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Micha Oberländer
Luisa Hoffmann
* spannende Musik *
* spannende Musik *
* Er keucht. *
* spannende Musik *
* Knacken *
* Er keucht. *
* spannende Musik *
* Knacken, er erschrickt, Schrei. *
(Komlatschek) Ein Forstarbeiter hat ihn gefunden. Mh.
Ziemlich frisch. Ich vermute 'n Todeszeitpunkt
vor ein bis zwei Stunden.
Auch Spuren von stumpfer Gewalt, da seitlich am Kopf,
wahrscheinlich von einem Stein.
Auf alle Fälle hat ein Kampf stattgefunden.
Abwehrverletzungen? Ja. An Händen und Unterarmen.
Also, unser Opfer hat sich gewehrt,
muss dann aber rückwärts in diese Spitze gestürzt
oder gestoßen worden sein.
Irgendwas Neues von Frau Zeiler?
Die letzte Postkarte kam aus Sevilla. Sevilla?
Ja. Muss schön sein da.
Ja. * Seufzen *
Da müssen wir drei Hübschen wohl erst einmal allein zurechtkommen.
Persönliche Gegenstände? Keine Papiere, kein Handy.
Aber die gute Nachricht ist, der Forstarbeiter hat ihn gekannt.
Ein Obdachloser, der ein paar Wochen im Wald lebte.
In einem alten Bauwagen, in der Nähe.
* Handy vibriert. * Ich schau mir den Bauwagen mal an.
* dynamische Musik *
Hallo. Wer...
Hey.
Hey.
* dramatische Musik *
Polizei, ich will nur mit Ihnen reden. Stehen Sie auf. Polizei.
Loslassen. Au.
* Er stöhnt. *
Ich bin selber "Polizei", wer sind Sie?
Herr Oberländer?
* Er stöhnt. * Ich bin Ihre neue Kollegin, Luisa Hoffmann.
Scheiße.
* Er keucht. *
Ah.
Ja, nun kommen Sie.
* Er stöhnt. *
Sie ist aus der Richtung des Tatorts geflohen. Sie hat blutige Hände.
Dann ist sie Zeugin. Oder Täterin. 'n Forstarbeiter sagte,
dass das Opfer in dem alten Bauwagen da gelebt hat.
Es wäre zu schön, wenn wir wüssten, was sie hier gesucht hat.
Ich war auf dem Weg zum Tatort. Ich sah nur,
dass ein älterer Mann eine jüngere Frau bedroht. 'n älterer Mann.
Sie hätten doch der flüchtige Täter sein können.
* Vögel zwitschern. *
Ja, es war vielleicht nicht der beste Einstand. Nee.
* Klopfen * Polizei.
* Er atmet schwer. *
Ist keiner hier.
* dynamische Musik *
Was, zum Teufel, ist das?
* spannende Musik *
Äh, schaut euch gleich den Bauwagen innen an.
* Er seufzt. *
(Komlatschek) Wie ich sehe, lernten Sie sich schon kennen?
Abteilungsinspektorin Luisa Hoffmann.
Ihr erster Arbeitstag und schon ein Toter. Nicht schlecht.
Komlatschek mein Name. Angenehm.
Na, dann...
(Komlatschek) Wie schaut's aus? Das verlor die Verdächtige. - Danke.
* Er seufzt. *
* entferntes Hundegebell *
Ah.
Das ist Prof. Dr. Lambeck.
Der leitet die psychiatrische Klinik am See
und arbeitet als Gutachter bei Strafrechtsprozessen. Okay.
Damit macht man sich wohl keine Freunde.
Checken wir, ob einer der Straftäter,
die Lambeck hinter Gitter brachte, in letzter Zeit hier auftauchte.
(KTU) Schau, das fand ich drin. - Ah, danke.
Martin Koschnik. Jetzt haben wir wenigstens einen Namen.
Sehr gut.
* Seufzen *
Tz...
* Sie keucht. *
* dynamische Musik *
Wir müssen es Dr. Lambeck und seiner Familie sagen. Kann ich mit?
Wieso, ist Ihr Fahrrad kaputt? Ah. Ich nehm an, das ist Ihr Bus.
Ist offen. (Funk) "Peter 24/1 für 24/2."
Ich dachte, wir machen das erst mal zusammen. Dachte ich auch.
Wo kommt die her? Na, ursprünglich wohl aus Wien.
Sie hat sich freiwillig hierher versetzen lassen.
Wir spielen das Spiel jetzt erst mal mit und dann sehen wir weiter.
(Funk) "Da wurde ein Baum gefällt." Vorsicht mit dem Sitz.
Sie waren vorher in Wien?
Was hat Sie denn nach Bregenz verschlagen?
Schön hier.
Ja, so viel ist sicher.
(Frau) Ich erzählte niemandem davon, das weißt du.
* Sie flüstert unverständlich. *
Nein. - Doch. - Nicht hier.
Warum nicht?
* unverständliches Gespräch *
Herr Prof. Dr. Lambeck?
Hallo, Herr Lambeck. Kripo. Oberländer.
Meine Kollegin, Frau Hoffmann. Wir müssten mit Ihnen sprechen.
Bitte.
Mit feinerem Papier abschleifen, sonst beschädigen wir die Maserung.
Nehmt das 600er, das ist besser.
Super, dass du das alte Holz noch bekommen konntest.
Die Bretter müssen sich akklimatisieren,
dann können wir morgen mit den Restarbeiten beginnen.
Dann ist sie bald fertig für die Jungfernfahrt, unsere alte Lady.
(Frau) Ahoi. Erbitte Erlaubnis, an Bord kommen zu dürfen.
Erteilt. - Hi, Mama.
(Frau) Hi. - Ich dachte, Ben wär auch hier.
Buh. - (erschrickt) Du Arsch, du sollst mich nicht erschrecken.
Lasst uns heimfahren.
Magst du mitkommen? - Klar will er mitkommen.
Ist das okay für deinen Vater? - Der ist in seiner Klinik.
Und er wird sich sowieso dran gewöhnen müssen.
Dann komm ich mit. - Gut.
Ein Tötungsdelikt? Warum kommen Sie damit zu mir?
Haben Sie den Namen Martin Koschnik schon mal gehört?
Nein.
Kennen Sie den Mann?
Noch nie gesehen.
Ja, hören Sie, es tut mir ja leid für den jungen Mann,
aber was hab ich damit zu tun?
Diese Fotos haben wir bei Martin Koschnik gefunden.
Er scheint Sie und Ihre Familie beobachtet zu haben.
Wurden Sie in letzter Zeit bedroht? Nein.
Anrufe? E-Mails? Was Ungewöhnliches in letzter Zeit? Nein.
Sie arbeiten als Gutachter bei Strafrechtsprozessen, richtig? Ja.
