All language subtitles for 沉默德语版.Slience.2016.German

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Original subtitles

Gelobt seist Du, Jesus Christus.

1633.

Pax Christi.

Gott sei gelobt.

Obwohl für uns

kaum noch Friede herrscht in diesem Land.

Ich kannte Japan nicht, als es ein Land des Lichts war.

Aber so

dunkel wie jetzt war es noch nie.

Jeglicher Fortschritt endet in erneuter Verfolgung,

neuen Repressionen,

neuem Leiden.

Sie bohrten Löcher in Schöpflöffel,

damit es langsam heraustropfte

um die Qualen zu verlängern.

Jeder kleine Spritzer Wasser

fühlte sich wie brennende Kohle an.

Der Gouverneur von Nagasaki nahm vier Mönche

und einen von unserem Orden mit nach Unzen.

Dort gibt es heiße Quellen.

Die Japaner nennen sie

"Höllen", teils spöttisch, glaube ich,

und teils, muss ich sagen, weil es stimmt.

Die Beamten befahlen unseren Patern, von Gott und

dem Evangelium Seiner Liebe abzulassen.

Aber sie weigerten sich nicht nur, abzuschwören,

sie baten darum, gefoltert zu werden,

um die Kraft ihres Glaubens zu beweisen

und die innere Gegenwart Gottes.

Einige blieben 33 Tage auf dem Berg.

Die Geschichte ihres Mutes

gibt uns Priestern, die wir

versteckt zurückbleiben, Hoffnung.

"Wir lassen unsere versteckten Christen,

die in Angst leben, nicht im Stich."

"Seine Liebe verleiht uns nur noch mehr Kraft."

Wir haben Ferreira verloren.

Dies ist sein letzter Brief.

Warum verloren?

Er kam, als Sie auf der Rückreise aus Portugal waren.

Er hat Jahre gebraucht, um anzukommen.

Er wurde versteckt, geschmuggelt, freigekauft und

mir dann von einem Handelsmann aus Holland gegeben,

der weitere Neuigkeiten hatte.

Dass er noch lebt?

Dass er abgeschworen hat.

Dass er Gott öffentlich abgeschworen

und seinen Glauben aufgegeben hat

und jetzt als Japaner lebt.

Das ist unmöglich.

Pater Ferreira riskierte sein Leben,

um den Glauben in Japan zu verkünden.

Wir sind hier wegen ihm.

Ja, er war... Er ist der Stärkste von uns.

Er schrieb

diese Worte während der brutalsten aller Verfolgungen.

Jetzt ist es noch schlimmer.

Tausende sind tot

wegen unserer Botschaft.

Wiederum Tausende haben den Glauben aufgegeben.

Sie sprachen von Neuigkeiten. Das ist nicht bewiesen,

oder? Es könnte eine Verleumdung sein,

um den Glauben weiter in Verruf zu bringen.

Angesichts des Ausmaßes der Verfolgung dort...

Mit Verlaub, wir werden von vielen gebraucht.

...und der Tatsache,

dass er nicht mehr geschrieben hat

und den Neuigkeiten des Holländers...

Das ist nur ein Gerücht.

...muss ich davon ausgehen, dass es wahr ist.

Wenn es wahr wäre, Pater,

was würde...

dies bedeuten...

für die Jesuiten?

Für das gesamte katholische Europa?

Mir scheint unsere Mission dringender denn je zu sein.

Wir müssen Pater Ferreira suchen.

Das kann ich nicht zulassen.

Wie können wir unsere Mission aufgeben?

Ihre Mission bestand darin, Neuigkeiten zu erfahren.

Das haben Sie.

Verzeihung, Pater, aber dieser Brief

erzählt eine furchtbare Geschichte, aber über Ferreira

steht nichts. Wir wissen nichts über sein Schicksal.

Wir wissen nur

von dieser Verleumdung.

Mit Verlaub,

Pater Valignano, aber...

Ich glaube nach wie vor an unsere Mission.

Wissen Sie, wie viele Christen

die Behörden in Shimabara hingerichtet haben?

Tausende.

Zehntausende. Die meisten wurden enthauptet.

Nein, das ist zu gefährlich.

Wie können wir den Mann

im Stich lassen, der unseren Glauben gestärkt hat?

Er hat uns ein neues Weltbild gezeigt.

Und wenn diese Verleumdung wahr ist,

dann ist Pater Ferreira verdammt.

Und wir müssen seine Seele retten.

Haben Sie sich also entschlossen? Beide?

Ja.

Wir sind Eiferer.

Dann muss Gott Euch den Eifer gegeben haben.

Auf euch wartet eine große Prüfung.

Sobald Ihr das Land betretet,

seid Ihr in großer Gefahr.

Ihr seid die letzten zwei Priester, die hingehen.

Ein Heer aus zwei Mann.

25. Mai, 1640.

Pax Christi.

Gott sei gelobt.

Pater Valignano, ich schreibe diese Zeilen

ohne zu wissen, ob sie Sie je erreichen werden.

Ich möchte Ihr Vertrauen in unsere Mission wahren

und Ihren Glauben an uns rechtfertigen.

Vorsicht.

Heute gab es eine gute Neuigkeit.

Ihr Mr. Chun hat ein chinesisches Schiff gefunden,

das uns nach Japan schmuggeln wird.

Und er behauptet, den letzten Japaner

in Macau gefunden zu haben,

und dass er in Japan unser Führer sein werde.

Kommen Sie. Hier lang.

Endlich...

treffen wir unseren ersten Japaner.

Sie werden sehen, er macht nicht viel her.

Aber nach fast zwei Monaten ist er der letzte.

Wach auf.

Na los. Steh auf!

Er trieb auf dem Meer herum.

Portugiesen brachten ihn her.

Er sitzt hier fest. Will nach Hause.

Bist du wirklich ein Japaner?

Antworte, du Trottel! Das sind Padres!

Kichijiro!

Sie bringen dich nach Hause.

Wo bist du zu Hause?

Nagasaki.

Was arbeitest du?

Er wird Ihnen gehorchen.

Fischer.

Kennst du unsere Sprache?

Ein wenig.

Ja. Ein wenig.

Von den Jesuitenpatern gelernt.

Nicht wahr? Du... bist also ein Christ.

Nein!

Kein Christ.

Ein guter Führer für Sie. Er ist auch Christ.

Ich bin kein "Kirishitan"!

"Kirishitan" sterben.

Sie sterben in Nagasaki.

Hör zu.

Wir haben Geld.

Wenn du uns hilfst, bringen wir dich heim.

Willst du nach Japan zurückkehren?

Ich will...

Ich will nach Hause!

Nicht für Geld!

Japan ist das Land meiner Familie!

Ich flehe Sie an.

Lassen Sie mich nicht hier, Pater.

Bitte!

Bringen Sie mich nach Hause.

Er wird ein guter Führer sein.

Versprechen Sie mir,

mich nach Hause zu bringen.

Versprechen Sie es.

Unser Führer...

Er kann kein Christ sein.

Er behauptet, keiner zu sein,

aber glaubst du ihm überhaupt etwas?

Nicht einmal, dass er Japaner ist.

"Und Er sagte zu ihnen: Gehet hin in die Welt

und verkündigt das Evangelium allen Geschöpfen."

Sogar an solche.

So lautet das Gebot des Herrn.

Wenn ich mich aufmache, Sein Werk zu tun,

sehe ich Sein Antlitz vor mir.

Er sieht aus, wie Er aussah, als Er Petrus befahl:

"Weidet meine Lämmer."

"Weidet meine Lämmer, weidet meine Schafe."

Es fasziniert mich.

Ich liebe dieses Antlitz.

Garupe und ich reisten ganz ohne Gepäck nach Japan,

abgesehen von unseren Herzen.

Und während der Flauten und Stürme auf der Überfahrt

dachte ich über die 20 Jahre nach, die seit

dem Ausbruch der Verfolgung vergangen sind.

Die schwarze Erde Japans

ist erfüllt vom Stöhnen unzähliger Christen.

Das rote Blut von Priestern floss in Strömen.

Die Mauern der Kirchen sind eingestürzt.

Japan!

Wir haben ihm unser Leben anvertraut.

Jesus hat Schlimmeren vertraut.

Schnell!

Komm!

Kiri.... Kiri.

Kichijiro, wo gehst du hin?

Er wird uns verraten.

"Was du tust, das tue bald!"

Padre?

Schnell. Wir haben keine Zeit.

Keine Zeit...

Kommt. Kommt, kommt.

Wo sind wir hier?

Im Dorf Tomogi.

- Japan? - Beeilt euch, bitte.

