All language subtitles for Verratene Freunde (1)

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Original subtitles

Andreas Rogel

Heike Rogel

Peter Staude

Christa Staude

Wo geht's denn hier rein? Vorne. glaub ich.

Die trägst du nicht! Wie meinst du bitte? Das weißt du ganz genau.

Willst du Ärger machen heute Abend? Wieso?

Wir lassen unsere Freunde an unserem schönen Leben teilhaben.

Ne. warte mal. hier. Ne. hier! Hier muss es rein gehen.

Wo ist denn da 'ne Klingel. hm?

Da?

Na. drück mal. Türgong

Sie lacht laut. er leise. Musik

Christa kommt gleich. Ich versuchte. mir das fertig vorzustellen.

Aber meine Fantasie reicht für sowas nicht.

Wenn du mal einen fähigen Innenarchitekten brauchst...

Das steht wohl nicht an.

Kommen die alle nächste Woche auch? Ja. die meisten.

Es soll 'ne große Veranstaltung werden.

Ich sagte: Macht doch nicht so einen Wirbel.

Aber es geht ja nicht nur um mich. In dem Artikel schon.

Was die Fritzen so schreiben! Guten Abend!

Wow! Hm. Andreas. Schön. dass du da bist.

Hm. Christa. ist noch was in der Flasche? Klar.

Schau. was ich dir vor die Nase gestellt hab.

Aber von mir nimmst du wohl nichts. hm?

Sorry. bin schon benebelt. danke. Die Kette! Kenn ich die schon? Ne.

Gefällt sie dir? Sehr gut! Und Heike?

Du bist doch geschmackssicherer als dein Mann. hm?

Schätz mal. was die gekostet hat. Wir hatten einen kleinen Streit.

Wegen der Kette. Ein Geschenk von mir. das nicht so gut ankam.

Wie? Gut. ich hab deinen Geschmack nicht getroffen.

Aber... Glaubst du. ich erwarte. du triffst meinen Geschmack?

Lachen wir mal alle? Du hast unsere Gäste durchs Haus geführt.

Glaubst du. die sind blind? Sie mögen eher unser Theater nicht.

Er dachte. er kann mich mit dem teuren Scheiß ruhig stellen.

Deine Wahnideen... Weil ich ihm erbärmliche Lügen nachgewiesen habe.

Entschuldigt. manchmal sind Gäste zu unpassenden Anlässen da.

Schade. aber nicht schlimm. oder? Nein. Ist mir doch wurscht.

mit wem er wann vögelt. Aber ich darf ihn doch durchschauen.

ohne mit so einem scheiß Klunker ruhiggestellt zu werden.

Ich bin nicht Krystle Carrington.

Wollen wir das Essen verschieben? Nein. nein! Das ist so pervers.

Christa. es reicht! Wisst ihr. wie er den ganzen Unsinn finanziert?

Schluss! Nun wird er doch nervös! Halt verdammt nochmal den Mund!

Meinst du. keiner ahnt. womit Wohlfahrts-Peter den Luxus bezahlt?

Glaubst du. die halten dich nicht für korrupt? Genug jetzt!

Man kann ja mal schlecht drauf sein. Aber ich möchte damit jetzt

nicht weiter behelligt werden. Kannst du das respektieren?

Schönen Abend noch. 'ne.

Halskette klackt.

Tja. das tut mir leid.

Kommt mal vor. Aber ich denke. wir sollten wirklich gehen.

Ich würde gern noch kurz zu ihr hoch.

Ich kenne sie seit 25 Jahren. Ich hab sie so noch nie erlebt.

Was heißt hier kurz? Ich komm gleich wieder.

Du hast nichts dagegen. oder? Nein. wenn's hilft.

Düsterer Musikakzent

Ich hab das kommen sehen.

Genau das.

Räuspern

Na. Frau Carrington? Ich musste aufpassen. nicht zu lachen.

als du das mit Krystle gesagt hast. Wieso. was ist daran komisch?

Damals hast du die Frau gehasst.

Jetzt lauf auch ich auf Empfängen rum

und darf stolz lächeln. wenn mein Mann geehrt wird.

Du weißt. das stimmt nicht.

Was? Peter verdankt den Großteil deiner Leistung. Das weiß er auch.

Du bist nicht nur da. um stolz zu lächeln.

Dafür werde ich da sein: um Zusagen für neue Spenden einzuholen

für unsere tollen Projekte. Dann fahr ich in meine Villa.

die zu 100 % aus solchen Spenden gebaut ist.

Du solltest aufpassen. dich da nicht in etwas rein zu steigern.

Krachen Guck dir das an.

Schau her: Die Spenden für das Förderzentrum. das Peter gerade baut.

damit Behinderte ihre Kreativität entfalten und Sport treiben können.

Es wird offiziell teurer. weil er sie in Planung und Bau einbindet.

Tatsächlich sind alle Spenden längst für diese Villa ausgegeben.

Macht nix! Die Stadt ist so stolz auf ihr Förderzentrum.

dass sie gern Geld nachschiebt!

Ich führe solch ein erbärmliches Leben mit diesem korrupten Typen!

Guck dir das an! Dann sag mir bitte. ob ich hysterisch bin.

Ich bin doch etwas geschockt. Christa kriegt sich schon wieder.

Danke. Ich weiß noch nicht. wie ich damit umgehen soll:

Unser Freund Peter hat wohl Spenden missbraucht. Bist du wahnsinnig?

Was Christa mir da gezeigt hat! Ihr Zustand ist dir nicht aufgefallen?

Peter baut sich aus Spenden 'ne Villa. Das ist ernst.

Wären wir nicht Freunde. fände ich es das Obszönste. was einer tun kann

Peter obszön? Nicht seine Frau?

Nicht die Nummer. die sie abgezogen hat? Ich sage doch. dass...

Und was du hier abziehst. ist nicht obszön. sondern Peter?

Wie gesagt. ich bin unschlüssig. Ich werde mit Peter sprechen müssen.

Das wirst du nicht! Ich zeig ihn ja nicht an!

Wie großzügig! Ist dir klar. was er leistet? Ja.

Er bietet Behinderten Chancen.

davon kannst du in deiner Vorzeige- schule nur träumen. Ja. ich weiß.

Dank der Gewinne seiner Firmen macht er das freiwillig!

Da wirst du als Moralapostel ihn nicht vollsülzen.

Ich glaub. ich spinne. Leiser Musikakzent

Morgen! Morgen. Sind die Jungs schon drin? Ja. die sind drin.

Wir gehen jetzt zur Grundschule.

Und ihr entschuldigt euch bei den Viertklässlern.

Die haben ungeheuer Angst vor euch.

Wie oft sollen wir wiederholen: Es war kein echter Überfall. nur Spaß.

Ihr könnt eure Sicht erklären. aber akzeptiert bitte. dass die Kleinen

das anders empfunden haben. Die sind 2 Jahre jünger als ihr.

