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Zulu
*
*
(Mann:) Hallo!
Bonjour!
Wie geht's?
Gut! Gerade angekommen.
Sind Sie hier im Urlaub? - Nicht ganz.
Darf ich Sie einladen?
Der geht schon auf mich.
Ich nehme einen Mojito.
* Er spricht leise. *
* Er macht Lärm. *
Bitte nicht so laut!
Wer hat Sie hier reingelassen?
Das kann ich nicht so genau beantworten.
Ich glaube, ich bin von der Strandbar reingekommen.
Ich werde gleich jemand rufen, der Sie auf Ihr Zimmer bringt.
Vorher würde ich hier gern das Chaos beseitigen.
Wäre schön, wenn Sie mir dabei zur Hand gehen,
denn Sie sind dafür verantwortlich, oder?
Wir haben dafür 7 Minuten Zeit, dann wird die Frau Doktor kommen.
Frau Doktor ist schon da.
Doktor Filipa Wagner!
Freut mich, ich bin gestern schon angekommen.
Nein, nein!
Frau Dr. Wagner ist Chirurgin an der Universitätsklinik in Frankfurt.
Bestes Renommee!
Eine Koryphäe auf ihrem Gebiet.
Danke, das ist nett von Ihnen!
Wenn Ihnen das jetzt nichts ausmacht,
würde ich gerne kurz in meinen Bungalow.
Ich konnte gestern nicht mehr einchecken,
und ich würde mich gerne ein bisschen frisch machen.
Wenn Sie mich jetzt entschuldigen? Danke!
Aber Sie haben jetzt Dienstbeginn!
Die geht gar nicht.
Neues Haarfärbemittel?
Ja, haben die mir auf dem Markt verkauft,
aber anscheinend vertrage ich das nicht.
Was wird das?
Sie haben eine allergische Reaktion,
ich spritze Ihnen ein Antihistaminikum.
Die Flecken müssen bis heute Abend weg sein.
Ich habe eine Verabredung mit einem feschen Hasen.
Au!
Au ...
Dafür kriege ich aber jetzt einen Lutscher, oder?
Kriegen Sie!
* Im Kopf dröhnt es. *
Eins, zwei, drei Flaschen ...
Hi!
Ich bin Filipa, die Neue!
Pflaster kleben und Sonnencreme verschreiben.
Ok! Emi, Restaurantmanagerin!
Hungrig? - So offentsichtlich?
Haben Sie das Mittagessen heute übersprungen?
Du!
Hast du das Mittagessen heute übersprungen?
Ach, das Mittagessen, das Frühstück ...
Das war ein interessanter Tag heute.
Jetzt habe ich endgültig das Gefühl, dass ich im Paradies bin.
Mark Twain hat gesagt, Mauritius wurde zuerst erschaffen,
und dann das Paradies, als Kopie von Mauritius.
Direktor Kulovitz war übrigens ganz aus dem Häuschen,
dass du dich hier für die Stelle beworben hast.
Keine Sorge, der ist schon wieder drin im Häuschen.
(Frau:) Emi!
Ich brauche Sie, das Tempo der Kellner ist zu lahm.
Ich komme!
Danke!
Guten Appetit!
* Bestellungen werden gerufen. *
Table 15!
I need prawns!
Hey!
Jimmy, wach auf!
Das Essen wird kalt!
Jimmy, wach auf!
Was ist heute los mit dir? Die Gäste warten, komm schon!
Mein Gott!
Tut mir leid! Ich mache schon!
* Sie atmet heftig. *
Insel, Sonne, Strand ...
Insel, Sonne, Strand ...
* Sie schrickt auf. *
Au!
Hi! - Hi!
Da war eine Schlange in meiner Unterwäsche.
* Etwas klappert. *
Das war nur eine Indian Wolf Snake. Die sind nicht giftig.
Ich habe sie raugeschmissen.
Ah! Danke!
Sie sind der Barkeeper, oder?
Ja.
Ich denke, wir sind schon beim Du?
Ja!
Wir kennen uns ...
Sag bloß, du hast einen Filmriss!
Nein, ich weiß noch, du hast mir einen Drink gemacht!
Am ersten Abend.
Wir haben getanzt, und ...
Wir haben jetzt aber nicht ...
Oder?
Ciao!
Sind Sie die Ärztin? - Ja, die bin ich.
Können Sie das verarzten? Ein Notfall.
Ich denke, das kriege ich hin.
Kann sich das entzünden? Ich mache mir Sorgen!
* Ihr Handy klingelt. *
Hotel practice!
