fort mit meinen Meditationen.

Kommt, meine Kinder.

Mein Herr, Prinzessin Baketamon verlangt nach Euch.

Folgt mir.

Ihr nicht. Hier entlang, mein Herr.

Tritt ein, Arzt. Meine Mutter möchte dich sprechen.

Er wird dir nichts tun.

Geht.

Komm etwas näher.

Du weißt also nicht, wer deine Eltern waren?

Du hast doch sicher versucht, es herauszufinden?

Rede schon! - Ich bin mit den Eltern zufrieden, die ich habe, Eure Majestät.

In welchem Jahr hat man dich ausgesetzt?

Im selben Jahr, in dem Pharao geboren wurde. Das hat man mir zumindest gesagt.

Warum will Eure Majestät... - Du bist nicht hier, um Fragen zu stellen.

Meine Mutter möchte von Dir untersucht werden. - Ich weiß, dass ich sterbe.

Ich möchte wissen, wie lange es dauert.

Nicht so schüchtern.

Es gab eine Zeit, da hat mir die Berührung durch die Hand eines Mannes gefallen.

Wie lange das schon her ist...

Warum hörst du auf, Arzt?

Um die Art zu bewundern, in der eine Königin eine Schilfmatte weben kann?

Das sind Knoten eines Vogelfängers.

Wusstest du nicht, dass meine Eltern im südlichen Königreich Vogelfänger waren.

Und ich habe mir mit meinem Netz einen Adler gefangen.

Den Pharao höchstpersönlich.

Er liebte mich, Sinuhe, weil ich stark und rüstig war.

Weil ich ordinär war und ungebildet und ihm die Wahrheit gesagt habe.

Seine anderen Frauen, diese hochgeborenen zierlichen Dinger,

mit ihren schmalen Köpfen. Wie sie mich gehasst haben!

Also schwer ich, dass ich ihm einen Sohn gebäre, der die Doppelkrone tragen wird.

Und das habe ich getan.

Aber die Götter waren verderben.

Sie gaben mir einen Sohn, so nachgiebig wie eine Frau, und eine Tochter,

so hartherzig wie ein Mann.

Baketamon neben dir sollte Pharao sein, nicht ihr Bruder.

Nun, was hat du herausgefunden?

Wenn Eure Majestät mir verleihen... - Sag ihr die Wahrheit.

Wenn Ihr noch länger leben wollt, dürft Ihr nichts Starkes mehr trinken.

Frechheit. Ich habe schon Bier getrunken, da warst du noch nicht einmal geboren.

Eure Majestät wollte die Wahrheit hören. - Ich gebe dir einen Rat, junger Mann.

Sag einer alten Frau nie die Wahrheit. Vor allem nicht, wenn sie darum bittet.

Geh jetzt. Du langweilst mich.

Was wollte sie? - Ich bin mir nicht sicher.

Hat sie von mir gesprochen? - Nein.

Eines Tages, wenn ich die Armee befehlige, dann...

Weißt du... Wenn ich an sie denke, bringt es mein Blut zum Kochen.

Sag mein Freund, hast du eine Medizin, die mich wieder klar denken lässt?

Die weisen Männer sagen, einen bösen Geist kann man nur mit einem anderen austreiben.

Meinst du, eine andere Frau? - Natürlich.

Eine edle Medizin. Ich weiß auch, wo man sie bekommt.

Eine Frau aus Babylon. Sie gibt jede Nacht ein Fest. Zwei Gäste mehr stören sie nicht.

Nein, ich... - Hör mal. Wir müssen unser Glück feiern!

Keine Sorge, mein Freund. Du stehst immer unter meinem Schutz.

Lass uns rausgehen. Wir zeigen dir den Garten.

Sinuhe, mein Freund. Lass uns draußen im Garten ein paar Blumen pflücken.

Nein, ich warte hier. - Gut, dann pflück ich ein paar für dich mit.

Hast du vorher noch nie eine Frau gesehen?

Hunderte. Und so, wie die Götter sie erschaffen haben.

Ich bin ein Arzt.

Dein Name? - Man nennt mich Sinuhe.

Der, der allein ist. Ist das dein Haus?

Das ist mein Haus. Und ich habe jeden Abend Gäste.

Ich bin nicht gerne allein.

Die Inschrift des neuen Pharao. - Ein Geschenk von ihm.

Ich muss jetzt gehen. - Warum?

Weil Männer dir teure Geschenke machen, nur damit du lächelst.

Und das ist alles, was ich habe.

Ich habe noch nie einen Mann um etwas gebeten.

Aber dich bitte ich, zu bleiben.

Ich kann nicht.

Ist es, weil wir Frauen aus Babylon so einen schlechten Ruf haben?

Oder findest du mich so hässlich?

Findest du das?

Du bist wunderschön. Jenseits aller Träume.

Solch Schmeichelei muss einem Mann leicht fallen, der Hunderte von Frauen kennt.

Keine zuvor schien mir jemals so schön zu sein.

So seltsam.

Wenn ich in deine Augen sehe, spüre ich...

Was spürst du, Sinuhe?

Ich spüre das Fieber Thebens in meinem Blut.

Und ich weiß, dass ich geboren wurde, um im Sonnenuntergang der Welt zu leben.

Und das nichts eine Rolle spielt. Nichts!

Aber was ich in deinen Augen sehe...

Es ist spät. Ich muss gehen.

Wenn du gehst, voller Wein und wilder Gedanken,

bekommst du sicher Schwierigkeiten mit irgendeinem Freudenmädchen.

Würde dich das kümmern?

Nein. Ich habe dich nur hergeführt, um dir das Tor in meiner Gartenmauer zu zeigen.

Später, wenn alle mein Gäste weg sind,

wirst du mich hieran meinem Lotusteich finden.

Warum sagst du mir das?

Vielleicht, weil ich Geschenke mag.

Und das größte Geschenk, das ein Mann einer Frau machen kann, ist

seine Unschuld. Er kann sie nur ein Mal hergeben.

Warte. Bevor du mich berührst, muss ich dich warnen.

Warnen? - Es gibt einen Grund, warum die Göttin der Liebe die Gestalt einer Katze hat.

Wenn ich dich ansehe, sind mir Katzen und Götter völlig gleich.

Sieh her, Sinuhe. Die Pfoten einer Katze sind weich.

Aber sie verbergen Krallen. Eine Katze hat Spaß daran, ihr Opfer zu quälen.

Erst wenn das arme Geschöpf fast tot ist, zeigt sie Mitleid,

und macht ihm ein Ende. - Was hat das mit dir und mir zu tun?

Du bist noch so unerfahren, und ich muss sein was ich bin.

Geh jetzt. Und komm nicht zurück durch das Tor in meiner Mauer.

Du könntest es sonst dein ganzes Leben lang bereuen.

Ich kenne noch nicht einmal deinen Namen.

In ihrer Torheit gaben mir die Männer einen Namen, der 'Schönheit' bedeutet.

Nefer...

Nefer... Nefer.

Es geht mich nichts an, wo er seine Zeit verbringt. - Wenn dem so ist,

warum bist du dann so böse auf mich? - Verschwinde!

Seit einer Woche soll ich jetzt schon seine Patienten zu anderen Ärzten schicken.

Ich musste sogar das Geld zurückgeben, das ich schon für Termine kassiert hatte.

Diese Frau geht ihm einfach nicht aus dem Kopf.

Er ist verrückt wie ein Schakal, der zur Hungersnot um die Gräber schleicht.

Und ich bin genauso verrückt wie er. Du warst es, vor der ich ihn gewarnt hatte.

Warum kommst du dann jetzt zu mir?

Weil eine Hochzeit das Schlimmste ist.

Wie konnte ich nur so töricht sein, überhaupt davon zu träumen?

Er ist Leibarzt des Pharao, und ich bin...

Kaptah, was soll ich nur machen? - Biete Ihm mehr, als sie es kann.

Raus mit dir, du einäugiger Sohn eines Pavians! Raus!

Verschwinde!

Warum bist du noch hier, Sinuhe?

Ich habe dir doch gesagt, dass ich heute Nacht schon etwas vorhabe.

Ich bewirte einen Kaufmann aus Syrien. - Wenn er dich anfasst, bring ich ihn um.

