All language subtitles for Sylt of all places (2018)

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Original subtitles

Bente Groot

Kevin Krämer Lilly Krämer

* rhythmische Musik *

(Gruppe) Keine Syltrifizierung!

Nicht auf Sylt und auch nicht anderswo!

Keine Syltrifizierung!

Nicht auf Sylt und auch nicht anderswo!

(Megafon) "Wir verhindern den Ausverkauf von Sylt."

"Wir werden die Immobilienhaie dieser Insel zu Fischmehl mahlen!"

"Was sagst denn du dazu, Ole, hm?"

"Was ist mit dem Haus deiner Eltern?"

"Oder willst du das verkaufen müssen?"

"Keine Syltrifizierung! Nicht auf Sylt und auch nicht anderswo."

"Keine Syltrifizierung! Nicht auf Sylt und auch nicht anderswo."

* ruhige Musik *

* Teekessel pfeift. *

Oh nee, nicht jetzt der Idiot.

Morgen, Bente.

Wir könnten unser Angebot noch mal erhöhen. Um maximal 100.000 Euro.

Mein lieber Eddi. 200.000.

Das Haus hat mein Urgroßvater gebaut.

Er ist 1926 gestorben, du hast ihn nie gekannt.

Und unser Angebot liegt eindeutig über dem Marktwert.

Du, das Haus ist rott. Warum gehst du nicht zum Teufel?

Der braucht Leute wie dich. Kannst du deinen Auftraggebern ausrichten.

* heitere Musik *

Kannst du noch mal die Renditeprognosen kontrollieren?

Ja, ich hab 'nen Termin mit dem Karstensen gemacht,

aber im Prinzip ist die Sache ja geklärt.

Jo, danke, ciao.

Warum Scheiß-fucking-Sylt?

Hätten wir gleich Urlaub im Keller machen können.

* Handy *

GRDW Global, Krämer here?

Yes? Yes.

Yes, yes.

Yes. Absolutely, yes.

* gelassene Musik *

Yes?

(gedehnt) Yes. Yes.

Aha. Hm.

Yes.

Mit Mama war ich letztes Jahr auf Teneriffa.

Verstehe nicht, was du hier willst.

Du findest die Insel doch selber total scheiße.

(zögerlich) Yes.

Aha.

(langgezogen) Yes?

Moin moin. Herzlich willkommen auf Sylt.

No.

Danke schön. Bitte.

Aha.

Yes.

Hallo. Guten Tag.

Wir hatten reserviert. Auf Krämer. Ja.

Danke schön. Gerne.

Rübchen, ich hab noch eine Kleinigkeit. Ich muss kurz weg.

Es tut mir total leid, aber hm ...

Kauf dir Eis. Bin keine zwölf mehr.

Dann kauf dir 'nen Gin Tonic und Zigaretten.

* heitere Musik *

Eddi. - Hey, Gabi.

Sag mal. Wollte der Typ von der Investmentfirma nicht kommen?

Ja. - Heißt der Mann wirklich Kevin?

Ja.

Na, hoffentlich ist er nicht alleine zu Hause.

Herr Krämer!

Unser Termin war vor 15 Minuten, Herr Karstensen. Schön.

Dass wir zwei uns endlich persönlich kennenlernen.

Der Stand der Dinge ist genau wie? Genau.

Ich hab mit der Verkäuferseite verhandelt.

Können wir die Verträge am Freitag unterzeichnen?

Ich ... Gehe ich mal davon aus.

Seit Monaten reden wir über diesen Termin.

Andere Verträge bauen darauf auf! Kommt er nicht zustande,

werden Sie persönlich die Konsequenzen dafür zu tragen haben.

Wir werden diese eine letzte Unterschrift noch bekommen.

Vertrauen Sie mir.

Heute ist Montag. Das sind noch fünf Tage.

Entspannen Sie sich. Machen Sie doch Urlaub.

* ruhige Musik *

Lilly, komm mal gucken! Brauch ich nicht!

Da ist das Meer. Das kenne ich schon.

Lass mal, ich kapier schon.

Das wird wieder so 'n Urlaub mit Meetings und so Bullshit.

Ich hock wieder rum. Was heißt hier "wieder"?

Ostern in London hast du mich in so 'nen Tower gesetzt.

In Amsterdam habe ich ewig auf dich gewartet.

Ja, aber komm, jetzt gehen wir beide doch gemeinsam zum Strand.

Was willst du denn? Zurück ins Hotelzimmer.

Mich zu Tode langweilen. Hab ich's wenigstens hinter mir.

(lachend) Rübchen.

(tief einatmend) Atme doch mal diese herrliche Luft ein, hm?

Sag mal, wie wär's denn mit Surfenlernen, hm?

Weiß nicht.

Da sind bestimmt 'ne Menge junger Leute,

du musst nicht mit dem langweiligen Papa rumhängen.

Keine Ahnung.

Ist es jetzt nicht voll kalt? Ach! Ich frag einfach mal. Hey!

Papa, das ist voll peinlich, ich guck im Internet nach.

Ich geh jetzt schwimmen.

* laute Reggaemusik *

Bente? Was denn?

Guck mal, die beiden. Tja, zu spät.

Prost. Die gehen nicht mehr ins Wasser.

Prost, Feierabend. Joa.

(Junge) Und? (Norddeutsch) Muddi sitzt im Spa

und Vaddi muss sich um Töchti kümmern, ne?

Beide wären gern woanders.

(Junge) Quatsch, der ist geschieden.

Der hat doch seit Jahren keinen Sex mehr gehabt.

Du kennst dich da aus, ja? Ja, klar.

Gar nicht kalt!

Der geht nicht allen Ernstes noch ins Wasser?

Danke.

Was machst du denn da? Jetzt komm mal langsam zurück.

Das schafft der schon.

Papa?

Halten Sie sich fest!

Scheiße!

Danke. Vielen, vielen Dank.

Keine Ursache, ich werd dafür bezahlt.

Bente, alles gut? Ja, der Trecker zieht ganz schön.

Das war 'ne Rissströmung.

Da muss man parallel zum Ufer rausschwimmen.

Gegenanschwimmen bringt nichts.

Man muss Respekt haben vorm Wasser, morgen sind wir nicht mehr da.

Vielen Dank. Tschüss.

Ja. Und bis nach England schwimmen ist ziemlich weit, ne?

So, haben wir jetzt Feierabend?

Die haben keine Ahnung, es hat mich total rausgezogen.

'tschuldigung?

Ich kannte mal einen, und Sie erinnern mich an den.

Das war ein Kevin und der kam aus Chemnitz.

Sie sehen dem total ähnlich, aber das sind Sie nicht, oder?

Nee, ich leb in Frankfurt. Ah, dann 'tschuldigung.

Aber ...

Ich bin in Chemnitz geboren. Kevin?

Du warst doch mal bei uns auf der Schule.

Realschule Westerland. Ja, für ein Jahr.

Genau, neunte Klasse, hm?

Das ist ja ein Ding, ich bin Bente.

(leise) Ich weiß.

Also, tschüss dann mal. Vielen Dank!

Jetzt guck nicht so.

Du warst damals verknallt in die, oder?