Sie meinen, es könnte jemand dahinterstecken,
der wegen eines Gutachtens von mir verurteilt worden ist.
Wir überprüfen das bereits. Und wir müssten mit Ihrer Familie sprechen.
Vielleicht ist ja Ihrer Frau oder Ihrer Tochter etwas aufgefallen.
Wir wollen Sie nicht beunruhigen,
wir müssen sichergehen, dass keine Gefahr für Sie besteht.
Kennen Sie diesen Mann? Den hab ich noch nie gesehen.
Sahen Sie in letzter Zeit etwas, das Ihnen seltsam vorkam?
Nicht, dass ich wüsste.
Sie meinen, dieser Mann hat uns... gestalkt? Offensichtlich, ja.
Ist das nicht der Typ vom Werftgelände,
der morgens da so rumgehangen hat?
Der? - Ja, der starrte uns doch sogar noch so an,
als würd er uns kennen.
Und uns hinterhergerufen.
Ich weiß nicht mehr. Was genau hat der Mann gerufen?
Ich hab's nicht genau gehört. Vielleicht 'n Namen oder so?
Wann war das?
Glaub, vor vier Tagen. Ich hab bei Ben übernachtet
und morgens sahen wir den Typen aufm Boot. Mit so 'nem Mädchen.
Ben hat ihn sogar noch verscheucht. Können Sie das Mädchen beschreiben?
Alter? Haarfarbe? Groß oder klein?
Schlank, mittelgroß.
Und die hatte so rote Strähnen im Haar.
Fraglich, ob Koschnik 'n Komplizen oder 'ne Komplizin hatte.
Deswegen möchten wir Sie bitten, aufmerksam zu sein.
Und melden Sie sich, falls Ihnen noch was einfällt. Danke schön.
* beklemmende Musik *
Wir sollten täglich 'ne Streife vorbeifahren lassen. Ja.
Wenn Koschniks Freundin drinhängt, taucht sie vielleicht auf.
(Frau) Ich wusste, dass das irgendwann mal passiert.
Deshalb wollte ich nicht auf dem Klinikgelände wohnen.
Da findet uns jeder von diesen Irren,
die du mit deinen Gutachten hinter Gitter gebracht hast.
Das sind keine Irren. Das sind Straftäter, die...
zum Teil massive psychische Probleme haben.
Und wo ist hier der Unterschied? Dieser Typ hat uns beobachtet.
Er war vor unserm verdammten Haus, vielleicht war er schon hier drin.
Der Mann ist tot.
Wieso musstest du heute eigentlich schon so früh in die Klinik?
Verwaltungskram.
Verwaltungskram.
Du weißt doch, wie das manchmal so ist. - Mhm.
Was macht der Bootsbauer schon wieder in unserm Haus?
Dieser Bootsbauer heißt Ben und ist zufällig der Freund unserer Tochter.
Väter und ihre Tö... ihre Töchter.
Ich muss zurück in die Klinik.
Natürlich.
* Tür schließt. *
Kaffeeküche, hier ist der Kopierer und hier sind die Büros von...
Komlatschek. Martin Koschnik war vorbestraft.
Ist in Jugendhaft gesessen.
Wegen Körperverletzung, Nötigung und Drogendelikten.
Seit 'nem halben Jahr wieder draußen und seitdem obdachlos und ohne Job.
Die Hundestaffel soll weitermachen, bis es dunkel ist.
Ergab die Auswertung der Verkehrskameras was?
Hätt ich drei Hände, wär ich beim Zirkus.
Ah, noch was.
Ich hab überprüft, ob einer von Dr. Lambecks Kunden,
die er hinter Gitter brachte,
in letzter Zeit aus der Haft entlassen worden ist
oder sich hier in der Gegend aufgehalten hat.
Leider negativ. Es gibt keinerlei Verbindungen zwischen Koschnik
und der Familie Lambeck.
Irgendeine Verbindung muss es geben. Woher sonst dieser Hass?
* beklemmende Musik *
* Handy läutet. *
Hallo?
* bedrohliche Musik *
Die Obduktion hat die Ergebnisse der ersten Totenschau bestätigt.
Wir haben weibliche DNA an seinem Körper,
aber die DNA unter den Fingernägeln, vermutlich vom Kampf,
ist definitiv von einem Mann. Das Mädchen ist als Täterin raus.
Wenn sie mit der Tat nix zu tun hat, warum haut sie dann ab? Angst?
Panik? Trauma?
Keine der beiden DNA ist bekannt. Eines ist interessant.
Beide finden sich im Bauwagen wieder.
Außerdem konnten wir dort Blutspuren sicherstellen.
Ich nehm an, Täter und Opfer trafen sich dort.
Sie stritten, Koschnik haut ab, der Täter hinterher bis zum Tümpel.
Es könnte bedeuten, dass Täter und Opfer sich gekannt haben.
Ah, das Tattoo.
Ja, Heim,
Jugendknast, das machen die Kids dort oft so.
Denen ist langweilig heutzutag.
* dramatische Musik *
* dramatische Musik *
Als wir Lambeck in seinem Büro fragten,
ob er in letzter Zeit bedroht wurde, hat er fahrig gewirkt. Ach, ja?
Wie hätten Sie sich denn gefühlt? Er sah gerade erst die Fotos.
Hilflos.
Ohnmächtig.
Ich würd mich wehren wollen. Wenn es 'ne Bedrohung gab,
dann wäre er doch zur Polizei gegangen?
Die Täter-DNA ist von einem Mann. Ach so.
Koschnik bedroht ihn, deshalb bringt Lambeck ihn um?
Um seine Familie zu schützen, vielleicht.
Das sind zwei Fahrkarten für den Nachtzug nach Neapel
und 1500 Euro in bar.
Das haben die Kollegen im Bauwagen vom Koschnik gefunden,
unter seiner Matratze.
Da fragte sich mein kriminalistisches Gespür,
woher hat ein Obdachloser so viel Geld?
* Sie seufzt. *
Wenn er ihn auch erpresst hat, dann hätte Lambeck 'n Motiv.
Aber womit könnte man Lambeck erpressen?
Ich denke, wir sollten Robert Lambecks Alibi überprüfen.
Kommen Sie? Mhm.
* Er seufzt. *
* Er seufzt. *
* Klingel *
Ich geh schon.
* Wasser rauscht. *
* Tür quietscht. * Guten Abend.
Guten Abend. Haben Sie was Neues?
Können wir kurz draußen sprechen, Herr Lambeck?
* Tür schließt. *
Sie fragen mich allen Ernstes nach meinem Alibi?
Für einen Mord an einem jungen Mann. Er kannte Sie. Das reicht manchmal.
Wo waren Sie zwischen halb sieben und halb acht?
