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Mitten im Sommer eine Weihnachtsgeschichte zu schreiben,
ist gar nicht so einfach.
Die Wiesenblumen bl�hen.
Die Zittergr�ser verneigen sich respektvoll.
Man wei� nicht genau, vor wem.
Und ich, ich beschreibe gerade bei 38 Grad Celsius
die ber�hmte Schneeballschlacht, die im vorigen Dezember stattfand.
Und zwar dr�ben in Kirchberg zwischen den Tertianern des Gymnasiums
und denen der Oberrealschule.
Bei 39 Grad.
Manchmal blicke ich zur Zugspitze hinauf,
damit mir wenigstens etwas k�hler und winterlicher zumute wird.
Aber heute hilft nicht einmal der Schnee im Fernglas.
Au�erdem scheint Eduard schon auf dem Heimwege zu sein.
Eduard hat es gern, wenn ich ihn nach Hause bringe.
Wir haben den gleichen Weg.
Er wohnt zwar nicht in meinem Hotel, aber bei einem Bauern um die Ecke.
Jetzt ist Eduard noch ein h�bsches kleines Kalb.
Aber der Bauer hat neulich gesagt,
sp�ter w�rde er sicher einmal ein gro�er Ochse werden.
Am Nachmittag spazierte ich dann nach Kirchberg.
Kirchberg liegt 600 Meter �ber Meeresspiegel,
hat 20.000 Einwohner und zwei h�here Schulen.
Hoch �ber den Gassen und Marktpl�tzen,
�ber dem Fluss und der Br�cke ragt eine alte Festung in den Himmel.
Sie hatte neulich ihren 750. Geburtstag.
Und so schaut sie gelassen und abgekl�rt
auf das jugendliche Gewimmel zu ihren F��en.
Kleine Jungen kommen mit nassen, strubbeligen Haarsch�pfen
vom Schwimmen.
Der Kirchenchor hat f�r den Sonntagsgottesdienst
Chor�le einge�bt.
Primaner gehen mit ihren Tanzstundendamen spazieren
und f�hren sie in die Konditorei.
Und da, hoppla, sind ja zwei Helden aus meiner Weihnachtsgeschichte.
Der Gro�e hei�t Matthias Selbmann,
will sp�ter Boxweltmeister werden und wird "Matz" genannt. .
Der Kleine ist Uli von Simmern.
* gem�chliche Musik *
Die Ausgehzeit ist vor�ber.
Nur die Primaner d�rfen noch in der Stadt bleiben
und alle, die bei den Eltern wohnen und nicht droben in der Schule.
Diese Schule ist ein Internat, ein Schulheim, eine Wohnschule.
* Schulglocke *
Wer zu sp�t kommt, wird aufgeschrieben.
Ordnung muss sein, sogar in der Schule.
Es wird �brigens selten jemand aufgeschrieben.
Denn auf der anderen Parkseite existiert eine Mauer.
Und wer gut turnen kann ...
* heitere Musik *
Ja, also, wer gut turnen kann, wei� sich notfalls zu helfen.
Der Turnunterricht soll ganz ausgezeichnet sein,
hei�t es hier in der Schule.
Ohne die kleinen Turner und gro�en Boxer,
sehen die Stra�en jetzt anders aus.
Sie sind �rmer geworden, leiser und ernster.
Mit einem Wort: erwachsener.
Nun, Erwachsene sind auch Menschen.
* ruhige Streichmusik *
Diese junge Frau zum Beispiel werden wir in meiner Geschichte wiedersehen,
in unserer Geschichte.
* getragene Orchestermusik *
Es war im vorigen Dezember.
Und es schneite seit Tagen.
Christb�ume wurden schon gekauft.
Geschenke wurden schon besorgt.
In der Kirche �bte der Chor fromme, festliche Ges�nge
aus alten Zeiten. * leiser Chorgesang *
Und die Primaner f�hrten ihre Damen auch im Winter in die Konditorei.
Du, Uli. Hm?
Ich krieg zu Weihnachten den Punchingball.
Den nehm ich zum Trainieren
Da werden die Handknochen hart wie Stahl.
Du, Matz? Kannst du deine Rolle? Hoffentlich.
Vielleicht wird Johnny mal ein Dichter
Das St�ck ist prima. Mhm.
Aua! Zeit ist Geld.
Wir m�ssen zum Friseur.
Ach ja. Komm, Matz.
Nie kann man in Ruhe essen.
Na, wer von euch soll das blonde M�dchen spielen?
Wer ist der Gl�ckliche? Das bin ich, Herr Kr�ger.
Komm mal her.
So.
Moment.
* Herr Kr�ger lacht. *
Na, du siehst aus wie deine eigene Schwester.
Uli hat keine Schwester.
Junger Mann, wollen Sie sich bewundern?
Dann kann er ihr nicht �hnlich sehen.
Kuchenessen macht stark und scharfsinnig.
Uli als M�dchen.
Tag, Kreuzkamm, wie geht es dem Herrn Papa,
Professor Kreuzkamm, unserem unerm�dlichen Deutschlehrer?
Vorhin fragte er mich, ob wir nicht wieder einen Aufsatz aufh�tten.
Nein, sagte ich. Und er sagte: (tief) "Unerh�rt!"
"Ich kn�pfe mir deinen Deutschlehrer mal gr�ndlich vor."
* Herr Kr�ger lacht laut. *
Dieser Professor Kreuzkamm ist eine Nummer.
N�chstens spricht er seinen Sohn mit "Sie" an.
Zuzutrauen w�r es ihm. - Wie?
(lauter) Zuzutrauen w�r es ihm. - Aha.
Wir brauchen das Dings zwei Tage. Was kostet das?
Das Dings? Das ist ein Kunstwerk. 5 Mark.
Was? Dann drehen wir Z�pfe aus Stroh.
Der h�lt uns f�r Million�re.
Na, sch�n, die H�lfte, aber unter einer Bedingung.
Unter welcher Bedingung? Ihr lasst euch alle bei mir rasieren.
Wie bitte? Ich habe "rasieren" verstanden.
In einigen Jahren lohnt es sich.
Aha.
Ein raffinierter Gesch�ftsmann. Ts!
Okay, wir holen die Per�cke vor dem Fest.
Wiedersehen.
Mir f�llt ein, ich soll Rasierklingen f�r meinen Vater holen. P�ckchen ...
Ein P�ckchen Punktal Blau f�r den Professor. Ich wei�.
(Rudi) Mein Herr Vater pers�nlich. - Wahrhaftig.
Guten Tag, Herr Professor.
Habe die Ehre. - Was machst du da?
(verbl�fft) Rasierklingen kaufen.
Nur Dummheiten im Kopf. - Du hast mich doch geschickt, Papa.
Als ob das eine Entschuldigung w�re.
Dann lassen wir es eben. - Unerh�rt!
(Kr�ger, erstaunt) Ts!
Ach!
* fr�hliche Musik *
* Kinderrufe *
(K�stner) Andere �bten ihre K�nste im Eishockey
auf dem Sportplatz der Schule.
Wieder andere waren in der Schule geblieben.
Sie schrieben Briefe,
erledigten Hausaufgaben oder arbeiteten an Geschenken.
So zum Beispiel zwei Tertianer.
Johnny, der Verfasser des Weihnachtsst�cks,
zauberte ein Schiff in eine Flasche.
Sein Vater war Handelskapit�n bei einer �berseelinie.
Und so konnte er einen neuen Dampfer sicher gut gebrauchen.
Martin malte ein Zukunftsbild.
"In 10 Jahren" sollte es hei�en.
Dann, so wollte er den Eltern erz�hlen,
werde er so viel Geld verdienen,
dass er eine Kutsche mieten und mit ihnen nach Italien fahren k�nne.
* ruhige Musik *
Du, Martin? - Mhm?
Der Kapit�n ist gar nicht mein Vater.
Er hat es mir vor 4 Jahren erz�hlt.
Einmal m�sste ich es ja erfahren, sagte er.
Und da sei es besser zu fr�h als zu sp�t.
Das wissen nur er und ich.
Und nun du.
Erst als er es mir erz�hlte, fiel mir so manches wieder ein.
3 Jahre war ich damals alt.
Und es war in New York.
Ein Mann brachte mich zu einem Dampfer, der nach Deutschland fuhr.
