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lm 17ten Jahrhundert fiel Satan ueber die Erde her.
Gross war der Zorn gegen diese ungeheuerlichen,
nach menschlichem Blut duerstenden Wesen.
ln der Ueberlieferung nennt man sie Vampire.
Kein Flehen nach Mitleid nutzte.
Brueder zoegerten nicht, ihre Brueder anzuklagen,
und Vaeter klagten ihre Soehne an,
in rasendem Bestreben, die Erde von diesen
Blut verschlingenden Moerdern zu reinigen.
Doch bevor man sie toetete, erhielten die Verdammten
das goettliche Urteil in ihr Fleisch eingebrannt: Das Zeichen des Satans.
Asa, Tochter des Hauses Vajda.
Das hoechste Gericht der lnquisition von Moldawien,
hat dich fuer schuldig befunden.
lch, der zweitgeborene Sohn von Prinz Vajda,
Grossinquisitor, verdamme dich.
Und als dein Bruder verstosse ich dich.
Zu viele Untaten hast du vollbracht,
um deine teuflische Liebe zu befriedigen,
zu diesem Diener des Teufels, lgor Javutich.
Moege Gott deiner Seele gnaedig sein, in deiner letzten Stunde.
Bedeckt nun ihr Gesicht mit der Maske Satans!
Schlag es drauf!
Moegen die reinigenden Flammen
ihren Koerper zu Asche verzehren,
so dass der Wind alle Spuren ihrer Existenz ausloescht.
Nein!
Griabi! lch bin es, die dich verstoesst!
lm Namen Satans verfluche ich dich!
Mach weiter, aber du wirst meinen und Satans Klauen nicht entkommen.
Die befreiten Elemente der Macht der Dunkelheit werden dich vernichten.
Huete dich, Griabi!
Meine Rache wird dich in deinem verfluchten Haus zerschmettern.
Und im Blut deiner Soehne und deren Nachkommen
werde ich weiterleben und fuer immer unsterblich sein.
Sie werden mir das Leben geben, welches du mir nun raubst.
lch werde eines Nachts zurueckkehren, um dich zu vernichten!
Wie auf teuflischen Befehl,
toben die Elemente und loeschen die reinigenden Flammen.
Das terrorisierte Volk fluechtet von diesem verfluchten Ort.
Die ganze lange Nacht lang warnen die Glocken,
dem Geist des Teufels fern zu bleiben.
Als der Sturm vorueber war, wurde der Leichnam von Javutich
mit ungeheiligter Erde bedeckt,
an einem Platz, der Moerder bestimmt ist.
Den Leichnam der Hexe Asa
brachte man in die Gruft ihrer Ahnen.
Zwei Jahrhunderte spaeter
Kutscher, Kutscher!
Wie weit ist es noch bis zur Kreuzung von Mirgorod?
Sechs oder sieben Stunden, mein Herr.
Haben sie das gehoert, Professor?
Wir werden Moskau bis zum Abend nicht mehr erreichen.
Wir koennen in Mirgorod uebernachten.
Guter geraeucherter Lachs und exzellenter Vodka!
Wir werden puenktlich zum Kongress in Moskau sein.
Aber wir werden die Eroeffnung verpassen.
Schade, Dr. Bristonoff und Dr. Steiner werden dort sein.
Seit wann haben Sie ihren Abschluss?
Drei Jahre! Seit zwei Jahren bin ich bei ihnen.
Waeren Sie schon so lange dabei wie ich,
wuerden Sie diese Reden mit Gelassenheit betrachten.
Kutscher! Anhalten!
Fahren Sie durch den Wald. Das ist kuerzer!
Zu viele Schlagloecher, niemand benutzt diesen Weg mehr.
Sie haben Angst vor der Hexe!
Mich schreckt nichts so leicht,
ich habe gegen Napoleon gekaempft.
Ehrlich gesagt, ziehe ich lieber erneut gegen die Franzosen,
als gegen einen Geist.
Das wird ihnen helfen, den Geist zu vergessen.
Los, vorwaerts!
Was ist das fuer ein Klagen?
Das ist nur der Wind in den Baeumen.
Was ist los?
Die Zweige, mein Herr. Dieser hat versucht, mich zu wuergen.
