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Original subtitles

*Tanzmusik*

*Dramatische Musik*

*Sanfte Musik*

Er ist wieder da. - Wer denn?

Dieser Doktor! - Betrunken?

Nat�rlich! Ist er doch immer.

Das ist eine Schande f�r's ganze Haus.

Guten Abend, Herr Doktor.

*Stra�enverkehr*

Entschuldigung, dass ich so sp�t komme, aber ich bin verzweifelt.

Ich habe den B�gel meiner Brille zerbrochen.

K�nnen Sie das heute Abend noch l�ten?

L�ten kann man das �berhaupt nicht.

Aber ich will mal sehen ...

Ich werde wohl ein passendes Gestell finden.

(Kundin): Was ist? - Ach nichts ...

Ich brauche die Brille morgen im B�ro. Es ist meine einzige.

Ja, dann muss die Brille eben bis morgen fr�h fertig sein.

(Kundin): Aber ich muss um sieben Uhr gehen. Da haben Sie noch zu.

Dann klopfen Sie nur morgen fr�h an die T�r

und holen sich Ihre Brille ab, sie wird dann ...

Vielen Dank, lieber Meister! Guten Abend!

Es ist so sch�n, dass Sie leben!

Psst!

Herr Timm, Herr Timm!

Sie k�nnen einen aber erschrecken!

Was stehen Sie da im Dunkeln?

Wissen Sie, wer da ist?

Fr�ulein Wallner!

Ihr geh�rt das Atelier, in dem der Doktor wohnt.

Keine Ahnung! - Kommen Sie mal her.

Sehen Sie mal ...

Das da, das ist sie!

Finden Sie das interessant? Ich kenne die Dame nicht.

Aber Herr Timm, ich habe Ihnen doch erz�hlt ...

... das ist doch die, die man im Juni 1942 abgeholt hat.

Denken Sie nur, die Arme hat im Konzentrationslager gesessen.

Wegen des Vaters, den hatten sie ja schon vorher abgeholt ...

Ich hatte Angst vor der Freiheit,

Angst vor den Menschen

und Angst vor dem Wiedersehen mit unserer Stadt.

Jetzt sitze ich wieder hier - so wie damals.

Sie arbeiten, als w�re nichts geschehen in all den Jahren.

Es ist wie ein ...

Ich kann es noch gar nicht fassen.

Ja, es ist ein Gl�ck.

Gl�ck?

Ja, das ist das einzige, was ich aus dem Keller

zwischen Schutt und Tr�mmern gerettet habe.

Man hat mich immer ausgelacht, dass ich nichts wegwerfen konnte,

und jetzt ist dieser Kram

der Anfang zu einem neuen Leben. Ja.

Es ist schwer ...

Es ist schwer zu vergessen!

Nein, es ist leicht, Fr�ulein Susanne,

wenn man ein Ziel hat, um das es sich lohnt.

Ja, arbeiten ...

... leben!

Endlich einmal leben!

Sie gehen jetzt hinauf in Ihre Wohnung? Ja.

Ich m�chte Sie da auf etwas vorbereiten ...

In Ihrer Wohnung ist n�mlich ein ...

... ein Mann, der ... Ein Mann? Ja.

Was f�r ein Mann?

*Es klopft an der T�r*

*Erneutes Klopfen*

Sie w�nschen? Ich hab hier mal gewohnt ...

Das ist ja interessant! Ich bin Susanne Wallner.

Ja - und?

Ich bin die Besitzerin dieser Wohnung.

Nein, sind Sie nicht.

Der Besitzer der Wohnung bin ich.

Das ist doch meine Wohnung. Ich bin die Eigent�merin.

Eigent�mer ist der Hauswirt.

Sie sind bestenfalls die Mieterin ...

... gewesen.

Und was wollen Sie? Ich ...

Ich m�chte hier wieder wohnen! Ausgeschlossen!

Hier wohne ich.

Aber ich bitte Sie, ich habe doch ein Recht ...

Ich habe doch einen Vertrag, einen g�ltigen Mietsvertrag.

So, Sie haben einen...

... ja ...

Kommen Sie mal mit!

Sehen Sie mal da hinaus!

Alle, die da gewohnt haben, hatten g�ltige Mietsvertr�ge.

Na, und Sie?

Wo waren Sie, als die H�user dort zusammenst�rzten

und die Menschen in den Kellern zum Teufel gingen?

Wo waren Sie, als hier die H�lle los war

und die Bewohner ihre Toten verscharrten, wo sie sie fanden?

Gehen Sie durch die Ruinen,

da finden Sie ihre Gr�ber noch.

Sehen Sie,

die haben alle einen ...

... g�ltigen Mietsvertrag -

einen endg�ltigen.

Und Sie?

Wo waren Sie in dieser Zeit?

Auf dem Lande, im Gebirge, was?

In Sicherheit!

Ja,

ich war in Sicherheit -

wenn Sie es so nennen wollen ...

Sieht es da dr�ben auch so aus, im Nebenzimmer?

Der Unterschied ist nicht gro�.

Bitte bringen Sie mir doch meinen Koffer.

Ich werde hier wohnen, bis Sie etwas Passendes gefunden haben.

Es wird ja wohl ein paar Tage dauern.

Das wird sehr viel l�nger dauern.

Ich denke nicht daran, auszuziehen.

Ich danke Ihnen.

Ich hoffe, wir werden uns vertragen.

Was machen Sie denn? Packen Sie?

Das sehen Sie ja.

Aber ich sagte Ihnen doch, dass es mich nicht st�rt ...

... wenn wir ein paar Tage zusammen wohnen.

Aber mich st�rt es! Verstehen Sie das doch endlich!

Verzeihen Sie, ich kann nicht ...

