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Original subtitles

* Pulsierende Musik *

Eva de Vries

Lara Hildebrandt

Maria Rietzel

Uli Kersting

* Entspannte Musik *

Wenn wir auf die Welt kommen, ist das Leben ein Paradies.

Ein Spiel, in dem es uns nicht schwerfällt,

uns immer wieder herauszutrauen.

In eine Welt voller kindlicher Abenteuer.

Bis wir eines Tages begreifen, dass es nicht dabei bleibt.

Die Schuld zieht in unser Leben ein,

auch wenn wir für manches gar nichts können.

Jeder Tag bietet uns eine Chance,

einen neuen Anfang zu finden.

Und uns herauszutrauen in die gleiche Welt,

die immer noch voller Abenteuer ist.

Frau Hildebrandt - wie schön, dass Sie auch wieder da sind.

Waren Sie schön Gassi?

Entschuldigung, ich musste den Hund aus Zimmer 112...

Kam in irgendeiner meiner Anweisungen das Wort "Hund" vor?

Nein, aber ich...

Frau Hildebrandt, wenn Sie hier weiterkommen wollen,

dann müssen Sie sich anstrengen.

Halten Sie sich an Linh, dann können Sie was lernen.

Bringen Sie dieses Viech weg.

Ja.

Na, herzlichen Dank.

Das wusstest du doch, als du mich losgeschickt hast.

Da hab ich wohl was durcheinandergebracht.

Jetzt bring den Hund weg.

Prüf die Belegung der Konferenzräume und dann gleich die Meldescheine ab.

Womit soll ich die Meldescheine abgleichen?

Ich hab das noch nie gemacht.

Hast du jemals was gemacht, was man im Hotelfach können muss?

Dein Studium hilft dir jedenfalls so viel wie eine Rolle Klopapier.

Was hab ich dir getan?

Du bist nur hier, weil dein Daddy zu viel Geld hat.

Reicht das als Antwort?

Hey! Was machst du da?

Was denn? Ich hab Pause. - Ich aber nicht.

Na, da du gerade fragst:

Der olle König hat es endlich gecheckt

und mich an die Bar versetzt.

Das heißt, er hat endlich genug von dir?

Nein.

Setz dich mal zu mir.

Bitte.

Also.

Der Weg zum Erfolg führt über die richtigen Kontakte.

Networking, Svetlana.

Networking.

Und am Ende des Tages kommen sie alle an die Bar.

Und wer ist an der Bar? Ich bin an der Bar.

Flieg nur nicht zu hoch.

Sonst fällst du tief.

Jetzt geh weg. Anni Sander ist gleich hier und du sitzt auf ihrem Sofa.

Hast du Anni Sander gesagt?

Ja. - Die Anni Sander?

Hey Sporties,

ihr könnt ein Meet & Greet gewinnen.

Verlinkt zwei neue Freunde unter meinem letzten Post.

Good luck!

(Fans) Anni! - (Security) Ruhig, Freunde!

Das ist mal ein Empfang.

Die Fans waren nicht abgesprochen, Jörn.

Ohne Bühne kein Auftritt, Annichen.

Wie oft hab ich dir das schon gesagt?

Oder schaffst du das heute nicht?

Anni!

Helfen Sie mir bitte, hier rauszukommen?

Sehr gerne.

Vielen Dank.

Leute, lasst Anni aussteigen.

Wer sie heute live beim Work-out erleben will:

15 Uhr ist Anni-Time im neuen Sportpark.

(Fans) Anni!

Hallo.

Ganz ruhig, immer nur einer.

Alles bereit?

Nur die Lieferung des Sponsors fehlt noch.

Können wir etwas verändern?

Wir versuchen, es zu beschleunigen.

Sehr gut.

Herzlich willkommen im Mondial.

Ich bin Eva de Vries, die Hotelmanagerin.

Ich hoffe, der Empfang war nicht allzu stürmisch.

Das bin ich gewohnt.

Dafür wird Ihr Aufenthalt umso erholsamer.

Das ist Herr König, unser Reception Manager.

Er regelt alles Weitere. Meine Karte für den Notfall.

Einen schönen Aufenthalt.

Vielen Dank.

Bitte hier entlang.

Herr König, ich bin der Manager meiner Frau.

Alle Anfragen, alle Anrufe laufen über mich.