Jimmy ist umgefallen. Komm in die Küche! Bitte, schnell!
* Er ringt nach Luft. *
Jimmy reagiert nicht, er kriegt keine Luft.
Emi, was ist das? Gib mir das!
Das ist keine Limonade, das ist etwas Aggressiveres.
* Er schnappt nach Luft. *
* Er atmet tief aus. *
* Das Martinshorn heult. *
What happenend?
Toxischer Reiniger oral zugeführt, Lungenödem sichtbar.
Ich habe ihn schutzintubiert.
Wir übernehmen!
Insel, Sonne, Strand ...
May I borrow this for a second?
Die Areale hier, Sie müssen einen subglottischen Tubus einsetzen!
Da!
Deckungsgleich?
Was sind Sie? Chirurgin im Urlaub?
Nein, ich arbeite im Hotel. Ich war Viszeralchirurgin.
Aha!
Schön!
Er hat trotzdem keine Chance.
Über die Perforation im Ösophagus
ist die Luftröhre irreparabel beschädigt worden.
Das überlebt er nicht.
Denken Sie, ein Fremdorgan einzusetzen?
Unmöglich, das würde er abstoßen.
Nicht bei einer immunsuppressiven Therapie.
Sie wollen das Immunsystem runterfahren,
während er unter einer Formaldehydvergiftung leidet,
und wegen seiner Verletzungen septisch wird?
War Methanol im Reiniger? - Ja, hochdosiert!
Anspannen der Bauchmuskulatur
bedingt durch die Magensäure eine Vergrößerung der Verletzungsherde.
Als er bei Bewusstsein war, hab ich ihm gesagt,
er muss ruhig liegen bleiben.
So hat er vielleicht noch einen Tag.
Ist das Ihr Fazit? Sie warten, bis er stirbt?
Eine andere Option stellt sich leider nicht dar.
Tut mir leid!
Keine Reiniger in Trink- flaschen zu füllen,
ist eine Kernregel in der Arbeitssicherheit!
Sie sind die Küchenchefin!
Meine Aufgabe liegt beim Menü.
Emi leitet das Kellnerpersonal!
Weiß man, welcher Idiot das gewesen ist?
Niemand weiß etwas.
Die werden sich nicht erinnern, so locker wie diese Leute drauf sind.
Diese Leute? Meinen Sie damit uns Einheimische?
Ich meine das lahmste Küchenteam, mit dem ich je arbeiten musste.
Frau Doktor! Wie geht's Jimmy?
Über den weiteren Verlauf zu mutmaßen,
überschreitet meinen Kompetenzbereich.
Sie müssen die örtlichen Kollegen fragen.
Wenn Sie mich entschuldigen,
meine nächste Sprechstunde beginnt erst morgen früh.
(Emi:) Bitte, ich muss es wissen! Ich verstehe es nicht.
Ich muss wissen, wie es ihm geht.
Das passiert nur, wenn die Leute unter Druck stehen,
und den Druck habe ich gemacht.
Verstehst du? Ich habe die Leute für Rachel gedrillt!
Das ist meine Schuld.
Das ist nicht deine Schuld.
Sag mir nur, ob er das überlebt!
Es tut mir leid!
* Sie schnieft. *
Bekomme ich auch ein Minzbonbon?
Nein, ich habe keine mehr.
Darf ich?
Das sind Stimmungsaufheller, oder?
Meine Mama hat die Dinger damals auch bekommen,
als sie krank geworden ist.
Ich bin nicht krank.
So was nehmen 60 % meiner Kollegen auf der Chirurgie,
um durch die Schicht zu kommen.
Und die anderen vierzig?
Teilen sich auf in ...
... harte Hunde und Alkoholiker.
Ans andere Ende der Welt bin ich geflogen
zum Pflaster kleben und Splitter ziehen. Sonst nichts!
Keine Lust mehr, den Leuten beim Sterben zuzugucken!
Man kann nichts dagegen machen.
Gar nichts!
Du brauchst das Zeug nicht.
Ach, ja? Woher willst du denn wissen, was ich brauche?
Nur, weil wir einmal betrunken im Bett gelandet sind,
heißt das ... - Wir sind nirgendwo gelandet.
Du bist besoffen zur Praxis getorkelt.
Du wolltest, dass ich sie dir aufschließe,
damit du sie inspizieren kannst.
Du hast mit dem Skelett getanzt,
dann bist du irgenwann mitten im Satz weggepennt.
Du hast Recht, ich weiß nicht viel über dich.
Aber ich weiß, dass es auf der Insel bessere Methoden gibt,
als Tabletten, um den Kopf frei zu bekommen.