In der Klinik. Warum? Weil ich der Klinikleiter bin.
Das ist lächerlich. Kann das jemand bestätigen?
Dass ich so früh in der Klinik war? Ich glaube nicht.
Wir haben ein Transponder-System, bei dem sich mein Schlüssel einloggt.
Wir werden das überprüfen. Danke. * Handy läutet. *
'tschuldigung, da muss ich dran.
Ja?
Okay.
Ich komme gleich.
Der Nachtdienst meldete 'n Ausbruch aus der geschlossenen Abteilung.
Ich muss in die Klinik.
Der Flüchtige heißt Richard Mendig, genannt Rocco, ist 24 Jahre alt.
Die Fahndung läuft grenzübergreifend. Gefahrenlage?
Na ja. Laut den Ärzten, leidet er unter psychotischen Schüben
und aggressiven Triebdurchbrüchen.
Er war jetzt zwei Jahre lang in der Klinik.
Vorher unauffällig, bis er eines Tages
seine Eltern mit dem Messer attackiert hat.
Gibt's was Neues von der Fahndung nach dem Mädchen?
Das Waldgebiet ist riesig. Wenn sie da überhaupt noch ist.
* gedämpfte Pop-Musik *
* Tür quietscht. *
* laute Pop-Musik *
* Pop-Musik *
* düstere Musik *
* Vogelruf *
* pulsierende, dramatische Musik *
* Er seufzt. *
Morgen. Morgen.
Flieder.
Ein Bote erwachender Gefühle. Na, Sie kennen sich aus.
Ja, nicht nur damit. Aha.
Na, gibt's was Neues? Kaffee? Äh...
Wir konnten das Mädchen anhand der Personenbeschreibung identifizieren.
Sie heißt Theresa Neubauer, nennt sich selber Trisha, äh...
verlor ihre Eltern bei einem Wohnungsbrand,
sie ist 17 Jahre alt. Mit 15 ist sie aus dem Jugendheim abgehauen,
seitdem treibt sie sich herum.
Kein Wunder, dass sie vor uns floh.
Sie hat Angst, dass sie ins Heim kommt.
Verdammt. Wenn Sie hier nicht zuständig sind,
finde ich jemanden. Sie müssen was unternehmen.
Ganz ruhig. - Verdammt noch mal. Kann ich helfen?
Wer sind Sie? Abteilungsinspektorin Luisa Hoffmann.
Ah.
Entschuldigen Sie.
* Er seufzt. *
Meine Tochter kam heut Nacht nicht nach Hause.
Wie alt ist Ihre Tochter?
23. Verzeihen Sie, aber dann kann sie sich aufhalten,
wo und mit wem sie will. Ja, ich weiß.
Sie verstehen das nicht. Meine Tochter, die hat Probleme.
* Handy läutet. *
Ja?
Ja.
Verstehe.
* dramatische Musik *
Das ist doch das Mädchen von gestern aus der Klinik?
* Motorgeräusch nähert sich. *
Was macht er denn hier? Sie kennen ihn? Ja, ja.
Lass mal, ich mach schon. Hendrik...
(weinerlich) Nein.
Stella.
Stella.
Stella. * Er weint laut. *
Nein, nein, es tut mir so leid.
Stella.
Stella.
Hendrik, hey, komm.
Lass mich. Komm schon, bitte. Es tut mir leid.
Stella. * Er weint laut. *
* Er weint laut. *
Stella war in ambulanter Behandlung. In der Klinik, da am See.
Gestern nach ihrer Therapiesitzung ist sie nicht nach Hause gekommen.
Weshalb war sie in Behandlung? * Er seufzt. *
Depressionen.
Angststörungen.
* Er seufzt. *
Als Stella 14 war, ist ihre Mutter gestorben.
Das hat sie völlig aus der Bahn geworfen.
Wer war ihr behandelnder Therapeut? Prof. Lambeck.
Micha? Ja?
Kann ich mit dir fahren?
Ich ruf dich an, sobald du sie sehen kannst, okay? Es tut mir leid. Hey.
Woher kennen Sie ihn?
Hendrik war Polizist. Wir... wir waren Kollegen in Lindau.
Er ging frühzeitig in Ruhestand, weil seine Frau gestorben ist.
Ist dann irgendwann nach Bregenz gezogen und...
* Er seufzt. * Alles okay?
Ich kann mir vorstellen, wie er sich fühlen muss.
Ich hab selber 'ne Tochter.
* traurige Musik *
Erst der Mord an Koschnik, dann die Flucht von Rocco,
jetzt der Tod von Stella. Und jedes Mal stoßen wir auf Prof. Lambeck.
Ah. Wir haben Rocco bei der Klinik aufgegriffen. Sitzt im Verhörraum.
Na, wunderbar. Mhm.
(Polizist) Mahlzeit. Tag, Herr Mendig.
* Tür quietscht. *
Wir hätten noch 'n paar Fragen an Sie.
Ist das Ihr Handy?
Wo haben Sie das her?
Gut, dann anders.
Warum sind Sie gestern aus der Klinik abgehauen?
Wegen ihr.
Sie sah traurig aus.
Wegen Stella?
Ist das Stellas Handy?
Es lag am Wasser.
Da, wo sie hineingegangen ist.
* Er seufzt. *
(Polizist) Mahlzeit. - (Polizist) Mahlzeit.
Ist das Handy bereits von der KTU untersucht worden?
Das Handy ist mit einer Touch-ID geschützt.
Wir kommen an die Daten nicht ran.
Das müssen wir zu den Kollegen nach Feldkirch oder München schicken.
Was haben Sie damit vor? Ich versuch den kurzen Dienstweg.
* dynamische Musik *
* Klopfen *
Ah, die neue Kollegin. Haben wir was vergessen?
Oder kommen Sie privat? Ein andermal vielleicht,
jetzt brauch ich Hilfe. Stella Berger.
Wo liegt sie? Ja, die ist gerad eingeliefert worden.
Hier.
So, bitte.
Was dazu wohl die Datenschutzverordnung sagt?
Nennen wir es "Gefahr im Verzug". Verstehe.
Danke. Klar.
Sie sahen Stella ins Wasser gehen und unternahmen nichts?
Ich wollte helfen, aber ich war zu weit weg.
Sie wollte das nicht. Jemand hat das mit ihr gemacht.
Was heißt "jemand"?
Die Stimme.
Am Telefon. Wessen Stimme? Seine Stimme.
Die Stimme des Teufels.
* Sein Atem zittert. *
Bringen Sie ihn zurück in die Klinik, bitte.
Danke, Herr Mendig.
* dramatische Musik *
Mendig. Hey. Hey. Ruhig. Ruhig. Leg dich hin. Auf den Boden.
Leg dich hin.
Du auch.
Auf den Boden. Runter mit dir.
