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Original subtitles

Allez. Allez.

Hey! Hey!

Stopp!

Stopp! Ho, ho, ho!

Ho!

Echt nicht übel, die Kleine.

Träum weiter. Das ist Laura von Geyersberg.

Die Schwester des Grafen.

Apropos, dein Graf hat sich noch nicht blicken lassen.

Vorwärts.

Ho! Ho!

Ho.

Ich verstehe nicht, warum unsere Pferde durchgingen.

Tja, jetzt haben wir die anderen verloren.

Was ist das?

Mein Gott.

Das ist Jürgen von Geyersberg.

Wie geht's? Angenehme Reise gehabt? Hatte schon Schlimmeres.

So bekamst du frische Luft. Ich zieh das Großstadtleben vor.

Ja. Okay, wo ist es? Da drüben.

Letzten Sonntag haben die von Geyersberg,

eine deutsche Adelsfamilie,

in diesem Wald hier eine Hetzjagd mit Hunden veranstaltet.

Das ist Tradition bei denen.

Sie laden die Schickeria von hier ein, große Party am Samstag.

Am Sonntag überqueren sie die Grenze,

um in ihren französischen Ländereien zu jagen.

Warum hier?

Die Hetzjagd ist in Deutschland verboten,

also kommen sie her, um ihre Schweinereien bei uns abzuziehen.

Die Leiche wurde dort drüben gefunden.

Wann war das? Sonntagfrüh.

Wo war der Graf am Samstag? Beim Essen mit den anderen.

Zwei Franzosen fanden ihn, die an der Hetzjagd teilnahmen.

Ausgeweidet und enthauptet.

Echt 'ne Schweinerei.

Wer sind die beiden Zeugen?

Hersteller von Elektro-Bauteilen. Sie gehören zum Geyersberg-Konzern.

Alibi zum Todeszeitpunkt.

Abgesehen davon hat niemand was gesehen oder gehört? Nein.

Die Jäger waren zu sehr auf das Abschlachten konzentriert.

Die Spurensicherung hat weder Fingerabdrücke

noch andere Spuren gefunden.

Laura?

Sie haben gerade die Grenze überquert.

Du bekommst als Erste von ihnen Besuch, denke ich.

Was ist los? Nichts, ich seh dich nur an.

Ist ein Weilchen her. Mhm.

Und da du nie antwortest, weiß ich nie, wie's dir geht.

Ich hatte Probleme. Ich weiß. Ist das geklärt?

Nicht wirklich, nein.

Haben wir irgendwas zum Motiv? Da ist vieles möglich.

Konkurrenzkämpfe, Machtgier,

ein ethisch motivierter Anschlag...

Inwiefern? Die Tierschützer treten hier radikal auf.

Da diese Adligen riesige Waldflächen besitzen,

die nur für die Jagd sind...

Hey, Niemans, fährst du bitte langsamer?

Das Opfer mag Ärger mit Tierschützern gehabt haben,

aber dass man ihm deswegen den Kopf abschlägt, bezweifle ich.

Ich hab auch schon an einen Irren gedacht.

Und hab die Kliniken gecheckt.

Keine Entlassungen, Ausbrüche oder vergleichbaren Fälle hier.

Das wäre das erstes Mal.

Was haben unsere deutschen Freunde? Der Aussage zufolge nichts.

Sie wollen keinen Ärger mit den Wichtigtuern.

Deshalb schicken sie uns.

Bringen wir die feinen Herrschaften auf Trab.

Hallo?

Hallo?

Verdammt, Leo, du nervst echt.

Ist das ein neues Spielchen? Du rufst an und sagst nichts?

Ich will nicht darüber reden.

Das verlang ich auch nicht von dir.

Ich weiß, dass du nie etwas verlangst.

Brems ab! Das ist unsere Ausfahrt! Ja, schon gut.

Wo genau wollen wir hin?

Wir fangen mit dem Arzt der Familie an, Philipp Schüller.

Er hat die Autopsie in Stuttgart durchgeführt.

Was soll das? Wieso kein Gerichtsmediziner?

Die von Geyersberg haben ihren Leibarzt durchgesetzt.

Schengen gilt auch für Tote.

Na klar.

Ist Schüller echt nicht im Ziegenkäsegeschäft?

Er lebt mit anderen Wissenschaftlern zusammen.

Bonjour. Wir sind von der französischen Polizei.

Ich bin Philipp Schüller. Das Auto muss stehen bleiben.

Das ist Landschaftsschutzgebiet. Parken Sie da vorn. Gut.

Wir rekrutieren die besten Forscher Europas.

Wir haben sogar einen Nobelpreis. Woran genau arbeiten Sie?

Biologie, Physik, Genetik.

Wir suchen nach Lösungen für Umweltprobleme.

Sie sind der Leibarzt der von Geyersberg?

Das ist doch in etwa dasselbe, oder?

War nur ein Witz. Ich praktiziere schon lange nicht.

Aber ich steh den von Geyersberg noch immer nah.

Und dann diesen Jungen so verstümmelt zu sehen.

Jürgen hatte eine außergewöhnliche Zukunft vor sich.

Bier?

Nein, danke. Schnaps?

Sehr freundlich. Na gut.

Also, was genau wollen Sie wissen?

Ich schickte meinen Bericht der französischen Polizei.

Sie können keine Aussage zur Todesursache machen?

Man hat ihm wohl die Kehle durchschnitten,

aber wegen der Enthauptung Iässt sich das nicht sagen.

Der Mörder hat ihn aufgeschlitzt und die Innereien entfernt.

Können Sie sich das erklären? Das ist Jäger-Know-how.

Um die Gase freizusetzen. Um das Aufblähen der Organe zu verhindern.

Besonders bei der Pirsch. Was?

Das ist eine Jagdmethode.

Man schleicht sich ans Wild ran und sieht, ob es würdig ist.

Man darf ein männliches Tier nur erlegen, wenn's gesund ist.

Ein wehrhaftes Männchen, heißt es.

Ein Hirsch mit großem Geweih, ein Eber mit großen Hauern.

Das hat ja wirklich Klasse.

Das ist nichts für mich.

Ich jage das Wild lieber mit meinem Hund.

Ich bin übrigens Experte für Jagdhunderassen.

Der Graf von Geyersberg wurde

mit einem Eichenzweig im Mund gefunden.

Das ist doch der Brauch des letzten Bissens, oder? Ja.

Er symbolisiert die letzte Mahlzeit vor dem Tod.

Sind die fehlenden Organe auch Symbole?

Nein, eine weitere Regel der Pirsch. Man vergräbt sie.

Man vergräbt sie? Wie ist das zu verstehen?

Na, man hat sie doch unweit von ihm gefunden.

Haben Sie sich noch nicht mit Ihren Kollegen in Verbindung gesetzt?

Ich ruf die in Straßburg noch mal an.

Nein, das bringt nichts. Die stören wir doch bloß.

Hoffen wir, die Deutschen sind kooperativer. Was steht jetzt an?

Jürgens Schwester, Laura von Geyersberg, 35 Jahre alt.

Seit dem Tod der Eltern leitet sie mit ihm den Konzern.

Dann gab's vielleicht Rivalitäten zwischen ihnen?

Vielleicht. Oder sie ist die Nächste.

Und der Rest der Familie?

Du meinst die äItere Generation? Drei Brüder.

Kurt, der Vater von Jürgen und Laura, an Krebs gestorben,

nach dem Selbstmord seiner Frau.

Dieter, jung gestorben, hat zwei Söhne.

Und Frantz. Lebt noch. Hat weder Frau noch Nachkommen.

Die von Geyersberg wohnen alle hier in der Gegend.

Die Gräfin selbst lebt abgeschieden im Jagdhaus.

Meine Herren. Tag.

Alles klar.

Bonjour. Laura von Geyersberg.

Commissaire Niemans. Lieutenant Delaunay.

Ich hab Sie heute Mittag angerufen. Ah.

Die Villa de Verre.

Mein Urgroßvater war ein großer Bauhaus-Verehrer.

Er hat sie in den 20er-Jahren extra bauen lassen.