Er zahlte die �berfahrt f�r mich und sagte,
die Gro�eltern w�rden mich in Bremerhaven abholen.
Er hatte mir ein Pappschild umgeh�ngt.
Darauf standen mein Name und die Adresse meiner Gro�eltern.
(Martin) Und?
Als das Schiff 14 Tage sp�ter in Bremerhaven angekommen war,
da wartete der Kapit�n mit mir auf die Gro�eltern.
* gef�hlvolle Orchestermusik *
Doch die Gro�eltern kamen nicht.
Sie konnten nicht kommen.
Es gab sie nicht.
Der Name stimmte nicht.
Die Adresse stimmte nicht.
Die Adresse in New York stimmte auch nicht.
* ber�hrende Streichmusik *
Du, Johnny?
Ich erz�hl es nicht einmal meinen Eltern.
* Die Musik verklingt. *
(Frau) Herein, bitte!
Oh, der sch�ne Theodor.
Was fehlt uns denn heute?
(heiser) Halsschmerzen, Fr�ulein Beate.
Schwester Beate, Primaner Stadler.
Auch Krankenschwestern haben Anspruch auf ... chevalereske Behandlung.
Setzen Sie sich hin, ... Sie Kavalier.
Machen Sie den Mund auf.
Strecken Sie mir die Zunge heraus.
Sagen Sie "Ah".
(w�rgend) Ah.
* Er hustet. *
* Sie schnalzt mit der Zunge. *
Schlimm, Herr Stadler, sehr schlimm.
Ich werde Ihnen den Hals mit Jod auspinseln.
Muss es Jod sein?
W�re Ihnen Salzs�ure lieber?
Salzs�ure w�re die kleinste Strafe daf�r,
dass Sie st�ndig zur Krankenschwester kommen.
Sie stehlen ihr die Zeit und verderben die Laune.
Mich treibt die Sympathie in Ihre N�he.
Ist dieses Treiben in der Hausordnung vorgesehen?
Sie achten doch sonst so auf die Hausordnung.
Besonders den Kleineren gegen�ber.
Stehen Sie auf.
Raus mit Ihnen.
Hu! Was ist denn hier los, Schwester Beate?
Guten Tag, Herr Sanit�tsrat. - Guten Tag.
Was fehlt unserem jungen Humanisten heute?
Es ist nicht der Rede wert. - Das glaub ich Ihnen aufs Wort.
Hoffentlich werden Sie nicht wirklich krank.
Dann glaubt Ihnen keiner.
* Schulglocke *
Der Nachmittagsunterricht beginnt. Ich halte Sie nicht l�nger auf.
* Kinderstimmen *
Schwester Beate.
Sind Unterschriften ...? - Ja.
Sch�nen Gru� von meiner Frau,
und ob Sie Heiligabend unser Gast sein wollten.
Wir haben au�er Ihnen nur noch einen h�bschen Karpfen eingeladen.
Sie sind sehr gut zu mir.
* Stimmengewirr, Rufe, L�rm *
(Lehrer) Morgen. - (Sch�ler, im Chor) Morgen.
* Stille *
Man soll nicht neugierig sein, aber ich bin es.
Was steckt unter diesem Tuch?
Ein Weihnachtsstollen? (alle) Nein.
Schade. Dann h�tte ich �ber Stollen im Allgemeinen gesprochen.
Dann �ber die Stollen im Bergbau,
�ber die Tunnels im Hochgebirge und in den Alpen.
* lautes Lachen *
Schon w�ren wir beim n�chstem Thema gewesen.
Wir sehen, wie die Alpen entstehen, wie das Gesicht der Erde
die Geschichte und die Geschicke der V�lker beeinflusst.
Wir klettern mit Hannibal �ber die Alpen
und treffen bei Piacenca auf die R�mer.
Kann ich das Tuch jetzt nehmen? Noch nicht.
Sie haben bei uns den Unterricht vom Flugzeug aus eingef�hrt.
Wir sind mit Ihnen in Gedanken schon �ber einige L�nder geflogen.
Wir k�nnen das Flugzeug,
das fliegende Klassenzimmer, nicht kaufen.
Wir k�nnen die Erde nicht aus der Luft betrachten.
Rudi, fahr fort.
Wir k�nnen auch die Alpen nicht ins Klassenzimmer schleppen.
Sie sind zu gro� und zu schwer, aber wir haben sie nachgebaut.
Nun m�ssen Sie das Tuch wegnehmen.
Jungens!
Ihr seid ja Tausendk�nstler.
Nein, so etwas!
Piacenza ist auch drauf. Ja, ich seh es.
Hannibals Elefanten liefern wir nach.
Da nun unser erster Flug �ber die Alpen bevorsteht ...
Darf ich die Propeller anwerfen? Nein, erst musst du runterschlucken.
Was ist es denn diesmal? Kuchen.
K�sekuchen? Apfelkuchen.
Gut? Dem Hungrigen schmeckt alles.
Dem p�nktlichen Start steht im Wege, dass wir nicht vollz�hlig sind.
Wo ist unser Beethoven? Martin, hol ihn aus dem Musikzimmer.
Was sollen wir blo� mit ihm machen? Da spielt er wieder.
Zum Essen, zum Schlafen, zum Unterricht,
zu allem muss man ihn vom Klavier wegzerren.
N�chstens vergisst er das Atmen. * Lachen *
* Er spielt Beethovens "Grande Sonate Path�tique". *
Spielst du Klavier oder Blindekuh?
Klavier, aber ohne auf die Tasten zu sehen.
Ist das verboten?
Musik hat nichts mit den Augen zu tun.
Aber die Geografiestunde.
Der arme Justus.
Er gibt sich solche M�he mit mir, und es hat so gar keinen Zweck.
* Er spielt ein lebhaftes St�ck. *
Mir ist endlich das Hauptthema f�r das Weihnachtsst�ck eingefallen.
* Er spielt eine fr�hliche Melodie. *
* spannende Melodie * Motoren donnern.
Das Flugzeug steigt auf.
Es schwebt fast lautlos �ber die Erde dahin.
* lebhafte Melodie *
Sch�n, Ferdinand, aber nun komm.
Sonst bleibst du dieses Jahr wieder sitzen.
In den 20er-Jahren gab es einen deutschen Baumeister, Taut hie� er.
Der wollte die Alpen umbauen, sie waren ihm zu bizarr, zu wirr.
Er wollte durch Sprengungen erreichen,
dass ihr Panorama �bersichtlicher w�rde.
Die Berge sollten zu Kuben, Kegeln und Pyramiden werden.
(Rudi) Ein teures Vergn�gen. * Lachen *
Das auch, aber es gibt ja noch andere gigantische Projekte.
Man will den Mittelmeerspiegel senken und die Sahara bew�ssern.
Die Verwirklichung scheitert auch hier schon an den Kosten.
Das ist sinnvoll, zur Landgewinnung. Sch�nheit ist nicht so wichtig.
Aber die Alpen umbauen, was hat Geografie mit Geometrie zu tun?
Man darf also die Natur nur ver�ndern, wenn es n�tzlich ist?
Das ist die einzige Entschuldigung.
Entschuldigung, sagst du?
Demnach w�re alles, was der Mensch getan hat, seit er Tiere z�hmte,
Urw�lder rodete, S�mpfe trocknete, Schiffe baute und Obstb�ume zog,
nicht r�hmenswert, sondern allenfalls entschuldbar?
Nun? Ich wei� es nicht.
Sebastian?
Ich wei� es nicht.
Da hab ich ja noch mal Gl�ck gehabt.
Denn ich wei� es auch nicht. * Lachen *
(K�stner) Ein Nachmittag wie andere Nachmittage,
ein Abend wie andere Abende.
Nur, dass der k�rzeste Abend des Jahres bevorsteht
und der Heilige Abend auch.
Gerade in dieser Zeit geht es zuweilen ein bisschen unheilig zu.
Da kann man nichts machen.
(nacheinander) 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11.
* spielerische Musik *
Au! * Lachen *
Wer war das? Der Schurke soll sich melden.
Ich bring ihn um.
Die V�gel f�ttere ich mit seinem Leichnam.
Erk�lte dich nicht. Keine Antwort?
* Sie reden durcheinander. *
Aua.