Ich bin nicht in der Lage, mit jemand eine Wohnung zu teilen.

Haben Sie denn �berhaupt eine M�glichkeit

heute Abend da irgendwo unterzukommen?

Zu g�tig Ihre Sorge, mein Fr�ulein,

aber in dieser Stadt stehen einem Mann wie mir

fast alle H�user offen -

auch ohne Mietsvertrag.

Es kommt blo� auf den Komfort an, den man verlangt.

Au�erdem ist das ja auch alles ganz gleichg�ltig.

Ich wollte Sie ja nicht vertreiben,

bitte ...

...bitte bleiben Sie noch bis...

Ich geh noch weg.

(Daisy): Doktor, gut, dass Sie da sind.

Wo ist der Fotoapparat?

Ich habe n�mlich schon 'nen K�ufer!

Ich habe aber keinen Fotoapparat.

Sie haben doch gesagt, dass Sie ihn heute mitbringen wollten.

Das ist mehr als gemein von Ihnen.

Glaube mir, mein Engel,

es w�re noch gemeiner gewesen,

wenn ich den Fotoapparat mitgebracht h�tte.

Es kommt immer auf den Standpunkt an.

Ihr Standpunkt scheint recht schwankend zu sein.

Der Mann wollte Zigaretten daf�r geben und Schnaps.

*singt* O alte Burschenherrlichkeit,

Prost!

Lasst euch eine billige Weisheit mit auf den Lebensweg geben.

Nur im M�rchen

hat man die Wahl zwischen gut und b�se.

Uns bleibt immer nur die Wahl zwischen der gr��eren

und der kleineren Gemeinheit.

(Sonja): Du solltest nicht so viel trinken!

Schach! Nanu, du spielst Schach?

*Musik wird dramatisch*

Sieht es nicht aus wie auf einem Schlachtfeld?

Ich w�rde diesen Zug zur�cknehmen.

Warum?

Du verlierst dadurch zwei Bauern.

Aber ich rette den K�nig!

Hut ab vor deinem monarchistischen Herzen!

Komm, lass, du bist betrunken. Das ist doch nur ein Spiel.

Das sind Figuren aus Holz ...

Holz, Elfenbein oder Knochen.

Dem Tode ist es.

Der Geist der ewigen Reaktion.

Das Feldgeschrei hei�t:

Rettet den K�nig!

Die Bauern k�nnen zum Teufel gehen,

wenn nur der K�nig in Sicherheit ist.

Ich hasse dieses Spiel!

Ich m�sste dir jetzt eine langen,

aber wegen deines Zustands ...

(Daisy): Es ist doch nur ein Spiel!

Ein harmloses Spiel.

Vom harmlosen Spiel mit Bleisoldaten

f�hrt ein kurzer gef�hrlicher Weg

�ber das harmlose Luftdruckgewehr

zum harmlosen Kleinkalibersport.

Und von da ...

... direkt ins Massengrab.

*Wiener Walzer*

*T�rglocke l�utet*

Morgen!

Morgen!

Sie waren die Nacht wieder mal unterwegs,

Herr Doktor Mertens?

Muss denn das um sechs Uhr fr�h sein?

Sie sollten sich lieber ausschlafen!

Nein,

der Tag ist zu kurz,

und ich wei� ja nicht, ob ich noch viel Zeit habe.

Das wei� niemand, Mondschein.

Und darauf kommt's auch nicht mehr an. Doch, doch,

f�r mich schon.

Ich habe noch so viel zu arbeiten.

Ich bewundere Ihren Kinderglauben!

Wenn er lebt,

wird er kommen!

Und das Haus wird f�r ihn bereitet sein ...

... und sein Vater wird ihn erwarten.

Das Haus! Das Haus!

Risse in den W�nden,

L�cher in den Dielen,

Bretter vor den Fenstern

und das Wasser l�uft bis in die Parterre-Wohnung.

Woher wissen Sie eigentlich,

dass er nicht ein reicher Mann ist,

der sein eigenes Haus hat.

Ein eigenes gro�es sch�nes Haus

mit blanken Fensterscheiben

und mit Blumen

im Garten vor der T�r?

Dann will ich gern umsonst gearbeitet haben,

aber auch dann wird er kommen!

Vielleicht hat er seinen Vater l�ngst vergessen,

vielleicht h�lt er ihn auch f�r tot.

Es ist ja auch ein Wunder, dass Sie noch leben!

Dann wird er kommen, um mein Grab zu suchen.

Sie sind ein armer Mensch, Doktor Mertens.

Das sind wir alle, mein Lieber.

W�ren Sie vielleicht so freundlich,

Ihre hausfraulichen Passionen auf Ihr Zimmer zu beschr�nken?

Wenn es mir notwendig erscheinen sollte,

die b�rgerliche Ordnung wieder aufzurichten,

werde ich es selber tun!

Wie k�nnen Sie sich in dieser Unordnung wohlf�hlen?

Ich sagte nie, dass ich mich hier wohlf�hle.

Da Sie sowieso nie hier schlafen,

wird es Ihnen egal sein, wo Ihr Bett vergeblich auf Sie wartet.

Da haben Sie recht.

Ich m�chte Ihnen vorschlagen, dass wir unsere Zimmer tauschen.

Ich brauche diesen Raum zum arbeiten.

Haben Sie das hier gemacht? Ja, sind nur so Entw�rfe.

Rettet die Kinder!

Bravo, rettet sie ...

damit sie sich sp�ter bei ihren Eltern bedanken k�nnen

f�r das herrliche Leben. Sie sollten sich sch�men!

Wollen Sie das Zeug jetzt runterbringen?

Ja, nat�rlich. Lassen Sie mal,

ich gehe sowieso gleich wieder weg. Ich nehm's dann mit.