Was wollen Sie wissen?

Ich hab bereits alle Fragen beantwortet. Bis auf meine.

Es tut mir leid. Nein, es tut Ihnen nicht leid.

Ich mache meine Arbeit, das schließt Mitgefühl nicht aus.

Wann haben Sie Jürgen das letzte Mal gesehen?

Wie alle anderen auch. Samstagmittag.

Er hat zum Essen kurz vorbeigeschaut.

Er hat solche gesellschaftlichen Veranstaltungen gehasst.

Und danach haben Sie nichts mehr von ihm gehört? Nichts.

Hat Sie das nicht beunruhigt?

Er ist öfter mal verschwunden, aber nie Iänger als einen Tag.

Und ich wusste ja, er würde zur Jagd kommen.

Die hätte er um nichts auf der Welt verpasst.

Gab's jemand in seinem Privatleben?

Sie haben von seinen ausgefallenen Neigungen gehört,

aber nur weil Jürgen hin und wieder

SM-Klubs in Stuttgart aufgesucht hat,

enthauptet man ihn doch nicht.

Im Gegensatz zu dem, was man sich vorstellt,

ist das ein eher harmloses Milieu.

Und Sie?

Geben Sie sich auch ausgefallenen Neigungen hin?

Man merkt, dass Sie nicht von hier sind.

Es ist schon lange her, dass jemand so unverblümt mit mir sprach.

Das beantwortet meine Frage nicht.

Dann nein. Ich gehe nicht in solche Klubs.

Ich mag es lieber klassisch.

Hatte Jürgen Feinde?

Unsere Familie ist milliardenschwer.

Das Iöst Neid aus, Rivalitäten und andere aggressive Verhaltensweisen.

Hat er sich bedroht gefühlt?

Nicht das ich wüsste.

Da weder Sie noch Jürgen Kinder haben, wer würde erben,

falls Ihnen etwas zustoßen würde?

Die Firma könnte in die Hände meiner Cousins fallen, Ludwig und Max.

Würde mich aber überraschen.

Sie haben nur Mädchen im Kopf. Und die Jagd.

Eine Vollzeitbeschäftigung.

Und Ihr Onkel Frantz?

Onkel Frantz? Er ist ein Eremit.

Er lebt allein in seinem Schloss

und hat sich nie um den Konzern gekümmert.

Wo waren Sie in der Nacht von Samstag auf Sonntag?

Ich werde verdächtigt?

Ich muss fragen.

Und? Wo waren Sie in der Nacht zum Sonntag?

Ich war hier.

Allein?

Nein. Ich war mit einem meiner Geschäftsführer hier.

Hat er seinen Namen gesagt, bevor er wieder gegangen ist?

Die gute alte französische Arroganz.

Sagen wir, er war der attraktivste von allen.

Fragen Sie Ihre französischen Kollegen.

Das war das Erste, was sie überprüft haben.

Jedes unserer Gewehre ist ein Einzelstück.

Sind Sie Jäger?

Das hängt von der Beute ab.

Haben Sie sich gut mit Jürgen verstanden?

Wir waren wie Zwillinge.

Dieselben Gefühle, dieselben Gedanken im selben Moment.

Bei einem sehr strengen Vater und einer depressiven Mutter

waren wir ein Herz und eine Seele.

Mit Jürgens Tod hab ich...

hab ich alles verloren.

Was hat es mit der Inszenierung seines Todes auf sich?

Meinen Sie damit die Pirsch? Mhm.

Ich weiß es nicht.

Die praktizieren die von Geyersberg nicht.

Wir haben immer die Treibjagd oder die Hetzjagd vorgezogen.

Die von Geyersberg brauchen ein Minimum an Pomp.

Ah. Ihr deutscher Kollege ist eingetroffen.

Kriminalhauptkommissar Nikolas Kleinert von der Landespolizei.

Commissaire Niemans. Lieutenant Delaunay.

Wann wollten Sie uns denn informieren?

Als Nächstes, wir sind gerade erst angekommen.

Verarschen Sie mich nicht.

Sie vernahmen Gräfin Laura von Geyersberg und Dr. Schüller.

Mhm. Neuigkeiten kommen hier ja schneller voran als Ermittlungen.

Sie sind in meinem Revier. Hier Iäuft alles unter meiner Kontrolle.

Ja, aber mich kontrolliert niemand.

Wie auch immer, Sie kommen leider zu spät.

Wir haben den Täter. Thomas Krauss, Anti-Jagd-Aktivist.

Er hat bereits gestanden.

Verhören wir ihn? Morgen. Gemeinsam.

Im Hauptkommissariat. Warum morgen?

Wir haben Maßnahmen

für ein psychiatrisches Gutachten getroffen.

Ärztliche Anordnung. Was ist sein Motiv?

Er sagt, der Mord ist ein humanitärer Akt.

Dass er auf sein Grab pissen würde, wenn er frei wäre.

Reicht Ihnen das als Motiv? Nein, zu einfach.

Der Gräfin sagen wir nichts.

Der Generalbundesanwalt informiert sie.

Verstehe. Ich will nicht zu viel Staub aufwirbeln.

Stört Sie der Maulkorb nicht bei Ihren Ermittlungen? Hm?

Sie unterstehen dem OCCS.

Was genau ist das? Eine neue Dienststelle.

Um bei ungewöhnlichen Morden zu unterstützen.

Im Grunde sind wir da, um Ihnen auf den Wecker zu gehen.

In der Zwischenzeit erwarte ich bis morgen Ihre Berichte.

Welche Berichte denn?

Die zur Vernehmung von Schüller und von Geyersberg.

Vernehmungen auf deutschem Boden

muss meine Dienststelle für güItig erklären, Vorschrift.

Bist du eigentlich auch manchmal nett, Niemans?

Sag mir, wozu.

Auf jeden Fall hat der ein Auge auf dich geworfen.

So ein BIödsinn. Ah, ja?

Und? Wie war die erste Begegnung?

Steif.

Wissen Sie, warum die Feuerwehrleute

den Reichstag 1933 haben brennen lassen?

Nein. Weil auf den Schildern stand:

"Betreten der Rasenfläche verboten".

Ich ließ Ihre Zimmer vorbereiten.

Tradition in unserer Familie. Gastfreundschaft.

Ich lud meine Cousins zum Essen ein.

So können Sie sie in Ruhe befragen, ohne irgendwo hinfahren zu müssen.

Laura?

Gut gemacht, meine Liebe.

Eine wirklich sehr gescheite Idee.

Ja.

Also dann. Bis morgen.

Hat Kleinert Ihnen die Neuigkeit verkündet? Sie wissen Bescheid?

Kein Blatt bewegt sich hier, ohne dass ich davon weiß.

Stört es Sie nicht, einen Diktator zu zitieren?

Solange ich ihn nicht verhörte, bleibt Krauss ein Verdächtiger.

Er hat doch gestanden, oder? Geständnisse sind wertlos.

Kennen Sie ihn?

Er ist ein Feind der Familie, aber ich sehe ihn nicht als Mörder.

Dennoch beschuldigt er sich selbst.

Wahrscheinlich spielt er gern den Märtyrer.

Krauss verabscheut Jäger. Nur leider hat er nichts begriffen.

Die Jagd sorgt zwischen uns und der Natur für ein Gleichgewicht.

Das Leben basiert auf Blut und auf Tod.

Nein, danke.

Deshalb gibt es Umgangsformen.

So wie in der Liebe, nicht?

Ah, da ist ja die Familie.

Wenn Krauss das getan hat, werden wir uns um ihn kümmern.

Wie bitte?

Ein Schwein, das unsere Familie angreift...

...wird erlegt.

Etwas Wein, Commissaire? Nein, danke, nein.

Trinke ich zu viel und höre solchen Schwachsinn,

verlier ich die Kontrolle.

Das ist unser Land.

Hier können wir Tiere so wie Menschen jagen.

Wir leben nicht mehr im Mittelalter.

Die Zeit, als Gutsherren die Gesetze machten, ist vorbei.

Heute haben wir Gerichtshöfe.