Die "Géntios" dürfen euch nicht sehen.

- Kommt. - "Géntios"?

Kommt. Kommt. Schnell.

Kommt.

Es tut mir leid, Padre.

Das ist zu riskant.

Es gibt mehr Hinrichtungen denn je.

Merken sie, dass wir "Kirishitan" sind,

werden wir umgebracht.

Der Herr... hört euch.

Ja.

Er hat uns euch geschickt.

Bitte tretet ein. Tretet ein.

Danke.

Wir haben etwas zu essen, wenn ihr es wollt.

Hier seid ihr in Sicherheit bis morgen früh.

Setzt euch, bitte.

Tut mir leid. Es tut mir leid.

Wie könnt ihr so leben?

Ich meine, wie könnt ihr als Christen leben,

wenn...

es so gefährlich ist?

Versteht ihr?

Wir beten im Verborgenen.

Aber wir haben unseren "Jiisama".

Jiisama. Ja.

Jiisama.

Wer ist der Jiisama?

Führst du sie an?

Führst du das Dorf an

im Gebet? In der Andacht?

Das einzige Sakrament, das er spenden kann,

ist die Taufe.

Wir verehren Gott mit dem Jiisama.

Wir verstecken die "Kirishitan"-Bilder,

aber Gott sieht uns trotzdem, oder?

Obwohl wir keinen Priester hatten

bis jetzt.

Esst, bitte.

Esst, bitte.

Danke.

Alle "Kirishitan" gehören unserer geheimen Kirche an.

Euer Glaube...

Der Glaube, den ihr habt, ist

sehr stark.

Ihr seid so mutig.

Ist der Glaube nur hier so stark oder

auch in anderen Dörfern?

Wir wissen nichts über andere Dörfer.

Wir gehen nie hin.

Ach nein?

Andere Dörfer sind sehr gefährlich.

Man weiß nicht, wem man trauen kann.

Alle fürchten den Inquisitor

Inoue-sama.

Wer einen "Kirishitan" anzeigt,

bekommt 100 Silbermünzen.

200 für einen christlichen Laienbruder.

Und für einen Priester,

300

300?

Ihr müsst in die anderen Dörfer

und ihnen sagen, dass Priester hier sind.

Dass wir wieder in Japan sind. Das wäre gut.

Es gab einen...

Einen Padre,

der hier war, namens...

Ferreira.

Pater Ferreira.

Habt ihr... von ihm gehört?

Er war wie wir.

Nein.

Isst du nichts?

Ihr seid es,

die uns Nahrung gebt.

Sie wagen es nicht, mit uns auf die Straße zu gehen.

Sich so verstecken zu müssen, ist eine schlimme Bürde.

Ich war überwältigt von der Liebe dieser Menschen,

obwohl ihre Gesichter ausdruckslos waren.

Jahre des heimlichen Lebens

ließen ihre Gesichter zu Masken erstarren.

Warum müssen sie so sehr leiden?

Warum hat Gott ihnen derartige Leiden auferlegt?

Hier seid ihr am sichersten.

Das ist eine Köhlerhütte.

Wenn ihr dieses Geräusch hört,

sind wir es.

Wenn ihr etwas anderes hört,

versteckt euch.

Während des Tages ist unsere Tür fest verschlossen

und wir hüten uns, Geräusche zu machen,

damit uns Vorbeigehende nicht hören.

Nur im Dunkeln ist es sicher genug,

ins Dorf zu gehen und uns um die Gläubigen zu kümmern.

"Konhisan".

Endlich hatten sie Priester,

die ihre Sünden vergaben.

Vergeben Sie mir, Padre,

denn ich habe gesündigt.

- Beichte. - Ich habe gesündigt.

Noch einmal?

Was? Von vorne?

Noch einmal?

Die ganze Nacht nahmen wir Beichten ab,

obwohl wir nicht immer sicher waren,

was sie beichteten.

Und nun brachte das Christentum Liebe.

Die Würde,

erstmals wie Kreaturen Gottes behandelt zu werden,

nicht wie Vieh.

Und das Versprechen, dass ihr Leiden nicht im Nichts,

sondern in der Erlösung enden würde.

Wir lesen in tiefer Nacht die Messe

wie zur Zeit der Katakomben.

Leise.

Sind wir jetzt alle bei Gott

im "Paraiso"?

- Paradies? - Ja, Paradies.

Jetzt?

Nein.

Aber Gott ist jetzt dort

für immer.

Er bereitet einen Platz vor für uns. Sogar jetzt.

Verzeih meine Ungeduld, Sebastião.

Ich schäme mich meiner Frustration.

Das Kind ist sicher durch Gottes Gnade.

Nur das ist wichtig.

Und du bist ein schlechter Jesuit.

Ich hab's satt, hier eingesperrt zu sein!

Iss.

Wir wissen nicht einmal, ob Pater Ferreira noch lebt.

Im Dorf haben sie nie von ihm gehört.

Diese Menschen haben solche Angst.

Nur Angst haben sie? Sie haben auch Läuse!

Sie haben uns. Wir schenken ihnen Trost.

Wie lange halten wir das noch aus?

Wir haben um diese Mission gebeten, Francisco.

Wir haben in den Übungen dafür gebetet.

Gott hat uns damals erhört und Er hört uns jetzt!

Dann möge Er uns zu Ferreira führen,

damit wir die Wahrheit erfahren.

Glaubst du, dass seine Kraft nachließ

und er sich vor diesem Inquisitor Inoue beugte?

Dass er wie ein Hund in die Knie ging?

Das ist nur ein Gerücht.

Auch wenn dieser Inoue ein Teufel ist, wie alle sagen,

Ferreira würde ihm die Stirn bieten.

Einer von uns muss nach Nagasaki, um ihn zu suchen.

Es ist zu riskant!

Für uns und die, die uns Zuflucht geben.

Wir schicken Kichijiro. Er kann Neuigkeiten bringen.

Bist du von Sinnen?

Wo ist er?

Er ist nie hier.

Er ist immer betrunken. Auf ihn ist kein Verlass.

Aber wir müssen etwas tun, um Ferreira zu finden!

Lass uns rausgehen. Lass es uns riskieren.

Nur für einen Augenblick.

Schau.

Das ist ein Zeichen Gottes.

Beweg dich nicht.

Jemand beobachtet uns.

Jetzt.

Padre.

Padre.

Das ist nicht das vereinbarte Zeichen.

Fürchten Sie sich nicht.

Keine Angst.

Wir werden Ihnen...

nichts tun.

Wir sind "Kirishitan", Padre.

"Kirishitan"!

Wir brauchen Sie.

Nein! Nein!

Padre!

Wir haben Sie erschreckt.

Das tut uns leid.

Wir wollen Sie bitten, in unser Dorf zu kommen.

Nach Goto.

Den Menschen dort fehlt unser Glaube.

Unsere Kinder brauchen Sie.

Es gibt keine Messe und keine Beichte.

Wir können nur unsere Gebete verrichten.

Woher wisst ihr von uns?

Von wem?

Von einem Gläubigen?

Von einem "Kirishitan" aus unserem Dorf, Kichijiro.

Unser Kichijiro?

Er sagt, er sei hergekommen

mit Ihnen.

Er ist doch kein Christ.

Doch, er ist einer.

Es ist wahr. Er hat Gott widerrufen

vor dem Inquisitor Inoue-sama.

Aber das ist 8 Jahre her.

Seine ganze Familie wurde umgebracht.

Er hat gegen Gott gesprochen.

Aber er ist dennoch gläubig.

Nein.

- Auf Goto werden Priester gebraucht. - Nein, Padre.

Aber Mokichi, wir kehren zurück.

Wir kommen zurück.

Ich kenne die Menschen von Goto nicht.

Also weiß ich nicht, ob man ihnen trauen kann.

Sie sind Christen... wie wir.

Kichijiro hat sie hergeschickt.

Ich frage mich, warum.

Warum tut er das?

Kichijiro hat uns nach Tomogi gebracht.

Nur für ein paar Tage.

Aber... einer von euch soll hierbleiben.

Bitte.

Wir verlieren sie.

Die Angst, die ich auf der Fahrt verspürte, verblasste,

denn die Freude, mit der ich begrüßt wurde,

war fast ebenso groß wie meine.

Sogar der Anblick von Kichijiro freute mich irgendwie.

Kommt!

Ich dankte Gott, dass Er mich hergeführt hatte.

An jenem Tag bekamen die Gläubigen neue Hoffnung.

Und mein Glaube wurde erneuert.

Und sie kamen zu mir.

Nicht nur aus Goto,

Christen kamen über die Berge aus anderen Dörfern.

