All language subtitles for Die.Purpurnen.Fluesse.S01E01.Melodie.des.Todes.GERMAN.HDTVRip.x264-iND

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Original subtitles

(Düstere Musik)

(Rasante Musik)

Jean-Louis!

Jean-Louis!

Bleib stehen. Ich bin's.

(entfernt) Warte!

(Mönch keucht.)

Jean-Louis, warte.

(Musik wird ruhiger.)

(Mönch stöhnt.)

Jean-Louis, ich bin's, Pierre.

Was ist passiert, um Himmels willen?

(Mönch keucht.)

Das Schwert.

Und die Schlange, Niemans.

Niemans...

Was ist das?

Oh, mein Gott.

Ich habe einen Toten in den Dünen gefunden.

Ich warte hier auf Sie.

(Düster pulsierende Titelmusik)

Bonsoir. Lieutenant Colonel Sabrina Harel.

Ich leite eine Spezialeinheit der Mordkommission von Lille.

Commissaire Niemans aus Paris.

Man sagte mir, dass Sie das Opfer kannten?

Ja.

Sein Name ist Jean-Louis Querneaux.

Er lebte im Kloster hier in der Nähe.

Für die Mönche war er Bruder Guillaume.

Ich kannte ihn aber schon, bevor er dem Orden beitrat.

Er wollte mich heute treffen.

Hat er gesagt warum? - Er fühlte sich bedroht.

Bedroht von wem? - Er hatte keine Zeit, es zu sagen.

Ich verstehe. Warten Sie.

Wo genau wollten Sie sich denn treffen?

In den Dünen? - Nein, im Kloster.

Als ich dort ankam, war er schon weg. Danke.

Man sagte, er sei am Strand. Also ging ich los, ihn suchen.

Als ich ihn sah, war er dabei, in die Dünen zu rennen.

Er war einfach nicht aufzuhalten. - Aha.

Seine verbrannte Hand, sagt Ihnen das was?

Nein.

Okay. Und als sie bei ihm ankamen, war er bereits tot?

Ja. - Ah.

Wann ist die Autopsie? - Ich stelle hier die Fragen.

Sie sind einfach nur ein Zeuge.

Das werden wir noch sehen.

Sie sollten Gaillard verständigen. Kriminaltechniker in Lille.

Wir arbeiteten in Paris zusammen. Er ist der Beste.

Sagen Sie ihm, er soll seinen Arsch herschaffen.

Ich erwarte Sie morgen früh in meinem Büro.

Damit Sie Ihre Aussage unterschreiben.

(Dynamische düstere Musik)

(Glocken schlagen.)

(Klopfen)

Commissaire Niemans.

Ich würde gern mit dem Vater Abt sprechen.

(Unheimliche Musik)

Guten Tag, ich bin Vater Abt Anselme.

Ich stehe diesem Kloster vor.

Commissaire Niemans. Wissen Sie, worum es geht?

Ist nicht die Gendarmerie zuständig?

Ich bin die Verstärkung. Bruder Guillaume war ein Freund.

Ich war bereits gestern hier. - Im Kloster?

Mhm. - Davon wusste ich nichts.

Gehen wir doch ein Stück.

(Entfernte gregorianische Gesänge)

Guillaume hat um Hilfe gebeten, weil er sich bedroht fühlte.

Bruder Guillaume, bedroht? - Mhm.

Er hat das Kloster doch nie verlassen.

Gestern schon, und dafür hat er einen hohen Preis bezahlt.

Sie tragen keine Kutte, Vater? - Dazu sind wir nicht verpflichtet.

(Gesang wird lauter.)

Sie sind nicht beim Gottesdienst?

Das ist kein Gottesdienst. Sie beten für Bruder Guillaume.

(Entfernter Gesang)

Sehen Sie ein Motiv für den Mord?

Absolut nicht.

Der Täter muss ein Wahnsinniger sein. Möge Gott ihm vergeben.

Warum ein Wahnsinniger? - Weil ich keinen Grund sehe.

Bruder Guillaume widmete sich schon lange nur seinen Forschungen.

Wir sind ein angesehenes Institut für Musikwissenschaft.

Haben Sie letztens Drohungen erhalten?

Drohungen? Welcher Art?

Von Terroristen zum Beispiel?

Sie denken... - Ich denke gar nichts.

Nein. Ich frage bloß. - Nein.

Nein, natürlich nicht.

Ähm... Woran hat Guillaume gearbeitet?

An Guido d'Arezzo, Benediktinermönch aus dem 11. Jahrhundert.

Er hat die Notenschrift erfunden

und den Noten der Tonleiter Namen gegeben.

Könnte er was Gefährliches entdeckt haben?

Ist das Ihr Ernst? - Sie kennen seine Vergangenheit.

Seine Vergangenheit interessiert mich nicht.

Als er vor 20 Jahren herkam, wurde er mit offenen Armen empfangen.

Und Sie, Vater? Sie haben doch eine Befragung vorgenommen?

Hat jemand was gesehen? - Keiner hat was gesehen.

Alles hat sich draußen zugetragen.

Versuchen Sie nicht, uns zu beschuldigen. - Ich tue gar nichts.

Warum hätte man ihm die linke Hand verbrennen sollen?

Keine Ahnung.

Dürfte ich sehen, wo die Mönche arbeiten? - Natürlich.

(Ruhige Musik)

Niemand hat Zeit zum Trauern?

Unser Alltag ist Gebet und Arbeit. So ist das Leben der Zisterzienser.

Hm.

Wo ist das Pult von Guillaume? - Dort drüben.

War Guillaume gestern beim Mittagessen anwesend?

Ich glaub schon.

Ich fand ihn in den Dünen.

Könnte ihn jemand angerufen und hinbestellt haben?

Wir haben keine Telefone.

Wie hat er mich dann angerufen?

Ich denke, vom Sekretariat aus. - Haben Sie auch kein Internet?

Doch, aber es wird nur für Recherchen benutzt.

Ist es das hier?

Was ist das?

(Spannungsvolle Musik)

Das sind Neumen.

Die Vorläufer der Musiknoten.

Guillaume hat am Ursprung der Notenschrift gearbeitet.

Tut mir leid, aber ich muss die Festplatte konfiszieren.

Unmöglich. - Bitte?

Nichts verlässt die Mauern, das war schon immer so.

Ich erinnere Sie daran, dass ich eine Mordermittlung leite.

Das ist nicht verhandelbar.

Das gehört nicht zu meinem Wortschatz.

Dann muss ich mit Gendarmerie und Papierkram zurückkommen?

Bedauerlich. Na ja...

(Er seufzt.)

(Handy summt.)

Ja?

Wo bist du?

Okay, wir sehen uns gleich. Es ist nett hier.

Wird dir gefallen. Gut, bis dann.

(Dynamische, spannungsvolle Musik)

Der Staatsanwalt hat mich angerufen.

