Afrikaans
Akan
Albanian
Amharic
Armenian
Azerbaijani
Basque
Belarusian
Bemba
Bengali
Bihari
Breton
Cambodian
Catalan
Cebuano
Cherokee
Chichewa
Chinese (Simplified)
Chinese (Traditional)
Corsican
Danish
Dutch
Esperanto
Estonian
Ewe
Faroese
Filipino
Finnish
French
Frisian
Ga
Galician
Georgian
German
Greek
Guarani
Gujarati
Haitian Creole
Hausa
Hawaiian
Hebrew
Hindi
Hmong
Hungarian
Icelandic
Igbo
Indonesian
Interlingua
Irish
Japanese
Javanese
Kannada
Kazakh
Kinyarwanda
Kirundi
Kongo
Korean
Krio (Sierra Leone)
Kurdish
Kurdish (Soranî)
Kyrgyz
Laothian
Latin
Latvian
Lingala
Lithuanian
Lozi
Luganda
Luo
Luxembourgish
Macedonian
Malagasy
Malay
Malayalam
Maltese
Maori
Marathi
Mauritian Creole
Moldavian
Mongolian
Myanmar (Burmese)
Montenegrin
Nepali
Nigerian Pidgin
Northern Sotho
Norwegian
Norwegian (Nynorsk)
Occitan
Oriya
Oromo
Pashto
Persian
Polish
Portuguese (Brazil)
Punjabi
Quechua
Romanian
Romansh
Runyakitara
Russian
Samoan
Scots Gaelic
Serbo-Croatian
Sesotho
Setswana
Seychellois Creole
Shona
Sindhi
Sinhalese
Slovenian
Somali
Sundanese
Swahili
Swedish
Tajik
Tamil
Tatar
Telugu
Thai
Tigrinya
Tonga
Tshiluba
Tumbuka
Turkmen
Twi
Uighur
Ukrainian
Urdu
Uzbek
Vietnamese
Welsh
Wolof
Xhosa
Yiddish
Yoruba
Zulu
SONNE, SAND UND HEIßE SCHENKEL
Ich weiß nicht einmal mehr, wann ich geboren bin. Skorpion.
Ich bin ein Schütze.
- Ciao. - Ciao, Papa.
Du siehst gut aus. Ach, beinahe hätte ich es vergessen.
- Das ist für dein Abitur. Ich bin stolz auf dich. - Danke.
Sag mal, du bist doch nicht etwa in deinen Vater verliebt?
- Freud sagt darüber... - Ich weiß, was er sagt.
Wir haben es auf der Penne durchge- nommen. Ich pfeife auf meinen Vater.
Was ich will, ist frei und unabhängig leben. Hör auf damit!
Jedes Mittel ist mir recht, dass ich es auch bleibe.
Oh, danke.
- An was denkst du? - An diese Person.
Vielleicht ist sie ganz süß.
- Ich hasse sie. - Wie kann man jemand hassen, den man nicht kennt?
Und ob man das kann. Ich hasse sie! Ich hasse sie! Ich hasse sie!
Das Übliche. Kongresse, Sitzungen, Vorstände, Aufsichtsratssitzungen.
- Turin, Mailand, Rom, Turin. - Also es hat sich überhaupt nichts geändert?
- In Italien ändert sich nie etwas. - Wie lange bleibst du diesmal?
Circa einen Monat. Schließlich muss ich ja mal Ferien machen.
Du rauchst?
Du siehst blendend aus. Irgendwie sorgloser und jünger.
Na hör mal, ich bin erst 47 und noch kein Tattergreis.
Da ist etwas, worüber ich mit dir reden muss.
Ich wollte erst zu Hause mit dir darüber sprechen, aber wir können das ja auch hier.
- Es geht um eine Frau. - Ich habe sie letzten Winter kennengelernt.
- Sie ist eine wundervolle Frau. - Deine Begeisterung wird sich wieder legen.
Nein, nein. Diesmal ist es sehr ernst. Wir werden noch in diesem Jahr heiraten.
Ich krieg eine Stiefmutter, verstehst du?
Die vielleicht noch ein paar Kinderchen in die Welt setzt.
Ich habe im Internat jeden Tag und jede Stunde gezählt.
Wie ein Sträfling, der von der Freiheit träumt. Und jetzt das.
Nein! Nein, ich lass mich nicht mehr bevormunden.
- Vielleicht kannst du sie bevormunden. - Idiot!
Du bist dir wohl nicht im Klaren darüber, was das bedeutet,
wenn man dir einen Mutterersatz vor die Nase setzt.
Wohin gehst du Angela? Wann kommst du zurück?
Du sollst doch nicht rauchen! Trink nicht so viel!
Hör auf! Zieh dich an!
Ich möchte Papa mit seiner Flamme beobachten.
Warte! Sonst erkältest du dich, Liebling.
Danke, mein Schatz. Du bist sehr aufmerksam.
Das Wasser war herrlich. Oh, nicht schon wieder. Du rauchst zu viel.
Gewöhne es dir doch ganz ab.
Sie haben einen exquisiten Geschmack, gnädige Frau.
- Das steht Ihnen bestimmt sehr gut. - Ja, das gefällt mir.
- Es kostet 80.000 Lire. - Oh nein, das ist mir zu teuer.
Aber ich bitte dich, Liebling. Packen Sie es ruhig ein, ja?
Du bist ein Verschwender.
Da! Sieh dir das an, Sandro.
Sie hat ihn schon zu einem alten, vertrottelten Greis gemacht.
Es fing damit an, dass sie versucht hat, ihm das Rauchen abzugewöhnen.
Da! Zeitungen, Pantoffeln und Radio.
Bald wird sie ihn schon um 9 Uhr abends ins Bett stecken.
Ja, sie bereitet ihn systematisch auf das Altersheim vor. Entzückend.
Na, was hab ich dir gesagt?
Es ist 9 und die Tante bringt ihn mit einem Küsschen ins Bett.
Wenigstens gibt sie ihm noch keine Wärmflasche mit. Das bringt sie noch.
Da läuft nichts. Die lässt ihn nur schnuppern.