Sehr gern.

Können Sie mich zur Küchenchefin bringen?

Ich möchte das Abendessen besprechen.

Ich kümmere mich darum. - Die Lieferung des Sponsors?

Unterwegs. - Die müsste längst da sein.

Ist das Ihre Art, Gäste glücklich zu machen?

Wir kümmern uns darum.

Währenddessen bringt Frau Thuy Sie gerne auf Ihr Zimmer.

Hier entlang.

Wir finden allein hoch.

Zweiter Stock, Zimmer 201, auf die linke Seite.

Ist die Lieferung des Sponsors da?

Sie haben doch gerade gesagt...

Dann sollten Sie am Telefon sein.

Natürlich.

Dilettanten.

Mit so was muss man sich hier rum ärgern.

Ach, Jörn.

Es gibt doch noch anderes als Arbeit.

Aha.

Komm.

Lass uns mal was Verrücktes machen.

Was Verrücktes? - Ja.

Wir könnten abhauen.

Mit dem Aufzug wieder runter

und einfach für ein paar Tage verschwinden.

Und was ist mit deinem Sponsor und deinem Vertrag?

Lassen wir sausen.

Wenn du dich zu schwach fühlst...

Dann machen wir genau das.

Ich bin unsicher,

ob ich noch einmal so gute Konditionen aushandeln kann.

Aber wenn du das brauchst...

Nein.

Ich dachte nur... - Du dachtest?

Das ist keine deiner Stärken.

Du bist zu impulsiv und deswegen brauchst du mich.

Wir sind ein Team.

* dynamische Musik *

Bisschen zu langsam, du kleiner Pisser!

Den Aufzug finden Sie dort.

Sie werden einen himmlischen Aufenthalt haben.

Individuelle Ansprache, so machst du sie glücklich.

Was ist das mit den ganzen Nonnen? Die singen.

Ich denk, die beten.

Nein. Sie singen. Die haben einen großen Auftritt.

Der Veranstalter hat sie hier untergebracht.

Die ist Sopran und die ist Alt.

Richtige Rockstars.

Meinst du, die verwüsten ihre Hotelzimmer

genauso wie die Rolling Stones?

Hier. Die Meldezettel.

Das ging ja schnell.

Reine Organisation. Hab ich im Studium gelernt.

Linh?

Wer kann mir was über die Geschichte des Hotels erzählen?

Frag Ingrid Plaschka, die Haushandwerkerin.

Die war schon vor der Wende hier.

Guten Tag.

Ist Frau Hildebrandt zu sprechen?

Papa! Was machst du hier?

Ich war in der Gegend.

Wollte mal sehen, wie's dir geht.

Arbeitest du jetzt hier an der Rezeption?

Ja, weil du der Chefin Druck gemacht hast.

Ich darf das jetzt ausbaden.

Das klären wir sofort. Auf gar keinen Fall!

Ich ruf die jetzt sofort an. Ich krieg schon Ärger wegen dir.

Wieso lässt du das mit dir machen, Lara?

Willst du nur noch im Servicebereich arbeiten?

Du hast studiert!

Papa, das ist meine Sache. Halt dich da bitte raus.

Wie? Du bist meine Tochter!

Ich bin nicht eure Tochter!

Und ihr seid nicht meine richtigen Eltern.

Das hat für uns nie einen Unterschied gemacht.

Ich weiß. Es ist aber einer.

Meinst du, wir wüssten nicht, weshalb du dich hier beworben hast?

Diese ganze exzessive Suche in letzter Zeit, das...

Du musst dich davon freimachen, das tut dir nicht gut.

Ich muss das machen, Papa.

Was ist, wenn du etwas erfährst, was alles noch viel schlimmer macht?

Was, wenn du rausfindest, dass sie dich nicht wollte?

Was denkst du, was ich bisher geglaubt habe?

Ich muss wieder zur Arbeit, sonst krieg ich noch mehr Ärger.

Lara. Wir lieben dich.

Das weiß ich doch, Papa.

Ich liebe euch auch.

Aber ich muss jetzt.

Ist das dein Ernst? - Keine Chance.

Ist das zu viel verlangt, ihm einfach die Sachen abzunehmen?

Was soll das? Hetzt du deine Leute auf mich, um dein Geld zu kriegen?

Entspann dich mal, das würde ich doch nie machen.