(kichernd) Jaja, warst du.

Unglücklich, oder was?

Gib's doch zu. Lilly, es reicht!

Mama meinte, das hier war das schlimmste Jahr deines Lebens.

Deine Mutter redet von Sachen, von denen sie nichts versteht.

* ruhige Gitarrenmusik *

* Handy *

Christian?

Die Baugenehmigung ist da.

Ja, und die dazugehörige Ausnahmegenehmigung, alles da.

Im Prinzip ist das ganze Areal geklärt,

bis auf dieses eine Grundstück.

Ja, dieser Makler ist ein totaler Windhund.

Aber jetzt bin ich ja da.

Kommst du am Freitag zum Notar?

Jaja, bis dahin ist alles geklärt.

Ähm, warte.

Warte, bei der Verkäuferseite handelt es sich um einen ...

Um eine Frau.

(zögerlich) Ähm, jaja. Ja.

Im Prinzip hab ich schon Kontakt aufgenommen.

Mhm. Ja, bis Freitag ist das geregelt.

Ja, kein Ding.

Jo, na klar. Tschüss.

"Wir werden die Immobilienhaie dieser Insel zu Fischmehl mahlen!"

(Gruppe) "Keine Syltrifizierung!"

"Nicht auf Sylt und auch nicht anderswo!"

"Keine Syltrifizierung!"

Scheiße.

* "What Is Love" von Haddaway *

(Caro) Kevin aus Chemnitz?

War das nicht so ein Ultra-Spacko?

Der hat doch dir einen Liebesbrief geschrieben.

Ja, und den hat sie schön der ganzen Klasse vorgelesen, ne?

Mann, erinnert mich an was anderes.

So, Mädels, zwei Tequila und einmal alkoholfrei für Stine.

Ich danke dir. - Bente hat jetzt einen Sachsen.

Bente? - Na, viel Spaß.

So, Mädels, nicht lang schnacken.

Hm, aber jetzt mal echt. 'n Typ würd dir wirklich guttun.

Selbst 'n Einsiedlerkrebs braucht Wasser und Liebe.

Schätzchen, seh ich aus wie 'n Einsiedlerkrebs?

Ich glaub, du brauchst Aufregung nach all deinen Jahren mit Klaus.

Wen würdest du hier nehmen? Hm?

Bloß rein theoretisch. Rein theoretisch.

Rein theoretisch ...

Vielleicht in der Ecke?

Nicht hingucken!

* Gelächter *

* schnelle Cellomusik *

* Partymusik *

Bisschen blass um die Nase, die Lütte, oder?

Ihr Mann holt sie aufm Festland ab. Das muss wahre Liebe sein.

Och Caro, du schaffst es.

Ne? Halt durch.

Sag mal, bei dir und Jens, alles gut, ja?

Schon alles ein bisschen schwierig grade.

Dass der Jens Vater wird, stresst ihn schon,

aber seitdem er weiß, dass es Zwillinge werden ...

Manchmal frag ich mich, wer ist denn hier schwanger?

Ich hoffe, dass wir wenigstens bald eine Wohnung finden.

Wie? Ich denke, ihr habt die? Nee, das hat doch nicht geklappt.

Nicht, dass ihr auch noch wegzieht.

Nee. * Hupen *

Guck mal, da ist Jens. - Na?

Hallo. - Na?

Bente, wo geiht? Jo, geiht.

Warte.

Na?

Sehen wir uns morgen Abend? Na, logen.

Wenn wir nicht zusammenhalten - allein gehen wir unter.

Ciao.

* Partymusik *

* Cellomusik *

* Er seufzt. *

* Partymusik, Stöhnen *

Hey, übernachten ist nicht. Hatt ich doch gesagt.

Hä, wie jetzt?

Schade ist es. Wir haben alle unsere Macken, oder?

Was ist das denn?

Ach ...

Ciao.

Mach es gut.

Oh, nee.

* ruhige Musik *

(Surflehrer) Langarmig die Aufholleine greifen.

Wichtig: langen Arm behalten dabei.

Dann ziehen wir es langsam hoch.

So, Rübchen.

Viel Spaß und sei bitte vorsichtig, ja?

Weil nach England schwimmen auch so weit ist.

Hey, Lilly. Hallo.

Wir machen das gleich noch mal. Lilly, schnapp dir das Board.

Füße parallel zum Mast, richtig.

Jetzt langarmig die Aufholleine hochziehen.

Mit der vorderen Hand an den Mast greifen.

Super, immer langarmig bleiben, ganz wichtig.

Sonst kommst du aus dem Gleichgewicht und fällst hin.

Hallo.

* gedämpftes Gelächter und Gerede *

(Frau) Was ist das denn jetzt? Kann ich nicht bedienen.

Hast du dir selber gegeben? - Waltraud, komm raus.

Da ist ja meine Lütte. Moin moin. Und baff.

Hatte doch gesagt, dass ich um elf komme.

Ja, ich hab mein erstes anständiges Blatt heute.

Du bist im Krankenhaus. Noch eine Runde, ja?

Du bist dran. - Und baff.

Oh nee.

Och Mensch, ich spiel nicht mehr mit. - Doch.

Gut, weiter, weiter.

Ha, da freuste dich nicht.

Und zack, baff! Gib mir die Knete.

Mensch, Caro, kannst du denen nicht die Zigaretten wegnehmen?

Rate mal, was ich mir den Mund fusselig rede.

Du, aber deine Mutter, die zockt alle ab.

* Handy *

Du, ich mach das wirklich. Die Frau wird verkaufen.

Die ist Rettungsschwimmerin, die braucht das Geld.

Die Mutter ist in Pflege.

Ich bin doch kein Schaf. Ja, genau. Ja, tschüss.

(Mutter) Bente, hast du gehört?

Dein, na der Lasse damals,

der hat jetzt die Tochter vom Fleischer in Keitum geheiratet.

Nee, Mutti, können wir von mir aus übers Wetter reden?

Sicher, die Hochzeit wäre ja

wegen schlechtem Wetter beinahe abgesagt worden.

Bei dem Sturm neulich, wo die Züge nicht fuhren.

Das war letzten Winter.

Du hättest Ulf nicht gehen lassen sollen.

Der Mann hieß Udo. Eben Udo.

Gute Männer wachsen nicht auf Bäumen, Bente.

Du musst das ja wissen, ne, Muddi? Na sicher.

Ich hab ja zwei davon ins Grab gebracht, ne?

Eddi war heute wieder da. Der Eddi ...

Den hab ich in der Grundschule unterrichtet.

Der konnte nur Mathe, sonst gar nix.

Der hat echt noch mehr geboten.

Echt? Und?

Hast du ihm endlich zugesagt?

Du machst jetzt erst mal deine Reha zu Ende, das hatten wir besprochen.

Nix da. Das hatten wir so gesagt.

Jetzt hör mal zu, meine liebe Tochter.

Ich, ich zieh ganz sicher nicht wieder zu Hause ein.

Unser olles Haus ist doch genauso ein Pflegefall wie ich,

und zwei ist einer zu viel.

Stine, Stinchen, mein Deern, machst du mir frische Bratkartoffeln?

