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“Wie gehts dir?”
“Ich bin gut.”
“Was ist das kostet?”
“Kommst du bitte hier?”
“Uh, -1 Grad.
Ich bin kalt.”
Hast du auch schon einmal einen dieser Fehler
oder vielleicht sogar mehrere
oder alle gemacht?
Dann ist dieses Video genau das Richtige fĂĽr dich,
denn wir sprechen heute über die elf häufigsten Fehler, die ich bei Deutschlernern höre.
Los geht's.
“Ich bin richtig.”
Stell dir vor: du diskutierst gerade mit jemandem
und möchtest sagen, dass das, was du sagst, stimmt.
Oft höre ich, dass viele Schüler es dann so formulieren:
“Ich bin richtig.”
oder “Du bist falsch.”
Das ist aber ein Fehler.
Richtig heißt es nämlich:
“Ich habe Recht/recht.” und “Du hast Unrecht/unrecht.”
Wenn du den Satz mit “ich bin”
anfangen möchtest, dann kannst du das folgendermaßen formulieren:
“Ich bin im Recht.” und “Du bist im Unrecht.”
Diese Ausdrucksweise wird jedoch seltener benutzt.
Also notieren:
“Ich habe Recht/recht.”
Nicht: “Ich bin richtig.”
Übrigens, der Duden akzeptiert bei “Ich habe Recht/recht.”
sowohl die groĂźe
als auch die kleine Schreibweise.
Fehler Nummer 2: “Was ist das kostet?”
Auch das ist ein häufiger Fehler.
Wenn wir nach dem Preis fragen, können wir nicht zwei Verben
hintereinander in den Satz packen.
Wir können entweder sagen “Das ist teuer.” oder “Das kostet viel.”.
“Sein” können wir mit “billig/
teuer, günstig” usw. kombinieren.
Und “kosten” können wir mit “viel/wenig/zu viel/zu wenig/nichts”
und so weiter und so fort
kombinieren. Vermeide also diesen Fehler.
“Es kostet viel.” oder “Es ist teuer.”
Fehler Nummer 3: “Du bist am besten Lehrerin.”
Ich freue mich natĂĽrlich immer, wenn euch meine Videos gefallen.
Und oft lese ich sehr liebe Kommentare von euch, in denen ihr schreibt:
“Clara, du bist am besten Lehrerin.”
Hier muss man aber aufpassen, denn die korrekte Form heiĂźt:
“Du bist die beste Lehrerin.”
Warum eigentlich “die” und nicht “am”?
Wir lernen doch, den Superlativ mit “am” zu bilden.
Ganz einfach: Folgt nach dem Superlativ,
also der höchsten Steigerungsform des Adjektivs, ein Nomen,
so können wir nicht “am” benutzen, sondern brauchen den bestimmten Artikel,
da das Adjektiv zum Nomen gehört.
“Beste” gehört also zu “Lehrerin”.
Genauso wie “Du bist
der beste Freund, den ich mir vorstellen kann.” oder
“Das ist das beste Essen, das ich
je probiert habe.”
oder “Sie ist die beste Verkäuferin.”
und so weiter und so fort.
Wenn wir nach dem Superlativ kein
Nomen haben, dann können wir den Artikel durch “am” ersetzen.
“Mein Auto ist am schnellsten.”
“Mein Pulli ist am schönsten.”
und “Sie ist am klügsten.”
Diese Sätze machen in der Regel aber auch nur im Kontext Sinn.
Das heißt, bevor du diesen Satz mit “am” und dem Superlativ benutzt, musst du vorher schon über Sachen,
Personen, Situationen oder Handlungen gesprochen haben, die du miteinander vergleichst.
Zum Beispiel: “Du hast ein schönes Auto.”
“Sandra hat aber ein schöneres Auto.”
“Und meines ist natürlich am schönsten.”
Ăśbrigens, bei dem Ganzen gibt es eine Ausnahme.
Wir können nämlich auch sagen: “Du bist die Beste.”
oder “Du bist der Beste.”, wenn du ein Mann bist.
Wir können also den Superlativ mit einem bestimmten Artikel bilden,
obwohl kein Nomen mehr folgt.
nicht, denn theoretisch ist schon ein Nomen vorhanden.
Denn, wenn man den Satz komplett ausschreiben wĂĽrde, wĂĽrde da auch ein Nomen stehen.
Zum Beispiel: “Du bist die beste Person oder Frau oder Freundin.”
Das hängt natürlich vom Kontext ab.