Du Schlampe. Hoffmann.
Runter mit dir.
Du Schlampe.
Was soll der Scheiß, Mensch?
Was war das gerade? Das lernt man auf der Polizeischule. Ach, ja?
Ist bei mir anscheinend 'ne Weile her.
Wer ist diese Frau? Interessant, dass Sie das fragen.
Ich hab mir gerade ihre Dienstakte angeschaut.
Abitur "cum laude", Jahrgangsbeste auf der Polizeischule.
Jüngste Absolventin der Kobra-Eignungstests.
Spezialeinheit? Ja. Und weiter?
Ja, nix weiter. Das ist ja das Seltsame.
Es gibt einen Sperrvermerk vor sechs Jahren.
Danach hat sie eine völlig normale Polizeikarriere.
Das ist viel zu normal für ihre Qualifikation.
Von Wien nach Graz und nach Villach. Die Präsidien werden immer kleiner.
Ja, und jetzt in Bregenz. Ist doch schön hier, hm?
Ja, ja. Das sagt sie auch.
Danke für eben.
Passt schon. Die Waffe war eh nicht entsichert.
Aha.
Nachdem Sie weg waren, meinte er,
dass die Stimme des Teufels Stella in den Suizid trieb.
Ja, dann hab ich jetzt seine Nummer.
Die des Teufels.
Das ist Stellas Handy. Darauf sind Nacktfotos von ihr,
die sie an ein anderes Handy gesendet hat.
Mit genau diesem Anschluss telefonierte sie 23 Minuten,
direkt bevor sie ins Wasser gegangen ist.
Die Nummer ist nur mit einem "R" eingespeichert.
Ich checkte den Anschluss. Ein Prepaid-Handy,
registriert auf den Namen Prof. Dr. Robert Lambeck.
Gehen wir.
* Klopfen *
Ja? Guten Tag. Wir müssten Ihren Mann sprechen.
Der ist nicht da. Haben Sie 'ne Ahnung, wo...
* Motorengeräusch *
Sie sind vorläufig festgenommen
wegen des Anfangsverdachts in zwei Tötungsdelikten. Kommen Sie, bitte?
* dramatische Musik *
Stella schickte Ihnen Nacktfotos von sich.
Davon weiß ich nichts. Aber es wäre nicht das erste Mal,
dass ich zum Opfer einer Übertragung von Seiten eines Patienten werde.
Stella Berger ist tot.
Wie? Herr Lambeck, machen wir's kurz.
Hatten Sie 'n Verhältnis mit Stella Berger?
Ich verbitte mir diese Unterstellung. Sie war meine Patientin.
Eben. Wenn das herausgekommen wäre, hätten Sie alles verloren.
Ihren Job, Ihre Reputation,
Ihre Familie,
Ihre gesamte Existenz. Sie als Psychiater
müssten das doch wissen.
Das häufigste Mordmotiv ist nicht Rache oder Habgier oder Eifersucht.
Es ist Besitzstandswahrung. Die Angst, das zu verlieren,
was man hat. Martin Koschnik hat Sie beobachtet.
Dabei bekam er Ihre Affäre mit Stella mit.
Damit erpresste er Sie. Sie bezahlten,
aber dann wollte Koschnik mehr. Immer mehr.
Sie hatten nur eine Lösung. Der Mann muss verschwinden.
Ich kenn den Mann nicht. Wie oft muss ich das noch sagen?
Sie checkten gestern Morgen mit Ihrem Transponder in der Klinik ein.
Aber niemand hat Sie gesehen.
Von der Klinik bis zum Waldstück sind es mit dem Auto zehn Minuten.
Auch das checkten wir. War das der Streit?
Zwischen Ihnen und Stella, den wir im Park sahen?
Wollten Sie das Verhältnis beenden? Stella drohte damit,
es öffentlich zu machen?
Sie hatten dieses Handy,
um die Affäre vor Ihrer Frau geheim zu halten.
Und dann sind wir bei Ihnen aufgetaucht. Sie mussten handeln.
Sie mussten die Sache beenden.
Also trieben Sie Stella mit einem Telefonat in den Suizid.
Sie wissen, wie man Menschen manipuliert.
Besonders solche, die man selber therapiert.
Nichts von dem, was Sie sagen, stimmt. Und das Telefon hab ich
vor ein paar Tagen verlegt. Ja? Wo denn?
Ich weiß es nicht mehr.
Ja, dann haben Sie bestimmt nichts gegen einen DNA-Test.
Und bis zum Ergebnis behalten wir Sie hier wegen Verdunkelungsgefahr.
Fall von Tod durch Ertrinken. Sie aspirierte Wasser in die Lunge.
Hypoxie infolge des fehlenden Sauerstoffs.
Paltauf-Flecken, Erstickungsblutungen. Danke.
Suizid? Weder Spuren von äußerer Gewalteinwirkung
noch Abwehrverletzungen, keine Spuren von sexueller Gewalt,
also würd ich Fremdeinwirkung derzeit ausschließen.
Alkohol? Drogen? Psychopharmaka? Kein Alkohol im Blut.
Drogenschnelltest negativ, so weit, so gut.
Laut Behandlungsprotokoll der Klinik hätte Stella Berger
regelmäßig trizyklische Antidepressiva einnehmen müssen.
Nur konnten wir davon keine Rückstände im Gewebe nachweisen.
Also, entweder setzte Stella ihre Tabletten eigenmächtig ab
oder... ...ihre Psychopharmaka wurden gegen Placebos ausgetauscht.
Oder so.
Hendrik war Jäger. Seine Frau war schwer depressiv.
Eines Tages ging sie an seinen Waffenschrank
und er war nicht abgeschlossen. Er hat sich das nie verziehen.
Danach quittierte er den Dienst, er wollte für seine Tochter da sein.
Und jetzt das.
Hendrik.
Hendrik.
Können wir kurz mit dir sprechen?
Jahrelang lässt sich keiner von euch blicken
und jetzt tauchst du hier auf.
Habt ihr Stellas Leiche schon freigegeben?
Es gibt noch 'n paar Dinge zu klären. Dinge?
Was denn für Dinge? Lasst mich doch endlich meine Tochter beerdigen.
Hendrik. Jetzt leg die Axt weg, bitte, und sprich mit uns.
Hatte Ihre Tochter eine Beziehung?
Nein.
* Klicken *
Das hätt ich gewusst. Dafür war sie auch gar nicht stabil genug.
Verstehe.
Und hat sie ihre Tabletten regelmäßig genommen? Ja.
Sie wusste, dass es ihr sonst nicht gut geht.
Sag mal, was soll die ganze Fragerei?
Was soll das?
Verdammte Scheiße.
Was ist das zwischen Ihnen und Hendrik Berger?