Interesse?
Atmen!
Vergiss nicht, was ich dir an Land gezeigt habe.
Alles okay?
Du musst das Zeug, was dir durch den Kopf geht, an Land lassen.
Das hat hier draußen im Wasser nichts verloren.
Hier gibt's nur die Welle und den Moment, den das Wasser vorgibt.
Da vorne kommt ein Set.
Achte auf den höchsten Punkt, dreh dich um und paddle!
Okay!
Weißt du, was das Wichtigste ist? - Nein.
Was ist das Wichtigste?
Ah!
Danke fürs Gespräch!
Man muss schnell sein, wenn man die Welle erwischen will.
Na ja, erwischt hast sie nur du. Mich hat sie umgeworfen.
Entschuldigung!
Schon okay!
Der Pflanze ist nix passiert.
Warst du schon mal auf dem Le Morne Berg?
Den wir vom Surfen aus gesehen haben?
Nein.
Dort oben gibt es einen Platz mit einer Bank.
Von dort aus sieht man die ganze Insel.
Genau dort soll mal eine von diesen Pflanzen blühen.
Deshalb steige ich ein Mal im Monat rauf.
Jetzt brauche ich eine neue Pflanze.
Die vom letzten Mal wurde schon wieder etnwurzelt.
Warum soll ausgerechnet da oben diese Pflanze blühen?
Der Platz war der Lieblingsort von meiner Mutter.
Ich habe ihr versprochen, dass ich ihre Pflanze dort für sie einsetze.
Darum versuche ich es immer wieder.
Irgendwann wird es klappen, weil es klappen muss.
Ich muss es einfach versuchen!
Nein, das Register klinischer Studien
habe ich schon vor einer Stunde versucht, da findet sich nichts.
Ja, das wurde mir auch gesagt,
aber vielleicht könnte trotzdem jemand nach Querverweisen checken?
Vielleicht findet sich noch irgendwo ein anderer Fall,
der mir eine neue Perspektive bringt.
Okay, aber abgesehen von der Zulassung,
ist die Behandlungsmethode aus Ihrer Sicht repräsentativ?
Danke! Danke, Herr Kollege!
* Er spricht englisch. *
Frau Doktor, guten Abend! - Guten Abend!
This is my doc!
Mike!
Mike!
One second!
Hi!
Hast du ein Auto? - Äh ... So was ähnliches.
Hi! I need to speak to Dr. Bucher.
Guten Abend! Ich bin Dr. Filipa Wagner.
Kann ich Dr. Bucher sprechen?
Du siehst nicht aus wie eine Doktorin.
Das höre ich öfter.
* Er hustet. *
Wir können eine künstliche Speiseröhre einsetzen.
Erst mal einen guten Abend! - Guten Abend!
Sie werden sagen, dass ein kompletter Ersatz unmöglich ist,
weil das respiratorische Epithel fehlt.
Ja, und er sofort eine tödliche Lungenentzündung hätte.
Genau, aber es gibt noch eine theoretische Möglichkeit.
Wir könnten Stammzellen des Patienten applizieren,
die dann die Prothese besiedeln,
sodass ein Epithel entsteht,
das sich in den Respirationstrakt einfügt.
Wer sagt das?
Eine Studie vom Klinikum Heidelberg.
Ich habe rumtelefoniert, die Methode ist noch nicht endgeprüft,
also nicht zugelassen. - Warum reden wir dann darüber?
Der Patient stirbt! Da pfeife ich doch auf die Zulassung.
Wenn er jetzt stirbt, ist die Haftung nicht bei uns.
Wenn er stirbt,
weil wir eine noch nicht erlaubte Methode durchführen, dann schon!
Ich habe das Prozedere genau recherchiert!
Aber wenn Sie sich nicht trauen, dann frage ich jemand anderes.
Es wird hier auf der Insel wohl noch einen Arzt mit Eiern geben.
Hallo?
Ja, Sie haben mich nur gerade an jemanden erinnert.
Ich ziehe mich an, wenn es gestattet ist,
dann schaue ich da rein.
Okay!
Sie warten hier!
Komm!
Ich zeige dir mein Zimmer.
Kommst du noch mal wieder?
Ja, mach die Augen zu!
Okay!
Tada!
Das ist mein Tanzkleid für den Sega-Tanz.
Morgen darf ich zum ersten Mal bei der Show mittanzen.
Kommst Du hin und schaust zu?
Na ja ... Also, ich ...
Bitte! Von den anderen kommen Freunde,
und viele Leute von der Familie, bei mir ist nur mein Papa da.
