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Das ist unmöglich.
-Du bist tot. -Stimmt.
Ich bin ein Prototyp. Mein Akku reicht für sechs Tage.
Sechs Tage, nur du und ich.
Irgendeine Störung im Gelenk.
Kenne ich ihn?
Als du mich aus Berlin weggeholt hast.
Tomas und ich hatten beschlossen zu heiraten.
Tomas lebt.
Oh Scheiße!
Ich fahre nach Berlin.
Sie haut mit einem Mann ab!
Wie kann sie mir das antun?
Sie spürt ihrem Vater nach. Wie oft noch?
Ich weiß weder, ob Tomas noch in Berlin ist,
noch wie ich ihn aufspüren soll.
Ich schon.
Und was hat die junge Dame damit zu tun?
Sie ist meine Assistentin.
Kein Tomas Meyer auf unserer Liste.
Nicht mal im Berufsverzeichnis.
Tomas muss den Beruf gewechselt haben.
Der Journalismus war eine Berufung für ihn.
TAG DREI
ALL DIE UNGESAGTEN WORTE NACH DER ROMANVORLAGE
Das ist also der wunderbare Ort,
an dem du die besten Momente als junge Frau verbracht hast.
-Wirklich reizend. -Es reicht!
Was ist jetzt?
Sag einfach nichts!
Nicht viel übrig, was?
Du meinst, gar nichts?
Ich habe meinen Akku überstrapaziert.
Ich muss mich setzen.
Tut mir leid.
Danke. Schon besser.
-Bist du okay? -Ja.
Ich weiß, wie es dir geht.
Ich liebe Paris. Ich meine... ich liebte Paris,
weil ich dort deine Mutter kennenlernte.
Sie für mich zu gewinnen, bedurfte Ausdauer.
Sie sagte das Gegenteil.
Nun... sicher nur, um deinen Vater gut dastehen zu lassen.
Ich war 23 und sie gerade mal 20.
Ich ging mit Freunden in einen Jazzclub.
Ein einziger Blick kann dein Leben verändern.
Ihre Stimme, ihr verlorenes Lächeln...
Ich konnte meine Augen nicht abwenden.
Ich kehrte jeden Abend zurück.
Ich war stets der Erste,
noch vor dem Öffnen, um immer am selben Tisch zu sitzen.
Am Ende durchschaute sie mein Spielchen natürlich.
Und ich glaubte,
dass sie dieses Lied nur für mich sang.
Eines Abends kam sie an meinen Tisch.
Sie sagte, es gäbe andere Clubs
und ich solle unternehmungslustiger sein.
Und ich...
sagte, ich wolle ihr einen Antrag machen.
Sie schenkte mir ein umwerfendes Lächeln und ging.
Am nächsten Abend war sie nicht da.
Der Clubbesitzer sagte, sie sei in London.
Ich nahm alle möglichen Jobs an, um die Reise bezahlen zu können.
Einen Monat später saß ich im Oxford Club in der ersten Reihe.
Deine Mutter fixierte mich, während sie sang.
Ich lud sie zum Abendessen ein.
Wir himmelten uns den Rest des Abends an.
Sie war sehr gesprächig.
Und als ich um die Rechnung bat...
Ja. Ja, ich heirate dich.
Wir fuhren per Schiff nach Paris und heirateten
vor zwei Trauzeugen, die am Rathaus herumlungerten.
Ihre Eltern durften nicht nach Frankreich.
Und meine verziehen mir die Ehe mit einer Sängerin nie.
Insbesondere mein Vater.
Er war sehr streng.
Das hast du mir nie erzählt.
Ich dachte, deine Mutter hätte es getan.
Okay, hör zu,
genug von mir.
Wir sind wegen deiner,
nicht meiner Vergangenheit hier.
Was willst du tun?
Siehst du die Bibliothek da?
Ja.
Dort gab es ein schäbiges Café.
Es war Tomas' und meine Zuflucht.
Brechend voll, das Bier war schlecht
und die Bezahlung miserabel...
aber es waren glückliche Momente.
Du hast Bier serviert, und er hat es getrunken?
Nein.
-Nein? -Nein.
Lag dein...
schäbiges Café nicht auf dieser Straßenseite?
Das kleine Bistro da passt auf die Beschreibung.
Tomas?
Mit dieser Frage beenden wir die Pressekonferenz.
Vielen Dank.
Es ist Schluss.
Verewigst du den Moment nicht?
Wozu? Um das gleiche Foto wie 50 andere Hansel zu machen?
Nein, danke.
Du kannst echt schwierig sein! Immerhin bist du attraktiv.
Du gibst mir also recht.
Gehen wir was essen?
Klar.
Mariana, du hast mich nicht angerufen.
Es tut mir leid.
Total vergessen.
-Nächste Woche? -Abgemacht!