Was meinen Sie? Zum einen wirken Sie so vertraut
und dann wiederum so distanziert. Wir hatten keinen Kontakt. Okay.
Warum? Ich hatte nicht den Eindruck,
dass Sie an Kontakten interessiert sind?
Verwässert nur die Objektivität. Aber Sie lenken ab.
Tue ich das?
Es ist lange her.
Was genau ist lange her? * Er seufzt. *
Als seine Frau gestorben ist...
Ja?
Es hat alle aus der Truppe wahnsinnig mitgenommen.
Und?
Und was? Wir konnten mit seinem Schmerz nicht umgehen.
Keiner hat sich bei ihm gemeldet. Ich auch nicht.
Ich fühl mich wie 'n Arschloch. Ja.
Verständlich.
Danke. * Vögel krächzen. *
* Sie seufzt. *
* dramatische Musik *
* Tür schließt. *
* Er seufzt. *
* traurige Musik *
* melodramatische Musik *
* Schaben *
* melodramatische Musik *
"Mein geliebter Robert,
ich will ohne dich nicht mehr leben.
Ich hab noch nie für einen Mann so viel empfunden.
Ich war noch nie so schwach.
Ich hab mein Herz noch nie zuvor so geöffnet wie in diesem Moment."
* Er schluchzt laut. *
Ah...
In der Medikamentenausgabe der Klinik gibt es 'ne Videoüberwachung,
weil da öfter Medikamente geklaut wurden.
Hat die KTU die Aufnahmen gesichert? Ja,
aber die Aufnahmen der letzten 72 Stunden sind gelöscht worden.
Prof. Lambeck als Leiter hätte darauf Zugriff gehabt.
Apropos, wir haben seinen E-Mail-Account überprüft.
Okay.
Haben Sie das Ergebnis? Kann ich gehen? Nein.
Aber wir haben was anderes.
In Ihrem E-Mail-Account wurde eine Erpresser-Mail gefunden,
gesendet ausm Internetcafé in Bregenz.
Geldübergabe war aufm Parkplatz am See,
unweit der Stelle, an der Koschnik ermordet wurde.
Daraufhin haben die Kollegen das GPS von Ihrem Wagen ausgelesen.
Zum Tatzeitpunkt im Fall Koschnik
parkte Ihr Wagen auf genau diesem Parkplatz. Ja, ich war da.
Wegen... dieser Mail.
Aber es kam niemand. Natürlich nicht,
weil Koschnik zu dem Zeitpunkt schon tot war.
Ermordet.
Von Ihnen.
Kam Ihnen jemals der Gedanke,
dass Sie die ganze Zeit mit großem Ehrgeiz den Falschen suchen?
Stellas Psychopharmaka wurden gegen Placebos ausgetauscht.
Aufnahmen der Videoüberwachung der Medikamentenausgabe wurden gelöscht.
Sie hätten Zugriff drauf.
Immer noch der Meinung, dass wir hier den Falschen suchen?
Äh, kurz.
Wir sind gleich wieder da.
Wir konnten das Prepaid-Handy durch Funkzellen-Triangulation orten.
Es befindet sich in seinem Haus. Und noch was:
er war zu dem Zeitpunkt, als Stella ins Wasser ging,
nachweislich bei einer Besprechung in der Klinik.
Das Handy war aber bei ihm zu Hause eingeloggt.
Das heißt, er hat nicht mit Stella telefoniert. Nee.
Aber wer dann?
(Frau) Was tun Sie uns an? Wir machen nur unsere Arbeit.
Micha? Ja?
Das haben wir im Arbeitszimmer gefunden. Super, vielen Dank.
* beklemmende Musik *
Das fanden die Kollegen in Ihrem Arbeitszimmer. Von Ihnen? Nein.
Das kenn ich nicht.
Ich denke, wir sollten uns unterhalten.
Seit wann wussten Sie von der Affäre?
Mein Mann hat keine Affäre. Nicht mehr.
Die junge Frau ist tot. Was hat das mit mir zu tun?
Und was mit diesem Handy?
Mit diesem Handy wurde Stella in den Suizid getrieben.
Dieses Handy war zum Zeitpunkt des Telefonats in Ihrem Haus.
Sie hätten ein Motiv gehabt. Die Sache mit Ihrem Mann
und der jungen Patientin.
Das geht nicht spurlos an einem vorüber.
Was erlauben Sie sich?
Ich wusste nicht mal, dass mein Mann ein Zweithandy hat.
Wofür sind Sie hier? Um uns zu beschützen
oder uns zu verdächtigen? Beides, fürchte ich.
Ich denke, es ist so, wie sie es sagte.
Wenn die Affäre aufgeflogen wäre, hätte das Ihre Existenz bedroht.
Sie hätten alles verlieren können, und das wollten Sie nicht zulassen.
Sie haben die Tabletten von Stella durch Placebos ersetzt,
und mit dem Telefonanruf haben Sie sie ins Wasser getrieben.
Wenn Sie für diese haltlosen Anschuldigungen keine Beweise haben,
dann möcht ich Sie jetzt bitten, zu gehen.
* dramatische Musik *
* unverständlicher Ausruf *
* aufgeregtes Stimmengewirr *
Ziemlich martialisch, oder?
Keine Angst, alles wird gut.
Wir fahren jetzt gemeinsam ins Polizeipräsidium.
Ah. Sag mal, geht's noch? Jetzt reicht's mir aber.
Macht ihr das, bitte.
* Keuchen *
* pulsierende Musik *
Alles in Ordnung?
Alles bestens.
Hm? Möchtest du auch?
M-m.
Auf mein verschissenes Leben.
So was solltest du nicht sagen. * Sie lacht. *
Lustig.
* Sie schlürft. *
* romantische Musik *
M-m.
* Wasser blubbert. *
Was ist 'n mit Ihrem Gesicht passiert? Ah,
das kleine Monster sitzt da drin.
Na, eure Trisha. Die Kollegen von der Zivilfahndung
haben sie bei einer illegalen Afterhour-Party lokalisiert.
Ich übernahm die Verhaftung persönlich.
Damit diesmal nichts schiefgeht. Hat ja auch super geklappt.
Sie spricht nicht. Vielleicht stellte man ihr die falschen Fragen.
Nein, verehrteste Kollegin, sie spricht nicht, weil sie gehörlos ist.
Ein paar Jugendliche von der Party haben das bestätigt.
Was? Sie ist gehörlos? Warum stand das nicht in der Akte vom Jugendamt?
Keine Ahnung.
Wir brauchen 'ne Gebärdensprach-Dolmetscherin.
Das kann aber bis morgen dauern. Nein, das dauert zu lange.
Machen Sie eine heiße Tasse Tee. Bitte.
Was glaubt sie, wer sie ist? Bin ich hier die Tee-Mamsell?
