All language subtitles for Die Verd+nchtige - S01E03 - Teil 3.deu

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Original subtitles

Diese Geschichte ist inspiriert von wahren Begebenheiten,

aber die Figuren, ihre Beziehungen,

Motivationen und die Handlungsverstrickungen

entsprechen nicht der Realität,

sondern sind fiktive Elemente.

Ihre Blutwerte verdienen die Note Eins.

Solche Zuckerwerte habe nicht mal ich.

Sie sind wirklich sehr lieb, Herr Doktor.

Doch lange werde ich nicht mehr hier sein.

Ganz deutlich fühle ich das.

Frau Lukesova, Sie haben so viel Kraft. Sie werden sicher hundert.

Versuchen Sie zu schlafen, am Abend komme ich nochmal.

Und bitte keine Grabreden, Sie sterben noch lange nicht.

Ruf die Familie an, falls sie sich verabschieden wollen.

Das Ende kann jederzeit eintreten. Natürlich.

Ich mache es sofort. - (Kriz) Danke.

Keine Ursache. - Danke.

(Kriz) Meine Herren. - Die sind von der Kriminalpolizei.

Ruf jetzt die Familie an.

Radka. Mhm.

Was ist los? Warum sind die hier?

Weiß ich nicht.

Sie wollten, dass ich die Akten dieser Patienten raussuche.

Sagten sie, wozu sie die brauchen? Nein.

Alles Todesfälle.

Auch zehn Jahre alte Fälle.

Gestern hat schon der Direktor angerufen.

Er wollte wissen, wie lange wir die Dienstpläne archivieren.

Ich sollte sie ihm schicken.

Bedrückende Streicherklänge

(Mann) Es ist alles etwas undurchsichtig. Wem soll man trauen?

Leise Gespräche

(leise) Darüber, welche Angestellten wann beschäftigt waren.

DIE VERDÄCHTIGE FOLGE 3

Musik aus dem Supermarkt-Radio

(Frau) Gibt's Tomatensoße?

Deine Mutter muss Gewicht zulegen, wo sie aus dem Knast raus ist, nicht?

Lassen Sie uns gefälligst in Ruhe. - Ihr wollt also eure Ruhe? Ah ja.

Meinem Vater wäre es auch lieber gewesen,

hätte ihre Mutter ihn in Ruhe gelassen.

Er hatte nur simple Diabetes und freute sich auf Zuhause.

Mama hat niemandem etwas getan. Von wegen.

Weißt du, mein Fräulein, wir waren bei der Polizei.

Die Ermittler erklärten, was passiert ist.

Ja und? Warum sagen sie ihr das? Hat sie was getan? Komm.

Die sollte nicht aus dem Knast raus! Sie wissen einen Scheiß,

urteilen Sie nicht! Lass die doch. Komm.

Sie haben die Tomaten nicht gewogen. - Dann nehmen wir sie eben nicht.

Achtzig Kronen.

Ich habe kein Telefon dabei, ich komme unangemeldet.

Was willst du?

Hast du grad Zeit? Zum Kartenlegen. Nein, tut mir leid.

Wann könnte ich kommen? Ich werde dir keine Karten legen.

Steht es so schlimm um mich, dass du es nicht willst?

Findest du das witzig?

Komm bitte nicht mehr her, meine Kunden sollen dich nicht sehen.

Dissonante Klänge

Weg da!

Ich habe die Verhöre der Zeugen kopiert.

Es ist wichtig, dass Sie sich die Protokolle genau durchlesen.

Ich wollte Sie noch was fragen.

Sie und Dr. Vaculik, ist das eine reine Arbeitsbeziehung

oder ist das...

Oder ist da vielleicht mehr?

Meinen Sie mit "mehr", ob der Herr Doktor mich gefickt hat?

Zum Beispiel. Nein, hat er nicht.

Der Chefarzt und ich sind wohl die einzigen, die er nicht gefickt hat.

Könnte er einen Grund gehabt haben, Sie loszuwerden zu wollen?

Ist in der Vergangenheit irgendetwas vorgefallen?

Irgendwas Grundsätzliches?

Ein Streit?

Wir hatten eine ganz normale Beziehung.

Seine Partnerin mag mich nicht besonders.