Du hältst deinen Vater wohl für einen geistigen Tiefflieger.
- Er wird schon was wissen von ihr. - Ja. - Na also.
Jetzt muss sie aber ran. Da wird ihr wohl nichts anderes übrig bleiben.
Ja, die Dame wird ihn sich auch durchs Bett geangelt haben.
Diesen Schal nehme ich!
Oh, Verzeihung, wollten Sie ihn etwa kaufen?
Nein, nein. Ich hab ihn mir nur angesehen.
- Sie werden doch wohl von diesem Ramsch nichts kaufen? - Ach!
Na schön, Sie versuchen mich kennenzulernen.
Wollen Sie mir wenigstens den Grund verraten, weshalb?
- Diesen Schal hab ich für dich gekauft. Du bist Irene, nicht wahr? - Angela.
Ja, ich bin Angela und im Sternkreis- zeichen des Schützen geboren,
und nicht des Skorpions. Hättest du nicht den Anhänger,
ohne Papa etwas zu sagen, dort umtauschen können, wo du ihn gekauft hast?
Kannst du uns noch einmal verzeihen?
Ja, ja, so ist es recht. Gut, danke.
Irene, sag mir die Wahrheit. Liebst du meinen Vater wirklich?
Sagen wir, ich weiß es noch nicht. Fest steht, dass ich ihn wirklich sehr mag.
Liebe ist ein sehr großes Wort und wird oft nur dahin geplappert.
Und so was mag ich nicht. In deinem Alter spricht man sehr viel davon.
Aber wenn man nicht mehr ganz taufrisch ist,
sieht man die Dinge im Leben mit etwas nüchternen Augen an.
Ich schätze deinen Vater sehr. Wir verstehen uns sehr gut.
Ja, jetzt läuft er wieder rund.
- Hast du gut hingekriegt, Gino. - Macht 200.000 Lire. - Okay, Mann.
Ich hab es kapiert! Ich bin ja nicht auf den Kopf gefallen.
- Ich schulde dir 200.000. - Nein, 400.000!
Du vergisst die letzten zwei Raten vom Auto. Ich mach dir den Wechsel fertig.
Morgen früh. Dann leihst du mir noch 100.000 in bar
und ich unterschreibe dir einen Wechsel für eine halbe Million.
Ciao!
Da bleibt einem doch die Luft weg. So eine Ruhe wie der möchte ich haben.
Ach, so ein Mist!
- Kann ich behilflich sein? - Wenn Sie irgendein Heiliger hierher geschickt hat,
dann schwöre ich eine Kerze zu stiften. Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll.
Hier ist der Anfang. Beim Reserverad. Wo ist das Werkzeug?
Ach, ich finde es schon.
Ach, sagen Sie, kann es sein, dass ich Sie schon irgendwo gesehen habe?
- Vielleicht im Yachtclub? - Schon möglich. Da bin ich sehr oft.
Sie habe ich da aber noch nie gesehen.
Das kommt nur daher, weil ich ein Typ bin, der Frauen nicht sonderlich auffällt.
- Hallo! Hey! - Hallo! - Hallo! - Ciao! - Hallo! - Hey, hallo! - Ciao!
Hey, ciao! Hallo!
Hey, der kann Wasserski laufen. Klasse.
- Hallo, Vittorio. - Ja, Liebling, ich komme.
Das ist Herr Romagnoli. Mein Verlobter Herr Digenti.
- Ich freue mich. - Ganz meinerseits. - Es hat alles geklappt.
- Dann steht jetzt nichts mehr im Wege. - Ah, Angela. Ich möchte dich mit Herrn...
- Sandro Romagnoli. - Freut mich. Mein Name ist Angela.
Weshalb haben Sie mich abgeholt? Ich kenne die Gegend.
Ich hätte mit meinem Auto fahren können.
Ganz einfach. Weil ich den Wunsch habe, 10 Minuten mit Ihnen allein zu sein.
- Ist das schlimm? - Nein, aber was versprechen Sie sich davon?
Ich bin wirklich nicht sehr unterhaltsam.
Aber Sie sind eine bezaubernde Frau. Das wissen Sie auch.
Soll ich Ihnen vielleicht für das Kompliment um den Hals fallen?
Müssen Sie nicht, das war gar kein Kompliment, sondern die Wahrheit.
Und ich bin bestimmt nicht der erste Mann, der Ihnen das sagt.
In der Tat. Sie sind nicht der erste.
Aber wir sind spät dran und ich möchte pünktlich sein.
Festhalten. Na, dann wollen wir mal.
Schnell fahren ist für mich wie ein Rauschmittel. Finden Sie nicht auch?
Rasen ist für mich nur ein Risiko. Trotzdem liebe ich es irgendwie.
Den Strand erreicht man über das Meer bis jetzt.
Man nennt ihn den Jungfrauenstrand.
Dann bietet er sich für uns geradezu an.
Also dann kaufe ihn, Papa.
Sie hätten Ihren eigenen Privatstrand.
Es ist die abgeschirmteste Bucht in der ganzen Gegend.
Ja, ja, aber sehr schlecht erreichbar.
Ja, aber es ist bereits eine Straße geplant, die dort oben vorbeiführen wird.
Und es ist kein Problem eine Abzweigung hierher zu bauen.
Sie hätten 700 Quadratmeter Grund.
Hallo! Bis hierher?
Weiter nach vorne! Zu den Wacholder hin. Ja, da genau ist die Grenze.
- Ist es in Ordnung hier? - Ja, ja. Gut so.
Ja, bis hier nach oben, das ist etwa die Grenze und runter bis zum Gelände am Meer.
Ganz hübsch, aber der Preis ist mir zu hoch.
Na ja, über den Preis können wir ja noch reden.
Es ist wunderschön hier. Gefällt es dir auch?
Ja, es ist traumhaft. Aber sie lassen dich die Sonne mitbezahlen,
obwohl nicht sicher ist, wem sie wirklich gehört.
Findest du nicht, dass du zu stark auf den Putz haust?
Meinen Vater kannst du nicht aufs Kreuz legen.
Das habe ich auch gar nicht vor. Ich mache ihm einen anständigen Preis.
