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Original subtitles

Diese Sendung enthält Bilder und Inhalte,

die verstörend sein könnten, und ist nicht für Kinder geeignet.

Dezember 1944.

Hitler startet einen Großangriff auf die Westfront

durch Belgien und Luxemburg.

In Kleinstädten stehen die Züge der Alliierten unterlegen

gegen ganze deutsche Bataillone.

In einer Reihe von Angriffen wie David gegen Goliath

treten überlegene Nazi-Waffen gegen amerikanischem Metall an.

Die Ardennenoffensive.

In dieser Serie untersuchen wir die Ereignisse des Zweiten Weltkriegs

aus einer ganz neuen Perspektive.

Zusammen mit selten gezeigten Archivfilmen,

Fotos von der Front

und bemerkenswerten Luftaufnahmen der ursprünglichen Orte

rekonstruieren wir die Schlachten.

Gewagte Bombenangriffe und tödliche Terrorwaffen

änderten den Lauf der Geschichte.

Wir schweben über die Schlachtfelder

und enthüllen die Geheimnisse des Zweiten Weltkriegs von oben.

Oktober 1944.

Ein alliierter Pilot fliegt über die Nordsee,

um das Nazi-Verteidigungsnetz an der Küste Europas zu kartografieren.

Er fliegt über eine holländische Insel und macht einige Fotos.

Sie zeigen einen befestigten Ort, der mit Betonbunkern bedeckt ist,

die nebeneinander in einer 16-km-langen Linie liegen.

Das ist wohl der beeindruckendste Teil

von Hitlers berüchtigtem Atlantikwall.

Um den Krieg in Europa zu gewinnen, müssen die Alliierten

den am besten verteidigten Teil der Betonbarriere durchbrechen.

Das Blatt hat sich für Nazi-Deutschland gewendet.

DEUTSCHLAND

Nach den erfolgreichen D-Day-Landungen in der Normandie

brechen alliierte Truppen durch Europa aus.

FRANKREICH

Aber ihr schneller Vormarsch überspannt die Versorgungslinien.

Die Alliierten müssen nun eine neue Schiffsroute

durch Europas größten überlebenden Hafen in Antwerpen errichten.

Ein großes Hindernis steht jedoch zwischen dem Hafen und dem Meer,

die niederländische Insel Walcheren,

die die Deutschen schwer befestigt haben.

Walcheren liegt an der Mündung des Flusses Schelde

und erstreckt sich über eine Fläche von über 180 Quadratkilometern.

Der Ort bewacht den Eingang zu Antwerpens wichtigem Hafen.

Seine Lage ist so entscheidend,

dass Hitler persönlich die Planung der Befestigungen überwacht,

bis ins letzte Detail.

Die Archäologin Natasha Billson untersucht dieses fast vergessene,

aber entscheidende Schlachtfeld.

Den Nazis ist klar, wie wichtig dieses Stück Land ist.

Die Insel ist bis an die Zähne bewaffnet.

Hier in den Dünen haben sie Küstengeschütze

an der Mündung der Schelde.

An der Küste wimmelt es von schweren Artillerieposten.

Einige von ihnen haben mächtige 220-mm-Kanonen

mit einer Reichweite von über 22 km, um Angriffe vom Meer zu verhindern.

Weiter landeinwärts schützt eine zweite Reihe von Bunkern

die Küstengeschütze vor einem Hinterangriff.

Jeder Bunker hat ein schweres Artilleriegeschütz,

mit einem Vorrat tödlicher 150-mm-Patronen

mit einer Reichweite von 10 km.

Von bis zu zwei Metern dicken Wänden geschützt,

sind diese Bunker tödliche Hindernisse.

Bei näherem Hinsehen erkennt man zahlreiche Aufprallspuren.

Bei der Größe, Form und Tiefe

müssen es 20 Millimeter sein,

die von alliierten Flugzeugen aus dieser Richtung kommen.

Sie richten nicht viel Schaden an.

Um diese Bedrohung zu beenden, könnten sie bombardiert werden.

Aber es gibt so viele

und die Piloten konnten sie nur durch direkte Treffer zerstören.

Die Verteidigung der Nazis hat jedoch eine Achillesferse.

Der Großteil der Insel liegt unter dem Meeresspiegel.