Seine Partnerin? Schwester Dankova.

Die sind seit etwa anderthalb Jahren zusammen.

Das Dolantin, das man in meinem Spind fand. Von mir ist es nicht.

Ich wusste nicht, dass das da drin ist. Wohl jemand aus der Abteilung.

Handy vibriert.

Ja?

Was ist?

Spannungsvolle Klänge

Ich war letzte Woche schon mal hier. Ihre Kollegin versprach mir,

sich bei mir zu melden. Hat sie aber nicht.

Mhm. Hier habe ich es.

Die letzten beiden Raten wurden nicht gezahlt.

Sie schulden uns 13.649 Kronen.

Entschuldigen Sie mich kurz?

Ich bin bei der Bank, was ist los?

Wie bitte?

Was genau schreiben die da?

Man hört sie nicht.

Ich melde mich gleich bei dir.

Hana seufzt. Ich habe schlechte Nachrichten.

Das Einzige, was wir Ihnen anbieten können, ist eine Schuldenübernahme.

Geht's Ihnen gut?

Allerdings, wenn Sie sich für diese Variante entscheiden...

So einen Scheiß zu schreiben!

Sie haben sie doch gehen lassen!

ERSCHRECKENDE MORDBILANZ

Beruhigen Sie sich.

Mama hat nichts getan und die machen sie zur Serienmörderin.

Ich verstehe Sie, aber ich kann nichts tun.

An wen sollen wir uns wenden?

An die Polizei? Ans Gericht? Wer kann was machen?

Niemand.

Deren Informationen kommen womöglich direkt vom Staatsanwalt.

In diesen Artikeln wird aus der Gerichtsakte zitiert.

Was wird zitiert?

Die Kripo hat einen Sachverständigen beauftragt,

rückwirkend alle Todesfälle während Ihrer Dienste zu überprüfen.

Der 19 Jahre, die Sie in der Abteilung waren.

Was ist los?

Er fand neun Fälle, bisher, bei denen er davon ausgeht,

dass sie nach Verabreichung von Kalium eingetreten sind.

Sind die jetzt total irre geworden?

Hier sind die Patientenakten. Gehen Sie die sorgfältig durch.

Es waren Ihre Patienten. Sie betreuten sie.

Versuchen Sie Unstimmigkeiten und Widersprüche zu finden.

Irgendwas, das hilft, die Theorie über Morde mit Kalium zu entkräften.

Ich soll mich an Patienten erinnern, die ich vor 15 Jahren betreute?

Wahnsinn, ich weiß, aber versuchen Sie's zumindest.

Was ist das?

Was ist los?

Wenn wir nicht in 10 Tagen zahlen, schalten sie den Strom ab.

Wie bitte?

Tja, dann heizen wir eben mit dem Ofen.

Genug Holz haben wir ja.

Okay. Erinnerst du dich wenigstens an einen von denen?

Diese vier hier, sagen mir was.

Und an diesen Herrn mit Diabetes, erinnerst Du Dich an den?

Warum?

Nur so. Hat jemand was gesagt?

Filip versucht, unsere Tickets zu verkaufen.

Also kommt 'n bisschen Kohle rein. Wie schnell weiß ich nicht.

Ich gehe hoch, falls was ist, ruf mich.

Tereza.

Ich will, dass du eins weißt.

Ich habe die Nachtschicht Millionen Mal in meinem Kopf abgespult.

Ich bin sicher, ich habe das Kalium in die Infusion getan.

Oder habe ich es vergessen?

Manchmal weiß ich es einfach nicht mehr.

Vielleicht habe ich's wirklich nicht reingetan.

Aber ich könnte nie jemanden vorsätzlich töten. Niemals.

(Pförtner) Danke.

Jelinek. Vaculik. Angenehm.

(Berka) Nehmen Sie bitte Platz.

Sie wissen es sicher aus den Medien.

Wir baten Herrn Doktor Jelinek, weitere Todesfälle zu untersuchen,

an denen Schwester Kucerova einen Anteil gehabt haben könnte.

Ich verstehe nur nicht, wie ich Ihnen noch helfen könnte.

Alles was ich weiß, sagte ich bei der letzten Vernehmung.

Ich sah mir in den Dossiers die Arztberichte der Patienten an,

die während der Schichten dieser Schwester verstorben sind.