Also. auf! Hier. deine Jacke nimmst du mit.

Sie jauchzt.

Lautes Lachen

Stöhnen

Dein Mann geht mir auf die Nerven. Mir auch.

Seit ich ihn kenne. guckt er auf mich runter. Wie kommt er dazu?

Wer ist er? Schulleiter. Na und?

Bin ich sein Schüler? Stellt er mir ein Zeugnis aus?

Wer gibt ihm denn das Recht. in meinen Job reinzuquatschen?

Hat er irgendeine Ahnung von Betriebsführung?

Nein. aber ein Zivilcourage-Projekt an seiner Schule. Das passt zu ihm.

Die armen Kinder. Er hat mir schon 3 Mal auf die Mailbox gequatscht.

Er wolle mit mir reden.

Ruf nicht zurück. Er hat doch keine Ahnung. wovon er spricht.

Kannst du ihn nicht davon abhalten. mich zu nerven? Wie?

Sag ihm. du verlässt ihn. Und wenn er nachgibt?

Na. dann verlässt du ihn trotzdem. Beide lachen.

Wir stellen hier sehr ehrgeizige Pläne vor.

Aber ich bin überzeugt. dass sich unserer Stadt mit

diesem einzigartigen Förderzentrum eine ungeheure Chance bietet.

Ich möchte den Mann auf die Bühne bitten. dem wir sie verdanken.

Als Unternehmer ebenso erfolgreich wie mit seinem unglaublichen

gesellschaftlichen Engagement: Peter Staude! Komm rauf. Peter!

Weiterhin Applaus

Aha. gleich mit Verstärkung!

Danke. Also gleich eine Korrektur:

Das ist nicht meine Verstärkung. Das sind die Hauptpersonen!

Ihnen werden wir eine schönere. lebendigere

und buntere Stadt verdanken: Hannes Lobe und Sylvie Kurz.

die maßgeblichen Köpfe der Pläne des neuen Förderzentrums. Bitte!

Du hast dein unglaubliches Gespür für das Potential der Menschen

schon oft bewiesen.

Und du hast uns gezeigt. dass diese Stadt nicht nur für.

sondern auch von allen gestaltet werden kann und soll.

In diesem Sinn möchte ich jetzt auf die Bühne bitten.

Äh. Herr Lobe ! - Ich will und möchte den Bürgermeister sprechen.

Den wollte ich eben herauf bitten. Sehen Sie. er hat schon neue Pläne.

Applaus

Das ist der Flughafen.

Pläne für einen neuen Flughafen. Das ist aber schön.

Wer das Ganze bezahlen soll. ist dann wieder meine Aufgabe. oder?

Bürgermeister. Lachen und Applaus

Leises Stimmengewirr und Musik

2002 bis 2005. Genau.

Peter. Du. ich geb gerade ein Interview.

Herr Staude ist gleich für Sie frei. Wie ist bei so viel sozialem

Engagement Ihre Unternehmertätigkeit mit Ihrem Privatleben vereinbar?

Mit meiner Frau. Sie hat die meisten Fördereinrichtungen mit aufgebaut.

Daraus kommen viele Leute in meine Betriebe. Absolut bereichernd.

Vielen Dank. Ich schick Ihrem Büro morgen die Zitate.

Ich überlasse Ihnen Herrn Staude. Andreas. schön. dass du da bist.

Ich stelle dich jemandem vor. Hast du meine Mail gestern gelesen?

Überflogen. Prinzipiell imponiert es mir. Was?

Na. wie du dich reinkniest. Du bist kein Unternehmer.

Gewisse Abläufe überblickst du nicht. aber du versuchst es. Hut ab!

Peter. du hast Spenden in deinen privaten Hausbau umgeleitet.

Peter schnauft. Ich steh hier nicht als Richter.

Ich weiß: als Freund. so wie ich auch. Das wäre mir sehr angenehm.

Deshalb akzeptiere ich es nicht nur. sondern erwarte von einem Freund.

dass er so einen Verdacht nicht zurück hält. sondern es mir sagt.

Das ist leider mehr als ein Verdacht.

Meine Antwort als Freund: Quatsch! Da ist absolut nichts dran.

Und meine Erwartung an einen Freund: Er nimmt das zur Kenntnis.

So. jetzt stelle ich dir Herrn Götze vor.

Peter. es gibt eindeutige Fakten. Da muss man kein Experte sein.

Experte wofür? In deiner Position können sich Maßstäbe verschieben.

Tag! Das passiert vielen Mächtigen. auch Bossen. Du bist Schulleiter!

Bitte zahl die Spenden zurück. Du kennst keine Firma von innen!

Oder verkauf die Villa. Du redest von diesen Dingen ohne jede Ahnung.

Hast du das verstanden. worum ich dich eben gebeten habe?

Das ist dein Pädagogen-Ton. Der gehört nicht hierher. Ok?

Ich bin nicht der Kevin aus der 9b.

Das ist mein Ernst. Dann geh zum Staatsanwalt.

Nein. zahle die Spenden zurück.

Geh zum Staatsanwalt und lass dich auslachen!

So. Schluss jetzt. Frau Blank?

Ja? Würden Sie bitte Herrn Rogel mit dem Götze dort bekannt machen?

Der sucht noch einen Probenraum für seine Theatergruppe.

Sagen Sie ihm: Herr Rogel ist Schulleiter. Er hat eine große Aula.

Die ist sicher mal abends frei. Mach's gut. grüß Heike von mir.

Schade. dass sie nicht kommen konnte.

Entschuldigen Sie.

Tja. jetzt brauchen wir wohl 'ne gute Ausrede. was? Wofür?

Na. Ihr Gesicht vorhin! Sie wollen keine Horde behinderter Mimen.

Das haben Sie falsch gesehen! Ne. das können Sie bloß nicht zugeben.

Sie wissen ja nicht. mit wem Sie's zu tun haben. Verraten Sie's mir?

Das hätten Sie gern! Vorsicht. evtl. bin ich ja die Frau vom Staatsrat.

Ne. die kenn ich. Die hat vor 10 Jahren bei mir Abitur gemacht.

Ach. das ist wohl nicht seine erste Frau? Seine dritte.

Sowas lernt man bei Ihnen! Richtig heiraten ist ein Fach bei uns.

Auf die Schule hätt ich gehen sollen.

Ja. dann Prost! Gläser klingen. Auf das wahre Leben.

Andreas. gehst du schon? Da bist du! Ja ja. ich hab genug.

Aha! Hab mit Peter gesprochen. Worüber? Dass er ein Arschloch ist.

weiß er schon von mir. Dass er die Spenden zurückzahlen soll.

Oh. das hat ihn sicher beeindruckt. Das erspart euch einige Einladungen.

Ich ziehe aus Peters Villa aus.

Ernsthaft? Wohin?

In die alte Wohnung. Die ist noch nicht verkauft.