Riesige Deiche, bis zu 76 Meter breit,

und eine Reihe Wanderdünen, die bis zu 52 m hoch an der Küste liegen,

sind alles, was zwischen den Inselbewohnern und dem Meer steht.

Die Dünen und Deiche der Insel bilden den Rand.

Wenn sie den Rand durchbrechen, strömt das Wasser hinein und schneidet

viele Bunker im Inland voneinander ab, wodurch sie nutzlos werden.

Um Nachschub durch den Atlantikwall nach Antwerpen zu bringen,

wollen die Alliierten Walcherens Deiche und Dünen sprengen

und Meerwasser die Insel überfluten lassen.

3. Oktober 1944.

Um 13 Uhr führen 247 britische Lancaster

und Mosquito-Bomber einen präzisen Angriff durch.

Das Flugzeug zielt auf die Dämme der Insel.

Am ersten Tag werfen sie über 1.000 Töne Bomben ab.

Luftaufnahmen zeigen die Verwüstung.

Die Explosionen durchbrechen die Meeresmauern.

Weitere Angriffe erweitern die Lücke und überfluten 80 Prozent der Insel.

Nur die höchsten Dörfer und Anlagen entkommen der Flut.

Der holländische Historiker Tobias Van Gent untersucht das Gelände.

Nach dem Bombardement der Deiche

schrieb eine britische Zeitung:

RAF versenkt niederländische Inseln, um die Deutschen zu eleminieren.

Aber die deutschen Geschütze wurden nicht zum Schweigen gebracht,

denn die Küstengeschütze lagen hoch über den Dünen und den Deichen.

Man kann sie nur neutralisieren, indem man auf der Insel landet

und die Küstenbatterien nacheinander erobert.

Als Walcheren überflutet wurde,

starteten britische und kanadische Truppen einen Amphibienangriff

über die stark verteidigte Mündung.

Am 1. November um 8:20 Uhr

feuern drei alliierte Kriegsschiffe und Dutzende Landungsboote

ihre Kanonen auf Walcheren.

Im Schutz dichter Rauchwolken

greifen die ersten Wellen der britischen Kommandotruppen

auf die West- und Südküste der Insel.

Spezialpanzer mit schnell rotierenden Ketten

explodieren vergrabene Minen.

Dadurch ist eine sichere Passage an den Stränden möglich,

durch die die Truppen vorrücken und die Nazis ausschalten können.

Nach mehreren Tagen erbitterter Kämpfe

nehmen die Alliierten endlich die Insel ein

und nehmen 41.000 deutsche Soldaten gefangen.

Es ist ein vernichtender Schlag für Hitler.

Der Angriff auf Walcheren erlaubt den Alliierten,

die Versorgungslinien durch Antwerpen zu sichern.

Kurz danach können sie 19.000 Tonnen Vorräte pro Tag abladen,

um den Vorstoß der Alliierten durch das besetzte Europa anzutreiben.

125 Kilometer östlich von Antwerpen,

an der deutschen Grenze zu Belgien,

stehen die Alliierten vor ihrem nächsten großen Hindernis.

Luftaufnahmen, die in der Nähe von Aachen gemacht wurden,

zeigen eine bedrohliche Betonstruktur,

die sich so weit das Auge reicht erstreckt.

Von oben betrachtet,

ziehen sich seltsame geometrische Linien über die hügelige Landschaft.

Ein genauerer Blick zeigt, dass die Linien aus Betonblöcken bestehen,

die in Reihen angeordnet sind.

Jeder Block ähnelt einer bis zu zwei Meter hohen Pyramide.

Die Betonpyramiden sind nur einen Meter voneinander entfernt

und bilden Teile eines riesigen Netzwerks von Nazi-Festungen

namens Siegfried-Linie.

SIEGFRIED-LINIE

Die Siegfried-Linie ist eine Mauer aus Beton und Stahl.

Mehr als 22.000 Bunker und Unterstände sind gleich verteilt,

um ineinandergreifende Schussfelder zu schaffen,

die bis zu 30 Kilometer tief

und über 600 Kilometer entlang der Westgrenze Deutschlands liegen.

Die Siegfried-Linie ist eine Meisterleistung der Nazi-Technik.

Der ehemalige Soldat Henri Mignon

untersucht die Reihen der Betonpyramiden.

Sie werden Drachenzähne genannt und sollen Panzer fangen.