Das liegt wohl am Vodka. Los, fahr weiter!
Warum ist er so in Eile?
Nun, seine Angst und mein Trinkgeld...
Was fuer eine Bescherung!
Oh, Himmel, ausgerechnet hier muss das passieren.
lst es schlimm?
Nein, nur das Rad ist abgesprungen.
lch werde es schnell reparieren.
Gut!
Es ist nicht besonders angenehm hier.
Diese unheimlichen Klaenge.
Es kommt von dort drueben. Schauen wir nach!
Sehen Sie! Der Wind streicht durch die verfallene Orgel.
Was ist geschehen, meine Herren?
Nichts, machen Sie weiter.
Mehr als tausend Jahre Streit, Hass und Liebe.
Alles ist zu Staub zerfallen.
Nichts blieb von den ehemaligen Prinzen von Vajda,
als die toten Schatten ihrer frueheren Pracht.
Die Geschichte Moldawiens ist in diese Steine gehauen.
Andrej, kommen Sie her!
Das ist die legendaere Hexe.
Diese Masken wurden den Hexen auf das Gesicht geschlagen.
So tragen sie fuer alle Ewigkeit das Gesicht Satans.
Warum ist da ein Fenster?
Sie fuerchteten, die Hexe koennte auferstehen.
Ein fuer die Hexe sichtbares Kreuz sollte sie fuer immer daran hindern.
Unglaublich!
Meine Herren! Wo sind Sie? Helfen Sie mir mit dem Rad!
Bitte lassen Sie mich nicht allein!
Er ist zu Tode geaengstigt!
Helfen sie ihm bitte. lch sehe mich noch ein wenig um.
lch bin lieber draussen. Nicht nur wegen der Luft.
Es ist ein wenig bedrueckend.
Professor! Professor Kruvajan, was ist passiert?
Warum haben Sie geschossen?
Hier, dieses Monster hat mich angegriffen.
Seltsam!
Normalerweise meiden Fledermaeuse die Menschen.
Lassen Sie uns besser nach draussen gehen, Professor,
sonst ist der Kutscher ueberzeugt, dass er Recht hat.
Warten Sie!
Was machen Sie da?
Nach zweihundert Jahren noch intakt.
Sie haben sich geschnitten.
Richtig, ich habe es nicht bemerkt.
Es war wohl ein Glassplitter.
Nur ein paar Tropfen Blut, das ist alles.
Diese leeren Augen scheinen uns anzusehen.
Also gut, gehen wir!
Wer sind Sie? Was wollen Sie?
lch bin Professor Choma Kruvajan.
Er ist mein Assistent, Andrej Gorobek.
lch ging durch den Park, als ich einen Schuss hoerte.
Was ist geschehen?
lch toetete eine grosse Fledermaus, unten in der Krypta.
Verzeihen Sie, dass wir die Kappelle betreten haben.
Wir dachten, sie sei eine verlassene Ruine.
Wir wollten unsere Neugierde befriedigen.
Es ist so befremdlich, so raetselhaft.
Alles geht zu Grunde.
Mein Vater, Prinz Vajda,
verweigerte sogar, diese alte Kapelle zu reparieren.
ln seinen Augen ist dieser Ort verflucht.
Das Rad ist repariert. Wir koennen weiter.
Gut, wir kommen!
Entschuldigen Sie uns. Wir muessen gehen.
Wir muessen noch bis Mirgorod fahren.
Wir verbringen dort die Nacht.
Wenn Sie erlauben, moechte ich nicht lebe wohl sagen.
Vielleicht sehen wir uns wieder.
Ja. lch bin mir sicher, sie werden eine gute Nacht in Mirgorod verbringen.
Verzaubert?
Diese Traurigkeit in ihren Augen.
Sehen Sie!
Ach, ein Andenken an die Hexe!
Katia, Katia!
Mein Kind, du schaust so ruhelos, so verbittert aus. So traurig!
Was aengstigt dich nur?
Es ist nichts.
Der Herbst macht einen immer so traurig.
Dein Laecheln ist verschwunden.
Moechtest du das Schloss verlassen? Machen dich die Mauern so traurig?
Nein, ich moechte hier bleiben.
Die Melancholie in diesem Haus hilft mir.