Er hat Ihnen Ermittlungsbefugnis eingeräumt.

Wer genau sind Sie eigentlich?

Ich gehöre zu einer Dienststelle mit EU-Zuständigkeiten.

Ah ja.

Mit welchen Fällen befasst sich diese Stelle?

Mit Fällen wie diesem hier.

Sind Sie vorangekommen?

Ich habe die Mönche befragen lassen,

aber sie sind nicht besonders redselig.

Haben Sie Nachbarschaft, Psychiatrien

und Haftentlassungen gecheckt?

Das Kloster liegt isoliert. Alles andere ist im Gange.

Was ist mit der Dschihadistenszene? Schon daran gedacht?

Nein, bisher nicht.

Solche Fälle hatten wir hier bislang noch nicht.

Aber ich lass das überprüfen.

Was haben Sie über meinen Freund Jean-Louis? - Im Moment nicht viel.

Kein Handy, kein Konto, keine Sozialversicherung.

Er existierte nicht für die Gesellschaft.

Mhm. Die Mönche nutzen das Internet.

Wir müssen das prüfen, Jean-Louis' Festplatte holen.

Anselme wollte sie nicht rausrücken.

Okay, aber wir müssen behutsam sein.

Der Erzbischof hat schon den Staatsanwalt angerufen.

Na dann...

Ah. Eins noch.

Jean-Louis war früher Polizist. Er hatte ein paar Probleme.

Die Polizeiaufsichtsbehörde wird Ihnen die Akte weiterleiten.

(ironisch) Danke, dass Sie das jetzt schon sagen.

Wo wollen Sie hin? - Ich hole meine Assistentin ab.

Eine Assistentin haben Sie auch?

Zwei Nervensägen zum Preis von einer. Da schlägt man zu.

Ja, ein bisschen Spaß muss sein. Schönen Tag noch.

Ihnen auch.

(Ruhige Musik)

Wir müssen noch mal zurück zu den Mönchen.

Ja, heute.

Entspannte Fahrt gehabt? - Schon gut, Niemans.

In Paris war die Hölle los. Ich hab den ersten Zug genommen.

Zum Glück sagtest du, dass es mir hier gefällt.

Die Überraschung kommt noch. Du wirst es lieben.

Wie oft wurde auf ihn eingestochen?

Auf den ersten Blick nur einmal, aber das hat auch gereicht.

Er wurde förmlich aufgeschlitzt.

Ein Jagdmesser? Kampfmesser?

Oder sogar ein Küchenmesser.

Hier. Die Wunde misst ungefähr 12 Zentimeter.

Das hat ihm wohl die Leber perforiert.

Den Magen, vielleicht die Milz, da muss ich noch nachbohren.

Auf jeden Fall wusste der Mörder, was er tat.

Hatte er Ihrer Meinung nach medizinische Kenntnisse?

Vielleicht war er ein Jäger.

Darf man hier rauchen?

Hat sich noch nie jemand beschwert.

Und was hat es damit auf sich?

Die Hand hat man ihm vermutlich mit Benzin verbrannt.

Ich muss noch die Analyse abwarten.

Was sind das für Vernarbungen?

Wie es scheint, hat er Selbstkasteiung betrieben,

sich selbst gegeißelt.

Sich geritzt.

Ich weiß nicht, wofür er Vergebung suchte.

Beten reichte wohl nicht.

Kanntest du ihn gut?

Wir waren vor 20 Jahren bei der Antiterroreinheit.

Wir haben uns immer gut verstanden.

Vom Polizisten zum Mönch.

Da hat er 'ne Wahnsinnskarriere hingelegt.

Er war streng katholisch.

Als seine Frau ihn betrog, ist er durchgedreht

und hat beide umgelegt.

Danach ist er im Kloster untergetaucht.

Ich wäre ihm damals sogar fast gefolgt.

Ich geb dir 'n Kaffee aus. - Gern.

Ich glaub, den da kenn ich.

Mit dem hatte ich mal zu tun.

Marc Messonier, hab ihn vor acht Jahren geschnappt.

Schwere Körperverletzung, Vergewaltigung.

Camille, vergiss die Arschlöcher, die dir im Job über den Weg laufen.

Sonst wirst du verrückt.

Er kann nicht schon wieder draußen sein.

Wir sind hier, um den Mörder von Jean-Louis zu finden.

Ich habe Harel nicht die ganze Wahrheit gesagt. - Ach, nein?

Nein.

Kurz bevor Jean-Louis starb, sagte er mir noch was.

"Das Schwert und die Schlange."

Ich hab das schnell recherchiert.

Danach sind das Symbole mit religiösem Hintergrund.

Es hat vielleicht was mit der Arbeit der Mönche zu tun.

Du meinst, das Mordmotiv hat mit ihren Nachforschungen zu tun?

Womit denn sonst? - Ich weiß es nicht.

Drogen, Sex, Kohle.

Alles verboten im Kloster. - Ja.

Das überlassen wir unserer Freundin von der Mordkommission.

Sehr clever, Niemans.

(Handy summt.)

Ja?

Wir sind gleich da.

Mein Kumpel Gaillard von der Kriminaltechnik.

Er will uns etwas zeigen.

Danke, die Herren.

Danke. - Vielen Dank. Wiedersehen.

Salut, Philippe. - Salut, Niemans.

Gaillard, der beste Kriminaltechniker, den ich kenne.

Lieutenant Delaunay, meine Assistentin. - Freut mich.

Das Opfer hatte eine Tätowierung über die linke Hand.

Man hat sie ihm verbrannt, damit die Tätowierung verschwindet.

Verstehe.

Schickst du uns die Scans und druckst mir einen aus?

Bonjour, Sabrina Harel.

Lieutenant Delaunay.

Was machen Sie hier ohne mich? - Ihre Arbeit offensichtlich.

Kommen Sie mir nicht blöd, Niemans.

Was ist das? - Gaillard wird es Ihnen erklären.

Wo wollen Sie hin? - Zu den Mönchen.

Zu den Mönchen. Na dann.

Schönen Tag noch.

(Ruhige Musik)

Das sind für mich Hieroglyphen. Sieht aus wie ein Manuskript.

Vielleicht wissen die Mönche mehr. - Deshalb sind wir ja hier, oder?

(Anselme) Beten wir zum Herrn.

(Camille atmet überrascht.)

Ich dachte, göttliche Nähe tut dir gut.

Das wäre doch nicht nötig gewesen, Niemans.

Was machen Sie hier? Die Polizei hat die Festplatte doch abgeholt.

Darf ich vorstellen: Camille Delaunay, meine Assistentin.

Ich hatte die Hoffnung, wir könnten hier essen.

Wir haben gegessen.

Wie der Heilige Benedikt erheben wir uns mit der Sonne.

Dürfte nicht einfach sein bei dem Wetter, das hier herrscht.