Für mich sind die Schlussfolgerungen eindeutig,

aber es sind ja nur Einträge aus Patientenakten.

Die einzigen realen Beweise haben Sie sichergestellt.

Wären Sie nicht gewesen, hätten wir überhaupt nichts.

(Berka) Wir haben nur Sie und Klimenkova als unmittelbare Zeugen.

Nach dem Medientrubel

ist die Glaubwürdigkeit der übrigen Zeugen zweifelhaft.

Die Verteidigung kann Ihre Objektivität in Frage stellen.

Von Belang sind nur die Aussagen, die früher sichergestellt wurden.

Na ja, und da sie Arzt sind,

da wird im Grunde alles mit Ihnen stehen und fallen.

Erinnern Sie sich an einen Fall aus der Vergangenheit,

bei dem der Tod eines Patienten

Ihnen verdächtig oder ungewöhnlich erschien?

Und könnten Sie den Tod dieser Patienten

mit Handlungen Schwester Kucerovas in Zusammenhang bringen?

Glocke an der Tür bimmelt.

(Kundin) Wir nehmen das.

(Verkäuferin) Das macht 250 Kronen bitte.

Guten Tag.

Danke. Auf Wiedersehen. - Auf Wiedersehen.

Türglocke bimmelt.

(Mann) Kann ich Ihnen helfen?

Tereza. Hallo.

Hallo. Stehst einfach so rum, wie lange bist du schon hier?

Kann ich mal mit dir sprechen?

Na klar, komm.

Wie bist du hergekommen? Mit dem Bus.

Du hättest anrufen sollen, ich hätte mir frei genommen.

Hast du das von Mama gehört?

Hm.

Weiß man schon, warum sie es getan hat?

Wir sind vollkommen blank.

Mamas Konto ist leer.

Jetzt stellen die den Strom ab, wenn wir nicht die Rechnungen zahlen.

Ich bitte dich. Das sind nur Drohungen.

Kannst du uns was leihen? Wovon?

Wir kommen grad so über die Runden. Was glaubst du, was ich verdiene?

Papa, du schuldest mir noch Geld.

Meine Alimente.

Du hast versprochen, du zahlst sie nach.

Hat dir Mama gesagt, dass du zu mir zu fahren sollst?

Wenigstens einmal im Leben könntest du mir helfen. Wenigstens einmal?

Du schuldest mir 97.000.

Du hast schon letztes Jahr versprochen, mir das Geld zu geben.

Ihr könnt mich vor Gericht zitieren. Da habt Ihr ja Übung drin.

Ich war dir immer scheißegal, nun könntest du mir einmal helfen.

Weiß nicht, was Hana erzählt hat, aber du warst mir nie scheißegal.

Wäre ich nicht gewesen, würdest du nicht hier sitzen.

Frag deine Mutter mal, wer sie überredet hat, nicht abzutreiben.

Wie ich betteln musste,

weil sie gerade vor ihrer ach so wichtigen Abschlussprüfung stand.

Wenigstens dafür könntest du mir dankbar sein.

Mehr habe ich nicht da.

Ein Auto hält.

Bedrohliche Klänge

Stumme Szene

"Zur Zeit sind wir überzeugt, dass es mind. acht weitere Opfer gibt.

Alle Opfer waren ältere Menschen, die Betreuung brauchten.

Die Krankenschwester spritzte Kalium in den Blutkreislauf.

Aufgrund ihrer medizinischen Ausbildung wusste sie wohl,

dass dadurch das Kaliumgleichgewicht gestört wird,

was eine Herzrhythmusstörung

mit anschließendem Herzstillstand und den Tod zur Folge hatte."

Nachrichten-Melodie

Dalibor, ich warte auf dich.

Entschuldigung.

Gehst du in den Jeans? Zieh doch die neuen an.

Die sind gut.

Guten Tag, Herr Doktor. Guten Tag. Guten Tag.

Guten Tag. - (Mann) Ah, guten Tag.

Hallo. - (Mann) Sieh an, wer da ist.

Unser Freund. Vaculik.

Hätte ich die Schwiegermutter zu euch gebracht, ich hätte meine Ruhe.