Ich will nur Irene herankommen. Zwischen Diskussionen, Verträgen und Projekten,
werde ich sie oft alleine sehen.
- Soll ich auf Sie den Scheck ausstellen? - Nein auf Frau Joana Huston.
Sie ist die Besitzerin des Angelo Mediterania.
Herr Digenti, ein Anruf für Sie. Ihr Ministerium aus Rom.
Ach du liebe Zeit, sicher gibt es wieder Probleme. Verzeihung.
Möchten Sie noch einen Whisky oder lieber ein anderes Getränk?
Einen Whisky.
Ich wusste, dass Ihnen das Grundstück gefallen würde.
Der Strand ist wunderbar. Ganz feiner Sand.
Beinahe wie Samt. Weich und an- schmiegsam, wie die Haut einer Frau.
Er ist Ihrer würdig, Irene.
Sie nehmen sicher kein Eis, nicht wahr? Männer wie Sie trinken pur.
Sie waren 3 Jahre in Deutschland und 5 Jahre in Südamerika.
Das ist alles, was ich über Sie weiß.
Sie wissen nur das, was ich Ihnen über mich erzählt habe.
Ein bisschen wenig, finden Sie nicht auch?
Sie sind eine sehr geheimnisvolle Frau.
Sagen wir, ich bin nur ein wenig verschwiegen.
Das ist die beste Methode, Männer neugierig zu machen.
Es funktioniert ausgezeichnet. Ich werde immer neugieriger.
- Sie faszinieren mich ungeheuer. - Das ist doch hoffentlich keine Liebeserklärung.
Der Stimmung nach könnte es eine sein.
Die vielen Liebespaare hier, die einschmeichelnde Musik.
- Passt doch alles zusammen. - Und wenn es eine wäre?
Wäre sie fehl am Platz.
Ich möchte mich gerne setzen.
- Tanzen wir? - Ja.
- Wollen wir noch einen Drink nehmen? - Ja, natürlich.
- Irene! - Hallo, Martha. - Das ist ja vielleicht eine Überraschung.
Wir haben uns ja seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen.
Was für eine Freude, dass wir uns ausgerechnet hier treffen.
Wir sehen uns noch.
Wer war das? Ich habe die Dame noch nie gesehen.
- Ach, nur eine alte Freundin. - Warum hast du sie nicht an unseren Tisch gebeten?
Ich würde deine Freunde gerne kennenlernen.
Weißt du, wir haben uns schon seit Jahren nicht mehr gesehen.
Ich glaube kaum, dass wir uns noch sehr viel zu sagen hätten.
- Das war sie. - Wer?
Die gewisse Person von der Schule, von der ich dir erzählt habe.
- Lou? - Ja? - Willst du dir nicht auch so ein Dämchen wie Irene an Land ziehen?
- Lass uns gehen. - Ja.
- Ciao! - Ciao!
Hör mir mal einen Augenblick zu, Dona- tella. Ist das dahinten nicht deine Tante?
Ja, so was ähnliches. Sie ist die Cousine meiner Großtante mütterlicherseits.
Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, was das für ein Tag war.
Die Alliierten Truppen marschierten in Mailand ein.
Seit einiger Zeit waren wir schon Widerstandskämpfer.
Die Faschisten hatten die Präfektur besetzt.
Auf den Straßen wurde geschossen und es herrschte ein richtiges Chaos.
Vittorio, du sprichst von einer Zeit, die die beiden sich nicht vorstellen können.
Ja, du hast Recht. Ich lasse besser das Thema.
Ich muss dir leider auch sagen, dass ich von dieser Zeit keine Ahnung habe.
Denn 1945 wurde ich gerade geboren.
Wir haben leider keinen Champagner mehr. Ich gehe eine Flasche holen.
- Wo? - Gleich da vorn, links.
Meinen Glückwunsch.
Die Liebe ist wie ein guter Wein. Je älter man wird, umso mehr genießt man sie.
Ich liebe diese simplen Sprüche.
Verdammt!
Angela! Bist du gestürzt?
- Was ist passiert? - Mein Schienbein. Ich hab mir mein Schienbein angeschlagen.
- Hast du Schmerzen? - Ja, aber ich bin selbst schuld.
- Aua! - Lass es mich mal ansehen.
- Tut das weh? - Ja, und wie.
- Komm, wir bringen sie besser zu einem Arzt. - Ja, du hast Recht.
Vielleicht ist irgendetwas gebrochen.
- Es tut mir leid für Sie, Angela. - Das war meine eigene Schuld.
Ich hätte eben schauen müssen, wo ich hintrete.
Komm jetzt, wir fahren zum Arzt. Tritt möglichst nicht auf.
- Stütz dich auf mich. - Danke, Papa.
- Ich komme mit euch. - Entschuldigen Sie uns, Sandro,
aber das war nicht vorherzusehen. - Aber ich bitte Sie.
Ich rufe später noch bei Ihnen an und erkundige mich, was der Arzt gesagt hat.
- Ja, tun Sie das. Danke. - Bleib doch hier, Irene.
Lass dir durch meine Unge- schicklichkeit nicht den Abend verderben.
- Ja, Liebling. Bleib doch noch. - Ich kann Irene ja dann nach Hause bringen.
Ja, danke, Sandro. Bis nachher.
Trinken wir noch ein letztes Glas?
Wie hübsch. Ein Ikebanagesteck.
Kennen Sie die Sprache der Ikebana?
- Was für eine Sprache? - Die der Blumen.
Nein. Ich muss Ihnen etwas gestehen.
Dieses Haus hier gehört mir gar nicht. Ich bin hier nur zu Gast.
Die Besitzerin ist eine Freundin von mir und zurzeit in England.
Ikebana heißt auf Japanisch: Lebende Blume.
- Finden Sie das nicht hübsch? - Ja, und was bedeutet das?
Es ist eine Art Kunst, die aus dem Kult, wie man Blumen anordnet, entstanden ist.
Die Zweige, die Blätter. Haben Sie sich nie damit beschäftigt?
Das ist eine weibliche Beschäftigung und nichts für Männer.