Max macht nur Spaß. Niemand hier steht über dem Gesetz.

Noch etwas Reh? Nein.

Ich habe es selbst erlegt.

Lieutenant? Mögen Sie etwas Reh?

Nein. Mir sind Tiere lieber, wenn sie noch leben.

Wir sind schon seit Generationen leidenschaftliche Jäger.

Mein Bruder meint, dass wir unsere Dinge sonst selbst regeln.

Was Sie sicher auch verstehen können, oder?

Polizisten sind doch auch Jäger.

Ja, nur bei uns kann sich die Beute verteidigen.

Mein Bruder hat diese Chance nicht bekommen.

Für heute haben wir genug BIödsinn gehört, hm? Ja.

Überprüf trotzdem morgen früh ihre Alibis. Bist du müde?

Nein.

Dann überprüf den Geyersberg-Konzern.

Struktur, Jahresberichte, Vorstand, Aktionäre,

welche Rolle die beiden Cousins spielen.

Laura kann uns ja erzählen, dass sie ihren Bruder liebte...

Laura? Du nennst sie bei ihrem Vornamen?

Sie ist nicht mein Typ, zu klassisch.

Ich bevorzuge vorlaute, kleine Rothaarige.

Dann wird die Rothaarige mal die Grafen checken. Und du?

Ich werd mich mal etwas näher mit der Pirsch befassen.

Ist das okay? Mhm.

"Der Pirschjäger ist für die Beute verantwortlich.

Er hat die Pflicht zur Hege und schützt die Umwelt der Tiere. "

"Der Jäger darf nur das stärkste männliche Tier erlegen.

Zu junges oder altes Wild zu töten, hat nichts mit der Pirsch zu tun.

Wir trainieren unsere Hunde darauf, die richtige Beute zu erkennen. "

Hörst du ihn?

Er ist gekommen, um dich zu töten.

Ich weiß, wer du bist. Ich hab dich durchschaut.

Glaubst du etwa, ich kann mich nicht wehren?

Ich hab ihn darauf abgerichtet dich zu töten.

Er erwischt dich, bevor du mich angreifst, Bruder.

Lanza gehört mir. Er wird dich töten kommen.

Lanza.

Lanza. Er wird dich töten.

Was ist passiert?

Sind Sie verletzt? Sie haben Blut im Gesicht.

Das ist vom Hund. Vom Hund.

Was machen Sie hier mitten in der Nacht?

Ich bin hier immer noch auf meinem Anwesen.

Es gibt einen Platz, wo mein Bruder und ich gern hingingen.

Ich wollte ihm nah sein.

Ist das Ihr Hund?

Nein.

Er hatte paramilitärische Kleidung an. Mit einer Art Schirmmütze.

Und eine Kapuze. Oder eine Maske. Ich weiß es auch nicht.

Ist das Ihr Ernst?

Sicher, dass der Hund Sie angreifen wollte?

Oh nein, er wollte nur ein bisschen spielen.

Wissen Sie, wo die Gräfin hinwollte? Nein.

Sie ist ins Haus zurückgegangen, ziemlich mitgenommen.

Ja. Die Methoden der französischen Polizei ist sie nicht gewohnt.

Er hat eine Kennzeichnung. Ich kenn die Rasse nicht.

Schüller sollte ihn sich mal ansehen. Wieso?

Er identifiziert die Rasse. Er ist Experte für Jagdhunde.

Der Köter war nicht von hier. Wir müssen den Park überwachen lassen.

Um es noch mal ganz deutlich zu sagen, Commissaire.

Ich gebe hier die Anweisungen.

Das ist mir egal, solange es die gleichen sind wie meine.

Bei der Treibjagd treiben die Hunde das Tier in die Enge.

Ist das ein neues Spielchen des Mörders? Vielleicht.

Ein neues Ritual, bestimmt für Laura.

Es geht hier auf jeden Fall um Rache, Camille.

Und der Täter nutzt dafür die Rituale der Pirsch.

Vielleicht waren die Geyersberg in einen Jagdunfall verwickelt.

Niemans? Ja?

Du hast dir den Kadaver gar nicht angesehen.

Hast du ein Problem mit Hunden?

Na ja. Ich bin eher ein Katzentyp.

Hallo. Ging leider nicht eher.

Ja, na klar. Ich ruf zurück.

Ja, verstehe. Ich seh mal nach. Alles klar.

Camille nicht dabei? Tut mir leid.

Sie müssen mit meinem Charme vorliebnehmen. Wo ist die Bestie?

In der Zelle. Er hat kein Wort mehr gesagt.

Umso besser. Er spart es sich auf.

Ich geb Ihnen zehn Minuten mit ihm. In meiner Anwesenheit.

Ah. Einen Kaffee?

Ich bin schon spät dran, aber ich nehm gern ein Croissant.

Natürlich.

Sagen Sie, gab es mal einen Jagdunfall,

in den Ihre Familie verwickelt war?

Nein, soweit ich weiß, nicht.

Es gibt immer einige Gäste, die wild drauflosschießen,

aber zusammen mit Jürgen hatten wir immer alles perfekt im Griff.

Er hat großes Talent...

Mir wird gerade bewusst, dass ich jetzt allein bin.

Ich hab noch nicht mal Kinder.

Sie. Haben Sie Kinder, Lieutenant?

Sind Sie verheiratet? Nein. Ich bin nicht verheiratet.

Entschuldigen Sie.

Werd ich die da wirklich den ganzen Tag ertragen müssen?

Eine Vorsichtsmaßnahme. Ich kann mich schon verteidigen.

Da bin ich sicher.

Okay, wir sind hier, um offiziell dein Geständnis aufzunehmen.

Du erzählst uns jetzt deine Geschichte, wir schreiben sie auf,

dann unterschreibst du und bekommst lebenslänglich, okay?

Ich hab es getan. Ich hab ihn umgebracht.

Wie?

Ich hab ihn im Wald überrascht.

War er zu Fuß, ist er geritten? Zu Fuß.

Hast du ihn verfolgt? Nein.

Ich war da, um die Hetzjagd aufzuhalten.

Na klar.

Mit Hunden und bewaffneten Reitern. Willst du mich verarschen?

Wenn man glaubt, kann man Berge versetzen.

Ja, genau.

Wie hast du ihn umgebracht?

Na los. Erzähl schon. Ich hab ihm die Kehle durchgeschnitten.

Danach den Kopf abgetrennt und ihn ausgeweidet.

Na prima. Das Werkzeug hattest du dabei? Mhm.

Ich hatte Messer, eine Machete. Ich hab alles in den Fluss geworfen.

Um das zu tun, muss man Fachmann sein.

Außer dummes Zeug erzählen, was machst du so? Metzger? Arzt?

Und der Eichenzweig im Mund?

Das macht man mit getöteten Tieren.

Nicht bei der Treibjagd. Warum die Pirsch?

Man muss seinen Feind respektieren. So nennst du das?

Genau das sagen doch die Pirschjäger. Oder?

Ja. Ein Pluspunkt für dich.

Wo bist du mit den Eingeweiden hin?

Hm? Hab ich ins Wasser geworfen.

Ja? Und die Klamotten? Verbrannt.

Hm.

Und dann hattest du natürlich auch ein Motiv?

Ich hab die Natur gerächt.

Diese perverse Familie ist eine Beleidigung Gottes. Des Universums.

So wie sie jagen, behandeln sie auch Menschen.

Die Welt wird wegen dieser Art von Abschaum verrecken.

Er Iügt, alles stand in den Zeitungen,

bis auf die vergrabenen Eingeweide.

Seinetwegen verloren wir Zeit, tut mir leid.

Er hat uns verarscht. Jetzt fangen wir bei null an.

Nein, nicht bei null, Kleinert, bei drei. Sie, ich, Camille.

Danke, dass Sie mich das Verhör machen ließen.

Sie müssen einen weiteren Bericht schreiben.

Ah. Gerade ist Nummer drei eingetroffen.

Ich organisiere die Verlegung von Krauss. Ich bin gleich wieder da.