Ich fühlte mich Gott sehr nahe.

Sie haben ein hartes Leben.

Sie leben wie Vieh und sterben wie Vieh.

Aber Christus starb nicht für die Guten und Schönen.

Das ist leicht. Viel schwieriger ist es,

für die Elenden und Verderbten zu sterben.

Hier wusste ich, dass ich einer von ihnen war

und ich teilte ihren geistigen Hunger.

Noch ein Gebet wurde auf Goto erhört.

Ich erhielt dort den ersten echten Hinweis

von jemandem, der Pater Ferreira kennen könnte.

Padre Ferreira.

Padre Ferreira. Ja.

- Kennen Sie ihn? - Ja.

Sie kennen ihn? Haben ihn gesehen?

Wann?

Er hat ein Heim für Kinner und die Kinner...

Kinner...

Baby.

Kinder. Verzeihung. Kinder.

Und, äh, Kranke. Kranke.

In Shinmachi.

Aber das war vor den Unruhen.

Wo ist das?

In der Nähe von Nagasaki.

Aber sehr gefährlich...

Gefährlich hinzugehen.

Ich weiß nicht...

Sie wollten greifbare Symbole des Glaubens,

also gab ich ihnen, was ich konnte.

Ich fürchte, sie schätzen die dürftigen Symbole

mehr als den Glauben selbst.

Wie konnten wir ihnen das abschlagen?

Schließlich trennte ich mich von meinem Rosenkranz.

Kichijiro!

In Goto war ich völlig überwältigt.

Ich taufte über hundert Erwachsene und Kinder

und nahm unzählige Beichten ab.

Ich hatte jedoch das Gefühl, dass Kichijiro

mich am meisten brauchte.

Du hast den Rosenkranz nicht genommen.

Ich verdiene ihn nicht.

Warum nicht?

Weil du Gott abgeschworen hast?

Ja.

Aber nur um zu überleben.

Meine ganze Familie...

Der Inquisitor Inoue wollte, dass wir

unseren Glauben aufgeben.

Auf Jesus treten

mit unseren Füssen.

Nur einmal, nur kurz.

Aber sie weigerten sich.

Aber...

ich habe es getan.

Aber...

ich konnte sie aufgeben, auch wenn

ich Gott aufgegeben hatte.

Also...

schaute ich zu, wie sie starben.

Egal, wo ich hingehe,

ich sehe das Feuer

und rieche das Fleisch.

Als ich Sie und Padre Garupe

zum ersten Mal sah,

begann ich zu hoffen,

dass Gott mich vielleicht zurücknehmen könnte.

Denn...

in meinen Träumen

war das Feuer nicht mehr so grell.

Soll ich deine Beichte abnehmen?

Segnet mich, Padre,

denn ich habe gesündigt.

Die 6 Tage auf Goto

und Kichijiros Glaubenserneuerung

gaben mir das Gefühl, von Nutzen zu sein,

und den Menschen in diesem Land am Ende der Welt

wirklich zu nützen.

Die Männer des Inquisitors...

sind im Dorf.

Sie haben Ichizo mitgenommen.

Uns wurde erzählt,

dass unter euch Christen sind,

wie dieser arme Kerl hier.

Aber wir zahlen unsere Steuern jedes Jahr

und tun unsere Pflicht für den Staat.

Wir beten Buddha im Tempel an.

Wir wissen, dass ihr gute Menschen seid.

Wir wollen nur über jene hören,

die den verbotenen Glauben annehmen

und jene, die sie verstecken.

Wir werden herausfinden, wer sie sind.

Denkt an den Preis dafür.

So viel Silber.

Schaut nicht so verängstigt.

Wir geben ihnen drei Tage.

Bindet ihn los.

Ihr habt drei Tage.

Ihn lassen wir laufen.

Aber wenn wir in drei Tagen nichts hören,

nehme ich nicht nur ihn mit,

sondern auch drei weitere Geiseln.

Dann schicken wir die vier Geiseln nach Nagasaki.

Eine von ihnen

wirst du sein.

Nein, wir haben keine Angst vor dem Tod.

Wir werden euch niemals verraten.

Niemand sollte sterben.

Aber wir sind in Gefahr, ob ihr geht oder bleibt.

Also bleibt. Bleibt hier.

Wir verraten euch nicht.

Wenn wir bleiben, kommen sie immer wieder.

Sie könnten alle töten, wenn wir uns verstecken.

Wir haben keine andere Wahl. Wir müssen.

So wird die Gefahr von euch abgewendet.

Wir können auf Kichijiros Insel flüchten.

Auf meine Insel?

Nein. Es gibt keinen Unterschied

zwischen dort und hier.

Sie werden nach Goto kommen und suchen.

Dasselbe wie hier wird geschehen.

Nein!

Sie sollten gehen.

Die Padres sollten gehen.

Dann sind wir gerettet!

Sag das nicht!

Sie kamen, um "Deusus" Lehre zu verbreiten.

Wir können sie nicht Inoue-samas Folter ausliefern

nach allem, was sie taten.

Sie haben uns in Gefahr gebracht!

Wären sie nicht hier, wären wir nicht in dieser Lage!

Ruhe! Ruhe!

Wir werden...

die Padres beschützen.

Ihr bleibt hier.

Wir brauchen zwei weitere, die mitkommen.

Ich,

Mokichi...

und zwei weitere Geiseln.

Wer begleitet mich und Mokichi

und wird zu Ehren "Deusu" eine Geisel?

Kichijiro ist nicht von hier.

Warum nicht er?

Ja.

Gehst du um unseretwillen?

Die Beamten werden milder sein mit dir.

Sie sind hinter den Bewohnern von Tomogi her.

Er ist nicht von hier.

Er könnte uns denunziert haben.

Ich bin kein Informant!

Padre, sagen Sie es ihnen!

Ich bin kein Informant!

Ich habe meine Sünden gebeichtet.

Wenn du Gottes Segen bekommen hast,

benimm dich entsprechend.

Ehre Ihn mit deinem Leben.

Genau.

Ehren? Was redest du da?

Ein echter "Kirishitan" wüsste es!

Ich schlage dir den Schädel ein!

Bitte!

Geh du statt uns.

Bitte.

Padre.

Aber Padre,

wenn wir...

auf das...

Christusbild...

treten müssen...

Bitte Gott um Mut, Mokichi.

Wenn wir ihnen nicht gehorchen,

sind vielleicht alle im Dorf in Gefahr.

Sie können sie einsperren

und für immer wegbringen.

Was sollen wir tun?

Tretet darauf!

Tretet darauf!

Tretet ruhig darauf.

Was sagst du da?

Das geht nicht.

Mokichi,

nein.

Das habe ich für den Jiisama gemacht.

Mehr hatten wir nicht,

bis Sie gekommen sind.

Nehmen Sie es.

Bitte.

In Jesus' Namen.

Dein Glaube verleiht mir Kraft, Mokichi.

Ich wünschte, ich könnte

dasselbe für dich tun.

Meine Liebe für Gott ist groß.

Ist dies dasselbe wie Glaube?

Ja, ich denke schon.

Diese Menschen sind die gottergebensten

Geschöpfe auf Erden.

Pater Valignano, ich gestehe, ich hatte Zweifel.

Gott auferlegt uns Prüfungen

und alles, was Er tut, ist gut.

Und ich bat um diese Prüfungen, wie Sein Sohn.

Aber warum sind ihre Qualen so schrecklich?

Und warum, wenn ich in mein eigenes Herz blicke,

erscheinen meine Antworten so schwach?

"Fume."

Alle taten wie geheißen.

Aber das reichte nicht.

Wollt ihr uns so hinters Licht führen?

Es ist uns nicht entgangen,

dass du heftig

geatmet hast gerade eben.

Das kann nicht sein!

Denn wir sind Buddhisten!

Gut.

Dann versuchen wir es anders.

Spuckt darauf

und bezeichnet die sogenannt Heilige Jungfrau

als Hure.

Du bist ein Christ.

Du bist auch ein Christ.

Der alte Ichizo weigerte sich.

Mokichi konnte es nicht tun.

Aber Kichijiro schaffte, was die anderen nicht konnten.

Ich muss annehmen, dass er wie die anderen litt.

Du bist auch ein Christ.

Das sind alles...

Christen.

Fasst sie!

Sie bekamen Reiswein,

wie der sterbende Christus Essig bekommen hatte.

Ich betete, dass sie sich an Seine Qualen erinnerten

und daraus Mut und Hoffnung schöpften.

Deus.

Deus!

Paraíso.

Deus-sama.

Bitte empfange Jiisamas Geist.

Jiisamas Leiden ist zu Ende.