Ganz im Gegenteil. In Japan wird sie hauptsächlich von Priestern ausgeübt.
Aber auch von Schriftstellern, Philosophen.
Ikebana spiegelt die Philosophie dieses Volkes wider.
Und die ihrer Lebensweise.
Machen Sie das Licht aus.
Verflucht! Mist! Abgehauen.
Sandro! Du bist aber stürmisch.
Was ist denn los? Lass mich doch erst mal zu mir kommen.
Bitte?
- Ja? - Bist du es, Sandro? - Ja, was kann ich für Sie tun, Herr Franca?
Was ist los? Ist Joana zurück?
Ja, genau. Wie? Ich weiß nicht, ob das möglich sein wird.
Etwas später vielleicht. Auf Wiederhören, Herr Franca.
- Wer war das? - Unser Buchhalter, Herr Franca.
Er will heute Nachmittag mit mir sprechen.
Woher kommen die schmutzigen Teller, Gläser und leeren Flaschen in der Halle?
Du gibst wohl während meiner Abwesenheit rauschende Partys
mit irgendwelchen kleinen Mädchen.
Was redest du denn da, Liebes? Ich käme nie auf so eine Idee.
Ich hab Dr. Digenti mit Anhang zu einem kleinen Umtrunk eingeladen.
Er hat den Jungfrauenstrand gekauft.
9000 pro Quadratmeter hab ich ihm abgeluchst.
Die erste Rate per Scheck hab ich schon.
- Und wo ist dieser Scheck? - Ich reiche ihn gleich morgen auf der Bank ein.
Vergiss nicht, Liebling. Ich lass mir die Bankauszüge zeigen.
- Sandro. - Du bist ein miserabler Verführer.
Ich weiß gar nicht mehr, wie du es geschafft hast, mich ins Bett zu kriegen.
Ich hab mein Schienbein an dem Abend riskiert,
und du schaffst es nicht, sie herumzukriegen.
Dabei wäre alles ganz einfach gewesen. Du bist ein Stümper.
Du kannst leicht reden. Du warst nicht in meiner Situation.
Irene ist nicht so leicht herumzu- kriegen, wie wir anfangs dachten.
Sie ist klug, kontrolliert, vielleicht auch frigide.
Ja, auch noch frigide. Hast du nicht noch ein paar Entschuldigungen auf Lager?
- Ist es so angenehm, gnädiges Fräulein? - Danke.
Irene ist eine aufregende Frau, nicht wahr?
- Ich sagte, sie ist eine aufregende Frau. - Ja, sicher.
Und auch noch sehr reich. Sehr reich sogar.
Sie kommt aus einer der reichsten Familie in meiner Stadt.
Sie waren einmal sehr befreundet, nicht wahr?
Ach nicht direkt Freundinnen. Wir waren lediglich zusammen auf der Schule.
- Danach ist sie weggezogen. - Ich weiß, sie hat lange im Ausland gelebt.
Wie schön für Irene. Ich beneide sie darum.
Das sollten Sie nicht tun. Provinzstädte sind nachtragend.
- Man spricht immer noch über sie. - Warum?
- Ist etwas vorgefallen? - Ich möchte nicht darüber reden.
Was geschehen ist, ist geschehen, und damit basta.
Bist du bald fertig, Tante?
- Oh, Angela. Seid wann kommst du denn zu Nico? - Seit heute.
Wir fahren später zu der Insel rüber.
War für dich die Jungfräulichkeit ein Problem, Irene?
Nein, ich hab nie groß darüber nachgedacht.
Wenn du einen Mann kennenlernst, wie beurteilst du ihn?
Nach seiner sexuellen Ausstrahlung oder nach seiner Intelligenz?
Nach seiner Intelligenz. Leider gibt es nicht sehr viele Intelligente,
sondern nur geistige Tiefflieger.
Erreichst du bei der körperlichen Liebe deine volle Befriedigung?
- Was stellst du für komische Fragen? - Na los. Sei nicht prüde.
- Beantworte mir die Frage. - Also wenn man dem Glauben schenkt,
was Johnson und Masters sagen, so erlangen die meisten Frauen
einen Orgasmus durch Masturbation.
- Der Test ist beendet. - Du machst die Auswertung.
3 beantworte ich mit ja, 4 mit nein, während du 2 mit ja...
1 weiß ich nicht, jetzt mach ich die Auswertung für dich.
In deinen Augen bin ich ein Monster, sadistisch, pervers
und mit einwandfreien lesbischen Tendenzen.
Wenn es nach diesen Tests ginge, hätte Albert Einstein Boxer werden müssen
und Cassius Clay ein Genie in Mathematik. Ein Schwachsinn.
Aber durch diese Test erfährt man trotzdem eine Menge von sich.
Hör zu, Liebling. Angelas Idee ist ausgezeichnet.
Ich bin beruhigter, wenn du während meiner Abwesenheit in unserem Haus wohnst.
- Soll sie meinen Anstandswauwau spielen? - Wenn du so willst, ja.
- Ich bin nämlich fürchterlich eifersüchtig. - Das ist sehr lieb von dir, Angela.
Aber du bist hergekommen, um dich zu amüsieren.
Ich bin aus dem Alter raus und außerdem eine langweilige Gesellschafterin.
Niemand wird sich langweilen. Ich werde jeden Tag eine Orgie veranstalten.
Papa, wenn du zurückkehrst, wirst du zwei völlig ausgeflippte Frauen vorfinden.
Wie du hörst sind das verlockende Aus- sichten. Also wirst du bei uns wohnen?
Schön, einverstanden. Wann kommst du zurück?
Keine Ahnung, Liebling. Es braucht nur noch die Stadtverwaltung streiken,
das Flughafenpersonal, die Bahn. Dann dauert es Wochen.
- Brauchst du noch irgendwas? - Nein, danke.
Dein Vater hat sich selbst übertroffen.
Ich hätte nicht gedacht, dass er so aufmerksam ist.
Er hat mir eine große Freude bereitet.
Ehrlich gesagt sind die Blumen gar nicht von meinem Vater.
Ich weiß, dass du sie sehr liebst und so habe ich...