Mit Salz und Backfisch mit extra Remoulade.

Ja, mach ich dir.

Ist doch nicht so schlimm.

Danke, Stine! - Gerne.

Na ja, das ist ja wohl mit dieser

Rampe alleine nicht getan, ne?

Dann brauch ich noch ein rollstuhlgerechtes Bad

und die Türen müssen breiter und so weiter, hier. Nee.

Und dann sitz ich den ganzen Tag alleine zu Hause

und rolle durch die Stuben, oder wie?

Und glotz die Decke an.

Hey! Hol dir selber welche.

* fernes Gelächter *

* sanfte Musik *

* Klingel *

* Motor *

Bente!

Bente? * Klingel *

* Klingel * Bente?

* Handy *

Hallo?

Hallo, Bente ist nicht zu Hause. Ach was? Das sehe ich. Und Sie sind?

Ein alter Schulfreund von ihr. Ein Schulfreund? So siehst du aus.

Ich glaube, du bist eins von den Maklerschweinen.

Können Sie bitte die Axt weglegen?

Ach so.

Ich würd mich verpissen, hier gibt's nix zu sehen.

Oh doch, Bente hat ein wunderschönes Haus.

Wunderschön, ne? Da wird sie noch lange drin wohnen bleiben.

Abgang. Ist besser so.

Mein Fahrrad. Ja, klar.

* heitere Musik *

* Schaf blökt. *

* ruhige Musik *

* Miauen *

Kannst du bitte? Ich bin allergisch.

Oh, scheiße!

Mimi, du fettes Vieh, weg da! Sag mal!

(unisono) Hallo.

Ich wollte mich bedanken für gestern noch mal.

Ich war gestern mit der Situation überfordert.

Okay.

Die Katze soll die Mäuse fressen und keinen Kuchen.

Danke schön. Bitte.

Ähm, magst du reinkommen? Ja, gerne.

Trinkst du mit Milch? Nee, danke.

Bitte.

Na denn.

Weißt du, was mir eben in die Hände gefallen ist?

Warte mal.

Ich ahne Schreckliches.

Tada.

Oh mein Gott. Meine Mutter ist echt farbenblind.

Komm, ich sah auch nicht besser aus.

Hey, der ist superlecker. Vielen Dank.

Ja, ich hab zu danken für gestern.

Das am Strand ist quasi dein Ferienjob, oder?

Mhm, hauptberuflich zähme ich wilde Tiere,

Tiger, Löwen, Elefanten und so was.

Und du? Du wolltest damals irgendwie, was war das?

Ich wollte Archäologe werden, studiert hab ich Architektur.

Du bist Architekt? Mhm.

Hab in Leipzig studiert und bin dann nach München,

dann zwei Jahre London, Schanghai, Singapur,

dann war ich lange in Neuseeland, und jetzt Frankfurt.

Neuseeland, wow. Weiter weg ging's nicht, hm?

Was machst du da konkret?

(zögerlich) Ich hab mich eher so auf die, ähm,

Sanierung von alten Häusern spezialisiert.

Bestandsaufnahmen, Gutachten, Beratung.

Echt? Mhm.

Ja, ganz schön teuer geworden, die Insel, oder?

Die meisten ziehen aufs Festland, weil sie müssen.

Für unser Haus haben sie auch viel geboten,

auf dem Festland würdest du drei Häuser kriegen.

Damit ein reicher Pinkel hier seine Ferienimmobilie draus macht, nee.

Das verstehe ich.

Wenn du mal einen Architekten brauchst, der sich was anguckt,

ich bin noch bis Freitag hier, von daher.

Sag mal, meinst du, du könntest dir das jetzt mal angucken?

Also, das Haus. Ich bezahl dich auch dafür.

Weil wenn ich hier jemand frag auf der Insel, wissen das morgen alle.

Das versteh ich. Jetzt? Von mir aus.

Okay.

Wohnzimmer.

Oh.

Das hab ich im Frühjahr schon mal geflickt.

Dann kam das mit meiner Mutter.

Ähm, Keller oder Dachboden als Nächstes?

Egal. Okay.

Hm ... Hm?

Hm? Hm.

Hm, hm.

Hm.

Hm?

Hattet ihr hier oft Feuchtigkeit drin?

Wieso fragst du? Weil es danach aussieht.

Andauernde Feuchtigkeit zieht immer Hausschwammbefall nach sich.

Wenn der Pilz sich erst mal ausgebreitet hat,

dann wird das finanziell ziemlich umfangreich.

Hm ...

Also kurz und gut: Ich würde euch zum Verkauf raten.

Und keine Gutachten mehr. Mängelgutachten mindern den Preis.

Okay, vielen Dank für deine Mühe. Ja, gerne.

Tschüss. Tschüss noch mal.

* Gelächter *

Sag mal, mit Surfen, das läuft ganz gut, ne?

Ja, läuft. Wie, "läuft"?

Na ja, läuft. Lilly.

Sorry.

Sag mal, und du hast da ...

Also, dass du dich mit dem Peer gut verstehst, das find ich wunderbar.

Du hast da so, sagen wir mal

quasi alles im Griff? (leise) Papa.

Aber ja, habe ich. Wir hatten in der Schule Sexualkunde.

Aber danke fürs Vertrauen und so.

(Mann) Danke, dass ich hier sein darf.

Für die Organisation, Frau Groot, super.

Durch die Schließung der Einrichtung entsteht keinerlei Betreuungslücke.

Gibt es keine Geburtsstation, gibt es auch keine Kinder.

Erzählen Sie nicht, es ist nicht politisch gewollt,

wenn die Insel wegverkauft wird und in Luxus...

Jens. Jens? - Jens.

Niemand! Lass den Politiker ausreden.

Weil dafür ist er ja da, okay? Danke, Frau Groth.

Also, generell gesprochen, ja,

befindet sich Sylt ja in einer sehr sehr privilegierten Lage.

Ich verstehe nicht dass Sie undankbar sind,

dass so viel Kapital den Weg auf Ihre Insel findet.

Passen Sie auf, ich mag unsere Gäste und ich verdiene Geld damit,

aber ich wohne in einem Wohnwagen und selbst das geht bald nicht mehr.

Ich will bleiben. Ich bin von hier. Verständlich, oder?

Der Peer zahlt mit seinen 18 Jahren hier auf Sylt seine Steuern.

Mehr, als man von diesen Heuschrecken sagen kann.

Ja gut, aber ich habe valide Zahlen, dass in Nordfriesland oder Sylt

Faktor zehn verdient wird. - Nee!

Das ist nun mal Fakt. - Nee, das ist - super!

Klar, kann ich machen.

Meinst du echt, es fragt jemand, was mein Vater beruflich macht?

Hm, vermutlich nicht.

Aber klar, Architekt. Kein Problem.

Was grinst du so?

Nix.

Komm schon. Mama meinte, ihr wärt noch zusammen,

wenn du Architekt geblieben wärst.

Mhm? Und was meint Mama sonst noch so?

Na, dass es die Firma ist, die dich so zum ...

Na ja, die eher die unschönen Seiten an dir rausbringt.

Lilly, ich wär sehr gern Architekt geblieben.