Nur törichte Jungs reden so.

Ich muss gestehen, Sinuhe, ich finde dich anziehend.

Sehr anziehend.

Du bist nicht wie die anderen. Du bist jung und stark.

Und unschuldig.

Aber unglücklicherweise muss ich mich schützen.

Frauen wie ich, die allein leben,

können es sich nicht erlauben, ihren Schwächen nachzugeben,

sonst sterben sie bettelnd auf der Straße. - Ich beschütze dich so lange du lebst.

Männer haben das schon so oft zu mir gesagt.

In so vielen Sprachen.

Hör zu, Sinuhe.

Ich lebe in Ägypten, weil ich nie mehr nach Babylon zurückkehren kann.

Im Alter von zwölf Jahren wurde ich als Sklavin verkauft,

und von einem Herrn zum nächsten gereicht. - Ist dein Leben jetzt so anders?

Ganz anders. Denn jetzt ist kein Mann mehr mein Herr.

Der syrische Kaufmann, der heute Abend mit mir isst,

bringt mir einen Rubin, der einst einer Königin gehörte.

Aber ein Geschenk des Pharao wegzugeben, ist ein Frevel.

Ich habe dich um nichts gebeten. Ich will nur, dass du verstehst.

Du musst jetzt gehen. Mein Gast wird jeden Moment hier sein.

Schick ihn weg. - Ich habe dir doch gesagt, warum ich das nicht kann.

Schick ihn weg!

Du tust mir weh.

Ich habe dir das einzig Wertvolle gegeben, das ich besitze. Wolltest du das nicht?

Wie Männer einen doch täuschen können. Und du bist genau wie alle die anderen.

Du bist nicht so arm, wie du vorgibst, Sinuhe.

Du hast ein Haus und viele teure Instrumente aus Kupfer.

Wenn ich sie dir gebe, versprichst du mir dann... - Ich verspreche gar nichts.

Wenn du mir ein Geschenk machen willst, dann tu es.

Aber verlangte nichts von mir. Ich verlangte auch nichts von dir.

Ich bin eine böse Frau, Sinuhe.

Ich habe dich von Anfang an gewarnt.

Behalte dein Haus und deine Instrumente und geh!

Eure Hoheit schießen gut für eine Frau. - Ein Kinderspiel.

Ich sehe, du wurdest befördert. - Warum auch nicht?

Ein echter Soldat ist hier wie ein Falke unter Spatzen.

Ich möchte mit dir reden. Hier drüben.

Mit Verlaub, davon habe ich lange geträumt. - Deine Träume interessieren nicht.

Ich möchte mit dir über deinen Freund, den Arzt, reden.

Warum interessiert Ihr Euch so für ihn?

Mein Bruder hatte nach ihm verlangt. Er ist bisher noch nicht am Hof erschienen.

Sinuhe hat die Stadt verlassen.

Er ist nach Memphis, glaube ich. - Willst du weiter aufsteigen, dann lüg mich nicht an.

Ich liebe meinen Freund genug, um für ihn zu lügen.

Selbst vor einer königlichen Prinzessin.

Was wollt Ihr? - Ich will ihn retten vor der Person, die ihm den Verstand geraubt hat.

Das ist leicht. Sie ist Babylonierin. Verbannt sie oder lasst sie töten.

Er würde ihr ins Exil folgen oder den Rest seines Lebens an ihrem Grab trauern.

Nein. Man muss ihn dazu bringen, zu erkennen, dass sie nichts wert ist.

Und wie denkt Ihr stellt Ihr das an?

Indem er herausfindet, dass sie ihn mit seinem besten Freund betrogen hat.

Das sollte dir leicht fallen. Solche Frauen wollen wie Festungen eingenommen werden.

Euer Hoheit schmeicheln mir. - Ich denke nur das Gleiche von dir wie du selbst.

Gebt mir den Armreif. - Du willst eine Belohnung dafür,

einem Freund zu helfen, den du so liebst? - Ich will ihn für die Babylonierin.

Ach... Dann hast du wohl Angst, dass dein männlicher Charme nicht ausreicht?

Nicht für sie...

Meine Freunde beobachten uns. Sie denken, Ihr belohnt mich für eine Ehrentat.

Lass sie denken, was sie wollen.

Eines Tages werdet Ihr Euren ganzen Armschmuck für mich abnehmen...

Und den an Euren Füßen und um Euren Hals. - Hab dir das für die Babylonierin auf.

Sie wird es mehr zu schätzen wissen als ich.

Mach auf. Lass mich rein. - Es ist schon spät.

Ich habe Befehl, niemanden einzulassen.

Eure Herrin erwartet mich. Ich habe eine Nachricht von ihr erhalten.

So lautet mein Befehl.

Horemheb...

Horemheb!

Nefer, lass mich rein! Horemheb!

Nefer, lass mich rein! Horemheb!

Du musst gehen. Er weiß, dass du hier bist.

Das kümmert mich nicht. Und dich?

Ich habe nicht nach ihm geschickt. - Ich war so frei, es für dich zu tun. Stört es dich?

Darum geht es also!

Geh jetzt!

Du Dummkopf. - Ich bring dich um!

Du bist ja verrückt!

Hör doch zu, du Narr! Ich bin hier, weil wir Freunde sind!

Siehst du denn nicht, was sie ist? Ich bin nur hier, um es dir zu beweisen!

Mann mich nie wieder deinen Freund!

Verschwinde! - Na gut.

Du hast das verdient, was du von ihr bekommst.

Du kannst auch gehen. Das ist mein Haus und keine Schänke.

Nefer, warte!

Sieh doch, hier. Ich habe dir gebracht, was du wolltest.

Die Urkunde für mein Haus. Meine Instrumente.

Ich habe dich nie um diesen Plunder gebeten.

Das ist alles, was ich besitze.

Es ist nicht vollkommen wertlos.

Das Haus ist zwar klein, aber für die Arbeit als Arzt ausgestattet.

Die Instrumente sind die Besten und soviel wert wie kostbare Juwelen.

Da hast du es. Jetzt gehört dir alles, was ich besessen habe.

Sinuhe, bitte. Ich bin müde.

Du hast immer eine Ausrede. Nefer, ich...

Warte. Da du nicht auf meine Warnungen hören willst,

zwingst du mich, dich so zu behandeln, wie meine anderen Freunde.

Was willst du denn noch von mir? Für dich habe ich Pharao den Gehorsam verweigert,

meine Familie entehrt, bin zum Bettler geworden.

Und trotzdem lügst du mich immer noch an.

Lügen? Wobei?

Warum hast du dich entschieden, mir nicht zu sagen,

dass dein Vater ein schönes Haus im Hafenviertel besitzt?

Ich kann dir nicht geben, was mir nicht gehört.

Oder dass er für seine Frau und sich selbst ein prächtiges Grabmal

in der Stadt der Toten gebaut und eingerichtet hat.

Du verlangst von mir, meinen Eltern ihre Unsterblichkeit zu rauen?

Ihre Körper zu Nichts verfaulen zu lassen, wie die Kadaver von Sklaven und Tieren?

Ich verlangte gar nichts.

Aber wenn du diese eine Sache für mich machst,

dann zeige ich dir Liebe in höchster Vollendung.

Was hast du hier verloren? - Du warst lange nicht mehr in der Schänke.

Ich musste dich sehen. - Der Mann, den du kennst, ist tot.

Vergiss ihn! - Ich werde ihn niemals vergessen können.

Sinuhe, bitte hör mir zu. Ich will dir helfen.

Ich bin nicht unerfahren. Man lernt in einer Schänke viel über das Leben.

Jede Nacht sehe ich die hungrigen Augen der Männer.

Sie machen sich nicht die Mühe, sie vor einem Schankmädchen zu verstecken.

Einige sind überheblich und fordernd, wenn sie dich ansprechen,

wie dein Freund Horemheb. Sie könnten nie von einer Frau verletzt werden.

Und dann gibt es jene, die zu schüchtern sind, zu fragen.

Aber auch sie haben hungrige Augen.

Das sind die Unbewaffneten.