Okay!
Also, nicht vergessen! Bei der Bucht, 17.00 Uhr.
Isi, ich hab Nanny Milla angerufen,
sie müsste jeden Augenblick da sein. Wir können los!
Ach, so! Nein ...
Ich habe Ihnen das gegeben, damit Sie ...
Nein! Sie haben sich intensiv mit der Materie beschäftigt.
Ich habe kurz drübergelesen, in Badehosen.
Wenn wir das versuchen, machen wir das zusammen.
Ob sich eine künstliche Speiseröhre bildet?
Ob die Stammzellen sich ansiedeln, wissen wir in einigen Stunden.
Noch ein Problem:
Sie haben die Prothese in Rifampicin eingelegt.
Bei diesen Wirkstoffen bekommt er eine Methanolvergiftung.
Versuchen Sie es mit Fosfomycin!
Stimmt!
Das passt sogar perfekt.
Das ist mit keiner der eingesetzten Substanzen kontraindiziert,
und wirkt auch bei Penicillin-Resistenz.
* Sie spricht lautlos. *
Sie sind echt nicht übel!
Hm?
Danke, Sie sind auch nicht übel.
Also, so eine kleine Rasur wäre nicht schlecht, aber ...
Was nehmen wir außer Fosfomycin noch zur Biofilm-Prophylaxe?
Schwierig!
Man könnte mit bakterien- spezifischen Phagen arbeiten.
Und eine Transduktion riskieren?
Besser, als ein periprothetisches Infiltrat.
Wieso sagen Sie "Peri"? Sagen Sie einfach "Entzündung"!
Wieso sagen Sie nicht "Übertragung"?
"Transduktion" ist wirklich ein Begriff für Angeber.
Ich bleibe auf Abruf hier.
Gute Nacht!
Was wird das denn jetzt?
Ich gehe jetzt ins Bett.
Heute gab es Probleme, die alles durcheinandergebracht haben.
Aber das Team hat improvisiert,
und mittags war alles wieder in Ordnung.
Die Gäste waren zufrieden.
Das Dinner war perfekt.
Das Hotel steht mittlerweile krisenfest da.
Ja ...
Krisenfest, kann man sagen.
Ich glaube, du wärest stolz.
* Jemand schnarcht. *
* Das Schnarchen endet plötzlich. *
Wieso schlafen Sie nicht?
Weil Sie mich geweckt haben mit Ihren Elefantenbrunft-Lauten.
Lachen Sie mich jetzt aus? - Nein.
Es ist nur sehr lange her,
dass sich jemand über mein Schnarchen beschwert hat.
Nur mal so aus fachlichem Interesse ...
Was ist in Frankfurt Schlimmes passiert, dass Sie davor weglaufen?
Wer sagt, dass ich vor was weglaufe?
Wir sind hier auf einer Insel mitten im Indischen Ozean.
Weiter weg von zu Hause geht es kaum mehr.
Hierhin zieht man doch nicht einfach von heute auf morgen,
nur, weil die Sonnenuntergänge so schön sind.
Wieso nicht?
* Ein Telefon klingelt. *
Ja!
Danke, wir kommen!
Das war das Labor, das Epithel verfärbt sich.
Die Stammzellen siedeln sich an.
Gute Nachrichten!
Es scheint zu funktionieren.
Laut des Labors müsste das Epithel morgen fertig sein,
dann kann ich den Eingriff vornehmen.
God bless you! Danke!
Wir haben die Azidose gut ausgeglichen,
und die Elimination des Giftes beschleunigt,
er hat gute Chancen, dass er bis zur OP durchhält.
Äh, Lina! Darf ich Sie nach Hause bringen?
Sie müssen nicht auf den Morgenbus warten.
Ja. Danke!
Kommen Sie! Ich mache Ihnen Frühstück.
Nein, bitte! Wir müssen los.
Das ist das Mindeste.
Ich mache Ihnen Frühstück.
Lassen Sie mich helfen! Das ist das Mindeste, was ich tun kann.
Gerne!
Hier schlafe ich, und das da ist meine Schuluniform.
Wow, schön!
* Draußen wird geklatscht und getrommelt. *
Hörst du das? - Ja.
Komm mit!
* Sie singen. *
Hey! Alles okay?
Ja, keine Sorge! Ich brauche nur meine Medizin.
Von wem hast du die?
Der Doktor hat sie mir gegeben.
Wo waren Sie denn? Hier, Dholl puri!
Kann ich Sie kurz sprechen?
Darf ich ihn für eine Sekunde entführen? - Ja, natürlich!