Wenn du Hilfe brauchst: Dein Vater und ich

waren ja immer gute Möbelschlepper.

Stimmt. Leider ist mein Vater nicht mehr so fit wie früher. Schade.

Erinnerst du dich: Umzug in die WG. 6.Stock. für nur 3 Wochen.

Ne. das war 4.Stock. Nein. 6. Ne. das war 4.Stock. 6. ganz sicher!

Besuch mich mal.

Leise Türklinke

Hast du dich schön lächerlich gemacht?

Ich hab mit Peter gesprochen.

Gut. dass ich nicht da war.

Türschlag

Herr Rogel? Ein Journalist hat angerufen.

Ein Herr Peck bittet um einen Termin.

Stimmengewirr

(Peck) Sorry für meine Störung in der Schule. Das ist nicht Thema.

Als ich Staude interviewte. falls Sie sich erinnern...

Ich hab sogar Ihren Artikel gelesen. Ich bin sehr unzufrieden damit.

Herr Staude dürfte zufrieden sein. Das würde ich gern ändern.

Gucken Sie nicht begriffsstutzig. Der Mann kauft offenbar Politiker!

Das wollen Sie schreiben?

Ja. Die perverse Show. als er die Irren auf die Bühne holte!

Kapiert keiner. dass er die armen Schweine benutzt?

Der Bürgermeister kriegt Sympthien. Staude einen fetten Auftrag.

Das soziale Engagement ist nur ein Deckmantel.

um mit Politik Geschäfte zu machen. Show!

Vermutlich haben Sie meinen kleinen Streit mit Herrn Staude bemerkt.

Ja. Deshalb sitzen wir hier. Das war rein privater Natur.

Peter ist ein alter Freund. Einer. der vielleicht Spenden missbraucht.

Er ist mir sympathischer als Sie. Aber Sie haben die richtige Spur.

Das kann ich nicht ignorieren. Das freut mich zu hören.

Leichte Musik

(leise) Ich müsste dringend die Frau Doktor sprechen.

Sie sehen doch. was hier los ist. Das Rezept kriegen Sie vorn.

In 4 Wochen? Da sehen wir uns wieder. Bis dann. tschüs. Tschüs.

Anklopfen Ja? Herr Staude ist draußen.

Entschuldigung. Es ist wichtig. Hi. Hi. Hier ist heute Land unter.

Das hab ich gesehen. Es dauert nicht lang. Hier. Was ist das?

Eine Frage von dem albernen Journalisten.

Was du für das Grundstück bezahlt hast. Welches? (laut) Meines!

Ich hatte es vom Verein gekauft. Die Zeitung will konstruieren:

Ich habe es mir untern Nagel gerissen und

den Verein um die Erlöse geprellt. Was hast du denn dafür bezahlt?

(laut) Die Frage ist doch: Wie kommen die jetzt auf das Thema?

Hat dein Mann da seine Finger drin? Geht's etwas leiser?

Könnten die dir einen Strick draus drehen? Hast du zu wenig bezahlt?

Meine Güte: Ja. ich hab das Stück unter Marktwert gekauft. Na gut.

deutlich darunter. Aber der Verein wäre es ja eh nicht los geworden.

Ich geb's meinem Anwalt. Meine Frage: Hat dein Mann damit zu tun?

Und jemand aus dem Verein? Nein. die würden nicht gegen mich arbeiten.

Ich bin ja deren Existenzgrundlage.

Er schnauft.

Was ist mit Christa? Ich weiß es nicht. Sie ist gestern ausgezogen.

Aber die war es nicht. Das war sicher dein Mann.

Da musst du halt mal was tun. Der hängt doch an dir.

War viel Betrieb in der Praxis. oder? Mhm.

Heute war das halbe Kollegium beim Arzt.

Ist doch gar kein Wetter. um krank zu werden.

Hast du dich mit einem Journalisten getroffen?

Wie kommst du darauf?

Hast du? Vorgestern. Woher weißt du das?

Hat Peter angerufen? Ja. Wollte er mich sprechen?

Andreas. wenn du jetzt mit deiner Peter-Paranoia zur Presse läufst!

Ne. die Presse ist zu mir gekommen.

Ich will mit keinem Mann verheiratet sein. der unsere Freunde denunziert.

Alle 2 Jahre suchst du einen Unsinn. um unsere Ehe in Frage zu stellen.

Wird's dir sonst langweilig. oder?

Ich ruf den jetzt zurück.

Er hat nicht gesagt. dass du das sollst.

Wozu hat der denn sonst angerufen?

Ja. Andreas hier. Schade. dass ich dich wieder nicht erwische.

Ich freue mich. dass du angerufen hast. Peck hat sich wohl

bei dir gemeldet. Darüber sollten wir direkt miteinander sprechen.

Bis bald. ja.

Peter und ich regeln das unter uns.

Ich weiß gar nicht. warum man da unsere Ehe ins Spiel bringen muss.

Das würde Peter doch gar nicht wollen.

Ach komm. das ist alles Quatsch.

Ihre Schritte auf der Treppe

Haustür fällt ins Schloss

Vokal-Popmusik aus seiner Stereo-Anlage

Weiterhin Vokal-Popmusik aus seiner Stereo-Anlage

Christa. bist du da?

Geh doch mal ran.

Christa!

Türgong

Musik aus.

Ha. du bist die Rettung!

Ach. ich war gerade dabei. wahnsinnig zu werden.

Hier. Danke.

Eiswürfel klappern.

Warum ist Christa ausgezogen?

Popmusik wird leise.

Sie ist jetzt sicher. dass ich eine Affäre habe.

Hat sie keine Ahnung. mit wem? Sie hat Vorschläge. Du bist nicht dabei.

Es ist ihr wohl auch völlig egal.

Sie versteht eh nicht mehr. warum sie einen wie mich geheiratet hat.

Ich werd mich von Andreas trennen. Und ich sag ihm auch. warum.

Bist du irre? Dies Versteckspiel ist für uns alle unwürdig.

Tu das nicht. Wir dürfen ihm nicht noch mehr Gründe bieten.

Jetzt hast du noch Einfluss auf ihn. Soll ich aus Taktik bei ihm bleiben?

Nein. natürlich nicht.

Ich liege jede Nacht neben ihm. rieche ihn. höre ihn atmen.

Du weißt. das macht mich krank. Ja. mich auch. Peter. mich auch.

Zieh aus. sofort! Sag ihm nix. tu's einfach. Sie lacht.

Oder soll ich meine Ehe neu beleben? Hör auf.

Ich wüsste schon. was ihm gefällt. Schluss jetzt. Ah ja?

Du weißt genau. wie du mich aufregst. Das ist gut.

Vokal-Popmusik

Scheiße.

Musik endet. dann Zischen

Dusche rauscht

Dusche aus

Schritte. Dauerakkord

Ein beschmierter Parkplatz ist noch das geringste Übel.

Und der Vergleich mit Arbeitslagern? - Rund um die Uhr Presse am Telefon!