Weil sie Angst haben, eine Frau anzusprechen. die sie glücklich machen könnte,

sind sie ein leichtes Opfer für Frauen der anderen Sorte.

Sie denken, sie seien verliebt, weil sie nicht wissen können, was Liebe ist.

Was willst du mir damit sagen?

Was nicht nötig sein sollte, es dir sagen zu müssen, wenn ich so spät noch auf dich warte.

Wenn du mir unbedingt helfen willst, kannst du es.

Hier sind die Urkunden zum Haus meiner Eltern und zum Grabmal,

von dem sie sich Unsterblichkeit erhofften.

Hier ist der Name der neuen Besitzerin. Lies ihn vor, Merit!

Nefer! Nefer! Nefer! - Sinuhe, das kannst du nicht tun!

Die Urkunde muss beglaubigt werden. Unterschreib du als Erste!

Mach schon! Unterschreib! Wenn du nicht schreiben kannst, mach ein Kreuz!

Mögen die Götter dir gnädig sein.

Das Haus und das Grabmal gehören dir.

Von dieser Stunde an bin ich verflucht und entehrt vor den Göttern und Menschen.

Es ist ein hoher Preis, den ich bezahle.

Jetzt beweise mir, dass er nicht zu hoch war.

Wie soll ich es dir beweisen, Sinuhe? - Indem du dein Versprechen einhältst.

Versprechen? Was habe ich denn versprochen?

Liebe in höchster Vollendung. - Habe ich das?

Sinuhe, ich habe dir schon gesagt, dass ich dich sehr anziehend finde.

Bist du dir sicher, dass es die Vollendung ist, die du suchst?

Ja.

Dann sollst du sie haben. Ich mache deinem Elend ein Ende.

Zeig diesem Mann die Tür. Lass ihn nie wieder in mein Haus.

Jeder Philosoph weiß, dass wir unser ganzes Leben nach Vollendung suchen...

und sie nur in einem Ende finden.

Ende...

Früher oder später verliert sogar eine Katze die Lust am Spielen.

Sinuhe!

Sinuhe!

Sinuhe...

Noch einmal kam ich allein und bei Dunkelheit am Haus meiner Eltern an.

Dem Haus, das ihnen nicht mehr gehörte.

Wie sind sie gestorben?

Wie du weißt, Herr, kann ein Arzt sein Wissen auch anwenden, um Leben zu nehmen.

Genauso gut wie, um Leben zu retten.

Euer Vater hat das für Euch hinterlassen.

Lest es.

Ich kann nicht.

Gut. Dann hört zu.

An Sinuhe, unseren Sohn.

Wir sind deinetwegen betrübt, weil dein Schicksal einen dunklen Weg genommen hat.

Bereue nicht, dass du unser Grabmal verkaufen musstest.

Alles Leben ist nur leerer Schein.

Deshalb wollen wir kein Leben nach dem Diesseits.

Denke immer daran, dass wir dir unseren Segen gaben, bevor wir gegangen sind.

Denn du, der du uns vom Fluss gebracht wurdest, als wir schon alt waren, warst

die größte Freude in unser beider Leben. Auf dass dein Herz sorgenfrei bleibe.

Das wünschen sich dein Vater und deine Mutter.

Was suchst du hier im Haus des Todes?

Ich habe dir die Leichen eines Mannes und einer Frau gebracht,

um durch deine Kunst bewahrt zu werden, damit sie sich am ewigen Lehen erfreuen.

Wie du sagst, sind wir Künstler.

Was kannst du uns für unsere Dienste bezahlen?

Ich habe nichts. - Nichts? Wirf das Aas in den Fluss.

Warte. Ich bin Willens, hier zu arbeiten,

um für die Einbalsamierung zu zahlen. Solange, wie ich dafür arbeiten muss.

Hier arbeiten? Nur verurteilte Verbrecher

und die von den Göttern verfluchten suchen nach Arbeit im Haus des Todes.

Es gibt hier keinen, der nicht besser ist, als ich.

Zeigt ihm, was er tun soll.

90 Tage lang schuftete ich unter den Verfluchten im Haus des Todes.

Es war, als wäre ich selbst gestorben.

Und nur Kaptah, mein Diener, wusste, was ich getan hatte, oder wo ich war.

Was machst du hier? Rede, oder ich schlag dir den Kopf ein!

Gehörst du zu den Wachen? - Wachen. Von denen traut sich nachts keiner hierher.

Bist du ein Grabräuber? Ich bin nicht hier, um zu stehlen.

Was willst du denn dann?

Ich habe meine Eltern hergebracht, um sie zu begraben.

Im Tal der Könige?

Ich hoffe, wenn ich sie hier begrabe, teilen sie den Reichtum der Pharaonen

in der anderen Welt. - Andere Welt...

Es stimmt. Hier liegen viele von ihnen, aber noch keiner hat neue Triebe gekriegt.

Uns ganz sicher sehen sie nichts von ihren Geschenken, weil wir schneller sind.

Du glaubst doch nicht wirklich an ein Leben danach?

Sie haben es.

Du bist ein komischer Vogel. Ich helfe dir graben.

Ich wünschte, ich könnte irgendwie ihre Gräber kenntlich machen.

Ob erkennbar oder nicht spielt keine Rolle.

Ob 20 Jahre für den Bau einer Pyramide, oder zehn Minuten für ein Loch im Sand.

Die Toten sind tot. Egal wo wir sie hinlegen.

Am Ende besiegt der Sand uns alle.

Jedes einzelne Sandkorn wird alle Menschen überdauern, die leben,

und alle Menschen, die jemals geboren werden.

Unsterblichkeit? Ich halte sie in meiner Hand.

Nur die kleinen Sandkörnchen werden niemals sterben.

Hör doch! - Ein Schakal.

Ein Schakal mit zwei Beinen. Ein Freund warnt uns, dass ein Fremder kommt.

Dort in den Schatten.

Sinuhe?

Bist du das? - Ja.

Dieser Ort ist so gut wie jeder andere, um eine Frau zu treffen.

Sinuhe?

Wie hast du mich gefunden? - Kaptah hat es mir gesagt.

Er hat mir gesagt, was du getan hast. Dass du 90 Tage im Haus des Todes geschuftet hast.

Komm nicht näher.

Der Geruch des Todes haftet immer noch an mir.

Wann hast du das letzte Mal gegessen? - Ich weiß es nicht.

Ich habe dir etwas Brot und Wein gebracht.

Kehr um, Merit. Geh zurück.

Lass mich allein. - Nicht, bevor du gegessen hast.

Setz dich hierhin, Sinuhe. Wenigstens, um mir eine Freude zu machen.

Brot?

Etwas Wein?

Theben, Stadt der Wollust und des Bösen.

Die Menschen haben das Unrecht verdient.

Wir haben grausame Priester und böse Götter verdient, weil wir verkommen sind.

Nichts weiter als eine kriechende Seuche auf dem Antlitz der Erde.

Das Grab ist das einzige Heilmittel gegen unsere Verkommenheit.

Das habe ich inzwischen gelernt.

Ich bringe dich zurück in die Stadt.

Du kannst nicht zurück. Pharaos Tochter ist gestorben,

weil man dich nicht finden konnte, damit du sie rettest.

Er ist ganz außer sich vor Kummer. Sinuhe, er hat dich zum Tode verurteilt.

Es hat keine Bedeutung. Der Tod kommt nicht zu dem, der darum bittet.

Ich bin jetzt so klug, dass ich auch das erkannt habe.

Du nennst es klug, dich so zu verachten nur wegen dem, was eine Frau dir angetan hat?

Denkst du wirklich, dass alle Frauen so sind?

Kannst du denn nicht auch an eine Liebe glauben, die nichts verlangt?

Ach, Liebster!

Es ist alles arrangiert, Herr. Ich konnte uns eine Überfahrt kaufen.

Kaufen? - Er nahm mir alles ab, was ich besaß. Alles, was ich Euch gestohlen hatte.

Kommt, Ihr müsst Euch unter Deck verstecken, bevor die anderen Passagiere kommen.

Merit. Ich weiß nicht, wie ich es sagen soll...

Nimm das hier mit. Es ist kein echtes Gold, aber...

ich möchte, dass du es hast. Es ist das Zeichen des Sonnengottes Aton.

