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1945: Sowjetische Streitkräfte stürmen durch Europa
in einem Wettlauf um die Eroberung der Nazi-Hauptstadt Berlin.
Um erfolgreich zu sein, müssen sie sich ihren Weg
durch stark befestigtes Feindgebiet erkämpfen,
ein riesiges Netzwerk tödlicher Abwehr überwinden
und eine Reihe deutscher Festungen besiegen,
wo Verteidiger bereit sind, bis zum Tod zu kämpfen.
Diese epischen Schlachten stellen Nazi-Ingenieurwesen
gegen die sowjetische Militärmacht
und besiegeln das Schicksal von Hitler und dem Dritten Reich.
In dieser Serie untersuchen wir die Ereignisse des Zweiten Weltkriegs
aus einer ganz neuen Perspektive,
passen selten gezeigten Archivaufnahmen...
und Fotos von der Front und atemberaubende Luftaufnahmen
ihren ursprünglichen Standorten an.
So rekonstruieren wir wichtige Schlachten...
gewagte Bombenangriffe...
und tödlichen Terrorwaffen,
die den Lauf der Geschichte änderten.
Über den Schlachtfeldern schweben wir
und enthüllen die Geheimnisse des Zweiten Weltkriegs von oben.
Ein alliierter Aufklärer fliegt über dem Nazi-besetzten Europa.
Über der Stadt Posen im Westen Polens
entdeckt er eine auffällige Reihe riesiger Betongebäude.
Aufnahmen zeigen, dass jeder Komplex eine Burg des 19. Jahrhunderts ist,
die von deutschen Truppen besetzt ist.
Ein genauerer Blick zeigt, dass die Nazis das Gebäude verstärkt haben,
mit zusätzlichen Gewehren, Schützengräben, Panzerabwehrgräben
und Artilleriepositionen.
Um die deutsche Hauptstadt zu erreichen,
muss die Rote Armee diese wilde Verteidigung durchbrechen
und eine Reihe von Nazi-Hindernissen auf dem Weg nach Berlin überwinden.
Januar 1945.
Die westlichen Alliierten kämpfen in Europa, um Berlin zu erreichen,
aber der sowjetische Premier Josef Stalin will unbedingt schneller
in die Nazi-Hauptstadt gelangen, um sich für die Invasion zu rächen.
Er ordnet eine Großoffensive an,
mit 6.000 Panzern und über zwei Millionen Soldaten.
Sie müssen die nördlichen und südlichen Flanken sichern,
damit sie einen zentralen Angriff auf Berlin starten können.
Aber 200 Kilometer östlich der deutschen Hauptstadt
liegt eine kleine Stadt, die zu einem großen Hindernis wird:
Posen.
Ein Nazi-Angriff von hier aus
könnte die Sowjetunion abschneiden und zerstören.
Die Rote Armee muss diese deutsche Festung sichern,
bevor sie mit dem Angriff auf Berlin beginnen können.
POSEN
Die Sowjets denken, dass sie diese Stadt leicht zerstören können,
aber Posen ist nicht so leicht zu besiegen.
Sie hat eine der stärksten Befestigungen Europas,
mit unglaublichen 18 Festungen, die ihre Grenzen schützen.
Hitler ist so entschlossen, den Vormarsch der Sowjets aufzuhalten,
dass er Posen zur Hochburg erklärt
und befiehlt 20.000 Soldaten, die Stadt um jeden Preis zu halten.
Fort Tietzen erstreckt sich über eine Fläche von über 55.000 Quadratmetern.
Es ist Teil des Festungsrings, der Posen schützt.
Tietzen ist aus Ziegeln und Beton und unter einer Erdschicht.
Am Eingang schützen eine Zugbrücke und ein Blockhaus das Haupttor
und entlang des Randes, einem 850 Meter langen Graben,
der 11 m breit und 9 m tief ist, das gesamte Gebäude.
Dutzende deutsche Soldaten verbarrikadieren sich in diesem Fort
und bereiten sich auf den sowjetischen Angriff vor.
Der Experte Marcin Walkowiak untersucht dieses besondere Bauwerk.
Es war sehr wichtig für das Deutsche Reich,
eine Festung hier in der Stadt Posen zu errichten,
denn Posen liegt auf einer Linie von Moskau über Warschau nach Berlin.