Wo gehen Sie eigentlich immer hin?

Spazieren.

Man hat ja jetzt so viel Platz auf den Stra�en.

Und an Arbeit denken Sie nie?

Doch, manchmal denke ich daran.

Das gen�gt Ihnen?

Ja,

das gen�gt mir.

Was haben Sie denn f�r einen Beruf?

Facharzt f�r Chirurgie.

Was? Sie sind Mediziner?

Na, sehr geistreich ist Ihre Frage nicht.

Wenn ich Chirurg bin, werde ich wohl Mediziner sein!

Aber ich bin ein ganz besonderer Chirurg.

Einer, der kein Blut sehen kann.

Einer, der das Weinen und St�hnen

seiner gequ�lten Mitmenschen nicht mehr h�ren will,

und einer, der wei�, dass es sich nicht lohnt,

diese Menschheit zu kurieren.

Sehen Sie,

jetzt haben Sie ein ganz ernstes Gesicht.

Merkw�rdig,

wenn ich mit jemand rede, verlernt er sofort das L�cheln.

Dabei kann ich doch so lustig sein.

Juchhu!

Mahlzeit.

*Traurige Orchestermusik*

Hallo!

Ein seltener -

ich m�chte fast sagen: ein seltsamer Gast!

(Mondschein): Ja, ich komme ...

hoffentlich st�re ich Sie nicht?

St�ren? Nein, meine Zeit ist aber knapp,

es ist jetzt Hochkonjunktur. Aber bitte, treten Sie n�her!

(Timm): Ja, die Menschen wurden in ihrer Lebensf�hrung unsicher.

Viele Fragen tauchen auf, aber wer soll sie beantworten?

Wer kann sie beantworten?

Und dann erinnert man sich pl�tzlich - sto�en Sie sich nicht!

Im Flur brennt noch kein Licht.

Gestatten Sie, dass ich vorangehe ...

Was wollte ich sagen ... Dass es geheimnisvolle ...

... geheimnisvolle Zusammenh�nge gibt ...

und dass folglich sein Schicksal,

sein ganzer Lebensweg

abh�ngig ist vom gro�en Geschehen im Kosmos.

(Mondschein): Ist das so?

Mein lieber Herr Mondschein,

ja,

das ist so.

*Musik*

Und dann komme ich, geliebter Vater, zur�ck,

sobald es m�glich ist,

das verspreche ich dir.

Der liebe Gott sch�tze dich

und sei mit dir in dieser schweren Zeit.

In Liebe, dein Sohn.

Das ist das letzte Lebenszeichen,

das ich von ihm bekommen habe.

(Timm): Na, allzu lange wird es ja auch nicht mehr dauern.

(Mondschein): Darf es auch nicht!

(Timm): Darf es nicht? Wieso?

Ich glaube, ich habe nicht mehr Zeit.

Aber ...

Tja,

wissen Sie,

wenn ich Hellseher w�re ...

... man schreibt mir ja solche F�higkeiten zu ...

... und ich habe ja auch schon manchem ...

Aber bitte, Herr Timm, was kostet das?

Psst, geben Sie mal den Brief her. Bitte, geben Sie her.

Ich sehe ...

... eine Br�cke.

Ja.

Eine gro�e Br�cke,

die die Kontinente miteinander verbindet.

Viele Menschen ...

... gehen auf dieser Br�cke.

Die einen kommen ...

... von weit her.

Die andern gehen ...

Am Ufer

stehen auch Menschen

und warten ...

... und sehen die Kommenden an.

Jetzt!

Jetzt sehe ich Sie, Herr Mondschein. - Mich?

Sie erkennen einander, wissen Sie - ankommend ...

Sie gehen aufeinander zu ...

Er winkt.

Das ist mein Sohn!

Jetzt ist es nat�rlich aus.

Sie h�tten mich nicht unterbrechen sollen.

Das macht doch nichts. - Wieso?

Herr Timm, ich wei� doch jetzt, was ich wissen wollte.

Ich hab's ja schon immer gewusst.

Ich danke Ihnen, Herr Timm. Ich danke Ihnen.

Was bin ich schuldig, Herr Timm?

F�r Sie, Herr Mondschein... - Nein, ich m�chte bezahlen.

Ich m�chte gern bezahlen. - Geben Sie zehn Mark. Danke!

Danke sehr!

Danke, ich danke Ihnen!

Achten Sie auf die Stufe, Herr Mondschein!

Tja,

wie leicht ist es doch,

den Menschen eine kleine Freude zu machen.

Sehen Sie mich an, Mondschein! Wie gefalle ich Ihnen?

Sie sind betrunken!

Ihr Scharfblick ist enorm!

Soll ich Ihnen meine Fotografie schenken?

So wollen Sie da hinaufgehen?

Sie sollten mich mal besuchen, Mondschein.

Ich hab jetzt ein gem�tliches Heim.

Wenn ich jetzt raufkomme, ist der Abendbrottisch gedeckt,

alles ganz ordentlich: Messer, L�ffel, Messer,

Gabel, hei�er Tee.

Sogar 'ne Serviette hab ich.

Bin ein richtiger Spie�b�rger geworden.

Dann ist ja alles in Ordnung.

Nat�rlich ist alles in Ordnung.

Bei einem Spie�b�rger ist immer alles in Ordnung.

Empfehle mich!

Ein Prosit auf alle Haush�lterinnen!

Es gibt doch noch anst�ndige Menschen.

(Fr. Schulz): Es ist ein Skandal!

Die Hausgemeinschaft m�sste sich beschweren!

Bei wem soll man sich denn beschweren?

In einem anst�ndigen Haus herrschen solche Zust�nde!