Ich hab gern entworfen. Hätte ich ein paar Wettbewerbe ...

Jaja. "Hätte, hätte, Fahrradkette."

Kann ich ein Schnitzel bestellen?

* Sie diskutieren. *

So, und das hat es jetzt gebracht, ja?

Der Typ hat doch garantiert selber ein Ferienhaus hier.

Das ist dem scheißegal. Der hat doch kein Interesse, dass sich was ändert.

Sag mal, Jens. Ist Hausschwamm wirklich so 'ne große Sache?

Kennst du dich damit aus?

Hausschwamm? Ja.

Das ist nicht so schön, ja. Das ist vor allem teuer. Meistens.

Wieso, hast du Hausschwamm? Nee. Nee.

* Katze miaut. * Hey! Oh, Entschuldigung, Süße.

* ruhige Musik *

Ich muss los und es dauert auch länger.

Sehe ich dich überhaupt mal? Oder ziehst du jetzt zu dem Peer?

Du bist doof, Papa. Außerdem hat der keine Wohnung. Zu teuer.

Hm, ziehst du dann zu ihm unter die Brücke?

Mann, Papa, das ist voll krass hier mit den Wohnungen.

Und du machst dich drüber lustig. Mach ich gar nicht.

Es gibt hier keine Brücken.

Sag mal, 'tschuldigung?

Umgangsformen? Du hast angefangen.

Hi, Stine, ich bin's.

Du, ist gerade schlecht, oder? Ja.

Ah, nee. Okay, du, ich probiere es später noch mal, ja?

* Ladenklingel *

Eddi? Herr Karstensen erwartet Sie bereits.

Es geschehen Zeichen und Wunder.

Eddi, ich freue mich auch, dich zu sehen. Ähm ...

Ich würde gerne noch mal mit dir sprechen. Was wäre, wenn.

Falls ich doch verkaufen würde.

Sehr gerne. Sehr, sehr, also ausgesprochen gerne.

Gut, was konkret würde denn gebaut werden dort

und wie nachhaltig wäre das für unsere Insel?

Aber das ist doch wunderbar. Ich bestelle die Käuferseite,

sagen wir Freitag elf Uhr, und wir klären das.

Ich habe nicht gesagt, dass ich verkaufen werde.

Was hältst du davon:

Wir brunchen gemeinsam und schnacken über all deine Fragen.

Das bleibt bitte schön unter uns. Kein Inselfunk, verstanden?

Selbstverständlich.

Es gibt Dinge, über die red ich nicht mal mit mir selber.

* Er jubelt leise. *

* Handy *

Hallo, Herr Karstensen.

Wie, das hat sie gesagt? Sie will wirklich verkaufen?

Das ist ja hervorragend!

Wir können also mit der Planung des Notartermins am Frei...

Frei? Ja klar, habe ich frei. Wenn ich arbeite natürlich nicht.

Aber sonst, sonst habe ich frei. Wir machen das wie besprochen. Tschüss.

'tschuldigung. Hallo. Ich dachte, du hast Urlaub?

Ja.

Nach Urlaub sieht das gar nicht aus.

Doch.

Ich wollte dich einladen, mit nach List hochzufahren.

Ich wollte mich einfach noch mal bei dir bedanken. Außerdem ...

Ich möchte eine Entscheidung nicht alleine treffen.

Ich habe sozusagen Hintergedanken. Okay.

Erinnerst du dich eigentlich an die wunderbaren Wandertage hier?

Es hat grundsätzlich gegossen wie aus Eimern.

Wandertage sollten verboten werden.

Wir waren ja damals allesamt nicht so besonders nett zu dir.

Teenager sind nicht sehr mitfühlende Menschen.

(kichernd) Nee.

* schwungvolle Musik *

Also doch Wandertag.

Wird es zu nass oder traumatisch, kehren wir um.

Und machen dann was? Bundesjugendspiele?

Die gehören wirklich verboten.

Werden die armen Kinder immer noch damit gequält?

Keine Ahnung.

Ich sehe Lilly nicht so oft. Die wohnt bei meiner Ex in Hannover.

Scheiße. Wolltest du nie Kinder?

Hat sich nicht ergeben.

Ich bin die Einzige auf der Insel,

die nicht verheiratet oder geschieden ist mit Kind und Kegel.

Uh. Ups.

Bei uns wird ein Projektleiter für die Mongolei gesucht.

So ein Hotelprojekt. Keiner will es machen.

Kalt? Ja. Und einsam.

Und, gehst du?

Ich bete jeden Tag, dass es jemand anderen trifft.

Ich dachte, du machst nur alte Häuser.

Jaja. Also, das wechselt sich so ab von Fall zu Fall.

Guck mal, ein Einsiedlerkrebs.

Oh nee, der ist leer.

Der hat für 2,5 Millionen Euro sein Haus verkauft.

Und schwimmt jetzt in Geld.

Und dein Haus?

Sag bloß niemandem, dass ich dich deshalb gefragt habe.

Ich will drüber reden

und andererseits will ich auch nicht drüber reden.

Ist egal wie, alles scheiße.

Keine Ahnung, was ich machen soll.

* sanfte Musik *

Du hängst ganz schön an der Insel, hm?

Heimat halt. Wow.

Ich bin froh, dass ich nicht mehr da wohne, wo ich herkomme.

Wolltest du nicht mal weg?

Wohin denn? Urlaub an der Ostsee?

Ja, hast ja recht.

Am Anfang ist das aufregend, da ist man froh, raus zu sein.

Mal die Welt zu sehen, aber dann irgendwann merkst du, dass ...

Egal, wo du bist, die Mikrowellen machen überall das gleiche "Pling".

Du wolltest über dein Haus reden.

Hat sich gerade gelöst, ich zieh hier oben ein.

Und jetzt zeig ich dir was.

(Norddeutsch) Willkommen in Kampen.

Zur Linken liegt die Sackgasse

mit den höchsten Quadratmeterpreisen Deutschlands.

Und denen werden wir jetzt mal kurz Hallo sagen.

Packst du's? Mhm.

* Gelächter *

Agathe von Klanxbüll. Ihr Haus?

Nee, die Äpfel, historische Sorte.

Schmecken so was von geil. Pink Lady ist nichts gegen Agathe.

Hier, probier mal.

Und jedes Jahr lassen diese Schnösel das hier alles verrotten.

Guck mal nicht so bang und hilf mir, bevor die zurückkommen.

Wie, die kommen zurück?

Entspann dich, in der Nachsaison ist hier keiner.

Ups.

Komm mit.

Ach, der Peter. Ach, du kennst die?

Ja, die hatten mal einen Hof unten in Hörnum.

Jetzt leben die auf dem Festland und machen hier die Gärten.

Ich hatte mal,

also ich war mal mit dem anderen Sohn zusammen.

Probier mal.

Mhm, Agathe von Klanxbüll.

Was ist der Unterschied zwischen einem Kevin und einer Blondine?

Es gibt keinen.

Na dann, vielen Dank.

Wofür? Für die nette Gesellschaft.

Du bist anders als die Typen, die man hier kennenlernt.