Du bist bescheuert. Es soll noch mehr Tote geben.

(Frau) Wir hätten gern ein Foto. - Vielleicht noch mit Autogramm!

Ich bin nicht fotogen, kommt sicher jemand Besseres.

Siehst super aus. Nehmt die beiden da.

Ein Erinnerungsfoto, bitte. Na gut, wenn's sein muss.

Wir sind voll auf Ihrer Seite. Danke.

Lächeln bitte.

Stimmengewirr

Warten Sie hier.

Wie wussten die Reporter früher als wir von den anderen Toten?

Das muss denen jemand gesagt haben. Was beweist das?

Dass die Bullen es verrieten oder Kollegen sie loswerden wollen?

Ist doch eigenartig, wie sich Vaculik und Kriz beschuldigen

und dass niemand sagen kann, was in der Nacht wirklich passiert ist.

Papa ruft. Du sollst ihm beim Schrank helfen.

Ja, in fünf Minuten bin ich da.

Er soll erstmal die Farbe anrühren.

Würde deine Mutter so beschuldigt, würdest du denen glauben?

Tereza, ich will ja nicht gemein sein,

aber bei meiner Mutter würde jeder, der sie kennt sagen, die sind irre.

Weiß doch jeder, wie deine Mutter ist.

Weißt du was, fick dich doch.

Tereza, entschuldige.

Lässt du mich raus?

Ich fahre dich, es sieht nach Regen aus. Nicht nötig.

Ich muss sowieso noch die Einnahmen einzahlen. Wartest du kurz?

Bin gleich zurück, muss kurz auf die Toilette. Gut.

Streicherklänge

Tür

Ich bringe Verstärkung, Kristynka. Ihr versteht euch sicher.

Sie müssen wissen, Frau Baltosova ist Asthmatikerin.

Kümmern Sie sich ein bisschen um sie.

Damit es ihr nicht plötzlich schlechter geht.

Das können Sie doch gut, oder?

Tereza, warte.

Hier, nimm.

Für dein Flugticket.

Mehr hat leider niemand dafür geboten.

Danke.

Weißt du ...

ich habe wirklich lange darüber nachgedacht.

So ein Job wird da bestimmt nicht nochmal frei.

Ihr braucht das Geld und ich bereite währenddessen alles für uns vor.

Du kommst einfach nach, sobald es geht.

Sobald du eben kannst.

In der Zwischenzeit findet ihr einen richtig guten Anwalt.

Klar.

Du kommst nach, sobald du kannst, alles wird bereit sein für dich.

Wie lange weißt du das jetzt schon?

Ich war mir bis zum letzten Moment nicht sicher.

Du willst nicht bei der Tochter der abartigen Krankenschwester sein.

So ist es nicht. Du kommst, sobald du kannst.

Weißt du was? Geh ruhig packen!

Du fliegst in einigen Tagen. Nicht, dass du am Ende etwas vergisst.

Autotür Tereza!

Sie betätigt einen Schalter und seufzt.

(flüstert) Hallo.

Sie schluchzt. Mist!

Maschine rattert laut.

Streicherklänge

Au!

Sie stöhnt auf.

Was ist los? Alles in Ordnung?

Zeig mal her.

Tereza stöhnt.

Schnell, stell die Maschine aus!

Sie hat sich verletzt. Ein Taschentuch.

Jemand rülpst laut.

Willst du nicht gleich hierhin kotzen? - Sorry.

Rülpsen

Laky! Laky! - Hey!

Was hast du denn da? Was ist das? Komm mal her.

(Schwester) Der nächste?

Hallo. Guten Tag.

Willst du zu uns?

Mhm. Dann komm.

Die jungen Männer lachen.

Genäht muss es nicht werden.

Die Schwester desinfiziert die Wunde und dann kommt ein Pflaster drauf.

Schonen Sie die Hand ein paar Tage. Brauchen Sie eine Krankschreibung?

Ja, bitte.

Wo arbeitest du?

Bei Schneider.

Sie ächzt.

Sind Sie nicht mehr auf der Station? Nein.

Wieso nicht?

Ich bin jetzt 58.

Da habe ich mir das verdient. Ein bisschen Ruhe.

Das versteht die junge Dame noch nicht, Radunka.

Haben Sie einen Titel?