Du hättest mir keinen schöneren Willkommensgruß bereiten können.
Ich danke dir.
Gut. Ich fühle mich hier schon wie zu Hause.
Wann glaubst du, dass du zurückkommen kannst?
Ah, ich verstehe, Vittorio. Nenne irgendeinen Zeitpunkt.
Du kannst beruhigt sein.
Angela? Dein Vater will wissen wie viel Orgien wir schon gefeiert haben.
Ja, ja, ich hab verstanden.
Ich vermisse dich auch. Na gut.
- Wiedersehen. - Gib ihn mir. - Halt! Angela will dich noch.
Wie geht es dir denn, Papa?
Ich wette, du rufst zwischen zwei Sitzungen an.
Ach, du bist nicht im Ministerium?
Weißt du, Papa, du hattest wirklich Recht. Sie ist eine wunderbare Frau.
Ich hab sie schon richtig gerne.
Also meine Einwilligung hast du jetzt. Du darfst sie heiraten.
- Ciao. - Ciao. - Joana macht mir eine Eifersuchtsszene nach der anderen.
- Es war verdammt schwer, mich loszueisen. - Da hat sie ganz Recht.
Schließlich liegst du ihr ja auf der Tasche.
Ich weiß, du brauchst mich nicht daran zu erinnern.
Scheiße, mit Irene ist bis jetzt auch nichts gelaufen.
Da wird auch nichts laufen. Das kannst du mir glauben.
Die springt nicht mit dir ins Bettchen.
Doch. Da wäre die aber die Erste, mein Schatz.
Mein kleiner naiver Sandro. Du wirst gleich kapieren, warum nicht,
wenn du das hier gelesen hast.
Skandal im Lyzeum Parini.
Junge Lehrerin nimmt sich das Leben, weil ihre intimen
Beziehungen zu einer Schülerin an die Öffentlichkeit gelangt sind.
Die Schülerin I.S. wurde von der Schule verwiesen. Mantor, den 10 März 1964.
I.S. Irene Serra, kapierst du? Unsere Irene.
- Sie hatte die intime Beziehung. - Woher hast du das?
Ich habe von einem Detektivbüro Nachforschungen anstellen lassen.
Und was hast du jetzt vor?
Ich hab sie gefunden.
Schauen wir mal.
Ja, hier.
Das ist Gianna. Marisa büffelte nur für das Abitur, weil ich es unbedingt machen wollte.
Sie war immer in meiner Nähe und stand unheimlich auf mich.
Das war ein herrlicher Ausflug. Wir waren alle wahnsinnig glücklich.
Hier nehmen wir gerade ein Sonnenbad.
Das war ein unvergesslicher Tag. Marisa war eine ganz ausgeflippte Type.
Lebenslustig und ohne irgendwelche Hemmungen.
Das faszinierte mich an ihr.
Sie war schön. Auch ich mochte sie.
Ihre erotische Ausstrahlung war ungeheuer.
Aber sie war schlecht.
Ein Scheusal.
Hast du dich jemals mit einer Freundin eingelassen?
Wenn nicht, dann tu es auch nie.
- Angela. - Lass mich in Ruhe!
Angela, ich weiß nicht, was passiert ist, und ich will es auch nicht wissen.
Ich bitte dich, lass mich jetzt allein.
In deinem Alter fühlt man sich oft zum gleichen Geschlecht hingezogen.
Das ist nichts Unnatürliches. Man sucht Verständnis und Zärtlichkeit.
Will geliebt werden und liebt und sieht darin den Inhalt des Lebens.
Glaubst du, ich weiß nicht, was in dir vorgeht?
Glaubst du, nur du allein hast diese Erfahrung gemacht?
Auch andere vor dir haben diese bittere Erfahrung gemacht
und glaubten, nicht mehr weiterleben zu können, ohne dieses große Gefühl.
Warum vertraust du dir mir nicht an?
- Vielleicht kann ich dir helfen, Angela. - Das kannst du nicht.
Du solltest dich aber aussprechen.
Wenn du dich in Schweigen hüllst, wird alles nur noch viel schlimmer.
Ich weiß das.
- Irene! Irene! - Ja? - Wir wollen Cap d'Orso fahren.
Beeil dich, wir fahren in 10 Minuten.
Angela? Angela, hörst du?
Bist du fertig?
Angela!
Was ist mit dir? Bist du krank?
Lass mich in Frieden! Geh weg!
Was ist mit unserem Ausflug?
Ich hab keine Lust mehr dazu. Lass mich schlafen.
- Hallo, was ist los? - Aber ich dachte...
Fahren wir. Vorwärts, beeil dich, sonst wird es zu spät.
Erklär mir bitte, was mit dir los ist.
- Was hast du? - Gar nichts.
Wegen vorhin, entschuldige bitte.
Manchmal drehe ich eben durch, und das ohne Grund.
- Ohne Grund? Das ist unmöglich. - Aber doch, sicher.
Ich bin sehr launenhaft und kann nichts dagegen tun.
So ist eben mein Charakter. Ich hoffe, du verzeihst mir.
- Schau nur, Irene. Ist es nicht wundervoll hier oben? - Ja.
Jetzt werde ich dir die Wahrheit sagen.
Du wirst nie mehr aus diesem Irrgarten herausfinden.
Ich habe den Faden der Ariadne abgeschnitten.
Du wirst dich verirren und langsam verhungern.
Ich hab dich hierher gelockt, weil ich mich von dir befreien will.
So einfach geht das nicht.
Angela? Angela! Wo bist du?
Angela!
Hör mit dem Theater auf! Wo bist du?
Oh Gott, Angela.
Angela.
Gott sei Dank. Du hast mir Angst gemacht.
Für einen Augenblick dachte ich, dass...
Was dachtest du?
Nichts. Nichts. Es ist unwichtig.
Lass mich spielen.
Du Irre!
Ich weiß nicht, was los ist, aber das Wasser in meinem Badezimmer ist eiskalt.
- Kann ich nicht bei dir duschen? - Aber natürlich.
- Was liest du denn gerade? - Einen französischen Roman.