Doch nicht bei meinem Bruder, Digger.

Guck dich mal an.

Siehst aus wie fette Beute.

Ich muss aufs Amt. Wegen meinem Vater.

Willst du mich verarschen?

Dafür diese neuen Schuhe?

Was geht hier ab, Mann?

Nix.

Ist die Wahrheit.

Gib mir deine Schuhe.

Dein Ernst?

Die Schuhe!

Es gibt so viele normale Hoteliers.

Und was bekommen wir?

Einen Piranha.

Keine Sorge, Pit, ich werd der schon die Zähne ziehen.

Glaubst du wirklich?

Wenn eine dazu in der Lage ist,

dann ist es meine liebe und zugleich gefürchtete Frau.

Das hast du sehr schön gesagt, mein Herz.

Wenn die glaubt,

die könnte mir in der Küche reinreden, dann... Was ist?

Ich geh mal den Piranha holen, der ist gerade gekommen.

Ah, Frau de Vries, richtig?

Ich hab mich noch gar nicht vorgestellt:

Uli Kersting, die Frau mit der Güstrower Röstung.

Wer ich bin, wissen Sie ja.

Miss Mini-Frühstück.

Oh, ist das mein Spitzname?

Gibt es etwas zu besprechen?

Über meine Küche und wie sie geführt wird?

Ich wollte eigentlich nur Hallo sagen.

Ich will Sie gar nicht weiter bei der Arbeit stören.

Sie müssen sich ja um Ihren Piranha kümmern.

Sag mal, hast du magische Kräfte, oder was?

Meine entspannte Art überträgt sich auf andere.

Warum bist du so verdammt selbstbewusst?

Man wächst an seinen Herausforderungen.

Ah.

Warte hier, das sind schwierige Gäste.

Je weniger man stört, desto besser.

Stopp! Du bist nicht bei der Sache, Schatz.

Konzentrier dich! Ja?

Ihre Lieferung ist da.

Dann steh nicht rum wie ein Sack Reis.

Bring's rein und geh wieder.

Jörn, bitte!

Was denn?

Sie sieht doch, dass sie stört, oder?

Also falls es dort, wo sie herkommt,

so etwas wie Rücksichtnahme überhaupt gibt.

Das weiß ich nicht.

Lassen Sie es gut sein.

Dann wär ich fertig.

Okay. Noch mal.

Da, wo die herkommt?

Ein Sack Reis?

Linh, das ist absolut rassistisch.

Warum lässt du dir das gefallen?

Ich bin nicht hier, um Leute zu erziehen.

Gut.

Dann muss das halt jemand anders für dich machen.

Warte mal!

Hey!

Herr König... Hat sich erledigt.

Das stimmt nicht. Was ist los?

Es geht um Herrn Sander.

Er hat Linh rassistisch beleidigt, was ich bezeugen kann.

Eine schwerwiegende Anschuldigung.

Er ist der Ehemann unseres VIP-Gastes.

Das gibt ihm doch keinen Freibrief! Das hat niemand gesagt.

Sie müssen mich nicht belehren.

Unsere Compliance-Regeln sind für uns und unsere Gäste verbindlich.

Ist irgendetwas an dem dran, was sie sagt?

Nein.

Warum sagst du das?

Sanders Worte waren verletzend! Das können Sie beurteilen?

Sind Sie qualifiziert, zu entscheiden,

was richtig oder falsch ist?

Damit Sie Erfahrung darüber sammeln können,

wie ein Hotel funktioniert,

werden Sie heute noch für die Spätschicht bleiben.

Ja.

Sie können gehen. Sie bleiben.

Linh, ich erwarte von meiner Abteilung

ein Höchstmaß an Professionalität.

Aber wenn einer von uns beleidigt wird,

hört der Spaß auf.

Hat Herr Sander Sie irgendwie angegriffen oder verletzt?

Nein.

Ich übernehm ab jetzt die Betreuung der Sanders.

Raus.

Wenn man immer nur die Klappe hält, ändert sich nichts!

Sander ist morgen weg. König denkt jetzt, ich kann nichts allein!

Lieber lässt du dich beleidigen? Was ist dein Problem?

Weißt du, wie häufig ich Rassismus erlebe?

Glaubst du, du bist die Einzige?