* Stille *
Da stimmt doch etwas nicht.
Wenn Jungs so ruhig sind, gab es vorher sicher Krach.
Heraus mit der Sprache.
Es war nur ein bisschen Ulk, Herr Doktor.
Weiter nichts?
Nein.
Gute Nacht, ihr L�mmels.
(alle) Gute Nacht, Herr Doktor.
* leise Gespr�che *
* Die T�r wird geschlossen. *
Sch�ner Ulk.
* fr�hliche Musik *
Alles abgeschlossen, Herr Brettschneider.
Haus, Nebengeb�ude, K�che, Vorratsr�ume.
Danke sch�n.
Ich brauche nichts mehr, schlafen Sie gut.
* schwungvolle Orchestermusik *
* Die Musik verklingt. *
(K�stner) Der n�chste Tag brachte den Tertianern ein deutsches Diktat,
f�r dessen Vorbereitung Herr Prof. Kreuzkamm Liebe und M�he aufwandte.
Nach dem Mittagessen traf man sich vor der Turnhalle,
um Johnnys St�ck zu probieren, "Das fliegende Klassenzimmer".
* Boogiemusik auf dem Klavier *
Diese Fatzken.
Ich bitte euch aufzuh�ren, wir wollen unser St�ck probieren.
Warte gef�lligst. - H�r bitte auf.
Wir d�rfen mit 2 Uhr probieren. Ihr wisst es.
Wie redest du mit uns?
Soll ich dem einen vor den Latz knallen?
Lass doch, Martin bringt das in Ordnung.
* Boogiemusik *
* Knall, Gemurmel *
Ihr m�sst euch genauso an die Regeln halten wie wir,
auch wenn ihr zuf�llig ein paar Jahre �lter seid.
Beschwert euch beim Justus. Jetzt verlasst ihr sofort die Halle.
Na, warte nur, mein Jungchen ...
* leise Gespr�che *
Gut gemacht. Probieren wir das 5. Bild noch mal, "Petrus im Himmel".
Fotografieren ist hier verboten.
Wir haben keinen Sinn f�r solche Sachen.
(souffliert) Forscht, wo ihr ...
Forscht, wo ihr was zu forschen findet.
Das Unerfroschbare ... * Lachen *
Wieder.
Manche lernen es nie.
Er sollte sich auch zur Auff�hrung versprechen, dann lachen alle.
Matz darf sich versprechen, Petrus nicht.
* Die T�r knallt. *
Wisst ihr, was passiert ist? - Woher sollen wir das wissen?
Die Realsch�ler haben Rudi �berfallen.
Sie halten ihn gefangen.
Sie haben auch die Diktathefte, die er seinem Vater bringen sollte.
Die Diktathefte? Endlich eine gute Idee.
(Martin) Sind wir genug? - Sofort los.
Los �ber die Mauer, zum Nichtraucher.
(K�stner) Niemand wusste, wer er war und woher er kam.
Er lebte wie ein Einsiedler. * ruhige Streichmusik *
Die Jungs nannten ihn, des Waggons wegen, den Nichtraucher.
* spannungsvolle Musik *
* T�rklopfen *
Ihr beide bleibt drau�en. Der Zug ist besetzt.
Da ist mal wieder eine hochprozentige Keilerei f�llig.
Ich bin daf�r,
dass die Realsch�ler Rudi freilassen und die Hefte als Andenken behalten.
Wenigstens meins. Mhm.
Ich w�rde gerne mit dir tauschen,
wenn ich deine schlechten Zensuren und daf�r deine Courage bek�me.
Das ist ja kompletter Quatsch, Kleiner.
An meiner Dummheit ist nicht zu r�tteln.
Die behalt ich lebensl�nglich.
Es ist mir auch ganz egal,
ob man Karussell mit 1 "R" oder mit 6 schreibt.
Zum Boxen brauche ich keine Orthografie.
Aber dass man ein Angsthase ist, das kann man �ndern.
Hast du eine Ahnung.
Jedes Mal nehm ich mir vor, nicht davonzulaufen.
Felsenfest.
Aber wenn es so weit ist, dann rei� ich aus.
Es ist ekelhaft.
Du m�sstet mal was tun, was den anderen imponiert.
Etwas ganz Tolles.
Dass sie denken: Der Uli ist ein verfluchter Kerl.
Matz, nimm endlich deinen Bart ab.
Ach, jetzt hab ich die Matratze immer noch umh�ngen.
Das sieht mir �hnlich.
Am besten schaut Fridolin, ob Rudi inzwischen heimgekommen ist.
Vielleicht haben sie ihn laufen lassen.
Wenn nicht, sag es dem Dienstm�dchen. Sein Vater soll nichts wissen.
Dann komm in die F�rstereistra�e. Wir warten dort.
So, mein Junge.
Wenn Rudi noch nicht frei ist, steigen wir dem Egerland aufs Dach.
Und wie. Und nehmen ihn als Geisel.
Bis nachher. Dass ihr auch da seid. - (alle) Eisern.
Wiedersehen und vielen Dank. - Bitte, Fridolin.
Erkl�rt mir, wieso die Realsch�ler einen Professorensohn verhaftet
und eure wissenschaftlichen Schriften beschlagnahmt haben?
Ein Streit zwischen den Schulen, nicht zwischen Sch�lern.
Eine gewisserma�en pr�historische Fehde.
* Er pfeift. * Wir haben ihnen eine Fahne abgejagt.
Eine R�uberflagge. Mit einem Totensch�del drauf.
Sie beschwerten sich bei Justus, unserem Hauslehrer.
Er sagte, wenn wir die Fahne nicht zur�ckgeben,
d�rften wir ihn 2 Wochen lang nicht gr��en.
Kuriose Drohung. Wirkte sie?
Wie Backpflaume.
Am anderen Tag lag die Fahne in ihrem Schulhof.
Die Sache hatte einen Haken, sie war etwas zerrissen.
Aha. - Etwas sehr zerrissen.
Nun sind unsere Hefte an der Reihe und der Rudi.
Dann zieht mal in euren pr�historischen Krieg.
Vielleicht komme ich und verbinde die Verwundeten.
F�rstereistra�e 17 und Umgebung.
Wenn jemand um Hilfe schreit, bin ich es.
�brigens, der Justus, der gef�llt mir immer besser.
Doktor B�kh ist ein gro�artiger Kerl.
Wie hei�t euer Justus? - Dr. Johannes B�kh.
(fl�stert) Johannes ... Ach.
Dann macht es gut, Jungs. Ich leg noch Holz ...
* flotte Musik *
Was ist los? - Die Realsch�ler haben Rudi.
Kommt ihr mit? - Nat�rlich. Ingo, kommt rauf.
In 1/4 Stunde, F�rstereistra�e. - 1/4 Stunde, gut.
Verteilt euch, sonst merken sie, dass wir was vorhaben. Bis nachher.
* flotte Musik *
Nun, was war?
Kreuzkamm ist noch nicht zu Hause. Dachte ich mir.
Das Dienstm�dchen sagt dem Professor, er sei bei mir zum Essen.
Es wird ernst?
Ich begebe mich an die Nummer 17 und atomisiere den Egerland.
Das hilft uns nicht. Wir m�ssen erst wissen, wo Rudi und die Hefte sind.
Ich k�nnte als Parlament�r hingehen. Gute Idee, los.
Bin gleich wieder da. Wo gehst du hin?
Zum B�cker etwas essen, sonst kann ich nicht zuschlagen.
Ich schau mir mal die Gegend an.
* spannungsvolle Akkordeonmusik *
Guten Tag, gn�dige Frau, ich m�chte Ihren Sohn sprechen.
Einer holt den Kellerschl�ssel f�r den Schlitten.
Der andere braucht eine W�scheleine.
Das ist ja wie im Taubenschlag. Ist er allein?
Willst du den Schlitten einstellen? Nein, ich bin zu Pferde gekommen.
Also ...
Was soll denn das hei�en?
Ich komm als Parlament�r. Was willst du?
Wir ersuchen um die Herausgabe von Kreuzkamm und der Diktathefte.
Was bietet ihr daf�r? Nichts.
Notfalls befreien wir den Gefangenen.
Erst m�sst ihr wissen, wo er ist. Das dauert wohl, mein Lieber.