Wollen Sie auch bei uns nächtigen? - Was spricht dagegen?

Gut.

Stephane?

Stephane. Bring bitte unsere Besucher im Gästehaus unter.

Selbstverständlich, Vater.

Stephane zeigt Ihnen Ihre Klausen

und die Küche, wo Sie etwas zu essen finden.

Ich warne Sie vor. Wir stehen um drei Uhr auf.

Hm.

Bitte sehr.

(Anselme) Lasst uns beten.

Wir bauten das Kaminzimmer zu Klausen um,

um das Gästehaus zu vergrößern.

Früher kamen die Mönche her, um sich aufzuwärmen.

Außerdem lagerte die Tinte hier, damit sie nicht einfriert.

Aber mit der Inbetriebnahme der Heizung

wurde der Schornstein abgerissen.

Wir haben dann Stück für Stück ein Gästehaus für Pilger gebaut.

Super.

Und haben Sie hier auch Internet?

Ja, ja.

Sie können sich

über das für das Gästehaus vorgesehene Wifi einwählen.

Passwort Jesus. (Camille lacht.)

Sind Sie auch Musikforscher?

Ich studiere den Einfluss der Texte über griechische Musik

auf die christlichen Gesänge.

Sie dachten, dass die Griechen das Bevorstehen

der Offenbarung Christi erkannt hatten.

Der Text über Boethius' Musik ist aufschlussreich.

Kann ich mir vorstellen.

Sagt Ihnen das irgendwas?

Oh, ja, natürlich. Das ist eine Guidonische Hand.

Was?

Guido d'Arezzo entwickelte die Methode,

Musik mit der Hand zu lesen.

Im 11. Jahrhundert gab es ja noch keine Partituren.

Wie funktionierte das? - Na ja, wenn Sie so wollen...

...entspricht jedes Fingerglied einer Tonhöhe.

Man benutzt die Abstände und Linien als ein System von Noten.

Dann liest man das Musikstück mit den Fingern,

zum Beispiel grundlegend:

(Stephane singt Tonleiter.)

Tja, im Prinzip ganz einfach, aber na ja...

Auf der Hand ist eine Melodie? - Zweifellos.

Die könnten Sie entschlüsseln? - Also na ja...

Ich bin kein Spezialist, und da fehlen wohl auch ein paar Elemente.

Aber ich zeige Ihnen morgen gern ein paar Bücher.

Ich bin auch zuständig für die Bibliothek. - Mal sehen.

Wenn es nicht zu indiskret ist, darf ich fragen, wo Sie das herhaben?

Tja, das ist zu indiskret.

Stephane, zeigen Sie mir mein Zimmer?

Sehr wohl.

(Er lacht, sie auch.)

(Ruhige Musik mit gregorianischen Gesängen)

(Klopfen)

Gehen wir was essen?

Okay, es gibt Nudeln.

Es gibt Schlimmeres. Deckst du den Tisch, Niemans?

Das auch noch. - (Sie lacht.)

Ich hab was sehr Interessantes im Netz gefunden.

Marc Messonier.

Vor acht Jahren wegen Vergewaltigung eingelocht. - Ja?

Er ist seit einem Jahr wieder draußen.

Kurz danach gründete er die Band.

Sie sind gerade auf Tour, spielen seit Wochen hier im Norden.

Ich habe nach Vergewaltigungen in der Nähe gesucht.

Gab es welche? - Nein.

Aber es sind Mädchen verschwunden.

Wie?

Man hat sie immer 24 Stunden später wiedergefunden.

Unversehrt, ohne Erinnerung, vermutlich unter Drogen gesetzt.

Wie alt waren sie?

16, 17.

Ganz offensichtlich wurde ihnen keine Gewalt angetan.

Okay, bleib dran, aber die Priorität liegt bei den Mönchen.

Vielen Dank. - Nichts zu danken.

(Sie lacht.) - Die Nudeln sind ungenießbar.

Ja.

Diese verdammten Mönche.

Nicht mal kochen können sie.

Wir sollten besser schlafen gehen.

Die werfen uns um drei mit den Gebeten aus dem Bett. - Hm.

Ich bin erledigt.

Weißt du was? Ich hab so ein Glück, dass ich dich habe, Niemans.

Ich weiß ja nicht. - Mhm.

Du willst doch irgendwas von mir?

Deine Autoschlüssel.

Ich bin nicht müde.

(Entspannte Musik mit gregorianischen Gesängen)

(Rockmusik)

(Sänger haucht ins Mikrofon.)

(Mehrmaliges Klopfen)

(Hartnäckiges Klopfen)

Ah, Sie sind das.

Ja, ich bin's.

Gilt Ihre Einladung immer noch? - Ähm...

Welche Einladung? - Mir die Bibliothek zu zeigen.

Ah.

Wie viele Bücher haben Sie da?

Oh, mehr als 5000.

Der Großteil lagert an einem gesicherten Ort.

In den Kellergewölben des Klosters.

So, da wären wir.

Viele der Manuskripte und Bücher, die hier stehen, sind recht selten.

Wir haben auch einzigartige Partituren

und dann noch mehr als zehn Jahrhunderte Musikgeschichte.

Eine wirklich ansehnliche Sammlung. - Mhm.

Wenn man was ausleiht, wird das vermerkt?

Ja, da sind die Regeln sehr streng.

Jedes Buch darf nur im Lesesaal benutzt

und muss ins Archiv zurückgebracht werden.

Gegebenenfalls.

Gibt's hier Überwachungskameras?

Nein, wozu denn? Die Bibliothek ist nur für Mönche zugänglich.

Wir überwachen uns nicht selbst. - Nein.

Wollen Sie sich ein ganz bestimmtes Werk ansehen?

Nein, aber die Karteikarten von Bruder Guillaume.

Ich bringe Sie Ihnen sofort. - Danke sehr.

(Rockmusik im Hintergrund)

Ähm...

Was gibt es?

Würde es Ihnen was ausmachen, in Ihrer Klause weiterzulesen?

Weil wir in zwei Stunden aufstehen.

Ja, ich verstehe.

Entschuldigen Sie. - Das ist nett.

(Tastatur klackert.)

(Spannungsvolle Musik)

Was machen Sie da?

(Alarm heult.)

(Spannungsvolle Musik)

Niemans!

Niemans!

(Glocken läuten.)

Was zum Teufel ist das denn?

(Donner grollt, Glocken läuten.)

(Düstere Musik)

Wie ist sein Name? - (Anselme) Jean.

Hat er auch geforscht? - Ja. Über die Ars nova.

Die ersten mehrstimmigen Messen des 14. Jahrhunderts.

Hing das mit Guillaumes Arbeit zusammen?

Nein, dazwischen liegen vier Jahrhunderte.

Allmählich reichen mir Ihre Gesänge. So komme ich nicht weiter.

Niemans!

Er hat die gleiche Wunde. Er war tot, als man ihn aufhängte.