Empfange ihn, o Herr.

Herr!

Herr!

In Deiner Herrlichkeit.

Ich bitte Dich,

Jesus!

Es dauerte vier Tage, bis Mokichi tot war.

Gegen Ende sang er eine Hymne.

Seine Stimme war das einzige Geräusch.

Die Dorfbewohner, die sich am Strand

versammelt hatten, schwiegen nur.

Die Menschen wurden genau beobachtet,

damit sie die Leichen nicht christlich beerdigten.

Mokichis Leiche war so schwer vom Wasser,

dass die Flammen heftig qualmten,

ehe sie schließlich verbrannte.

Die restlichen Knochen wurden ins Meer gestreut,

damit sie nicht verehrt wurden.

Pater Valignano, Sie werden sagen,

dass ihr Tod nicht sinnlos ist.

Dass Gott ihre Gebete erhörte, als sie starben.

Aber hat Er ihre Schreie gehört?

Wie erkläre ich Sein Schweigen diesen Menschen,

die so viel erduldet haben?

Ich brauche meine ganze Kraft, um es zu verstehen.

Es kann sein, dass dies mein letzter Bericht ist.

Angeblich durchkämmen Wachen die Berge nach uns.

Wir haben darum beschlossen, uns zu trennen.

Sie hatten recht.

Wären wir gegangen, würden sie noch leben.

Das ist nicht wahr.

Es wäre zweifellos unser Tod.

Geben wir etwa auf? Laufen wir weg?

- Nein. - Menschen starben für uns.

Sie starben nicht für uns, Garupe. Nicht für uns.

Ich fühle mich feige.

Meine Liebe begleitet dich.

Ich bete, dass ich so stark bin wie du.

Pater Garupe fährt nach Hirado

und setzt die Mission fort

und ich kehre nach Goto zurück.

Francisco, bleib am Leben.

Bleib am Leben!

Pater, verzeihen Sie mir

meine Schwäche und meine Zweifel.

Bitte gedenken Sie Pater Garupe und meiner

in Ihren Messen und Gebeten.

Ihr gehorsamer Sohn.

Ich stelle mir Deinen Sohn

ans Kreuz genagelt vor

und habe den Geschmack von Essig im Mund.

Ist das Goto?

Ist das Goto?

Vater unser im Himmel, geheiligt werde Dein Name.

Ich bin ein Fremder, der Unheil gebracht hat.

So denken sie jetzt über mich.

Ich träume von unserem heiligen Franziskus.

Was ist mit den glorreichen Möglichkeiten,

die er hier gefunden hatte?

Was habe ich für Christus getan?

Was tue ich für Christus?

Was werde ich für Christus tun?

Die Versuchung ist groß.

Die Versuchung, zu verzweifeln.

Ich habe Angst.

Die Last Deines Schweigens ist furchtbar.

Ich bete, bin jedoch verloren.

Oder bete ich etwa nichts an?

Nichts.

Weil Du nicht da bist?

Ich bitte um Deine Vergebung.

Wenn Sie plötzlich nichts mehr von uns hören,

so heißt das nicht, dass wir tot sind.

Denn wenn Garupe und ich sterben,

stirbt die japanische Kirche mit uns.

Ich spürte, dass mir jemand folgt.

Ist alles in Ordnung, Padre?

Verzeihung...

Padre...

Warum sind Sie zurückgekommen?

Diese Insel ist gefährlich.

Wir müssen vorsichtig sein. Es gibt einen Preis

von 300 Silbermünzen auf Sie.

300...

Judas hat nur 30 bekommen.

Es gibt weitere "Kirishitans" in anderen Dörfern.

Nicht weit von hier.

Dort verstecken wir uns.

Ich kümmere mich um Sie.

Nehmen Sie es.

Bitte.

Sie sind sicher hungrig.

Mokichi und meine Familie blieben stark.

Ich bin so schwach.

Bist du das?

Aber auf dich aufpassen kannst du.

Ich will nicht egoistisch sein.

Ich bin wie Sie.

Ich weiß nicht, wohin.

Wohin kann ein schwacher Mann...

in einer solchen Welt?

Willst du wegen Mokichi und Ichizo beichten?

"Was du tust, das tue bald!"

Das sprach Dein Sohn zu Judas beim letzten Abendmahl.

Empfand Er Zorn, als Er das sagte

oder entsprangen die Worte der Liebe?

Alles in Ordnung, Pater? Sie wirken müde.

Nein, es geht schon.

Der Fisch, den du mir gegeben hast, war salzig.

Mich dürstet.

- Was? - Mich dürstet!

Das hat unser Herr gesagt.

Ich hole etwas Wasser.

Ich hole Wasser.

Tut mir leid, das Wasser ist runtergefallen.

Ich dachte, etwas stimmt nicht.

Das macht nichts.

Ganz in der Nähe ist ein Fluss.

Sie können so viel trinken, wie Sie wollen.

Da.

Padre,

verzeihen Sie mir.

Padre!

Ich bitte Gott um Verzeihung.

Wird Er sogar...

mir verzeihen?

Gott sei gesegnet.

Wie ist dein Name?

Monica.

Wie die Mutter des Augustin.

Mein Taufname.

Dieser Mann heißt Juan.

Er wollte gleich heißen wie unser Priester Juan,

der auf Unzen gestorben ist.

Es wird noch vielen ergehen wie ihm.

Du verstehst schon.

Warum schaut ihr mich so an?

Warum seid ihr so gelassen?

Wir werden bald

auf dieselbe Weise

sterben!

Verzeihung.

Entschuldige. Danke. Danke für das Essen.

Aber Padre,

unser Pater,

Padre Juan,

sagte, wenn wir sterben, kommen wir ins "paraíso".

Paradies.

- Ja, das stimmt. - Ist es nicht gut zu sterben?

Im "paraíso" ist es viel schöner als hier.

Dort gibt es weder Hunger

noch Krankheiten, keine Steuern und keine Fronarbeit.

Padre Juan

hatte recht. Es gibt keine

Fronarbeit

im "paraíso".

Man muss gar nicht arbeiten. Es gibt

keine Steuern.

Es gibt keine Qualen.

Wir werden mit Gott vereint.

Schluss mit Qualen.

Ich wünschte, ihr würdet aufhören,

mir so viel Ärger zu bereiten. Ich bitte euch.

In unserem Alter

sollten wir bei der Hitze nicht so weit reisen.

Und der Staub...

ist dieses Jahr besonders schlimm.

Und das hier...

Es ist alles völlig unnötig.

Gebt euch doch ein bisschen Mühe,

um unseren Standpunkt zu verstehen.

Wir hassen euch nicht.

Das habt ihr euch selbst zuzuschreiben.

Und ihr könnt

euch auch davon befreien.

Ihr müsst euch nicht verloren fühlen.

Ich gebe euch Zeit zum Nachdenken.

Damit ihr mir eine vernünftige Antwort gebt. Geht.

Du nicht.

Du bleibst hier.

Hast du verstanden, was ich ihnen sagte?

Ist dein Japanisch gut genug?

Ich habe Ihre Augen gesehen.

Und was glaubst du, darin gesehen zu haben?

Sie sind Narren,

diese Bauern.

Herr, erspare ihnen die Qualen und halte

Deine Hand schützend über sie.

Auch wenn sie sich

ewig untereinander beraten, so kommen sie

zu keinem Schluss.

Aber du hast verstanden, oder?

Kommen Sie zur Sache.

Ob sie befreit werden, hängt allein von dir ab.

Wenn du nur ein Wort sagst...

Zeig es ihnen.

Schwöre deinem Glauben ab.

Und wenn ich mich weigere, tötet ihr mich?

"Das Blut der Märtyrer ist der Same der Kirche."

Wie die Priester, die ihr

in Omura und Nagasaki niedergemetzelt habt.

Die Priester zu töten, war ein Fehler

und daraus haben wir gelernt.

Und die Bauern zu töten, macht es noch schlimmer.

Wenn sie für ihren Gott sterben können,

glauben sie, noch stärker zu werden.

Wenn ihr jemanden bestrafen müsst, dann mich allein.

Meine Güte, wie ignorant du bist.

Du sprichst nicht wie ein guter Priester!

Wenn du ein richtiger Mann wärst,

ein wahrhaft guter Priester,

hättest du mit den "Kirishitan" Mitleid.

Oder etwa nicht?

Oder etwa nicht?

Der Preis deines Ruhms ist ihr Leiden.

Padre.

Gelobt sei Gott, unser Herr!

Gelobt sei Er.

Die portugiesische Sprache

war ein Geschenk von Pater Cabral.

Ich wurde gebeten, in Ihrem Namen zu übersetzen.