Gar nicht so doof wie früher. Ich war früher nicht doof.

Wie lange seid ihr noch hier? Bis Freitag.

Ja, mal sehen, vielleicht sieht man sich.

Ja.

Also. Ähm ...

Bente, hast ... du dich schon entschieden wegen dem Haus?

Na ja ...

Hattest du Spaß? Kommst du mit in die Fußgängerzone?

Wieso?

Wir machen 'ne Aktion von der Bürgerinitiative.

Bente, Peer, ich und die andern. Seit wann interessiert dich so was?

Papa, das ist echt wichtig,

ist doch scheiße, wenn's nur um's Geld geht.

Du hast mir was versprochen.

Hast du überhaupt kein politisches Bewusstsein?

Papa ist Architekt.

Architekt des Kapitals.

Können wir deine Transparente holen? Na klar.

Verstehst du? Bente ist die Frau, die nicht verkauft.

Aha.

Ihr Haus ist zu schön, um verkauft zu werden.

Und Geld ist ihr nicht so wichtig. Ich muss.

Du denkst, ich mach das wegen Peer? Nein, überhaupt nicht.

Wie würde ich denn darauf kommen? Im Gegenteil ...

Papa? Du musst echt mal dein politisches Bewusstsein entwickeln.

Reiche Eltern für alle!

(Peer und Lilly) Reiche Eltern für alle!

Reiche Eltern für alle!

Reiche Eltern für alle ...

(Peer) Bitte schön.

Wir verbleiben so. - Super, danke.

Ich freue mich sehr. (ruft) Reiche Eltern für alle!

Herr Krämer. Haben Sie die Fronten gewechselt?

Lassen Sie das mal meine Sorge sein.

Mal unter uns, das würde mich wirklich interessieren,

was Sie der Groot erzählt haben.

Gehen Sie bitte weiter. Kommen Sie, nicht so bescheiden.

Hm? Die Groot zu überreden?

Lass doch mal jetzt.

(laut) Karstensen, verpiss dich!

(Stine) Oh Mann, lass doch mal, Jens.

"Immobilienhaie zu Fischmehl".

(Jens) Da krieg ich echt so 'nen ...

Hey! Na, Bente?

Schön, dass ihr da seid. Warte, das ist doch ...

Der Typ, den kenn ich. Der war bei dir im Garten.

Der ist um dein Haus geschlichen.

Ich hab ihn gebeten, es sich anzugucken, er ist Architekt.

Komischer Architekt. Ich hab ein ganz komisches Gefühl.

Jetzt komm mal runter. Was ist mit dir los?

Was los ist? Das kann ich dir sagen.

Lars hat sich gestern besoffen um 'nen Laternenpfahl gewickelt.

Jetzt sind wir einer zu wenig.

Ich bin eh nicht so überzeugt von der Idee.

Ja, stimmt. Politikern in den Arsch kriechen hat ja super funktioniert.

Willst du dein Haus doch verkaufen? Oder verschenken?

Jens! Zum Beispiel an Eddi.

Der ist noch da. Eddi, komm zurück!

Jens. Ja, schon gut.

Ich mein ja nur.

Du musst dich entscheiden. Pass mal auf.

Ich wüsste da jemanden, der einspringen kann.

* Mitteilungston *

* "Lady Lady Lay" von Bob Dylan *

Scheiß Makler. Wird Zeit, dass man was unternimmt.

Kevin!

(lachend) Spinnst du?

Kevin-Witze sind Sprachrassismus. Blondinenwitze sind schlimmer.

Du kannst dir die Haare färben. (lachend) Los, komm!

(Jens) Gerade. - (Frau) Ja.

Das rutscht die ganze Zeit wieder runter ...

* Reifen quietschen. *

Fuck, die Bullen! Los, weg! Hier lang!

Nicht da lang, da geht's nicht weiter!

Halt! Stehen bleiben!

Hey, scheiße, das ist eine Sackgasse da.

Wenn die erwischt werden. Eddi zeigt die bestimmt an.

Ja, ist auch verboten.

Hey! Huhu.

Ups.

Und jetzt? Mann, lauf!

Wohin? Nach rechts!

Da lang.

Und wohin jetzt? Rechts, rechts.

Was macht ihr mit Verbrechern? Aufs Festland abschieben?

Hör auf, ich muss mich konzentrieren. Los, rein!

Scheiße!

Du bist eigentlich gar nicht mein Typ.

Ich weiß.

* leise Gitarrenklänge *

Ich komm gleich wieder, ja?

* Musik verklingt. *

* Gitarrenklänge setzen wieder ein. *

Warte, warte, ich ...

Ich ... Was ist?

Ich bin, ähm ...

Bist kein geiler Hengst, der alles vögelt,

was nicht bei drei auf den Bäumen ist?

(lachend) Genau das wollte ich sagen.

* Sie stöhnen, das Bett knarzt. *

Was ist eigentlich mit deinem Sächsisch passiert?

Das war so süß. Süß fandest du das?

Ja, süß. Oh ...

Kannst du das noch? Das willst du nicht hören.

Oh, doch! Bitte. Nein, nein.

Okay. Wehe, du lachst. M-m.

Äh, sag mal: "Ich hasse das Wattenmeer."

(Sächsisch) Oh, ich hasse das Wattenmeer.

Du solltest nicht lachen.

Sag: "Hör auf zu lachen, du blöde friesische Kuh."

(Sächsisch) Hör auf zu lachen, du blöde friesische Kuh.

* Meeresrauschen, Möwen *

Äh, wie spät ist es? Wieso?

Lilly macht sich Sorgen, wenn ich nicht im Hotel bin.

Ruf sie doch an.

Und was soll ich ihr sagen?

Du hast Kleister im Haar.

Hm ...

Und du ...

Im Regal im Flur unten ist Terpentin.

* Möwenschreie *

Alles okay? Mhm.

Hast du mal überlegt, dir einen Wintergarten reinzubauen?

(lachend) Nee.

Da drüben. Durch eine größere Öffnung würde mehr Licht reinkommen.

Das müsste ein Statiker prüfen, aber ich glaube, das ist kein Problem.

Geht jetzt der Architekt mit dir durch?

Alles klar. Ich verkaufe nicht.

Ich hol dir mal 'nen Lappen. Sonst wirst du noch als Sprayer verhaftet.

Bente, ich, ähm ... * Handy *

Ich ... Hier.

* Handyklingeln stoppt. *

Was denn?

Ich, ähm ... Ich bezweifel, dass das abgeht.

Das geht ab. Ich kenn mich damit aus.

Ihr fahrt morgen, oder? Wenn morgen Freitag ist.

Ja, ist es. Ja.

Ähm. Sehen wir uns noch mal?

Ich meld mich nachher.

* sanfte Gitarrenklänge *

(Mann) Herr Krämer?

Christian?

Gehst du nicht mehr ans Handy oder checkst deine Mails?

Der Termin ist doch erst morgen.

Ja, und in zwölf Monaten ziehen die neuen Besitzer ein.

Aber heute gehen wir zwei golfen. (lachend) Okay.

Christian, das ist meine Tochter Lilly. Lilly, mein Chef.

Ah, ihr kennt euch. Morgen.