Vielleicht kommst du eines Tages... - Nein. Wir würden uns nur etwas vormachen.

Das ist ein Lebewohl für immer.

Für immer?

Du bist jung, Merit. Dein ganzes Leben liegt noch vor dir.

Meines wird irgendwo im Dunkel eines fremden Landes enden.

Ich liebe dich, Sinuhe.

Vergiss das nie.

Und so Heß ich das Land meiner Väter hinter mir.

Und mit ihm meine Jugend, die so viel versprechend war,

und doch nur Verzweiflung hervorbrachte.

Während die Jahre vergingen, reisten Kaptah und ich an die Enden der Welt.

Anfangs lebten wir, wie wir es konnten. Einsame Wanderer, die wir waren,

betrogen und stahlen wir, um zu überleben.

Wir kannten Hitze, Hunger und Kälte,

und schliefen unter freiem Sternenhimmel.

Darm, als die Zeit meinen Kummer besänftigte,

fing ich an, zu praktizieren, was ich in der Schule des Lebens

und im Haus meines Vaters gelernt hatte.

Als wir weiterzogen, eilte mein Ruf mir voraus bis in ferne Länder,

die noch nie zuvor einen Ägypter oder Arzt gesehen hatten.

Die einfachsten Heilmittel hielt man für Wunder,

man nannte mich bald einen Zauberer.

Während wir weiterzogen zu neuen Ländern, nahm unser Wohlstand zu.

Überall sahen wir Unrecht und Elend,

aber ich stählte mein Herz und hat mein Können nur den Reichen und Mächtigen an,

die dafür zahlen konnten.

Für die Kinder in Armut gab es kein Heilmittel.

Schreit, wenn der Schmerz am Größten ist. - Kein Krieger der Hethiter schreit vor Schmerz.

Da? - Ja.

Wie befürchtet, Euer Oberbefehlshaber. Euer Schädel muss geöffnet und

das Übel mit einem Messer entfernt werden. - Ist das ein ägyptisches Komplett?

Um unseren General zu töten, wenn wir... - Wenn ihr einen Krieg gegen Ägypten plant?

Ihr wart es, die ihr mich aus Babylon hierher gebracht habt, meine Herren.

Eure Pläne interessieren mich nicht. Ich habe kein Heimatland.

Und schon gar nicht Ägypten.

Soll ich mich nun an Eure Heilung machen?

Wie stehen meine Chancen, zu überleben? - Eins zu Fünf.

Wenn ich sterbe, werden dich meine Offiziere töten. - Das weiß ich.

Und was forderst du, wenn ich überlebe?

Dein Schwert aus schwarzem Metall. Sonst nichts.

Dann bist du doch ein Spion. - Es spielt keine Rolle.

Nach dem ersten Gefecht wird unser Geheimnis keines mehr sein.

Nach dem zweiten wird Ägypten nicht länger Ägypten sein.

Geh es an, Ägypter. - Rasiert seinen Kopf und wascht ihn.

Bindet ihn fest an den Stuhl. Ich mische einen Trank, der die Schmerzen lindert.

Ach Herr, Euch und nicht dem Hethiter sollte man das Loch in den Kopf bohren.

Warum wolltet Ihr nur ein Schwert? Ihr hättet ein Vermögen verlangen können.

Weil ich denke, dieses neue Metall der Hethiter könnte den Lauf der Welt ändern.

Und weil Horemheb jetzt Ägyptens Armee befehligt.

Ihr habt also gelegen. Es gibt doch einen Schlüssel zu Eurem Herzen.

Ihr liebt Euer Heimatland immer noch. Auch wenn Ihr nie mehr zurück könnt.

Kein Pharao wird jemals seinen Feinden vergeben.

Bring meine Instrumente und die Flamme. Kaptah, wir gehen nach Hause.

Nach Hause... Dieses Ägypten... Ägypten machte schwere Zeiten durch.

Zerrissen von Hass und zivilem Aufruhr.

Nach unten mit dir!

Ich hatte schon Angst vor den Hethitern. Aber das hier ist schlimmer, Herr.

Besser, wir wären nicht zurückgekommen.

Wie heißt du, Syrier. - Ich bin Ägypter.

Ich heiße Sinuhe. Ich war einst Leibarzt des Pharao.

Euch muss ein tollwütiger Affe gebissen haben, als Ihr klein wart.

Ihr Wisst, falls Euer Name auf der Liste der gesuchten Verbrecher steht...

Nun, Ihr kennt die Ägypter. - Nimm sie fest!

Ihr wisst schon. - Bring sie zur Kaserne. - Das muss ein Fehler sein.

Seht noch mal auf eurer Liste nach! Seht doch noch mal nach!

Wie erwartet. Zieht die Soldaten vom Delta und den Wasserfällen ab.

Ihr solltet mit euren Männern in der Lage sein, das Wasser in der Stadt zu halten.

Du solltest nie wieder nach Ägypten zurückkommen.

Warum bist du also Wieder hier? - Es heißt, dass jener, der einst vom Nil getrunken hat,

seinen Durst niemals Wieder in anderen Ländern wird stillen können.

Ich weiß, warum du hier bist.

Die Priester der alten Götter hoffen, dadurch Pharao loszuwerden.

Sie flüstern, er sei verrückt und sein Schädel müsse geöffnet werden.

Es wäre ganz einfach, mit dem Messer auszurutschen.

Also brachten sie den einzigen, der diese Operation beherrscht, nach Ägypten zurück.

Dich! - Gib mir das Schwert, dass du meinem Diener abgenommen hast.

Gib es ihm.

Deswegen kam ich nach Ägypten zurück. Zieh dein Schwert.

Macht Platz.

Und jetzt?

Schlag fest zu! - Weißt du, was du da verlangst, mein Freund?

Schlag zu!

Noch mal! Fester!

Wo hast du das her? - Aus dem Land der Hethiter.

Hunderte Schmiede haben dort Tag und Nacht Waffen aus diesem Metall geschmiedet.

Man nennt es 'Eisen'.

Komm mit mir.

Wie schön du bist.

Wie schön du bist.

Der neue Tempel, in dem Pharao seinem einen Gott huldigt. Sieh nur.

Ich habe das Leid gesehen, das dieser eine Gott über Ägypten gebracht hat.

Es waren die Priester, die uns all das beschert haben, nicht Pharao.

Sie waren es, die Pharao die Schuld an Ägyptens Misere gegeben haben

und die Leute glauben machten, dass die alten Götter uns ihren Zorn spüren lassen.

Hätte ich das sagen, ich würde alle Priester an den Füßen aufhängen.

Aber unser Pharao glaubt daran, Verrat mit Güte zu begegnen.

Komm mit.

Bleibt stehen.

Verzeiht mir Hoheit, dass ich Eure Gebete unterbreche.

Ich habe wichtige Neuigkeiten. - Mein Feldherr schuldet mir keine Erklärung.

Ich bringe dir jemanden, an den du dich erinnern wirst. Sinuhe, den Arzt.

Sinuhe? Ja.

Er fragt, ob Ihr ihn begnadigen könntet, Hoheit.

Und ich als Kommandant der Armee bitte auch darum, dass Ihr gnädig seid.

Ich bin es, der dich um Verzeihung bitten sollte, Sinuhe.

Einst erhob ich die Hand gegen dich. Ich hätte dich umgebracht.

Ich bin erfreut, dich zu sehen.

Sinuhe ist gerade aus dem Land der Hethiter zurückgekehrt.

Sie bereiten einen Krieg gegen uns vor. Sie haben ein neues Metall hergestellt.

Als Beweis brachte er dieses Schwert.

Es schneidet durch unser ägyptisches Kupfer wie ein Messer durch Stroh.

Wie kann das stimmen? Ich habe der Prinzessin doch das Kreuz des Lebens übersandt.

Ich habe ihnen Freundschaft versprochen. - Nicht doch, mein verrückter Freund,

denkt Ihr, sie interessiert Euer Kreuz des Lebens?

Sie wollen Beute, Sklaven, Macht! Und hiermit...

werden sie es bekommen. Es sei denn, Ihr lasst mich zuerst zuschlagen,

mich ihre Städte, ihren Verstand und ihre Schmieden zerstören.