Ich verbitte mir Vertraulichkeiten. Ich bin nicht dein Lieber.
Was sind die Bedingungen?
Eine einzige: einen Brief mit einer Entschuldigung wegen der Fahne
und der Bitte, den Gefangenen und die Hefte zur�ckzugeben.
Andernfalls?
Wir verbrennen die Hefte,
und Kreuzkamm wird bei uns zum alten Mann.
�brigens bekommt er alle 10 Minuten 6 Ohrfeigen.
Das nur nebenbei.
Die Bedingung ist unannehmbar.
Dann ist dein Besuch zu Ende.
Bei Philippi sehen wir uns wieder.
(lachend) Zuverl�ssig.
* Die T�r wird geschlossen. *
* schelmische Akkordeonmusik *
Kommt!
* Stimmengewirr *
* flotte Akkordeonmusik *
Egerland war mit seiner Bande im Hof. Unsere Leute warten an der Ecke.
St�rmen wir den Hof, bevor sie angreifen.
Wo steckt Kreuzkamm? In Egerlands Keller.
Wei� er auch. 2 Sch�ler bewachen ihn.
Los. Hauen wir sie in die Pfanne.
(Nichtraucher) Moment.
Das geht nicht. Ihr k�nnt hier keine Stra�enk�mpfe veranstalten.
Eben. Gleich wissen es die Direktoren, und es gibt Skandal.
So kurz vor Weihnachten. Hast du schon ...
Es ist doch wahr. Es ist nicht meinetwegen.
Was schlagen Sie vor? * Rufe eines Verk�ufers *
Hm, ihr ersucht die werten Gegner, zum Platz unter der Burg zu kommen.
Dort st�rt euch niemand. Ihr veranstaltet einen Zweikampf.
Wozu sollen sich alle pr�geln? 2 hauen sich, das gen�gt.
Goldene Worte.
Wenn unser Mann gewinnt, m�ssen sie Kreuzkamm herausr�cken.
Die Diktathefte auch?
Nur deins nicht.
Und wenn wir verlieren?
Sag mal, bist du pl�tzlich wahnsinnig geworden?
Ich ess nur schnell eine Semmel. Danke f�r den guten Rat.
Bring die Gegner zum Platz. Wir gehen schon hin�ber, kommt.
* Rufe eines Verk�ufers *
Manchmal ist es doch ganz gut, dass es Erwachsene gibt.
Vergiss es nicht, wenn du gro� bist.
* spannungsvolle Musik *
* Stimmengewirr *
Sei vorsichtig, Matz.
* Die Musik verklingt. *
* Jubel, Gel�ute *
* Hupen *
* Ah-Rufe *
* Bravo-Rufe *
* St�hnen *
Gib's ihm.
* Er hustet. *
* Er st�hnt. *
* Hupen *
* lauter Jubel *
* St�hnen *
Matz!
* Knall *
* lauter Jubel *
Oh, Backe!
* Die Schreie werden leiser. *
* Knall, �chzen *
* Knall *
Gut gemacht.
Hast du das halbe Br�tchen aufgehoben?
Meine Leute geben euch den Gefangenen nicht.
* entr�stete Rufe * Ihr haltet euer Wort nicht.
Sie verweigern den Gehorsam.
H�tte ich nur Wawerka zu Frikassee gemacht.
Ich kann nur eins tun.
Ich stelle mich als Geisel.
Bravo, mein Junge. Aber dein Angebot ist sinnlos.
Wie viele sollen noch gefangen genommen werden?
Sag ihnen, wir greifen an. Es ist der letzte Kampf zwischen uns.
Mit Wortbr�chigen k�mpft man nicht, man verachtet sie.
* Stimmengewirr *
In 2 Minuten beginnt die Schlacht. Sebastian leitet sie.
Bis Matz, Johnny und ich zur�ck sind, haltet sie hin.
Darf ich nicht mitkommen? Nein, Uli, 3 sind genug.
Wir beeilen uns.
Hals- und Beinbruch. - (mehrere) Danke.
Nicht angreifen, verteidigen.
Warum nicht angr...
* Er prustet. *
Wartet, ihr Banditen!
Mich wundert, dass ihr euch nicht sch�mt.
Ist nicht unser Auftrag.
Ich zeige mich erkenntlich, wenn ich frei bin.
Bis dahin verschimmelst du.
In 1 Stunde wissen sie, wo ich bin.
Da hast du eine h�bsche Portion Backpfeifen vor dir.
Alle 10 Minuten 6, das macht in der Stunde genau 36.
Angewandte Mathematik.
Vielleicht kommen deine Leute etwas fr�her, wie?
(Rudi) Hoffentlich.
Da stecken wir vorsichtshalber noch 1/2 Dutzend ins Gesicht.
Gewisserma�en als Vorschuss.
* Er spuckt. *
1, 2 ... - (Matz, Martin, Johnny) 3!
Au!
Seit 2 Stunden sitz ich hier.
Und alle 10 Minuten 6 Ohrfeigen. Ah.
In 120 Minuten 12-mal 6 Ohrfeigen. Wie viel macht das?
72 St�ck. Aua!
(Johnny) 36 f�r jeden.
Rudi, gib es ihnen. Mir tun die Handgelenke zu weh.
Ich gebe jedem von ihnen 2. Das kommt auf dasselbe raus.
Ah!
(Martin) Wo sind die Diktathefte?
Dort in der Ecke.
Ich seh sie nicht.
Ihr m�sst genauer hinschauen.
* Aua-Rufe *
Heiliger Bimbam.
Wie die sich ver�ndert haben.
Da wird sich dein Vater freuen. * Lachen *
Kreuzkamm, geh nach Hause.
Vergiss nicht, dass du bei Fridolin essen warst.
Sei also satt.
Sag deinem Vater, ich geb ihm morgen die Hefte.
Also, gut, servus. Wiedersehen.
Wir m�ssen uns auch beeilen.
Lauft voraus, ich habe noch die Ohrfeigen zu erledigen. So.
* flotte Musik, Rufe *
Au!
Au! Arrrh!
* Jubel *
Wo ist der Uli?
Matz, Johnny, Sebastian, Uli und ich gehen beim Tor hinein.
Alle anderen �ber die Mauer.
Was ist passiert?
Bin schon wieder ausgerissen.
Der Wawerka kam auf mich los. Ausgerechnet der.
Ich wollt ihm ein Bein stellen.
Aber wie ich sein Gesicht sah ...
Der hat aber auch eine abscheuliche Visage.
So geht es nicht weiter mit mir. Komm, der Krieg ist aus.
Ich hab Hunger, und der sch�ne Theodor wartet schon.
* ruhige Mundharmonikamusik *
Da sind sie ja, die lieben Kinderchen.
Heimlich im Kino gewesen, war es nett?
Der Held sah dir �hnlich, nur nicht ganz so sch�n.
* Lachen * (Martin) Lass das.
Nat�rlich, du bist auch dabei.
Dass du Stipendien bekommst, versteh ich nicht.
Verlier nicht den Mut, du bist noch jung.
Dann kommt mal mit.
(Theodor) Hier sind die Ausrei�er, Herr Doktor.
Wie hei�t der einschl�gige Artikel der Hausordnung, Uli?
"Es ist verboten, die Schule und das Schulgel�nde zu verlassen,
au�er w�hrend der Ausgehzeiten."
Gibt es Ausnahmen, Matthias? Jawohl, Herr Doktor.
"Wenn eine Lehrkraft eine solche Ausnahme gestattet."
Welcher Lehrer hat euch beurlaubt? Keiner, Herr Doktor.
Wir sind unerlaubt abgehauen.
Nein, ich befahl ihnen, mir zu folgen.
Deine Vorliebe, Verantwortung zu �bernehmen, kenne ich.
Wir mussten in die Stadt, Herr Doktor.
Warum habt ihr nicht mich, euren Hauslehrer, um Erlaubnis gebeten?
Sie h�tten sie wohl verweigert, wir w�ren aber gegangen.
Trotz meines Verbots?
(mehrere) Jawohl. Leider.
Das ist ja bodenlos, Herr Doktor.
Ich habe Sie nicht nach Ihrer Meinung gefragt.
Warum musstet ihr in die Stadt?