In meinem Namen?

Es wurde befürchtet, dass uns Feinheiten

Ihrer Aussage entgehen könnten,

wenn Sie nur Japanisch sprechen müssten.

- Aussage? Ich... - Wir wollten fair sein.

Und wir beherrschen Ihre Sprache

viel besser als Sie unsere.

Pater Cabral brachte nie

mehr als "arigataya" zustande.

In der Zeit, als er hier lebte, lehrte er,

aber er lernte nichts.

Er verspottete unsere Sprache, unser Essen

und unsere Gewohnheiten.

Ich bin nicht so. Ich bin nicht wie Cabral.

Wirklich?

Wir besitzen unsere eigene Religion, Padre.

Schade, haben Sie es nicht bemerkt.

- Unsere Ansichten sind einfach anders. - Stimmt.

Ihr glaubt, dass unsere Buddhas nur Menschen sind.

- Nur menschliche Wesen. - Auch ein Buddha stirbt.

Wie alle Menschen.

- Er ist nicht der Schöpfer. - Sie sind unwissend.

Padre, nur Christen glauben,

dass Buddhas nur Menschen sind.

Unser Buddha ist ein Wesen, zu dem wir werden können.

Etwas, das größer ist als wir selbst,

wenn wir unsere Illusionen überwinden können.

Aber ihr hängt an euren Illusionen...

und nennt sie Glaube.

Sie verstehen nicht. Folgt ein Mensch Gottes Geboten,

kann er friedlich und froh leben.

Doch, ich verstehe.

Padre, es ist ganz einfach.

"Korobu".

Kennen Sie dieses Wort?

"Korobu".

Es bedeutet zu Fall kommen.

Aufgeben.

Geben Sie Ihren Glauben auf. Schwören Sie ab,

wie Sie es nennen.

Tun Sie es.

Wenn Sie nicht abschwören,

werden die Gefangenen in der Grube gehängt,

bis Sie es tun.

Ihr Leben wird ausbluten, Tropfen für Tropfen.

Bei manchen dauert es Tage, bei anderen nicht.

Sie sterben.

Sie haben die Pater Porro und Cassola

in der Grube gefoltert. Kennen Sie sie?

Und einer hieß Pedro. Und natürlich Ferreira.

Ferreira?

Kannten Sie ihn?

- Ich habe von ihm gehört. - Zweifellos.

Er ist jetzt in ganz Japan bekannt.

Der Priester mit dem japanischen Namen

und der japanischen Frau.

- Das glaube ich nicht. - Sie können jeden fragen.

In Nagasaki zeigt man voller Bewunderung auf ihn.

Er wird jetzt sehr geachtet,

und genau deswegen ist er ursprünglich gekommen.

Ein hochmütiger Mann. Wie alle.

Aber letztendlich wird er abfallen.

Ich dachte, der Märtyrertod wäre meine Erlösung.

Bitte, Gott, lass es keine Schmach sein für mich.

Schau, wie groß er ist!

Der Herr ist mein Fels und mein Erretter.

Mein Gott ist meine Hilfe.

Das Blut, das unser unsterblicher König vergossen hat

zur Erlösung der Welt...

Warum folgst du mir?

Hör auf, mir zu folgen!

Ich danke Dir, Herr, für die friedvollen Tage hier.

Jesus lehrte mich, alle zu lieben.

Aber ich empfinde keine Liebe für jene,

die unsere Freunde zu Tode foltern.

Ich bin zornig. Ich kann sie nicht lieben.

Selbst die Wächter hast Du berührt, Herr.

Ich habe Schuldgefühle.

Ich frage mich, ob der ungebrochene Friede...

Er ist mein Schutz.

...der Beweis ist, dass mein Tod naht.

Dass ich nicht fallen werde.

Ich werde niemals fallen.

Ich sehe das Leben Deines Sohnes

klar vor mir, fast wie mein eigenes.

Und Sein Antlitz.

Es nimmt mir alle Ängste.

Seit meiner Kindheit ist mir das Antlitz vertraut.

Es spricht zu mir.

Ich bin mir sicher.

Er verspricht: "Ich lasse euch nicht im Stich."

Ich lasse euch nicht im Stich.

Ich lasse euch nicht im Stich.

Zieh die an.

"Jittoku."

Du solltest geehrt sein. Unsere Priester tragen die.

Pater Rodrigues?

Aus Portugal, richtig?

Entschuldigen Sie meine Sprache, Padre.

Ich beherrsche die Sprache nicht gut.

Aber der Fürst, der Gouverneur von Chikugo,

sorgt sich um Ihre

Bequemlichkeit.

Bequemlichkeit?

- Vielleicht Unbequemlichkeit. - Unbequemlichkeit, ja.

Der Grund, weshalb Sie hier sind.

Und wenn Sie sich unbehaglich fühlen,

sagen Sie es, bitte.

Ihre Reise war lang.

Und voller Gefahren.

Wir sind ergriffen von Ihrem unerschütterlichen Willen.

Wir wissen, wie groß Ihre Qualen waren.

Wir wollen nicht noch mehr hinzufügen.

Der Gedanke, dass wir dies tun könnten,

ist auch für uns schmerzlich.

Danke.

Die Glaubenslehre, die Sie mitbringen,

mag in Spanien und Portugal die wahre sein.

Wir haben sie genau studiert

und lange darüber nachgedacht,

und finden, dass sie keinen Nutzen bringt

und keinen Wert hat in Japan.

Wir kamen zum Schluss, dass sie eine Gefahr ist.

Wir glauben, wir brachten euch die Wahrheit.

Die Wahrheit gilt überall.

Sie trifft in allen Ländern zu allen Zeiten zu,

darum nennt man sie Wahrheit.

Wäre die richtige Lehre für Portugal

nicht die richtige Lehre für Japan,

könnten wir sie nicht als wahr bezeichnen.

Wie ich sehe, arbeiten Sie nicht mit den Händen.

Aber jeder weiß, dass ein Baum,

der in einer Erde blüht,

in einer anderen eingehen kann.

Dasselbe gilt für den Baum des Christentums.

Hier verwelken die Blätter.

Die Knospen sterben ab.

Das liegt nicht am Boden.

Es gab 300 000 Christen hier in Japan,

ehe der Boden...

Ja?

Vergiftet wurde.

Sie haben keine Antwort?

Warum auch?

Sie werden mich nicht umstimmen.

Und Sie werden Ihre Meinung auch nicht ändern.

Ihr wollt meinen Glauben testen? Fordert mich heraus.

Bringt mich zum Inquisitor.

Bringt mich zu Inoue-sama.

Warum lachen sie?

Ich habe nichts Lustiges gesagt.

Weil...

ich der Gouverneur von Chikugo bin.

Ich bin der Inquisitor.

Ich bin Inoue.

Wie lange müssen sie noch im Regen arbeiten?

Bis sie fertig sind.

Padre.

Hören Sie mich an.

Sie haben mich bedroht!

Aber ich habe ihr Geld nicht genommen!

Ich habe Sie nicht für Geld verraten.

Seien Sie vorsichtig mit ihm.

Vielleicht bezahlt Inoue-sama ihn,

uns zu überreden, aufs Bild zu treten.

Nein, hat er nicht!

Bitte, Padre, ich bitte um die Beichte.

Ich weiß, dass ich rieche.

Ich rieche nach Sünde.

Ich will wieder beichten,

damit mich der Herr reinwaschen kann.

Wozu bist du hergekommen?

Wegen des Sündenerlasses?

Weißt du überhaupt, was das ist?

Verstehen Sie, was ich gesagt habe?

Vor Jahren...

hätte ich als guter Kirishitan sterben können.

Damals gab es keine Verfolgung.

Warum bin ich jetzt geboren?

Das ist so unfair!

Es tut mir leid.

Glaubst du denn noch?

Segnen Sie mich, Padre,

denn ich habe gesündigt.

Es tut mir leid,

dass ich so schwach bin.

Es tut mir leid,

dass dies passiert ist.

Entschuldigen Sie,

was ich Ihnen angetan habe.

Helfen Sie mir, Padre,

die Sünde reinzuwaschen.

Ich werde versuchen, wieder stark zu sein.

Vater, wie konnte Jesus

ein so abstoßendes Wesen lieben?

An diesem Ort hier haust Bosheit.

Ich spüre ihre Stärke, sogar ihre Schönheit.

Aber dieser Mann hat nichts davon.

Er ist nicht so viel wert wie ein böser Mensch.

Gehe in Frieden.

Ich fühle...

Ich fürchte...

Jesus, verzeih mir.

Ich bin Deiner vielleicht nicht würdig.