Na, holla. Du bist ja wirklich zur Frau gereift.

Hm?

Entschuldigung, kommt noch jemand wegen den Koffern?

Ich freu mich, meinen Mann fürs Grobe zu sehen.

Ja ...

Geht's dir gut? Ja.

(Frau) Hier, da.

Ja, äh, sag mal. - Pass auf.

Hier. Was ist das?

Moin, Schatzi.

Caro hat die Zigaretten genommen.

Schatzi, ich hab so ein gutes Blatt heute, Momentchen.

Oh, mal wieder. Du hast mir schon zwanzig Euro heute abgeknöpft.

* Gelächter *

Du bist, du gibst. Komm raus, komm raus.

Sag mal, hat die was mit so 'nem Architekten? Hab ich gehört.

Warum wissen auf dieser Insel immer alle alles?

Hat mir die Mutter von der Kellnerin in der Kneipe da erzählt.

Da ist natürlich klar, dass das derselbe Kevin ist.

Und dass die beiden zusammen im Garten von den Schnöseln in Kampen

mit dem Apfelbaum waren. Oder nicht?

Ich weiß nicht, woher die das haben.

Das ist auch gut so. Da ist nämlich auch nichts.

Wirklich nicht? Oh nee.

Udo ist fünf Jahre her.

Kannst ihm nicht ewig nachtrauern. Ja.

Aber wenn ich einen Prinzen küss, hab ich danach 'nen Frosch.

Aber küssen solltest du sie schon mal.

Schreib ihm doch 'ne SMS, hm?

* wehmütiger englischer Gesang *

* Gesang verklingt. *

* Mitteilungston *

Du, ich, ähm, sollte morgen vermutlich bei dem Notartermin

besser nicht dabei sein.

Bitte? Lass doch mal dein Handy los. Du kannst heute Abend noch arbeiten.

Reich mir mal den Putter!

Mit diesem Makler ... Läuft.

So richtig koscher ist die Sache nicht, was?

Nein, ist es nicht. Wirklich nicht.

Montgomery hat übrigens angerufen.

Die haben riesige Umstrukturierungen vor.

Wollen unbedingt Acquisitions und Customer Relations zusammenlegen.

Ich hab ihm gesagt, was ich davon halte, aber auf mich hört keiner.

Wenn die unbedingt Geld verlieren wollen ...

Aber ich find's traurig, jemanden wie dich

wegen 'ner Umstrukturierung zu verlieren.

Hier in Sylt ist ja der intakteste Immobilienmarkt Deutschlands.

Mein Kollege hat in Keitum

ein echtes Hühnerhaus für elf Millionen verkauft.

(Christian) Ein Hühnerhaus! - (Eddi) Ja.

Umgebautes Hühnerhaus mit Wattblick. Eins-a-Lage eben. Ja.

Noch 'ne Runde, Herr Karstensen?

Nee. Eddi. Okay?

Krämer, was ist denn los mit dir? Du bist doch sonst so 'n Austernfan.

Mädels, ich muss mich leider vom Acker machen.

Ich hab noch E-Mails, die auf mich warten.

Bestellt noch was.

Ja, dann, ich müsste auch, tut mir leid.

Mh-mh, Krämer, du bleibst hier und kümmerst dich um unseren Eddi.

(Eddi) Christian?

* Eddi lacht. *

Kevin?

Pass mal auf.

Heute, wo jeder Idiot in Betongold investiert,

kannst du hier gar nix falsch machen.

Lass mich mal reden.

Ich hab hier noch ein paar Hausgrundstücke in petto.

Guck mal.

Hier.

Hier. Und ...

... hier.

Betagte Alteigentümer, viele Kinder, alle müssen verkaufen.

Da ist auch richtig Rendite drin.

* Er lacht. *

Mmh.

Mmh, boah. Boah, ist das gut.

Komm, bring noch mal ein bisschen Wodka.

Für mich nicht. Magst du den nicht?

Mh-mh. Mmh.

(Dokusprecher) "Mehrere tausend Kilometer Küstenlinie

prägen den Inselstaat im Pazifik auf ganz besondere Weise."

* Mitteilungston *

"An den unberührten Küsten Neuseelands tummeln sich Wale,

Delfine und andere Meerestiere."

"Sogenannte endemische Tierarten,

wie der neuseeländische Einsiedlerkrebs,

finden sich nur hier."

"Einsiedlerkrebse bauen ihr Häuschen nicht selbst."

"Sie sind darauf angewiesen, ein neues, leeres Haus zu finden,

wenn ihnen das alte Häuschen nicht mehr passt."

* Mofa *

Hey! Hör mal. Jens und ich ...

Was hältst du davon, wenn wir bei dir einziehen?

Deine Mutter will ja nicht mehr zurück.

Wir können Miete zahlen und anpacken.

Überfall sie nicht so. Wir trinken erst mal und reden dann.

Kommt erst mal rein. Ja.

* Plätschern *

Wenn man das Kindergeld und das Elterngeld zusammenrechnet

und wenn man dann, ja, wenn man dann die Zusatzkosten

von der Zusatzkraft im Imbiss abzieht, dann hätten wir's.

Bente. Was ist denn?

Ganz ehrlich?

Wir drei werden den Ausverkauf der Insel nicht aufhalten.

Okay. Was soll das heißen?

Willst du zu Kevin ziehen?

Wieso interessiert sich eigentlich jeder auf dieser Insel

so für mein Privatleben?

Echt! Außerdem ist das überhaupt nicht so.

Entschuldigung.

Aber wie ist es dann?

Warum druckst du so rum? Willst du doch verkaufen? Oder wie?

Meine Ex, die war ja auch so eine ganz, ganz Zarte.

Und die war unglaublich klug.

Die war so klug, dass sie sich 'nen anderen gesucht hat.

* Er nuschelt. *

Okay. Gute Nacht, Eddi. Ja, gute Nacht.

Kleiner Tipp noch. Hm?

Guck dir mal Amrum an.

Mein Schwager war im Bauamt in Nordfriesland,

der kann noch ganz andere Sachen möglich machen.

Verstehst du? Ja, danke.

Danke, Eddi. Und bis morgen, ja? Ja, morgen.

Bis morgen.

Morgen, mit der Groot,

da redest du.

Du scheinst ein Händchen für sie zu haben.

Hm?

So, Eddi, danke. Gute Nacht.

Ja, schlaf schön, mein Lieber.

* ruhige Musik *

* Klopfen *

Entschuldige, ich ...

Ist was passiert? Nein, ich ...

Ich wollt dich nur sehen. Komm rein.

Bente, ich muss dir was sagen.

Lass mich raten.

Du bist verheiratet? Äh, nein.

Nein? Du hast nicht zu Hause 'ne Frau oder 'ne Freundin?

Nein, hab ich nicht. Wie kommst du darauf?

Sagen wir mal so, ich ...

Der letzte Typ, in den ich mich wirklich verliebt hab,

der war nicht ganz ehrlich mit mir.

Vielleicht ist das für dich alles nur Spaß.

Nein, ich ...

Einmal mit der Frau im Bett gewesen sein,

die dich damals nicht mit dem Arsch angeguckt hat.