Kommen Sie, Fr�ulein Susanne!

Trinken Sie mal einen kr�ftigen Zug mit mir!

Daf�r, was so ein Zug kostet, muss ein Familienvater

einen ganzen Tag lang arbeiten. Haben Sie daran mal gedacht?

(Fr. Schulz): Ich h�tte den Kerl l�ngst an die Luft gesetzt.

Das w�re anst�ndig gewesen.

Aber die leben ja wie die Turteltauben zusammen.

(Knochenhauer): Was meinen Sie?

(Fr. Schulz): Na, h�ren Sie mal, wo sie doch f�r ihn einkauft,

kocht, w�scht, die Hemden und so ...

Warum machen Sie das eigentlich alles f�r mich?

Ich habe heute einen Brief gefunden.

So, einen Brief. Na und?

Was ist das f�r ein Brief?

An eine Frau Br�ckner.

Und?

Der Brief scheint sehr wichtig zu sein.

Aber Sie haben ihn nicht abgegeben. Offenbar nicht.

Sonst w�re er ja nicht mehr da.

Sie dr�ngen sich da in einer Art in mein Leben ...

Sie wollen meine Handlungsfreiheit begrenzen.

Aber der Brief ist von einem gefallenen Kameraden,

da ist es doch meine Pflicht ...

So, Sie halten es f�r Ihre Pflicht.

Was geht Sie das �berhaupt an?

Sie schn�ffeln in meinen Sachen herum.

Ich verbitte mir das!

Ich hab diesen Brief nicht gesucht. Er lag auf der Erde.

Vielleicht haben Sie ihn vergessen?

Ja, vergessen ...

Ich habe nichts vergessen.

Ich habe keine Lust -

ich habe nicht gewollt!

Ich bin Ihnen keine Rechenschaft schuldig!

Wir sind nicht miteinander verheiratet!

*T�r schl�gt zu*

*Sanfte Musik*

Susanne!

*Musik wird dramatischer*

Fr�ulein Wallner!

Einmal wird der Tag kommen -

ich hab nur nicht mehr daran geglaubt -

da werde ich zu einem Menschen sagen k�nnen:

Ich liebe dich.

Und dieser Mensch wirst du sein,

das schw�re ich dir.

Sprich nicht weiter, Hans.

Ich werde warten.

*Romantische Musik*

Guten Tag! Ich m�chte Frau Br�ckner pers�nlich sprechen.

Bitte, kommen Sie doch rein. Ich muss ihr etwas �bergeben.

(Arzt): Ich freue mich, dass Sie doch noch zu uns gefunden haben.

Bitte, Herr Professor! - Danke!

Ich habe da jetzt eine interessante Tibiafraktur.

Wenn Sie mir da behilflich sein wollen, Kollege?

Sehr gern, Herr Professor. Was haben Sie denn?

Es sieht furchtbar bei uns aus, wir sind noch beim Reinemachen.

Was f�hrt Sie zu mir?

Ich komme in einer Angelegenheit, die nicht leicht f�r mich ist.

Ja?

Ich habe Ihnen einen Brief zu �berbringen,

der eigentlich schon l�ngst in Ihren H�nden sein sollte.

Ich bin sehr froh, dass Sie mir den Brief erst jetzt geben.

Ich verstehe nicht ... Das k�nnen Sie auch nicht.

Ferdinand? Ja.

Was gibt's denn? Mein Mann lebt n�mlich.

Worum handelt es sich denn? Br�ckner, mein Name.

Jetzt endlich kommt der Brief. Welcher Brief?

Der, den du einem Kameraden gegeben hast!

Ein kolossaler Witz! Den Schreck h�tte ich dir g�nnen sollen.

Das w�re mehr als ein Schreck gewesen!

Ich werde ihn konfiszieren, damit du ihn nicht liest.

Als Toter ist man n�mlich so nachsichtig.

Fr�ulein, wie kommt der Brief denn in Ihre H�nde?

Dr. Mertens bat mich, ihn zu �berbringen.

Doktor Mertens? Wie geht's ihm denn?

Ich dachte schon, er w�re umgekommen.

Sie wissen jetzt Bescheid, Schwester?

Im Augenblick bin ich hier �berfl�ssig.

Herr Hauptmann, nehmen Sie den Befehl zur�ck!

Tack, tack, tack!

H�ren Sie? Wie sie schreien?

*Schreit*

Die Kinder!

Was haben denn die Kinder damit zu tun?

Und die Frauen ...

... wie sie schreien!

Ich kann ...

Ich kann das nicht ...

Dachte ich mir, irgendein Kriegserlebnis.

Es muss etwas Entsetzliches gewesen sein.

Krieg ist immer etwas Entsetzliches.

Ich will aber noch mit ihm sprechen.

Benachrichtigen Sie mich, wenn er wieder zu sich kommt.

Es wird nicht lange dauern.

Guten Abend! Du warst ja lange weg.

Ja, entschuldige bitte.

Hans, fehlt dir was?

Nein, nichts.

Stell dir vor, ihr Mann lebt!

Welcher Mann?

Der Br�ckner.

*Dramatische Musik*

Er lebt und es geht ihm gro�artig.

Er l�sst dich auch sch�n gr��en.

Du sollst ihn bald besuchen. Er freut sich schon darauf.

Was hast du gesagt?

Er m�chte dich gern bald sehen.

Er sprach sehr nett von dir.

Nett von mir? So ...

Was hat er gesagt?

Du w�rst ein pr�chtiger Mensch, aber ein hundsmiserabler Soldat!

Du kennst ihn ja.

Ein wenig reichlich geradezu, aber trotzdem ein netter Kerl.

Gef�llt er dir?

Aber Hans!