Die Drachenzähne wären nur aus Beton nicht sehr stark.

Aber um sie stärker zu machen, fügten sie Stahlstangen hinzu.

Diese Stahlstangen führten natürlich in den Zahn des Drachen hinein,

aber auch im Boden sind sie mit den Zähnen des anderen Drachen verbunden.

Ein echtes Hindernis.

Die Stahlstangen binden die Zähne an ein dickes Betonfundament,

um eine einzige undurchdringbare Einheit zu schaffen.

Anfang November 1944

erreichen US-, britische, französische und kanadische Truppen

die Siegfried-Linie.

Sie brauchen einen Weg, diese tödliche Barriere zu durchbrechen.

Die Deutschen flohen hinter die Siegfried-Linie.

Als die Amerikaner dort ankamen,

hielten sie es für ein kleines Hindernis.

Das war die erste Reaktion.

Aber sie merkten schnell, dass das nicht stimmte,

denn sie versuchen an vielen Orten, die Siegfried-Linie zu überqueren,

und überall war die Hölle.

Die Zähne sind verheerende Hindernisse für Panzer.

Das Überrollen reißt die schlecht gepanzerte Panzerunterseite auf,

ein willkommenes Ziel deutscher Panzerabwehrwaffen.

Die Deutschen hinterlassen absichtlich Schwachstellen,

um alliierte Panzer in Todeszonen zu locken,

wo sie einer nach dem anderen erschossen werden können.

Hitler weiß, die Versorgungslinien der Alliierten sind am Ende.

In einem letzten Versuch, den Verlauf des Krieges zu ändern,

plant er eine massive Offensive:

Einen Überraschungsangriff auf die Alliierten in Belgien und Luxemburg,

wo sie am verwundbarsten sind.

Er will die Brücken über die Maas einnehmen

und dann in wenigen Tagen Antwerpen zurückerobern.

Hitler hofft, dass dies einen Keil zwischen die Alliierten treibt,

ihre Versorgungslinien trennt und sie zur Kapitulation zwingt.

ANTWERPEN

Die deutsche Offensive heißt Operation Wacht Am Rhein,

16. Dezember 1944.

Achtzigtausend US-Soldaten, stationiert in den Ardennen,

schlafen auf eisigem Boden.

Versteckt im dichten Wald haben sie keine Ahnung,

dass ein deutscher Kampftrupp mit über 2.000 Panzern

und Sturmgeschützen sich ihrer Position nähert.

Um 5:30 Uhr starten die Deutschen einen massiven Angriff

mit 1.900 Artillerieteilen und Raketenabschüssen

gegen die ahnungslosen Amerikaner.

Der 22-jährige Scout Louis Kalil ist Teil eines Geheimdienst-

und Aufklärungszuges, der die volle Wucht des deutschen Ansturms erlebt.

Man könnte meinen, das Ende der Welt naht. Das dachte ich auch.

Ich dachte, eine davon wird direkt über uns landen, und das war's.

Wir werden es nie wissen.

Granaten explodieren in den Bäumen,

tödliche Metall- und Holzsplitter fliegen durch die Luft.

Ein schreckliches Gefühl.

Zwei Stunden lang kam eine nach der anderen.

Benommen und desorientiert lassen viele Soldaten alles zurück.

Hitlers Hinterhalt hat die Alliierten beim Schlafen überrascht.

Seine Offensive könnte die Invasion abwehren

und den Kriegsverlauf zugunsten Deutschlands wenden.

Am ersten Tag von Hitlers Gegenoffensive

werden die Alliierten in einem Blitzkrieg überrumpelt.

In den Ardennen wird die US-Front von nur sechs Divisionen gehalten,

mit nur etwas mehr als 100.000 Männern.

DEUTSCHLAND

Sie stehen nun vor einer der größten Konzentrationen von Feuerkraft

seit Kriegsbeginn: 18 deutsche Divisionen

mit über 400 Panzern

und über 300.000 deutschen Kämpfern.

Aber hier geht es nicht nur um Zahlen.

Unter ihnen sind Eliteeinheiten der Waffen-SS,

der Kampfabteilung der paramilitärischen Gruppe der NSDAP.

SS-Offizier Joachim Peiper kommandiert die Kampfgruppe,

ihre stärkste Panzereinheit.