Die Archive von Zeitungen und Jagdvereinen bin ich durch,

deutscher und französischer.

Kein Jagdunfall der von Geyersberg in den letzten 20 Jahren.

Krauss? Ein Spinner. Alles nur Schwindel.

Camille.

Konnten Sie ein bisschen schlafen? Ein paar Stunden, ja. Danke.

Äh, hier lang, bitte.

Krauss schließen wir aus, der macht sich wichtig.

Wie jemand sagte: "Gute Absichten geben schlechte Verdächtige ab. "

Ich hätte es anders formuliert, aber da stimme ich zu. Also?

Klassisch: Wer profitiert von dem Verbrechen?

Die zwei Cousins? Nein. Die haben noch lange gefeiert.

Nicht sie würden die Führung des Konzerns übernehmen.

Und Onkel Frantz? Steht der auch auf Orgien?

Sie haben sie nicht mehr alle.

Frantz von Geyersberg sitzt im Rollstuhl.

Zudem interessiert er sich nicht für den Konzern.

Die Beine, gut, vom Rest wissen wir nichts.

Die Treibjagd, die Pirsch,

der Hund bei der Gräfin, die Jagdrituale bei Jürgen.

Wir kommen immer wieder zur Jagd.

Wir sollten die Rituale nicht so wichtig nehmen.

Es könnte eine Anspielung auf die beruflichen Methoden sein.

Sie sind verhasste Arbeitgeber.

Ein frustrierter Mitarbeiter würde

seinem Chef nicht den Kopf abschlagen.

Das Motiv liegt eher in der Vergangenheit.

Was haben wir zu der Schirmmütze und der Kapuze von dem Typen?

Soweit noch nichts.

Ja?

Okay, wir kommen.

Kann er auch mal sagen, wo er hingeht?

Nein, das kann er nicht.

Ich musste nicht lange suchen. Das ist ein Roetken.

Die Rasse ist weg aus Europa. Ein dunkles Kapitel.

Sie wurde nach dem Zweiten Weltkrieg ausgerottet.

Ja, der Beweis. Schnaps?

Fassen Sie sich kurz, Professor.

Haben Sie schon von den "Schwarzen Jägern" gehört?

Die Sondereinheit "Dirlewanger"? Ganz genau.

Was ist das? '41 ließ Himmler Strafgefangene frei.

Er stellte eine Sondereinheit auf.

Ich hab in unserer Bibliothek ein paar Bücher dazu gefunden.

Diese Kerle sind nicht zufällig ausgewählt worden.

Sie waren allesamt Wilderer, also Jäger.

Wahre Experten darin, ihrer Beute nachzustellen.

Hat der Typ mit dem Hund so eine Maske getragen?

Ja.

Sie haben vier Jahre lang unter der Führung

von Oskar Dirlewanger gedient.

Sie überwachten die Juden die an der Ostfront arbeiteten,

jagten weißrussische Partisanen in den WäIdern,

zehntausende Zivilisten ermordet und vergewaltigt.

Schlimm, aber wir brauchen keinen Geschichtskurs.

Wo ist der Zusammenhang? Na, genau da.

Das waren alles erfahrene Jäger.

Das Erste, was sie taten, als sie in Weißrussland ankamen,

war, eine dortige Hunderasse abzurichten, die Roetken.

Sie verwandelten die Jagdhunde in tödliche Waffen.

Zum Töten abgerichtete Tiere.

Fähig, einem Opfer auf ein Zeichen hin die Kehle rauszureißen.

Als die Alliierten sie ausschalteten,

töteten sie alle Roetken.

Man sah nie mehr einen dieser Hunde in Europa.

Gibt es alte Nazis, die aus ihren Gräbern steigen

und mit Geisterhunden rumspazieren?

Ich weiß, dass das schwer zu glauben ist, aber sehen Sie...

Pardon.

Dieser Hund trägt das Zeichen der Sondereinheit von Dirlewanger.

Man munkelte, er sei getötet worden.

Oder er sei nach Syrien oder Ägypten geflohen.

Eine andere Version besagt aber, er hätte sich hier versteckt.

In Baden-Württemberg. Und zwar unter dem Schutz der von Geyersberg.

Warum sollten die von Geyersberg das tun?

Eine deutsche Industriellenfamilie,

die während des Kriegs den Nazis sehr nahe stand.

Ah.

Kommissar!

Mir ist jemand eingefallen, der Ihnen helfen könnte.

Werner Reus? Der Typ ist völlig durchgeknallt.

Er ist der beste Hundezüchter weit und breit.

Falls die Roetken importiert wurden, er wüsste es.

Was mach ich jetzt mit dem Hund?

Halten Sie ihn frisch, er ist ein Beweisstück.

Die Hundezucht von Reus ist 20 Kilometer entfernt. Kommen Sie mit?

Camille wird mit Ihnen fahren. Ich hab noch was zu erledigen.

Wo willst du hin?

Ich befrage mal die Ahnen.

Ts.

Arbeiten Sie schon lange mit Niemans?

Ein paar Monate.

Aber er war mein Ausbilder an der Polizeischule.

Niemans Ausbilder? Das kann ich mir nicht vorstellen.

Er war perfekt.

Er leitete Sondereinsatzkommandos,

dann wurde er bei einem Einsatz verletzt.

Daraufhin ist er Ausbilder geworden.

Er hätte in eine Führungsposition zurückkehren können.

Sagen wir, er hatte Probleme mit den Vorgesetzten.

Ach wirklich.

Lassen Sie sich nicht vom Schein täuschen. Er ist der Beste.

Was verbindet Sie mit ihm?

Hallo?

Hallo?

Das ist nicht mein Freund, falls Sie fragen.

Das hatte ich nicht vor.

Entschuldigung, mein Fehler.

Jetzt wissen Sie, dass ich frei wie ein Vogel bin.

Tja, ich leider nicht. Ich hab eine Frau und zwei Kinder.

Mit 22 geheiratet. Der brave kleine Beamte aus der Provinz.

Ich hab Ihren Ehering schon gesehen.

Ich hoffe, dass es Ihnen in der Villa de Verre gefällt.

Es ist perfekt. Die Gräfin ist eine großartige Gastgeberin.

Ich hab Laura sehr gern. Sie ist wie eine Tochter für mich.

Haben Sie das Gleiche für Jürgen empfunden? Hm.

Er war launischer.

Aber ich mochte ihn auch sehr gern.

Tja, die zwei waren unzertrennlich.

Sie hielten zusammen gegen meinen Bruder Kurt.

Wie meinen Sie das? Na ja.

Kurt war außerordentlich streng mit ihnen.

Er wollte sie abhärten. Besonders hart war er zu Laura.

Warum? Mochte er sie nicht? Ganz im Gegenteil.

Sie war ein Mädchen. Sie musste sich mehr beweisen als jeder andere.

Dennoch überließ er ihnen die gemeinsame Leitung.

Da sind Sie falsch informiert.

Jürgen war alleiniger Nachfolger,

aber er hätte Laura nie fallenlassen.

Er hat sie an seine Seite gestellt.

Und warum nicht Sie?

Nein.

Ich hatte noch nie Gefallen am Geschäft.

Ich hab eher eine Abneigung dagegen.

Um ehrlich zu sein, ich finde an überhaupt nichts Gefallen.

Na los, fahr.

Die von Geyersberg sind alle Jäger. Sie nicht. Warum nicht?

Das ist nicht meine Vorstellung von der Beziehung zur Natur.

Ich war mal Jäger. Das ist das Resultat.

Ich war jung.

Kurt war damals noch nicht der beste Schütze,

wie ihn die Welt kannte.

Oder ganz im Gegenteil, er war es schon.

Was wollen Sie damit sagen?

Dass Ihr Bruder Sie absichtlich verletzt hat?

Was machen Sie denn hier? Verhören Sie etwa meinen Onkel?

Das ist eine freundschaftliche Unterhaltung.

Eine einfache Unterhaltung.

Es ist selten, dass ein Besucher mit mir auf Augenhöhe ist.

Wenn ich mir dieses Wortspiel erlauben darf.