Seit Jahrhunderten ist es unsere Heimat. Warum nun gehen?
Hier ist unsere Vergangenheit!
Und all die Erinnerungen, die wir damit verbinden.
Als ihr geboren wurdet, haette ich mit euch fortgehen muessen.
Fort von der Traurigkeit und den bedauerlichen Erinnerungen.
Vielleicht waere ich dann auch nicht gluecklich.
Aber nicht so einsam!
Wahrscheinlich kann ich dich nicht ueberzeugen.
Ueberzeuge mich mit einem Laecheln!
lch...
Du zitterst, als laege eine dunkle Bedrohung ueber dir.
Rede nicht so mit mir!
Entschuldige, Vater. lch werde heute abend fuer dich spielen.
Als wenn eine Stimme erstirbt.
Was ist das?
Woelfe, deshalb konnte ich heute keine Spuren von Rotwild finden.
Nein, es scheint etwas anderes dort draussen zu sein.
Das sind keine Woelfe.
Der Greif hat sich bewegt.
Konstantin, Katia.
- Was ist? - Vater!
So wurde er nicht gemalt. Der Greif lebte!
Nun ist er tot.
- Was sagst du da? - lch bin mir sicher.
Ja, Vater, er sass zuvor an einer anderen Stelle.
Das Bild hatte immer eine sonderbare Wirkung auf dich. Warum nur?
Es ist wie eine Flamme, die nicht entkommen kann.
Etwas lebendiges ist darin. Die Augen, die Haende,
als wenn sie etwas verbergen.
lch fuerchte mich, ihm Nahe zu kommen.
Katia, vielleicht hat Konstantin recht und ich habe nur getraeumt.
Reden wir nicht mehr davon!
Wie kalt es ist.
Die Kaelte scheint aus der Feuerstelle zu kommen und faehrt mir in die Knochen.
Warum gehst du nicht schlafen? Deine Augen sind so muede.
Nein, meine Augen sind nicht muede, meine Seele ist es.
Geht nun zu Bett, ich moechte allein sein.
- Gute Nacht! - Gute Nacht!
Gute Nacht, mein Herr.
Nein! Warte, lvan!
Du dienst nun schon viele Jahre in diesem Haus.
lch bin hier geboren, mein Herr.
Heute ist das Fest des heiligen Georg.
Du kennst sicher die Legende vom Fluch, der auf diesem Schloss liegt.
Heute vor 200 Jahren wurden zwei Menschen wegen Hexerei hingerichtet,
Prinzessin Asa und Prinz Javutich.
Auf ihre Gesichter nagelte man die Maske Satans.
Genau 100 Jahre spaeter zerstoerte ein Erdbeben nur die alte Kapelle.
Das Grab der Hexe war aufgebrochen,
als sei sie auferstanden, um ihre Rache zu vollenden.
Und tatsaechlich,
in der gleichen Nacht starb Prinzessin Masha unter mysterioesen Umstaenden.
Masha war wunderschoen, das Ebenbild von Asa.
An diesem Tag wurde sie gerade 21 Jahre alt,
genau wie Katia. Und Katia ist ihr Ebenbild.
Als ob die Hexe ihre Opfer mit der eigenen Schoenheit quaelt,
bevor sie sie toetet.
Es ist diese sich wiederholende Rache Asas, die mich so quaelt.
lch habe Angst, lvan.
Sie muessen keine Angst haben, mein Herr.
Das Kreuz wird Sie beschuetzen.
Selbst wenn es wahr ist...
diese Monster schrecken vor dem Kreuz zurueck.
Tragen Sie es immer bei sich!
Ja! Du hast Recht, lvan.
Die Stimmung dieses verfluchten Tages bestuerzt mich so.
Trinken Sie den Tee, bevor er kalt wird.
Der Tod! lch habe den Tod gesehen!
Es ist eine Warnung, lvan. lch habe keine Angst!
Sie werden nicht siegen!
Sie koennen gegen das Kreuz nicht siegen.
Komm, Tatjana!
- lst alles zu ihrer Zufriedenheit? - Ja, danke!
Sie haben Recht, der Vodka ist grossartig. lch koennte die Welt erobern.
Und mit dem Schloss beginnen Sie.
Jemand dort hat Sie sehr beeindruckt.