Wieder wegen der Realsch�ler.
Sie nahmen Rudi samt den Diktatheften gefangen.
Habt ihr ihn befreit? (alle) Ja.
Wurde irgendwer verletzt? (alle) Nein.
Nur die Diktathefte ...
Was ist damit?
Sie wurden vor den Augen des gefesselten Gefangenen ... verbrannt.
Martin hat die Asche in seinem Taschentuch.
Und ich werde eine Urne stiften.
Was soll nun werden, Martin?
Unsere bisherigen Zensuren
hat Professor Kreuzkamm im Notizbuch stehen.
Wir entschuldigen uns bei ihm. Das Diktat machen wir noch einmal.
Ich wei� nicht, ob Kollege Kreuzkamm damit zufrieden ist.
Ich muss sagen, dass ich euer Verhalten billige.
Ihr habt euch, soweit es m�glich war, tadellos benommen.
Warum habt ihr mich nicht gefragt?
Habt ihr so wenig Vertrauen zu mir?
Dann verdiente ja ich die Strafe.
Aber lieber Herr Justus, �h, Herr Doktor, Sie wissen doch, wie Sie ...
Einen Moment lang hab ich mir �berlegt, ob wir Sie fragen sollten.
Ich fand es verkehrt, nicht wegen des Vertrauens.
H�tten Sie Nein gesagt, dann h�tten wir doch gehen m�ssen.
H�tten Sie Ja gesagt und w�re einem von uns etwas passiert,
dann h�tten die Lehrer und die Eltern auf Ihnen herumgehackt.
Ja, so �hnlich war es.
Ihr habt mich also nur nicht gefragt, um mir �rger zu ersparen.
Erwartet ihr, dass ich mich daf�r bei euch bedanke?
Erwartet das ja nicht. Diebe seid ihr, kleine Taschendiebe.
Aber ich lasse mir die Verantwortung f�r euch nicht stehlen.
Nicht einmal von euch selber.
Eure hei� ersehnte Strafe sollt ihr haben, 1 Stunde Arrest.
Ist damit die Hausordnung erf�llt?
Nat�rlich, Herr Doktor.
Dieser Arrest erfolgt heute Abend in meinem Zimmer.
Spricht irgendein Punkt der Hausordnung dagegen?
Ich glaube nicht.
Das beruhigt mich.
Nehmt ihr die Strafe an? - (Kinder) Ja.
* Glockenl�uten *
Greift t�chtig zu. Das geh�rt mit zur Strafe.
Sch�nen Dank, Schwester Beate. - Bitte.
Vergn�gten Arrest w�nsche ich. - (Kinder) Danke sch�n.
Primaner Stadler beaufsichtigt den Strafvollzug.
* Geschirr klappert. *
Ich erz�hl eine Geschichte, und ihr h�rt zu.
Das ist unsere gemeinsame Strafe.
Also, vor mehr als 20 Jahren gab es in diesem Haus auch schon Tertianer.
Und Primaner.
Und einen Hauslehrer gab es auch. Er wohnte hier in diesem Zimmer.
Die Geschichte handelt von einem der kleinen Tertianer,
die vor �ber 20 Jahren in euren Betten schliefen
und auf euren Pl�tzen sa�en.
Es war ein braver, flei�iger Junge.
�ber Ungerechtigkeiten emp�rte er sich wie der Martin.
Er pr�gelte sich herum wie euer Matz.
Er sa� mitunter nachts am Fenster im Schlafsaal
und hatte Heimweh wie der kleine Uli.
Er las schrecklich gescheite B�cher wie der Sebastian.
Und wie Johnny tr�umt er davon, einmal ein Dichter zu werden.
Die Mutter dieses Jungen wurde eines Tages sehr krank.
Man brachte sie nach Kirchberg ins Krankenhaus.
Am n�chsten Tag rannte der Junge heimlich aus der Schule fort.
Hin�ber ins Krankenhaus, sa� am Bett der Mutter, hielt ihre hei�en H�nde.
Er versprach, als er ging, am n�chsten Tag wiederzukommen.
Denn am n�chsten Tag hatte er Ausgang.
Am Schultor fing ihn ein Primaner ab und fragte, wo er gewesen sei.
Eher als die Wahrheit zu sagen, h�tte er sich die Zunge abgebissen.
Der Primaner entzog ihm die Ausgeherlaubnis.
Am n�chsten Tag lief der Junge trotzdem davon.
Die Mutter wartete ja auf ihn. Es ging ihr schlechter am Tag davor.
Der Primaner brachte den Jungen zum Hauslehrer, hierher ins Turmzimmer.
Der Hauslehrer war streng, der Junge schwieg.
So wurde ihm der Ausgang f�r vier Wochen entzogen.
Aber am n�chsten Tag war er wieder fort.
Als er zur�ckkam, brachte man ihn zum Direktor.
Dieser bestrafte ihn mit zwei Stunden Karzer.
Als er den Karzer am n�chsten Morgen betrat,
um den Knaben ins Gebet zu nehmen, sa� ein ganz anderer da.
Er hatte sich einsperren lassen, damit sein Freund zur Mutter konnte.
Ja, das waren zwei Freunde.
Sie blieben auch sp�ter beieinander.
Sie studierten zusammen, sie wohnten zusammen.
Sie trennten sich nicht, als der eine heiratete.
Dann bekam die Frau ein Kind.
Das Kind starb.
Und die Frau starb.
Am Tag nach dem Begr�bnis verschwand der Mann.
Und sein Freund h�rte nie wieder von ihm.
Der Junge aber, dessen Mutter im Krankenhaus war,
nahm sich damals vor,
sp�ter selber Hauslehrer in dieser Schule zu werden.
Damit die Jungen jemand h�tten, dem sie alles sagen k�nnten,
was ihr Herz bedr�ckt.
Wisst ihr, wie er hie�?
Jawohl, der Junge hie� Johannes B�kh.
Nun schert euch ins Bett.
(alle) Gute Nacht! Danke sch�n, gute Nacht!
Gute Nacht, Herr Stadler.
Gute Nacht, Herr Doktor, und vielen Dank.
Wof�r denn? F�r meine Strafe.
* ruhige Fl�tenmusik *
Alle R�ume abgeschlossen, Herr Brettschneider?
Danke sch�n.
Nein, ich brauche nichts mehr. Schlafen Sie gut.
* bewegte Orchestermusik *
(K�stner) Weihnachten war wieder einen Tag n�her ger�ckt.
Trotzdem f�hlten sich die Tertianer, besonders ihr Primus, unbehaglich.
Gleich w�rde Professor Kreuzkamm kommen.
Die Sache mit den Diktatheften war spruchreif.
Bei den Sp��en des Lehrers wusste man nicht,
ob man lachen oder weinen sollte.
Neuigkeiten? - Leider ja, Herr Professor.
Die Realsch�ler haben unsere Hefte verbrannt.
Habt ihr sie darum gebeten?
Guten Morgen. - (alle) Morgen, Herr Professor.
Was soll das sein?
Das sind unsere Diktathefte.
Aha.
Kaum wiederzuerkennen.
* Gel�chter *
Typisch mein Vater.
Wem habe ich die Hefte gestern anvertraut?
Mir.
* Lachen *
Konntest du sie nicht besser verteidigen?
F�r seine heiligsten G�ter k�mpft man doch.
* Lachen *
Es waren 20 Jungs, die Fridolin und mich �berfielen.
Bevor sie die Hefte verbrannten, fesselten sie mich im Keller.
Wie lange warst du in dem Keller?
Bis gegen 4 Uhr.
Haben deine Eltern nichts gemerkt?
Nee. * Lachen *
Scheinen ja nette Eltern zu sein.
* Lachen *
Beim Essen haben sie dich nicht vermisst?
Sie glaubten, ich w�re bei einem anderen Jungen.
Richte deinem Vater einen sch�nen Gru� aus.
Und sag ihm, er soll besser auf dich aufpassen.
* Lachen *
Ich werde es ihm ausrichten.
Was soll der Papierkorb an der Decke?
Nein, nein.
Lasst ihn ruhig h�ngen.
Das hat ja Zeit.
* Glockenl�uten *
Es gibt zahlreiche Menschen,
die allmorgendlich in sch�ner Regelm��igkeit
vor dem offenen Fenster 20 Kniebeugen machen.