Das ist eine Inszenierung.

Der Täter will die Mönche ängstigen.

Wie es aussieht, mit Erfolg.

Haben Sie noch was gefunden? - Eine Hintertür wurde aufgebrochen.

Es waren mehrere.

Einer im Skriptorium, andere hängten ihn auf.

Könnte ein Bruder involviert sein? - Was reden Sie denn da?

Sie hat recht. Es ist naheliegend.

Können wir alle Bewohner des Klosters befragen?

Natürlich. - Ich danke Ihnen.

Kommen Sie, Vater.

(Donnergrollen)

Es gibt Fußspuren von mindestens zwei Männern.

Nehmen Sie das in den Bericht auf.

Was hast du gefunden?

Nicht viel.

Lauter Fingerabdrücke, wohl von den Mönchen.

Wir müssen sie abnehmen, um das zu prüfen.

Ich will das Ergebnis sehen.

Bitte was? - Erklär ich dir später.

Kampfspuren? - Nichts dergleichen.

Man hat ihn wohl hergeschleppt, um ihn da aufzuhängen.

Wir machen erst mal mit der Spurensicherung weiter.

Kannst du dann im Leichenschauhaus seine Hand scannen?

Ich nehme an, er hatte ähnliche Tätowierungen wie Guillaume.

Ja. - Ich muss los.

Der Bürgermeister vermisst seine Tochter. - Was?

Sie war auf einem Rockkonzert und ist nicht nach Hause gekommen.

War sie auf dem Konzert von B.H.P.?

Richtig.

Wie kommen Sie darauf?

Dahinter steckt Messonier.

Sie war auf seinem Konzert, er hat sie sich geschnappt.

Das ist nur eine Möglichkeit.

Wir befragen die Eltern und sehen weiter.

Die beiden Fälle haben was miteinander zu tun.

Schwert und Schlange waren auf Messoniers Unterarm.

Bestimmt ein Tattoo aus dem Knast. In der Akte stand nichts.

Ein Zufall ist das nicht.

Ja, aber das reicht nicht, um ihn festzunageln.

(Ruhige Musik)

Guten Abend.

Guten Abend. - Guten Abend.

Lieutenant Delaunay, Commissaire Niemans.

Finden Sie sie. Ich flehe sie an.

Charles...

Guten Abend.

Und? - Ich verstehe Ihre Besorgnis.

Aber denken Sie nicht, dass sie nur ausgerissen ist?

Meine Tochter ist sehr zuverlässig.

Hättest du's ihr bloß erlaubt! - Das reicht.

Und wie gehen Sie jetzt vor?

Es ist zu früh für eine Suche. - Sie war bei B.H.P.

Eine Band, die ihre Fans ermuntert, Häuser wie Ihres niederzubrennen.

Der Sänger hatte vor acht Jahren schwere Justizprobleme.

Lieber Gott.

Beunruhigen Sie sich nicht. Es gibt nicht zwingend einen Zusammenhang.

Wir wollen wissen... - Wer sind Sie?

Niemans und Delaunay, zentrale Stelle gegen Gewaltverbrechen.

Bitte finden Sie meine Tochter. (Harel stöhnt.)

Zeigen Sie uns ihr Zimmer?

Natürlich.

Vielen Dank. - Danke.

Was war das denn gerade eben?

Wieso wurde ich nicht davon in Kenntnis gesetzt? Hm?

Sie hätten mit mir sprechen müssen,

bevor Sie da unüberlegt losplappern.

Sie war vorschnell, aber der Verdacht ist berechtigt.

Wir müssen die Band ausfindig machen.

Das ist mir scheißegal.

Ich will Informationsaustausch. Basta.

Hm.

(Funk) "Fahndung nach Marie Vidal, 17 Jahre.

Rotbraune Haare, braune Augen.

Wurde zuletzt beim Konzert von B.H.P. gesehen.

Trägt ein weinrotes T-Shirt und weiße Sneaker."

(Handy summt.)

Ja?

Okay, schick's mir per E-Mail. Danke, ciao.

Gaillard hat die Hand des zweiten Opfers gescannt.

Die gleichen Zeichen wie bei Jean-Louis.

Wir müssen jemanden finden, der sie entschlüsseln kann.

Der Spezialist dafür war Jean-Louis.

Finde bei der Verwaltung alles über das letzte Opfer raus.

Vergangenheit, Herkunft, Familie und so.

Ich kümmere mich um meinen Kumpel Vater Anselme.

(Düstere Musik)

Ich weiß nicht, was das ist. Das habe ich noch nie gesehen.

Sie wissen, das sind Guidonische Hände.

Ja, aber ich kenne die Tätowierung nicht.

Die hatten sie auf den Händen, und Sie wussten nichts davon?

Tätowierungen widersprechen der Bibel.

Im Buch Levitikus steht ganz klar:

"Ihr dürft euch keine Zeichen einritzen."

Standen sich Jean und Guillaume nahe?

Wir sind alle Brüder. - Das hab ich nicht gefragt.

Hatten sie was vor? - Wir sind Glaubensbrüder.

Hören Sie, wir haben zwei Tote in zwei Tagen.

Da ist rhetorisches Geplänkel unangebracht.

Was hatten sie zu verbergen? - Ich weiß es nicht.

Sind Ihnen die beiden in letzter Zeit verändert vorgekommen?

Die Antwort ist ein klares Nein.

(Ruhige Musik mit gregorianischen Gesängen)

Hier, bitte.

Erschreckend, dass Bruder Jean auf diese Weise ermordet wurde.

Laut Register war sein weltlicher Name Claude Gaymard.

Er wurde 1962 in Amagney geboren, in der Nähe von Besancon.

Ist das alles?

Wir verlangen von den Brüdern nur sehr wenige Daten.

Für sie fängt hier ein neues Leben an.

Verstehe.

Darf ich hier sitzen?

Äh...

Selbstverständlich.

Äh...

(Ruhige Musik mit gregorianischen Gesängen)

Zimmerservice.

Kohlsuppe nach Art des Hauses.

(Sie stöhnt.)

Das Einzige, was da war.

Danke.

Und? Was rausgefunden? - Nicht viel.

Was Neues von der Tochter des Bürgermeisters? - Nichts.

Wir haben ihren Computer gecheckt, Anruflisten.

Die Nachbarschaft wird befragt.

Suchaktion ist eingeleitet. Nichts.

Und die Band? - Bombensicheres Alibi.

Man hat sie in ihrem Hotel festgesetzt.

Was ergab die Vernehmung der Mönche?

Nichts. Die Nacht umsonst um die Ohren geschlagen.

Aber ich hab was in der Bibliothek gefunden.

Jean-Louis und der andere tote Mönch

haben Dutzende Male dasselbe Buch ausgeliehen.

Es hat nichts mit ihren Recherchen zu tun.

Welches Buch?