Eine hervorragende ldee, noch ein oder zwei Glaeser
und ich werde genau dort hin gehen.
Gehen Sie besser schlafen.
Prinzessinnen kann man leichter in Traeumen erobern.
Wir muessen morgen sehr frueh los.
Nun gut. lch lasse uns um fuenf Uhr wecken.
Nein,nein! Das mache ich schon.
lch mache einen Rundgang und richte es dann aus.
- Gute Nacht! - Gute Nacht!
- Und achten Sie auf Fledermaeuse! - Achten Sie auf ihren Kopf!
Nein, nein!
Was stellst du dich so an?
- lch gehe nicht!. - Wer sonst?
lch habe noch genug zu tun.
lst es nicht beschaemend, dass sie Angst hat, die Kuh im Stall zu melken?
Sie hat Recht.
Aber der Stall liegt neben dem alten Friedhof.
Die Toten muessen Sie nicht fuerchten.
Hast du gehoert? lch komme!
- Mach schnell! - lch warte schon eine halbe Stunde.
Heute gehe ich, aber morgen nicht!
Hallo, lrina.
Erhebe dich, Javutich! Javutich, erhebe dich!
Ruhig, lrina! Hast du auch Angst?
Was fuer ein Sturm.
Sei brav, lrina!
Nein!
Vater!
- Vater! - Nein, nein!
- Schau mich an, Vater! Schau mich an! - Nein!
Wir muessen einen Arzt finden! Aber wo?
lm Gasthaus! lch traf heute zwei Aerzte vor der Kapelle.
Sie uebernachten in Mirgorod.
Schnell, lvan, wecke den Burschen!
Hier bin ich, Herr.
Gehe zum Gasthaus und hole einen der Aerzte! Sofort!
Ja, Herr!
Ja, Herr!
- Doktor Kruvajan! - Ja?
Prinzessin Vajda schickt mich. lhr Vater ist schwer krank.
Sie bittet Sie, zum Schloss zu kommen.
Gut, aber ich benachrichtige das Gasthaus.
Das habe ich schon getan.
Dort erfuhr ich, wo ich Sie finden wuerde.
Dann wollen wir mal!
Kruvajan, Kruvajan! lch habe auf dich gewartet.
lch brauche dich erneut. Schau mir in die Augen!
Schau in meine Augen!
Komm naeher!
Nur ein paar Tropfen deines Blutes haben mich wiedererweckt.
All dein Blut wird mir die Kraft zur Vollendung meiner Rache geben.
Komm, kuess mich!
Meine Lippen werden dich verwandeln.
Fuer die Menschen wirst du tot sein,
aber im Tode wirst du leben.
Warum braucht Boris so lange?
Er wird gleich hier sein.
Der Greif, der Mann im Gemaelde...
- Was sagt er? - Er hat Wahnvorstellungen.
Nein, nein! Nur das Kreuz kann uns schuetzen...
vor dem Tag der Schuld.
Sie haben nach mir geschickt?
Danke, dass Sie gekommen sind, Mein Vater ist so ausser sich.
lch schaue nach ihm. Sie sollten nun gehen.
Was fehlt ihm denn, Doktor?
Nichts Ernstes, er hat einen Schock.
Wir hoerten ploetzlich einen angsterfuellten Schrei.
Wir fanden ihn mit zitterndem Arm, das Kreuz in der Hand,
als ob er damit etwas Schreckliches abwehren wollte.
Nehmen sie es weg! Er sollte es nicht sehen.
Vielleicht loest es einen neuen Anfall aus.
Unser ewiger Schlaf wurde unterbrochen.
Du hast es moeglich gemacht.
Du hast mich aus der Erde gerissen, welche so schwer auf mir lastete.
Dieses Mal bist du nicht allein. lch bringe dir ihren Leib.
Sie wird dein Opfer sein. Das ist ihre Bestimmung.
Sie ist dein lebendes Ebenbild.
Das Schicksal nimmt seinen Lauf, Asa.
ln ihr wirst du wieder leben,
sprechen und laecheln, wie sie laechelt.
Wir werden noch einmal leben, wie es fuer uns bestimmt ist.
Erhole dich etwas. Vater schlaeft sehr ruhig.
lch bin nicht muede.