Das st�rkt die Muskeln.
Und es gibt andere Menschen, zum Beispiel euch,
die zu Beginn der Deutschstunde einige Fremdw�rter buchstabieren.
Das st�rkt das Ged�chtnis.
Demnach ist das Ged�chtnis die Muskulatur des Gehirns.
Sehr wohl, Herr Frank.
Darf ich Sie zur ersten Kniebeuge einladen?
Wir schreibt man das Wort Vertiko?
V-E-R-T-I-K-O.
Und wie das Wort Grammofon?
Uli.
Wird's bald, Herr von Simmern?
Oder soll ich Sie schriftlich auffordern?
G-R ...
A-M ...
M-O ...
Bei euch piept's wohl!
Was hast du zu suchen in der albernen Luftschaukel?
Komm auf der Stelle herunter!
Ich kann nicht.
Warum hast du das nicht verhindert?
Es waren zu viele.
Die Aufsatzhefte heraus.
* St�hnen *
Die Diktathefte sind ja verbrannt.
An all dem Unfug, der hierzulande oder auch anderswo zustande kommt,
sind nicht nicht nur die Anstifter schuld.
Sondern auch diejenigen, die ihnen nicht widersprechen.
(K�stner) Er gab ihnen ein Diktat, dass es nur so rauchte.
Fremdw�rter, Gro�- und Kleinschreibung,
schwierige Interpunktion, es war glatt zum Verzweifeln.
Die Tertianer schwitzten 1/2 Stunde lang Blut.
* Lehrer lautlos, schwere Blechblasmusik *
Als der Professor gegangen war,
glichen unsere jungen Freunde
einer auf dem eigenen Platz geschlagenen Fu�ballmannschaft.
Mit einem Mal stand Uli auf.
Ruhe, Ruhe!
Ihr denkt, ich bin ein Feigling. Das macht mich krank.
Deshalb fordere ich euch auf, um 3 Uhr auf der Eisbahn zu sein.
Um 3 Uhr auf der Eisbahn, vergesst es nicht.
Was hast du denn vor, Kleiner?
Das werdet ihr schon sehen.
(K�stner) Sp�ter, nach dem Essen und nachdem die Post verteilt war,
luden Martin und Johnny den Hauslehrer zum Spaziergang ein.
Was macht euer Theaterst�ck? Wir sind ganz zufrieden.
�bermorgen ist Generalprobe. Ich bin schon gespannt.
Auch wohin ihr mich verschleppen wollt.
Wir haben eine Vermutung. Eine Vermutung?
Mehr k�nnen wir nicht sagen, sie kann falsch sein.
Na sch�n, dann weiter.
Verbindet ihr mir die Augen? Nein.
* ruhige Musik *
Nanu! Ihr macht mit mir ja eine tolle Kletterpartie.
* bewegte Orchestermusik *
Da wohnt ja jemand.
Was f�r einen Beruf hatte der Freund, von dem Sie erz�hlten?
Er war Arzt.
* bewegte Musik *
Martin, was gibt's denn?
Johannes!
Robert.
* gef�hlvolle Musik *
Alter Junge.
Dass ich dich endlich wiederhabe.
Menschenskind, die beiden.
Ich komm mir vor wie der Weihnachtsmann.
Du verlierst deinen Brief.
Von meiner Mutter.
Hab ihn noch nicht gelesen, schickt sicher das Reisegeld.
* Die Kirchenglocke schl�gt. *
Schon 3 Uhr.
3 Uhr ... Was war um 3 los?
3 Uhr? - 3 Uhr auf der Eisbahn.
* Glockenl�uten *
* Stimmengewirr *
* tiefere Glockent�ne *
Uli, tu's nicht!
* Alle schreien auf. *
* dramatische Musik *
Sag Schwester Beate Bescheid.
Wo ist der Justus?
Beim Nichtraucher, der ist Arzt. - Hol sie beide.
* sanfte Musik *
* Die T�r wird ge�ffnet. *
Es ist schlimm genug. Aber nicht sehr schlimm.
Wadenbeinbruch, Quetschungen, eine leichte Gehirnersch�tterung.
Kopf hoch, Jungs. In 4 Wochen ist er wieder gesund.
Aber k�nnt ihr mir sagen, wie er darauf gekommen ist?
Er sei ein Feigling, sagten sie, und er selber auch.
Ich Rindvieh habe ihm geraten, etwas zu tun, was den anderen imponiert.
Das ist ihm ja nun gelungen.
Ich rufe seine Eltern an. Er muss hier bleiben.
Rei�t euch etwas zusammen.
Ein Beinbruch ist weniger schlimm,
als wenn Uli immer gef�rchtet h�tte,
die anderen w�rden ihn nicht f�r voll nehmen.
* ruhige Klaviermusik *
(K�stner) Noch am Abend wurde �ber Ulis Mutprobe eifrig diskutiert.
Nur Martin hatte andere Sorgen.
(Mutter) "Mein lieber Junge, das wird wahrhaftig ein trauriger Brief.
Und ich wei� nicht, wie ich ihn anfangen soll.
Denn denke dir, mein gutes Kind ...
ich kann dir diesmal das Fahrgeld nicht schicken.
Seit Vater ohne Stellung ist, reicht es an keiner Ecke.
Wenn ich daran denke,
dass du zu Weihnachten in der Schule bleiben musst,
wird mir ganz elend zumute."
* Rumpeln *
* Krach *
F�sschen, h�r mal zu.
Du musst Ulis Rolle �bernehmen.
Oh fein, was spiel ich? - Ein blondes M�dchen.
Ein M�dchen? Oh!
Martin, hast du was?
Schl�fst du schon?
Nur ein paar Worte, Herrschaften. Ulis Zustand ist zufriedenstellend.
Aus reinem Zufall wurde aus seinem Experiment kein Ungl�ck.
Ich bitte euch alle,
Tapferkeit sowie ihr Gegenteil so unauff�llig wie m�glich auszu�ben.
Beinbr�che als Beweismittel muss ich als Hauslehrer ablehnen.
So, und jetzt Schwamm dr�ber.
Ich gehe heute Abend aus, Primaner Stadler vertritt mich.
Benehmt euch anst�ndig, sonst kann ich nicht mehr ausgehen.
(alle) Gute Nacht. - Viel Vergn�gen!
Gute Nacht allerseits.
Prost, meine Herren.
Willst du das b�rgerliche Leben nicht doch versuchen?
Was willst du, Johannes?
Ich bin in meinem Eisenbahnwagen restlos zufrieden.
Viel Geld brauche ich nicht.
Und ich freue mich schon auf den Fr�hling und meine Blumen.
Ich hatte noch nie so viel Zeit zum Nachdenken und Lesen
wie in den den letzten Jahren, die du f�r verlorene h�ltst.
Das Ungl�ck, das ich damals erlebte, hatte schon seinen Sinn.
Es muss wohl auch solche Sonderlinge wie mich geben.
Nur h�tte ich G�rtner werden sollen, aber dazu ist leider zu sp�t.
Es gab eine Zeit, da warst du ehrgeizig.
H�ltst du denn Ehrgeiz f�r eine sehr gro�e Tugend?
Ich w�nschte mehr Menschen h�tten Zeit,
sich daran zu erinnern, was wesentlich ist.
Geld, Rang und Ruhm, das sind doch kindische Dinge.
Nichts weiter als Spielzeug.
Damit k�nnen doch wirkliche Erwachsene nichts anfangen.
Habe ich nicht recht?
Ein Gl�ck, dass nicht alle so denken.
Schade, dass zu wenige so denken.
Mein lieber Robert, du bist ein Dickkopf.
Das habe ich schon mal geh�rt.
Hab ich vor 25 Jahren schon gesagt. Eben.
Prost, Johannes.
Prost, Robert.
* heitere Orchestermusik *
(K�stner) Sp�ter bummelten sie durch die alten Gassen.
Es war ein Spaziergang durch Tausend Erinnerungen.
Der Briefkasten h�ngt auch noch da.
Er wird uns �berleben. Er hat eine eiserne Natur.
M�chtest du mit ihm tauschen? Nein.
Briefk�sten haben keine Seele.
So ist es. Komm, mein Alter!