Sie müssen hier also eine erstklassige Festung errichten.
Ein riesiges Labyrinth von Räumen liegt im Inneren versteckt,
mit zweistöckigen Baracken und Notunterkünften
und fünf Schießständen.
Im Inneren horten die Nazis 2.000 Granatwerfer
und etwa 200 Maschinengewehre in den Munitionsräumen,
um den Komplex mit den besten verfügbaren Waffen auszurüsten,
darunter zwei MG 34 Maschinengewehre,
die oben auf dem Fort mit einer 2-km-Reichweite stehen.
Die erhöhte Position des Forts bietet ein freies Blickfeld,
damit die Geschütze das Feuer auf sich nähernde Feinde richten können.
Es war der höchste Punkt der Stadt.
Über eine Meile
sehen sie die russischen Soldaten, die sich der Festung nähern.
Wir haben hier 60, vielleicht 70 Soldaten
und Tausende Russen, die sich von Norden nähern.
Am 25.01. umzingelten 36.000 sowjetische Truppen Posen
und begannen mit dem Angriff auf seine Befestigungen.
Um Fort Tietzen zu zerstören,
kämpfen sich die Sowjets durch den Graben,
unter Beschuss von Granatwerfern
und einem Kugelhagel.
Ein Zug stürmt zum Haupttor
und sprengt mit acht Granaten die Panzertür,
um in die Baracken einzubrechen.
Die Tunnel, einst ein sicherer Hafen für deutsche Soldaten,
sind nun eine Todesfalle.
Es muss eine schreckliche Erfahrung für Soldaten sein,
als sie überall Explosionen hörten.
Sie wissen wohl, wenn die Russen sie fassen,
werden sie getötet.
Die Deutschen sind überwältigt und können keinen Widerstand leisten.
Innerhalb von 24 Stunden wird der Ring von Festungen durchdrungen.
Die Rote Armee dringt in Posen ein.
Sie erobert Block für Block die Stadt.
Sowjetische Panzer stürmen die engen Straßen.
Sie sprengen Löcher in Gebäude...
und machen ganze Blocks platt.
Am Boden führen Soldaten einen intensiven Nahkampf
um die Kontrolle über die Stadt.
Um den deutschen Widerstand zu vernichten,
geht die Rote Armee kein Risiko ein...
Das Zentrum von Posen wird zu einem Haufen schwelender Ruinen.
Als die letzten Überreste der Verteidigung zerstört werden,
setzt die sowjetische Panzerdivision den Vormarsch auf Berlin fort.
Aber im Weg liegt ein hochmodernes Nazi-Verteidigungsnetzwerk.
23. Januar 1945.
Stalin hat eine Großoffensive an der Ostfront gestartet.
Aber im Zentrum seines Angriffs entdecken
sowjetische Aufklärungseinheiten riesige Befestigungsanlagen,
darunter mehr als 100 Kampfstationen, zahlreiche Bunker,
Artilleriepositionen und Panzerabwehrfallen.
Sie sind Teil einer mehrschichtigen Verteidigung: Hitlers Ostwall.
Er ist 80 Kilometer lang
und sollte den sowjetischen Angriff auf die Hauptstadt vereiteln.
Die Rote Armee kann den Ostwall nur direkt anzugreifen.
An ihrem Rand bauen Nazi-Ingenieure eine gewaltige und geniale Barriere,
die die Landschaft zu einer Waffe macht,
indem sie die mächtigen Kräfte der Natur nutzen.
Die Barriere wird mit Kanälen und Dämmen verbunden.
Ein System mechanischer Tore erlaubt es ihnen, Wasser umzuleiten,
um bestimmte Gebiete zu fluten,
und zwingt den Feind in vorgegebene Tötungszonen.
Historiker Robert Kubiszewski
untersucht dieses unglaubliche Nazi-Verteidigungssystem.
Er untersucht eines der letzten Staudamm-Tore in der Gegend.
Dieses riesige System sollte das Gelände überfluten
und die westliche von der östlichen Seite abtrennen,
um den Angriff zu verhindern oder zumindest zu verlangsamen.
Die Maschinerie in diesem Raum erlaubt es Nazi-Soldaten,
den Feind mit einem Hebel zu überfluten.