Die ist doch eh nicht lange da. Ihr Vertrag ist unbefristet.
Wieso kennen Sie ihren Vertrag? Weil ich ihn gelesen hab,
durch meine Verbindungen...
* Er seufzt. * Was ist mit Zeiler? Kein Mucks.
Die braucht ihren Resturlaub der letzten acht Jahre auf.
Was will die hier? Die ist doch völlig überqualifiziert.
Abwarten. Am Ende kann sie auch noch Gebärdensprache.
Das glaub ich nicht. Um einen Zehner?
Mhm.
* Tür quietscht. *
Das ist doch nicht zu fassen.
Koschnik, dein Freund, stimmt's?
Du...
Was?
Koschnik...
Du Mann sehen...
Fotos...
Koschnik was machen?
Da waren keine Fotos.
Wir mussten Lambeck gehen lassen. Der DNA-Abgleich war negativ.
Hm. Verstehe...
Das heißt, wir fangen wieder bei null an. Vielleicht.
Vielleicht aber auch nicht. Trisha hat ausgesagt,
dass die Fotos der Familie Lambeck vor Koschniks Tod
nicht im Bauwagen hingen. Ach, echt?
Woher können Sie eigentlich Gebärdensprache?
Gibt's irgendwas, was Sie nicht können? Kochen.
Ich kann überhaupt nicht kochen.
Sie glauben gar nicht, wie sehr mich das beruhigt. Hm.
Sie können bestimmt super gut kochen, oder?
Ich red mit Kollegen nicht über persönliche Dinge. Hm.
Was, wenn sie das mit den Fotos nur sagt,
damit wir sie als Mittäterin ausschließen? Nein.
Trisha ist Zeugin, keine Täterin.
Das Mädchen ist traumatisiert, vom Tod ihrer Eltern,
ihrer Zeit im Heim und auf der Straße
und jetzt durch den Mord an Koschnik.
Ich werd sie heut mit zu mir nehmen.
Vielleicht erfahr ich dann mehr.
Ja.
Sie nimmt sie mit nach Hause? Ja.
Sie sagt, sie ist Zeugin, keine Täterin. Na, sicher.
Aber sie kann nicht kochen. Immerhin...
* Autotür schließt. *
* Tür schließt. *
(Mädchen) Papa.
Jetzt wird alles wieder okay? - Natürlich.
War doch von Anfang an klar, dass das nur ein Missverständnis ist.
Missverständnis.
* Sie seufzt. *
* Tür schließt. *
Gerade eingezogen.
Hunger?
Pizza? Gerne,
Salami mit doppelt Käse. Und den Boden schön kross, bitte.
Du hast uns die ganze Zeit auf den Arm genommen?
Damit du nichts reden musst.
Du kannst duschen, wenn du willst.
Und was Frisches zum Anziehen finden wir für dich auch noch.
Woher kannst du eigentlich Gebärdensprache?
Meine Eltern waren gehörlos.
Deswegen haben sie das Feuer nicht gehört in der Nacht. Oh...
Es tut mir sehr leid.
Gerne duschen. Ja, gleich links.
Ich ruf dann gleich mal den Lieferdienst an.
* spannungsvolle Musik *
Ich würd gerne 'ne Bestellung machen.
Eine Pizza mit Salami und doppelt Käse.
Und den Boden schön knusprig, das ist wichtig.
Wie lang etwa?
Danke.
* Handy läutet. *
Was gibt's? Ich hab den KTU-Bericht aus Koschniks Bauwagen.
Es könnte sein, dass Trisha recht hat.
"Die Kollegen fanden überall Spuren von ihr, nur nicht aufn Fotos."
Ich werd schauen, was ich aus ihr rausbekomme.
Ich mach Schluss. Wir sehen uns morgen.
Und passen Sie gut auf unsere Zeugin auf, ja? "Ja, klar."
* pulsierende Musik *
* Tür fällt zu. *
* Wasser plätschert. *
* Klopfen * Trisha?
Scheiße.
* Sie seufzt. *
* Polizeisirenen *
Die Polizei war hier. * Sie schlürft. *
Mit einem Durchsuchungsbeschluss.
Das tut mir leid.
Diese überambitionierten Ermittler. - Ja,
nur dass diese "überambitionierten Ermittler" etwas gefunden haben.
Was denn? - Dein Zweithandy.
Mit dem du mit deiner Geliebten kommuniziert hast.
Und ich wusste noch nicht mal, dass du ein Zweithandy hast.
Geschweige denn eine Geliebte. - Bitte, sei doch nicht albern.
Ich weiß, wenn du lügst.
* Klirren *
(Mädchen) Was war das? - Alles in Ordnung, Schatz.
Das Essen ist gleich fertig.
* dramatische Musik *
* Handy läutet. *
Oh, bitte.
* Er seufzt. *
Ja, Hoffmann?
Wie, sie ist weg?
Okay, ich bin gleich da.
Lass mich raten... Arbeit?
Hh, genau...
Das hätte nicht passieren dürfen.
Sie muss was in der Wohnung gesehen haben.
Ich hab dort den ganzen Fall hängen. Freizeit ist nicht so Ihres, oder?
* Er seufzt. *
Warum sollte jemand Koschnik diese Fotos unterjubeln?
Vielleicht, um uns auf die Spur von Lambeck zu bringen.
Vielleicht ging's nicht wirklich um 'ne Erpressung.
Diese Mail sollte Lambeck nur hinlocken, damit er kein Alibi hat.
Jemand spielt 'n Spiel mit uns. Kam Ihnen je in den Sinn,
dass Sie die ganze Zeit mit großem Ehrgeiz den völlig Falschen suchen?
Das hat Lambeck zu uns gesagt. Ja.
Wenn das wahr wäre, dann...
Bestünde nach wie vor 'ne akute Bedrohung für Familie Lambeck.
* Er räuspert sich. *
Ich würd gern im Sommer nach Spanien.
* Explosion *
* dramatische Musik *
Okay, spielen wir's mal durch.
Wir suchen nach einer Verbindung zwischen Koschnik und Lambeck.
Ja, sicher... Aber was, wenn es gar keine Verbindung gibt?
Und wir das nur glauben sollen. Dann bleibt die Königsfrage:
Wer hat 'n so starkes Motiv, um Lambeck fertigmachen zu wollen?
* Handy läutet. *
* Er seufzt. *
Ja?
Okay, verstehe.
Ja, wir kommen.
* Surren * Kriegen wir jetzt Personenschutz
oder muss mehr passieren? Wir stellen 'n Wagen vor die Tür,
morgen früh sehen wir weiter. Aha.
Muss mich jetzt um meine Familie kümmern.
Ja, alles klar, danke.
Die Nahbereichsfahndung ergab bisher nichts.
Wenn Hendrik von der Affäre wusste...