"Bibel und Kirchenlieder" oder so, von Genevieve Barak Haim.

(lachend) Klingt spannend. Wirklich.

Wär schön, wenn's so wäre.

(Handy summt.)

Ja?

Ja.

Ist gut.

Das war Gaillard. Er hat was für uns.

Was haben wir?

Ich habe alle brennbaren Produkte hier auf Fingerabdrücke untersucht.

Auf dem Kanister sind frische von Bruder Guillaume

und Bruder Jean.

Und weiter? - Ist doch offensichtlich.

Sie haben ihre Hände in Brand gesteckt.

Und als wohlerzogene kleine Mönche

haben sie den Kanister wieder an seinen Platz gestellt.

(Spannungsvolle Musik)

Hier drüben.

(Traurige Musik)

(Jammern)

(Mönch jammert.)

(weinend) Mea culpa.

Maxima culpa.

Mea culpa, mea culpa, maxima culpa.

(schluchzend) Benedic mihi, pater.

Quia peccavi.

Maxima culpa.

Ich fürchte das Gericht der Menschen nicht.

Ich werde mich für meine Verbrechen vor Gott verantworten.

Vor Gott.

Vor Gott.

Da, notieren Sie das.

Wir haben sie vor einer Stunde gefunden.

Was sucht der Mönch hier?

Die Männer fanden ihn betend neben der Toten.

Er spricht nicht und beruft sich aufs Schweigegelübde.

Ach ja?

Ich verhöre ihn trotzdem. - Nicht hier!

Bei uns auf dem Revier.

Irgendwelche Spuren von Verletzungen?

Nein, aber ich habe eine Einstichstelle gefunden.

Das heißt, man hat ihr etwas injiziert? - Vielleicht.

Wir müssen auf die Untersuchungsergebnisse warten.

Melden Sie sich, wenn sie vorliegen.

Wir hätten gestern suchen sollen. - Das bringt jetzt nichts.

Ich fahre zu den Eltern des Mädchens.

Na los, Camille, komm.

Camille, komm schon.

Wenn der Mönch der Mörder ist, bin ich der Sohn vom Papst.

Ich sag's noch mal, das geht aufs Konto von Messonier.

Die Tochter des Bürgermeisters war genauso jung wie die anderen.

Es beweist nicht, dass er was damit zu tun hatte.

Er war jedes Mal in der Nähe.

Verdammt.

Die anderen wurden lebend gefunden.

Irgendwas ist schiefgelaufen. Vielleicht eine Überdosis?

Oder sie hatten einfach Angst, dass sie redet.

Ich kümmere mich zuerst um Bruder Antoine, dann um die Band.

Harel lässt uns freie Hand, nutzen wir das aus.

Wo willst du hin? - Na, ich komm mit dir.

Frag die Kriminaltechnik nach den Festplatten.

(Sie seufzt.)

(Antoine zittert und jammert.)

Sie wollen nicht reden, Bruder Antoine?

Hm?

(Er wimmert.)

Nicht mal mit mir?

Haben Sie das Mädchen umgebracht oder nicht?

(Er wimmert lauter.)

Ja oder nein?

Ich denke, Sie waren es nicht.

Aber Sie wissen etwas, und das lässt Ihnen keine Ruhe, oder?

Hm?

Nicht wahr, Bruder Antoine?

(Er wimmert laut.)

Was wollten Sie in den Dünen?

Zu der Uhrzeit geht man doch da nicht spazieren.

Hast du den Mörder gesehen? Hey, ich rede mit dir, Bruder Antoine.

Kennst du den Mörder? Sahst du ihn?

(Er wimmert.)

(flüsternd) Wir müssen den Vatikan warnen. - Was?

Wir müssen den Vatikan warnen. - Ich versteh nichts.

Sprich lauter, verdammt. - Der Vatikan!

Wir müssen den Vatikan anrufen

und die Kongregation für die Glaubenslehre warnen.

Sie wissen nichts!

(zischend) Absolut gar nichts.

Sie wissen gar nichts.

Du kannst von Glück sagen, dass du 'ne Kutte trägst.

(Antoine wimmert.)

(Er weint laut.)

Und? Wie ist es gelaufen? - Geht so.

Die Kriminaltechnik fand

auf der Festplatte von Guillaume seine E-Mails.

Sie wurden zwar gelöscht, aber der Empfänger war gespeichert.

Genevieve Barak Haim.

Die Autorin von "Die Bibel und die Musik".

Sie wohnt in der Nähe. - Machen wir uns auf den Weg.

Das dahinten ist ihr Haus.

(Düstere Musik)

Guten Tag, Madame. Commissaire Niemans.

Lieutenant Delaunay. Kriminalpolizei.

Sie sind Madame Barak Haim?

Ja, das bin ich. Kommen Sie mit. Weg von dem Rauch hier.

Ich hörte heute früh, dass Bruder Jean tot ist.

Wer hat Sie informiert?

Bruder Antoine.

Sein Tod scheint sie nicht zu schockieren.

Der Tod durch Erhängen muss eine Qual sein.

Bei Bruder Guillaume ging es schneller.

Es ist erschreckend,

aber ich lebte einen Großteil meines Lebens in Israel.

Gewalt ist eine alte Bekannte für mich.

Warum sind Sie vor einem Jahr hierhergezogen?

Wegen der Bibliothek des Klosters.

Dort gibt es unverzichtbare Dokumente für mein nächstes Buch.

Wie standen Sie zu Jean und Guillaume?

Sie haben mich für ihre Forschungen zurate gezogen.

Wegen meiner Abhandlung über die Kantillation.

Danke.

Kennen Sie meine Arbeiten?

Ich hab Ihr Buch "Bibel und Musik" überflogen.

Fassen Sie es kurz zusammen?

Ursprünglich war die Bibel ein Buch der Gesänge.

Die Leviten im Tempel von Jerusalem sangen jeden Vers

entsprechend den Akzenten wie Noten.

Über den Sätzen standen Zeichen, sogenannte "Teamim".

Ich denke, dabei handelt es sich um Musiknoten.

2000 Jahre lang kannte niemand den Schlüssel.

Und Sie haben ihn gefunden?

Bleiben wir bescheiden. Sagen wir, ich arbeite daran.

Hm.

Und was hat das mit Jean und Guillaume zu tun?

Sie glaubten, hinter den Noten verberge sich eine Botschaft Gottes.

Das wurde ihrer Ansicht nach

bis ins Mittelalter fortgesetzt.

Jede Gruppe von Noten entspricht Buchstaben.

Sehr einfach. Vorausgesetzt, man hat den dazugehörigen Schlüssel.

Aus einer Gruppe von Noten...

lassen sich verschlüsselte Botschaften ablesen?

Davon waren sie überzeugt.

Warum wurden sie auf ihre Hände tätowiert?

Ich denke, sie fühlten sich verfolgt.