Peiper ist der jüngste Kommandant der Waffen-SS.

Er ist ein fanatischer Nazi,

der vom Führer selbst zum Erfolg auserkoren ist.

Ihm steht die beste Ausrüstung zur Verfügung,

einschließlich des ultimativen Panzers, dem Königstiger.

Marie-France Gregoire verwaltet einen der letzten Königstiger.

Es war eine schreckliche Erfahrung für die amerikanischen Soldaten,

vor diesen hässlichen, sehr großen Biestern zu stehen.

Und vergessen Sie nicht den Lärm, es war schrecklich.

Tausende davon. Ja, es ist schrecklich.

Der Königstiger ist eine 70-Tonnen-Stahlbestie

mit einer 18 cm schrägen Panzerung, die die Front schützt.

Der Panzer hat einen rotierenden Turm

und eine 88-mm-Panzerabwehrkanone,

die eine 14 cm lange Panzerung aus zwei Kilometern durchbrechen kann.

Sie dient dazu, den Feind einzuschüchtern.

Die Größe dieser Panzer war absolut riesig.

Wenn man davor steht, denkt man: Oh mein Gott.

Und die Rüstung war sehr dick.

Es war fast unmöglich, sie zu durchdringen.

Der Königstiger hat auf dem Feld keinen ebenbürtigen Gegner.

Aber er hat einen großen Nachteil.

Er verbraucht Treibstoff in phänomenaler Geschwindigkeit.

Als Teil seiner Mission muss Peiper Treibstoffdepots einnehmen,

um seine Gegenoffensive voranzutreiben.

Am 17. Dezember beginnt Peiper seinen Blitzkrieg in Belgien.

Aber er kommt nur langsam voran.

Die Wege, die er nehmen muss, sind so schmal,

dass sie seine Kampftruppe in eine riesige,

gepanzerte Kolonne quetschen.

Am frühen Morgen überrollt Peipers Kampftruppe

die Kleinstadt Honsfeld.

Sie nehmen 19 amerikanische Soldaten gefangen

und erschießen sie kaltblütig.

Die Deutschen nehmen die Fahrzeuge der Alliierten

und stehlen sogar die Stiefel der Toten.

Als Antwort darauf organisieren die Alliierten ihre Truppen um.

Fünfzehn Kilometer westlich von Honsfeld

fährt ein US-Truck-Konvoi von 30 Fahrzeugen

nach Osten zum kleinen Dorf Baugnez.

Der alliierte Konvoi weiß nicht,

dass sie auf Kollisionskurs mit Kampfgruppe Peiper sind.

Ted Paluch ist Teil der Batterie B

des 285. Artilleriebeobachtungsbataillons.

Wir nahmen eine Straße nach Norden

und die Deutschen nahmen dieselbe Straße nach Süden.

Und das war mir damals nicht klar,

aber sie konnten unseren ganzen Konvoi von da sehen, wo sie waren.

Die deutschen Panzer zögern nicht.

Sie feuern explosive Geschosse auf die amerikanischen Fahrzeuge,

um den Konvoi lahmzulegen und Teds Einheit zur Kapitulation zu zwingen.

NS-Streitkräfte vereinen 113 Gefangene

und bringen sie zum nahegelegenen Feld,

wo sie mit Maschinengewehren erschossen werden.

Jemand hat geschossen und sobald der Schuss fiel, ging ich zu Boden.

Ich glaube, es waren um die 96 Panzer

und im Vorbeifahren feuert jeder auf die Gruppe.

Die meisten Gefangenen sterben sofort.

Andere geraten in Panik und fliehen.

Wer noch lebt, bekommt einen Schuss in den Kopf.

Teds beste Überlebenschance ist, sich tot zu stellen.

Mir wurde in die Hand geschossen und sie schauten mich an.

Er sah wohl Blut und dachte, er hätte mich erwischt.

Über 40 Soldaten, einschließlich Ted,

entkamen dem Blutbad und berichteten über das Massaker.

Die Nachricht von der Gräueltat verbreitet sich schnell in den USA.

Aber anstatt die Truppen zu demoralisieren,

sind sie entschlossener denn je, den deutschen Vormarsch zu halten.

Tag drei von Hitlers Ardennenoffensive.

Die deutschen Streitkräfte im Norden,

die große Fortschritte erzielen sollten,

drangen nur wenige Dutzend Kilometer in das Gebiet der Alliierten ein.