Dann hätte er ein Motiv. Und ich würd seine Wut verstehen.
Ich fahr morgen früh zu ihm.
* spannungsvolle Musik *
* Knacken *
Hendrik.
Hendrik.
Scheiße.
Hendrik.
* spannende Musik *
* spannende Musik *
Ja, Oberländer. Ihr müsst 'ne Fahndung rausgeben. Hendrik Berger.
Berger, ja. Ehemaliger Polizist. Ich denke, er ist bewaffnet. Danke.
Morgen. Morgen. Die KTU hat Rückstände von Brandbeschleuniger
im ausgebrannten Wagen von Lambeck sichergestellt.
Nitroverdünnung. Das gibt's in jedem Baumarkt,
der Täter hatte es nicht weit, Einbruchspuren an der Garage.
Die Nitroverdünnung stammt von dort. Sehen Sie sich das an.
Sie hatten recht. Leider, ja.
Die Handyortung von Herrn Berger war negativ.
Er war bei der Polizei, er weiß, wie wir vorgehen.
Wir müssen Familie Lambeck warnen.
* Handbremse knackt. *
* Klingel *
Wer ist das denn?
Guten Morgen. Können wir kurz sprechen, ist dringend.
Ja, bitte.
Die Bedrohungslage hat sich für Ihre Familie konkretisiert.
Gibt es einen Ort, wo Sie 'n paar Tage untertauchen können?
Wie stellen Sie sich das vor? Ich hab eine Klinik zu leiten.
Wir können aufs Schiff.
Da denkt sicher keiner, dass wir da sind.
Was für 'n Schiff? Die MS Österreich.
Wir sind im Förderverein und haben die Patenschaft übernommen.
Gut. Ja, wir sollten dann...
Ich hol meine Sachen. - Ich müsste Telefonate führen.
Das können Sie auch von unterwegs. Beeilen Sie sich.
* Tastenklicken *
Gehen Sie mit. Ich kümmer mich um Berger.
Ich meld mich, sobald die Gefahr vorbei ist, ja?
* spannende Musik *
* Er seufzt. *
Ja, canceln Sie alle Termine heute. - Sind Sie jetzt der Polizeischutz,
den sich Ihre Kollegen eigentlich nicht leisten können? Ja.
Platz ist ja genug. Ich bring grad meine Sachen runter.
Ja.
* spannungsvolle Musik *
Ja, ich glaube, ich weiß, wo Berger hinfuhr.
An die Stelle, wo wir Stella fanden.
Ich bin fast da, tun Sie mir einen Gefallen,
ich will da keinen Kollegen vor Ort sehen. Ja? Danke.
* Fußboden knarrt. *
Ben?
Ben?
Du hast meine Nachricht bekommen.
Wissen deine Eltern, dass ich hier bin? - Noch nicht.
* Schritte nähern sich. *
Besser, du sagst es deinen Eltern.
Das war meine Idee, dass er mitkommt.
Ich wollte, dass er hier ist.
* Quietschen, Rascheln *
* Motor brummt. *
* Er räuspert sich. *
* Er seufzt. *
* Autotür schließt. *
* Klicken *
Hau ab, Micha.
Gib mir 'ne Minute.
* Autotür quietscht. *
Ich glaube nicht, dass du mich erschießt.
Aber falls ich mich irre, möcht ich dir noch was sagen.
* Er seufzt. *
Als deine Frau...
Ich weiß, dass sich damals aus der Truppe keiner bei dir gemeldet hat.
Nicht, weil's ihnen nicht nahe gegangen wäre,
sondern... weil sie zu feige waren, sich mit dir auseinanderzusetzen.
Inklusive mir.
Es gab 'ne Menge Dinge, die ich dir sagen wollte,
aber je länger ich gewartet hab, desto schwieriger wurde es.
Verstehst du?
Warum kommst du jetzt damit an? Weil ich jetzt weiß, wie's ist.
Meine Frau ist auch gestorben.
Ich versuch einfach nur, 'n guter Vater zu sein...
und den Schmerz nicht zuzulassen, weil ich Angst davor hab,
dass es mich zerreißt.
Guckt mal, wen ich gefunden hab.
Was soll der Scheiß? - Ich wollte, dass Ben mitkommt.
Es tut mir leid, ich wollt nicht... - Der kriegt sich schon wieder ein.
(ruft) Ich bin der König der Welt.
Sag mir, dass du mich liebst.
Hast du das gewusst? - Natürlich hab ich's nicht gewusst.
Ben?
Mit dem Kühlwassersensor stimmt was nicht. Kannst du mal nachschauen?
Und du gehst mit.
(Hendrik) Ist eigentlich schön hier.
Ja.
* Klicken *
Geh jetzt.
Warte.
Du warst gestern Nacht bei Lambeck im Garten,
als der Wagen in die Luft geflogen ist.
Du hast erfahren, dass er 'n Verhältnis mit Stella hatte.
Hast du deshalb den Wagen angezündet?
Ich hab seinen Wagen nicht angezündet.
Dann brauch ich deine Hilfe.
Gib mir die Waffe, Hendrik.
Ich hab auch keinen Bock auf die Sauerei. * Er seufzt. *
* Klicken *
Ich lass dich nicht noch mal alleine.
Temperatur ist okay.
Füllstandanzeiger auch.
Wahrscheinlich nur der Sensor defekt.
Was willst du eigentlich von meiner Tochter?
Ich werd Clara heiraten. * Er lacht. *
Heiraten? Clara ist gerade erst 18.
Ich meine, du bist vielleicht ein netter Kerl,
aber Clara hat deutlich bessere Möglichkeiten als ein Leben mit dir.
Akzeptier's. Wir leben in verschiedenen Welten.
* Scheppern * Oh...
* Er keucht. *
Sie wollen nichts sehen...
aber dann kommt der Engel der Rache. Nemesis.
* Er erschrickt. * Die angeforderte Jugendamt-Akte.
Danke.
Max Kleinert.
Da schau her.
Danke, dass Sie nichts gesagt haben.
* bedrohliche Musik *
Alles in Ordnung. Robert kommt gleich.
* dramatische Musik *
* spannungsvolle Musik *
* Klopfen *
Polizei. Öffnen Sie die Tür.
* Tür knarrt. *
Ich komm jetzt rein.
* spannungsvolle Musik *
* spannungsvolle Musik *
* Rumpeln *
Hey. Hey. Hey. Ruhig.
Ganz ruhig.
Ruhig.
Ruhig.
So ist gut. Ruhig.
* Motor brummt. *
* spannungsvolle Musik *
* pulsierende, spannende Musik *
* Tür quietscht. *
* Rauschen *
* Quietschen *
* Tür öffnet sich. *
* spannende Musik *
* bedrohliche Musik *
Ich war letzte Nacht in seinem Garten.