Hat man sie wegen der Forschung umgebracht?

Unsere Arbeit ist natürlich wichtig, aber...

dass man wegen Noten Leute ermordet...

Wie dem auch sei, ihre Theorie hat keinen Hintergrund.

Guillaume hat die letzten E-Mails an Sie gelöscht. Warum?

Oh, da ging es um Stimmlagen und Vierteltöne.

Ich leite sie Ihnen gern weiter,

Sie werden nichts damit anfangen können.

Sie weiß mehr, aber sie verbirgt es.

Wenn sie was wüsste, hätte sie Angst und es ausgeplaudert.

Na ja.

Ich hab mich erkundigt.

Sie hat den Sechs-Tage- und den Jom-Kippur-Krieg erlebt.

Sie war für die israelische Armee im Libanon.

Sie ist mit allen Wassern gewaschen. - Das heißt?

Sie steckt da bis zum Hals drin, wir lassen sie nicht aus den Augen.

(Handy summt.)

Ja?

Ja, hallo, hier ist Didier, der Gerichtsmediziner.

Wir hören Sie laut.

"Das Mädchen ist an einem Herzversagen gestorben."

Gewalt oder Missbrauch?

Nein, sie ist noch Jungfrau.

Vielleicht war die Substanz, die man ihr gespritzt hat, schuld.

Die Ergebnisse liegen in zwei Stunden vor.

Rufen Sie mich dann bitte noch mal an, ja?

Wenigstens auf den ist Verlass.

Fahren wir zu den Musikern.

Wofür steht B.H.P. eigentlich?

Beton Haute Performance.

Hochleistungsbeton für Kernkraftwerke.

Tja, und was hat das mit Musik zu tun?

Keine Ahnung. Underground-Rock, sehr basslastig.

Echt finster, dreht sich alles um das Ende der Welt.

Was hast du über die anderen Mitglieder rausbekommen?

Philippe Olivet, zuständig fürs Sampling,

saß wegen Drogenhandel und Körperverletzung.

Schlagzeugerin und Bassist sind ehemalige Straßenpunks.

Warum sollten die Jungfrauen entführen und Mönche umbringen?

(Spannungsvolle Musik)

Messonier ist ein echtes Dreckschwein.

Damit kann ich umgehen.

(Schrammelige Gitarrenklänge)

Hammergeil, Alter.

(Frau lacht.)

Was machst du da? - Ich ruf meinen Anwalt an.

Nein, ist nicht nötig.

Wir sind hier doch unter Freunden.

Was geht hier eigentlich ab?

Wir dürfen nicht mal das Hotel verlassen.

Sie wurde heute tot aufgefunden, war gestern auf eurem Konzert.

Kennst du sie? - Schwer zu sagen. Die laufen massenweise auf.

Interessiert mich 'nen Scheiß.

Es interessiert dich einen Scheiß? Einen Scheiß?

(Messonier schreit.)

Sieh mich an, du Dreckskerl!

Sie war 17 Jahre alt, verdammt!

17! Sie wurde unter Drogen gesetzt.

So wie viele andere bei euren Konzerten.

Scheiße!

Steh auf. (brüllt) Steh auf!

(Er stöhnt.)

Ich hab nichts damit zu tun. Ihr habt nichts in der Hand.

Und das hier? Sagt dir das was?

(brüllt) Sagt dir das was?

Zwei Mönche wurden ermordet,

auf ihrer Hand war diese Melodie tätowiert.

Warum sollte mich das interessieren?

Ich hab nichts getan. Ich habe nichts damit zu tun.

(Glas klirrt.)

Was ist das hier?

Das ist unser Zeichen. - Ts. Euer Zeichen? Wofür?

Für bestimmte Werte.

(verächtlich) Ja.

Bestimmte... Überzeugungen.

Wie viele seid ihr denn?

(Er lacht.)

Mein Name ist Legion, denn wir sind viele.

Ich kenne kranke Typen, aber...

Wir durchsuchen eure Zimmer. Gebt mir eure Handys.

Beweg deinen Arsch. Wir machen 'nen Abflug.

Warum sollte ich den Arsch bewegen? Du rührst dich nicht vom Fleck.

Ich mach hier die Ansagen.

Wichser.

(Glas klirrt.)

Dein Auftritt hat mir gut gefallen.

Was war das für ein Spruch?

"Mein Name ist Legion, wir sind viele"?

Das war ein Bibelzitat.

Jesus führt einen Exorzismus durch, der Besessene antwortet.

Es ist der Teufel, der da spricht. - Mhm.

(Gregorianische Gesänge)

Prüf, ob mehr Mönche tätowierte Hände haben.

Sie könnten gefährdet sein. - Da hätten wir anfangen sollen.

Antoine hat den Vatikan und die Kongregation erwähnt.

Die Polizei des Heiligen Stuhls. Hak da mal intensiver nach.

Okay.

(Spannungsvolle Musik)

Ah.

Sie noch mal? - Ja. Du hast mir gefehlt.

Wir gehen in die Bibliothek.

Okay?

Niemans?

Die anderen Mönche hier sind nicht tätowiert.

Es kommen aber auch viele Mönche von außerhalb in die Bibliothek.

Nicht einfach, sie zu finden, aber sie könnten tätowiert sein.

Tätowiert von wem? - Keine Ahnung.

Und ich habe mich über die Kongregation erkundigt.

Die befassen sich mit Bruch des Beichtgeheimnisses,

Pädophilie, Exorzismus...

Die beiden Mönche schrieben dorthin.

Hast du sie schon kontaktiert? - Ja, aber alles läuft ins Leere.

Die Kripo in Rom meint, das wäre wie ein Militärgeheimnis.

Okay.

Als Erstes brauch ich ein Zimmer. Und dann rufen wir Harel an.

Wir sollen sie auf dem Laufenden halten, also tun wir das.

Ich hab mir Barak Haims Buch

und Jean-Louis' Abhandlung noch mal angesehen.

Er vermutet, einige Illuminaten hätten Offenbarungen empfangen.

Sie wurden nicht niedergeschrieben,

sondern in heiligen Gesängen versteckt.

Also ein Code, der es erlaubt, Text in Musik zu übertragen.

Jean-Louis war überzeugt, die Botschaften haben überdauert

und dienen dazu, Botschaften weiterzugeben.

Waren die Melodien identifiziert, mussten sie nur dekodiert werden.

Das hat Barak Haim übernommen? - Ja, eben daran arbeitet sie.

Mhm. Okay, aber warum die ganzen Morde?

Vielleicht will eine andere Gruppe

die Texte an sich bringen oder vernichten.

Unsere Mönche haben sich bedroht gefühlt,

und ehe die Noten gestohlen wurden, verbrannten sie sich die Hand.

Aber wo ist die Verbindung zu Messonier? - Ich weiß es nicht.

Stimmt, dass er nicht wie einer aussieht, der zur Messe geht.