Bittest du mich etwa, ein solches Gemetzel zu dulden?

Ich bitte Euch, mit ihnen genauso gnädig zu sein, wie sie es mit uns wären.

Nicht mehr, nicht weniger.

Es gibt Gnade in jedermanns Herz, er muss nur tief genug vordringen.

Ein Mann, der sein ganzes Leben im Dunklen verbracht hat, versteht das Licht nicht.

Er nennt es böse, weil es in seinen Augen schmerzt.

Aber sollen wir dann alles Licht löschen und mit ihm zurück ins Dunkel kriechen?

Der Nil ist schon voll mit Leichen wegen solcher Weisheiten.

Heute gab es Wieder einen Aufruhr am Hafen. Ich musste Soldaten schicken, um ihn zu beenden.

Versteht Ihr denn nicht, Hoheit. Ein Krieg würde unser Land Wieder vereinen.

Ein weiteres Mal würden die Ägypter Seite an Seite stehen gegen den gemeinsamen Feind.

Er hat Recht, mein Gemahl.

Selbst du? 50 nahe reicht also das Dunkel schon an mich heran.

Du solltest auf Horemheb hören. - Ich kann nur auf Aton hören.

Ich schreibe der Prinzessin der Hethiter und bitte sie, ihre Absichten zu erklären.

Vielen Dank, dass ihr gekommen seid.

Jetzt siehst du, womit ich mich abgeben muss. - Kann es dich davon abhalten,

mit der Armee zu tun, was du willst? - Nein. Die Männer folgen mir, nicht ihm.

Aber er ist Pharao. Und ich habe ihm den Treueid geschworen.

Er schreibt den Hethitern...

Er könnte sie genauso gut dazu einladen, ihm seinen Thron wegzunehmen.

Machte es einen Unterschied? Ich habe Herrscher gesehen, große und kleine,

junge und alte, kriegerische und verweichlichte.

Die Leute leiden und sterben. Egal, wie sich der Herrscher nennt.

Hethiter, Ägypter, Kreter. - Es mag schlecht sein, wie Pharao an zu viel zu glauben.

Aber es ist noch schlimmer, an zu wenig zu glauben. - Ich glaube an gar nichts.

Während Ägypten sich in zivilem Aufruhr zerrieb,

verdoppelte ich meinen Reichtum als Arzt für die Reichen.

Schick die anderen Patienten weg. Ich bin müde. Ich empfange heute niemanden mehr.

Ich denke, Ihr solltet diesen noch sehen. Es könnte sich für Euch auszahlen.

Oh, ist das Honorar so hoch? - Nicht hoch, aber interessant.

Schick sie rein.

Er empfängt Euch.

Kommt morgen wieder. Es tut mir leid, aber ich kann nichts machen.

Kannst du mir helfen? - Sag mir, woran du leidest.

Gib mir deine Hand.

Öffne deine Ruhe.

Ich kann dir das Leben retten, aber dir nicht deine Schönheit wiedergeben.

Dafür ist dein Leiden schon zu weit fortgeschritten.

Willst du leben, Nefer? - Ja.

Ja, ich will leben.

Komm morgen Früh zurück. Ich werde dich behandeln.

Ich kann dich nicht bezahlen. Dein Halsband war alles, was ich noch hatte.

Ich werde dir für meine Dienste nichts berechnen.

Hier.

Zehn Jahre habe ich davon geträumt. Sie wiederzutreffen,

wenn ich dann ihr Herr wäre.

Davon, mich zu rächen. Langsam. Und es zu genießen.

Und was fühlst du, jetzt, wo du die Gelegenheit hast?

Nur Mitleid.

Bedauern. Weil sie einst so schön war.

Und eine Katze kann nichts dafür, dass sie ist, was sie ist.

Es ist seltsam, Kaptah.

Rache macht dich genauso wenig satt wie Ruhm und Reichtum.

Iss von allem, bis du nicht mehr kannst, und doch bleibst du so hungrig wie zuvor.

Was willst du eigentlich, Herr? - Ich weiß es nicht.

Aber was es auch ist, ich habe an den falschen Orten danach gesucht.

Herr, es ist gefährlich in diesem Viertel ohne Geleit herumzulaufen.

Bilder, Geräusche und Gerüche können die Vergangenheit wiederaufleben lassen.

Hier habe ich immer Wasser für meinen Vater geholt.

Das ist schon sehr lange her. Sieh nur, Kaptah.

Das ist der Baum, auf dem ich klettern lernte, als ich noch kaum laufen konnte.

Komm zurück! - Lass mich in Ruhe! - Fang ihn! Lass ihn nicht entkommen!

Nimm ihm das Kreuz ab! - Es ist mein Kreuz!

Hab ihn. - Was macht ihr da? - Gib mir das Kreuz. - Lasst ihn in Ruhe!

Macht schon. Verschwindet!

Bist du verletzt? - Nein. - Wo wohnst du?

Da drüben.

Thoth, mein armer Schatz! - Mir geht es gut. - Du blutest.

Das ist nichts weiter. Ein paar von den Jungs machten mein Kreuz nicht.

Ich bring dich zu einem Arzt. - Darf ich helfen?

Sinuhe!

Ja mein Herr, das dürft Ihr.

Das ist Sinuhe, Thoth. Ein sehr berühmter Arzt.

Ich muss etwas Leinen für den Verband holen. - Ich hole es.

Merit. Nach all diesen Jahren.

Ich habe immer für dich gebetet, Sinuhe.

Ich bin deinem Gott dankbar, wenn er es war, der uns zusammengeführt hat.

Willst du nicht reinkommen?

Du weißt, dass dies das Haus meines Vaters war?

Es war billig und ich brauchte etwas Eigenes.

Du und dein Ehemann? - Ich bin nicht verheiratet.

Ich habe das Verbandszeug gefunden, Mutter. - Mutter?

Das Kind von Freunden. Eine Waise. Er weiß es nicht und hält mich für seine Mutter.

Sinuhe, bitte... - Ich verstehe.

Dein Geheimnis ist sicher aufgehoben bei diesem Waisenkind.

Bitte komm rein.

Hier ist Verbandszeug... und Instrumente, wenn Ihr sie braucht.

Wenn ich groß bin, werde ich auch mal Arzt.

Ich hoffe, du machst besseren Gebrauch von diesen, als ich es tat.

Ich kaufte sie gleichzeitig zusammen mit dem Haus.

Verstehe.

Setz dich aufs Bett.

Jetzt halte den Verband.

Das wird jetzt weh tun. - Ich habe keine Angst.

Hast du auch für mich gebetet? - Ja.

Dafür, dass Aton dir Bescheidenheit und Manieren beibringt.

Jetzt weiß ich, dass wir Wieder daheim sind. Nur in Ägypten ist die Zunge einer Frau

so scharf wie ein Messer.

In zwei Tagen kannst du den Verband Wieder abnehmen.

Aber nicht früher. Hast du verstanden?

Warum? - Warum? - Ich meine, was passiert, wenn ich es mache?

Wahrscheinlich nichts. Ich war streng, weil Ärzte

immer streng sein sollten mit ihren Patienten. Du wirst sehen.

Dadurch wird ihr Respekt vor dir größer und ebenso die Höhe deines Honorars.

Ich werde aber ein Arzt für die Armen sein. - Oh.

Aber Reiche haben viel interessantere Leiden und können sie sich auch leisten.

Nein. Ich werde für die Armen arbeiten.

Ich habe Hunger. Und Ihr? - Ich könnte ein Nilpferd essen.

Bei uns gibt es aber Fisch.

Beeil dich, Mutter! - Ja, beeil dich.

Ruhe ihr zwei. - Komm her.

Jetzt mach deine Instrumente sauber und pack sie Wieder ein.

Du glaubst, du siehst alles mit einem Auge? - Mehr, als mein Herr mit beiden.

Wage nicht, es ihm zu sagen! - Warum sollte ich? Ich mag mein Leben, wie es ist.

Ohne eine Frau, die mir heißes Wasser über die Füße kippt, weil sie mich nicht mag.

Oder in Frage stellt, was ich sage, oder mir mein Bier rationiert...

Merit...