Kannten Sie Jimmy und seine Familie,
bevor er bei Ihnen eingeliefert wurde?
Sein Sohn ist bei uns in Behandlung, ja.
Ach so! Das haben Sie gar nicht erwähnt.
Weil das bisher auch nichts zur Sache getan hat.
Er hat eine Nierenschwäche?
Eine angeborene Insuffizienz.
Wir versuchen, mit Antihypertensiva, Bicarbonat
und Phosphatbindern das Voranschreiten zu verlangsamen.
Das reicht nicht. Er braucht eine spezielle Dialyse.
So wird er keine achtzehn!
Das habe ich seinen Eltern erklärt,
aber leider haben wir vor Ort keine Vorrichtung
für Kinder in seinem Alter.
Dann müssen wir eine NGO kontaktieren.
Die sind alle ausgelastet.
Warum wurde ich wohl auf die Insel geschickt?
Im Krankenhaus werden viele Patienten nicht optimal versorgt,
weil wir nicht gut ausgerüstet sind,
und keiner die teuren Prozesse bezahlen kann.
Kommen Sie frühstücken?
Nein, ich fahre ins Hotel.
Soll ich Ihnen helfen?
Nein, danke!
Ah!
Aua!
* Sie ächzt. *
Kommen Sie raus!
* Die Kinder lachen.*
Emi, it's your turn!
Bonjour!
Emi!
Passen Sie auf, Emi!
Unser Show-Act für heute Abend ist leider ausgefallen.
Haben Sie irgendeinen Vorschlag was wir tun könnten?
Wir haben ganz tolle einheimische Bands,
die bisher nie eine Chance hatten hier zu spielen, aber ...
Dann suchen Sie eine aus! Ich verlasse mich auf Ihr Urteil, ja?
Okay!
Was ist mit Jimmy?
Ich bin gestern noch mal hingefahren.
Wir haben einen neuen Behandlungsansatz.
Danke!
Wie kann das sein,
dass sich Ihre Angestellten für ihre Familien
keine ausreichende medizinische Versorgung leisten können?
Dieses Resümee dürfen Sie nicht ziehen.
Wir sind Vorreiter in der Absicherung der Angestellten.
Bei uns genießen die Arbeitnehmer ausnahmslos
die grundsätzliche Kranken- versicherung. - Grundsätzlich?
Ja!
Das ist gesetzlich nicht mal vorgeschrieben,
wie in Europa.
Bei uns bekommen die Angestellten sogar
eine Lebensversicherung für Betriebsunfälle
über 40.000 Euro.
Das ist eine absolute Ausnahme. So was macht sonst keiner.
* Ein EKG-Gerät piept. *
* Ein Alarmsignal ertönt. *
Was ist passiert? - Keine Ahnung!
Der Sauerstoffgehalt in seinem Blut fällt ab,
so, als ob sich das Loch in der Speiseröhre vergrößern würde,
wir haben hier nichts verändert.
Das ist Magensäure.
Hören Sie auf damit!
Hören Sie auf, den Bauch anzuspannen, Jimmy!
Stop it! Hören Sie auf damit!
Kommen Sie mit raus?
Raise the oxygen!
Er macht das absichtlich. Er will, dass die Wunde größer wird.
Er will sterben.
Er hat eine hohe Lebens- versicherung im Hotel.
Das Geld für Bos Dialyse!
Was, wenn wir ihn sedieren?
Durch die neurologischen Nebenwirkungen der Vergiftung
ist es unmöglich, ihn risikofrei zu sedieren.
Scheiße ...
Lassen Sie mich mit ihm reden!
Sorry!
Ich war bei Ihnen zu Hause.
Bei Lina und bei Ihrem Sohn, Bo.
Ich weiß, was Bo fehlt.
Ich verspreche Ihnen jetzt,
dass das Geld für die Dialyse übernommen wird.
Ich gebe Ihnen darauf mein Wort.
Aber Bo braucht seinen Vater.
Er wird die Behandlung nicht mehr sabotieren.
Sie können morgen wie geplant operieren.
Was haben Sie ihm versprochen?
Und, dann?
Was ist, wenn er erfährt, dass Sie ihn wegen Bo belogen haben?
Das habe ich nicht.
Bo ist ein Kind.
Wir brauchen eine spezielle Vorrichtung,
die für Erwachsene und Kinder funktioniert.
Die alle Stoffe rausfiltern kann,
die er jetzt nicht verträgt.
Wie gesagt, so was gibt's hier nicht.
Dann muss ich dafür sorgen, dass es hier so was gibt.
Einfach so, ja?
