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Wir suchen in Berlin deine erste große Liebe.
Als du mich aus Berlin weggeholt hast.
Tomas und ich hatten beschlossen zu heiraten.
Du warst in Ostberlin, ich war in Sorge.
Ich liebte Tomas.
Der Brief, den er nach seinem Unfall aus Berlin schrieb.
"Ich warte an jedem letzten Tag des Monats am Flughafen.
Wenn du nicht kommst, verstehe ich das."
Herr Ullmann.
Ist dieses Pseudonym...
Es ist was Persönliches.
-Was ist mit diesem Freund? -Ja, sein bester Freund Knapp.
Besuchen wir ihn.
Konntest du mit Knapp sprechen?
Ja. Tomas ist verheiratet. Und er ist kein Journalist mehr.
Komm mit nach Berlin.
TAG DREI
Das ist leider unmöglich.
Ich dachte, das Gesetz garantiere allen Bürgern
Zugang zu ihren Stasi-Akten.
Ja, ihnen und ihren nächsten Verwandten.
Ich kann Ihnen mit Informationen über Sie weiterhelfen,
aber die, die Sie wünschen, gehört allein dem Besitzer.
Wir müssen die Privatsphäre unserer Bürger schützen.
Wir wollen ja schließlich
die alten Fehler nicht wiederholen.
Verstehe. Genau da
ist die Auslegung des Gesetzestextes entscheidend.
Sinn und Zweck des Gesetzes ist es doch,
die Zusammenführung
der durch den Krieg getrennten Familien zu erleichtern.
Unter anderem, ja.
Mein Schwiegersohn, Tomas Meyer, lebt in den USA.
Ich werde bald stolzer Großvater sein.
Ja.
In einem Brief bittet er mich, seine Akten einzusehen.
Zeigen Sie mir den Brief.
Okay, Moment... Hier ist er.
Es ist nur,
nun ja, eine freundschaftliche Geste, um die Sache zu erleichtern.
Bitte.
Einen Moment, bitte.
ALL DIE UNGESAGTEN WORTE NACH DER ROMANVORLAGE
"Hätten sich meine Befürchtungen bestätigt,
hätte ich mir nie verziehen, dich nicht weggeholt zu haben.
Ich freue mich, dass ich falschlag.
Nun habe ich wieder eine Intuition.
Diesmal liege ich sicher richtig.
Bis später.
In Liebe, Papa."
Ein Glück.
Seine Akte wurde nicht zerstört.
Das ist der Abschlussbericht.
Also...
Tomas Meyer, Waise.
Wuchs bei der Großmutter auf
und wurde als potenzielle Bedrohung eingestuft.
Jürgen Knapp, sein bester Freund und Nachbar
seit Kindertagen, setzte sich in den Westen ab.
Er floh über die Mauer und über die Grenze,
wohl in einem Autoversteck,
und kehrte nie wieder in die DDR zurück.
Sie sagten "Knapp".
Ja, Jürgen Knapp.
Und...
Ja.
Nach mehrtägigen Verhören
konnte Tomas Meyers Beteiligung nicht bewiesen werden.
Seine enge Verbindung mit dem Flüchtigen gibt jedoch Anlass
zu glauben, dass er von der Flucht wusste
und sie den Behörden verschwieg.
So...
Und diese.
Ja.
Tomas Meyer schloss Freundschaft mit Gerald Ullmann,
einem jungen Fotografen,
der wegen subversiver Aktivitäten zu fünf Jahren Haft verurteilt wurde.
Ullmann starb in seiner Zelle.
-Ullmann. -Ja.
Angesichts dessen
empfiehlt der Bericht, Meyer weiterzubeobachten.
Das ist alles.
Danke.
Was machen wir heute Abend?
Deine Wohnung sehen.
Du kommst nach Berlin und willst nur meine Wohnung sehen?
Ja.
Das geht schnell.
Es ist ein Zimmer, ein großer Tisch und ein Bett.
Ich liebe Berlin jetzt schon.
Ein großer Tisch und ein Bett. Mehr brauche ich nicht.
-Hallo. -Guten Tag.
-Hallo. -Hallo.
-Zum Flughafen, bitte. -Ja.
Ist das ein Computer?
Ja, richtig.
Und er ist verbunden mit... dem Internet?
Ja, genau. Oberklassemodell.
Kann ich Ihnen helfen? Sie wirken etwas verloren.
Könnten Sie eine Information für mich abrufen?
Welche genau?
Sagen wir, eine Information über jemanden.
Kennen Sie den Namen?
Halt!
Nur noch zwei Tage.
Er ist heute in aller Frühe mit dem Taxi weggefahren.
Mehr weiß ich nicht.
Und Herr Saurel
sagte auch nichts von einer Abreise heute.
Sind Sie sicher, dass er die geplant hat?
Nicht er, das war ich!
Ich kann versuchen, umzubuchen.
Heute Nachmittag geht noch ein Flieger nach Paris.
Ja, bitte, das wäre sehr nett.
Er ist unmöglich!
Einspruch, Mademoiselle.
Augenblick.
Hier.
Ich brauche Ihre Flugtickets, Mademoiselle.
Die hat er.
Dann mögen Sie recht gehabt haben.
Endlich!
Wo hast du gesteckt? Ich war krank vor Sorge!
Meinetwegen? Das hat Premiere.