Nein, nein. Nein, das ist es nicht.

Wirklich nicht.

Ähm.

Ich, ähm ...

Wär's okay, wenn du heute Nacht nicht hier schläfst?

Ich, ich hab morgen einen großen Termin, morgen früh,

und muss ausgeschlafen sein.

Ich weiß nicht, ich kann irgendwie nicht gut schlafen,

wenn jemand neben mir liegt.

Ich bin das nicht gewohnt als Single.

Das versteh ich. Ist okay.

* ruhige Musik *

* Möwenschreie *

Kommst du zum Frühstück? Ja, ich komme.

"Nachrichten für Bente Groot bitte nach dem Ton."

Hallo, hier ist Kevin,

kannst du mich zurückrufen, wenn du das abhörst?

Danke.

Morgen. Morgen.

Papa, ich find's voll in Ordnung, wenn du dich hier verliebst.

Ich find's nicht okay, dass du mit älteren Typen rummachst.

Gibt's keine in deinem Alter?

In meinem Alter?

Papa, 15-jährige Typen sind alles Spacken.

Hör zu, ich war auch 15 und ich kann dir aus eigener ...

Moin, Krämer. Bereit für den großen Tag?

Christian, ich fände es besser, wenn ich zum Notartermin nicht mitkomme.

Das ist wirklich ... Krämer, Blödsinn.

Du hast das Schäflein ins Trockene gebracht, natürlich bist du dabei.

Was denn für ein Notartermin? Ach, ist egal.

Zu einem Notar geht man, um Hausverkäufe amtlich zu machen.

Wir werden dem globalen Großkapitalismus zum Sieg verhelfen,

indem wir einem Ursylter seine Strohhütte abnehmen.

Wie heißt der noch mal? Ich wollte ...

Bente sowieso?

Lilly.

Was bist du für ein Arschloch?

Als Erwachsener muss man Entscheidungen treffen,

zu denen man nicht ganz steht.

Ich versteh schon. Es geht nur ums Geld, Geld, Geld.

Ja, Geld ist auch wichtig, ja.

Mama hat echt recht, du bist so ein Opfer.

Ich hau ab.

Lilly, wir wollen auch in Zukunft uns Urlaube leisten können.

Ganz ehrlich? Urlaub mit dir war immer beschissen.

Ich geh in den Ferien lieber in den Keller in die Mülltonne.

Vollopfer.

* rhythmische Gitarrenklänge *

* schnelle Musik *

Ich brauch ein Taxi.

Sehr gerne, wird in circa 20 Minuten da sein.

"Nachrichten für Bente Groot bitte ..."

* Er klopft energisch. * Bente!

* Handy *

* ruhige Musik *

Eddi, ich hab Häppchen bestellt und der Champagner ...

Hast du eine Kopfschmerztablette?

Ja.

Ach.

Guten Morgen. - Schöner Abend gestern.

Hans-Werner. - Moin, Eddi.

Dann schreiten wir zur Tat.

Peer!

* ruhige Musik *

(Peer) Scheiße!

* Schafe blöken. *

* Klingel *

Ah, da ist er.

Frau Groot, meinen geschätzten Mitarbeiter

Herrn Krämer kennen Sie bereits.

Herr Krämer war ja so freundlich,

die Projektbetreuung vor Ort kurzfristig zu übernehmen.

So, dann wären wir vollständig ... - (Eddi) Die haut ab.

Krämer, kümmerst du dich ...

Jetzt warte doch mal.

Ich hab die ganze Zeit versucht, dich zu erreichen.

Ach ja? Mit Menschen reden,

die neben dir im Bett liegen, geht nicht?

Tut mir leid, wie das gelaufen ist. Ach so.

Bente, jetzt lass uns mal versuchen, bitte,

alle Emotionen jetzt draußen zu lassen, bitte.

Geht das? Ja, klar. Klar.

Nein, also keine Emotionen, hm? Okay.

Klar, keine Emotionen. Ich arbeite nicht als Architekt.

Ich bin Projektmanager bei einer globalen Investmentfirma.

Ich hätte dir das sagen müssen,

aber ich stehe unter Druck, diesen Abschluss zu tätigen.

Wenn du nicht verkaufst, verlier ich meinen Job.

Das entschuldigt nichts, aber ... Nein.

Bente, dein Haus ist wunderschön.

Aber du hast enormen Sanierungsstau

und meines Wissens ist dein Konto im Keller.

Wenn du verkaufst, bist du auf einen Schlag alle Sorgen los.

Du kannst machen, was du möchtest.

Und ganz im Vertrauen:

Unsere finanziellen Mittel sind nicht ausgeschöpft.

Ich bezweifle, dass du je wieder in so einer Verhandlungsposition bist.

Also, wie viel?

Wir können unser Angebot um maximal eine halbe Million erhöhen.

Na komm.

Jeder hat seinen Preis.

Was ist deiner?

Der Verkauf erfolgt mit allen gesetzlichen Bestandteilen

und sämtlichem Zubehör in seinem gegenwärtigen Zustand

wie von dem Käufer besichtigt.

Der Kaufpreis beträgt 4.950.000 Euro.

In Worten: vier Millionen neunhundertfünfzigtausend Euro.

Der Käufer hat eine Vermittlungsprovision

von fünf Prozent des Kaufpreises ...

* Motor dröhnt. *

Komm, mach!

Hör auf, mich rumzukommandieren.

Herrgott noch mal.

Willst du so deine Kinder erziehen?

Was haben die Kinder damit zu tun?

(Stine) Bau keinen Scheiß, Jens. Wir können da nicht rauf.

Bente!

Das ist nicht dein Ernst, oder? Es tut mir leid.

(Eddi) Hast du auch Interesse an der Immobilie?

Du dummes Arschloch. Aua!

Jens, du Idiot. Das ...

Ja, ich war mal Jugendmeister. Kreis Nordfriesland.

Ja, komm, Gundula. Hinstellen, den Sekt.

(Eddi) Lassen wir uns die Stimmung mal nicht verhageln.

So.

Bente.

Auf dein Wohl.

Na ja, also das Superschnäppchen ist es nicht mehr geworden,

aber das wird schon noch rentabel.

Bente, was ...?

Ich werd Montgomery anrufen,

dass die ihre Umstrukturierung woanders machen.

Wir leisten was für unser Geld, freu dich mal.

Sei stolz auf dich.

* traurige Musik *

* Sie weint. *

* Handy *

Hallo, Christian.

Gott, ja, wann?

19 Uhr? Okay.

Ja, bis dann, ciao.

(Frau) Hallo, Süße.

Und, war's schön?

Hallo.

Schatz, Kevin und Lilly sind da.

Willst du noch mit reinkommen?

Nee, ich hab zu Hause 'ne Telko. Ah ja, okay.

Hattet ihr eine schöne Zeit? Ja. Ja, ja.

Lilly hat sich in ihren Surflehrer ...

Okay.

* leises Plätschern *

* Er atmet laut aus. *

* leises Klacken *

* sanfte Musik *

* Handy *

* sanfte Musik *

* Er spricht japanisch. *

* Ein Mann antwortet auf Japanisch. *

Christian.