Ich habe dich nicht gebeten, herzukommen und dich in mein Leben einzumischen.

Ich hatte nicht damit gerechnet, dass... Das ist der Rauch.

Du magst vielleicht glauben, der Rauch hätte auch mich geblendet.

Was will Meister Sinuhe, der große, wohlhabende, zynische Meister Sinuhe,

schon von einem Schankmädchen?

Du nennst mich groß und wohlhabend, aber ich besitze gar nichts.

Ich bin der Ärmste aller Menschen, weil ich mein Leben vergeudet habe.

Alles, was ich jemals angefasst habe, habe ich kaputtgemacht.

Mein Geburtsrecht, meine Eltern...

und auch dein Leben, Merit.

Aber du hast mir etwas geschenkt.

Vielleicht eine Antwort auf die Frage, die ich mir steile, seit ich ein Junge war.

Nicht dein Gott. Ich glaube nicht an Götter.

Aber eine Sache, die ich gemacht habe, und die keine Zeitverschwendung war.

Wenn es schon zu spät ist, um unsretwillen zu leben,

so ist es vielleicht aber noch nicht zu spät, für unseren Sohn zu leben?

Mein Junge, lass mich dir eine unbezahlbare Weisheit mit auf den Weg geben.

Spioniere nie durch ein Fenster Sachen nach, die dich nichts angehen.

Das war der Grund dafür, warum ich nur ein Auge habe.

Wolltest du vorbeigehen, ohne mit mir zu reden?

Ich bitte Eure Hoheit um Verzeihung. Pharao hat nach mir geschickt.

Ich weiß. Es ist viele Jahre her, Arzt.

Du hast deine unschuldige Ausstrahlung verloren.

Wenn Eure Hoheit mich entschuldigen. - Hast du sie Neuigkeiten gehört?

Die Hethiter haben Syrien überfallen.

Ihre Streitwägen nähern sich dem Nildelta. - Dann hat der Krieg begonnen.

Nein. Mein Bruder weigert sich, Horemheb die Erlaubnis zum Angriff zu erteilen.

Dann muss er verrückt sein. - Ich wusste es schon lange.

Arzt!

Komm in mein Gemach, nachdem du bei meinen Bruder warst.

Eure Majestät. - Danke, dass du gekommen bist.

Hoheit. - Mein Freund...

Hoheit, Ihr müsst Horemheb erlauben, Ägypten zu verteidigen.

Nein... Nein!

Ob richtig oder falsch, ich werde keinen Tod befehlen.

Ich kann Ägypten nicht in ein Blutbad führen.

Sie sagen, ich sei verrückt. Horemheb, die Priester...

. selbst meine eigene Schwester.

Haben sie Recht, Sinuhe?

Bin ich verrückt?

Ihr seid verrückt, Hoheit.

Aber Euer Wahnsinn ist schöner als die Weisheit der anderen.

Schön... Ja, meine Vision von Aton war schön.

Ich dachte, er würde allen Menschen Frieden und Glück bescheren.

Ich dachte, ich könne als sein Sprachrohr seine Botschaft allen Menschen verkünden.

Aber ich habe mich geirrt. Die Vision ist verblasst.

Meine Stimme war nur Windgeflüster in der Wüste.

Aton hat sich von mir abgewandt,

und mich dem Krieg, dem Wahnsinn und dem Tod überlassen.

Wenn du mich liebst, Sinuhe, dann befreie meine Seele von dieser Last.

Schenke mir Frieden.

Die Aufgabe eines Arztes ist es, das Leben zu verlängern, Hoheit.

Nicht, es zu verkürzen.

Er sollte sich jetzt ausruhen.

Kannst du nichts für ihn tun?

Es tut mir leid, aber seine Krankheit hat nicht seinen Körper befallen, Majestät.

Was wollt ihr? - Das, worum dich Pharao selbst gebeten hat.

Ihm Frieden zu schenken. - Ihr seid mutigen als ich dachte.

Wenn Horemheb Euch hören würde...

Meine Männer sind bereit. - Der treue Oberbefehlshaber...

Du also auch? - Sieh doch, Sinuhe.

Ich liebe Akhnaton wie meinen eigenen rechten Arm.

Aber würde sich mein Arm grün verfärben, würde ich ihn abtrennen.

Ebenso, wie Akhnaton von Ägypten abgetrennt werden muss.

Ganz Ägypten weiß, dass ich Recht habe. Und du weißt es auch.

Ja. Ja, an deiner Stelle würde ich mir dasselbe sagen.

Hast du etwas, das ihn einschlafen lässt? Ohne Schmerzen? - Ich?

Ich soll ihn umbringen, wen ich von soviel Talent zur Gewalt umgeben bin?

Mach es, und die Götter werden dich für immer preisen.

Verstehe. Ihr sprecht für die Götter und Horemheb für Ägypten.

Dann verratet mir eines. Wer wird Thronfolger?

Wer anderes als der Kommandant der Armee, der Ägypten retten,

und es wieder zur größten Macht der Welt machen wird? - Ja.

Horemheb? Du Pharao?

Das ist also der Preis für deinen Verrat. - Nenn es Verrat, wenn du willst.

Aber jetzt kann Ägypten nur noch eine Sache retten: Mut.

Mut, zu handeln.

Mut, unsere Feinde zu besiegen und ihre Anführer in Ketten zu legen.

Akhnaton sitzt hilflos in seinem Gemach. Jetzt ist eure Chance, zuzuschlagen.

Aber ihr tut es nicht, oder? Weil gegen ihn noch nie offen die Hand erhoben wurde.

Würdet ihr ihn erschlagen, wäre der Weg frei, der Präzedenzfall geschaffen

für einen anderen, den neuen Pharao zu töten, der, wie ihr hofft, Horemheb heißt.

Als muss diese schmutzige Angelegenheit durch einen Umweg erledigt werden.

Wie es schon immer so gehandhabt wurde.

Von einem Arzt, der vergibt, er würde ihn heilen.

Von einem Arzt, von dem man weiß, dass er sein Freund ist.

Es tut mir leid, aber ich bin nicht der, den ihr sucht.

Wartet draußen.

Bleibt in der Nähe.

Eure Hoheit wollten mich sehen. - Wirst du tun, was sie verlangen?

Nein. - Du solltest einwilligen.

Akhnaton muss sterben.

Um seinetwillen. - Jetzt also um seinetwillen.

Mekere will ihn der Götter wegen töten, Horemheb wegen Ägypten,

und seine Schwester um seinetwillen. - Jeder Jäger hätte Gnade

mit einem verwundeten Tier.

Haben sie dir gesagt, wie sie den Thron beschmutzen wollen?

Horemheb soll der neue Pharao werden. - Und ich seine Königin.

Heute Nacht kommt er in mein Gemach.

Und morgen wird unsere Heirat im Tempel der alten Götter verkündet.

Verstehe. Ein guter Plan.

Diese Hochzeit macht ihn fürs Volk akzeptabel. - Aber nicht für mich, Arzt!

Wenn ich heirate, dann ganz sicher nicht den Sohn eines Käsemachers.

Geh.

Wir haben nicht viel Zeit. Horemhebs Männer kontrollieren die Stadt.

Heute Nacht werden die Priester die alten Götter wiedereinsetzen,

und ein Blutopfer darreichen.

Aber gemeinsam können wir sie schlagen. Horemheb und all die bösartigen Priester.

Sinuhe, komm her!

Folgendes musst du tun. Tu so, als würdest du ihrem Plan zustimmen.

Dann töte meinen Bruder und auch Horemheb.

Zwei Morde. - Dann komm heute Nacht zu meinem Gemach und ich öffne dir gerne

eigenhändig die Tür und teile bereitwillig den Thron mit dir als Pharao.

Warum sollte das Volk einen namenlosen Arzt als seinen Pharao akzeptieren?

Weil du der Pharao bist.

Du bist mein Halbbruder. Der einzige Mann in Ägypten,

der das Zeug dazu hat, mein Ehemann zu sein und an meiner Seite zu herrschen.

Warum denkst du haben Mutter und ich dich sehen wollen, als du das erste Mal hier warst?

Bevor sie starb, hat sie mir alles erzählt.