Ein wundervoller Tag!
Ich dachte, wir verpassen deinetwegen den Flug.
Welchen Flug?
Gestern beschlossen wir, heute nach Paris zurückzukehren.
Ja, aber das war gestern. Komm, wir müssen reden.
Worüber?
Über mich.
Nein, kleiner Scherz.
Steig ein.
Und dein Koffer? Wer kümmert sich darum?
Du bist zerstreut! Von wem hast du das?
Sagst du mir, warum es so dringend ist?
Nein.
-Oder wenigstens wohin wir fahren? -Nein.
Was wollen wir dort?
Das siehst du dann.
Einmal ein Lügner, immer ein Lügner!
-Meinst du etwa mich? -Nicht alles dreht sich um dich.
Nein, ich meine Knapp.
Wovon redest du?
Wovon oder von wem?
Sagt dir der Name Ullmann etwas?
Nein.
Tomas Meyer ist noch Reporter.
Er hat das Schreiben lediglich gegen die Fotografie eingetauscht.
Er nahm den Namen seines besten Freundes an, der starb.
Ich wette, er arbeitet noch für den Schweinehund Knapp,
der uns angelogen hat.
Bist du eigentlich hungrig?
Kein bisschen.
Nun, ich muss meinen Akku schonen.
Ich muss mich setzen.
Also?
Wie hast du all das über Tomas erfahren?
Intuition.
Wie ich es dir schrieb.
-Welche Intuition? -Deine.
Wenn Tomas seinen Beruf nie gewechselt hätte,
musste es einen anderen Grund für sein Abtauchen geben.
Und die Wiedersprüche...
Einerseits radiert er seine DDR-Vergangenheit aus,
andererseits übernimmt er einen Namen
aus dieser Vergangenheit.
Der berüchtigte Ullmann.
Aber warum?
Um sein Gedenken zu wahren.
Im Gegensatz zu dem, was Knapp sagte, war Ullmann Tomas' wahrer Mentor.
Wo hast du das alles herausgefunden?
Die richtigen Fragen am richtigen Ort.
Und ich hatte Glück. Ich sah alte Kameras in einem Schaufenster.
Da wurde mir alles klar.
Was machst du jetzt mit dieser Information?
Mich freuen, dass er erreicht hat, was er wollte.
Wollte er nur...
Wollte er etwa nur erfolgreich Karriere machen?
Ja! Reporter zu werden, war sein größter Wunsch.
Nein, das glaube ich nicht.
Er war tatsächlich kein Kommunist,
aber in der DDR geboren zu sein und Karrierist zu werden,
wäre eine echte Kehrtwende.
Nein, das ist schwer zu glauben.
Ich frage dich erneut.
Was wirst du jetzt tun?
Eine Heimkehr nach Berlin wäre das Klügste.
-Ein reizender Versprecher! -Was?
Du sagtest Berlin, aber lebst in Paris.
Na und?
Vorsicht, mein Kind.
Glück bedarf ein wenig Präzision
und viel Fantasie.
Und wie Romain Gary sagte:
"Verschmelzen zwei Fantasien, gibt es nichts Schöneres."
Ich wusste nicht, dass du Gary magst.
Du weißt vieles nicht über deinen Vater.
Wichtig ist, dass ich genug über dich weiß,
um dich zu beeindrucken
und zu überraschen.
Du musst über deine Zukunft entscheiden.
Ich kann dir das nicht mehr lange abnehmen.
Das willst du doch?
Hör auf, so etwas zu sagen.
Du sitzt mir gegenüber.
Aber nicht mehr lange.
Ein letzter Rat.
Hüte dich vor der Einsamkeit. Sie ist gefährlicher, als du denkst.
Einsamkeit?
Ja.
Wie meine nach dem Tod deiner Mutter.
Wenn ich an dich dachte, ging es mir besser.
Ich beschwere mich nicht. Mir wurde diese Verlängerung gegönnt.
Sie erlaubte mir...
Was?
Ich habe dich vermisst.
Ich kann die verlorenen Jahre nicht nachholen.
Ich habe gearbeitet.
Ich dachte, es sei meine Rolle.
Ich arbeitete, weil...
Um die Leere zu füllen, die der Tod deiner Mutter hinterließ.
Was für ein Fehler!
Das Schönste in meinem Leben bist du.
Julia.
Hätte ich dich zu Knapp begleitet, hätte ich die Wahrheit
aus ihm herausgepresst.
Ich muss meinen Akku schonen.
Und ich verspreche dir, keine Einmischung mehr.
Du bist es,
du allein, die entscheidet.
Glaubst du, du hast es eines Tages satt?
Was?
Immer unterwegs zu sein.
Warum fragst du das?
Du bist 300 Tage im Jahr auf Achse
und wohnst in einer winzigen Wohnung.
Mehr brauche ich nicht.
Das Leben sind andere Menschen, denen ich begegnen will.
Weißt du wenigstens, warum?
Was suchst du in der Ferne?
Die Wahrheit. So wie ich sie sehe.
So wie du in jedem deiner Artikel, oder?
Ganz ehrlich?
Du suchst dich selbst, nicht andere.
-Bist du jetzt Psychoanalytikerin? -Das muss ich nicht sein.
Wir sind uns sehr ähnlich.
Nach Marc Levys Buch von Éditions Robert Laffont
Untertitelung TITRAFILM
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