Egal, wie deutsch ich bin, für die bleib ich die Reisfresserin.

Aber ich entscheide, wer ich bin, nicht irgendwelche Idioten.

* Schritte entfernen sich. *

Ihr seid ja schon richtig gute Freunde geworden.

Gluten, Milchprodukte, Zucker - auch tabu.

Ersetzen Sie einfach alles durch tryptophanhaltige Lebensmittel, ja?

War es das?

Nein.

Das Dessert nimmt meine Frau vor dem Braten zu sich.

Und den rohen Lachs als letztes.

Genau. Ich sehe, Sie kennen sich aus.

Wir sind ein Restaurant, keine Reha-Küche.

Was Frau Kersting sagen will:

Wir haben viel zu tun, aber wir tun natürlich unser Bestes.

Annis Motto:

Das Beste ist nicht gut genug.

Oh Gott.

Der denkt wohl, ich bin seine Privatköchin.

Uli.

Das ist ein Gast mit Sonderwünschen. Wo ist das Problem?

Ich bin nicht Chefin geworden,

um mir sagen zu lassen, wie ich zu kochen hab.

Dann übernehm ich das. Du?

Ja, ich bastel was zusammen.

Wie sagte eine mir näher bekannte Food-Chefin?

Man wächst mit seinen Herausforderungen.

(Anni) Können Sie mir eine Laufstrecke empfehlen?

Schwerin ist ein Paradies zum Laufen, warten Sie.

Frau Thuy, ich übernehme.

Hier ist ein Experte gefragt.

Sie sind Experte?

Absolut. Ich hab alle Strecken selbst getestet.

Und was empfehlen Sie?

Also Ihnen empfehle ich die Strecke am Schweriner See.

Guter Untergrund, keine Unebenheiten

und als Bonus noch ein romantischer Seeblick.

Circa zehn Kilometer.

Perfekt, vielen Dank.

Äh, Frau Sander?

Mein ultimativer Tipp:

Starten Sie erst um 18 Uhr, da ist die Strecke deutlich leerer.

Früher schaff ich es sowieso nicht.

Am See ist es nie leer.

Außer, wenn es dunkel ist.

Na und? Um 18 Uhr hab ich Pause.

Nein, wie süß! Du bist ein Fan von der!

Ist doch Bullshit.

Geil, mach ein Foto mit ihr. Los!

Ein Foto? - Ja.

Kinderkram.

Ich hab was viel Größeres vor.

Wart mal ab.

* Klopfen *

Frau de Vries?

Was machen Sie denn hier?

Ich hab Sie nicht gefunden.

Da dachte ich, schaue ich mir schon mal meinen Arbeitsplatz an.

Ich hatte Sie auf der Damentoilette erwartet.

Da treffen Sie mich doch so gerne.

Heißt das, ich hab den Job als Assistent?

Ich habe mich dazu entschieden,

keinen neuen Assistenten einzustellen.

Ah.

Okay.

Wo brauchen Sie mich?

Security?

Hotelpage.

Überfordert Sie das?

Koffer schleppen? Ja.

Aber damit Sie sich nicht langweilen,

erhalten Sie eine Sonderaufgabe.

Als mein Ohr innerhalb der Belegschaft.

Ich soll Ihre Leute ausspionieren?

Zum Wohle des Hotels.

Wir plaudern ab und zu. Mehr nicht.

Wenn Sie das gut machen, erhalten Sie eine Prämie.

Können Sie sich das vorstellen?

Kommt auf die Höhe der Premiere an.

Kommt auf die Qualität der Informationen an.

Okay, ich mach's.

Oh.

Dass Sie so schnell zusagen, hatte ich nicht erwartet.

Frau Rietzel, wir haben einen neuen Mitarbeiter.

Kümmern Sie sich bitte um ihn.

* dynamische Musik *

Jo Leute, was geht ab?

Ich bin heute mal wieder live für euch

und treff gleich meine beste Freundin Anni Sander.

Dann laufen wir unsere Lieblingsstrecke am Schweriner See.

Das wird richtig nice.

Oh, let's go!

Ah!

Ja?

Frau Plaschka?

Ich wollte mich vorstellen, ich bin Lara Hildebrandt.

Heute ist mein erster Tag. Ich arbeite an der Rezeption.

Herzlich willkommen.

Ich hab gehört, Sie arbeiten schon ziemlich lange hier.