Vielleicht gehört er zu einer satanistischen Sekte.

Die Tochter des Bürgermeisters, wie passt die in das Ganze rein?

Wo wäre die Verbindung? - Vielleicht gibt's keine.

(Harel seufzt.)

Was ergab die Durchsuchung bei der Band?

So weit erst mal nichts.

Abgesehen vom Alibi waren sie in der Nacht mit Fans in einer Bar.

Es bleibt nur noch Bruder Antoine.

Er war es nicht.

Entweder war er Zeuge oder hat das tote Mädchen gefunden.

Nur warum redet er nicht? - Weil er Angst hat.

Fahren wir noch mal zu Barak Haim? - Mhm.

Sie liegt blutüberströmt auf dem Boden!

(Dramatische Musik)

Oh, verdammt.

Sie haben sie gefoltert, damit sie den Schlüssel verrät.

Ich lasse alle Klöster überprüfen.

Vielleicht gibt es noch mehr tätowierte Mönche.

Die Typen werden weitermachen.

Die Band kann es nicht gewesen sein.

Sie werden überwacht.

Es gibt nicht nur Messonier.

Sie haben sehr viele treue Anhänger.

(Handy summt.)

Ja? - Niemans?

"Haben Sie Ergebnisse?"

Nein, aber da ist etwas merkwürdig.

Inwiefern? - "Na ja..."

Falls sich bestätigt, was ich denke, impliziert das etwas,

das sehr beängstigend ist.

"Ich erwarte Sie hier." - Okay.

Was zum Teufel geht hier vor sich?

Fällt Ihnen nichts auf? - Kommen Sie zur Sache.

Da sind keine Totenflecken.

Normalerweise sinkt Blut kurz nach dem Tod in den Gefäßen ab.

Es kommt auf der Haut zu Verfärbungen

von rot-violett bis blau-grau.

Und hier nicht?

Nein, weil der Körper nicht mehr genug Blut enthält.

Haben Sie eine Erklärung dafür?

Sie starb nicht durch das, was ihr gespritzt wurde.

Sondern, weil man ihr drei bis vier Liter Blut entzogen hat.

Sie starb an Hypovolämie, man ließ sie ausbluten.

Wenn Sie so wollen. - Sind Sie sich sicher?

Ich habe alle Organe überprüft und das gut durchblutete Gewebe.

Alles blutleer.

Lebte sie, als man sie ausbluten ließ? - Sicher.

Man hat das Herz bis zum Ende pumpen lassen.

Dauerte etwa eine halbe Stunde.

Als man die anderen Mädchen fand, waren sie sehr geschwächt.

Jetzt wissen wir warum.

Es hat noch andere gegeben? - Ja.

Entweder nahm man ihr zu viel ab,

oder sie war schwächer.

Das Herz versagte.

Was machen Sie heute Nachmittag?

Meine Arbeit. - Sehr gut.

Ein weiteres Mordopfer muss untersucht werden.

Ja.

Ein junges Mädchen, ein Mönch?

Sie werden sehen.

(Spannungsvolle Musik)

Der Mönch mit der Brille, wie heißt der?

Bruder Stephane. - Ja. Ja, Bruder Stephane.

Frag mal, ob er mit Schwert und Schlange vorangekommen ist.

Ich kümmere mich um den mit dem Stock im Arsch, Vater Anselme.

(Düstere Musik)

(Tür wird geöffnet.)

Es gibt hier reichlich Tote, und ich denke, das ist Ihre Schuld.

Nein, ich verstehe nicht, wie...

Jean und Guillaume haben etwas entdeckt.

Sie wussten davon, von ihren Forschungen,

den Tattoos, dem Kontakt zu Barak Haim.

Das kann Ihnen nicht entgangen sein, völlig unmöglich.

(Er seufzt.)

Es gab Gerüchte. - Für mich sind das weit mehr als Gerüchte.

Guillaume fragte, wie man den Vatikan kontaktiert.

Die Kongregation für die Glaubenslehre.

Sagte er Ihnen warum?

Ich dachte an seine Vergangenheit.

Ich dachte, es wäre einfach nur ein Rückfall.

Er hielt sich wohl für besessen.

Jean und Guillaume hatten alte Melodien identifiziert,

die angeblich eine göttliche Botschaft enthalten.

Dank Barak Haim konnten sie Sequenzen entschlüsseln.

Seitdem lebten sie in Angst.

Jetzt haben wir es mit Fanatikern zu tun,

die das Geheimnis für sich wollen.

Allmächtiger.

Hat das was mit dem Blut junger Mädchen zu tun?

Auf gar keinen Fall.

(Glocken läuten.)

Dann lass ich Sie wieder beten.

(Glocken läuten.)

Stephane hat etwas gefunden.

Ich habe in unseren Werken recherchiert.

Das ist das Zeichen einer alten Vereinigung.

Aus dem Frühmittelalter.

Benannt nach einem frühen Merowinger-König.

Die Sekte des Merowech.

Aha, und weiter?

Die Mönche hatten eine Besonderheit.

Sie waren Musiker.

Das war zu der Zeit selten, weil nur die Stimme...

Mach's kurz, mein kleiner Stephane.

Sie gaben also Botschaften über die Musik weiter?

Weiß ich nicht, ich hab das nicht gelesen.

Allerdings, und das ist sehr wichtig,

die Meroviens, wie sie sich nennen, sind wohl immer noch aktiv.

Und sie haben die Seite gewechselt.

Wie es aussieht, sind sie jetzt Satanisten.

Sehr aggressiv, wird berichtet.

Ich hab das Gefängnis kontaktiert, wo Messonier seine Strafe verbüßte

und Olivet traf, den Typen mit dem Tattoo.

Sie verbreiteten bereits im Knast ihre satanistischen Botschaften.

Gut gemacht, Stephane. Das war eine große Hilfe.

Gern geschehen.

(Spannungsvolle Musik)

Der Anwalt der Band hat die Überwachung aufheben lassen.

Wir haben nichts in der Hand.

Was machst du da?

Ich hab beim B.H.P.-Konzert

einen GPS-Tracker unter ihrem Wagen angebracht.

Das verstößt gegen die Vorschriften.

Du hast mir das doch beigebracht. - Ja, aber...

Sie sind zehn Kilometer entfernt.

Ich arbeite sehr gern mit dir.

Weil ich gegen die Vorschriften verstoße?

Nein, mir war wichtig, dass du mit in diese Sondereinheit kommst.

Bonsoir. - Bonsoir.

Wir wollen zu Olivet und Messonier.

Die sind im Moment nicht da. Die sind was essen gegangen.

Wohin? - Ich weiß es nicht.

Geben Sie uns einfach die Schlüssel.

Hm? - Ich weiß nicht, ob ich das darf.

Doch, das darfst du. Gib uns die Schlüssel.

Na schön.