Nein.

Neulich haben wir den Titel mal vergessen.

Das gab ein Riesentheater, deshalb frage ich lieber.

Und, ist die Hand noch dran?

Es fehlen 'n paar Finger.

Ein Trösterchen.

Danke.

Ruhige Musik

Guten Tag.

Endschuldigen Sie, ich bin Novak, der Anwalt von Frau Kucerova.

Tut mir leid, ich habe Pause.

Es gut um das Expertengutachten, wir bräuchten es.

Wir hatten eine Vereinbarung.

Sie hatten zugesagt, zunächst eine Anzahlung zu überweisen.

Wie bitte? Sie haben das Geld noch nicht erhalten?

Ruhige Musik

(Holländisch) Eins, zwei, drei, vier und, Moment, ...

fünfzig, wie vereinbart. Danke.

Es läutet.

Haben Sie sonst noch etwas Interessantes?

Nein nur das, danke. Schade.

Seit heute früh versuche ich Sie anzurufen.

Mein Telefon wurde gesperrt. Wie bitte?

Weil Ihr Telefon gesperrt ist, kommen wir nicht weiter?

Ich war bei Professor Simunek.

Bringen Sie die 30.000 irgendwie zusammen?

Die Hälfte habe ich und am 15. bekomme ich meinen Lohn.

Der Prozess beginnt bereits in zwei Wochen.

Nur mit Simuneks Gutachten können wir in Zweifel ziehen,

dass überhaupt jemand getötet wurde. Was erwarten Sie?

Glauben Sie, ich liege rum und tue nichts?

Ich versuche das Geld zusammenzubringen.

Der Prozess beginnt am 18.

Ihre Mutter braucht eine Woche, um das Gutachten durchzuarbeiten.

Ich schicke dem Simunek die Kohle, reicht Ihnen das?

Wie hoch ist die Telefonrechnung? Warum?

Wie viel will ich wissen. So 1300.

Bitte sehr.

Geben Sie's mir von Ihrem Lohn zurück.

Sie räuspert sich.

Sehen Sie mich doch nicht so an. Soll ich Ihnen Rauchzeichen senden?

Hier. Was haben Sie mit Ihrer Hand gemacht?

Hab auf der Arbeit nicht aufgepasst. Waren Sie damit irgendwo?

Ist das nicht gebrochen?

Wissen Sie, wen ich in der Notaufnahme traf?

Radka Jarosova, aus Mamas Abteilung, sie ist da weg.

Die Oberschwester Jarosova? Nicht mehr.

Sie verarztet jetzt Besoffene in der Notaufnahme.

Sagte sie, warum sie nicht mehr dort ist?

Sie wollte wohl vor der Rente noch eine Veränderung.

Verzeihung, entschuldigen Sie mich.

PROTOKOLL DER ZEUGENVERNEHMUNG

VON RADKA JAROSOVÁ

Der Junge lacht. Hör auf!

Es läutet. Hier noch.

Es läutet.

(Frau) Karel? Kommst du mal?

Ja, gleich.

Kann ich noch an deinen Computer? - Aber nur kurz. Wasch dich schön.

Entschuldige, dass ich noch störe. - Was ist los?

Ich komme von der Stadtvertretung.

Im Krankenhaus gibt's eine außerordentliche Hauptversammlung.

Die Leitung soll ausgetauscht werden.

Für wann wurde sie anberaumt? - Für den 18.

Das ist in zwei Wochen.

Wurde mit einer Stimme Mehrheit beschlossen.

Im Vorstand habt ihr die Mehrheit.

Die können euch nicht einfach abberufen.

Würdest du bitte Krystof in der Badewanne helfen?

(Frau) "Hallo?"

Guten Tag, Novak hier. Der Anwalt von Frau Kucerova.

Wir haben uns vor 6 Monaten mal unterhalten, in Ihrer Abteilung.

Frau Jarosova, haben Sie kurz Zeit, ich würde gern mit Ihnen sprechen.

Frau Jarosova?

Was ist so überraschend daran? Ich habe drei Jahre bis zur Rente.

Ehrlich gesagt, hatte ich vom Stress in diesem Irrenhaus die Nase voll.

Frau Jarosova, ich weiß, dass es mich nichts angeht.