* bewegte Orchestermusik *
* Justus schreit. *
Ha!
Oh, au!
* Sie schreien und lachen. *
(K�stner) Der n�chste Nachmittag war der letzte vor den Ferien.
Kein Wunder, dass es sehr gesch�ftig zuging.
Manche brachten schon ihre Koffer zum Bahnhof.
Martin ging nur zur Post, mit dem Geschenk f�r die Eltern.
Martin, wo willst du hin?
Ich, ich geh rasch zur Post.
Was willst du denn dort?
Am Schalter fragen, wann Neujahr ist.
Vergiss die Generalprobe nicht. - Tu ich nicht, Johnny.
Auch nicht, dass ich dein Freund bin?
Was sagen denn die anderen?
Sie haben unheimlichen Respekt vor dir gekriegt.
Wirklich?
Mhm.
Mir k�nntest du 1 Million versprechen.
Ich w�rde nicht von der Leiter springen.
Nein?
Nicht ums Verrecken.
* Er atmet tief aus. *
Ein Gl�ck, dass auf der Eisbahn kein Kirchturm steht.
Von dem w�rst du wohl auch geh�pft.
Auf dem Nachttisch liegt Schokolade. Vom Direktor pers�nlich.
Iss sie.
Ich hab keinen Hunger.
Iss sie, sofort!
Sonst reg ich mich auf.
Und das hat mir der Nichtraucher streng verboten.
Ist mir aber sehr unangenehm.
Gestern habe ich ein Bier getrunken mit meinem Freund Johannes.
Das war sehr vern�nftig.
Es k�nnen auch sechs oder sieben gewesen sein.
Das war weniger vern�nftig.
Mit der Vernunft ist das so eine Sache.
Es ist wie mit den Engeln und den Elfen.
Alle sprechen davon ...
aber noch keiner hat sie gesehen.
Sie wohnen wirklich in einem Eisenbahnwagen?
Auf meiner Lebensreise wurde er pl�tzlich abgeh�ngt.
Ich habe mich bei der Direktion beschwert. - Und?
Es hie�, meine Fahrkarte sei verfallen.
Und so bin ich sitzen geblieben.
Sitzen geblieben wie Ferdinand, der klavierspielende Tertianer.
Und ich werde wie er von allen geschulmeistert.
Gestern Abend vom Hauslehrer und heute von Ihnen.
Weder in der Schule des Lebens noch in einem Gymnasium
sollte man sich dar�ber wundern.
Besten Dank, Herr Lehrer.
* feierliche Musik *
* energisches Klavierspiel *
Der h�rt ja gar nicht mehr auf. - Dieser Hans Guckindieluft!
Das wird noch ein Klavierkonzert.
Lass mich mal ran.
* Gel�chter *
* Schulglocke *
Seid still, der Justus naht!
* Lachen *
Guten Morgen.
(Sch�ler) Guten Morgen, Herr Schulrat.
Was haben wir heute? - Geografie, Herr Doktor.
Stimmt, Geografie.
So h�rt, der Staat, der r�hrend an uns denkt,
hat uns etwas Erstaunliches geschenkt.
Was seht ihr auf dem Platz vorm Haus?
Ein Meisterwerk modernen Flugzeugbaus.
* Gel�chter *
Wir werden �ber Kontinente fliegen,
die Erde wird zu unseren F��en liegen.
Wir segeln zwischen Wolken, Mond und Sternen.
Hoch �ber Berg und Tal in fernste Ferne.
Wir werden k�nftig mit den Augen lernen.
Wie sch�n! Schule wird zum Abenteuer!
Das ist nach meinem Sinn. - Italien, wir fliegen einfach hin.
Meinen Atlas schmei� ich ins Feuer.
* Gel�chter *
Der Unterricht beginnt. Wir steigen ein.
Zuerst die Dame, man muss h�flich sein.
* lautes Lachen *
Wir haben Schinken, Brot und Benzin. Wir werden von der Welt erwartet.
Hier schneit's, indes woanders Veilchen bl�hen.
Der Unterricht wird zum Lokaltermin.
Motoren dr�hnt! Das Klassenzimmer startet.
* hektische Musik *
* fr�hliche Musik *
(K�stner) Es war ein St�ck in 5 Bildern.
Am Krater des Vesuvs erz�hlte der Lehrer von der Erdkruste
und den Vermutungen �ber den Zustand im Inneren der Erde.
Nat�rlich in Versen.
Dann holte er eine Zigarre aus der Brusttasche
und z�ndete sie sich, zum Staunen des Publikums,
am Feuer des Vulkans an.
Das war der Clou des 2. Bildes.
* Husten *
* abenteuerliche Musik *
Im 3. Bild, vor den Pyramiden von Gizeh,
war die Rede vom fruchtbaren Nil, von der Sphinx
und den alten geheimnisvollen K�nigskleidern.
Auf eine vorlaute Bemerkung des kleinen M�dchens hier,
erschien die Mumie des K�nigs Ramses
und lockte das v�llig willenlose Kind ...
hinein in sein offensichtlich etwas zu eng geratenes Totenreich.
Weder Verzweiflung noch Gewalt konnten helfen.
Das arme Gesch�pf blieb beim Pharao.
Zum Zeichen daf�r, wie riskant es ist,
�ber versunkene Kulturen Witze zu machen.
Das 4. Bild fand am Nordpol statt.
Hier konnten die Sch�ler durch Augenschein feststellen,
dass die Erdachse schr�g steht und die Pole abgeplattet sind.
Matz erschien als schwitzender Eisb�r
und lie� sich leutselig f�rs Kirchberger Tageblatt fotografieren.
Man versprach sogar, ihm einen Abzug zu schicken.
Nun, und im letzten Bild landete man,
versehentlich, da das H�hensteuer verklemmt war,
bei Sankt Petrus im Himmel.
Er lie� sich nicht fotografieren.
Forscht, wo ihr was zum Forschen findet!
Das Unerfroschbare ... Wusst ich's doch.
* Gel�chter *
Forscht, wo ihr was zum Forschen findet.
Das Unerforschbare lasst unergr�ndet.
Wir h�rten, dass Sie alles wissen.
Ist Ihnen auch bekannt, dass wir ein kleines Kind vermissen?
Es folgte Ramses und verschwand. Ich hol's zur�ck.
(Sch�ler) Ja? - Ruhe bitte!
* zauberhafte Musik *
Das Vergangene ist geblieben, und der Weg beh�lt die Schritte.
Das Zerrissene bleibt geschrieben, komm und tritt in unsere Mitte.
(alle) Da ist sie ja!
Wir danken sch�n!
Nun wird's Zeit zur�ckzufliegen. Weil wir sonst wieder �rger kriegen.
Auf Wiedersehen. - (alle) Auf Wiedersehen.
F�r die Weihnachtsfeier viel Vergn�gen!
* Er bricht die Musik ab. *
Da sind wir wieder. - Das Fliegen war ein sch�ner Traum.
Erf�llen wird er sich wohl kaum. In solchen F�llen singt man Lieder.
Ich schlage vor, "O Tannenbaum".
# O Tannenbaum.
# Wie gr�n sind deine Bl�tter.
# Du gr�nst nicht nur zur Sommerszeit.
# Nein, auch im Winter, wenn es schneit.
# O Tannenbaum, o Tannenbaum.
# Wie gr�n sind deine Bl�tter.
Das war ja ganz pr�chtig. Wir danken euch von ganzem Herzen.
Besonders dem Autor, dem B�hnenmaler und den Schauspielern.
Herzlichsten Dank!
Und nat�rlich auch dem Komponisten und seinen Musikern.
Ja, und wer ist nun das entz�ckende kleine Fr�ulein,
das beinah in �gypten geblieben w�r?
Ja, der Spetter.
Wo kommst du denn her?
Ich war doch der Vesuv.
Genug f�r heute.
Und f�r morgen fr�h w�nsch ich euch allen eine recht gl�ckliche Reise.
* Stimmengewirr *
* Gebr�ll *
* Pfiff *
Moment, Herr Direktor!
(fern) Einsteigen bitte!
Der Dank des Vaterlands ist dir gewiss.
Besuch Uli am Nachmittag, seine Eltern kommen erst am Abend.
Na klar, eisern.
Hast du Martin gesehen? Nein.