Aber weiter südlich bedroht eine weitere deutsche Division

einen wichtigen strategischen Vorteil,

den die Alliierten unbedingt schützen müssen,

die alte Stadt Clerf in Luxemburg.

CLERF

Clerf liegt in einem tiefen, engen Tal

und ist umgeben von hohen, bewaldeten Bergen.

Mit einem Bahnhof der Nord-Süd-Eisenbahnlinie

und mehreren stabilen Brücken

ist die Stadt ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt.

Hier werden Hunderte von US-Soldaten,

die sich von der Front erholen, rasch zum Einsatz gerufen.

Sie verwandeln die Hotels und Privathäuser der Stadt in Baracken

und verwandeln Clerfs mittelalterliche Burg

in eine Festung der amerikanischen Truppen.

Tom Scholtes untersucht dieses wichtige Schlachtfeld.

Clerf lag auf der Hauptachse des Vorstoßes der Panzerdivision,

also müssen sie sie einnehmen.

Besonders im Gebiet der Ardennen

mit vielen sehr steilen und tiefen Tälern

und sehr wenigen Asphaltstraßen.

Die wenigen verfügbaren Straßen müssen benutzt werden.

Am 17. Dezember um 9:30 Uhr

starten die Deutschen ihren Bodenangriff.

Dreißig gepanzerte Fahrzeuge und Panzer kommen nach Clerf.

Aber die Amerikaner haben sich an der Hauptstraße Fallen aufgestellt.

Alliierte Panzer verstecken sich hinter drei Haarnadelkurven,

bereit, die Deutschen anzugreifen.

Sie machen einen Nazi-Panzer kampfunfähig,

aber sind der Feuerkraft der einfallenden Armee nicht gewachsen.

Die Hochgeschwindigkeitsgeschosse der Deutschen

durchdringen die dünnen Hüllen der amerikanischen Panzer.

Als sich der Rauch verzieht,

blockieren mehrere Panzer Clerfs Straßen.

Was Panzer angeht, waren die USA hier eins zu zehn unterlegen.

Sie waren also definitiv kein Gegner für die vorrückenden Deutschen.

Die Deutschen konnten Verluste ersetzen, die Amerikaner nicht.

Da es keinen Ausweg aus Clerf gibt,

sitzen über 100 Soldaten in der Burg fest,

umgeben von einem Meer deutscher Truppen.

Sieht aus, als wäre es aus für die amerikanischen Verteidiger.

Die Panzer nähern sich den Toren,

doch die Jahrhunderte alten Mauern erweisen sich als Hindernis.

Die im Schloss versteckten GIs nutzten die sehr dicken Mauern,

die 1,20 m oder 1,50 m hoch waren und den Granaten standhielten.

Sie wussten, dass sie vor den Panzern sicher waren.

Die Fenster sind nicht so groß,

also konnten sie ein paar Schüsse abfeuern und wieder in Deckung gehen.

Das Feuer der deutschen Gewehre war mehr oder weniger wirkungslos.

Die Deutschen konnten die US-Verteidiger nicht loswerden,

also kämpften die Amerikaner fast drei Tage lang weiter.

Während die Amerikaner sich sicher fühlen,

nutzen die Deutschen eine verheerende chemische Waffe.

Weißer Phosphor.

Die Deutschen feuern über 1.000 Brandgranaten

und Kugeln auf das Schloss.

Flüssige Feuerströme, so heiß wie Lava, sickern in jeden Riss

und verwandeln den scheinbar sicheren Hafen in ein Inferno.

Man kann sich nur vorstellen, dass es die Hölle auf Erden war.

Der Lärm, er muss schrecklich gewesen sein, ein schrecklicher Lärm.

Und der Geruch, der Geruch von brennenden Menschen.

Verbrannte Tote riechen schrecklich.

Wenn man es nicht erlebt hat, kann man es sich nicht vorstellen.

Entweder sie verbrannten oder ergaben sich

und sie mussten bedenken, dass es so viele Zivilisten gab,

die auch litten oder getötet wurden.

Letztendlich war es die einzige Option, sich zu ergeben.

Am 18. Dezember, als nur 62 Männer noch lebten,

hissen die amerikanischen Verteidiger die weiße Flagge und ergeben sich.