Wir verkĂĽrzen allerdings den Satz, indem wir das Adjektiv,
das sich auf die Person bezieht, selbst zu einem Nomen machen.
Adjektiv und Person verschmelzen sozusagen miteinander.
Daher heißt es: “Du bist die Beste.” und nicht “Du bist am besten.”
Fehler Nummer 4:
“Ich gehe nach Aldi/nach DM/nach Zara/nach Ikea.”
Achtung!
Wenn wir ein Geschäft besuchen möchten,
dann benutzen wir nicht die Präposition “nach”.
Diese verwenden wir nämlich hauptsächlich, wenn es um Städte oder Länder geht.
Also: “Ich fahre nach Berlin.”, “Ich fliege nach Spanien.”
Auch wenn wir sagen möchten, dass wir zu unserem Haus gehen, benutzen wir die Präposition “nach”.
Also: “Ich gehe nach Hause.”
Achtung!: Bei Haus brauchen wir in diesem Satz noch ein “e” am Ende.
Wenn wir jedoch von Geschäften sprechen,
Dann benutzen wir
die Präposition “zu”.
“Ich gehe zu Aldi/Zara/Ikea.”
Also merken: Wenn wir Geschäfte besuchen
und deren Namen benutzen, dann brauchen wir die Präposition “zu”.
Kommen wir nun zum Fehler Nummer 5:
“Ich bin gut.”
Ein sehr beliebter Fehler bei der Frage:
“Wie gehts dir?”,
den die meisten machen, weil sie diesen Satz wahrscheinlich direkt aus ihrer Muttersprache
übersetzen, ist, mit “Ich bin gut.” zu antworten.
“Ich bin gut.” bedeutet allerdings, dass ich ein guter Mensch bin, also einen guten Charakter habe.
Und damit beantworte ich nicht die Frage.
Die korrekte Antwort auf die Frage nach dem Befinden ist:
“Mir gehts gut.”
Das gleiche gilt auch, wenn du sagen möchtest, dass du Hitze fühlst,
weil zum Beispiel die Temperaturen steigen.
Im Deutschen sagen wir dann nicht: “Ich bin heiß.”, denn das würde bedeuten
“Ich finde mich selbst attraktiv und ich finde, dass ich gut aussehe.”
Obwohl das sicherlich fĂĽr manche von euch zutreffen wird.
Wenn wir aber über unsere Körpertemperatur sprechen möchten
und sagen möchten, dass uns warm ist oder heiß ist, dann sagen wir:
“Mir ist heiß.”
Denn die Hitze passiert mir.
Ich bin nicht der
Verursacher der Hitze.
Auch “Ich bin langweilig.” und
“Mir ist langweilig.”
haben unterschiedliche Bedeutungen.
“Ich bin langweilig.”
beschreibt, dass ich eine uninteressante Person bin. Und “Mir ist langweilig.”
bedeutet, dass die Situation, in der ich mich gerade befinde,
nicht spannend ist, also langweilig ist.
“Ich” ersetzen wir also oftmals durch “mir”,
wenn uns Sachen passieren, wenn nicht wir
die Verursacher sind.
Und das ist oft bezogen auf Emotionen und GefĂĽhle.
Also: “Weil die Temperaturen steigen, ist mir heiß.”
“Weil der Film furchtbar ist, ist mir langweilig.”
“Weil meine Lebensumstände gut sind, geht es mir gut.”
Ich bin nämlich nicht der Verursacher dieser Emotionen,
diese Emotionen und GefĂĽhle passieren mir.
Ich glaube, du weiĂźt jetzt, was ich meine.
Weiter geht es mit einem Fehler, den ich fast täglich lese und höre.
Fehler Nummer 6:
“Ich bin vegetarisch.”. “Vegetarisch” oder “vegan” können nur
Lebensmittel sein oder die Art und Weise,
wie du dich ernährst.
Zum Beispiel:
“Die Suppe ist vegetarisch.”
“Die Lasagne ist vegetarisch.”
“Der Salat ist vegetarisch und nicht vegan,
da im Dressing Joghurt ist.”
und “Ich ernähre mich vegetarisch oder vegan.”.
Wenn wir jedoch von Personen sprechen,
dann sagen wir “Vegetarier” oder “Veganer”.
“Ich bin seit acht Jahren Vegetarier oder Vegetarierin.”
und “Ich bin seit vier Jahren Veganer oder Veganerin.”
So schwer ist das gar nicht.