Und überließ es mir, ob ich dir jemals die Wahrheit sage.

Sie war nicht die Erste, die meinem Vater, dem Pharao, einen Sohn geboren hat.

Einige Wochen zuvor brachte eine seiner anderen Frauen einen Jungen zur Welt.

Dich.

Du wurdest deiner Mutter weggenommen und auf dem Fluss ausgesetzt,

in einem Boot, gebunden mit Knoten von Vogelfängern.

Von meiner Mutter selbst, der Tochter eines Vogelfängers.

Und der Mutter fiel nicht auf, dass ihr Neugeborenes verschwunden war?

Man zeigte ihr ein totes Mädchen und sagte ihr, es sei ihres.

Hunderte Babys werden jedes Jahr auf dem Fluss ausgesetzt,

und Boote werden oft mit solchen Knoten gebunden. - Im Süden, nicht in Theben.

Aber es gibt Beweise, die noch schwerer wiegen.

Holt meinen Streitwagen!

Komm mit mir ins Tal der Könige zum Grabmal meines Vaters

und überzeuge dich selbst.

Amenhotep der Dritte, der große Pharao.

Mein Vater.

Und deiner.

Sieh her. Die besten Künstler Thebens haben das gemacht.

Er sah genauso aus. Sieh dir die Nase, die Wangen, die Stirn, den Kiefer an.

Du wolltest doch mehr Beweise.

Sieh her.

Das sah meine Mutter, als du im Thronsaal vor uns standest.

Etwas, das nur sie erkennen konnte.

Das Gesicht ihres Mannes als jungen Mann. Den großen Pharao, zu neuem Leben erwacht.

In dir!

Hast du immer noch Zweifel?

Lasst mich allein hier.

Du weißt, dass ich dir die Wahrheit gezeigt habe. - Ja.

Jetzt weiß ich, dass es wahr ist.

Aber würde Horemheb jemals solche Beweise akzeptieren? - Natürlich nicht.

Es ist vom eigenen Ehrgeiz zerfressen. Er ist bereits viel zu weit gegangen.

Er kann nicht mehr zurück, selbst wenn er es wollte.

Deshalb muss er getötet werden, zusammen mit Akhnaton.

Du hältst Ägypten in deiner Hand, mein Bruder.

Dir gehört die Macht eines Gottes, wenn du nur den Mut hast, sie zu ergreifen.

Was ist das?

Was ist das? - Horemheb hat seinen heiligen Krieg begonnen.

Jeder Anhänger von Pharaos Gott ist dem Tod geweiht.

Ein Massaker. - Was kümmert es uns. Lass Horemheb den Weg für uns freiräumen.

Wenn mein Bruder tot ist und wir herrschen, ist es leichter ohne diese Fanatiker.

Lass die Pferde los!

Merit! Merit! - Herr! Herr!

Wo ist deine Mutter? - Wir wurden getrennt.

Kaptah, hör zu. Bring den Jungen an die Docks. Hier, nimm das Geld.

Und diese Juwelen. Und finde ein Boot. Kauf eines. Stehle es, wenn du musst.

Und Ihr? - Ich suche Merit. Wir kommen zu euch, sobald wir können.

Aber warte nicht auf uns. Bring den Jungen aus der Stadt! - Ja. - Ich will mit dir.

Nein, du musst mit Kaptah gehen, mein Sohn.

Jetzt beeilt euch.

Beeilt euch!

Haltet sie auf!

Gehört das dir? - Das hab ich noch nie zuvor gesehen.

Du lügst. Ich habe gesehen, wie du es weggeworfen hast.

Seid vernünftig, Hauptmann. Sehe ich aus wie ein Anhänger des verfluchten Aton?

Das sind einfache, ehrliche Leute. Ich aber bin der größte Schurke in ganz Ägypten.

Ist das dein Kreuz? - Hauptmann...

Ihr habt ein ehrliches, intelligentes Gesicht.

Ich arbeite immer mit Soldaten zusammen. Ich war selbst mal einer, bis...

Ich meine Auge für mein Land gegeben. Nun, wenn das alles war, dann...

Tüte ihn!

Tötet mich für tausend Vergehen, aber nicht für etwas, das ich nicht getan habe.

Ich hasse die Götter! Und die Götter hassen mich.

Nun gut, dann nehmt alles. Dies... und das...

Gold... Silber... Alles, was ich habe.

Das Leben ist grausam...

Ihr habt einen Bettler aus mir gemacht. Ich werde zu Tode hungern, so lang ich lebe.

Lasst ihn laufen.

Komm mit!

Was kannst du zahlen? Was kannst du zahlen?

Gebt mir eure Juwelen. Geh an Bord!

Nur wer zahlen kann, darf an Bord. Gebt mir eure Juwelen.

Gebt mir euer Gold! Nur wer zahlen kann, darf an Bord.

Los, vorwärts. Ab nach vom.

Kaptah, wie sollen wir bezahlen? Du hast alles den Soldaten gegeben.

Nicht ganz.

Die Ersparnisse eines ganzen unehrlichen Lebens...

Komm mit. Komm.

Hallo! - Was kannst du zahlen? - Nimm diesen Rubin. Das Kind nimmt unseren Passierschein.

Gut. Lass ihn durch. Nur wer zahlen kann, darf an Bord!

Komm, setzt dich dort hin.

Nun... Ich befürchte, dass ich in meinem Alter...

und in aller Unschuld... nun doch noch zum Vater werde.

Thoth?

Thoth?

Kniet!

Spannt! Schießt!

Merit?

Merit?

Sinuhe!

Nicht...

Merit.

Merit... Merit...

Thoth?

Er ist bei Kaptah. Bei ihm wird ihm nichts passieren.

Halt mich fest, Liebsten

Merit!

Werft die Überlebenden in den Kerker. Und macht den Tempel dem Erdboden gleich.

Ja, Kommandant. - Bogenschützen! Folgt mir!

Es tut mir leid, mein Freund. Es musste getan werden.

Nicht du hast sie getötet, sondern dieser Verrückte im Palast.

Er und sein einer Gott. Sie hat an diesen Gott geglaubt und ist jetzt tot.

Lebt er noch? - Ja. Er ist im Palast.

Dann geh dorthin. Ich treffe dich dort vor Tagesanbruch.

Wie gibst du es ihm? - In einem Becher Wein, wenn wir beide mit ihm trinken.

Ich? - Wir beide machen gemeinsame Sache, Horemheb.

Wie es schon immer war, seit wir Jungs waren.

Da es für das Wohl Ägyptens ist, solltest du dich geehrt fühlen, dabei zu sein.

Geh und versicherte dich, dass er wach ist. Melde uns bei ihm an.

Keine Angst. In Pharaos Becher wird sein, was nötig ist.

Du bist also doch noch zur Vernunft gekommen.

Warum hast du mich auf der Straße zurückgelassen? Wo bist du hingegangen?

Um einen Traum zu begraben. Er ist jetzt tot und vergessen.

Für ihn. Für Horemheb.

Für mich. - Wie meinst du das?

Horemheb ist kein Narr. Wie soll er trinken, wenn ich nicht mittrinke?

Aber dann stirbst du. - Ich bin Arzt.

Dieses Öl schwächt das Gift. So kann ich zurückkommen und das Gegengift schlucken.

Und wenn etwas schiefgeht?

Dann werde ich so oder so sterben.

Sie vorsichtig, mein Bruder. Ich werde auf dich warten.

Lass uns nicht so tun, Schwester, dass es um etwas anderes ginge als um Macht.

Vielleicht trägst du keine Schuld an dem Bösen in dir.

Es ist nicht deine Schuld, dass du so krumm und verdreht bist wie ein Baum,

der gezwungen ist, auf immer zu blühen, ohne jemals Früchte zu tragen.

Zu dem, was du bist, haben dich andere gemacht.

Aber ich habe das Böse in mir selbst geschaffen. Und ich weiß, dass es böse ist.

Du musst gehen.

Sinuhe, mach die Tür auf.

Sinuhe!

Warum war die Tür verriegelt? - Ich konnte nicht sicher sein, dass du es bist.

Ist alles bereit? - Er betet in der großen Halle zu seinem einen Gott.