Das ist das Herzstück des Systems, dass der Damm bewegt werden kann,
um den Wasserspiegel zu senken oder zu erhöhen.
Hier wurde unglaubliche Technik eingesetzt.
Jedes Detail wurde sorgfältig entworfen.
Die Dämme sind so wichtig für die Nazi-Verteidigung,
dass sie die Steuerung mit einer harten, gepanzerten Hülle umhüllten.
Es gibt auch Stahltüren, Stahltore,
die die Decke der Kammer verstärken.
Die Tür ist ebenfalls gepanzert.
Diese Verteidigung ist ein Wunder der Nazi-Technik
und kann für sowjetische Soldaten und Panzer ein Hindernis darstellen.
Aber am 29. Januar, als die Rote Armee ankommt...
gibt Mutter Natur ihnen eine einzigartige Gelegenheit.
Dieser Januar ist eine der kältesten seit Beginn der Aufzeichnungen.
Bei Minusgraden versagt die Maschinerie des Damms.
Seen und Kanäle frieren zu.
So können die Sowjets ungehindert eindringen
und die ersten Befestigungen des Ostwalls außer Kraft setzen.
Jetzt muss die Rote Armee den zweiten Verteidigungssatz durchbrechen:
die Kampfstationen.
Die als Panzerwerke bekannten Stahlkuppeln sind so gebaut,
dass sie andauerndem feindlichen Feuer widerstehen.
Das ist eine Kampfkuppel aus einer Mischung aus normalem Stahl
und verschiedenen Edelmetallen.
Sie kann mehrfache Einschläge von 150-mm-Kaliber aushalten
und Einzeleinschläge von einer 210-mm-Haubitze.
Jedes Panzerwerk ist bis an die Zähne bewaffnet.
Ausgestattet mit MG 34-Maschinengewehren,
einem Festungsflammenwerfer
und einem M19-Granatwerfer,
umgeben von einem Ring aus Stacheldraht und Schützengräben.
Aber was man von oben sieht,
ist nur ein winziger Teil eines riesigen und versteckten Komplexes.
Unter den Stahlkuppeln
breitet sich ein unterirdisches Netzwerk von Büros,
Kasernen für Soldaten und Lager für Munition aus.
Eine Eisenbahnlinie läuft durch einen unterirdischen Tunnel.
Sie erstreckt sich über 32 Kilometer,
um Dutzende Kampfstationen miteinander zu verbinden.
Diese unterirdische Stadt kann 24.000 Soldaten beherbergen.
Sie ist die zweitgrößte unterirdische Militäreinrichtung der Welt.
Mit Stromgeneratoren, einer direkten Wasserversorgung
und einem Luftfiltersystem...
ist der Ostwall völlig autark
und eine einschüchternde Barriere für die Rote Armee.
Am 31. Januar
umgeben sowjetische T34-Panzer die Panzerwerke in riesiger Anzahl
und feuern ihre Kanonen auf die Kampfstationen.
Obwohl die gepanzerten Kuppeln gegen ihre Salven immun sind,
begeht Hitler einen entscheidenden Fehler.
Die meisten Streitkämpfe sind im Kampf gegen die Alliierten.
Er lässt knapp 1.000 Soldaten die 80 km Verteidigungslinie bewachen.
Da der Ostwall nicht voll funktionsfähig ist,
zerstören die Sowjets die Nazi-Maschine in nur 72 Stunden.
Nachdem das Verteidigungsnetzwerk des Ostwalls neutralisiert ist,
stürmt die Rote Armee mit großer Geschwindigkeit auf Berlin zu.
Stalin will unbedingt mit Hitler abrechnen und Berlin einnehmen.
In den letzten vier Jahren
ermordeten deutsche Truppen rund 27 Millionen Sowjets.
Angetrieben von Wut und Lust auf Nazi-Blut
führt Stalin einen Vernichtungskrieg.
Wenn die Deutschen einen Vernichtungskrieg wollen,
werden wir sie vernichten.
Februar 1945.
Stalins Zentraltruppen haben Küstrin am Ufer der Oder erreicht,
nur 85 km östlich von Berlin.
Aber der schnelle Vormarsch der Roten Armee stellt ein großes Problem dar.
Sie haben die Flankenarmeen überrannt
und riskieren nun, von den Deutschen umzingelt und angegriffen zu werden.