- Ist es eine Liebesgeschichte? - Ganz im Gegenteil.
Es ist ein expressionistischer Roman und schwer verständlich.
- Mit anderen Worten: Dummes, unbegreif- liches Zeug. - Nicht ganz. Aber überflüssig.
Kann ich deine Bademütze benutzen, Irene?
Übrigens, weißt du, wer mir geschrieben hat?
Marisa, meine Freundin aus dem Internat. Erinnerst du dich?
Sie hat sich verlobt. Scheint eine ernste Sache zu sein.
Ich muss sagen, das verstehe ich nicht ganz.
Sie war ja andersherum veranlagt. Woher kommt der plötzliche Wechsel?
Glaubst du an die Liebe auf den ersten Blick?
Also meiner Meinung nach bildet sie sich das nur ein. Was meinst du?
Irene?
- Hallo! - Ciao, ciao!
- Ciao, Irene. - Ich hab über eine Stunde auf dich gewartet.
Oh, unsere Verabredung. Tut mir leid. Ich hatte sie total vergessen.
- Ich bestell was zu trinken für dich mit. - Ja.
Die Jungs sind alle prima. Wir haben ein Wasserski-Rennen gemacht.
Donatella hätte sich beinahe ein Bein gebrochen.
Es wäre böse ausgegangen, wenn Sandro nicht das Boot gelenkt hätte.
Dieser Sandro gefällt mir nicht. Er hat irgendwas verschlagenes in seinem Blick.
Was soll das? Willst du mir etwa meinen Umgang vorschreiben?
Ich verkehre mit wem ich will. Das sind alles nette, junge Typen.
Was ist los? Willst du nicht zu uns runter kommen?
Sei kein Spielverderber.
Ich wäre da fehl am Platz. Das sind alles nur junge Leute.
Wenn du nicht in 5 Minuten unten bist, dann spreche ich nicht mehr mit dir.
- Gib mir eine Viertelstunde. - Genau, die sollst du haben.
Aber keine Sekunde länger.
- Hier. - Nein, danke. Ist mir zu süß.
Nimm du wenigstens.
- Darf ich Sie um den ersten Tanz bitten? - Gern.
Toll!
- Sie spielt stark. - Ja, das finde ich auch.
Eine klasse Frau ist das.
Hier kommen die Spaghetti!
Oh, nein. Die Teller fülle ich auf.
Du bist wirklich spitze. Alle sind von dir begeistert.
- Wirklich alle? - Alle.
Gib mir noch ein Glas Rotwein.
Oh! Nicht so voll!
Nimmst du den Teller mit?
- Ciao! - Ciao! - Danke! - War ein schöner Abend.
- Er hat heute kein Auto. - Ich werde auf dich warten.
Das brauchst du nicht. Geh ruhig schlafen.
Vielleicht gehen wir noch ein bisschen tanzen.
- Sei leise! - Ja, ja.
Sie ist noch auf.
Lass das jetzt, du Idiot!
- Wieso denn? Dann wirkt es absolut echt. - Verschwinde jetzt!
- Ciao! - Ciao!
Angela! Angela!
Was ist passiert?
Angela! Um Gottes willen, was ist geschehen?
- So ein Schwein! Sandro hat versucht... - Was hat er versucht?
Er wollte mich vergewaltigen. Ich konnte mich losreißen und ihm entkommen.
- So ein Schuft! - Beruhige dich, mein Kleines.
- Ekelhaft! - Ich bin ja jetzt hier.
Sei ganz ruhig. Ich bin gleich wieder da.
Bleib bei mir, Irene. Lass mich jetzt nicht allein.
Nein. Du musst dich von dem Schock erholen.
Morgen früh wirst du dich besser fühlen, Kleines.
Bleib ganz nah bei mir. Halt mich ganz fest.
Mein armer Liebling.
Man sollte Sie anzeigen!
Aber ich will nicht, dass Angela in einen Skandal verwickelt wird.
Wenn das ihr Vater erfährt, dann glaube ich, dass Sie...
Ich war betrunken und in diesem Moment nicht Herr meiner Sinne.
Sie sind ein Dreckskerl! Durch und durch verdorben.
Ich rate Ihnen in Zukunft um Angela einen großen Bogen zu machen.
Und wagen Sie es ja nicht mehr, sich in unserem Haus sehen zu lassen.
Ich weiß, dass ich mich mies benommen habe.
Aber vielleicht hat mich Angela auch dazu animiert.
Na warte!
Nein, Angela, lass es.
- Die Aufnahme ist überbelichtet. - So?
Na entschuldigen Sie, gnädiges Fräulein.
Das nächste Mal pass ich besser auf.
Damit hast du eine Bombe in der Hand.
Unsere große Moralistin Irene. Diese feine Dame ist ein Wolf im Schafspelz.
Wenn du morgen nicht 1000 Kilometer weit weg bist, mein Schätzchen,
gehen diese Fotos zu meinem Vater nach Rom. Und zwar auf Nimmerwiedersehen.
Du musst noch unterschreiben, Sandro.
Ich? Wieso soll ich unterschreiben? Schick sie doch anonym.
Nein, sie würden mich sofort damit in Verbindung bringen.
Auf mich darf keinerlei Verdacht fallen.
Also gut. Damit hast du jetzt also dein Ziel erreicht.
Was springt für mich dabei raus?
Irene als Stiefmutter. Allein der Gedanke ist mir unerträglich.
Und nun zu dir. Warum hast du diese Intrige bis jetzt mit mir inszeniert?
Ich werde es dir sagen, mein Schatz.
Du hast deine Augen auf Angela ge- richtet. Auf die reiche Angela Digenti.
Und du hast dir in den Kopf gesetzt, sie zu heiraten.
Wenn ich mir das so überlege, dann bin ich gar nicht abgeneigt, deine Frau zu werden.
Damit hast du alles, was du willst.
Und ich auch.
Du bist jung, siehst ganz gut aus.
Im Bett verstehen wir uns auch. Also alles klaro.
- Wo bist du? - Such mich doch! Es gibt aber auch negative Seiten an dir.