Höllisch! Bitte kein Praktikant ans Telefon.

Nein. da sitzen Petra und Jost. Die machen das gut.

- Nur keine Kommentare! - Unmöglich!

Aussageverweigerung ist kein Schuldeingeständnis.

Für die Journalisten irgendwann schon:

Kommen wir nicht aus der Defensive. bricht das über uns zusammen.

Wir greifen selber an. Es geht nur so. Da hilft alles. was ablenkt.

Das Geschmiere setzt uns ins Recht. Wir brauchen das Publikum.

Wir bringen das auf eine Ebene. wo die anderen schlecht dastehen.

Wissen wir denn. woher die Presse ihre Informationen hat?

Ich kenne einen Informanten: Andreas Rogel. Sagt mir nix.

Dieser Schulleiter? Ja.

Das passt doch schon mal ganz gut. Das könnte einigen doch gefallen.

so ein elitäres Arschloch zu schlachten.

Er muss namentlich genannt werden. So nehmen wir den Denunzianten

auseinander und gewinnen. Gut. Also Attacke. Freunde.

Leichte Musik

Weiterhin leichte Musik

Nein. Andreas. Wir können am Wochenende...

Ich werde nicht mit dir wegfahren. Ich dachte an fliegen.

Sowas kann man nicht mit 2 Tagen Venedig aus der Welt schaffen.

Ja. aber was dann überhaupt? Ich verstehe das nicht.

Außerdem sind wir mit Kathi verabredet.

Ach. Kathi dürfte es lieber sein. von ihren Eltern versetzt zu werden.

als von ihrer Trennung zu erfahren. Irgendwann müssen wir's ihr sagen.

Also. du meinst das jetzt ernst?

Ist es jetzt entschieden? Versteh ich das richtig?

Ja. Wegen eines Zeitungsartikels! Ist das dein Ernst?

(laut) Dieser Journalist kam zu mir und hat mir Fragen gestellt.

Solche. die ich für berechtigt halte und beantwortet habe!

Es ist nicht nur der Artikel. Ach. wirklich?

Danke. das erleichtert mich. Wirklich. keine Ironie.

Das letzte Jahr war wirklich nicht das aufregendste in unserer Ehe.

Das will ich gar nicht bestreiten. Ich schon. Was bestreiten?

Ich hab seit sechs Monaten eine Affäre.

Aufregend.

Er atmet tief durch.

Ja.

Ich will gar kein Verständnis heucheln. Ich...

bin geschockt. klar. Aber ich weiß. dass solche Dinge passieren können.

Ich glaube dir nicht.

Auf Peters Empfang bin ich einer Frau begegnet. Ich weiß nicht.

wer das war. Wir haben einige Worte gewechselt. Da hab ich gemerkt.

dass ich mich in eine Andere verlieben könnte.

Natürlich könnt ich das. Na und?

Solche Dinge können passieren.

Mich interessieren keine Details deiner Affäre.

Ich will gar nicht wissen. wer das ist.

Ich glaube das so. Peter. Bitte?

Peter.

Er lacht kurz leise. dann lauter.

Lustig. ja? Komm Heike. du musst zugeben. das ist lustig.

Freut mich für dich. Wo ist denn dein Humor?

Worüber lachst du denn mit Peter? Über Didi Hallervorden oder was?

Wenn dir die Idee gefällt! Peter hat Hallervorden-CDs.

Ich hab's gesehen. Macht ja nix. Du bist ja so wahnsinnig tolerant!

Na. wenn du jetzt über seine CD-Sammlung mit mir reden willst.

gehe ich lieber schlafen. Die ist toll. die Sammlung! Gut. ok. ja.

Ja. Ja. geh schlafen. Türklinke

Was zahlt er? Was?

(laut) Was er zahlt. will ich wissen! (brüllt) Deinen Preis!

Ach. auf dem Niveau sind wir schon angekommen.

Musik. schneller Rhythmus

Von nebenan Handy

Ja? ...Scheiben eingeschmissen. Wer hat sie eingeschmissen?

3 Stück. heute Nacht. Da haben sich welche aufhetzen lassen.

Das verdank ich alles deinem Mann. Sag. hast du dich getrennt?

(matt) Ja. gestern Abend.

(seufzt) Ah. Was ist denn los? Warte. ich erklär's dir später.

Warte mal. Welche Scheiben denn?

Unten. Du. ich muss mich jetzt um die Polizei kümmern.

Kommst du heute Abend zu mir?

Motor

Du musst seit einer Stunde in der Schule sein.

Ich war dort. hab aber beschlossen. die zweite Stunde zu schwänzen.

Wenn's sein muss. den ganzen Tag. Was willst du? Ein Attest?

Hast du die Vase gesehen? Ja.

Entschuldigung. Das ist der dümmste denkbare Reflex auf Peter.

Ich war sehr aufgewühlt heute Nacht.

(MTA) Morgen! Morgen!

Deine Affäre ist aus meiner Sicht kein Grund. unsere Ehe zu beenden.

Andreas. das führt doch zu nix.

Ja. Natürlich bin ich verletzt. wütend. was weiß ich.

Aber ich bin auch bereit zu sagen:

Lass uns das Kapitel Peter abschließen. Jetzt.

Andreas! Nach den Monaten mit Peter könnte ich nie mehr mit dir leben.

Du kannst dir seine Energie nicht vorstellen.

Und was mir das bedeutet. Und jetzt geh bitte.

Ich kann meine Patienten nicht so versetzen wie du dein Kollegium.

Sie können jetzt bitte rein schicken. Frau Seidler. ja?

Kommen Sie bitte.

Ja. guten Morgen.

Harter Türschlag. schneller Rhythmus

Reifen kreischen. Mann! Schau nach vorn. Idiot!

Ja. Entschuldigung.

Und wie hat Andreas reagiert? Er kämpft noch.

Aber ich hab ihm gesagt. dass es endgültig ist.

Schön. dann sind die Fronten klar. Was heißt das?

Volle Konfrontation. offenes Visier.

Du und Andreas? Oder wovon redest du?

Ja.

Ja. Und was denkst du über uns?

Peter. es ist offiziell: Wir gehören zusammen. kein Versteckspiel mehr.

Ja.

Ja.

Ja. ja. Gut. gut.

Äh. du könntest hier einziehen.

Zum Beispiel. Wenn wir das wollen. ja.

Hier.

Hm!

Chor singt "Das Wandern ist des Müllers Lust"

Fehler beim Einsatz zur 2.Strophe. Gelächter

Fangen wir nochmal von vorn an.

Die zweite Strophe von vorn.

Andreas.

Komm. wir gehen raus.

Hallo. Christa. - Hallo.

Warum bleiben wir nicht drin. Ach. die sitzen jetzt alle und trinken.

Ist doch lustig. Nicht mehr. ich höre hier auf. Was heißt "hier"?

