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Das ist unmöglich.
-Du bist tot. -Stimmt.
Ich bin ein Prototyp.
Tomas ist nicht tot. Wirst du ihm antworten?
Nach 20 Jahren? Er könnte verheiratet und Vater sein.
Du weißt nichts. Es ist nicht zu spät.
Der Journalismus war eine Berufung für ihn.
Wenn du glaubst, ich verließe Adam für einen Geist,
irrst du dich.
Adam ist misstrauisch.
-Was? -Mit wem bist du unterwegs?
Mit niemandem.
Da, sieh mal! Jürgen Knapp.
Sein bester Freund Knapp.
Besuchen wir ihn.
Julia Saurel.
Was machen wir hier?
Wozu das Ganze?
Zur Erinnerung, dass ich im richtigen Moment starb.
Da rein!
Was ist los?
Ich glaube, der Typ arbeitet für die Stasi.
Siehst du?
Sie haben die Uniform abgelegt...
und ihre Autorität verloren,
aber nicht ihre Arroganz.
Die Mistkerle nisten sich in Berlin ein.
Nach dem Mauerfall
erfanden sie eine neue Biografie für sich.
Sie gehen ungestraft ihren Berufen nach
und warten still, bis ihre Verbrechen vergessen sind.
Ich kann nicht bleiben und so tun, als sei nichts passiert.
Sie müssen büßen.
ALL DIE UNGESAGTEN WORTE NACH DER ROMANVORLAGE
Da, das ist Knapp. Ich bin mir sicher.
Ja, Monsieur.
Es ist eine Vernissage, organisiert von Der Berliner
in der Stiftung Brandenburg.
Ich kann Ihnen Eintrittskarten für morgen besorgen.
In den nächsten 15 Minuten?
Ja, ja, ja, selbstverständlich.
Herr Saurel. Ich rufe sofort zurück, Herr Saurel.
Und schon wieder!
Wie kann ich Ihnen danken? Das Kleid ist toll.
Sie tun dem Designer einen Gefallen.
Es steht Ihnen besser als der Gräfin.
Aber bitte, keine Flecken!
Mein lieber Hans, Sie sind der Beste.
Ich werde alt, Herr Saurel.
Dann werden Sie noch möglichst lange alt.
Warum darf ich dein Glück nicht sehen?
Diejenigen, die ihrer Einsamkeit
mit losen Affären zu entfliehen versuchen,
die nette, aber nie liebevolle Worte sagen,
fürchten diesen Blick.
Und wie ist dieser Blick?
Der Glanz in unseren Augen, der verrät,
dass wir uns alberne Dinge wünschen.
Was zum Beispiel?
Gemeinsam Urlaubspläne schmieden oder überhaupt gemeinsam planen.
Und Gott bewahre, wenn wir einen Kinderwagen sehen.
Das ist der Super-GAU.
Steckt dieser Blick hinter deiner Sonnenbrille?
Werd nicht überheblich! Mir tun die Augen weh, mehr nicht.
Was willst du damit sagen?
Und du? Wann sagst du mir, wann du abreist?
Nach dem nächsten Bier?
Wer sagt, dass ich nachbestelle?
Wir arbeiten seit zwei Jahren zusammen.
Ich kenne dich.
Okay, ich reise morgen ab.
Aber ich habe es gerade erst erfahren.
Und wirst du lange in Berlin bleiben?
Berlin? Nein. Knapp will, dass ich direkt nach Mogadischu reise.
Er macht so... und du gehorchst wie ein Schoßhund?
Nachrichten warten nicht. Wir haben viel Zeit verloren.
Die hast du seinetwegen verloren!
Du tust ihm einen Gefallen.
Du förderst seine Karriere, obwohl du bestens ohne ihn auskämest.
Willst du mir was sagen oder nur auf Knapp herumhacken?
Lass die, die dich mögen, nur zurück!
Aber sag Knapp, dass, wer nach Somalia fliegt,
erst nach Hause darf, um sich zu verabschieden.
Vor allem bei ungewisser Rückkehr.
Weißt du, was?
Du hast recht.
Was hast du vor?
Ich simse Knapp, dass ich nach Berlin fliege.
Das glaube ich erst nach dem Abschicken.
Wie geht's, Liebes?
Ich habe viel zu erzählen, solltest du je zurückkehren...
Ich kann nicht jeden Tag mit dir zu Abend essen.
Ich habe ein Leben. Du hast doch sicher Freunde.
Nicht einen?
Dann miet dir einen.
Kein Vergleich.
Bei dir fühle ich mich Julia näher.
Na schön. Aber das ist das letzte Mal.
Um meine neu gefundene Freiheit zu feiern, zahle ich.
-Bestell, was du willst. -Ich habe keinen Hunger.
Umso besser.
Oh, Kopf hoch,
du machst mich noch ganz traurig!
"Frauen sind wie der Wind.
Ein Narr, wer ihnen traut."
-Was? -Frei nach François I.
Ich habe Julia das erste Mal
am Place François I getroffen. Sie fuhr mit dem Rad.
Habt ihr eine Verbindung zum Place Victor Hugo?
Nein, warum?
"Morgen, bei Sonnenaufgang, wenn das Land hell wird, reise ich ab."
Madame!
Sehen Sie her!