Du bist zynisch, unmoralisch, nicht sehr intelligent und faul.
- Trotzdem liebe ich dich. - So, so.
Ja, weil du kein Egoist bist und deiner Frau alle Freiheiten lässt.
Und die brauche ich. Auch in der Ehe.
- Aha, so siehst du mich also. - Genau.
Trotz allem bist du der ideale Mann für mich.
- Dann wärst du also bereit, mich zu heiraten? - Ja, warum nicht?
- Aber noch nicht gleich morgen. - Ich würde jetzt gerne eine kleine Belohnung haben.
- Sagen wir einen Vorschuss. - Den musst du dir erst verdienen.
Na hör mal, ich hab bis jetzt genug für dich getan.
Wer ist das denn?
- Willst du nicht aufmachen? - Ich hab keine Lust. Komm her.
Angela?
Angela? Ich hab deinem Vater geschrieben.
Lies bitte den Brief.
Ich werde mich von ihm zurückziehen.
Der Entschluss fällt mir nicht leicht, aber es muss sein.
Es gibt keine andere Wahl.
Ich muss aus seinem Leben verschwinden. Auch aus deinem.
Morgen schicke ich den Brief ab.
- Warte, Irene. Bleib! - Nein.
Was zwischen uns beiden geschehen ist, macht es mir unmöglich.
Komm mit!
- Hat sie die Fotos gesehen? - Nein, hat sie nicht.
- Ich habe sie verbrannt. - Was hast du gemacht?
Sag mal flippst du jetzt total aus?
Nein, Irene geht von selbst. Damit hat sich doch alles erledigt.
Was ist denn heute los mit dir, Angela?
Du bist ja so ausgelassen, wie schon lange nicht mehr.
- Stimmt. - Ist irgendetwas Sensationelles passiert?
Ja, sag ich euch aber nicht.
Angela?
Komm bitte einen Moment in mein Zimmer. Ich muss mit dir reden.
Setz dich.
Ich muss dir etwas erzählen.
Mach bitte das Licht aus.
Es geht um eine Sache, die vor Jahren im Lyzeum passiert ist.
- Deine Vergangenheit interessiert mich nicht. - Bitte. Lass sie mich erzählen.
Ich will aber nichts hören, verstehst du?
Ich habe jahrelang die Rolle einer selbstsicheren Frau gespielt.
Hart und kalt.
Ich fing schon an zu glauben, dass ich wirklich so bin.
Aber in Wirklichkeit bin ich hypersensibel. Labil und hilflos.
Irene, nimm das nicht so tragisch. Du machst eine Krise durch.
Ich war damals jung und allein. Und wahnsinnig liebebedürftig.
In dieser Zeit verliebte ich mich in meine Lehrerin
und ging mit ihr ein intimes Verhältnis ein. Ich wusste nicht, was ich tat.
Eines Tages überraschte man uns.
Meine Lehrerin nahm sich aus Scham das Leben.
Das war ein Schock und ich hatte danach lange keine Beziehung mehr zu Frauen.
Aber ich kann mein Interesse für Frauen nicht ganz leugnen.
Was gestern war, hat heute keine Be- deutung mehr. Versuch es zu vergessen.
Das Leben besteht nur aus Gegenwart und Zukunft.
Es ist sehr schwierig für mich, die Ver- gangenheit einfach über Bord zu werfen.
Einige Zeit war sie weg, aber durch unsere Beziehung ist sie wieder aufgetaucht.
Ich habe furchtbare Angst, dass ich wieder etwas zerstöre.
Oder jemanden unglücklich mache. In diesem Fall deinen Vater.
Ich muss mit mir selbst ins Gericht gehen. Ohne Gnade und ohne Heuchelei.
- Hilf mir, Angela. - Ich bin kein Psychoanalytiker. Tut mir leid.
- Joana? - Ich habe deine Koffer gepackt,
weil in diesem Haus kein Platz mehr für dich ist.
Du wirst sicher wieder ein Bett finden, in dem du schlafen kannst.
Was soll das? Ist das vielleicht ein Scherz?
Ich habe es satt, dass du deine kleinen Flittchen mit in mein Haus bringst.
Ich schwör dir, ich habe nie...
Ich war heute Morgen auf der Bank.
Du hast von meinem Konto 4.715.000 Lire abgehoben. Hübsches Sümmchen.
Wenn sie bis Ende der Woche nicht wieder drauf sind, zeige ich dich an.
Aber das ist alles ein großes Missver- ständnis. Ich werde es dir erklären.
- Da bin ich gespannt. - Ich hab dringend Geld gebraucht.
Und zwar für ein todsicheres Geschäft.
Sobald es gelaufen ist, gebe ich dir die Summe zurück.
- Lass mir ein bisschen Zeit, weil ich... - Ich gebe dir Zeit bis Samstag.
Aber bis dahin schaffe ich es nicht.
Oh, vergiss doch nicht, wie sehr ich an dir hänge.
Lüg nicht! Du hängst nur an meinem Geld.
Das ist nicht wahr, ich hab dich immer geliebt, Joana.
Und ich habe dich für jeden Kuss bezahlt.
Nein, du hast mir nur manchmal aus der Klemme geholfen.
- Du liebst mich doch. - Nein, nein! - Und ich liebe dich auch.
Scheißkerl!
Hallo? Sofort. Gnädige Frau, ein Gespräch für Sie aus Rom.
- Ich geh nicht ran. Sagen Sie, ich bin nicht da. - Hallo, Vermittlung?
4.712.000 Lire, sagen wir weniger 300.000, macht genau
4.412.000. So viel hab ich noch nie für einen Bums bezahlt.
Aber der Rabatt ist wirklich großzügig.
Minus 300.000. Du bist ein Schatz, Joana.
Aber denk daran, du hast nur Zeit bis Samstag.
Nein, Papa, es ist alles in Ordnung.
Irene? Nein, sie ist nicht da. Sie macht ein paar Besorgungen.
Ja, ja, du kannst beruhigt sein. Sobald sie zurück ist, ruft sie dich an.
Einen Whisky.
- Noch ein Doppelten. - Gerne.