Bin hängen geblieben, passiert.

Ich muss wieder an die Arbeit. Alles Gute.

Kennen Sie Elikia Romero?

Sie hat hier gearbeitet, um die Jahrtausendwende herum.

Wie soll ich mich daran erinnern?

Bitte.

Sie ist meine Mutter.

Tut mir leid.

Aber...

So viele schwarze Frauen

werden hier damals nicht gearbeitet haben, oder?

Ich kann Ihnen nicht helfen.

* melancholische Musik *

So. Wer den Schüssel verliert, kauft ein neues Schloss.

Harte Sitten. Eher schlechte Erfahrungen.

Verstehe.

Mach's gut, bis morgen. Bis morgen.

* Schritte entfernen sich. *

* Er kichert. *

Willkommen im Mondial.

Was kann ich für Sie tun?

* Er räuspert sich. *

Was wird das?

Äh, ich übe.

Für meinen neuen Job.

Gäste abziehen? Deine neue Masche, oder was?

Leute auf der Straße zu beklauen wird dir zu anstrengend?

Ich hab dich nicht beklaut. Mhm.

Außerdem will ich dir was wiedergeben.

Und ich will hier Geld verdienen. Was ist daran verboten?

Ich hol den Sicherheitsdienst.

Den wird interessieren, was du sonst so machst.

Ach komm! Der Typ kriegt eh nix auf die Reihe.

Hier.

Du hast ihn also doch.

Der ist dir gestern aus der Handtasche gefallen.

Und jetzt willst du Geld dafür?

Wow.

Ich kenn echt keinen, der so misstrauisch ist wie du.

Warum solltest du ihn mir sonst zurückgeben?

Vielleicht weil der Inhalt dir wichtig ist.

Und weil du eigentlich ganz okay bist.

Danke.

Gerne.

Aber wenn ich rausfinde, dass du mich anlügst,

dann melde ich dich.

Okay.

Sag mal, was ist eigentlich mit deiner Mutter?

* Sie schnaubt. *

Tschüss.

Fuck.

Keine hohe Kunst.

Aber raffiniert.

Gratuliere.

Manchmal kannst du einem echt Angst machen.

Du lässt dich zu leicht aus der Ruhe bringen.

Warum tust du mir das an?

Magst du mich nicht?

Doch. Ein bisschen. Manchmal.

Ah, die Sanders sind da.

Schick Luise an den Tisch für die Getränke

und dann leg mit den Amuse-Bouche los.

Ich bin gespannt, was sie zu deiner Kreation sagen.

Hey, sie werden es lieben.

Du hast ein mentales Problem, Anni.

Du brauchst meinen Druck.

Ich brauch eine Pause, Jörn.

Ich kann nicht mehr.

Und das bist wieder genau typisch du.

Kaum liegt ein neuer Vertrag auf dem Tisch,

bekommst du einen Schwächeanfall.

Und zum Ende, hey.

Zum Ende hat's dir immer Spaß gemacht.

Immer.

* Er lacht. *

Ich krieg das schon hin.

Ich liebe dich, Anni.

Vergiss das nicht.

Ein kleiner Gruß des Hauses.

Vielen Dank.

Guten Appetit.

Sind die Gewürze wirklich glutenfrei?

Ich gehe davon aus.

Sie gehen davon aus, ja?

Es ist eine hochwertige Gewürzmischung aus unserer Küche.

Danke, es ist alles in Ordnung.

Hier ist nichts in Ordnung.

Du hast eine Glutenunverträglichkeit.

Unsere Gewürze sind glutenfrei.

Ich gebe Ihnen mein Wort. Versprechen kann man viel.

Es scheint, unsere Küche und Ihre Bedürfnisse

passen nicht zusammen.

Echt? Sie weigern sich, uns zu bedienen?

Ist Ihnen klar, wen Sie vor sich haben?

Das ändert nichts daran,

dass Sie woanders glücklicher werden.

Einen schönen Abend.

Die Getränke gehen natürlich aufs Haus.

Sie sind eine Unverschämtheit.

Und wir bleiben.

Jörn.

Lass uns bitte aufs Zimmer gehen.

* Piepsen *

So. Die funktioniert.

* entferntes Streiten *

Schönen Abend. Entschuldigen Sie mich.