Alles. Peters Vereine werden ohne mich zurechtkommen müssen.

Das kannst du nicht machen. Doch. einfach aufhören.

Ich fühle mich wie 'ne Oberschichtenschnalle.

der ihr Mann eine Boutique

für ein klein wenig Selbstverwirklichung sponsert.

Das ist keine Boutique. Genau. Viel schlimmer. Ich bin so armselig.

Wirklich alles. was ich aufgebaut habe. hat Peter bezahlt.

damit ich meine soziale Ader schön ausleben kann. auf höchstem Niveau.

Darauf war ich auch noch stolz. Ja. das kannst du auch sein.

Danke. Große Sozialmanagerin - alles vom Ehemann geschenkt.

Das ist erbärmlich. Und sage nicht. dass du das nicht früh gesehen hast.

Warum hast du denn nie etwas gesagt? Ich hab mich für dich gefreut.

Schadenfreude. oder? Dachtest du. das ist mein großer Traum:

die totale Abhängigkeit?

Ok. dass du Peter von Anfang an für einen Idioten hieltest.

war offensichtlich. Das musstest du gar nicht sagen.

Ich. ähm. hab Peter gemocht. Ja genau: große Hundenummer.

Nein. Das war so peinlich. wenn Peter versuchte.

sich mit dir zu unterhalten.

Und du hast dich dann generös drauf eingelassen.

und jeder hat gesehen. was du gedacht hast.

Ich bewundere vieles an ihm. Ich sag ja: große Hundenummer.

Und dann führst du mir deine Frau vor:

Ärztin. eigene Praxis. alles selber aufgebaut.

Meinst du. ich sehe die Demütigung nicht?

Heike hat sich von mir getrennt. Machst du Witze?

Sie hat eine Affäre. Wie. mit wem?

Ja. das Rätsel ist ja jetzt nicht mehr so schwer zu lösen. oder?

Ne. hör auf. Tja.

Ach ne. Ach. das tut mir so leid.

Das ist mir so peinlich.

Was ist dir daran schon wieder peinlich?

Na. ohne mich wäre dir Peter doch nie übern Weg gelaufen.

(lachend) Komm. wir besaufen uns. Das ist ja schrecklich.

Gibt's noch einen der alten Läden? Freitags wird wohl was offen haben.

Weißt du was von deinen Schülern? Von denen treffe ich besser keinen.

Vokal-Popmusik

Rot! Schnell!

Ah.

Warte mal. warte mal kurz!

Entschuldigung. Ja. Danke.

Oh. was 'ne Scheiße!

Husten Christa?

Anklopfen Alles klar?

Ja. alles klar. Mein Mann hetzt die Presse auf dich. Sonst alles klar.

Die wollen dich fertig machen. Kapierst du das?

(wütet) Sonst ist alles in Ordnung. alles in Ordnung!

Wir wissen doch gar nicht. ob das Peter war.

So eine Scheiße.

Sie stöhnt.

Sie keucht.

Tut mir leid.

Tja. Ich könnte Alternativen anbieten. Na. lass mal.

Mit mir ist sowieso nichts anzufangen (räuspert).

Gar nichts.

Wie man sein Leben dermaßen in den Sand setzen kann.

Schlaf gut.

Türschlag. Peters Handy

Ja?

Was? Mit Foto?

Follner.

Also Andreas Rogel. nicht Andreas Erder?

Sehr gute Arbeit. Herr Schwarz.

Danke. Ja. Gleichfalls.

(laut) Ha!

Was ist mit Andreas? Äh. er ist in der Zeitung.

Die Anschuldigungen gegen mich erscheinen in einem neuen Licht.

Warum? Es handelt sich nur um die Rache eines gehörnten Ehemanns.

Das steht in der Zeitung? Mit einem schönen Bild von Andreas.

Wie kommen die auf den Schwachsinn?

Die haben sich die Fakten angeschaut und ihre Schlüsse gezogen.

Welche Fakten. woher? Keine Ahnung. ich hab nicht mit denen gesprochen.

Wer war das gerade am Telefon?

Unser Pressemann Schwarz.

Äh. wo willst du denn hin? Mir eine Zeitung holen.

Stimmengewirr

Morgen! Morgen.

Anklopfen. Türklinke (Sekretärin) Herr Rogel?

Hier ist eine Dame. die behauptet. einen Termin mit Ihnen zu haben.

Jetzt? Ja.

Jetzt. Ach Sie.

Ja selbstverständlich. kommen Sie rein. Ist in Ordnung.

Tag! Hallo.

Ja ähm. nehmen Sie doch Platz.

Möchten Sie was trinken? Nein. - Danke. Setzen Sie sich doch bitte.

Hm! Erinnern Sie sich an mich?

Ja. das ist ein überraschendes Wiedersehen. aber ein erfreuliches.

Sie sind am Samstag so früh vom Empfang los. Schade.

Sind Sie noch länger geblieben?

Ich konnte Ihnen gar nicht mehr meinen Sohn vorstellen.

Ja. wir sind uns wirklich noch nie begegnet. Ich bin Andreas Rogel.

(langsam) Ich heiße Marco Blank.

Herr Rogel ist der Schulleiter hier. Der Chef vom Gymnasium.

Ich war eine a-a-andere Schule. Ja. das hab ich mir schon gedacht.

Sonst würde ich mich ja an Sie erinnern. Ich bin be-behindert.

An welcher Schule waren Sie? An vielen.

Marco hat sich am Anfang sehr schwer getan. meine Schuld.

Er wurde als Kind zu wenig gefördert. Ich hab da total versagt.

Glaub ich Ihnen nicht. Doch. Sein Vater haute nach seiner Geburt ab.

Ich hab Marco allein erzogen. Sie haben sicher noch nie

eine so überforderte und unfähige Mutter gesehen.

Auch wenn Sie das nicht hören wol- len: mein Respekt. Will ich nicht.

Ich will Ihnen erzählen. wie aus dem Kind einer Katastrophen-Mama

dieser sensationelle Typ geworden ist.

Wollen Sie wissen. wem wir das verdanken? Ja. gern.

Einem einzigen wunderbaren Menschen verdanken wir wirklich alles.

Er heißt Peter Staude.

Ja. Ja. ich verstehe. Sie verstehen gar nichts. Sie Hornochse.

Sie haben keinen blassen Schimmer. was Staudes Verein ermöglicht.

Ich erkläre Ihnen gern... Ach. halten Sie die Klappe!

Marco war ein allein gelassenes. verzweifeltes Kind.

bis er in Staudes Sportverein kam. Heute spielt er im Kader

der Fußball-Nationalmannschaft der geistig Behinderten.

Er weiß. was er kann und ist stolz drauf. dank Peter Staude.

Er hat ein Theater für Behinderte gegründet.

ein Orchester und ein Architekturbüro.

Und Sie jämmerlicher Schulleiter dieses jämmerlichen Gymnasiums

wollen ihn zerstören. weil er sich ein Haus gebaut hat?