Selbst, wenn Sie es schaffen,
das Gerät zu finanzieren, haben Sie keinen Platz, es aufzustellen!
Sie finden niemanden mit der entsprechenden Kompetenz,
um diese Behandlung durchzuführen.
Das Personal hier geht auf dem Zahnfleisch!
Ich habe im Hotel nur 20 Stunden die Woche Dienst.
Dann übernehme ich die Behandlung selbst.
Jahrelang?
Für einen Bub, den Sie nicht mal wirklich kennen?
Ich erwarte nicht, dass einer wie Sie das versteht.
Einer wie ich?
Sollen wir beide Patienten verlieren?
So was ist im Leben eines Chirurgen unvermeidlich.
Da Sie mich nicht unterstützen wollen, darf ich dann gehen?
Frau Doktor, ich brauche Hilfe!
Zimmer 622! Nein, 722!
Ich wollte in den Neoprenanzug rein,
und da habe ich mich irgendwie blöd bewegt.
Ja, sieht nach einer Intercostalneuralgie
auf Basis einer Luxation des Costovertebralgelenkes aus.
Genau das hab ich mir auch gedacht! Definitiv Inter-Lux-Dingsbums.
Ihr Rückenwirbel ist ausgerenkt.
Dann sagen Sie das doch!
Ihr Ärzte mit euren Fach... * Es knackt. *
Au!
Manche Dinge bringt man lieber ganz schnell hinter sich.
Genau das hat meine Verabredung gestern auch gesagt.
Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag!
Good afternoon! - Hello!
Bonjour!
Wussten Sie, dass es Reedereien gibt,
die auf den Krankenstationen ihrer Kreuzfahrtschiffe
Dialysemaschinen installieren?
Als Service für kranke und betagtere Gäste,
die ansonsten keine Chance hätten, die Reise mitzumachen.
Unrentabel!
Solche Praxisaufrüstungen
bedürfen gesonderter Hygienebedingungen,
das bedeutet wahnsinnig viel Arbeit und Auflagen.
Für die paar Gäste mehr, die wir damit hätten, lohnt sich das nicht.
Gut! Ehrlich gesagt wäre die Aufwertung nur ein Nebeneffekt.
Ich würde die Maschine gerne benutzen,
um Jimmys Sohn hier ehrenamtlich zu behandeln.
Ich führe sie durch,
und finanziere die Hälfte der Maschine aus privaten Mitteln.
Das einzige, was ich von Ihnen brauche,
ist die Erlaubnis, dass ich sie in der Praxis aufstelle,
und ich brauche ein Sponsoring für die zweite Hälfte.
Die Praxis steht ausschließlich unseren Gästen zu.
Ich kann keinen finanziell unrentablen Einbau bewilligen,
um Leute behandeln zu lassen, die nichts mit dem Hotel zu tun haben.
Ich habe die Verantwortung für das Hotel,
und Sie für die Gesundheit der Gäste.
Wenn es Ihnen nicht gelingt, das zu akzeptieren,
dann steht es Ihnen jederzeit frei zu kündigen.
Wir laufen uns ja oft über den Weg in letzter Zeit.
Ihre Tochter hat mich eingeladen.
* Es wird getrommelt und gesungen. *
Sind Sie mit Ihrer Dialysemaschine weiter gekommen?
Ja.
Ich habe die Hälfte der Maschine finanziert. - Woher?
Aus meinen privaten Rücklagen.
Eine halbe Maschine ist keine Maschine, erstens.
Zweitens, platzt das Krankenhaus aus allen Nähten.
Für einen Patienten werden Sie keinen Umbau finanziert bekommen.
Alles, was ich brauche, ist ein kleines, steriles Zimmer,
wo ich die Maschine anbringen kann.
Ich kann Sie verstehen. Ehrlich!
Aber das Ganze ist nicht realistisch.
* Die Musik endet. Sie jubeln und applaudieren. *
Hast du das gesehen? - Ja, du warst ganz toll!
Ganz toll!
Das war so super, Schatz!
Papa, kann Filipa zum Essen mit zu uns?
Nein, ich habe heute noch...
Dr. Wagner hat ganz viel zu tun.
Nur kurz! Ich habe ein Bild für dich gemalt.
Cool!
Cool!
Ich habe mir die geplanten Ausgaben angeschaut.
Du willst einen Pool ersetzen, der gerade mal ein Jahr alt ist?
Ja. Der Pool im Westflügel hat nur eine Ebene,
und ich will, dass er zwei hat, wie der im Südflügel.
Das kommt bei den Onlinebewertungen gut an.