Die Sache ist nur eine Formalität.

Nur drauftreten.

Ihr müsst es nicht aus Überzeugung tun.

Kurz darauf zu treten tut eurem Glauben keinen Abbruch.

Mir ist es einerlei.

Je schneller ihr fertig werdet,

desto schneller können wir aus der Sonne.

Berührt es nur leicht mit dem Fuß, wenn ihr wollt.

Macht es, wie ihr wollt,

dann seid ihr sofort frei.

Es ist bloß ein Bild.

Trete darauf.

Mach schon!

Der Nächste.

Und du?

Es ist sinnlos.

Mach schon!

Der Nächste.

Trete leicht darauf.

Dann bist du frei.

Na los.

Trete darauf.

Mach schon.

Der Nächste.

Nur ein Schritt.

Ihr wollt doch sicher frei sein.

Seid frei.

Trete darauf!

Bring sie zurück.

Lass den noch hier.

Danke, Herr, dass du mein Gebet erhört hast.

So ergeht es Christen.

Aber...

ich zeige euch, wie ihr dieses Los vermeiden könnt.

Bring ihn her.

Mach schon.

Setz den Fuß darauf.

Es ist doch ganz einfach!

Zugegeben, er hat Übung.

Aber schaut, wie einfach die Bewegung ist.

Einfacher als sich verneigen.

Oder etwa nicht?

Oder laufen.

Geh!

Verschwinde!

Seht ihr?

Er ist seiner Verpflichtung nachgekommen.

Das war's.

Es tut mir leid. Ich habe einige Tage

nichts von mir hören lassen, Padre.

Ich hatte auf Hirado zu tun.

Ich hoffe, Sie können Hirado auch mal besuchen.

Es ist bestimmt sehr schön.

Es gibt eine interessante Geschichte über

den "Daimyo", der dort herrschte.

Er hatte vier Konkubinen.

Vier.

Sie waren alle schön,

aber sie...

Entschuldigen Sie.

Vielleicht ist diese Geschichte

nichts für einen keuschen Priester.

Schon gut. Bitte fahren Sie fort.

Jedenfalls waren die Konkubinen des "Daimyo"

aufeinander eifersüchtig

und die Streitigkeiten nahmen kein Ende.

Schließlich verbannte der "Daimyo" sie

aus seinem Schloss

und dann kehrte wieder Ruhe ein in seinem Leben.

Meinen Sie, die Geschichte lehrt uns etwas?

Er war ein sehr weiser Mann.

Das freut mich. Das bedeutet, Sie verstehen,

dass der "Daimyo" wie Japan ist.

Und die Konkubinen sind Spanien,

Portugal,

Holland

und England.

Jede wollte den anderen überlegen sein

und zerstörte dabei das Haus!

Da Sie diesen Mann als klug bezeichnen,

werden Sie verstehen, was uns

zum Verbot des Christentums bewogen hat.

Nun,

unsere Kirche schreibt die Monogamie vor.

Eine Ehefrau.

Wie wäre es, wenn Japan unter

den vier Frauen eine rechtmäßige auswählte?

Sie meinen wohl Portugal.

Ich meine die Heilige Kirche.

Wäre es nicht am besten, wenn der Mann

auf eine ausländische Frau verzichtet

und stattdessen eine aus seinem Land wählt?

Die Nationalität ist nicht so wichtig in der Ehe.

Wichtig sind Liebe...

Liebe und...

Treue.

Liebe.

Es gibt Männer, die die tiefe Liebe

einer hässlichen Frau in Verlegenheit stürzt.

Das ist die Missionsarbeit also für Sie?

Eine hässliche Frau?

Ja.

Wie nennt man Frauen, die keine Kinder bekommen?

Unfruchtbar.

Eine unfruchtbare Frau ist nicht für die Ehe geeignet.

Wenn das Evangelium hier nicht gedeiht,

ist das nicht die Schuld der Kirche.

Es ist die Schuld derjenigen,

die Gläubige und ihren Glauben auseinander reißen

wie einen Mann und seine Frau.

Sie meinen,

mich?

Ihr Missionare scheint Japan nicht richtig zu kennen.

Und Sie, ehrenwerter Inquisitor,

scheinen das Christentum nicht zu kennen.

Für manche

ist Ihre Religion ein Fluch.

Für mich nicht.

Ich sehe das...

anders.

Aber trotzdem

ist sie gefährlich.

Denken Sie bitte nach über die tiefe Liebe

einer hässlichen Frau und dass eine unfruchtbare Frau

nicht geeignet ist für die Ehe.

Helfen Sie mir, Padre!

Wo bringt ihr sie hin?

Wo bringt ihr sie hin?

Sie reisen heute.

Setz dich.

Ich glaube, es ist besser für dich.

Bitte.

Padre...

Wie fühlen Sie sich heute?

Die frische Luft ist sicher angenehm.

Sie sind zwar in unserem neusten Gefängnis.

Im alten Gefängnis machten die Padres viel mit.

- Regen, Wind. Es war schlimm. - Entschuldigung.

Wann wird Inoue-sama hier sein?

Er kommt heute nicht.

Vermissen Sie ihn?

Er behandelt mich freundlich.

3 Mahlzeiten am Tag,

damit mein Körper meine Besinnung hintergeht.

Aber genau das wollt ihr, oder?

- Darauf wartet ihr doch. - Überhaupt nicht.

Aber wir erwarten heute jemanden.

Inoue-sama will, dass Sie ihn treffen.

Er wird jeden Moment hier sein.

Er ist ebenfalls Portugiese.

Ihr werdet viel zu besprechen haben.

Ferreira.

Haben Sie ihn erwartet?

Haben Sie ihn erwartet?

Ich will mit ihm sprechen.

Keine Eile.

Es ist noch früh. Es bleibt genug Zeit.

Und,

weiß er, dass ich hier bin?

Das darf ich nicht sagen.

Ich darf nicht über Angelegenheiten

des Inquisitors sprechen.

Aber ich kann Ihnen sagen,

er weiß, dass Sie am Leben sind.

Wir haben ihm gesagt, Sie hätten abgeschworen.

Und, wissen Sie, wozu diese Matten sind?

Nein.

Schauen Sie. Der Wächter...

Was sagt er wohl zu Pater Garupe?

Vielleicht dies:

"Wenn du ein echter Christ bist, schwörst du ab

und lässt sie nicht sterben."

Der Inquisitor hat versprochen,

wenn Pater Garupe abschwört,

werden die vier freigelassen.

Ich hoffe, Pater Garupe sieht das auch so.

Ich muss Ihnen sagen,

diese Christen sind aufs Bild getreten

und haben abgeschworen im Büro des Inquisitors.

Aber wenn sie's getan haben,

lasst sie frei. Sie haben getan,

was ihr wollt, also lasst sie gehen! Bitte!

Bitte, bitte lasst sie gehen!

Wir wollen sie nicht. Vier Bauern!

Es gibt noch hunderte von Christen

auf den Inseln vor der Küste.

Wir wollen, dass der Pater abschwört

und ihnen ein Vorbild ist.

Nehmt mich!

Schwöre ab. Schwöre ab.

Ihretwillen, Herr. Überlass das nicht uns!

Nehmt mich stattdessen!

Eine schreckliche Sache.

Schrecklich!

Egal, wie oft man es mitansieht.

Habt ihr daran gedacht,

welches Unheil ihr über diese Leute bringt

wegen eures selbstsüchtigen Traums

eines christlichen Japans.

Euer "Deus" bestraft Japan durch euch!

Garupe war wenigstens mutig.

Aber du!

Du hast keinen Willen!

Du bist den Namen Priester nicht wert.

Mein Gott! Mein Gott, warum hast Du mich verlassen?

Er war Dein Sohn.

Die Worte Deines Sohnes am Kreuz.

Sogar bei ihm hast Du geschwiegen.

Du hast geschwiegen. Kalt. Still.

Grotesk. Grotesk.

Albern.

Er wird nicht antworten.

Er wird nicht antworten!

Soll ich dich reinlassen?

Zu gegebener Zeit.

Komm, Padre.

Unsere Priester mögen eure Priester nicht. Aber

du wirst hier trotzdem Vieles wertvoll finden.

Was ist denn, Padre?

Sind es die Räucherstäbchen?

Der Geruch von Fleisch?

Hast du Fleisch gegessen, seit du in Japan bist?

Ich mag den Geruch gar nicht.

Hast du es erraten?

Hast du erraten, wer kommt?

Inoue-sama hat dies befohlen.

Und...

der andere hat es gewünscht.

Der andere?

"Vater unser im Himmel, geheiligt werde Dein Name..."