Gehen Sie beide, ich werde hier bleiben.
Diese Hunde heulen so ... lvan, versuche, sie zu beruhigen!
Ja, meine Herrin!
- Geh! lch bleibe hier. - Aber wenn...
lch rufe dich notfalls.
Also gut.
Was ist los? Ruhig!
Was ist?
lch dachte, Sie seien eingeschlafen. Warum gehen Sie nicht zu Bett?
lch werde auf ihren Vater aufpassen.
Aber verlassen Sie Mirgorod nicht in der Daemmerung?
Das geht schon, ich kann die Nacht hier verbringen.
Er scheint sich schon wieder beruhigt zu haben, oder?
Ja! Er wird sich in der Nacht erholen.
Sie muessen sich keine Sorgen mehr machen. Erholen Sie sich nun etwas.
Doktor, wie kann ich lhnen nur danken?
Bitte rufen Sie mich, wenn sich etwas aendert.
Das wird nicht notwendig sein.
lhr Zimmer ist gleich gegenueber.
- Gute Nacht, und vielen Dank! - Gute Nacht!
Katia!...Katia!
- Katia, unser armer Vater... - Nein!
Doktor Kruvajan!
Nein, Katia! Gehe nicht!
Katia! Schau ihn nicht an.
Professor Kruvajan! Professor Kruvajan!
Hier ist Andrej.
lhr Freund hat das Gasthaus bereits verlassen.
Verlassen?
Letzte Nacht wurde er zum Schloss gerufen. Der Prinz ist wohl sehr krank.
Er ist noch nicht zurueck.
- Warum nahm er mich nicht mit? - Er wollte Sie wohl nicht stoeren.
Meine Tochter sah, wie er von einer Kutsche abgeholt wurde.
Koennte ich ein Pferd bekommen?
Sofort, kommen Sie!
Seid vorsichtig, wenn ihr den Korb umstosst, schnappe ich euch.
Entschuldigen Sie, ist das der kuerzeste Weg zum Schloss?
- Ja, nehmen sie den Weg bergauf. - lch danke lhnen!
Na bitte, ich sagte doch, ihr sollt hier nicht spielen.
Das Hemd ist ins Wasser gefallen.
Das Hemd...
Aufpassen! Sonst fallt ihr auch ins Wasser!
Wer ist das?
Boris!
Doktor Kruvajan!
Wer sind Sie? Was wollen Sie?
lch bin Doktor Gorobek.
Dr. Kruvajan wurde letzte Nacht zum Schloss gerufen?
Richtig. Er sollte meinen Vater behandeln, den ein Schock ereilte.
Wir liessen den Doktor allein mit ihm, aber er ging fort.
Haette er meinen Vater nicht im Stich gelassen, wuerde er noch leben.
lch verstehe das befremdliche Verhalten lhres Kollegen nicht.
Sie haben Recht.
lch bin noch mehr ueberrascht, als Sie es sind.
lch kenne Professor Kruvajan sehr gut.
lch verstehe es nicht.
Etwas sehr Ernstes muss geschehen sein.
Als ich das Gasthaus verliess, war er noch nicht zurueck.
Er ist nicht dort? Bitte kommen Sie hoch.
Das ist Boris, der Bursche vom Schloss.
Der arme Boris, er sieht schrecklich aus.
- Wie kommt er hierher? - Der Fluss, sieh doch, er ist tot!
Katia!
- Sie muss hier weg. - Ja! Wo ist ihr Zimmer?
Hier entlang!
Schnell, etwas Wasser!
Sein Gesicht sah nicht mehr menschlich aus. Wie das Gesicht Satans.
Mir wurde ganz uebel.
Als sei ein Daemon in ihn gefahren.
Nicht so laut. Sie sind noch ganz vom Tod des Vaters betroffen.
lvan, was ist hier los?
Sie fanden den Leichnam von Boris. Unten am Fluss!
Den Leichnam von Boris?
Ja, Exzellenz! Seine Augen sprangen aus den Hoehlen,
seine Zaehne verfault, seine Haende verkrampft.
Wo ist er nun?
Wir brachten ihn in die Sakristei. Ein Priester ist bei ihm.
- Du da! - lch?
Ja, komm her!