Nein, du hast recht. Er ist wirklich ein netter Kerl.

Na, was macht er denn, der Br�ckner?

Ich wei� nicht, er hat eine Fabrik.

Auf dem Hof fuhr ein LKW mit Stahlhelmen vorbei.

Die kann er doch jetzt nicht mehr fabrizieren?

Er wird sie verarbeiten. Sie waren alt und verbeult.

Du solltest wirklich einmal hingehen.

Seine Frau ist auch sehr nett,

und er ist so beneidenswert unverbraucht.

*lacht schallend*

Hans, was hast du denn?

Nichts! Gar nichts!

Ich sollte wirklich bald mal hingehen.

Ich muss mir das mal ansehen.

So was muss man gesehen haben.

Wie lebt solch ein Mensch jetzt?

Sehen Sie mich an! Meine Fabrik l�uft,

120 Arbeiter voll besch�ftigt. Meine Wohnung:

Tipp-topp in Ordnung.

Sogar richtige Glasscheiben in den Fenstern.

Ja, bei Br�ckner gibt's keine Pappe mehr.

Aufbau, mein Lieber, Aufbau! Das ist die Devise.

Br�ckners Kompanie marschiert wieder.

Na und Sie? Eigene Praxis?

Nein. Assistenzarzt?

Nein. Menschenskind, was machen Sie denn?

Gar nichts.

Aber f�r'n Doktor gibt's doch Arbeit genug.

Nein, daran liegt es nicht.

Was gibt's denn, Herbert? Das Essen ist fertig, Vati.

Na komm, sag mal Guten Tag!

Guten Tag!

Der �lteste.

Mertens, legen Sie mal ab und essen Sie mit uns.

Ihr wisst doch, dass Vati mal schwer verwundet war,

ganz allein lag, um ihn herum lauter Feinde.

Da kam ein Kamerad von mir vorbei.

Und weil ich dachte, dass ich sterben muss,

gab ich ihm noch einen Brief an Mutti mit.

Und er gab mir seine Pistole,

meine hatte ich n�mlich verloren,

damit ich mich totschie�en konnte.

In Gefangenschaft wollte ich nat�rlich nicht geraten.

Und der Kamerad war der Onkel.

Warum bist du nicht gestorben, Vati?

Aber Ottochen!

Weil ich ganz fest an Mutti und an euch gedacht habe.

Und mir gesagt habe: Ich darf nicht sterben,

denn Mutti und meine kleinen Jungen brauchen mich noch.

In der Nacht kam noch ein Gegenangriff von unseren Leuten

und da haben sie mich dann gefunden.

Na, Ottochen! Du hast ja dein Essen kalt werden lassen.

Na, lass man, jetzt schmeckt's nicht mehr.

Isst du dann mehr vom Pudding, nicht?

Sie rauchen wohl Zigaretten? Ich muss sie wegschlie�en,

mein �ltester ist schon so weit. Neulich habe ich den Bengel

doch mit 'ner amerikanischen Zigarette im Mund erwischt.

Und hier habe ich noch etwas f�r Sie, mein lieber Doktor.

Kennen Sie sie wieder?

Ich konnte mich doch nicht entschlie�en, sie wegzugeben.

Da h�ngen zu viele Erinnerungen dran.

In den schlimmsten Stunden meines Lebens habe ich sie angesehen

und mich gefragt: Soll mir das Ding wirklich den Tod bringen?

Da haben Sie Ihr Eigentum wieder.

Sie sind der Einzigste, dem ich sie ausliefere,

aber lassen Sie sich nicht erwischen damit.

Es ist ein eigenartiges Gef�hl, wieder mal eine Waffe zu halten.

*Kriegsger�usche*

*Frau schreit*

*Fanfare spielt "Lilli Marleen"*

*Tanzmusik*

*Es klopft an der T�r*

*Erneutes Klopfen*

Ach, Sie sind es, Mondschein. Ja.

Ich dachte, es w�re ... Ich wei� ...

Er ist wieder nicht nach Hause gekommen.

Ich finde es r�hrend von Ihnen, dass Sie mich besuchen.

Erinnern Sie sich an unser erstes Wiedersehen,

Fr�ulein Wallner?

Unten im Laden?

Sie wollten, wenn ich nicht irre, leben.

Endlich einmal leben!

Sagten Sie nicht so? Ja, leben,

arbeiten und helfen.

Sie sind noch sehr jung, Fr�ulein Wallner.

Ich meine,

man sollte sich bei allen Aufgaben,

die man sich stellt,

fragen: Lohnt es sich?

Ist das Opfer, das man bringen will,

auch wirklich der M�he wert?

Soll man das wirklich, Mondschein?

Ja ...

Nat�rlich nicht.

Aber man soll auch nicht, wie Sie das tun,

mit offenen Augen in den Abgrund rennen.

Mondschein,

w�rden Sie einem Menschen Ihre Hilfe versagen,

ihn zur�cksto�en, nur weil er das Ungl�ck gehabt hat,

mit schweren Verwundungen aus einem Krieg heimgekehrt zu sein?

Wenn er in seiner Hilflosigkeit auf Sie angewiesen ist,

w�rden Sie ihn dann zur�cksto�en?

Nat�rlich nicht!

Sehen Sie.

Es gibt Verwundungen, die nicht sichtbar sind,

deren Heilung aber viel Einsicht, Geduld

und Liebe verlangt.

Sie lieben ihn?

Ja.

Und er?

Ich wei� nicht. Ich frag auch nicht danach.

Es gab eine Zeit, da glaubte ich fest ...

*Ger�usche an der T�r*

Ratten!

�berall Ratten!

Die Stadt belebt sich wieder!

Hans.