Das hat sich dieser Mann so sehr verdient!

Wir haben ihm sogar beim Bauen geholfen.

haben nie erhaltene Spenden quittiert

und jahrelang noch ganz andere Sachen gemacht.

Ich bin nur hier. um Ihnen zu sagen. wie sehr ich Sie verachte.

Sie sind für mich das Aller-Allerletzte.

Marco. komm.

Morgen! Kommen Sie dann auch. bitte!

Liebe Kollegen. willkommen zu dieser spontan angesetzten Pausenkonferenz.

Wir haben's zum Glück nur mit einem Zeitungsartikel zu tun.

Darin wird behauptet. ich hätte

einen alten Freund an den Pranger befördert. um mich zu rächen.

Details aus meinem Privatleben und

besonders aus dem meiner Frau werden ausführlichst dargestellt

als Grund für meine angebliche Rache.

Ich stelle hiermit fest: Die Behauptungen in dem Artikel

entbehren jeder Grundlage.

Ich werde mit allen Mitteln dagegen vorgehen.

Vielleicht hilft ja eine offene Erörterung dieser Geschichte.

mal den Unterricht zu bereichern. Lachen

Haben die Kollegen Schnabel und Thromsdorf irgendein Problem?

Die Eltern wissen nicht. was Sache ist. Ja. sie werden informiert.

Uns ist noch immer nicht klar. wogegen Sie sich wehren.

Ihr habt das doch gelesen! Bodenlos. was seiner Frau unterstellt wird!

Nein. das über meine Frau und mich stimmt.

Sie haben also einen der Korruption beschuldigt.

der etwas mit ihrer Frau hat. - Nicht deswegen!

Beides muss man trennen. bevor man die Schule in Verruf bringt. klar?

Können Sie Kollegin Thromsdorf nicht einfach mal flachlegen?

Wie? Endlich handeln! Dann müssen Sie sich nicht mehr so ekelhaft

bei ihr einschleimen. Ist das der neue Führungsstil?

Nein. der neue Stil ist. dass Sie jetzt eine in die Fresse kriegen!

Schrei Das bringt doch nix. - Hör auf!

Das interessiert mich jetzt alles nicht. Dann kommen Sie halt da hin.

Ja.

Sind Sie noch normal? Ich hab Ihren Namen nicht preisgegeben.

Außerdem. ohne Sie zu kränken. waren Ihre Hinweise maximal ein Fürzchen.

Ich hab mich Ihnen nicht aufgedrängt! Also doch beleidigt?

Ich stelle nur klar: Sie sind zu mir gekommen.

haben meine Hinweise verwertet und ich hab nun Probleme.

Ihre Tipps waren ein Witz gegen die Bombe. die noch hoch geht.

Ihre Sprüche... Nein. Staudes Firma ist am Ende.

Die entwickeln laufend Großprojekte. streichen fette Förderungen ein und

werden keines fertig bauen. Das Land bleibt auf den Ruinen sitzen.

Das Geld ist weg. Das Land will nicht. dass das publik wird.

Das wird demnächst publik.

Die Ermittler werden Staudes Firma auf den Kopf stellen.

Für Sie interessiert sich dann niemand mehr. Meinen Sie?

Eine Einladung? Jetzt? Jeder Politiker wird sich genau überlegen.

ob er sich mit dir sehen lässt. Anklopfen Ja? Was gibt's denn?

Andreas Rogel. Was hat der wieder verzapft? Er ist da. Was. hier?

Er würde Sie gern sprechen. Es sei dringend.

Moment.

Was willst du?

Unterlagen. Verschwinde. Du hast Familien von Behinderten benutzt.

Ist das hier deine Privatrazzia?

Du wirst hier bald eine richtige Razzia haben.

Schaff die Akten weg. Wegschaffen? Du hast nicht mehr viel Zeit.

Du weißt. du hast Probleme. Woher hast du den Quatsch?

1.24 Mio. Sagt dir die Zahl was?

Woher? Ihr habt kaum begonnen zu bauen

und schon Rechnungen in dieser Höhe. die du nie bezahlst.

weil Fördergelder und Spenden weg sind. Warum erzählst du mir das?

Ich hab diese Zahl von einem Journalisten und nicht nur die.

Glaubst du. nur der kennt sie? Du bist gekommen. um mich zu warnen?

Ja. Warum?

(schnauft) Ich brauche Simone Blanks Ordner.

Wofür? Um ihn zu vernichten.

Simone Blank. Mhm. Ich glaube. ich verstehe.

Ja ja. die ist süß.

Am Abend meiner Ehrung hat sie mich nach dir gefragt.

Ich war sauer auf dich. Aber wie sie nach dir gefragt hat: Doch doch.

du könntest Chancen bei ihr haben.

Mein Gott. Andreas. du bist k o r r u p t.

Von dir klingt das fast wie ein Kompliment.

Du stellst dir alles so simpel vor.

Es kann ja nicht so kompliziert sein. einige Akten wegzuschaffen.

Glaubst du. ich hab einen extra Ordner von ihr in der Schublade.

Abgesehen davon: Verlangst du nicht etwas Verbotenes von mir?

Ich glaube schon. Aber renn ich deswegen zur Polizei?

Ich bau mir keine Villa.

Ich hab mich täglich gefragt. ob ich einen Freund verraten könnte.

Seit ich von deinem Spenden- missbrauch weiß... Und woher?

Weil ich dich als ältesten. besten Freund meiner Frau eingeladen habe.

Unwichtig! Nein. denn so ein Wissen missbrauchen Freunde nicht!

Aber das war ich ja nicht für dich. Doch! Ach. red doch keinen Dreck!

Ich hab mich gefragt: Was müsste Andreas tun.

damit ich so handle wie er. Hätte er ein Verhältnis mit einer Schülerin.

hätte ich ihn dann anzeigen sollen? Ja. ich denke schon.

Komm. Andreas. bei einer 17-Jährigen hätte ich mit dir angestoßen.

Bei einer 16-Jährigen hätt ich dir gesagt: Lass den Scheiß. Aber:

Ich wär nicht zur Presse. Aber ich hab dich doch beiseite gebeten!

Ich hab mir bloß ein Haus gebaut. Wen wollte ich damit beeindrucken?

Ich dachte bei jedem Planungs- schritt: Was würde Heike gefallen?

Seit wann? Wie? Seit wann du meine Frau vögelst?

Du hast dich nicht mehr um sie gekümmert. Andreas.

Seit mindestens 5 Jahren. Das hat sie nicht verdient.

Aber 'ne Villa aus Spendenbetrug! Ach. wer sitzt denn da.

um Spendenbetrug zu vertuschen? Weil er scharf ist auf 'ne Frau!

Ich kann dem Journalisten nicht seinen Text diktieren. Okay.

Aber Sie brauchen ihn nicht über mein Privatleben zu informieren.