* Er spricht japanisch. *

Was willst du? Wir müssen reden.

Jetzt nicht.

Wir müssen das Sylt-Geschäft rückgängig machen.

* Er spricht weiter auf Japanisch. *

Mmh.

Mmh.

* Christian spricht japanisch. *

I'll be back in a second. Just enjoy.

Bist du noch ganz dicht? Was glaubst du, was du da machst?

Wir müssen das rückgängig machen.

Wenn das mit den Ausnahmegenehmigungen rauskommt,

sind wir bei Straftatbeständen.

Sylt war ein Fehler.

Dat war ja so klar, dass du die Buchse voll hast.

Aber darum treff ick hier auch die Entscheidungen.

Vollpfosten!

Gomen nasai.

Glaubst du, ich bin da blauäugig rangegangen?

Glaubst du, ich hab mich nicht abgesichert?

Du bist so ein eierloser Lappen.

(Christian) Gomen nasai.

* ruhige Musik *

Worum geht's Ihnen bei der Reise?

Wollen Sie aufregende Kulturen, fremde Länder, schöne Wälder

oder einfach chillen am Strand?

Hauptsache ... weit weg.

Neuseeland ist weit weg.

Ja.

* traurige Musik *

Hast du 'nen Knall? Das kannst du nicht wegwerfen!

Hör auf, mich anzubrüllen, ich bin nicht taub.

Ey, du willst alles wegwerfen, was schon ewig unserer Familie gehört.

Das ganze Zeugs ist nichts wert.

Wert, das hat überhaupt nichts mit Geld zu tun.

Aber mit Wert, ja?

Was willst du denn noch alles aufbahren?

Das eiserne Kreuz von deinem Uropa

oder die Damenunterwäschesammlung von deinem Vater? Wäh, also wirklich.

Schmeiß das ganze Zeugs hier weg.

Ich schenk schon die Hälfte an Freunde.

Jaja, lass mich zufrieden, mach was du willst.

Da sitzt ein Mann in der Schaukel.

Was?

Kannst du jetzt echt mal sofort abhauen hier?

Kannst du's kaum erwarten, deine Villa hinzustellen?

Ich wollte mich entschuldigen.

Hau sofort ab, sonst hol ich meine Axt.

Bente.

Du bist eine wunderbare Frau und ich, es,

es tut mir leid, bitte, bitte verzeih mir.

Hackt's bei dir? Du kommst hierher, du machst alles kaputt

und jetzt kommst du noch mal?

Verschwinde in deine Mongolei oder auf den Mond

oder sonst wohin, auf den Mars, hau einfach ab.

Und die Axt hab ich schon verschenkt.

Du brauchst gar nicht so zu gucken.

Ich guck doch gar nicht.

Ja, dann ist ja gut.

Morgen, Gabi.

Kevin.

Es gibt ein kleines Problem.

Und das wird zeitnah explosiv werden.

Sie bringen sich besser aus der Schussbahn.

Das sind die Ausnahmegenehmigungen. Ich weiß.

Von meinem Schwager. Ja.

Aber das weiß ja keiner.

Noch nicht.

Ein 15-Millionen-Projekt in einem Naturschutzgebiet.

Sie werden auf Ihre sechsstellige Provision verzichten müssen.

Weißt du, wie viel Arbeit das war? Pech gehabt.

(schreiend) Was? Was? Was? Was? Was?

* Er schreit. *

(Mutter) Moin, Stinchen. - Moin.

Moin, Stine.

Ich komm wegen der Mikrowelle.

Die steht auf dem Küchentisch, kannst du dir mitnehmen.

Danke noch mal.

Klar.

Tschüss. - Tschüssi.

Ihr redet ja wieder miteinander.

Mutti, jetzt reicht's echt, ja? Ich sag doch gar nichts.

Vielleicht wirst du doch noch die Patentante von ihren Lütten.

Ist ja noch ein bisschen hin. Eben.

Kannst du aufhören, immer das letzte Wort zu haben?

Ich glaub, nicht.

Jetzt hat die das Mikrowellenkabel hier vergessen.

Stine?

Stine? Stine?

* Baggermotor dröhnt. *

Das ist doch der Sprayer,

der rotzfreche, von der Bande neulich nachts.

Na, warte.

Ah.

Was ...?

Was, verdammt noch mal, machst du hier?

Übers Leben nachdenken.

Aha, so sieht's auch aus.

Weißt du, das ganze Bauprojekt ist eine einzige Lüge.

Die Genehmigungen sind geschmiert, die Häuser Investitionsobjekte,

da wird elf Monate im Jahr keiner wohnen.

Boah, ey.

Bente!

Die Sanierung ist nicht so schlimm,

du hast keinen Schwamm im Haus, es ist wunderschön, behalt es.

Ich hab dich einfach angelogen und es tut mir wahnsinnig leid.

Deshalb machst du hier jetzt, machst hier auf Houdini, ja?

Mit Stacheldraht.

Na ja, ich geb zu, es ist etwas ungewöhnlich,

aber ich üb ja noch.

Das ist null komisch.

Ich, ja, ich bin jetzt das Gespött der ganzen Insel.

Erst die große Syltretterin und dann nichts dahinter.

Vielen Dank auch.

Wo hast du das überhaupt her? Aus dem Internet.

Zehn Euro, ist aber nicht so gut. Krawalltourismus?

Fangen wir gar nicht erst an. Ole.

Ihr könnt ihn jetzt nicht festnehmen.

Habt ihr 'n Knall? Der ist harmlos, Ole.

Du willst doch bloß mit deinen Handschellen spielen.

Der Mann hat sich schwerer Sachbeschädigung schuldig gemacht.

Er reist garantiert um die halbe Welt und macht Krawall.

Dann musst du mich auch festnehmen, dann bin ich auch schuldig.

Hör auf, sonst nehm ich dich fest.

Der sieht doch nicht aus wie ein Krawaller.

Ich bin schuld daran. Ist sie nicht.

Doch, ich hab mindestens zehn Schaufenster zugeklebt.

Moment, sie hat verkauft, sie würde nie dagegen plakatieren.

Ich hab Stromkästen beklebt. Nein.

Doch. Nein.

Wenn Sie zwei sich nicht einigen können, entscheide ich.

Einsteigen, jetzt.

Du nimmst ihn nicht mit, Ole!

Du bist echt verrückt.

Ja, ich bin total verrückt.

Sonst würd ich mich auch nicht vor 'nen Streifenwagen stellen, nur ...

Scheiße. Bente?

Bente, bleib stehen.

Stehen bleiben.

Warum soll ich das machen?

Nur, weil ich mich in dich total verliebt habe?

Liebe ist doch echt das Letzte, das tut so superweh.

Man wird ganz krank davon.

Ja, es tut überall weh.

Im Bauch, im Kopf, im Zeh. Im Zeh?

Okay, nicht im Zeh, aber sonst überall.

Ich find, das tut am meisten im Bauch weh.

Bis zum Zeh geht das nur ganz selten.

Aua.

Aua.

* romantische Musik *

* Musik wird schneller. *

Untertitel im Auftrag des ZDF, 2018

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