Ich finde, wir sollten den neuen Pool einsparen,
und die Idee der Hotelärztin unterstützen.
Du willst mit mir übers Hotelmanagement diskutieren?
Entscheidungen treffen?
Gut, dann komm aber auch zu mir ins Hotelmanagement!
Sag den Leuten, wer du bist!
Versteck dich nicht hinter dieser Barkeeper-Scharade!
Du hast es immer noch nicht verstanden, oder?
Ich möchte nicht, dass mich die Leute so sehen wie dich.
Wie sehen die mich?
Du bist hier der big boss, einer von außen.
Kein Teil der Insel.
Und du bist einer?
Vergiss nicht, dass du den Großteil deines Lebens
mit Mama und mir in Deutschland gelebt hast.
Ja, aber Mama stammt von hier.
Überlege, was Mama in dieser Situation gemacht hätte!
Es gibt einen Grund dafür,
warum sie mir die Mehrheitsanteile am Hotel vererbt hat.
Bis später, Papa!
Toll!
Da! Das wollte ich dir zeigen.
Das Bild habe ich für dich gemalt.
Bin ich das?
Ja, und das ist Papa. Ihr beide, gestern.
Das ist gut.
Darf ich das behalten? - Klar!
Danke!
Dann gehe ich zurück zu Papa. - Ja.
Danke für das Essen!
Gern geschehen!
Bitte!
In natura sehen Sie viel hübscher aus.
Wollen wir nicht langsam Du sagen?
Okay! Also, in natura bist du hübscher.
Wie alt ist sie eigentlich?
Sie ist neun.
Im Herbst würde eigentlich das 5. Schuljahr starten,
aber, so wie es aussieht, wird sie das 4. noch mal machen müssen.
Kognitive Lernschwäche, heißt das.
Ich kann es mir nicht wirklich erklären,
aber wahrscheinlich liegt's daran, was sie hinter sich hat.
Isabelle ist ohne Mutter aufgewachsen.
Jenny, meine Frau, war auch bei Ärzte ohne Grenzen.
Als Isabelle zwei war, wollte sie einen Einsatz auf Haiti annehmen.
Ich war dagegen, wir waren gerade ganz gut hier angekommen.
Aber wenn sie sich was in den Kopf gesetzt hatte, dann ...
Das hätte eigentlich nur für zwei Monate sein sollen.
Auf Haiti wurden dringend Leute zur Unterstützung
der Krankenhäuser gebraucht.
Dann war da dieses Erdbeben.
Ihr Krankenhaus war komplett zerstört.
Am Telefon haben sie mir gesagt, dass es keine Hoffnung gebe,
dass es auf ihrer Station irgendjemand überlebt hätte.
Du glaubst, ich wüsste nicht, was in dir vorgeht wegen Jimmys Sohn,
aber ich weiß ganz genau wie es ist, wenn man weiter kämpft,
obwohl einem alle sagen, dass es keinen Sinn hat.
Einen Monat war ich da.
Habe wie ein Wahnsinniger nach ihr gesucht.
Nach irgendeinem Anhaltspunkt, dass das doch nicht stimmen kann,
dass es eine winzige Überlebens- chance geben müsste.
Ich habe sie nicht gefunden.
Irgendwann kapiert man das dann.
Dass man manche Dinge nicht ändern kann,
egal, wie sehr man sich das wünscht.
Das war ein langer Tag.
Ich glaube, ich sollte dann ...
Auf Wiedersehen, Frau Kollegin!
Auf Wiedersehen!
Hier, die Zeichnung!
Tschüss! - Tschüss!
So, der geht auf mich! - Danke!
Der ist stark.
Nur hübsch sein reicht nicht, man muss auch trinken können.
Mark Twain?
Nein, meine Mutter!
Hallo!
Hallo, Ladies! Lust zu tanzen?
Ich bin im Dienst. Bitte ...
* Das Lied "Can't stop the feeling" von Justin Timberlake erklingt.*
Frau Doktor, Sie kriegen Ihre Dialysemaschine.
Was?
Ist das Ihr Ernst?
Unter einer Bedingung!
Die Behandlung findet außerhalb Ihrer Dienstzeit statt,
es bleibt eine absolute Ausnahme,
und es gilt nur für diesen einen Patienten.
Danke!
Danke! - Schon gut, Frau Doktor!
Die Gäste, das ist ...
Ich kriege die Maschine für Jimmys Sohn!
Nein! - Doch!
Das ist der Hammer!
Herzlichen Glückwunsch!
Das ist unglaublich!
Darauf müssen wir anstoßen, oder?