Was suchen Sie denn noch? Den Mörder Ihres Bruders.

Reg dich doch nicht auf, Schatz.

Du musst ins Haus. Du wirst dich noch erkäIten.

Ich dachte, Sie hätten den Täter in Gewahrsam.

Sie hatten recht, Krauss ist dazu nicht fähig.

Ich denke, dass es sich um einen Racheakt handelt.

Der mit einer Jagdgeschichte zu tun hat.

Und Sie verhören einen Mann,

der schon sein Leben lang im Rollstuhl sitzt?

Er war dabei, mir von seinem Unfall zu erzählen.

Bei Ihnen geschehen ja seltsame Dinge. Hm.

Kommen Sie mal mit.

Dein Züchter hat es nicht gerade mit Hygiene.

Werner Iässt die Hunde los, wenn das Veterinäramt vorbeikommt.

Hallo, Werner.

Ah. Ihr seid also schuld an dem ganzen Radau hier.

Lieutenant Camille Delaunay. Von der französischen Polizei.

Ein Weibchen. Das ist nicht gut für meine Babys.

Das reizt sie.

Hast du mal fünf Minuten für uns?

Weshalb? Gestern Nacht tauchte bei der Gräfin ein Roetken auf.

Absolut unmöglich. Es gibt in Europa seit dem letzten Krieg keine mehr.

Und diese Rasse wird hier wieder gezüchtet?

Ich züchte seit mehr als 40 Jahren Hunde.

Ich weiß von jedem Welpen, der geboren wird.

Ich sag dir, hier gibt es keine Roetken.

Der Hund ist tot und ist bei Schüller.

Ruhe hier!

Schnauze, verdammt noch mal!

Los, kommt mit. Dein Geruch macht sie verrückt.

Du hast doch nicht etwa deine Tage, oder?

Gottverdammt. Und?

Es gibt da so 'ne Geschichte, lange her. So an die 20 Jahre.

Das einzige Mal, dass ich hier von Roetken gehört hab. Raus damit.

Hier ließen sich mal Roma nieder.

In einem Wald der von Geyersberg.

Der Graf schickte Jungs mit Hunden los.

Welcher? Kurt, Frantz oder Dieter? Kurt.

Dieter hat nicht mehr gelebt.

Frantz hat sich immer rausgehalten. Erzähl schon.

Ich weiß nicht genau, was damals passiert ist.

Aber ein Mädchen wurde angegriffen. Von den Roetken?

Von den Kötern, die zum Töten abgerichtet waren.

Wie heißt es so schön?

"Wie der Herr, so das Gescherr. "

Los, verschwindet jetzt. Ich hab noch was zu tun.

Diese Roma, sind die immer noch in der Gegend?

Such doch mal, dann weißt du mehr.

Otto von Geyersberg.

Er hatte Anfang des Jahrhunderts riesige Ländereien hier.

Er machte ganze Dörfer dem Erdboden gleich,

um seinen Wald zu erweitern, soll heißen, sein Jagdrevier.

Der große Karl. Stand den Nazis sehr nahe.

Er soll seine Jagdpartien mit Juden als Wild veranstaltet haben.

Sympathisch, nicht wahr?

Voila, Kurt.

Mein lieber Papa. Immer mit einem Lächeln im Gesicht.

Er zögerte nicht, auf Streikende in unseren Firmen schießen zu lassen.

Was Rachemotive angeht, haben Sie die Qual der Wahl.

Die halbe Region hasst uns. Die andere HäIfte fürchtet uns.

Niemand wird an unseren Gräbern Tränen vergießen.

Sagen Ihnen die Schwarzen Jäger irgendetwas?

Das sind Legenden.

Seit Generationen häIt man uns diese alten Gerüchte vor.

Mein Vater habe sie versteckt

und sie in seinen Fabriken eingegliedert.

Das ist kompletter Unfug.

Der Hund, den man auf uns hetzte, war ein Roetken.

Eine Rasse, den diese Jäger abrichteten.

Er hat nicht mich angegriffen. Er war Ihretwegen da, das wissen Sie.

Also, Sie jagen Phantome, das ist alles?

Die Gefahr ist real, Laura, ich mache keine Witze.

Finden Sie den Mörder, Niemans.

Und seien Sie so nett und behelligen Sie nicht mehr meinen Onkel.

Ich versteh es nicht.

Und wo waren Sie danach? Im Restaurant.

Und dann, ähm... Dann sind wir noch was trinken gegangen.

Die Wanderer, die die Leiche entdeckt haben,

machen auf dem Revier ihre Aussage.

Das ist ohne Zweifel Ludwig, Lauras Cousin.

Das hier ist Privatbesitz der Familie.

Was machten die Wanderer hier? Sie wussten es nicht.

Der Wald ist nicht eingezäunt.

Ohne sie wär die Leiche später entdeckt worden.

Oder nie. Was haben wir bis jetzt?

Die gleiche Methode. Enthauptet, ausgeweidet, die Organe vergraben.

Sieht so aus, als ob da jemand alle Erben der Familie auslöschen will.

Jürgen war Kurts Sohn, Ludwig der von Dieter.

Der Hund war auf Laura angesetzt.

Max' Tage könnten auch gezählt sein.

Wieso geht man bei Laura anders vor?

Vielleicht sind Frauen der Pirschjagd nicht würdig.

Ich mach doch die Regeln nicht. Man erlegt nur männliche Tiere.

Das ist nun mal so. Was hat der Hundezüchter gesagt?

Auch, dass es seit Kriegsende keine Roetken gibt.

Aber er erzählte von einem Roma-Mädchen,

das von einem angegriffen worden sein soll.

Die von Geyersberg nahmen die Schwarzen Jäger bei sich auf.

Sie haben die Methoden beibehalten, auch wenn Laura anderes behauptet.

Du hast sie noch mal gesehen? Ja. Beim alten Frantz.

Ist nicht so gut gelaufen.

Der Mörder hat überall den Boden und das Laub aufgewühlt.

Um alle Spuren zu verwischen. Wie beim letzten Mord.

Wie weit liegt diese Roma-Geschichte zurück? 20 Jahre.

Wär es möglich, Nachforschungen anzustellen?

Ist machbar. Wohin sind die Roma gezogen?

Wir befragen sie gleich morgen.

Ihre Leute sollen den Wald durchkämmen.

Max braucht Polizeischutz.

Ein Psychopath wütet gegen die Nachfahren.

Ist das alles? Nein. Wir brauchen ein Hotelzimmer für die Nacht.

Ein dünnes Ergebnis für eine ganze Nacht Recherche.

Nichts über eine Hundeattacke auf ein Mädchen. Keine Anzeige.

Wir haben alle Krankenhäuser durchforstet.

Es wird nicht einfach sein, sie zum Reden zu bringen.

Nach meinen Infos heißt die Hauptfamilie Nicolitch.

Man sagt, die "Kumpania". Was?

Bei den Roma sagt man "Kumpania", eine erweiterte Familie, ein Clan.

Wir hätten Verstärkung mitnehmen sollen.

Lassen Sie mich das Reden übernehmen.

Sar sal?

Du kannst dir deine hässlichen Floskeln sparen.

Ich bin Raiko, Chef der Kumpania.

Bullen? Mhm.

Was wollt ihr? Wir sind wegen eines Unfalls mit einem Hund hier.

Liegt 20 Jahre zurück.

Ein Unfall? Ja.

Die Dreckschweine haben ihre Köter auf meine Tochter gehetzt.

Kanntest du sie? Nie vorher gesehen.

Schergen von den adligen Arschlöchern,

um uns von ihrem Land zu vertreiben.

Hast du Beweise dafür?

Beweise sind was für Gadscho.

Sahen die Hunde so aus wie der hier?

Hast du diese Art Hunde mal wiedergesehen?

Wir setzten nie wieder einen Fuß in diese WäIder.

Ja. Und warum hast du nie Anzeige erstattet?

Du bist ja witzig.

Was sollen deine bescheuerten Fragen?

Auf dem Anwesen gab's 'ne Hundeattacke.

Die gleiche Art von Hund.

Ist nicht mein Bier.