Clerf ist gefallen.

Der deutsche Angriff verwandelt die malerische Stadt

in eine postapokalyptische Landschaft.

Die Amerikaner erleiden eine verheerende Niederlage.

Aber ihr heldenhafter letzter Widerstand

hat Hitlers sorgfältig geplanten Zeitplan drastisch gestört.

Jetzt müssen die Deutschen die verlorene Zeit aufholen.

Am vierten Tag von Hitlers verzweifelter Ardennenoffensive

haben die Alliierten den Vormarsch der Nazis im Norden blockiert.

Hitlers Erfolg

ruht nun im Süden auf einer wichtigen taktischen Position,

die eine Expressroute zur Maas bietet

und weiter über Antwerpen

in die belgische Stadt Bastogne.

Die Alliierten erkennen die Bedrohung

und befehlen zwei US-Divisionen direkt in die deutsche Angriffslinie.

Zwei Tage nach dem Start der deutschen Offensive

erreicht die erste Verstärkung Bastogne.

Schnell treffen 11.000 Soldaten

von der berühmten 101. Luftlandedivision ein.

Während sie sich in der Stadt verteidigen,

erhalten zusätzliche Einheiten den Befehl, Straßensperren

auf allen Hauptstraßen nach Bastogne zu errichten.

Ihre Mission? Den Vormarsch aufzuhalten, koste es, was es wolle.

Für den ehemaligen Soldaten Henri Mignon

kontrolliert die Armee, die Bastogne kontrolliert, die Ardennen.

Wenn man Bastogne kontrolliert, kontrolliert man die ganze Gegend,

denn es gibt sieben Straßen, die in alle Richtungen führen.

Den Amerikanern war natürlich klar, dass Bastogne ein wichtiger Ort war,

und sie mussten sofort die Verteidigung organisieren.

Sechs Kilometer nördlich von Bastogne

verteidigt eine Gruppe amerikanischer Soldaten

eine der Hauptstraßen in der Kleinstadt Noville.

Ihr Anführer, Major William Desobry,

befehligt nur 400 Männer und 15 Panzer.

Er steht vor einer gewaltigen Herausforderung.

16.000 deutsche Soldaten rasen auf ihn zu,

mit mehr als 120 Panzern und Sturmgewehren.

Desobrys Mission war sehr schwierig.

aber er musste Zeit gewinnen.

Am 19. Dezember, in den frühen Morgenstunden,

legt sich ein dichter Nebel über Noville.

Der Nebel verbirgt das Vorrücken der Nazis vor den US-Soldaten.

Die US-Soldaten hatten Angst.

Die fehlende Sicht erhöht die Angst,

denn man weiß nicht, wo der Feind ist, und man sieht nichts.

Da die Deutschen angreifen,

versteckt sich Desobrys Team hinter jeder Deckung.

Aber um 10 Uhr lichtet sich der Nebel plötzlich,

um eine Reihe deutscher Panzer auf dem nördlichen Grat zu entlarven.

Die Amerikaner zögern nicht

und zerstören fast alle.

Aber ihr Erfolg ist von kurzer Dauer.

Nach 48 Stunden Kampf überwältigen die Nazis die Amerikaner

und zwingen sie zum Rückzug nach Bastogne.

Von den 15 Panzern haben sie elf verloren,

viele Opfer, etwa die Hälfte der Gruppe,

Tote, Verwundete, Gefangene der Deutschen.

Aber so gewannen sie zwei Tage.

Noville zu halten, kostet viel,

aber die Opfer von Desobrys Team gibt den Alliierten wertvolle Zeit,

um sich neu zu formieren und die Kreuzung in Bastogne zu schützen.

Am 22. Dezember 1944,

sieben Tage nach Beginn von Hitlers Ardennenoffensive,

haben 54.000 deutsche Soldaten Bastogne eingekreist,

den amerikanischen Verteidigern zahlenmäßig überlegen.

Im Hauptquartier der Alliierten in Belgien

bereiten sich tausende US-Soldaten auf den Angriff der Deutschen vor.

Aber Schneefall und Nebel reduzieren die Sicht auf null,

was die deutsche Stellungen verbirgt und die Alliierten daran hindert,

ihre überlegene Luftwaffe zur Unterstützung einzusetzen.

General Anthony McAuliffe ist amtierender Kommandant

und soll Bastogne verteidigen.