Wir haben hier auf Sie gewartet, Herr Doktor Mertens.

Fr�ulein Susanne hat sich Sorgen gemacht.

Es h�tte ja was passiert sein k�nnen.

Das h�tte es, Mondschein.

Das h�tte es.

*Spannende Musik*

Mertens, ist ja gro�artig, dass Sie kommen!

An Sie habe ich doch vorhin gerade gedacht.

Haben Sie ein bisschen Zeit f�r mich?

F�r Sie immer, Herr Br�ckner.

Ich bin Strohwitwer. Meine Familie ist bei der Gro�mutter.

Da dachte ich, den Tag muss man doch ausnutzen.

Wissen Sie kein Lokal, wo es ein paar M�dchen gibt?

Sie als Junggeselle...

Doch, ich w�sste schon was.

Na also! Aber der Weg dahin

ist ziemlich weit.

Mensch, machen Sie doch nicht so ungl�ckliches Gesicht!

Das soll doch ein lustiger Abend werden.

Sehen Sie, jede Zeit hat ihre Chancen,

man muss es nur verstehen.

Ob man aus Kocht�pfen Stahlhelme macht

oder aus Stahlhelmen Kocht�pfe, das ist egal.

Nur zurechtkommen muss man dabei. Darauf kommt's an.

Na, was ist denn?

Hier rechts k�nnen wir abschneiden.

Halt, Mertens! Laufen Sie mir doch nicht weg!

Ich bin doch fremd in dem Gebirge hier.

Sie k�nnen mich doch nicht einfach hier allein lassen!

*Spannende Musik*

F�r die Strapazen muss es sich aber auch lohnen!

Lange genug sind wir ja gelaufen.

Das ist ja eine gottverlassene Gegend hier.

Die reinste W�ste.

Das sollte man nur vom Weggucken kennen.

Das will man nicht sehen, sondern vergessen.

Das kann man nicht. Nicht wahr, Herr Hauptmann Br�ckner?

Hauptmann? Wieso Hauptmann?

Erinnern Sie sich noch? Erinnern?

Menschenskind, ich denke so oft

an die goldenen Tage der Freiheit im grauen Rock.

Gehen Sie. Was haben Sie denn?

Gar nichts.

Sie sind ja pl�tzlich wie verwandelt. Merkw�rdig.

Bin ich das?

Nanu, wo kommt denn die her?

Junge Frau, was machen Sie denn hier?

Lassen Sie mich, ich suche einen Arzt.

Hallo! Hier ist doch einer!

Seien Sie still!

Sie sind doch Arzt! Sie sehen, hier muss man doch helfen!

Ach, Sie sind Arzt?

Ach, bitte, Doktor! Bitte, Doktor, kommen Sie!

Helfen Sie mir!

Mein Kind - vor einer Stunde hat es angefangen zu keuchen -

es erstickt, es kriegt kaum noch Luft.

Stehen Sie doch nicht so rum! Hier ist ein Leben in Gefahr!

Dazu noch ein Kind!

Ich habe nur noch dieses eine Kind!

Bitte! Kommen Sie.

Na endlich! Gar keinen Elan hat der Mensch.

Wir sehen uns sp�ter. Ich finde das alleine.

Machen Sie sich mal um mich keine Sorgen!

Hier wohnen Sie?

Kennen Sie hier ein Lokal "Frasquita", oder so?

Ja, da runter ...

Kommen Sie, Doktor, hier!

Oh ... oh, Gott!

Oh, Herr Doktor, was ist denn?

Was ist denn, Herr Doktor?

Vor einer Stunde hat sie noch was getrunken.

Dann setzte die Atemnot ein.

Und dann ... Ja, ich wei�.

*Keuchen*

Sie werden mir helfen.

Ich brauche Licht!

Fixativ - da geh�rt auch ein R�hrchen dazu. Wo ist es?

Ich glaube, das habe ich hier.

Hier.

Nein.

Aber Herr Doktor, was suchen Sie denn?

Um Gottes Willen, sie erstickt mir ja!

Oh, mein Kind! Mein Kind! Edith!

Doktor, helfen Sie mir doch!

Doktor, helfen Sie mir doch! Edith!

Edith, mein Kind!

Oh, Gott! Doktor, helfen Sie mir doch!

Helfen Sie mir! Kommen Sie.

Es wird schon alles gut werden.

*Mutter wimmert*

Bringen Sie das Kissen.

Kindchen ...

Und jetzt gie�en Sie bitte das Wasser ab.

Den Topf hierher!

Jetzt nehmen Sie den Deckel ab!

Die Lampe, bitte.

Halten Sie die Lampe n�her.

Noch etwas n�her.

So ...

Oh mein Gott! Nein!

Nein!

Sehen Sie nicht her!

Verbandszeug.

*Tusch*

*Applaus*

(M�dchen): Ich wusste nicht,

dass der Doktor so einen netten Freund hat.

Und ich nicht, dass er so 'ne nette Freundin hat.

(Daisy): Wir sind eben alle nett. (Alle): Prost!

Woher kennen Sie Doktor Mertens eigentlich?

Wir sind Kriegskameraden, wir zwei.

Wei�t du, Kleine, das verbindet f�r's ganze Leben.

Wir haben so allerhand erlebt.

Hauptsache, wir haben's �berlebt, was? Prost!

Wir lassen uns nicht unterkriegen. Niemals!

Prost, Kleine.

Kommt, Kinder, wir m�ssen uns f�r die Schlussnummer umziehen.

Wo rennst du denn hin? Bis nachher, ja?

Mit Vergn�gen! Aber im K�nstlerzimmer,

da sind wir unter uns ... Zu Befehl!

Ich wollte schon immer mal hinter die Kulissen blicken.

Ich komme wieder.