Hast du ihn gesehen?
Ich glaub, er wollt einen sp�teren Zug nehmen.
(mehrere) Wiedersehen!
Prosit Neujahr!
Fr�hliche Ostern!
* Er summt fr�hlich. *
* Klopfen *
Introite!
Johnny!
St�r ich sehr?
Verfasser erfolgreicher St�cke sind stets willkommen.
Wo dr�ckt der Schuh?
Es ist wegen ... Martin.
Was ist mit ihm? Hat er den Zug verpasst?
Er ist nicht mitgefahren.
Nanu.
Er soll gesagt haben, er f�hrt sp�ter.
Ich glaube, er f�hrt gar nicht.
Warum glaubst du das?
Weil er mir aus dem Wege geht.
Und warum f�hrt er nicht?
Ich wei� es nicht. Fragen Sie ihn, bitte.
Gut. Wo steckt er?
In der Turnhalle.
* Er spielt ganz langsam "O Tannenbaum". *
* Er beginnt es von vorne eine Oktave h�her. *
Martin.
Du f�hrst erst mit dem Nachmittagszug?
Ihr fahre gar nicht, Herr Doktor.
Nanu.
Wollen die Eltern nicht, dass du heimkommst?
Doch, sie wollen.
Und du? Willst du denn nicht?
Ich will auch.
Sie wollen, du willst, und doch bleibst du hier?
Woran liegt es denn?
Das m�cht ich lieber nicht sagen.
* Schniefen *
Hast du kein Fahrgeld?
Nananana.
Nana.
* traurige Musik *
Bei K�rners, da bescheren sie schon.
Was er jetzt blo� macht? In der gro�en, leeren Schule ...
Ach, so leer ist die Schule gar nicht.
Erstens ist der Johnny da,
und dann der kleine Adlige mit dem gebrochenen Bein.
Sicher sitzen sie alle an seinem Bett und sind kreuzfidel.
Och, kreuzfidel.
Das glaubst du doch selber nicht. - Nein.
Das glaube ich selber nicht.
Hoffentlich wirft er seinen Eltern nicht vor,
dass sie so unt�chtig sind.
Red kein dummes Zeug.
Martin ist zwar noch ein Kind.
Aber dass T�chtigkeit und Geld nicht dasselbe sind, wei� er.
"In 10 Jahren."
Ob er dann so einen Schnurrbart hat?
Bei den Apfelsinen war er gar nicht kleinlich.
Da wiegt doch jedes St�ck vier Pfund.
* Sie lacht leise. *
In 10 Jahren kann viel geschehen.
* Chorgesang: "Stille Nacht, heilige Nacht" *
# Heilige Nacht.
# Alles schl�ft.
# Einsam wacht.
Schenken k�nnen wir uns diesmal nichts.
Aber umso mehr wollen wir uns w�nschen.
Fr�hliche Weihnachten.
(weinerlich) Fr�hliche Weihnachten.
* T�rklingel *
Martin!
* heitere Musik *
Das R�ckfahrgeld hab ich auch.
* Sie lacht froh. *
Als ich gestern in meinen Wagen zur�ckkehrte,
hatte ich den Eindruck, es w�re jemand da gewesen.
Im Ofen war nachgelegt worden. Mein altes Jackett hing am B�gel.
Und auf dem Tisch stand ein Teller mit Geb�ck.
Mit solchem Geb�ck.
Vielleicht waren es Heinzelm�nnchen.
Zu Weihnachten ist alles m�glich.
Auch dass Heinzelm�nnchen Damenschuhe tragen?
Ich habe n�mlich den Spuren im Schnee Ma� genommen.
Ein Damenschuh, kein Zweifel, Gr��e 39.
37.
Bevor der Herr Hauslehrer mit dem Punsch kommt,
m�chte ich den Heinzelm�nnchen ein Geschenk �berreichen.
Ach! Danke.
Ein Paar Schuhe!
Purer Egoismus, denn es w�re ja m�glich,
dass Sie auch k�nftig manchmal im Eisenbahnwagen
nach dem Rechten sehen wollen.
M�glicherweise.
Nein, diese Bengels.
Da haben sie doch tats�chlich Ulis Eltern weisgemacht,
der Junge sei beim Schlittschuhlaufen verungl�ckt.
Ich kam gerade vorbei, musste wohl oder �bel mitl�gen.
Sind Sie denn so aus der �bung? - Eigentlich nicht, als Hausarzt.
Aber dieser Herr von Simmern ist ein erstaunlich gr�ndlicher Bursche.
Er berief sich auf die klassische Physik im Allgemeinen
und auf Newtons Fallgesetze im Besonderen.
Aber schlie�lich hab ich gewonnen. - Und wie?
Ich hab die beiden ins Hotel zur�ckgeschickt.
Wollen Sie nicht ablegen? Keine Zeit.
Meine Frau und der Karpfen warten schon.
Und den Punsch sch�tte ich weg? Nein, ein Glas wird getrunken.
Und zwar auf das Wohl des neuen Schularztes Dr. Robert Uthofft.
Wie? - Ja, mein lieber Kollege.
Mit dem s��en Nichtstun ist es leider aus.
Da steckst du doch dahinter.
Da stecken ganze V�lkerst�mme dahinter.
Die Tertianer, der Sanit�tsrat, die Krankenschwester.
Nun sagen Sie Ja, ich habe Durst!
(leise) Ja. - Ja, Prosit! Bibite!
* Glockenl�uten *
So, und nun auf zum Sanit�tsrat.
Wo ist mein Hut?
Ich glaube, ich muss bei Uli bleiben.
Ach, Unsinn.
Nein, gehen Sie nur, ich bleibe da.
Ja, ein Nachtw�chter gen�gt.
Unser Karpfen wird Sie aber vermissen.
Gr��en Sie ihn von mir. Werde ich.
Nun raus mit dem jungen Paar!
Habe ich junges Paar gesagt?
Wenn mich nicht alles t�uscht. Sch�ne Bescherung.
Sozusagen eine Weihnachtsbescherung.
Und da behaupten die Leute, der Kalender geh�rt reformiert.
* ruhige Musik *
Guten Abend, Herr Brettschneider.
Der Sanit�tsrat und das junge Paar ...
also, Schwester Beate und Dr. Uthofft gehen jetzt.
Schlie�en Sie dann ab. Sonst alle R�ume dicht?
Danke sch�n. Nein, ich brauche nichts mehr. Schlafen Sie gut.
* ruhige Musik *
Schwester Beate!
Sie haben Ihre Schuhe vergessen.
Das macht nichts. Dann gehe ich eben barfu�.
* Lachen * (alle) Gute Nacht, Justus!
* ruhige Musik *
(K�stner) Das also war unsere Geschichte.
Ich schrieb sie auf einer Bergwiese nieder,
zwischen Zittergr�sern und K�lbern und eins davon hie� Eduard.
Dann fuhr ich in die Stadt zur�ck.
Zu den Menschen, den Autos und den Stra�enbahnen.
Hier hatte ich eines sch�nen Tages eine merkw�rdige Begegnung.
* schwungvolle Ziehharmonikamusik *
Gestatten, dass wir Platz nehmen?
Ein Bier und ein Eisbecher. - Sehr wohl, mein Herr.
Wie geht's denn dem Martin?
Danke, gut. Sein Vater hat eine Stellung.
Sch�n. Uli ist wieder ganz gesund? - Ja.
Ganz und gar.
Was macht der neue Schularzt?
Schwester Beate und er haben geheiratet.
Damit war zu rechnen.
Wie geht's Matz, was macht sein Appetit?
Er ist nicht, er frisst. Woher kennen Sie uns?
Ich muss leider los.
Es hat mich gefreut, Sie kennenzulernen.
Ganz meinerseits.
Gr�� die Jungs von mir und den Justus besonders.
Aber von wem soll ich denn alle gr��en?
Von einem guten Freund. Von einem guten Freund guter Freunde.
* vertr�umte Musik *
Du kennst den Herrn wirklich nicht?
Das m�sste ich doch wissen. - Stimmt.
* unverst�ndlich leises Gespr�ch *
* flotte Musik *
Einen sch�nen Gru� von dem Herren, der eben hier sa�.
* flotte Musik *
* Copyright MDR 2017 UT: AUDIO2 *
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