Klar. dass Sie über diesen Aspekt des Artikels nicht glücklich sind.

Nicht glücklich? Peter erfährt seitens der Bürger starken Rückhalt.

Sind Sie schwer von Begriff? Der Artikel geht auf meine Kosten!

Ihr Ansehen hat nicht gelitten. So? Läuft da schon eine Umfrage?

Dann kommen Sie mal in meine Praxis.

Schwarz.

Ach. du Scheiße.

Ja. Danke.

Peters Geschäftsräume werden durchsucht.

Gegen ihn wurde Anzeige erstattet.

Monoton-düsterer Rhythmus

Ist das Peter?

Peter. was ist denn passiert? Wo bringen Sie ihn hin?

So hier. schreib dir den Vornamen bitte auf. Ja. gut. Hallo! Ach.

So früh hätt ich dich gar nicht erwartet.

Bin ich zu früh? Nein. ich freue mich sehr.

Ich muss nur noch kurz was mit Herrn Amarell organisieren.

Guten Abend. Etwas organisieren?

Du bist vor ein paar Stunden umgekippt.

Sie hat recht. du musst dich erholen.

Ja ja. kleiner Schwächeanfall.

Schaff mir die Politiker ran. Die hängen ihr Fähnchen nach dem Wind.

Die haben nie eine Einladung ausge- lassen. Bisher waren andere Zeiten.

Lässt du mich jetzt hängen? Ein Politiker überlegt jetzt genau...

Bring mir die Leute. bewerte jetzt nicht die Lage!

Ich hab dir einen Auftrag gegeben!

Gehen Sie. bevor Sie einen Infarkt riskieren.

Mein Herz ist ok. sagten den Ärzte. Das glaube ich nicht.

Wie kamen Sie ohne Besuchserlaubnis hier rein? Ich hab ihn gebraucht.

jetzt kann er wieder gehen. Du weißt. was du zu tun hast.

Gute Besserung. Peter.

Ja. tschüs. Wiedersehen. Wiedersehen.

Was organisierst du denn schon wieder?

Ach. kleines Essen. Ich will ein paar Leute einladen. mehr nicht.

Leute mit Einfluss meinst du?

Hältst du das für eine gute Idee? Können wir das Thema wechseln?

Ich muss mich erholen. (lacht) Ja. das dachte ich auch.

Schön. dass du da bist. Mhm. Ich habe Pläne.

Mit uns?

Hier. schau mal. Willst du verreisen?

(gedehnt) Ja. Ich muss mich regenerieren. Frau Doktor.

Dann sieh du mal zu. dass du einige Tage in der Praxis frei nimmst.

Zurufe und Stimmengewirr

Schiedsrichter pfeift.

Marco.

Was... willst du hier? Ich wollte mir ein Fußballspiel anschauen.

Das Spiel ist zu Ende. Stimmt.

Schade. ich hätte gerne gewusst. ob der 6er Sie noch mal weggrätscht.

Den Ball oder mich? Sie natürlich.

Wie kommen Sie denn jetzt heim? Warum... wollen Sie das wissen?

Kommt vielleicht Ihre Mutter. um Sie abzuholen? Nein.

Darf ich Sie begleiten? Nein. Ich würde Ihre Mutter gern wiedersehen.

Ich dachte. ich gehe den Weg über den Sohn.

Ich würde sie gern zum Essen einladen. Nein. danke.

Entscheiden Sie so was auch für Ihre Mutter.

oder wären Sie so nett. mir ihre Telefonnummer oder Adresse zu geben?

Was. was wollen Sie von meiner Mutter? Ich bin vorbereitet.

Was steht da drin? Was ich von Ihrer Mutter will.

Würden Sie ihr den Brief bitte geben?

Ich finde. Sie sind der ideale Bote. Ich setze viel Vertrauen in Sie.

Amsel singt.

Ich fahre. hm!

Hast du dir frei genommen?

Ich habe Flüge gebucht. In 3 Tagen um diese Zeit sitzen wir am Strand.

Ich hab mit Amarell gesprochen. Aha. über unseren Urlaub?

Über alles. Über die Firma. dein Haus. die Ermittlungen.

Wieso mit Amarell? Dir ist doch klar. wie's um dich steht. Peter.

Bin gespannt. was Amarell dir für 'ne Scheiße erzählt hat.

Es steht auch in der Zeitung. Dir ist doch klar:

Du kannst dir keinen Luxusurlaub leisten. Du bist b...

Was? Na sag das böse Wort. Was faselt Amarell?

Bankrott? Amarell hätt ich vor 10 Jahren schon rausschmeißen sollen.

Du hast Schulden. Peter. Du wirst die Firma verlieren. dein Haus.

Die Ermittler ließen dich gar nicht ins Ausland.

Ah so: Du chauffierst einen Schwerverbrecher. Handy

Mach dich mal nicht strafbar! Ja?

Was. die sind schon da?

Du auch? Ouh.

Ja. Hast du den Schlüssel? Dann mach denen doch auf.

Ja. klar. Ok. wir kommen. Bis gleich.

Herr Rauschenberg. Morgen! Tag.

Dauerakkord Hallo.

Was ist hier los? Wieso? Was soll los sein?

Was machst du hier? Für wen ist das Essen?

Außer uns hat er wohl auch die üblichen Verdächtigen aus Politik.

Wirtschaft und Gesellschaft eingeladen. Er macht das oft.

Daran wirst du dich gewöhnen müssen.

Es wird niemand kommen. Na ja. Peters Einladungen sind legendär.

Ich hab mit Amarell gesprochen: Alle haben abgesagt.

Es gibt kein Essen. Niemand aus Wirtschaft oder Politik wird

diese Villa betreten. Das ist Geschichte. Große Worte!

Du hast mir deine Hilfe angeboten. Wenn du kommst. nehme ich sie an.

Türgong Empfängst du die Gäste. bitte?

Na klar.

Oh. bist du angemeldet?

Eingeladen. angemeldet. erschienen. Ich hoffe. es stört dich nicht.

Nein. Das kommt nur unerwartet. Peter sagte.

es käme einiges auf den Tisch und ich solle dabei sein. Mhm!

Na. dann komm mal rein.

Ich würde mich freuen. wenn du das hier mal anprobieren könntest.

Ach. ist das die Hilfe. um die du bittest? Genau.

Hatte ich mir anders gedacht.

Ja. Genauso hatte ich es mir vorgestellt.

(lacht) Peter. akzeptiere. dass sich dein Leben ändern wird:

keine großen Geschenke mehr. keine großen Essen. Das überlass mal mir.

Und keine Villen. Ja. darüber hatten wir ja schon gesprochen.

Ich hab nach Wohnungen geguckt. Ich könnte eine bekommen.

Er schnauft. Sie wäre kleiner als diese und ich übernehme die Miete.

Umzug: Ja. ohne Verschlechterung für dich und ohne dass du was bezahlst.