Die kleine Edith muss in ein Krankenhaus �berf�hrt werden,

aber die Gefahr ist vorbei.

Herr Doktor ...

Herr Doktor, was bin ich Ihnen nun schuldig?

Ich meine, wie soll ich Ihnen nur danken?

Sie mir?

Danken Sie dem Schicksal, dem Zufall, dem lieben Gott,

danken Sie wem Sie wollen, aber nicht mir.

Also auf Wiedersehen. Herr Doktor!

Herr Doktor, ich bin ja so ...

Schon wieder dankbar?

Nein, ich bin so gl�cklich!

Ich will Ihnen was verraten: Ich bin es auch.

*Tr�umerische Musik*

*Musik wird dynamischer*

*Sanfte Musik*

Susanne?

Ja ...

Du hast auf mich gewartet?

Ja.

Susanne, ich ...

Ich liebe dich.

Der arme Mondschein!

Wie sehr muss er seinen Sohn geliebt haben,

dass er das alles ertragen konnte.

Sein Glaube an ihn, seine Hoffnung, dass er vielleicht ...

Um diese Hoffnung wurde er dann ja auch prompt betrogen.

Hans?

Ich m�chte dich etwas fragen.

Ja - bitte.

Was war damals im Krankenhaus? Nichts.

Was soll denn gewesen sein?

Doch Hans, es war etwas.

Ich wei� es, ich f�hle es,

aber du sprichst nie dar�ber.

Du sprichst �berhaupt nie von dir.

Ich liebe dich, Susanne! Ja, Hans.

Aber ich wei� so wenig von dir.

Von deiner Jugend, deinem Studium, deiner Arbeit.

Studium? Arbeit?

Alles, was aus dieser Zeit unzerst�rt erhalten blieb ...

... damit haben wir notd�rftig unsere Fenster vernagelt.

Da hast du einen Tag aus meiner Vergangenheit.

Da,

diese hier ...

eine Thorakoplastik,

Rippenresektion bei einem Lungenkranken.

Es geht dabei immer auf Leben und Tod.

Du, stell dir vor, alles war zur Operation vorbereitet,

aber der Professor kam nicht.

Ich musste dem jungen Patienten, den wir alle sehr gern hatten,

mitteilen, dass die Operation verschoben werden m�sse.

Er wollte es nicht glauben, er weinte, er bettelte, er flehte,

er appellierte an mein menschliches Mitgef�hl:

"Nur nicht noch einmal diese entsetzliche Wartezeit, Doktor!"

Seine Not, sein Vertrauen,

mein brennender Ehrgeiz

und die seltene Gelegenheit, mich endlich zu erweisen ...

Ich habe es, entgegen allen Vorschriften

und trotz der Warnungen der alten erfahrenen OP-Schwester, gewagt.

Du,

pl�tzlich �berkam mich solche Ruhe,

solche Sicherheit,

als h�tte ich diese Operation schon hundert Mal gemacht.

Es war wie ein Wunder.

Und dann?

Dann?

Dann kam das andere Wunder.

Dann kam der Krieg,

das gro�e Sterben!

Was bedeutet da das Ringen um ein einzelnes Menschenleben?

Was bedeuten da Triumphe der Forschung,

Siege der Wissenschaft?

Was bedeutet das alles,

solange der Friede der Welt

immer nur eine fl�chtige Station

bis zum n�chsten Krieg,

nur ein kurzes Atemholen

bis zum n�chsten Massensterben ist?

Friede ... Weihnachten!

Ich hab diesen Tag so oft herbeigesehnt. Und jetzt?

Ich wei� nicht.

Es ist, als ob alles gar nicht wahr w�re.

Vielleicht weil in unseren Herzen

noch kein Friede ist.

Soll der im Zimmer bleiben?

Nat�rlich!

Bin froh, dass ich �berhaupt einen bekommen habe.

Oder m�chtest du keinen Weihnachtsbaum haben?

Doch, doch, nat�rlich!

So ein Baum bringt erst die richtige Stimmung.

Ja, ich h�nge daran.

Es sind so viele gl�ckliche Erinnerungen damit verbunden.

Das trifft den Nagel auf den Kopf.

Gehst du noch weg? Ja.

Ich ...

... hab noch was zu erledigen.

Frohes Fest, Herr Timm! - Frohes Fest!

Hatten Sie Besuch aus Amerika? - Nein. Wie kommen Sie darauf?

Ich sah Sie mit einem amerikanischen Soldaten. - Und?

Sie haben sich so angeregt unterhalten.

Was wollte er? - Einen Brief abgeben.

Frohes Fest, Herr Doktor! W�nsche ich auch!

F�r Sie, Herr Timm?

Nein, es war eine Nachricht f�r den alten Mondschein.

Aber sie kam zu sp�t.

Der Brief war von seinem Sohn. - Ach,

und er hat so lange darauf gewartet.

*Orgelmusik*

(Pfarrer): Frieden auf Erden ...

... und den Menschen ein Wohlgefallen.

Amen!

*Gemeinde singt "Stille Nacht, heilige Nacht"*

*Lied geht weiter*

Meine lieben Mitarbeiter!

Es war mir ein tiefes Bed�rfnis,

das erste Weihnachten

in dem uns endlich wieder geschenkten Frieden,

in eurem Kreise zu feiern.

Weihnachten ist zwar das Fest der Familie,

und wir z�nden den Lichterbaum am h�uslichen Herd noch an,

aber auch wir hier sind ja eine Familie,

in harter Not zusammengeschwei�t, um gemeinsam die ersten Schritte

in eine bessere Zukunft zu gehen,

die wir f�r uns und unsere Kinder aufbauen wollen.