Hast du nie daran gedacht, dich zu rächen?

Die sind unantastbar.

Wir hatten 'ne andere Idee.

Wir wollten sie verfluchen lassen von 'ner Hexe.

Aber die Alte sagte, nicht nötig, weil sie schon verflucht sind.

Sie hat gesagt, dass der Tod auf ihnen liegt.

Dass sie in jeder Generation einen Sohn verlieren würden.

Ich las, einer der Geyersberg-Söhne wurde ermordet. Mhm.

Ich schätze, da lag die Alte wohl nicht ganz falsch.

Hm.

Levna.

Meine Tochter.

Wir wussten nicht, dass sie überlebt hat.

Was wäre Ihrer Meinung nach besser gewesen?

Wie können Sie so eine Geschichte glauben?

Das sind Gerüchte, Kleinert.

Vielleicht starben noch andere Söhne ungewöhnlich.

Okay, nehmen wir doch mal an,

dass der Nazi Dirlewanger nach dem Krieg

in dem Adelsnest untergeschlüpft ist.

Die Schwarzen Jäger schützen ihr Land,

sie heuern Wilderer an und beschaffen neue Roetken.

Eins passt trotzdem nicht. Hm?

Warum hetzen die Schwarzen Jäger ihre Hunde auf ihre Chefs?

Das Alibi vom alten Frantz?

Er sitzt im Rollstuhl. Das interessiert mich 'nen Scheiß.

Überprüft Krankenakten, Aktivitäten, Stiftungen.

Vielleicht hat er Leute angeheuert. Und sein Motiv?

Kurt, sein Bruder, der ihn bei einem Jagdausflug

an den Rollstuhl gefesselt hat.

Denkbar, dass er an dessen Kindern Rache nimmt. Und?

Geld.

Er will ja den Konzern nicht leiten,

aber schon bald ist er der einzige Erbe.

Danke, Professor Wunderlich.

Ich hoffe, ich komme nicht ungelegen. Im Gegenteil.

Ich hab sehr selten Besuch. Bitte sehr.

Ich hab gehört, Sie sind der beste Ahnenforscher der Gegend.

Nicht der beste, Kommissar.

Der einzige.

Ich hab mir die Akten der von Geyersberg angesehen.

In genealogischer Hinsicht ein interessanter Fall.

Ich vermute, Sie wissen vom Tod von Jürgen von Geyersberg?

Ja, und heute hab ich im Radio gehört,

dass ein weiterer Sohn ermordet worden ist.

Ja, auf genau die gleiche Art und Weise.

Genau genommen, Sie werden es sicher merkwürdig finden,

bin ich wegen eines Gerüchtes hier.

Dass die Familie in jeder Generation

mindestens einen Sohn verlor.

Das ist kein Gerücht, Kommissar, es ist die reine Wahrheit.

Inwiefern?

1988 zum Beispiel verschwindet Dieter von Geyersberg,

Vater von Max und Ludwig,

auf mysteriöse Weise auf hoher See bei den Grenadinen.

Noch eine Generation zurück sind wir bei '45.

Wilhelm, der Bruder von Karl und Chef des Unternehmens,

verschwindet unter deutscher Besatzung.

Bereits kurz vorher wird sein Cousin Thomas

bei der Landung der Amerikaner in der Normandie vermisst gemeldet.

Sie waren 34 beziehungsweise 35 Jahre alt. Hm.

Sind Sie auch noch weiter zurückgegangen? Natürlich.

1916, Schlacht an der Somme.

Dort Iöst sich Otto, der Bruder von Fritz, in Luft auf.

Später wird ein Cousin

von den Stromschnellen eines Flusses mitgerissen.

Sie berichten mir von lauter verschwundenen Personen.

Wurden sie je gefunden?

In der Mehrzahl der Fälle wohl nicht.

Also ist die einzige offizielle Version die der Familie. Ja.

Aber was frappierend ist,

ist die Symmetrie, was das Verschwinden angeht.

Warum?

Sie haben sicher schon mal einen Stammbaum gesehen? Mhm.

Nun ja, bei den von Geyersberg sieht das so aus.

Ist mir was entgangen?

Setz dich und sieh dir das an.

Kommen wir heute zum Fluch der von Geyersberg.

Also, in jeder Generation gibt's einen Zweig der verschwindet.

Fritz, Wilhelm, Thomas, Dieter.

Alle zwischen 30 und 40 Jahre alt.

Heute Jürgen und Ludwig. Nur fand man die anderen Leichen nie.

Wurden sie auch ermordet?

Wir haben keinen Beweis, aber es ist wahrscheinlich.

So wie Jürgen und Ludwig.

Etwas Neues über die Hunde?

Ich sprach mit jemandem aus einer Polizeihundestaffel.

Viele Roetken leiden an einer Erbkrankheit,

sie verwerten Zink schlecht.

Und? Sie brauchen deshalb ein spezielles Medikament.

Ein rezeptpflichtiges Zinkpräparat.

Wir müssen uns die Gegend vornehmen. Ja.

Kein Problem.

Was habt ihr über Frantz?

Er hat für beide Morde ein wasserdichtes Alibi.

Und noch mal, er sitzt im Rollstuhl.

Sind Sie an seine Krankenakten gekommen?

Er hat die Wahrheit gesagt.

Eine Kugel traf ihn während eines Jagdausflugs, als er 17 war.

Dabei wurde das Rückenmark verletzt. Beide Beine gelähmt.

Was treibt er? Ein Milliardärsalltag.

Ihm sind Tiere lieber als Menschen.

Eine Sache find ich allerdings eigenartig.

Laut Gräfin praktizieren die von Geyerbergs die Pirschjagd nicht.

Trotzdem leitet Frantz die Stiftung "Schwarzes Blut".

Die widmet sich exklusiv der Pirsch.

Ich hab da angerufen.

Sie kaufen Waldflurstücke

und kümmern sich um die Hege für die von Geyersberg.

Jetzt verstehe ich langsam: Diese Jagd ist die nobelste

und zugleich die gefährlichste.

Die einzige, die der Familie würdig erscheint.

Camille, kümmre du dich um das Zinkmedikament.

Sie überprüfen eine Verbindung

zwischen der Stiftung und den Schwarzen Jägern.

Und wo gehst du hin?

Ich fahr mal zur Gräfin. Sie führt uns an der Nase rum.

Was machen Sie denn hier?

Man hat mir gesagt, dass ich Sie hier finde.

Sie sollten lernen, den Toten Respekt zu erweisen.

Respekt fängt mit Aufrichtigkeit an, mit der Wahrheit.

Hören Sie auf zu Iügen, sonst sind Sie Hauptverdächtige.

Warum haben Sie uns diesen Unsinn über die Pirsch erzählt?

Ich verstehe nicht.

Oh doch.

Sie sagten, die von Geyersberg üben sie nicht aus. Das stimmt nicht.

Die Zeiten ändern sich. Für meine Generation ist das passe.

Und das Schwarze Blut?

Was macht die Stiftung Ihres Onkels?

Die ist ein Umweltschutzverband.

Ihre WäIder erweitern und das Jagd-Wild pflegen,

nennen Sie Umweltschutz?

Der Wald ist Ihr Königreich.

Er hat weitaus mehr Wert für Sie als Ihr gesamtes Firmenimperium.

Wie passt das zur Ermittlung? Der Mörder ahmt die Pirsch nach.

Und nun? Sie drehen sich gerade im Kreis.

In jeder Generation verschwindet jemand.

Was hat es damit auf sich?

Es hat Unfälle gegeben, Kriege, das ist alles.

Mhm. Und nie eine Leiche.

Und die Schwarzen Jäger, die Roetken.

Nie was davon gehört?

Ich hab es Ihnen doch schon gesagt.

Das sind nur Legenden. Mhm.

Ich hab heute Roma getroffen, für die die Legenden sehr real sind.

Ich war jung, aber die Schuldigen haben bezahlt.

Wir haben die Familie entschädigt

und das Mädchen versorgen lassen.

Das Mädchen ist erwachsen, und ihr Gesicht ist für immer entstellt.