Bevor die Sowjets Berlin angreifen können,
müssen sie erst ihre Truppen vereinen
und eine Versorgungslinie über die Oder in Küstrin sichern.
Küstrin ist entscheidend für die Eroberung der Roten Armee.
Militärhistoriker Matthew Menneke erkundet das wichtige Schlachtfeld.
Ohne Küstrin kann Berlin nicht erobert werden.
Es war sehr wichtig für die Sowjets,
eine Anzahl von Straßenbrücken zu haben,
denn sie brauchten die Brücken, um ihre Streitkräfte
für den ultimativen Vormarsch auf Berlin aufzubauen.
Der deutschen Armee gehen schnell die ausgebildeten Soldaten aus.
Um Küstrin gegen die Sowjets zu verteidigen,
bilden die Nazis eine Einheit mit über 16.000 deutschen Soldaten.
Sie besteht aus Unterstütztruppen, Teenagern und jungen Männern
der lokalen Bürgermiliz, dem Volkssturm.
Was den Volkssturm an Kampferfahrung fehlt,
machen sie mit ihrem Kampfgeist wett.
Die Rache, die die Sowjets mit sich bringen,
beschäftigt alle deutschen Soldaten, die hier kämpften,
also ist es jetzt mehr, als nur die Stellung zu halten.
Jetzt verteidigen sie ihre Heimat. Sie verteidigen ihre eigenen Familien.
Anfang Februar belagert die Rote Armee Küstrin.
Die deutschen Verteidiger halten 60 Tage durch,
aber werden schließlich von den Sowjets überwältigt...
auf Rache sinnend.
Die Rote Armee zeigt keine Gnade und macht Küstrin platt.
Bomben und schwere Artillerie zerstören Gebäude.
Sie zerstören die Häuser, die Einkaufsstraße
und die örtliche Kirche.
Es ist ein seltsames Gefühl, wenn man hier durch die Straßen geht
der ehemaligen Stadt.
Es gab keine Illusion, dass die Sowjets
dieselbe Brutalität an den Tag legten wie die Deutschen 1941.
Deutsche Soldaten fliehen über die Oder
und sprengen mehrere Brücken dahinter.
Jetzt sind die Russen im Umkreis von 90 Kilometern um Berlin
und es herrscht eine echte Dringlichkeit,
die Russen an der Oder aufzuhalten.
Hitler will Deutschland um jeden Preis verteidigen,
selbst wenn er dafür seine eigenen Männer opfern muss.
Ich erwarte, dass jeder Deutsche seine Pflicht tut
und jeder taugliche Deutsche kämpft,
ohne Rücksicht auf seine Sicherheit.
Er plant einige Selbstmordmissionen mit Luftwaffenpiloten,
um Brücken über die Oder zu zerstören.
Die Einheit erhält den Spitznamen Leonidas-Geschwader.
DAS LEONIDAS-GESCHWADER
Die deutsche Luftwaffe hat zu diesem Zeitpunkt schwere Verluste erlitten.
Sie haben genug Flugzeuge,
aber nicht genug Piloten, um sie alle in der Luft zu halten.
Ihre Lösung ist, die überschüssigen Flugzeuge in Bomben zu verwandeln.
Ein Pilot fliegt ein leichtes Flugzeug,
das auf einem ferngesteuerten Flugzeug montiert ist,
voller Sprengstoff.
Die Missionen sind voller Gefahren.
Frühe Angriffe haben nur eine Überlebenschance von einem Prozent.
Das war die deutsche Version des Kamikaze.
Diese Männer flogen in die Lüfte
mit dem Wissen, dass sie nicht mehr landen würden.
Am 17. April 1945
fliegt das Leonidas-Geschwader 30 Angriffe.
Sobald der Pilot das Ziel in Sicht hat,
manövriert er in einen 30-Grad-Sturzflug
mit 650 km/h
unter feindlichem Beschuss.
Er betätigt Sprengbolzen, um das Flugzeug abzulassen,
das steil zur Brücke hinabsteigt...
und beim Aufprall detoniert.
Die Selbstmordmissionen zerstören 2 Eisenbahnbrücken über die Oder,
um den erbarmungslosen Vormarsch der Roten Armee aufzuhalten.
Aber die Sowjets verschwenden keine Zeit, einen neuen Übergang zu bauen.