Denken Sie an die Seelen, die Sie retten können,

Padre Ferreira.

Pater Ferreira.

Ich hatte es aufgegeben.

Es ist lange her.

Bitte sagen Sie etwas.

Was...

kann ich bei einer solchen Gelegenheit sagen?

Wenn Sie Mitleid mit mir haben, sagen Sie etwas!

Wohnen Sie...

Wohnen Sie schon lange hier?

Es wird ungefähr ein Jahr sein.

- Wo sind wir hier? - In einem Tempel.

Ich studiere hier.

Ich bin in einer Art Gefängnis

irgendwo in Nagasaki. Ich weiß nicht genau wo.

Aber ich.

Sie waren mein Lehrer.

Sie waren mein Beichtvater.

- Und mein Lehrer. - Ich bin noch derselbe.

Tun Sie etwas ganz Einfaches.

Sagen Sie mir, Padre...

Sagen Sie mir, dass Sie zustimmen.

Habe ich...

Wirke ich wirklich so anders?

Herr Sawano verbringt seine Tage mit Schreiben,

über Astronomie.

Auf Anweisung von Inoue-sama. Es gibt...

hier viel Wissen.

Aber in Medizin und Astronomie

fehlen noch Kenntnisse. Ich helfe ihnen gern.

Es bietet Erfüllung,

diesem Land endlich nützen zu können.

Sind Sie glücklich, Pater?

Ich habe es gesagt.

Erzählen Sie von Ihrem anderen Buch.

Es heißt "Kengiroku".

Es deckt die Irrtümer der Christen auf

und widerlegt die Lehre von Deus.

Verstehst du den Titel?

Sagen Sie es ihm.

Es bedeutet:

"Die Enthüllung einer Fälschung"

und ist eine blumigere Lektüre.

Seine Lordschaft, der Inquisitor

hat es gelobt. Er sagt, es sei gut gemacht.

- Es ist die Wahrheit. - Ihr benutzt sie wie Gift.

Das sagt ein Priester? Komisch.

Das ist grausam.

Grausam.

Keine Folter ist so grausam

wie einem Mann die Seele so zu verdrehen.

Ich glaube, du sprichst von dir,

nicht von Sawano Chuan.

- Von wem? - Von ihm.

Er heißt nur für dich Ferreira.

Er heißt jetzt Sawano Chuan.

Ein Mann, der Frieden gefunden hat.

Lass dich von ihm führen auf seinem Weg.

Dem Weg des Erbarmens.

Das bedeutet die Aufgabe des eigenen Ichs.

Niemand sollte sich in den Geist anderer einmischen.

Der Buddhismus steht im Dienste der anderen.

Und euer Glaube auch.

Darin sind sich die beiden Religionen gleich.

Es ist unnütz, sich gegenseitig umstimmen zu wollen,

wenn es so viel zu teilen gibt.

Geh.

Ich soll dir sagen, du sollst den Glauben aufgeben.

Das hier...

Das ist von der Grube.

Man hängt gefesselt,

kann sich also nicht bewegen, mit dem Kopf nach unten.

Dann machen sie einen Einschnitt.

Man spürt das Blut herabtropfen,

Tropfen für Tropfen,

damit es nicht in den Kopf fließt

und man nicht sofort stirbt.

Treten Sie auf Ihren Jesus.

Du bist der letzte Priester hier, Padre.

Inoue-sama würde sich sicher freuen,

die Grubenfolter zu beenden.

Er ist pragmatisch, Padre,

nicht grausam.

Ich habe 15 Jahre...

in diesem Land gearbeitet. Ich kenne es besser als du.

Unsere Religion schlägt in diesem Land keine Wurzeln.

- Die Wurzeln sind abgeschnitten worden. - Nein!

Dieses Land ist ein Sumpf. Hier wächst nichts.

Die Wurzeln jedes Setzlings verfaulen.

Es gab eine Zeit, in der das Christentum blühte.

- Wann? - Wann?

Als Sie herkamen,

Pater.

Als Sie hierher kamen. Ehe Sie wurden wie...

Wie wer? Wie sie?

Rodrigues, hör zu.

Die Japaner glaubten nur

an ein Trugbild unseres Evangeliums.

Sie glaubten gar nicht daran. Niemals.

Wie können Sie das sagen? Von der Zeit

des heiligen Franziskus Xavier bis zu Ihrer

gab es hier hunderttausende von Bekehrten!

Bekehrte, ja!

Franziskus Xavier wollte den Japanern

von Gottes Sohn erzählen.

Aber erst musste er fragen, wie sie Gott bezeichnen.

"Dainichi",

wurde ihm gesagt.

Willst du ihren "Dainichi" sehen?

Siehe da!

Das ist...

Gottes Sonne.

Gottes eingeborene Sonne.

In der Heiligen Schrift auferstand Jesus am 3. Tag.

In Japan...

geht Gottes Sonne täglich auf.

Die Japaner können sich kein Wesen vorstellen,

das über die Natur hinausgeht.

Für sie übersteigt keine Existenz die des Menschen.

Sie können unsere Vorstellung

des christlichen Gottes nicht begreifen.

Das ist nicht wahr. Sie verehren Gott.

Gott! Unseren Herrn.

Sie loben Deus' Namen!

Ein Begriff für einen Gott, den sie nie kannten.

- Ich habe sie sterben sehen! - Ich auch.

Für Deus!

Sie brannten vor Glauben!

Deine Märtyrer mögen gebrannt haben,

aber nicht vor christlichem Glauben.

Ich sah sie sterben. Sie sind nicht umsonst gestorben.

Sind sie nicht.

Sie sterben für dich, Rodrigues.

Wie viele haben Sie gerettet,

als Sie auf das Antlitz unseres Herrn traten?

Wie viele, außer sich selbst?

Ich weiß es nicht.

Weniger Menschen, als du helfen kannst.

Das sind Ausflüchte für Ihre Schwäche.

Möge Gott Ihnen gnädig sein.

Welcher Gott? Welcher?

Wir sagen...

Entschuldige. Du bist der Sprache nicht mächtig, oder?

Es gibt hier ein Sprichwort:

Berge und Flüsse können versetzt werden.

Die menschliche Natur jedoch ist unveränderlich.

Es ist sehr weise, wie so Vieles hier.

Wir finden unser ursprüngliches Wesen in Japan,

Rodrigues.

Vielleicht ist das gemeint mit "Gott finden".

Sie sind eine Schmach.

Sie sind eine Schmach, Pater.

Ich kann...

Ich kann Sie nicht mehr so nennen.

Gut.

Ich habe jetzt einen japanischen Namen.

Und eine Ehefrau.

Und Kinder.

Ich habe sie von einem hingerichteten Mann geerbt.

Wie fühlst du dich?

Er hat dir den Weg des Erbarmens gezeigt.

Ich hoffe, du wirst ihm folgen.

Warum hängt ihr mich nicht in die Grube?

Der Inquisitor will dich sehen.

Ihretwegen bist du gekommen, aber sie hassen dich.

Je mehr du mich kränkst, desto größer wird mein Mut!

Du wirst ihn brauchen heute Nacht.

Du bist ein guter Mann, Padre.

Du kannst Leiden nicht ertragen.

Weder deines noch das anderer.

Inoue-sama sagt, du wirst heute abschwören.

Er hatte recht mit Ferreira...

Auch bei dir wird er recht haben.

Gott, hilf mir.

Jesus, hilf mir.

Im Martyrium hast Du gesagt:

"Meine Seele

ist betrübt bis an den Tod."

Ich würde für Dich bluten.

Ich würde für Dich sterben, wenn ich Dich kennen würde.

Bist Du bei mir?

Padre.

Vergeben Sie mir!

Padre!

Nehmen Sie mir die Beichte ab!

Vergeben Sie mir, Padre!

Aufhören! Aufhören! Aufhören!

Schluss mit dem Lärm!

Aufhören! So helft ihm doch!

- Was brauchst du? - Nicht ich.

Dort unten. Ein Mann erleidet Qualen.

Der Wächter schläft fest und schnarcht wie ein Hund!

Du glaubst, das ist der Wächter?

Unglaublich.

Sawano, sagen Sie ihm, was das ist.

Das ist nicht der Wächter und es ist kein Schnarchen.

Das sind Christen. Fünf, um genau zu sein.

Sie hängen in der Grube.

Hast du die Worte auf der Wand gefunden?

"Laudate eum."

"Lobet ihn."

Ich habe sie eingeritzt, als ich in dieser Zelle war,

genau wie du.

Schweigen Sie! Sie haben nicht

das Recht, mit mir zu sprechen.