Sie haben sicher Ihre Gründe weshalb sie dort weg sind.

Nur, während wir uns unterhalten, sitzt Frau Kucerova in Haft.

Und das schon ein dreiviertel Jahr.

Es droht eine Verlängerung der Haft. Ist das etwa meine Schuld?

Sie hatten die meiste Erfahrung in der Abteilung.

Sie waren am längsten von allen dort, länger noch als der Chefarzt.

Im September gaben Sie zu Protokoll,

dass Sie Ihre Laufbahn fortsetzen wollten.

Und dann gehen Sie so ganz plötzlich weg?

Nun, so plötzlich war das gar nicht.

Ich hatte schon länger darüber nachgedacht.

In der Notaufnahme haben Sie doch auch Stress.

Das ist keine Veränderung zum Besseren.

Nicht für Sie.

Also, wenn Sie vor irgendwas Angst haben...

Sie sind jetzt nicht mehr in der Abteilung.

Was könnte Ihnen denn Schlimmes passieren?

Der Mord an einem Patienten kann noch nach Jahren rauskommen, oder?

Worauf wollen Sie hinaus?

Ich wollte nicht die nächste sein, die sie sich vorknöpfen.

Guten Tag.

Erzählen Sie mir, was geschehen ist.

Bedrohliche Klänge

(Aufseherin) Kucerova, stehenbleiben.

Wieso haben Sie das im Glas? So wird das in der Kantine verkauft.

Verschwinden Sie.

(Michal) Wie geht's der Hand?

Ganz okay.

Also kriegst du keinen Piratenhaken. Sieht so aus.

Schade, ich hätte dir einen Papagei leihen können.

Du hast einen Papagei? Mhm.

Einen Rosella-Sittich, Igor.

Hier. Gestern hat er nach mir gehackt, der Schurke.

Eigentlich eine Schurkin, aber wir merkten's zu spät

und wollten keine Verwirrung stiften.

Cool.

Soll ich dich nach der Arbeit mitnehmen?

Nicht nötig, bin mit dem Rad da. Das packen wir in den Kofferraum.

In das Silbergeschoss passen ja fünf davon rein. Nein danke.

Bedrohliche Klänge

LEBENSLÄNGLICH FÜR MORD

Was ist passiert? Sie ist mir runtergefallen.

Wenn Sie jemand angegriffen hat von den Mitgefangenen

oder den Wärtern... Sie ist mir runtergefallen.

Ich habe 'ne Eröffnungsrede verfasst. Könnten Sie sie lesen?

Natürlich. Haben Sie schon das Gutachten?

Nein, Simunek wartet noch auf die Anzahlung.

Hat er das Geld von Tereza noch nicht?

Sie bekommt ihren Lohn erst am 15.

Dann kriegen wir wohl endlich das Gutachten.

Vorgestern habe ich eine Ihrer ehemaligen Kolleginnen besucht.

Sie hatte Angst, dass ihr das gleiche passieren könnte wie Ihnen.

Setzen Sie sich.

Radio läuft leise.

Die Schwester meint, ich kann in einer Woche gehen.

Sagen Sie bloß, es gefällt Ihnen nicht bei uns!

Nächsten Samstag heiratet meine Enkelin, Pavlinka.

Die hübsche, die mich immer besucht. Ja, ja.

Ich möchte so gern dabei sein. - Herr Doktor?

(Radio) " ... eine Krankenschwester, der vorgeworfen wird,

im Jansky-Krankenhaus in Ostrov

Patienten mit Kalium ermordet zu haben.

Dem Staatsanwalt zufolge wollte sie sich

durch die Morde die Arbeit erleichtern.

Im Fall einer Verurteilung droht ihr lebenslängliche Haft."

(lachend) Tja, falls sie verurteilt wird, wissen wir, wie's ausgeht.

Die Ärzte werden sagen, sie war verwirrt,

und sie landet in einer luxuriösen Heilanstalt.

Dort können wir sie dann mit unseren Steuern durchfüttern.

Es heißt immer, die Kommunisten, die Kommunisten...

Die hätten mit der kurzen Prozess gemacht, einen Strick und fertig.

Kriege ich einen Kaffee? Einen löslichen?

Danke.