Ja.
Guten Morgen!
Hi!
Morgen!
Du bist wieder eingeschlafen.
Das war schon das zweite Mal.
Du und ich, das soll anscheinend irgendwie nicht sein, oder?
Anscheinend nicht.
Willst du Salat auf deinem Brot? - Nein!
Nein? Jetzt aber erst recht.
So!
Kann Filipa heute wieder zu uns kommen?
Nein, Schatz. Das war eine Ausnahme, ja?
Warum?
Darum!
Du verpasst deinen Bus. Komm!
Tschüss! - Tschüss!
Das ist nicht Ihr Ernst! Sie wieder?
Was soll ich machen?
Paragliding ist in der Praxis komplizierter wie in der Theorie.
Akute Luxation, oder?
Was heißt das auf Deutsch?
Das heißt, ausgekugelte Schulter.
Wenn Sie so weiter machen, dann habe ich das Gefühl,
Sie verletzen sich, um in meiner Nähe zu sein.
Sie sind mindestens 5 Jahre zu alt ...
Für mein Beuteschema! Sie sind nicht zu...
* Es knackt.* Ah!!
Ah!
Entschuldigung, das war nicht so gemeint.
Sie werden jung sterben, wenn Sie so weiter machen.
Wissen Sie, wie mein Vater seine zweite Lebenshälfte verbracht hat?
Erst gelangweilt im Reihenhaus und dann gelangweilt im Altersheim.
Ich habe mir geschworen, das passiert mir nicht.
Ich will leben, was erleben. Explodieren wie ein Feuerwerk!
Als Ihre Ärztin muss ich Ihnen sagen,
dass explodieren kein gesunder Lebensvorsatz ist.
Aber ich habe wenigstens gelebt.
* Ihr Handy klingelt.*
Ja, Daniel!
Was ist los? - Wir müssen den Eingriff vorziehen.
Die Verletzungen durch die Magensäure waren zu massiv.
Dann müsst ihr ihn maximal aufsättigen!
Sonst überlebt er nicht.
On y va!
Ich habe keine Zeit mehr.
Du musst mir assistieren!
Ich bin auf so was nicht vorbereitet.
Geht nicht anders.
Ich hol dich ab, sobald der Patient im OP gelagert ist.
Du verstehst das nicht! Ich kann nicht mehr operieren.
Prepare him for surgery!
Ich hab Scheiße gebaut.
Ich hab Scheiße gebaut, in Frankfurt.
Ich kann nicht riskieren, dass ich noch mal einen Fehler mache.
Das wird jetzt nicht passieren!
Du wirst keinen Fehler machen,
und ich werde auch keinen Fehler machen.
Wir gehen rein, und helfen ihm.
Beeil dich!
Setze Schnitt in der Medianlinie!
Hautschnitt 3 cm, kranial des Crycoids.
Prothese vorbereiten!
Scissors!
* Ein Alarmsignal piept. *
(Schwester:) Hemodynamics critical!
Diprivan reduzieren!
Wir können nicht aufhören, bevor wir das Organ eingesetzt haben.
Katecholamine erhöhen, jetzt!
Okay!
* Wieder piept das Gerät. *
(Schwester:) Blood pressure drops!
Schwere Blutung!
Willst du weitermachen?
Ich vertraue dir.
Wir machen weiter!
Artery forcep quick!
Komm schon, Jimmy!
Komm schon, Jimmy!
Es funktioniert!
Er atmet durch die neue Luftröhre.
Danke!
Das war eine Ausnahme.
Solltest du wieder eine machen, sag mir Bescheid!
Das war sehr, sehr gute Arbeit.
War das jetzt ein Lob?
Nein.
Das war eine Feststellung.
Ah!
Wird dort die Maschine stehen?
Ja, das wird dein Dialyse-Raum.
Du setzt dich nur hin, und ich kümmere mich um den Rest.
(Jimmy:) Ich möchte mich bei Ihnen bedanken, Frau Doktor!
(Lina:) Merci!
Na?
Was glaubst du?
Wie viele Kinder wie Bo gibt es auf der Insel?
Zu viele!
Wieso?
Ich habe nur nachgedacht.
Über ein paar Dinge.
Weißt du, was Mark Twain dazu gesagt hat?
Nicht schon wieder Mark Twain!
Das musst du dir jetzt aber anhören!
Es gibt zwei wichtige Momente im Leben.
Der, an dem du geboren wirst,
und der, an dem du rausfindest, wofür.
Ich habe das Gefühl, dass du deinen zweiten Moment hier gehabt hast.
*
*
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