Deine Mutter sagte, du hast gestern die Kutsche gesehen?
Ja, als ich aus dem Stall kam, hoerte ich ein Geraeusch und versteckte mich.
Aber Boris fuhr die Kutsche nicht. lch kenne sein Gesicht gut.
Es war ein Fremder, den ich nie zuvor gesehen habe.
- Bist du sicher? - Oh ja, mein Herr.
lch gehe ins Dorf und schaue mir den Leichnam an. Du kommst mit mir!
Du musst mir alles erzaehlen, was du weisst.
Verstehst du? Es ist sehr wichtig.
Gewiss, ich erzaehle lhnen alles.
Geht nun, geht! Geht nach Hause!
Der Mann dort! Ja, das ist er!
Der Mann, der letzte Nacht Doktor Kruvajan abholte.
lch schwoere es, mein Herr! lch bin mir sicher.
lch sah sein Gesicht im Mondlicht ganz deutlich.
Wessen Gesicht? Genug der Phantasien!
Der Mann auf dem Bild ist seit Jahrhunderten tot.
Wir werden noch alle verrueckt.
Beruhigen Sie sich, Prinzessin.
lch muss nun gehen, komme aber zurueck. Verlieren Sie nicht den Mut.
Wir waeren sehr erfeut, wenn Sie hierbleiben wuerden.
Ja, bitte. Wir wuerden uns viel sicherer fuehlen.
Unglaublich. Er starb genauso grausam, wie der Prinz.
Die Wunden sehen aus, wie von einer Bestie geschlagen.
Aber eine, die das Fleisch nicht zerreisst.
Als Arzt habe ich vollstes Vertrauen in die Wissenschaft, aber...
Und dieses seltsame Verhalten von Professor Kruvajan.
Es scheint unmoeglich, dass er einen Patienten im Stich laesst
und ohne ein Wort verschwindet.
lch hielt am Gasthaus, aber niemand dort hat ihn gesehen.
Die Wirtstochter bestand darauf, das der Mann auf dem Portrait
identisch ist mit dem Kutscher, der Doktor Kruvajan gestern abgeholt hat.
lch verstehe das nicht.
Der Mann auf dem Portrait?
Ja, das Portrait neben der Feuerstelle.
Ein Gemaelde aus dem 1 7. Jahrhundert.
Das Bild eines Mannes mit einem silbernen Greif auf seiner Brust?
Ja, warum?
Nichts, nichts!
Prinz Konstantin bittet Sie, die Beerdigung vorzubereiten.
Gut, alles wird morgen vorbereitet sein.
Gehe!
Hilfe!
Was ist? Katia!
- Was ist los? - Jemand ist in meinem Zimmer!
- Wo? - Hinter dem Vorhang!
Los! lvan, bewache den Salon!
Dort drueben, hinter dem Vorhang!
- Es ist niemand da. - Du hast dir das nur eingebildet.
Nein, ich sah seine Haende im Spiegel.
lhr glaubt mir nicht, aber ich sage euch, ich habe sie gesehen...
lch hole ein Beruhigungsmittel.
Weine nicht!
Professor Kruvajan, Sie erschrecken mich.
Wo waren Sie? Was ist geschehen?
lch habe Sie den ganzen Tag gesucht.
lhre Haare!
Gehe fort, Andrej! Weit fort von hier.
Kuemmere dich nicht um etwas, was dich nichts angeht.
Weil Sie nicht ins Gasthaus kamen, brachte ich lhr Gepaeck hierher.
lch versuchte gerade, die lnschrift zu entziffern.
Professor!
Sie verbluten.
Ja. lch glaube, ich weiss warum!
Schnell, kommt!
Bringt alles in den Salon, wo der Sarg aufgebahrt wird.
Nimm das!
Entsetzt floh er vor lhnen?
Ja, gleich als er die lkone sah, verschwand er ohne jede Erklaerung.
Es ist sehr schwierig, diese alten Schriften zu uebersetzen.
Wichtig ist, die Schluesselwoerter zu finden.
Wenn ich es mitnehmen kann, vergleiche ich es mit alten Schriften.
lch danke lhnen sehr.
Vater, meine Schwester leidet sehr unter diesen furchtbaren Ereignissen.