Ich denke, dass Sie Angst haben.

Warum?

Ich habe Ihnen nichts mehr zu sagen.

Ich komme zum Trauern zurück, wenn Sie meinen Besitz verlassen haben.

"Stell dich deinen Aufgaben mit all deiner Kraft.

Und folge dem Weg, den das Schicksal bereithäIt,

dann leide so wie ich und schweige, wenn du stirbst. "

Ja, Camille?

Okay, ich komme sofort.

Was, zum Teufel, ist hier los?

Der Typ, der da wohnt, kauft ein Zinkpräparat in Karlsruhe.

Ohne Rezept. Er hat keinen angemeldeten Hund.

Ist das alles? Nein. Jagdaufseher bei der Stiftung "Schwarzes Blut".

Er hat uns mit Gewehrschüssen empfangen. Das ist ein Irrer.

Wie wollen Sie jetzt vorgehen?

Für den Zugriff brauchen wir noch grünes Licht aus Stuttgart.

Für einen Idioten? Sie machen wohl Witze, Kleinert. Na dann.

Camille, komm mit. Niemans.

Scheiße, noch mal.

Ihr, darüber.

Vorwärts.

Wir treffen uns hinter dem Haus. Der Typ ist völlig durchgeknallt.

Niemans.

Keine Bewegung!

Verdammt. Dieses Mal hat echt nicht viel gefehlt.

Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft

sind Sie mit sofortiger Wirkung vom Fall entbunden.

Mhm.

Gab es Verletzte? Nein.

Schäden? Nein. Was ist dann das Problem?

Ja?

Sehr gut, bis gleich.

Das war Schüller. Er will uns sehen.

Zuerst verhören wir den Wahnsinnigen.

Sind Sie taub oder was?

Sie nähern sich dem Verdächtigen nicht.

Für wen halten Sie sich?

Für einen Polizisten, der seine Arbeit macht.

Sie dürfen ausnahmsweise beim Verhör dabei sein.

Aber ich will nichts von Ihnen hören.

Ja, Papa.

Sein richtiger Name ist Karl Bruch, 43 Jahre alt, zehn hinter Gittern.

Wegen Wilderei und Körperverletzung.

Verdächtig in zwei Fällen, aber immer davongekommen. Wie?

Wie es aussieht, wurde Druck ausgeübt.

Von unserem Adelsclan eben. Es spricht einiges dafür.

Die Schwarzen Jäger sind zurück.

Zufällig arbeitet Bruch für die Stiftung der Familie,

die die Pirsch ausübt.

Wir müssen den Kerl richtig rannehmen.

Oh nein, vergessen Sie nicht Ihr Versprechen. Ah, jaja.

Als wir bei dir geklopft haben, hast du sofort geschossen.

Warum? Ich mag's nicht, wenn man mir auf die Nüsse geht.

Was hast du zu verbergen? Gar nichts.

Ich bin Jagdaufseher und arbeite für 'ne ehrbare Stiftung.

Und die Roetken? Welche Roetken?

Die du mit 'nem Zinkpräparat behandelst.

Wovon sprechen Sie?

Vor zwei Tagen wollte einer die Gräfin angreifen.

Und ich soll darin verwickelt sein? Der war voll gut.

Wir beschützen die Geyersberg schon ewig. Wer ist wir?

Habt ihr die kleine Roma vor 20 Jahren angegriffen?

Was machst du bei der Stiftung?

Rufen Sie da an, wenn Sie das wissen wollen.

Und bitten Sie sie, mich abzuholen.

In einer Stunde bin ich draußen.

Dann können Sie sich einen runterholen.

Was war das? Hm? Ich soll mir einen runterholen?

Hast du das gesagt? Aufhören! Niemans!

Sag das noch mal! Na los!

So Iäuft das hier nicht.

So nicht!

Schon ganz schön spät.

Hoffentlich ist er nicht über seinem Schnaps eingeschlafen.

Wir essen gerade.

Philipp muss noch im Labor sein.

Aber kommen Sie danach gern zu uns. Sie sind herzlich willkommen.

Sie kennen ja den Weg.

Professor Schüller?

Professor Schüller!

Ich ruf meine Jungs.

Nein, wir werden erst mal alle, die hier arbeiten, vernehmen.

Ich hätte gleich kommen sollen.

Niemans? Ja?

So dürfen wir nicht denken.

Was hat er dir am Telefon gesagt? Irgendwas von DNA.

Okay. Wir machen uns alle drei daran.

Wir nehmen uns alle vor, die sich noch hier im Gebäude aufhalten.

Schüller hat vielleicht jemandem gegenüber was erwähnt.

Er hat gesagt,

dass er sich im Labor einschließt, für einen Versuch.

Ich weiß nicht, was ich Ihnen sonst sagen soll.

Wir haben Philipp zum Abendessen erwartet... Niemans.

Entschuldigen Sie mich.

Ja? Ich hab einen Koen Held vernommen.

Einen Genetiker, der an Stammzellen arbeitet.

Schüller hatte mit ihm gesprochen.

Er hatte den Karyotypen von Jürgen erhalten, seine DNA.

Da er mal wegen einer Versicherung einen DNA-Test von Laura machte,

wollte er vergleichen.

Kleinerts Computerfreak hackte Schüllers Computer.

Sie fanden die Daten, der Genetiker hat sie für uns entschlüsselt.

Es ist zwar nur ein Diagramm, aber das Ergebnis ist eindeutig.

Sie schon wieder?

Jürgen war nicht Ihr Bruder.

Was ändert das schon?

Ich hab Ihnen doch gesagt, dass wir wie Zwillinge waren.

Meine Mutter ist einfach nicht schwanger geworden.

Mein Vater entschloss sich zur Adoption,

unter strengster Geheimhaltung.

Es kam ja nicht infrage, unser Imperium den Cousins zu überlassen.

Ich bin danach gekommen.

Nach Jürgens Adoption wurde meine Mutter schwanger.

Ein Klassiker.

Wusste er, dass er Adoptivkind war?

Nein. Er hat es nie erfahren.

Ich hab es früh herausgefunden, ohne die Details zu kennen.

Es hat nichts für mich geändert. Hm.

Warum haben Sie denn nichts gesagt?

Wir waren noch jung, als unser Vater gestorben ist.

Wir mussten kämpfen, um den Konzern zu übernehmen.

Wäre diese Adoptionsgeschichte herausgekommen,

hätte das unsere PIäne absolut infrage gestellt.

Aber wo ist da der Zusammenhang zu den Morden?

Und Ludwig? War er auch adoptiert?

Keineswegs. Worauf wollen Sie hinaus?

War es so, könnte jemand dafür sorgen wollen,

dass in jeder Generation

der Erbe ein leibliches Familienmitglied ist.

In jeder Generation? Mhm.

Aber wovon reden Sie denn da?

Sie wissen sehr wohl, dass immer wieder Erben verschwunden sind.

Sie glauben also, dass die auch alle adoptiert wurden?

Hat man Sie extra hergeschickt, um derartigen BIödsinn zu verbreiten?

Wir haben Schüller in seinem Labor ermordet aufgefunden.

Philipp? Ja.

Vermutlich weil er aufdecken wollte,

dass Jürgen nicht Ihr Bruder war.

Wer wusste, dass er adoptiert war? Hm? Wer?

Ich weiß es nicht.

Ich weiß gar nichts.

Guten Abend, Herr von Geyersberg.

Tut mir leid, dass wir Sie zu so später Stunde noch stören.

Was wollen Sie? Ich bin Camille Delaunay.

Ich arbeite mit Commissaire Niemans zusammen.

Ich wiederhole meine Frage. Was wollen Sie?

Sie zu seltsamen Vorgängen in Ihrer Familie befragen.

Falls Sie die Morde meinen, drücken Sie sich euphemistisch aus.

Ich meine nicht die Morde.

Wir wissen, dass Laura und Jürgen keine Geschwister waren.

Genauso wenig wie Max und Ludwig. Haben Sie eine Erklärung dafür?

Folgen Sie mir in den Salon.