(Jörn, wütend) Ich tu das alles nur für dich!

Das ist deine Dankbarkeit?

Das soll es sein, ja, wirklich?

Toll, Anni, super!

Was wollen Sie?

Entschuldigen Sie die Störung,

aber könnten Sie etwas leiser sein, wegen der anderen Gäste?

Andere Gäste?

Sind die wichtiger als wir, oder was?

Ihr könnt mich alle mal! Und du auch!

Bitte lass sie, sie kann nichts dafür.

Aber du, verstehst du, du!

Hey!

Fass mich nicht an.

Was ist hier los, Frau Hildebrandt?

Sie hat mich angegriffen.

Das ist nicht wahr.

Fragen Sie meine Frau, fragen Sie meine Frau.

Anni, sag's ihm.

Sag ihm, dass diese... Diese was?

Die da.

Mich angegriffen hat.

Sag ihm das.

Ja.

Wenn das so ist, bitten wir um Entschuldigung.

Nach Ihnen.

Herr König, das war...

Sie haben nichts im Zimmer der Sanders zu suchen.

Aber es gab einen lauten Streit!

Dann hätten Sie mich rufen müssen.

Das ist Ihr erster Tag.

Glauben Sie, dass Sie sich in eine so private Situation einmischen können?

Tun Sie das auf Basis Ihres BWL-Studiums?

Oder haben Sie besondere Fähigkeiten,

von denen ich noch nichts weiß?

Gehen Sie mir aus der Sonne,

ich will Sie nicht mehr sehen.

Frau Hildebrandt, kommen Sie her,

ich hab noch was.

Habe ich das im Buchungssystem richtig gesehen,

dass Sie im Hause wohnen?

Der vorherige Chef hat mir zugesagt,

dass ich vorerst hier unterkommen kann.

Finden Sie den Fehler? Der vorherige Chef.

Die Absprache ist obsolet.

Dies ist ein Hotel, keine Sozialstation.

Aber ich hab keine andere... Sie können bleiben, wenn Sie zahlen.

Oder hat Vati vergessen, Ihnen eine Kreditkarte mitzugeben?

* Schritte entfernen sich. *

* getragene Musik *

(Jörn) Anni.

Komm, Anni, mach auf.

Weißt du was? Ihr könnt mich alle mal!

Egal, ob Sie aus Unfähigkeit oder Eitelkeit gehandelt haben,

das ist nicht entschuldbar.

Ihr Verhalten war unprofessionell.

Wie bitte? Das ist wirklich unglaublich.

Unglaublich ist Ihr Verhalten.

Oder haben Sie Herrn Sander nicht rausgeworfen,

weil er sich übers Essen beschwert hat?

Nein. Er war unverschämt!

Er hat's drauf angelegt.

Wir sind für die Gäste da, nicht umgekehrt. Klar?

Und Sie?

Geben einer völlig unerfahrenen Mitarbeiterin eine Doppelschicht

und lassen sie unbeaufsichtigt unsere VIP-Gäste betreuen,

mit desaströsem Ergebnis?

Den Punkt nehme ich mir zu Herzen.

Aber ich muss Frau Kersting recht geben.

Herr Sander sucht den Konflikt

bei jeder sich bietenden Gelegenheit.

Wir strampeln uns hier alle ab,

damit Frau Sander ihren Millionen Followern davon berichtet,

wie schön es bei uns ist.

Und Ihnen sind Ihre Befindlichkeiten wichtiger

als diese kostenlose, gigantische PR für unser Hotel?

Ich handle grundsätzlich nicht aus Befindlichkeit.

Davon abgesehen ist das Verhalten Herrn Sanders

seiner Frau gegenüber bedenklich.

Wir sind hier fertig.

Ich möchte Frau Hildebrandt morgen als allererstes sprechen.

* lautes Klirren *

* sanfte Musik *

Willst du mal erzählen, was los ist?

Komm her.

Zum Wohle.

Ach, guten Abend, Herr Sander.

Was hätten Sie denn gerne?

Was ich gerne hätte?

Kamikaze.

Aber ich geh nicht davon aus, dass ihr das draufhabt.

Das ist gar kein Problem, ist eine Spezialität von mir.

Endlich.

Ein fähiger Mensch in diesem Laden hier.

Herr Sander?

Sie sind doch der Manager von Ihrer Frau, richtig?