Ich wollte sehen, wie das Schwein lebt.
Verstehst du, ich wollte etwas tun,
um ihm und seiner heilen Familie Angst einzujagen. Angst...
Was der Stella angetan hat, dieses Schwein. Und dann?
Und dann hab ich den Typen gesehen, vor dem Haus.
Er kam aus der Garage und hat sich dann am Wagen zu schaffen gemacht.
* Ihre Stimme zittert. *
Ben, bitte.
Ich versteh's nicht. - Halt dein Maul.
Waffe auf den Boden. Messer runter.
Waffe auf den Boden oder ich bring die kleine Fotze um.
* Clara wimmert. *
Her damit.
* Clara wimmert. *
Was passiert hier gerade? Erklären Sie's mir. Dein Handy,
ins Wasser.
* bedrohliche Musik *
Du wirst lernen, was Verlust bedeutet.
* Sie erschrickt. *
* bedrohliche Musik *
Wie sah 'n der Typ aus? Jung,
vielleicht Anfang 20. Du würdest ihn wiedererkennen? Ja.
Wo haben Sie sie gefunden? In der Wohnung von Max Kleinert.
Wer ist Max Kleinert? Max Kleinert ist der ehemalige Zimmergenosse
von Martin Koschnik im Jugendheim.
Setzen Sie sich.
Seine Mutter war eine schwere Alkoholikerin
und hat ihn mit zwei Jahren ins Heim gegeben.
Mit vier hat ihn dann eine Familie bei sich aufgenommen,
aber nach nicht einmal einem Jahr wieder ins Heim zurückgegeben.
Und die Namen der Eltern...
sind anonymisiert. - Ja, das ist der Typ.
Das ist der Typ, der sich an Lambecks Wagen zu schaffen machte.
Ben König ist Max Kleinert. - (Trisha) Der Typ,
der uns vom Werftgelände verscheucht hat.
Koschnik war stinksauer, weil das Max ist,
aus seiner Zeit im Heim. Jetzt wollte der ihn plötzlich nicht mehr kennen.
Sie kannten Martin Koschnik von früher.
Und dann hat er Sie in Bregenz erkannt.
Aber Sie hatten längst ein anderes Leben.
Sie wollten nicht, dass jemand von Ihrer Herkunft erfährt.
Hat Martin Koschnik Sie erpresst? Haben Sie ihn deswegen umgebracht?
* Er schreit. *
* Ihr Atem zittert. *
Verschiedene Welten, ja? - (Trisha) Koschnik bekam mit,
dass Max sich 'ne neue Identität aufbaute.
Und erpresste ihn. Daher das Geld und die Zugtickets.
Koschnik sagte, das sei unsere Chance,
und dann würden wir in den Süden abhauen.
Was hast du in Bens Wohnung gesucht? Kohle, um abhauen zu können.
Hab gesehen, wie er aufs Schiff ist, dachte, ich wär safe. Wann?
Vor anderthalb Stunden etwa...
* Seufzen *
Hier ist die Mailbox von Luisa Hoffmann.
* düstere Musik *
* Er stöhnt. *
Ihr habt auf mich geschissen.
Ihr habt auf mich geschissen, ihr habt mich zurückgegeben ins Heim.
Max?
Wir, wir haben uns damals so sehr ein Kind gewünscht,
es hat nicht geklappt...
Da haben wir dieses Pflegekind aufgenommen.
Max...
er war vier Jahre alt...
Max...
Wir haben uns gekü...
wir haben uns gekümmert,
aber der Kleine kam nicht zurecht mit unserer Fürsorge.
Er war aggressiv. - (schreit) Du lügst.
Ihr wolltet mich nicht mehr.
Wir haben uns wirklich um dich gekümmert, Max.
Aber dann wurde ich plötzlich doch schwanger und...
und wir wussten nicht, wie du mit dieser neuen Situation
umgehen würdest.
Wir hatten Angst, dass du unserm Baby etwas antun könntest.
(Clara) Redet ihr über mich?
Ihr habt ihn wegen mir weggegeben?
Du wolltest damals, dass wir ihn weggeben.
Du warst doch heillos überfordert. Mit der Schwangerschaft und...
deiner Sorge, dass alles gut wird.
Arschloch. - Irgendjemand musste die Entscheidung ja fällen.
* Sie wimmert. *
* dramatische Musik *
Sie hatten über Clara Zugang zum Haus,
zu allem dort...
Zum Schlüssel für die Medikamentenausgabe in der Klinik,
zu Robert Lambecks Handy, mit dem Sie Stella angerufen haben
und dann die anonyme Mail, um Lambeck in Tatortnähe zu locken.
Sie wollten, dass wir Robert Lambeck für Sie aus dem Weg schaffen.
Warum?
Damit Sie seinen Platz in der Familie einnehmen können?
* Er schreit. *
Ich habe ein Leben verdient.
* Poltern *
Du bist schuld.
Ich hasse dich. Waffe runter.
Die Waffe runter.
Die Waffe runter.
* Wind pfeift. *
* Wind pfeift. *
Nein. * Klicken *
* Wind pfeift. *
* ruhige Musik *
Es ging ihm die ganze Zeit um die Familie.
Die Familie, die er nie hatte.
Eine geschundene und getriebene Seele.
Und deshalb stellen Sie sich vor ihn? Obwohl er auf Sie zielt?
Sie haben das die ganze Zeit über gewusst?
Ich wollte wissen, was hinter all dem steckt.
Sie machen mich fertig, echt.
Alle glücklichen Familien gleichen einander.
Jede unglückliche Familie ist auf ihre eigene Weise unglücklich.
Das ist aber nicht von Ihnen, oder?
Tolstoi. Mhm. Und was wollen Sie mir damit sagen?
Nichts...
Nur, dass jeder sein Geheimnis hat. Welches ist Ihres?
Ach so, Entschuldigung.
Sie reden nicht über Persönliches. Das verwässert nur die Objektivität.
Ich weiß, Frau Hoffmann.
* Handy läutet. *
Da muss ich kurz rangehen, 'tschuldigung.
Zeiler. Das ist ja schön, dass Sie... Bitte?
Ja. Michael Oberländer, wieso?
Frau Zeiler hat keine Familie. Sagen Sie mir mal, was los ist.
'n Motorradunfall?
Ist sie okay?
Was?
* traurige Musik *
Untertitel im Auftrag des ZDF, 2023
* Musik: Bremus und Kadelbach, "Here Again: Die Toten vom Bodensee" *
♪ So you say
That anybody else
Is wrong again
You feel
So upset
For the love
You take
But everybody else
Knows it's a fake
It's a lie
That you won't break
But I'm gonna let you know
I'm here again ♪
Can't find what you're looking for?
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