Luftaufklärungsfotos zeigen, dass sie in wenigen Tagen reparieren,
um die benötigten Vorräte über den Fluss zu bringen.
Jetzt kann ihr Angriff auf Berlin beginnen.
Mitte April 1945.
Auf dem Weg nach Berlin stoßen die Alliierten auf harten Widerstand.
Ihr Vormarsch kommt nahe der Elbe zum Erliegen,
über 200 Kilometer vor Berlin.
Im Osten sind die sowjetischen Armeen nun auf deutschem Boden,
nur 80 km von der Nazi-Hauptstadt entfernt.
Vor ihnen liegt die Reichsstraße 1,
über die sie nach Berlin fahren
und das Rennen gegen die westlichen Alliierten gewinnen können.
Aber Hitler erkennt die Bedrohung
und baut Verteidigung auf den Hügeln der Seelow-Höhen auf.
Hier stehen 110.000 Deutsche einer sowjetischen Invasionsarmee
von fast einer Million Soldaten gegenüber.
Die Einnahme der Seelow-Höhen hängt von Marschall Zhukov ab.
Er soll Berlin einnehmen, bevor die Westalliierten die Stadt erreichen,
und unter immensem Druck von Stalin,
der der Welt zeigen will, dass es die Sowjetunion ist,
die Hitlers Drittes Reich vernichtet.
SEELOW-HÖHEN
Dieses Tal anzugreifen, wird keine einfache Aufgabe.
Die Nazis leiteten Wasser von den Feldern um,
um das Gebiet in Sumpfland zu verwandeln.
Durch steile Hügel begrenzter Zugang
und tiefe Schluchten ideal für bewaffnete Soldaten
geben den Verteidigern einen Vorteil.
Militärhistoriker Mark Newton
untersucht die Herausforderungen, die Zhukov überwinden muss.
Von hier aus kann man wirklich das ganze Schlachtfeld sehen.
Es wäre für die Sowjets sehr schwer gewesen,
jede Truppenbewegung zu verbergen, als sie sich den Höhen näherten.
Die Deutschen können sich größtenteils verschanzen
und sich dem bevorstehenden Angriff stellen.
Obwohl es eine Zehn-zu-eins-Chance ist,
heißt das nicht,
dass es für die Sowjets ein Kinderspiel wird.
Um 3 Uhr morgens am 16. April 1945
erleuchten mehr als 40.000 sowjetische Gewehre, Mörser
und Raketenwerfer den Himmel, um Seelow anzugreifen.
Es ist eine der größten Ansammlungen von Feuerkraft, die es je gab.
Nach 30 Minuten Kampf
schalten die Sowjets 143 riesige Suchscheinwerfer ein,
um den Vormarsch zu signalisieren.
Sie richten sie auf die deutschen Linien, um den Feind zu blenden,
aber der Effekt erweist sich als verheerend.
Rauch vom Sperrfeuer und der frühe Morgennebel
reflektieren die starken Lichter.
Das vereinzelte Licht blendet nicht nur die sowjetischen Soldaten,
sondern zeigt auch ihre Silhouetten,
wodurch sie leichte Ziele für die Deutschen werden.
Es ist ein Massaker.
Zhukov versucht, die deutsche Verteidigung zu durchbrechen.
Er startet Angriffswellen,
verwandelt die Felder von Seelow in ein blutgetränktes Schlachtfeld.
Um den Angriff zu unterstützen,
bombardieren 800 Sowjet-Flugzeuge deutsche Stellungen aus der Luft.
Dreitausend Panzer kämpfen am Boden...
aber das sumpfige Gelände bremst sie aus.
Innerhalb von Stunden stecken die Panzer im Morast fest.
Der gewaltige Stau war der Wucht der deutschen Artillerie ausgesetzt.
Das war ein Schlachtfeld.
Das war kein guter Ort für einen Infanteristen oder Panzer.
Zhukov will verhindern, dass er jeglichen Schwung im Angriff verliert,
also muss er seine Kräfte auf die Seelow-Höhen richten,
um seinen Durchbruch zu erreichen.
Als sich die Rauchwolke verzieht,
liegen Hunderte von Panzerkadavern über den Talboden verstreut.
12.000 Deutsche werden getötet
und 33.000 Sowjets sind tot.