Angela. Hör zu, ich wollte dir nur sagen,
dass ich von den Fotos immer noch die Negative habe.
Was sollen wir damit machen?
Mit den Negativen? Verbrenn sie, verbrenn sie und Schluss damit.
Verbrennen? Aber das ist doch schade.
Warte auf mich, ich komme zu dir.
- Noch einen. - Sofort.
Sandro? Sandro!
Sandro! Was soll das? Mach sofort auf!
Sandro! Mach auf! Bist du übergeschnappt?
Was hast du vor? Sandro! Aufmachen!
Ich finde die Fotos sehr gelungen.
Es ist eine hübsche Ausstellung, nicht wahr? Ein erotischer Kunstgenuss.
Wie konnten Sie die Fotos schießen?
Teleobjektiv. Kein Problem, ich hab eine erstklassige Kamera,
macht hervorragende Bilder.
Sie können die Fotos haben, für 5 Millionen Lire.
Ein Liebhaberpreis. Inklusive Negative.
Weißt du, damals war ich jung und allein.
Ich war wahnsinnig liebebedürftig.
Ich habe jahrelang die Rolle einer selbstsicheren Frau gespielt.
Kalt und hart.
In Wirklichkeit bin ich hypersensibel. Labil und hilflos.
Angela darf davon nie etwas erfahren.
Angela darf davon nie etwas erfahren?
Tatsache ist, dass Angela alles weiß. Von A bis Z.
Ich hab die Fotos geschossen, weil sie es so wollte.
Wie kann ein Mensch nur so einen schmutzigen Charakter haben,
dass er auch noch andere mit reinziehen muss?
Das ist mir unbegreiflich.
Ich warne Sie! Lassen Sie Angela aus dem Spiel.
Jetzt wollen wir mal etwas klarstellen!
In dieser Geschichte stecken wir alle drin
und niemand kann sich da aus der Affäre ziehen!
Ich kann das nicht und Sie am allerwenigsten.
Und eben so wenig dieses kleine, billige Flittchen, Angela.
Halten Sie den Mund, Sie! Raus! Ihre Gegenwart kotzt mich an.
Sie gewissenloser Lump!
Gerade Sie haben es nötig, hier den Moralapostel zu spielen.
Sie Aasgeier! Was wollen Sie denn noch hier?
Geld haben Sie doch, also verschwinden Sie!
Mir gefällt nicht, dass Sie von mir wie von einer Sau sprechen.
Ich mag eine sein, aber es gibt andere, die sind größer.
- Sie sind ja betrunken. - Okay, ja, ich bin betrunken.
Das haben Sie erfasst. Angela dagegen, ja, die ist immer kalt und nüchtern.
Ich habe Ihnen doch den Hof gemacht.
Und wissen Sie auch, wessen Idee das war? Angelas!
Ich will Ihnen auch sagen, warum.
Um Sie bei ihrem Vater auszuspielen. Sie wollte Sie loswerden.
Nein, das ist nicht wahr! Intrigieren Sie ruhig weiter.
Spielen Sie nur Ihre elende Rolle bis zum Ende.
Sie elender, missratener, seelischer Krüppel! Du widerst mich an!
Ich würde mal sagen, sie hat gute Arbeit geleistet. Was sagen Sie?
Die Fotos von Ihrem Internat. Euer Ausflug zum Cap d'Orso.
Die Sache unter der Dusche in Ihrem Zimmer.
Sie hat mich jeden Tag über das vorgefallene bestens informiert.
Und dann haben wir zusammen darüber gelacht.
Das ist nicht wahr!
Das ist nicht wahr!
Das ist nicht wahr!
- Nein! - Sie hat alles vorzüglich geplant. Alles.
Erinnern Sie sich noch an das Fest, wo sie Sie dazu geholt hat? Auch das war geplant.
Wie Ihnen alle den Hof gemacht haben?
Angela hat Sie langsam aber sicher weichgekocht.
Und dann die Sache mit der Vergewaltigung.
Warum sollte ich Angela vergewaltigen?
- Sie steigt seit über einem Jahr täglich mit mir ins Bett. - Hören Sie auf!
- Hören Sie auf! - Täglich steigt sie mit mir ins Bett.
Ich kann nicht mehr! Schweigen Sie! Hören Sie auf zu lachen!
- Es kann doch nicht wahr sein! - Doch! Doch, aber sicher, Gnädigste.
Nein! Oh Gott!
Weißt du, damals war ich jung und allein.
Ich war wahnsinnig liebebedürftig.
Ich habe jahrelang die Rolle einer selbstsicheren Frau gespielt.
Kalt und hart.
In Wirklichkeit bin ich hyper- sensibel. Labil und hilflos.
Weißt du, damals war ich jung und allein.
Ich war wahnsinnig liebebedürftig.
Skandal im Parini-Lyzeum.
Lehrerin tötet sich. Angela hat sich auch die Zeitung von damals besorgt.
Hören sie doch auf! Bitte seien Sie still.
Ich kann nichts mehr hören.
Aufmachen! Ich muss hier raus. Aufmachen!
Um Himmels willen, mach doch auf!
Aufmachen! Hört mich denn niemand?
Um Himmels willen, mach doch die Tür auf! Aufmachen!
Hilfe! Ich muss hier raus! Aufmachen!
Irene! Irene!
Es ist zu spät.
Irene!
Bitte hör mich an! Ich weiß, dass du mir nie verzeihen wirst.
Ich Idiotin habe alles falsch gemacht. Aber ich kannte dich ja nicht.
Jetzt weiß ich, wer du wirklich bist. Es ist alles meine Schuld.
Bitte, Irene. Lass mich dir alles erklären.
Nein!
Na sieh dir so was an. Die fahren ja wie die Geisteskranken hier.
- Wo die Straßen so kurvig sind. - Immer schön langsam, Fräulein!
Verdammt, Irene.
Nein! Nein!
Nein! Irene!
Oh Gott!
Nein!
Oh Gott!
Irene!
Oh Gott!
Was hab ich gemacht?
Nein! Nein! Nein!
Can't find what you're looking for?
Get subtitles in any language from opensubtitles.com, and translate them here.