Die Familie hatte schon immer ein Problem mit der Fortpflanzung.

Kurt hat Jürgen adoptiert.

Und Dieter hat Ludwig adoptiert.

Danach ist es beiden gelungen, doch jeweils ein Kind zu zeugen.

Laura und Max.

Warum haben Sie das nicht erzählt?

Man hat Ludwigs Leiche ja erst gestern gefunden.

Zwei adoptierte Kinder werden

auf die gleiche Art und Weise umgebracht.

Warum? Wenn ich das wüsste.

Andere Familienmitglieder starben auch eines gewaltsamen Todes.

Waren die auch adoptiert?

Keine Ahnung.

Ich glaube, Sie Iügen uns an, Herr von Geyersberg.

Entschuldigen Sie meine Kollegin. Die Dringlichkeit.

Sie müssen sich nicht rechtfertigen.

Wir lassen Sie jetzt in Ruhe.

Es war sehr freundlich,

dass Sie uns unter diesen Umständen empfangen haben.

Kennen Sie Karl Bruch?

Ich hab diesen Namen noch nie gehört.

Dabei arbeitet er doch für eine Ihrer Stiftungen.

Wir beschäftigen Hunderte von Menschen.

Die Stiftung "Schwarzes Blut".

Hat dieser Mann gegen das Gesetz verstoßen?

Wir haben den Beweis, dass er Roetken züchtet.

Die Schwarzen Jäger, sagt Ihnen das was?

Ich werd wohl meinen Freund, den Staatsanwalt, anrufen müssen.

Das wird nicht nötig sein, Herr Graf.

Guten Abend.

Du hast Lanza getötet!

Du hast Lanza getötet!

Du hast ihn getötet! Ihn getötet! Nein!

Du hast Lanza getötet! Nein!

"Hallo?" Ja, Camille.

Wo steckst du denn, Niemans?

"In der Villa de Verre. " Seit gestern Abend?

"Und? Irgendwas Neues?"

Der letzte Anruf von Schüller vor seiner Ermordung

ging an Laura.

"Du hast mit der Hauptverdächtigen geschlafen.

Wir sind unterwegs. " Okay.

Laura?

Laura?

Was haben Sie vor? Was soll dieser Scheiß?

Ich hab einen Haftbefehl. Lassen Sie mich meine Arbeit machen.

Wo ist deine Gräfin? Keine Ahnung.

Sie war weg. Ich hab die ganze Bude durchsucht, niemand da.

Sie ist wohl zum Wald. Was liegt gegen sie vor?

Sie sprach als Letzte mit Schüller.

Er muss ihr was gesagt haben. Sie macht uns immer was vor.

Sie hat alles über Jürgen erzählt. Sie hat nichts mehr zu verbergen.

Und dass Ludwig auch adoptiert wurde?

Der alte Frantz hat es uns erzählt.

Ich bin ziemlich sicher, dass alles mit seiner Stiftung zusammenhängt.

Wir müssen Bruch noch mal verhören.

Er wird dir das nicht erlauben.

Dann soll er verhören. Laura ist in Gefahr.

Nur Bruch kann uns helfen, sie zu retten.

Wie soll Bruch uns weiterbringen, wenn Laura dahintersteckt?

Sie ist die Nächste auf der Liste.

Ja? Und warum ist sie dann abgehauen?

Vielleicht, um sich zu rächen. An wem?

An Frantz.

Die Geyersberg hatten immer Probleme, sich fortzupflanzen.

Sie adoptierten Notfallkinder, damit die Familie nicht ausstirbt.

Nur bekamen sie am Ende doch ein Kind. Einen echten von Geyersberg.

Warum beseitigen sie sie erst, wenn sie erwachsen sind?

Die Schwarzen Jäger erledigen die Drecksarbeit.

Auf Anweisung der Familie?

Das Familienoberhaupt entscheidet, das adoptierte Kind zu töten.

Und Laura weiß nichts?

Wenn sie von Jürgens Opfer wusste, dann hat sie...

Achtung!

Niemans? Ja?

Geht schon.

Kleinert? Kleinert!

Kleinert. Kleinert!

Lebt er? Ja.

Geht's, Camille? Ja.

Das ist die Pirsch. Die Jagd hat begonnen, Camille.

Laura ist im Wald. Sie weiß zu viel!

Ich hab kein Netz. Sie endet wie die anderen.

Wenn ich sie nicht vorher finde.

Hol Hilfe, Camille. Ich komm mit dir!

Nein! Das sind Jäger, sie sind gefährlich.

Tu, was ich sage, verdammt noch mal! Du nervst!

Wir holen Hilfe, Kleinert.

Laura!

Laura!

Laura!

Such. Na los. Such.

Waffe fallen lassen!

Die Pirsch, Niemans.

Sie ist das einzig Wahre.

Sie haben nichts begriffen. Warum adoptieren Sie Kinder?

Wir adoptieren Kinder, um sie zu töten.

Der Jäger muss seinen Feind rüsten, damit er stark wird.

Das macht unsere Familie seit jeher.

Wir bieten ihm die beste Ausbildung,

bringen ihm das Jagen bei, um aus ihm einen würdigen Gegner zu machen.

Das alles, damit der wahre Erbe ihn dann im Wald stellen kann?

Ganz genau.

Das adoptierte Kind wird zu unserer Beute.

Und die Pirsch ist das einzige Gesetz in unserer Familie.

Das ist Mord.

Es ist ein Duell.

In jeder Generation riskieren wir unser Imperium.

Wenn die Beute gewinnt, darf sie Herr über unser Vermögen werden.

Wär mein Bruder der Stärkere gewesen,

wär ich statt seiner begraben worden.

Warum haben Sie die Leichen zur Schau gestellt?

Der leidige Stolz.

Ich wollte, dass man meinen Sieg bewundern kann.

Hat Max Ludwig getötet?

Es ist Jagdsaison.

Und Schüller?

Weil er zu viel wusste?

Sie sind ein sehr wehrhafter Mann.

Ganz hervorragend geeignet für die Pirsch.

Keine Bewegung!

Die Hunde, Camille. Sie kommen. Das ist die Hundestaffel.

Die Verstärkung kommt.

Die Ärzte sagen, dass ich in zwei Wochen auf den Beinen bin.

Wir fahren heute wieder.

Ich hab eine erstaunliche Information bekommen.

Koen Held, der Genetiker vom Institut,

hat seine Nachforschungen fortgeführt.

Laura war das Adoptivkind.

Frantz war dafür zuständig,

über seine Stiftung das Prozedere der Jagd zu organisieren.

Hat er gestanden? Nein.

Im Augenblick verschanzt er sich hinter seinen AnwäIten.

Aber Max, Ludwigs Bruder,

und der Großteil der Schwarzen Jäger wurden festgenommen.

Okay.

Es fällt mir echt schwer, Ihnen das zu sagen, aber...

Sie sind wirklich ein guter Polizist.

Danke.

Und schreiben Sie Ihre Berichte.

Jetzt gehen Sie mir nicht wieder auf die Nerven.

Ja. Na dann.

Na los, gehen wir.

Reden wir mal über die Hunde.

Mein äIterer Bruder war schizophren.

Zunächst merkten meine Eltern nichts.

Nur ich wusste, wie schlimm es um ihn stand.

Niemand in meiner Familie wollte das wahrhaben.

Und was hat das mit den Hunden zu tun?

Meine Eltern schenkten ihm einen Beauceron,

als er klein war.

Aber er richtete den Hund heimlich ab, um mich zu töten. Da hast du's.

Ich hab von da an nur in Angst gelebt.

Dann starb der Hund, wir wussten nie, warum.

Alle glaubten, dass ich ihn vergiftet hätte.

Dann ist mein Bruder immer gefährlicher geworden.

Und meine Eltern ließen ihn einweisen.

Aber im Grunde...

wurde ich der wahre Verrückte der Familie.

Ich wusste nicht, dass du einen Bruder hast.

Er hat sich aufgehängt, als er 27 war.

Hast du noch weitere Fragen?

Ja.

Wie schnell kann dein Auto fahren?

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