Er erhält eine Nachricht der Nazis, dass er sich ergeben soll.

Er antwortet mit nur einem Wort: "Quatsch."

Die Deutschen hätten Bastogne ohne Kampf einnehmen können.

Aber sie machten unterwegs einige Fehler.

Ein Großangriff könnte die Verteidiger überwältigen.

Die Nazis suchen Schwachstellen in der Linie um Bastogne.

General McAuliffe nutzt diesen entscheidenden Fehler aus

und bewegt seine Streitkräfte, um jedem Angriff standzuhalten.

Die zahlenmäßig unterlegenen amerikanischen Soldaten schaffen es,

die Stadt und einen Verteidigungsring zu halten.

Aber die Verteidiger haben bald kein Essen mehr,

kein Treibstoff und keine Munition.

23. Dezember 1944.

Der Morgen ist ein willkommener Anblick

für Bastognes belagerte Soldaten, blauer Himmel.

Alliierte Flugzeuge aus Frankreich und England fliegen zum ersten Mal

seit Beginn der Schlacht über die Ardennen.

Am nächsten Tag führt die Air Force über 2.000 Missionen durch.

Sie liefern über 144.000 kg Vorräte,

um die gestrandeten Truppen wiederzubeleben.

Es ist ein vernichtender Schlag für Hitlers große Offensive.

Zwei Tage später durchbricht General Pattons Dritte US-Armee

die fünfte Panzerdivision

und durchbricht die Umzingelung.

Eine Flut an Alliierten und Vorräten

erreicht bald Bastognes Hauptstraße.

Die Belagerung ist zu Ende.

Aber die Schlacht ist noch lange nicht vorbei.

Mit klarem Himmel sind die Alliierten bereit, zurückzuschlagen.

Neujahr 1945.

Hitlers Offensive ist zum Erliegen gekommen.

Seine 17 Tage konzentrierten Vormarschs in den Ardennen

führten zum Namen "Die Ardennenschlacht".

Die Alliierten organisieren einen Gegenangriff.

Sie wollen die deutschen Truppen isolieren und ihre Flucht verhindern.

Henri Mignon war ein kleiner Junge und erinnert sich daran.

Als der Himmel klar war,

war er sofort voller amerikanischer Kampfflugzeuge.

Alles, was sich am Boden bewegte, wurde sofort angegriffen.

Die Deutschen konnten sich tagsüber nicht bewegen.

Tausende Flugzeuge der Alliierten fliegen Tag und Nacht,

um die Nachschublinien zu zerstören.

Sie fliegen über belgische Städte, die die Deutschen eroberten,

und werfen alle 24 Stunden über 10.000 Tonnen Bomben ab,

um ein erdbebenserregendes Bombardement zu erzeugen.

Luftaufklärungsfotos zeigen die völlige Verwüstung.

Felder werden zu Mondlandschaften, übersät mit Einschlagskratern.

Ganze Städte werden dem Erdboden gleichgemacht.

Keine präzisen Waffen, überall waren Teppichbomben.

Es gab viele Opfer auf der deutschen Seite, aber auch Zivilisten.

Aber das ist das Gesetz des Krieges, man tötet Menschen.

Ende Januar war die Wulst,

die entlang der Westfront entstanden war, dem Erdboden gleichgemacht.

Hitlers große Offensive ist gescheitert.

Der Angriff dauerte nur vier Wochen.

Es ist eine der tödlichsten Schlachten des Zweiten Weltkriegs,

mit geschätzten 100.000 Toten, Verwundeten oder Gefangenen

und 75.000 US-Opfer.

Viele der Gefallenen liegen hier begraben,

80 km nördlich von Bastogne, auf dem Friedhof Henri-Chapelle.

Auf einer Fläche von 57 Hektar

markieren reihenweise Grabsteine die Gräber von 7.900 Militärsoldaten,

darunter 22 Gefangene, die in Malmedy von der SS massakriert wurden.

Trotz aller Widrigkeiten haben die heldenhaften Opfer

Hitlers Hoffnung zerstört, den Krieg zu seinen Gunsten zu wenden.

Die Ardennenoffensive ist vorbei

und der Kollaps von Nazi-Deutschland ist nur noch eine Frage der Zeit.

Übersetzung: Kathrin Mazur

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