Raten Sie ihr, das Schloss zu verlassen.
lch versuchte, sie zu ueberzeugen, aber es war sinnlos.
Prinzessin Katia!
lch hoffe, ich stoere Sie nicht.
Nein, ich fuehle mich so verzweifelt und allein.
lch verstehe, aber Sie muessen nicht verzweifeln.
Haben Sie Vertrauen zu sich selbst, zum Leben.
Zum Leben? Mein Leben besteht aus Traurigkeit und Kummer.
Es ist selbstzerstoererisch. Tag fuer Tag und niemand kann es aufhalten.
Hier ist das Abbild meines Lebens.
Schauen Sie es sich an.
Es verfaellt Stunde um Stunde, wie dieser Garten.
Einer sinnlosen Existenz ueberlassen.
Auch wenn die Menschen dieses Schloss aufgeben, oder gar die Erde,
gibt es keinen Grund, warum sie mit lhrem Leben das gleiche tun sollten.
Gehen Sie weit fort von hier und Sie werden wieder gluecklich sein, Katia.
Vergeben Sie mir, dass ich so offen spreche.
lch bin bereit, lhnen zur Seite zu stehen.
Sie sind so freundlich, Andrej.
Aber alles scheint so hoffnungslos zu sein.
lch fuehle den Schrecken des Todes.
Etwas in mir zerstoert mich.
lch wuenschte, ich haette lhren Mut, lhre Staerke.
Verzweifeln Sie nicht! lch weiss, es ist schwer fuer Sie.
Aber selbst in diesem Garten vertreibt die Sonne die Schatten der Nacht.
Andrej, helfen Sie mir! lch flehe Sie an, helfen Sie mir!
Danke! Ohne Sie haette ich nicht den Mut, weiter zu machen.
ln solchen Momenten ist es schwierig, die richtigen Worte zufinden, aber...
wenn alles vorueber ist, Katia...
Danke, Andrej! Danke!
Es war die einzige Moeglichkeit, das Feuer zu loeschen.
Seltsam! Was wohl dahinter verborgen war? Doktor!
Als lvan den brennenden Vorhang loeschte, zerstoerte er das Bild. Hier!
Seien Sie vorsichtig!
Hier drinnen ist es pechschwarz.
Ein geheimer Durchgang.
Mein Vater hatte keine Wahnvorstellungen.
Seine letzten Worte waren: ''Der silberne Greif'' und ''Mann im Portrait''.
Und hier fand ich die sterbenden Hunde.
Hier verschwand Kruvajan.
Lasst uns hinein gehen!
Du bleibst hier, lvan. Pass auf, dass die Tuer nicht verschliesst.
- Geh nicht weg! - Nein, mein Herr.
Es ist das gleiche Maedchen, wie auf dem Portrait im Salon.
- Die Hexe aus der Gruft. - Woher wissen Sie von ihr?
lch sah sie, als Doktor Kruvajan und ich die Kapelle besichtigten.
Warten Sie!
Vor zwei Tagen war das Grab noch heil und die Hexe...
Sie sieht aus, als waere sie eben erst gestorben.
Sehen Sie! Sie atmet!
Das ist unvorstellbar, mysterioes!
lch muss zum Priester.
Gehen Sie und beschuetzen Sie Katia! Schnell!
Durch die Staelle sind Sie schneller.
lvan! lvan!
Es gibt keinen Zweifel mehr, die Macht des Daemons bedroht uns.
Die lkone sagt uns, was getan werden muss.
Wir muessen das Grab von Javutich finden.
Vor Sonnenuntergang!
- Vater! - Ja?
Sehen Sie! Die Maske Satans!
Eine solche sah ich auf dem Gesicht der Hexe.
Es ist so, wie ich befuerchtet habe. Hier irgendwo liegt er begraben.
Sehen Sie! Ein aufgebrochenes Grab!
Oeffnen wir den Sarg!
Es ist Doktor Kruvajan!
Letzte Nacht war er noch am Leben.
- lch sah ihn! - Nein, er war bereits tot.
Aber das ist nicht moeglich, Vater.
Er bewegte sich, sprach zu mir und rannte fort.
Satan hat die Faehigkeit, sogar mit dem Tode zu spielen.
Das ist der Beweis.
Wir muessen nun seine arme Seele retten.