Aber Zhukovs Angriff auf die Seelow-Höhen ist erfolgreich.
Die Rote Armee eliminiert die letzte organisierte Verteidigung,
die zwischen ihnen und Berlin steht.
Der Weg in die deutsche Hauptstadt ist nun frei.
Stalins Truppen stehen bereit, um Berlin von allen Seiten anzugreifen.
Der Plan ist, dass Zhukovs Armee
von Norden und Osten angreifen
und eine zweite Gruppe, die von Süden und Westen angreift,
um die Stadt komplett einzukreisen.
Am 20. April 1945, Hitlers 56. Geburtstag,
tritt der NS-Führer vor seinem Bunker in Berlin auf.
Er verleiht das Eiserne Kreuz Mitgliedern der Hitlerjugend
für ihre Heldentaten bei der Verteidigung Deutschlands.
Hitler entfernt sich zunehmend von der Realität und glaubt,
dass der Krieg immer noch gewonnen werden kann.
Am selben Tag um 11 Uhr.
Zhukovs Langstreckenartillerie
beginnt einen Nonstop-Angriff auf Berlin.
Ihr Ziel ist weitreichende Zerstörung
und die deutsche Moral vor dem letzten Bodenangriff zu zerstören.
Sie zünden mit einem einzigen Angriff mehr Sprengstoff
als die Westalliierten seit Beginn auf die Hauptstadt abwarfen.
Nachdem sie Berlin weichgeklopft haben...
umzingeln sowjetische Truppen die bombardierte Stadt.
Hitler ist umzingelt.
Seine einzige Chance zur Flucht ist von hier.
Dies ist der Flughafen Tempelhof,
ein außergewöhnliches Bauwerk,
das nur drei Kilometer südlich von Hitlers Führerbunker liegt.
Von oben sieht man das riesige Ausmaß.
Das Gelände ist fast doppelt so groß wie der Stadtstaat Monaco.
Der gewaltige elliptisch geformte Flugplatz bedeckt ein Gebiet
über einen Quadratkilometer.
Das Hauptgebäude ist 1,3 km lang und beherbergt riesige Hangar.
Die Kriegsarchäologin Natasha Billson erforscht diese Stätte.
Tempelhof war einst ein Symbol von Hitlers Welthauptstadt.
Er ist monumental.
Er ist Architektur.
Der Flugplatz.
Allein die Größe. Das ist riesig.
Der Flughafen Tempelhof wurde 1923 eingeweiht.
In den 1930ern bauten Hitlers Ingenieure ihn wieder auf,
um ein außergewöhnliches Übergangszentrum zu schaffen
und die Macht des Dritten Reiches zu demonstrieren.
Der Komplex ist eine physische Manifestation des Nazi-Größenwahns.
Tempelhof spiegelt Hitlers Traum von der Umgestaltung Berlins wider.
Er will eine globale Nazi-Hauptstadt errichten,
die mit dem alten Ägypten konkurriert.
Tempelhof ist der einzige Fluchtweg von Hitler und seinen Funktionären.
Die Sowjets müssen den Flughafen lahmlegen.
Am 26. April beginnt die Rote Armee ihren Angriff.
Sie positionieren Panzer, um Flugzeuge abzuhalten
und Gebäude und Hangar mit Artillerie und Raketen zu sprengen.
Viel verbogenes Metall und zerstörte Flugzeuge liegen auf dem Rollfeld.
Tempelhof wird schließlich eingenommen.
Da für die Nazis der einzige Fluchtweg abgeschnitten ist,
nähern sich die Sowjets der Stadt.
In Berlin bricht heftiger Straßenkrieg aus,
als die Rote Armee durch die Stadt zieht.
Nur 90.000 deutsche Verteidiger schützen die Hauptstadt
gegen eine sowjetische Invasionsarmee von einer Million Soldaten.
Die Soldaten der Roten Armee marschieren unerbittlich,
von Block zu Block, von Gebäude zu Gebäude,
und sprengen alles, was sich ihnen in den Weg stellt.
Ein totales Gemetzel.
Luftaufnahmen alliierter Flugzeuge einen Monat zuvor zeigen,
dass das Zentrum Berlins eine gut verteidigte Zone ist.
Die Nazis nennen es "Sektor Z", eine Abkürzung für Zitadelle.