Stopp, ich bin nicht berühmt!
Sieh dir das an!
So ein Scharlatan!
Er sagte, das Kleid sei einzigartig!
Wer?
Von Stauffeur, der Modeschöpfer!
Komm her, Jacques. Sieh dir das an.
Es steht dir wunderbar. Gratuliere Von Stauffeur von mir.
Du besitzt das Wahnsinnstalent, anwesend zu sein...
ohne ganz anwesend zu sein.
Sind Sie angezogen?
Ja, herein.
Hat der Abend Ihre Erwartungen erfüllt?
Ehrlich gesagt, weiß ich nicht genau, was ich mir erhofft
oder sogar gesucht habe.
Verstehe.
Diese Reise, dieses Hotel, Berlin,
all die Aufregung... Wozu?
Das, was Sie so aufwühlt, geht mich nichts an,
aber Ihr Vater
könnte ein großer Trost für Sie sein.
Sie scheinen sich nahezustehen.
Nahe?
Im Zerstören fremder Leben, ja!
Mein Vater hat viele Talente, aber Zuhören gehört nicht dazu.
Mit Verlaub, das überrascht mich.
Der Mann, dem ich oft zu Diensten sein durfte,
war immer äußerst nett.
Ja, aber immer zu anderen.
Zu mir war er anders.
Verschlossenheit verschleiert oft Gefühle.
Jedes Mal, wenn er hier abstieg,
sprach er von Ihnen mit einem Funkeln in den Augen.
Er hat Sie in den höchsten Tönen gelobt.
Ich erinnere mich noch,
dass Ihr Vater eines Abends nach der Verkostung erlesener Cognacs
jedem, der ihm zuhörte, sagte:
"Meine Tochter
ist meine einzig wahre Leistung."
Angesichts des Imperiums, das er aufgebaut hat,
spricht diese Aussage dafür,
dass Sie wirklich
außerordentlich sein müssen.
Außerordentlich, ja.
Und doch... aus der Perspektive betrachtet,
ist mein Leben ein außerordentlicher Scherbenhaufen.
Eine scheiternde Beziehung, Lügen,
eine unsichere Arbeitssituation, alles dank ihm.
Außerordentlich chaotisch, nicht?
Ich bin genauso dafür verantwortlich wie er.
Ich hätte nicht auf ihn hören sollen.
Ich gehe besser wieder zu ihm.
Er schläft bestimmt. Er war vorhin sehr erschöpft.
Er scheint wieder munterer zu sein.
Ich habe gerade eine Abendessen hochgeschickt.
Mein Vater hat Essen bestellt?
Danke.
Das ist für dich.
Ich dachte, du bist vielleicht hungrig.
Ich sah dich im Fernsehen. Du sahst in dem Kleid umwerfend aus.
Eleganz steht dir gut.
Ich bedaure, dich nicht begleitet zu haben.
Ich wäre stolz an deiner Seite gewesen.
Konntest du mit Knapp sprechen?
Ja. Tomas ist verheiratet.
Und er ist kein Journalist mehr.
Und das macht dich traurig.
Danke jedenfalls für das Essen.
Ach, nicht der Rede wert.
TAG FÜNF
Zwei Sachen.
Erstens, du bis nackt.
Und was mir gefällt, muss den Nachbarn nicht gefallen.
Und zweitens?
Der Kaffee ist alle.
Das ist ein Problem.
Bist du jetzt den ganzen Tag so drauf?
Ich weiß, was mir an dir gefällt.
Du hast immer den richtigen Satz parat!
Danke.
Lass uns den Tag nicht ruinieren.
Nein, natürlich nicht!
Wir tun so, als sei alles okay. Du isst auf,
wir gehen hoch, vögeln, duschen,
du packst, gibst mir einen Kuss
und verschwindest für zwei, drei Monate oder für immer.
Komm mit nach Berlin.
Ich bin Madrid-Korrespondentin.
Du wärst morgen wieder zurück.
Wir verabschieden uns am Flughafen.
Abschied am Flughafen?
Es wäre förderlich, ab und zu in der Redaktion aufzukreuzen.
Trink aus, dein Kaffee wird kalt.
-Gib mir dein Necessaire. -Wozu?
Ich packe für dich.
Das mache ich selbst.
Ja, aber schlecht.
Ich bin nicht da, um in Somalia für dich zu bügeln.
-Hast du je für mich gebügelt? -Nein. Aber ich hätte es tun können.
Hast du schon entschieden?
Ob ich dich heute oder morgen verlasse?
Du bekommst eine Gnadenfrist.
Ich folge deinem Rat bezüglich des Lebenszeichens an den Chef.
Es überschneidet sich aber nur zufällig mit deinem Flug nach Berlin.
Sei dankbar für eine Nacht mehr mit mir.
Guten Morgen.
Zum Archiv, bitte.
-Dritter Stock. -Danke.
Ich fürchtete, du säßest bei Grenzschließung fest.
Ich fürchtete die endgültige Trennung.
Mein Leben ist ein Scherbenhaufen,
aber weil eine Diktatur es uns aufzwang.
Du kannst es mir ewig vorwerfen. Ich übernehme vollste Verantwortung.
Nach Marc Levys Buch von Éditions Robert Laffont
Untertitel: TITRAFILM
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