Doch, das habe ich. Denn du bist genau wie ich.

Du siehst Jesus' Martyrium und glaubst,

deine Pein sei dieselbe wie Seine.

Die 5 in der Grube leiden auch, genau wie Jesus.

Aber sie sind nicht stolz.

Sie würden sich nie mit Jesus vergleichen.

Hast du das Recht, sie Qualen auszusetzen?

Auch ich hörte ihr Stöhnen in dieser Zelle.

Und unternahm etwas.

Das sind Ausflüchte! Das ist der Geist der Finsternis!

Was würdest du für sie tun?

Beten?

Und was bringt das? Nur noch mehr Qualen.

Nur du kannst ihre Qualen beenden. Nicht Gott!

Gehen Sie weg!

Ich habe auch gebetet, Rodrigues.

Aber das hilft nicht.

Nur zu.

Bete.

Aber bete mit offenen Augen.

Du kannst sie retten.

Sie rufen nach Hilfe wie du Gott anrufst.

Er schweigt. Aber das musst du nicht.

Sie sollten abschwören.

Schwört ab!

Gott, steh mir bei! Schwört ab! "Korobu!"

Aber sie haben abgeschworen.

Mehrmals.

Sie sind wegen dir hier, Rodrigues.

Sie werden nur gerettet, wenn du abschwörst.

Ein Priester sollte Christus nachahmen.

Wenn Christus hier wäre...

Wäre Er hier, hätte Er etwas unternommen.

Er hätte für sie abgeschworen.

Nein, Christus ist hier. Ich höre Ihn nur nicht.

Zeige Gott deine Liebe.

Rette die Menschen, die Er liebt.

Es gibt etwas,

das wichtiger ist als das Urteil der Kirche.

Du wirst jetzt

das Schmerzvollste tun, das je aus Liebe getan wurde.

Es ist nur eine Formsache.

Nur eine Formsache.

Komm ruhig.

Es ist alles gut.

Tritt auf mich.

Ich verstehe deinen Schmerz.

Ich wurde in diese Welt geboren,

um eure Schmerzen zu teilen.

Darum nahm ich dieses Kreuz auf die Schultern.

Dein Leben ist jetzt mit Mir.

Tritt darauf.

Abgefallener Paulus!

Abgefallener Paulus!

Es war im Jahre 1641

auf meiner ersten Reise nach Japan,

als ich, Dieter Albrecht,

auf die höchst außergewöhnliche Geschichte

in diesen Seiten stieß.

Christlich.

Nicht christlich.

Als Arzt einer großen holländischen Handelsfirma

kam ich weit herum.

Christlich.

Keines der Wunder, die ich hier erzählt habe,

wurde so oft kommentiert

wie die sonderbare Sache...

Nicht christlich.

...der abgefallenen Priester.

Christlich.

Ich kam dem Rätsel

dieses Landes näher als

alle europäischen Geschichtsschreiber...

Nicht christlich.

...und erfuhr mehr über das Leben

der verlorenen Priester.

Der Inquisitor Inoue durchsuchte Häuser

auf der Suche nach Gegenständen

mit versteckten christlichen Darstellungen.

Christlich.

Die beiden Priester mussten diese Dinge untersuchen

und ihre Verwendung überprüfen.

Ich habe sie gelegentlich

selbst dabei beobachtet.

Die Holländer durften als einzige Europäer

in Japan Handel treiben.

Alle Schiffe wurden durchsucht,

damit niemand religiöse Objekte einschleuste.

Nichts mit einem Kreuz darauf,

einem Heiligen oder einem Rosenkranz, war erlaubt.

Trotz aller Bemühungen

wurde dennoch einiges reingeschmuggelt.

Christlich.

Dann wurde es für die Japaner so qualvoll,

als wäre Blut vergossen worden.

Uns hat man gelehrt,

diejenigen zu lieben, die uns verhöhnen.

Ich empfinde nichts für sie.

Nur unser Herr kann über dein Herz urteilen.

Sie sagten "unser Herr".

Das bezweifle ich.

Als Sawano Chuan starb,

übernahm der andere Priester seine Aufgaben

und erfüllte sie hervorragend.

Mittlerweile stellte ich fest,

dass er die Sprache ganz gut beherrschte

und seine Situation akzeptiert zu haben schien.

Ich habe gute Neuigkeiten.

In Edo ist ein Mann gestorben.

Okada San'emon.

Sie werden seinen Namen annehmen, genau so.

Er hatte einen Haushalt

und eine Ehefrau und einen Sohn.

Sie können sie heiraten.

Ein Mann arbeitet besser, wenn er nicht allein ist.

Sie sollten wissen, dass auf den Inseln

Ikitsuki und Goto...

Dort leben noch viele Bauern,

die sich als "Kirishitan" bezeichnen.

Gefällt Ihnen das?

Sie können weiterhin als "Kirishitan" leben.

Das mag Ihnen Genugtuung geben,

denn die Wurzeln sind abgeschnitten.

Nichts wächst in einem Sumpf.

Ein solches Land ist Japan.

Die Religion, die ihr uns gebracht habt,

hat sich seltsam entwickelt. Sie hat sich verändert.

Sie sind nicht von mir besiegt worden.

Sie sind von dem Sumpf namens Japan besiegt worden.

Seien Sie willkommen.

Okada San'emon

lebte in Edo

bis zu seinem Tod.

Etwa 10 Jahre später

durfte ich Edo besuchen.

Die Japaner tratschten offen über Okada San'emon.

Der Inquisitor verlangte wiederholt von ihm,

dass er abschwöre.

Und man sagt,

der abgefallene Priester habe dies rasch

und heftig getan.

Ich hörte, der Inquisitor

habe seine Männer geschickt.

Gab es Ärger?

Nein, nein...

Sie wollten nur, dass ich die "Korobi shomon",

meine letzte eidliche Verzichtserklärung schreibe.

Danke.

Sie haben nichts zu danken.

Dafür, dass du bei mir bist.

Padre...

Nein.

Ich bin...

keiner mehr.

Ich bin ein abgefallener Priester.

Aber Sie sind der letzte Priester hier.

Sie können meine Beichte anhören.

Nein, ich kann nicht.

Nein, ich kann nicht!

Ich leide unter meinen Taten.

Ich habe Sie verraten.

Ich habe meine Familie verraten.

Ich habe unseren Herrn verraten.

Bitte,

nehmen Sie meine Beichte ab.

Padre...

O Herr,

ich zürnte Dir, weil Du schwiegst.

Ich habe mit euch gelitten.

Ich habe nicht geschwiegen.

Ich weiß.

Aber selbst...

wenn Gott mein Leben lang geschwiegen hätte...

bis zum heutigen Tag,

erzählt alles, was ich tue und getan habe,

von Ihm.

Im Schweigen habe ich Deine Stimme gehört.

Der Inquisitor

bestand weiterhin auf regelmäßigen Kontrollen

aller mutmaßlichen Christen.

Okada San'emon war davon nicht ausgenommen.

Inoue wollte unbedingt, dass sein Exempel

nie vergessen würde. Vielleicht insbesondere

vom Priester selbst.

Im Jahre 1667

wurde in einem Amulett ein religiöses Bild gefunden,

das einem Diener namens Kijichiro gehörte.

Der Diener sagte, er habe es beim Glücksspiel gewonnen

und nie hineingeschaut.

Das Amulett könne unmöglich

von Okada San'emon sein,

da dieser ständig bewacht werde.

Der Diener Kijichiro...

wurde abgeführt.

Danach wurde Okada San'emon selbst

genau überwacht.

Bei meiner letzten Reise im Jahre 1682

fragte ich nach ihm.

Die Japaner gaben bereitwillig Auskunft.

Der letzte Priester hatte

den christlichen Gott nie anerkannt.

Weder mit Worten noch symbolisch.

Er sprach nie von Ihm

und betete nie,

nicht einmal auf seinem Sterbebett.

Er hatte mit seinem Glauben

längst abgeschlossen.

Drei Wächter bewachten seinen Sarg,

bis er weggebracht wurde,

nur um sicherzugehen.

Nur seine Frau durfte den Leichnam kurz sehen

und ein einfaches "Mamori Gatana" hineinlegen,

um böse Geister zu vertreiben.

Sie schien keine Tränen zu vergießen.

Der Leichnam wurde

buddhistisch begraben.

Und er erhielt einen posthumen buddhistischen Namen.

Der Mann, der einst Rodrigues war,

endete so, wie sie es wollten

und wie ich ihn kennengelernt hatte:

als Gottverlorener.

Aber darüber

kann gewiss

nur Gott urteilen.

Für die japanischen Christen und ihre Pastoren

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