Wir werden diese neue Welt errichten,

mit unseren eigenen H�nden errichten.

Wir wissen, der Weg dahin wird lang sein,

auch schwer und hart.

Aber nichts soll uns zuviel sein, denn wir wissen auch,

dass an seinem Ende ein friedliches Deutschland liegt.

Das Deutschland, das wir lieben,

das niemals untergehen darf,

in dem die Gerechtigkeit regiert

und die Menschlichkeit triumphiert.

(Leutnant): Befehl ausgef�hrt, Herr Hauptmann!

Die Bewohner der linken Stra�enseite stehen bereit!

Hat sich auch keiner gedr�ckt? Nein, Herr Hauptmann!

Liquidieren. Zu Befehl, Herr Hauptmann!

Herr Hauptmann ...

Mertens, sehen Sie sich doch mal den Baum da an.

Fehlt Ihnen da nichts?

Herr Hauptmann, das ist doch nicht ...

Das kann doch nicht Ihr Ernst sein!

Was kann nicht mein Ernst sein?

Sie k�nnen doch unm�glich alle die Menschen erschie�en lassen!

Frauen und Kinder!

Was haben denn die Kinder damit zu tun?

Nur weil irgendwo ein Schuss gefallen ist.

Man wei� doch nicht einmal, wer es gewesen ist!

Oh, der Herr Unterarzt meutert ein bisschen!

Das hat man nun von seiner Gutm�tigkeit.

Sie sind wohl verr�ckt geworden! Verzeihung, Herr Hauptmann!

Aber wozu diese unn�tige H�rte, es ist doch Weihnachten ...

Das ist Ihr Gl�ck, Mertens!

Da ist man so'n bisschen sentimental und nachsichtig.

Man denkt an die Lieben in der Heimat.

Jawohl, Herr Hauptmann,

aber auch an die vielen unschuldigen Opfern.

Ich bitte noch einmal zu bedenken - es ist Weihnachten!

Ich wei�, Mertens.

Ich gab mir auch alle M�he, den Abend vorzubereiten.

Wir feiern auch nachher, in aller Harmonie und Kameradschaft.

Und Sie, Mertens, gehen Sie mal an die frische Luft,

damit Sie einen klaren Kopf kriegen.

Versuchen Sie mal einen Stern zu organisieren.

Zu einem richtigen Baum geh�rt auch ein Weihnachtsstern.

Zur Not kann man ja ein St�ck Blech oder Pappe zuschneiden.

Zu Befehl, Herr Hauptmann.

*Sie singen "O du fr�hliche"*

*Gewehrsalven mischen sich in das Lied*

Alarm!

*Sch�sse*

Mit mir ist es vorbei...

...brauchen Sie mir nicht erst zu sagen...

...verrecke hier wie ein Schwein.

Fassen Sie doch mal in die Tasche ...

Da ist ein Brief drin.

Haben Sie ihn?

Geben Sie ihn meiner Frau,

wenn Sie gl�cklich wieder in die Heimat kommen sollten.

Und noch eins ...

... eine gro�e Bitte habe ich an Sie ...

Lassen Sie mir Ihre Pistole da,

habe keine Waffe mehr.

Lebendig sollen die mich nicht gefangen nehmen.

Geben Sie mir die Hand, bitte!

Ich dr�ckte dem Sterbenden meine Waffe in die Hand,

ohne einen Hauch

menschlichen Mitgef�hls zu empfinden.

Ich war dem Schicksal dankbar,

dass es mir meinen Glauben

an eine h�here Gerechtigkeit erhalten hat,

und dankbar, dass es mich einer Verpflichtung enthoben hat,

zu der ich mich im Namen der Menschlichkeit berufen f�hlte.

Polen, am 24. Dezember 1942.

*T�r schl�gt zu*

Nun, meine Lieben, w�nschen ich euch allen

ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest!

(Arbeiter): Danke, gleichfalls!

*Pfeift ein Soldatenlied*

Nanu, Mertens? Sie hier?

Haben Sie auf mich gewartet? Nett, dass Sie gekommen sind.

Wir werden zusammen feiern - im Kreis der Familie.

Was zu trinken habe ich. Was ist Ihnen denn?

Sie stieren mich so an? Habe ich Ihnen was getan?

Es ist ein eigenartiges Gef�hl, eine Waffe in der Hand zu halten.

Sind Sie verr�ckt geworden? Was reden Sie denn da!

Nehmen Sie doch die Hand aus der Tasche!

Sie haben ja die Pistole in der Hand. Was wollen Sie von mir?

Brauchen Sie Geld, wollen Sie ...

Ich fordere Rechenschaft,

Herr Hauptmann Br�ckner! Rechenschaft!

Wof�r Rechenschaft?

36 M�nner,

54 Frauen,

31 Kinder.

Munitionsverbrauch: 347 Schuss.

Um Gottes Willen, da war doch Krieg!

Da waren doch ganz andere Verh�ltnisse!

Was habe ich denn heute damit zu tun? Jetzt ist doch Frieden!

Wir haben doch Weihnachten! Mertens!

Um Himmels Willen! Meine Frau ...

... die Kinder! Was haben die Kinder damit zu tun? Hans!

Ich danke dir,

Susanne.

Hans,

wir haben nicht das Recht, zu richten.

Nein, Susanne.

Aber wir haben die Pflicht, Anklage zu erheben,

S�hne zu fordern,

im Auftrage von Millionen unschuldig ermordeter Menschen.

Was denn, was wollen Sie von mir?

Ich bin doch unschuldig! H�ren Sie ...

Ich bin doch unschuldig!

*Traurige Orchestermusik*

Ich bin doch unschuldig!

UNTERTITELUNG: Globe tv GmbH, Saarbr�cken, 2016

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