Kommen wir zum nächsten Fehler:
“Das ist mehr interessant.”
Viele Deutschlerner sprechen Englisch,
und ich vermute, dass dieser Fehler oft auch aus einer falschen Ăśbersetzung stammt.
“More interesting”
Aber wir haben in der deutschen Sprache fast
für jeden Adjektiv eine Komparativform mit “er” am Ende.
“schön - schöner”
“nett - netter”
“interessant - interessanter”
Wir sagen also nicht: “Das ist mehr interessant.”,
sondern “Das ist interessanter.” und “Das ist schöner.”
und so weiter.
Und übrigens “mehr” ist
bereits ein Komparativ - nämlich von “viel”.
Und zwei Komparative nebeneinander funktionieren nicht.
Fehler Nummer 8: “Ich möchte mich beschwerden.”
Dieser Fehler kommt ganz klar vom Nomen.
Das Nomen heißt nämlich “die Beschwerde”
und daher denken viele, dass man auch das Verb mit “d” schreibt, also “beschwerden”.
Das ist leider falsch.
“Ich schreibe” zwar “eine Beschwerde.”, aber
“Ich beschwere mich beim Kundenservice.”.
Das Verb wird ohne “d” geschrieben.
Fehler Nummer 9:
“Ich gehe da.” oder “Komm hier.”
“Hier” und “da” drücken einen Ort aus.
Also: “Wo bist du?”-“Hier.”
“Wo bist du?”- “Da.”
Oft werden diese Wörter als Positionsadverbien
bezeichnet, da sie eine Position widerspiegeln.
“Da” und “hier” drücken somit keine Bewegung aus.
*Die Verben “gehen” und “kommen” hingegen
in den Beispielsätzen drücken schon eine Bewegung aus.
Das passt also nicht zusammen.
Wenn das Verb eine Bewegung ausdrĂĽckt, so brauchen wir auch Positions-, oder besser gesagt,
Direktionsadverbien, die auch eine Bewegung ausdrĂĽcken.
“Her, hier her, hier hin, dahin” oder “dorthin”.
sind Direktionsadverbien, weil sie eine Richtung beschreiben und sind nicht gleichzusetzen
mit den Positionsadverbien, wie “da, dort” oder “hier”.
Also: “Ich gehe dahin.”
und “Komm bitte hier her.”.
Aber “Ich warte dort.” und “Ich stehe hier.”
Kommen wir nun zu Fehler Nummer 10:
“Wenn ich Kind war ... .”
Ich weiĂź, dass auf fast allen Niveaustufen
Deutschlerner Probleme mit “wenn” und “als” haben.
Eine ganz einfache Regel ist aber, wenn wir von der Vergangenheit sprechen und die Handlung oder Sache
oder Situation nur einmal passiert ist,
dann benutzen wir “als”. Denn Kind war ich ja nur einmal in meinem Leben.
Genauso, wie ich nur einmal in meinem Leben erwachsen bin.
In allen anderen Fällen benutzen wir dann “wenn”. Zum Beispiel:
“Als ich zur Schule ging, hatte ich viele Freunde.”
“Als ich klein war, war alles einfacher.”
“Als ich 20 war, begann ich zu arbeiten.”
Kommen wir nun zum letzten Fehler:
“Ich gehe im das Kino.”
Die Präposition “im” gibt es so eigentlich nicht,
denn “im” ist gleich “in” + “dem”,
also eine Kombination aus Präposition und maskulinem
oder neutralem Artikel im Dativ.
Wenn du also sagst:
“Ich gehe im das Kino.”,
dann sagst du eigentlich “Ich gehe in dem das Kino.”
Du hast dann im Prinzip zwei Artikel nebeneinander
und das ist selbst fĂĽr die deutsche Sprache ein bisschen zu viel.
Also, richtig heiĂźt es:
“Ich gehe ins Kino.”
Denn “in” + “das” können wir auch miteinander verbinden
und kürzen, indem wir “ins” daraus machen.
“Ich gehe ins Kino.”,
also “Ich gehe in das Kino.”
Oder ein anderes Beispiel:
“Ich bin im Park.”
oder “Ich bin in dem Park.”
Anderes Beispiel: “Ich fahre ins Fitnessstudio.”, also “in das Fitnessstudio”.
Und so weiter.
Ich hoffe, ich konnte dir mit diesem Video helfen, damit du in Zukunft diese Fehler vermeiden kannst.
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Ich freue mich, bis zum nächsten Mal! :)
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