Ich habe da 'ne ziemlich coole Idee für Sie.

Ich hab nämlich auch einen Blog.

(genervt) Oh mein Gott.

(Florian) Oh, sorry.

Ich hab mich verlaufen.

Wissen Sie, wie ich hier rauskomme?

Keine Ahnung. Ist mein erster Tag hier.

Aber vielleicht hilft uns der Luftstrom raus.

Da lang.

Du bist doch Anni Sander, oder?

Auf der Flucht vor deinen Fans?

Vor meinem Mann.

Oh. Da bist du schon die Siebte, die mir heute begegnet ist.

Und was ist mit den anderen sechs passiert?

Darf ich nicht weitersagen.

Hab ich versprochen.

Wo finde ich hier eigentlich was zu essen?

Kennst du das?

Dass man seinem Leben hinterherläuft?

Und nie ankommt?

Du bist viel zu jung.

Aber Sie haben doch das große Los gezogen.

Oh, ehrlich? - Ihre Frau ist berühmt.

Einige Männer würden gerne mit Ihnen tauschen.

Du hast keine Ahnung,

wie das ist, mit einem Star zusammenzuleben.

Die Leute denken immer, Scheinwerferlicht ist das Größte.

Das Einzige, was groß ist,

ist der Schatten, der auf dich fällt.

Der dich aussaugt.

Bis es dich nicht mehr gibt.

Scheiße.

Ich hab sogar ihren Namen angenommen,

als wir geheiratet haben.

Ich heiße eigentlich Ballweg.

Aber Sie sind doch nicht nur ihr Mann,

sondern auch ihr Manager.

Das ist doch eine große Aufgabe.

Wie dankt sie mir das?

Indem sie mich auflaufen lässt,

indem sie Partei ergreift für das ganze Pack,

das sich hier rumtreibt.

Pack?

Du weißt doch, wie ich's meine.

Man kann ja nichts mehr aussprechen.

Alles ist am Ende nur noch ganz woke hier.

Ah, Scheiße.

Entschuldigung.

Ich hab dich unterbrochen.

Du wolltest Hilfe von mir wegen...

...irgendeinem Blog oder so?

Vergessen Sie's. Es war eine dumme Idee.

Mein Mann war nicht immer so.

Er war früher auch Leichtathlet, so wie ich.

Damals war alles ganz anders zwischen uns.

Bis zu seinem Unfall.

Dann wurde er mein Trainer.

Und als ich für den Profisport zu alt wurde,

mein Manager.

Also wart ihr ein gutes Team.

Ja.

Aber mit der Zeit wurde er immer unzufriedener.

Unausgeglichen.

Jähzornig.

Und manchmal auch...

(resigniert) Ja.

Fuck.

Aber das ist nur, wenn ich ihn reize.

Sonst unterstützt er mich, wo er kann.

Er tut alles.

Er weiß, was ich brauch.

Und er kann so zärtlich sein.

So liebevoll.

Wenn ich nicht immer wieder das Falsche sagen würde,

wenn ich ihn einfach etwas besser verstehen könnte.

Lust auf ein Spiel?

Auf ein Spiel?

Weißt du, ich hab lange mein Geld mit so was verdient.

Und mit...

Na ja, tut nichts zur Sache.

Wie viel setzt du?

Wieso?

Na ja, sonst macht es keinen Spaß.

Zehn Euro Minimum.

Okay.

Cool.

Ich stülpe diesen Becher über die Münze.

Und jetzt ist sie hier.

Und jetzt hier.

Wo ist die Münze jetzt?

Hier.

Zehn Euro gehen an mich.

Bei Tricks wie diesem geht's nicht nur um Geschicklichkeit.

Es geht darum, sein Opfer zu manipulieren.

Das heißt, es sieht die Dinge nicht, wie sie wirklich sind,

sondern wie ich es sie sehen lassen will.

Oder wie Sie es selbst sehen wollen.

Das hier ist nur ein kleiner harmloser Trick.

Aber ein wirklich guter Manipulator

kann deine ganze Welt auf den Kopf stellen.

Was denken Sie, was ich tun soll?

Keine Ahnung.

Ich bin nur ein Hotelpage.

* melancholische Musik *

So schnell willst du schon aufgeben, mein Kind?

* dynamische Musik *

Herein.