Wieder raus, Außentreppe hoch, erster Stock.

Zimmer 24.

(Düstere Musik)

(Rumpeln)

(Camille schreit.)

Camille, was ist passiert? - Das war Messonier.

Okay.

(Treibende Musik)

(flüsternd) Verdammt.

Scheiße.

Jetzt komm schon.

(Freiton)

Ich lasse ein CT machen, Verdacht auf Schädelhirntrauma.

Dafür hab ich keine Zeit.

Ein etwaiges subdurales Hämatom könnte den Hirndruck erhöhen.

Das wär schlecht. Ich mein's nur gut mit Ihnen.

Das wird schon gehen. Danke. - Bonsoir.

Bonsoir.

Haben Sie den Van von der Band? - Bis jetzt nicht.

Und was hat das Motel ergeben? - Tja, auch nichts.

Sie nehmen das nicht ernst. Das sind Psychopathen.

Sie werden ihn als Geisel für ihre Flucht behalten.

Was machen Sie da?

Ich hab den Van mit einem Peilsender bestückt.

Ich krieg kein Signal mehr. - Ist das Ihr Ernst?

Was?

Was soll sein? Das ist nur illegal.

Ist das ein Problem?

Nein, nicht im Geringsten.

(Fahrstuhlsignal)

Scheißding, das nervt mich ab.

Beruhigen Sie sich. Ich hab noch was anderes.

Ich hab Antoines DNA an die Gen-Datenbank weitergeleitet.

Er heißt Patrick Vergela.

Er saß neun Jahre wegen Vergewaltigung von Minderjährigen.

Davon fünf Jahre in Saint-Etienne.

Im selben Knast wie Messonier? - Da haben sie sich kennengelernt.

Das ist die Verbindung zu den Mönchen.

Warum sagten Sie das nicht eher? - Ich hab noch anderes zu tun.

Ah. Er war außerdem Tätowierer.

Den knöpf ich mir vor. - Delaunay.

Sie sollten nichts überstürzen. Wir verhören ihn gemeinsam.

Ruhig und besonnen.

Verarsch mich nicht, Vergela! Wo ist Messonier?

Ich weiß es nicht.

Er hat Niemans, ich schwöre dir, wenn ihm was passiert...

Ich hab damit nichts zu tun! Ich war das nicht. - Ja. Na klar.

(flüsternd) Ich hab nichts getan.

Hast du ihre Hände tätowiert?

Ja.

Ich war Tätowierer, bevor ich Mönch wurde.

Das ist gut. Das ist ein schöner Beruf. - Mhm.

Hast du noch andere tätowiert?

So um die 20 in einem Jahr.

Es war Bruder Guillaumes Idee.

Bis die Melodien entschlüsselt werden können,

müssen einige von uns das Geheimnis auf der Handfläche verbergen.

Hat Madame Haim den Schlüssel gefunden?

(Ruhige Musik)

Ja, ja. Das war keine Botschaft von Gott.

Das war die Botschaft des Teufels.

Die Gebote waren schrecklich.

Es... Es waren Entweihungen, Anstiftungen zur Sünde.

Komm auf den Punkt.

Da haben wir die Wahrheit begriffen.

Im Laufe der Jahrhunderte

ist der Teufel immer tiefer in Gottes Melodie eingedrungen.

Um sein Wort besser schänden zu können.

Bruder Guillaume...

versuchte, den Heiligen Stuhl zu warnen.

Im Vatikan hat niemand geantwortet.

Du hast mit Messonier darüber gesprochen?

Messonier.

Seit er wieder in Freiheit ist, erpresst er mich.

Er droht damit, Vater Anselme meine Vergangenheit zu enthüllen.

Ich hatte nur die Verse, um mich freizukaufen.

Und was will Messonier mit den Versen?

Das sind die Worte seines Meisters.

Die Worte des Teufels.

Sie wollen eine schwarze Bibel schreiben.

Ein Satansevangelium.

Guillaume hat sich lieber verbrannt,

als ihm das Geheimnis preiszugeben.

Und Bruder Jean hat es ihm gleichgetan.

Also hat Messonier sie aus Wut darüber getötet.

Dann folterten sie Barak Haim,

um den Schlüssel für die Verse und die anderen Mönche zu finden.

Warum entführen sie Mädchen? - Ich weiß es nicht.

Die Heiligen Jungfrauen? - Ich weiß nichts.

Was ist mit der Tochter des Bürgermeisters passiert?

Ich hab die Männer mit dem Mädchen gesehen.

Und hab mich versteckt.

Als sie gegangen sind...

da war sie tot.

Diese kranken Schweine.

Sie war schon tot.

Harel.

Ich hab sie.

(Sprechgesang)

(Düstere Musik)

Ich glaub, wir werden 'ne Menge Spaß haben.

Ich werde dir die Augen öffnen, wer wir sind.

Das interessiert mich 'nen Dreck.

(Schmerzensschrei)

Komm her.

Komm her!

Ich mach dich hübsch zurecht, um dich dem Meister zu opfern.

(Niemans stöhnt.)

Jetzt erlebst du einen großen Moment.

Du wirst Zeuge eines einmaligen Ereignisses.

Steh auf. Steh auf!

(Niemans stöhnt.)

(Niemans schreit.)

(Ruhige Musik)

(Funk) "Die Eingreiftruppe ist unterwegs."

Verstanden. Koordinaten über Delaunays Smartphone.

Am Strand gibt es einige Bunker.

Na dann los.

(Messonier keucht.)

(Spannungsvolle Musik)

Willkommen an der Front, Delaunay.

Sondieren wir die Lage, bevor wir reingehen? - Ja.

Alles sauber.

(Frauen schreien.)

(Sprechgesang)

(Sprechgesang)

Sieh mal, wen ich gefunden hab.

Seid still!

(Messonier) Bringt sie zu mir!

Wir stehen vor der Vollendung eines großen Werkes.

Wir sind im Besitz der geheimen Verse.

Wir werden unsere neue Bibel schreiben.

Mit dem Blut von Jungfrauen.

Ich hätte dich damals töten sollen.

(Polizisten über Funk) "Hier lang."

"Macht weiter!"

(Piepen)

(Knall)

(Schuss) (Schreie)

(Polizist) Auf den Boden!

(Knall) (Schreie)

(Polizisten) Keine Bewegung!

Hände an den Kopf!

Auf den Boden!

Stehen bleiben!

Niemand rührt sich vom Fleck!

Auf den Boden! Runter mit dir!

Alles in Ordnung? Bin echt froh, Sie wiederzusehen.

(stöhnend) Verdammt!

Ich bin echt zu alt für diesen Schwachsinn.

(Ruhige Musik)

Na los! Vorwärts!

Vorwärts! - Nun macht schon!

Ich sagte, beweg dich!

Los, schneller!

(Entspannte Musik)

Untertitel im Auftrag des ZDF, 2018

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