Ruhige Musik

So, Perry, friss schön.

Stumme Szene

Sorry. Tschuldigung.

Sie übertragen den Prozess aus dem Gerichtssaal? Ja.

Sie streamen ihn online? Ja.

Danke für die Info. Gern.

Darf ich? Mhm.

Gestern wurde ich noch davon in Kenntnis gesetzt,

dass sich die Familie Frau Ruzickovas

der Schadensersatzklage anschließt. Der zuletzt gestorbenen Patientin.

(flüstert) Das sind sie.

Insgesamt sind es damit 17, mit fünf Kindern und zwei Neugeborenen.

Sie verlangen eine Entschädigung von einer Million Kronen.

Eine Million? Woher sollen wir die nehmen?

Nicht eine Million für alle, für jeden von ihnen.

Ihrer Mutter erzählen wir das erstmal nicht, ja?

Wir besprechen das, wenn Zeit und Ruhe ist.

Keine Sorge.

Dumpfe Klänge, stumme Szene

Tür

Ketten rasseln.

Setzen Sie sich.

Frau Vorsitzende.

Wir protestieren dagegen, dass der Prozess

direkt übertragen wird.

Das kommt der Veröffentlichung

des Protokolls der Hauptverhandlung im Internet gleich.

Ich verstehe das Interesse der Öffentlichkeit

und der Medien an diesem Prozess, aber ...

dies verletzt das Recht meiner Mandantin

auf Verteidigung und gefährdet den Prozess.

Alle Zeugen, die vor diesem Gericht aussagen,

werden stark beeinflusst, von dem, was sie in den Medien sehen.

Das muss in der Verhandlung Berücksichtigung finden. Danke.

Gemäß Paragraf 200, Absatz 3 der Strafprozess-Ordnung

wird dem Antrag auf Ausschluss der Öffentlichkeit nicht stattgegeben.

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

hiermit heiße ich Sie herzlich willkommen

zu unserer außerordentlichen Hauptversammlung.

Wie Sie aus der Einladung ersehen konnten,

geht es in erster Linie um Veränderungen im Vorstand

des Jansky-Krankenhauses.

Dies ist nach dem Personalwechsel in der Stadtverwaltung

die letzte große Veränderung,

die die Bürger nach den Wahlen erwarten.

Nun, ich weiß,

dass einigen die Stimmabgabe kein Vergnügen bereitet,

aber ich möchte Sie trotzdem darum bitte, jegliche ...

Sympathie und Antipathie zu unterdrücken und abzustimmen.

Nach bestem Wissen und Gewissen.

Ja?

Ich weiß, es ist gegen die Geschäftsordnung,

aber darf ich mich ausnahmsweise zu Wort melden?

Bitte. - Ich danke Ihnen.

Keine Sorge. Ich halte Sie nicht lange auf.

Zunächst möchte ich Ihnen allen danken.

Insbesondere für unsere erfolgreiche Zusammenarbeit über 12 Jahre,

die ich wirklich sehr geschätzt habe.

In diesen Jahren habe ich zu vielen gute Beziehungen aufgebaut.

Einige würde ich sogar als Freundschaften bezeichnen.

Ich wüsste nicht, was ich mir noch wünschen könnte.

Was könnte ein Mensch Besseres erreichen?

Und an Sie, meine Freunde, richte ich meinen letzten Appell

als Direktor des Jansky Krankenhauses.

Ich bitte sie um eins: heben Sie Ihre Hand, alle gemeinsam

um mich abzuwählen, damit ein Neuanfang möglicht wird.

Ich denke, nach 12 Jahren ist es an der Zeit für einen Wechsel

und diesen Wechsel möchte ich gern unterstützen.

Hana (Klára Melísková): Katrin Zimmermann

Novak (Miroslav Hanus): Hanns Jörg Krumpholz

Tereza (Denisa Baresová): Derya Flechtner

Vaculík (Ivan Trojan): Rainer Doering

Kríz (Petr Lnenicka): Alexander Doering

Übersetzung: Barbara Mainer

Dialogbuch und Regie: Beate Klöckner

Deutsche Fassung: Studio Hamburg Synchron GmbH

Redaktion: Felicitas Schwarz

Untertitelung: Timecode-Filmstudio, Kehl, 2022

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