* Tür wird geöffnet. *

Sie wissen, warum ich Sie hab kommen lassen?

Dieser Mann lügt.

Ich hab ihn nicht angegriffen.

Und seine Frau lügt auch, wahrscheinlich, weil sie Angst hat.

Das weiß ich doch alles.

Dann verstehe ich nicht...

Frau Hildebrandt.

Es geht darum, dass Sie einen Gast in eine Lage gebracht haben,

aus der er aus seiner Sicht nur mit Lügen herauskam.

Hätte ich ihn sie schlagen lassen sollen?

Darum geht es nicht. Nein, bitte, sagen Sie's mir.

Hätte ich ihn das tun lassen sollen?

Sie sind eine Hotelangestellte.

Sie hätten Herrn König oder mich rufen müssen.

Es gibt nicht nur moralische Pflichten,

sondern auch Kompetenzen.

Wenn Sie die nicht anerkennen können,

dann sollten Sie besser kündigen.

Das hätten Sie gern, nicht wahr?

Dass ich kündige?

Ich müsste lügen, würde ich was anderes behaupten.

Nein.

Ich bleibe.

Und wenn ich das nächste Mal einen Mann davon abhalten sollte,

seine Frau zu schlagen,

dann müssen Sie mir schon selbst kündigen.

* Tür fällt ins Schloss. *

Guten Tag, kann ich Ihnen das abnehmen?

Schönen Aufenthalt. - Vielen Dank.

Sehr gern.

Sie warten auf Ihren Mann?

Ich fahre allein.

Die Uniform steht Ihnen.

Danke.

(Jörn) Anni!

Warum wartest du nicht?

Herr Sander, kann ich Sie kurz sprechen,

in einer ruhigen Ecke?

Soll wohl keiner Ihre Entschuldigung mitbekommen?

Wir können das gerne hier machen, wenn Sie wollen.

Ich komm gleich, Schatz.

Sie wollten Ihre Frau schlagen

und haben unseren Reception Manager angelogen.

Wenn Sie also irgendetwas Negatives

über unser Hotel schreiben oder posten,

werde ich fünf Personen anbringen, die den Angriff bezeugen.

Vor der Presse und vor Gericht.

Guten Tag, Frau de Vries.

Guten Tag, Frau Sander.

Das...

Das ist Erpressung.

Sie haben das Niveau vorgegeben, wir passen uns an.

Ich verspreche Ihnen,

keiner von uns beiden wird je wieder einen Fuß in Ihr Hotel setzen.

Dann wär das ja geklärt.

Herr Sander, bevor Sie abreisen,

es gibt noch etwas zu erledigen.

* Räuspern *

Ähm.

Ja, ich bin gestern wohl zu unfreundlich zu Ihnen gewesen.

Und Ihnen.

Und, ähm.

Ja, wenn ich da so darüber nachdenke,

haben Sie nicht versucht, mich anzugreifen.

Jörn, ich glaube, das reicht.

Du musst nicht weiter heucheln.

Ich muss mich entschuldigen.

Ich habe gelogen und Sie im Stich gelassen

und das war demütigend.

Für Sie und für mich.

Und ich schäme mich dafür.

Das ist mir gestern klar geworden.

Du lässt andere für deine Wut bluten.

Ich halte das keinen Tag länger aus.

Frau de Vries.

Danke.

Linh, es tut mir leid.

Ich hätte mich gestern nicht einmischen dürfen.

Das war übergriffig von mir.

Aber...

Glaubst du immer noch, dass es besser ist,

in solchen Situationen den Mund zu halten?

Ich glaube immer noch, dass du nichts von Hotels verstehst.

Aber wenn du willst, bringe ich es dir bei.

Überleg's dir.

(Jörn Off) Nie schaffst du das.

(Off) Der Schuld ist es egal, warum man sie auf sich lädt.

Bei jedem Blick in den Spiegel schaut sie zu einem zurück.

Linh.

Ihr habt doch ein Zimmer frei, oder?

(Off) Man kann versuchen, sie anzunehmen und mit ihr zu leben.

Man kann versuchen, sie ganz alleine mit sich auszumachen.

Doch wenn man es nicht wagt, sich ihr zu stellen,

wird sie einen ein Leben lang immer wieder einholen.

Untertitel im Auftrag des ZDF, 2022

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