SEKTOR Z
Er ist das schlagende Herz der deutschen Regierung,
die Stätte der Reichskanzlei, des Innenministeriums
und des Reichstags, eines der bedeutendsten Wahrzeichens.
Mit dem unvermeidlichen Fall Berlins
befiehlt Stalin Marschall Schukow, den Reichstag einzunehmen
und bis zum 1. Mai die sowjetische Fahne zu hissen.
Es ist einer der heiligsten Tage im sowjetischen Kalender.
Ihm bleiben weniger als 48 Stunden, um seine Mission zu erfüllen.
Der Reichstag wird von den Sowjets als Sitz der Regierung angesehen.
Stalin will der Welt mitteilen,
dass die Sowjetunion Nazi-Deutschland total besiegt hat.
Die dicken Mauern des Reichstags haben brutalen Strafen
durch Beschuss und Luftangriffe der Alliierten standgehalten.
Deutsche Soldaten verteidigen sich, indem sie Öffnungen zumauern.
Sie platzieren Gewehre an den Ecktürmen und über dem Haupteingang
und positionieren zwei 88-mm-Kanonen, um den Zugang zum Gebäude zu decken.
Sie fluten die Baustelle für einen unterirdischen Tunnel,
schaffen eine riesige Panzerabwehrgrube
und errichten mehrere Stützpunkte auf dem Platz draußen.
Sowjetische Panzer hätten von einem Hurrikan getroffen werden können.
Man kann sich den Lärm vorstellen.
Und die Soldaten, die versuchten, sich zu nähern, werden zerrissen.
Aber eine noch größere Bedrohung für die Rote Armee liegt vor ihnen,
Berlins Flak-Türme.
Diese Betonfestung beherbergt einen riesigen Waffenkomplex
und ist eine von drei riesigen Flugabwehranlagen,
die Berlin bewachen.
Die Flak-Türme sind fünf Stockwerke hoch
und haben zwei Meter dicke, verstärkte Mauern.
Sie sind so gebaut, dass Panzerfeuer sie nicht zerstört,
und mit einer beeindruckenden Anzahl von Waffen ausgestattet,
darunter vier 128-mm-Flugabwehrgeschütze,
effektiv als Panzer-Killer.
Einer der Flak-Türme hat eine klare Sicht
auf den Eingang des Reichstags.
Die Deutschen konnten also effektiv alle Sowjets niedermähen,
die in das Gebäude eindringen wollten.
Die Sowjets bombardieren die Flak-Türme mit Kanonen und Bomben,
aber das Feuer beschädigt die Betonkonstruktion kaum.
Um ihnen die beste Chance zu geben, an den Flak-Türmen vorbeizukommen,
müssen die Sowjets bis zum Abend warten
und im Schutz der Nacht eine geheime Mission starten.
Am 30. April um 18 Uhr
geht die Sonne über der deutschen Hauptstadt unter
und die Rote Armee beginnt ihren letzten Angriff.
Sowjetische Truppen rasen durch Sektor Z.
Sie feuern zwei Mörser ab, um ein Loch
durch den zugemauerten Eingang zum Reichstag zu schlagen.
Die Soldaten stürmen das Gebäude,
kämpfen von Stockwerk zu Stockwerk, um das Dach zu erreichen.
Um 22:40 Uhr am 30. April,
80 Minuten vor Ablauf der Frist,
hissen die Truppen endlich die sowjetische Siegesbanner...
über dem Reichstag.
Ein Foto wird aufgenommen und in der ganzen Welt verbreitet,
das den Sieg der Sowjets über Nazi-Deutschland symbolisiert.
Stalin ist überglücklich.
Nur 800 Meter entfernt im Führerbunker
will Hitler verhindern, dass er von den Sowjets gefangen genommen wird,
und nimmt sich das Leben.
Nach sechs langen Jahren bitterer Kämpfe
nähert sich der Krieg in Europa seinem Ende in Berlin.
Über 40 Millionen Menschen starben in Europa und der Sowjetunion.
Die Wahrzeichen Berlins, einst das Zentrum von Nazi-Kundgebungen,
werden nun von sowjetischen Soldaten überrannt.
Die Tyrannei von Hitlers Drittem Reich ist vorbei.
In Europa kehrt endlich wieder Frieden ein.
Übersetzung: Kathrin Mazur
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