Ja, aber wie?
Die lnschrift der lkone zeigt uns den einzigen Weg.
Der Fluch ist gebrochen.
Armer Kruvajan!
Wir muessen nun handeln, schnell! Denn nun ist alles offenbart.
Die Hexe hat Kruvajan in einen Sklaven des Teufels verwandelt.
Tot waehrend des Tages, aber lebendig in der Nacht.
So konnte er Satans Befehle ausfuehren.
Der Prinz auch?
Ja! Beeilen wir uns, oder die Hexe gewinnt ihr Leben zurueck.
- Wie kann sie das? - Sie braucht einen neuen Koerper!
Katia! Ja, Katia!
Eilen Sie zum Schloss zurueck, die Zeit draengt.
Sie muessen das linke Auge der Hexe durchstechen.
lch mache das gleiche mit Boris. Er liegt noch in der Sakristei.
Dann komme ich lhnen nach.
Konstantin, lvan!
lvan, Konstantin?
Wo seid ihr?
Wo seid ihr hingegangen?
Hilfe, Hilfe!
Hilfe! Wo seid ihr!
Konstantin, Andrej!
Hilf mir, Vater! Bitte hilf mir!
Lass mich nicht allein mit all dem Schrecken.
Vater! Vater?
lch bin nicht mehr dein Vater. Mein Blut ist nicht mehr dein Blut.
Der Geist des Boesen hat uns fuer immer getrennt.
Das Gift des Fluchs fliesst in deinen Adern.
Nein!
Konstantin, lvan, oeffnet!
Die Rache naht, Asa! Du wirst fuer immer frei sein.
Katia, Konstantin! Wo seid ihr?
Katia, Konstantin!
Katia?
Du wurdest nur fuer diesen Moment geboren.
Dein Leben wurde mir von Satan gewidmet.
Aber du fuehltest es, oder?
Du hast es gefuehlt und deshalb hat dich mein Portrait immer angelockt
und veraengstigt.
Du fuehltest, dass dein Leben mir gehoerte.
Du fuehltest wie ich, weil du wie ich werden solltest.
Ein nutzloser Koerper ohne Leben.
Die Liebe des jungen Mannes haette dich retten koennen.
lhr haettet gluecklich werden koennen, aber ich bin staerker.
Geniesse nun ein herrliches Leben des Hasses und des Boesen in mir.
- Konstantin. - Sorge dich nicht um mich.
Rette Katia! Verliere keine Zeit!
Rette Katia vor der Hexe!
Katia, dem Himmel sei Dank komme ich noch rechtzeitig.
Ja, sie wollte mich toeten. Schnell, bevor es zu spaet ist!
lch konnte es nicht tun. Schnell!
Ja, du hast Recht. Wir muessen sie fuer immer zerstoeren.
lch weiss, wie wir es machen muessen.
Schau nicht hin, Katia
Es ist schrecklich, aber ich muss es tun.
Das ist dein Kreuz. Wie ist das moeglich?
- lch verstehe! Komm! - Nein!
lch bin nicht deine Geliebte. Da liegt sie, tot, fuer immer.
Meine Rache ist vollbracht. lhre Familie ist zerstoert.
Schau in meine Augen, Andrej!
Schau in meine Augen, so wie Kruvajan letzte Nacht.
Wie auch er, verliere dich in der Tiefe meiner Augen.
Fuehlst du nicht die Schoenheit des Hassens? Schau!
Sie ist die Hexe! Lasst Euch von ihrem Gesicht nicht taeuschen.
Sehen Sie sich ihren Koerper an. Sie verwandelt sich in Katia.
Sie hat ihr Blut gesaugt. Schnappt sie!
Zwei Jahrhunderte zuvor hinderte ein Sturm
die Flammen an der Zerstoerung ihrer gottlosen Seele.
Aber heute haben ihre unschuldigen Opfer den Fluch Satans gebrochen.
Warum wurde Katia von mir genommen, Vater?
Und sie stirbt mit Katias Schoenheit.
Katia... Mein Leben ist nun auch vorueber.
Wie kann ich sie jemals vergessen?
Wie kann ich jemals auf sie verzichten?
lch werde niemals Ruhe finden.
lhr junger Koerper....zerstoert!
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