Könntest du mich nächstes Mal nicht ins offene Messer laufen lassen?

Mit Peter? Nein. ich meine die Nacht bei dir.

Ich dachte. dass ich's will. Ich hab dich begehrt. seit wir uns kennen.

Na. das machte ja nicht unbedingt den Eindruck. ne?

Aber ehrlich gesagt. hat's auch irgendwann aufgehört. Und wann?

Weiß ich's? Als wir Familien hatten.

Ach. mit Heike wolltest du mich doch nur ein bisschen ärgern.

Ah. Anfang-Mitte Dreißig. Okay.

Genauer: An deinem 33.Geburtstag.

Bei meiner Cindy-Lauper-Einlage? Mhm.

Aha. das war peinlich?

Ja! Dann haste mich ja mein halbes Leben lang ins Messer laufen lassen.

Haha. mein Sportsfreund! Marco. komm rein. Hi!

Simone. guten Abend. Danke für die Einladung. Ihren Mantel. Sehr gern.

Ihr wart noch nie hier? Nein. Dann wird's Zeit.

Der ist so groß wie ich dachte. Ja. gefällt's dir? Ja. sehr.

Schön. Hallo. Hallo. - Hallo.

(laut) Marco! - Hi. - Hallo.

Wie schön. dass du da bist. Hallo. Herzlich willkommen.

Hallo. Hallo.

Ja. ihr kennt euch ja schon. Hier geht's weiter.

Marco kann mal schauen. ob er jemanden sieht.

der ihm bekannt vorkommt. Da bin ich.

Aha. Jaha. sehr gut.

Sollen wir dir auch so eins machen?

Ich hole am Wochenende meine Sachen aus der Wohnung.

(leise) Kommt. jetzt geht's da runter. Achtung. sehr steile Treppe!

Bringst du sie da her? Andreas. was sollen diese albernen Provokationen?

Das war keine Provokation. Ich weiß noch nicht. wo wir leben werden.

Sicher nicht hier drin. wie dir klar sein dürfte.

Ne. keine Ahnung. wie du dir dein Leben vorstellst.

Ha. nicht spektakulär. Oh. tut mir leid.

Nö. Spektakuläres brauch ich nicht. Soweit könntest du mich kennen.

Ich weiß nicht. Wir sind erst seit ein paar Wochen getrennt.

Aber du bist mir so was von fremd.

Das hätte ich nicht für möglich gehalten. Musikakzent

Zuerst war eine größere Runde geplant. Aber ich freue mich.

dass es genau diese geworden ist. Ich ziehe sie der größeren klar vor.

Guten Appetit. Guten Appetit. Prost! Prost!

Ich freue mich besonders. dass Andreas gekommen ist.

Liebe Christa. wie darf ich deinen Blick deuten? Nein. red nur weiter.

Andreas und ich müssen noch eine Sache klären. von Mann zu Mann.

Braucht ihr dafür Publikum. ja? Drei schöne Frauen. warum nicht?

Und einen fachkundigen Herrn. Macht ihr einen Boxkampf?

Würde dir das gefallen? Ja. Andreas ist gefährlich.

Ich glaube nicht.

Ha. dann frag mal sein Kollegium. Keine Sorge. Christa!

Deshalb habe ich Andreas nicht eingeladen.

Ne. klärt eure Dinge. wie ihr wollt.

Andreas war jüngst in meiner Firma. Ach. Was wollte er da? Mich warnen.

Das ist ihm ja früh eingefallen. Stimmt. er kam sehr spät.

Zumal er mir vorschlagen wollte. einige Akten beiseite zu schaffen.

Eine Stunde vor der Durchsuchung (lacht).

Unglaublich ahnungslos und naiv.

Aber ich halte ihm zugute. dass er es für eine Frau getan hat.

die er verehrt. Da wird man schon irrational. Welch eine Heldentat!

Das war es wirklich. Doch. die Unterlagen hätten Simone belastet.

Er gab Marco einen Brief mit.

Aber der hat dich nicht erreicht. Verloren.

Da dachte ich. es wäre vielleicht hilfreich.

wenn ihr euch hier trefft.

Ich hätte da eine kleine Lektüre für euch zum Durchblättern.

Sie ist zwar etwas durcheinander.

aber wohl vollständig. Und nächstes Mal kommst du bitte eher.

dann muss ich weniger hetzen. Das war schlecht für mein Herz.

Entsorgt das bitte selber. evtl. im Rahmen eines kleinen Ausflugs.

Da haben Sie sich ja einen schönen Verehrer eingehandelt. Viel Spaß!

Noch mehr profitieren Sie von ihm.

wenn Sie ihn Risotto kochen lassen. Das kann er ausgezeichnet.

Aber Auto fahren Sie besser selber. Warum so angepisst? Bin ich nicht.

Aber bei dieser Art Kuppelmeeting kann ich doch etwas nachhelfen.

Danke. nicht nötig. Sie. der Mann war für Sie in der Höhle des Löwen!

Ich sehe das schon selber. Solche selbstbewussten Töne mag er.

Lassen Sie meine Mutter in Ruhe. Welche Gefahr sehen Sie für sie?

Willst du dich jetzt auf Marcos Kosten profilieren? Wieso. weil

ich ihn wie'n Erwachsenen behandle?

Benimm d u dich erst mal nicht mehr wie ein eifersüchtiger Teeny.

Wie benehmen die sich denn?

Du hast dich mit meinem Mann liiert. Wär's dir lieber.

ich würde mich benehmen wie du beim letzten Essen? Türgong

Kommt noch jemand. Peter? Soll ich aufmachen? Ja. bitte sei so lieb.

Sorry. War nur ein kleiner Scherz über meinen etwas bigotten Ex.

Das war nicht gegen Sie gerichtet. Ich hab kein Problem damit.

Der bigotte Ex auch nicht. wenn der mal reden darf. Der kennt das schon.

(lacht) Der Arme. Peter!

Komm. komm mal bitte.

Entschuldigt.

(leise) Peter. da sind zwei Herren.

(sehr leise) Ja. verstehe.

Ich. äh. muss mich leider verabschieden.

Ich bitte euch herzlich. weiter zu essen. Es schmeckt ausgezeichnet.

Vertragt euch. genießt den Abend. Hoffe. es gibt bald ein Wiedersehen.

Wer ist das denn?

Polizei. Die haben Peter festgenommen.

Musikakzente. Türschlag. dann Schiebetür

(Marco) Warum macht ihr nichts?

Halt. stopp! - (Christa) Was meint er mit Wiedersehen?

Besuche im Gefängnis? Ich glaube.

über deinen Besuch würde er sich sehr freuen. Na. über wessen nicht?

Räumen wir ab? Ja.

Was haben Sie jetzt vor?

Wollen Sie noch hier bleiben? Sie nicht?

Nicht jetzt. Ich muss meinen Sohn suchen.

Können Sie mir helfen? Gerne.

SWR 2013

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