Welches ist sein Becher? - Der, den er nehmen wird.

Seid Willkommen, Freunde. - Wir kommen als Freunde zu Euch, Hoheit.

Weil wir beide dich lieben. - Ich weiß.

Wir sprachen gerade davon, wie wir uns alle zum ersten Mal in der Wüste trafen.

Ja. Es war bei Sonnenaufgang.

Ich hoffte, dieser Tag würde ein Sonnenaufgang für die ganze Welt.

Aber du tötetest einen Löwen und sein Blut versickerte im Sand.

Gewalt muss man mit Gewalt begegnen.

Trinkt Hoheit, auf unsere Erinnerungen.

Fordert Sinuhe mich zum Trinken auf?

Ja.

Habe ich den Tod getrunken, Sinuhe?

Ja, Hoheit.

So sei es.

Die Schuld liegt bei mir. Du hast mir gegeben, wonach ich verlangte, aber...

es war falsch von mir, danach zu verlangen.

Ich war schwach. Ich dachte, mein Gott hätte sich von mir abgewandt.

Aber das hatte er nicht, Sinuhe. Du hast ihn auch nicht getötet, wie du glaubst.

Horemheb versucht, ihn zu töten, indem er seine Tempel niederreißt.

Aber das Haus Gottes ist die gesamte Schöpfung.

Reißt die Berge nieder, leert die Meere,

löscht alle Sterne am Himmel,

und doch habt ihr Gott nicht einmal berührt.

Ich kann es jetzt deutlich sehen. Ich dachte, Gott sei das Antlitz der Sonne.

Und so machte ich sein Bild.

Aber Gott ist mehr... Viel mehr.

Die Sonne ist nur ein Symbol seiner Wärme.

Seiner Schöpfungskraft.

Er ist kein Bild. Nichts, das man greifen könnte.

Sender der Schöpfer von allem.

Der liebende Geist, der in unser jeder Herzen innewohnt.

Ich kann mich glücklicher schätzen als alle anderen Menschen,

dass er es mir erlaubt hat, ihn zu erkennen.

Bleib nahe bei mir, Sinuhe, mein Freund.

Ich kann dich kaum noch sehen, aber ich spüre keinen Schmerz.

Ich habe Euch keinen Schmerz verabreicht, Hoheit.

Und auch mein Tod spielt keine Rolle.

Ich war gerade mal ein Schatten der Dinge, die da kommen.

Nur eine Stimme, die für ihn sprach.

Aber es wird andere Stimmen geben. Deutlicher als meine.

Denn den Herzen der Menschen wird man sich nicht ewig verweigern.

Gott ist in uns allen.

Und eines Tages, zur rechten Zeit, wird er zu uns sprechen,

in Worten, die nicht missverstanden werden können.

Die anderen haben mich belegen, Sinuhe.

Aber du, glaube ich, hast mich wirklich geliebt.

Gott vergibt alles, Sinuhe.

Er wird dir vergeben.

Die arme Seele. Er war verrückt bis zu seinem Ende.

Ich werde den Göttern für ihn ein Opfer darreichen.

Sie werden mich nicht mehr zurückweisen.

Denn jetzt bin ich einer von ihnen.

Ich bin Ägypten.

Dein Becher, Sinuhe. Trink mit mir.

Trink auf den Anfang eines neuen Ägyptens. - Horemheb.

Trink es nicht. Oder du bist weder Ägypten noch irgendwas.

Du wagst es... - Seil die Krone auf und geh zu deiner Prinzessin.

Sie wird sehr überrascht sein. Denn du bist es nicht, den sie erwartet.

Aber du kannst dich durchsetzen und dich selbst göttlich machen.

Du hast es wirklich gewagt. - Du bist der Pharao, den Ägypten will.

Das ist aber nicht der Grund, warum ich dich verschont habe.

Danke nicht mir für dein Leben, sondern diesem armen kranken Narren.

Denn er war es, der uns beide gerettet hat. - Mich gerettet?

Bist du auch verrückt? Ich bin Pharao!

Ruhe! Pharao kommt. Senkt eure Häupter!

Senkt eure Häupter vor dem lebenden Gott!

Hoheit, die Feldherren der besiegten Armeen bitten Pharao um Gnade.

Um sie kümmere ich mich später. Lass den Arzt vertreten.

Auf die Knie. - Er soll stehen.

Was wird diesem Mann vorgeworfen?

Er hat sich öffentlich gegen Pharao ausgesprochen.

Er hat Pharaos Siege in Syrien und im Land der Hethiter herabgesetzt.

Er hat die Götter gelästert und anderen zahllosen Verrat begangen.

Einst standen wir gemeinsam vor diesem Thron und du hast dich für mein Leben eingesetzt.

Ist jemand hier anwesend, der für diesen Mann sprechen Will.

Du, meine hingebungsvolle Gattin?

Nein.

Dann musst du für dich selbst sprechen, Arzt. - Nicht für mich selbst, Hoheit.

Aber für jemanden, dessen Andenken du auslöschen wolltest.

Dessen Namen du zu Grunde richten wolltest. Für Akhnaton.

Willst du mir deinen Verrat ins Gesicht schleudern? Dieser Name ist tabu.

Nimm dich in Acht, Arzt, oder ich werde... - Du wirst? Was wirst du?

In den Krieg ziehen und eine Schlacht gewinnen?

Siegen und nicht merken, dass es eine Niederlage ist?

Ägypten zu Ruhm verhelfen und ihm beim Sterben zusehen?

Wir leben im Zwielicht unserer Welt, Horemheb.

Und du wirst ihr Sonnenuntergang sein.

Nationen steigen auf, nur um niederzugehen.

Könige bauen mächtige Denkmäler, nur damit sie zu Staub zerfallen.

Ruhm ist flüchtig wie ein Schatten.

All diese Dinge tragen den Keim des Todes in sich.

Nur ein Gedanke kann weiterleben.

Nur eine große Wahrheit kann wachsen und gedeihen. Und sie kann man nicht töten.

Sie bahnt sich im Geheimen ihren Weg von einem Herzen zum anderen.

Sie wird einem Kind durch die Muttermilch gegeben.

Willst du sagen, dass du gegen mich kämpfst? - Auch diesen Kampf wirst du gewinnen.

Denn wenn du mich nicht zum Schweigen bringst, weißt du, was ich dann tun werde?

Was wirst du tun, Arzt? - Ich werde zu den Leuten gehen,

und versuchen, die Fragen zu beantworten, die ihnen die Herzen schwer machen.

Die Fragen, die ich mir mein ganzes Leben lang selbst gestellt habe.

Wo immer ich hinging in der Welt.

Und die mir ein sterbender Mann beantwortet hat.

Ich werde die Kleidung eines Sklaven tragen und die Sandalen von den Füßen streifen.

Und zu den Frauen sprechen, die ihren Fisch vor den Lehmhütten am Fluss braten.

Zu den Töpfern an den Docks, den Schmieden am Balg, zu den Sklaven unter ihrem Joch.

Und ich werde sagen:

"Man kann einen Menschen nicht nach seiner Hautfarbe beurteilen.

Nicht nach seinen Kleidern, seinen Juwelen oder seinen Siegen,

sondern nur nach seinem Herzen.

Ein guter Mensch ist besser als ein schlechter Mensch.

Gerechtigkeit ist besser als Unrecht

Er, der Gnade walten lässt, ist dem überlegen, der Gewalt übt.

Auch wenn letzterer sich Pharao nennt und sich zum Herr über die Welt aufschwingt.

Wir haben nur einen Herrn. Den Gott, der uns alle erschuf.

Nur seine Wahrheit ist unsterblich.

Und in seiner Wahrheit sind alle Menschen gleich.

Kein Mensch ist allein."

Das Urteil: Exil bis an dein Lebensende.

Mein Leben lang hatte ich nach Wissen gesucht.

Und doch ist das alles, was ich weiß.

Ich habe das für dich geschrieben, mein Sohn. Wo immer du sein magst.

Und für deine Kinder und Kindeskinder.

Es ist ein armseliges Vermächtnis.

Aber es ist alles, was ich habe.

ALL DIES GESCHAH 13 JAHRHUNDERTE VOR CHRISTI GEBURT.

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