Wer war das?
Er ist vom Figaro.
Noch so ein Schönling, aber vor allem ein Idiot.
Ein Idiot, dem du zu gefallen scheinst.
Wie gesagt,
nichts wie weg.
Gehst du nach Somalia?
Knapp muss es noch bestätigen.
Ich halte es hier mit dir nicht mehr aus.
Danke, sehr schmeichelhaft!
Ihren Presseausweis, bitte.
-Hier. -Danke.
Herr Ullmann?
Gehört dieses Pseudonym eigentlich zu deinen Starallüren?
Nein, es ist etwas komplizierter.
Etwas Persönliches.
Und dein Vorname? Hast du den auch geändert?
Das war gut.
-Er passt zu dir. -Danke.
Die gleiche Silhouette,
die gleiche Art, die Zeitung rückwärts zu lesen.
Ich sah ihn von hinten. Nur ein Irrtum.
Ja.
Aber die Miene des Café-Besitzers, als du nach Tomas gefragt hast.
Anfangs war er ganz nett.
Mich überraschte, dass er mich erkannte.
Wer könnte meine Tochter vergessen?
Aber...
er hat gelogen.
Er erinnert sich bestens.
Aber sobald der Name deines Tomas' fiel, machte er dicht.
Hör auf, ihn meinen Tomas zu nennen.
Nun, meiner ist er nicht!
Was machen wir eigentlich hier?
Wozu das Ganze?
Zur Erinnerung, dass ich im richtigen Moment starb.
Wenn du glaubst, ich verließe Adam für einen Geist, irrst du dich.
Der Geist bin ich.
Das ist nicht witzig.
Okay, nicht witzig, aber hättest du dich gesehen,
als du glaubtest, Tomas wiederzuerkennen,
möchte ich nicht dein Verlobter sein.
Mehr sage ich nicht.
Sieh mir in die Augen und sag, dass ich mich irre.
Du irrst dich.
Ja?
Das bestätigt alle anderen angeblichen Irrtümer.
Komm, du musst hungrig sein.
Du Glückspilz!
Ich war gern hungrig, und essen war das Größte!
Ja, aber jetzt esse ich.
Gehen wir.
Guten Morgen, mein Herr.
Gut geschlafen?
Monsieur Robert ist bei der Arbeit.
Sie sollen sich keine Sorgen machen.
Und er wünscht Ihnen
einen schönen Tag.
Okay.
Danke.
-Danke. -Gern geschehen.
Glauben Sie an...
Geister?
Aber natürlich!
Geister sind nicht gut!
Richtig.
Er stand nicht auf der Gewerkschaftsliste.
Ist Tomas wirklich noch Journalist?
Vielleicht ein radikaler Neuanfang.
Das tat ein Freund von mir, als er aus dem Gefängnis kam.
Inklusive Gesichts-OP.
Danach war er hässlicher.
Was ziemlich schwierig war.
Er hatte Gründe, verschwinden zu wollen.
-Wobei... -Okay, ich hab's kapiert.
Hier.
Sorry, ich muss rangehen.
Ja?
Hast du gefunden, was du suchst?
Noch nicht.
Ich wollte dich warnen. Adam ist misstrauisch.
Was?
Er hat betrunken auf meiner Couch geschlafen.
Was hast du getan?
Nichts. Oder was du längst hättest tun sollen.
Er ist beunruhigt.
Und zu Recht, glaube ich.
Weißt du, wohin deine Reise führt?
Nein.
Mit wem bist du unterwegs?
Mit niemandem.
Du lügst, also lege ich auf! Ruf an, wenn du bereit bist, zu reden.
Trotzdem Küsschen.
Aber ich kann ihn verstehen.
In einer neuen, ihm fremden Welt zu leben,
diese neue Freiheit anzunehmen,
ohne alles auszuradieren, was ihm eingetrichtert wurde,
kann nicht leicht sein.
Nach der Anklage spielst du jetzt den Verteidiger?
Dazu noch einen poetischen?
Nur Narren ändern nie die Meinung.
Wir können ins Hotel und dann zum Flughafen fahren.
Du kannst heute in Paris schlafen. Bei Adam.
Oder wir suchen weiter. Es ist deine Entscheidung.
Aber wenn wir bleiben, dann unter einer Bedingung:
Du musst bessere Laune haben.
Denn im Moment...
Wir werden sehen.
Was ist mit dem Freund, der immer bei euch war?
Ja, sein bester Freund Knapp.
Aber ich habe dir nie von ihm erzählt.
Sicher, sonst würde ich mich nicht erinnern.
Sag nicht, ich sei nicht aufmerksam.
Ja, Knapp. War er nicht auch Journalist?
Ja.
-"Ja." -Ja, ja!
Ist dir nicht eingefallen, ihn im Gewerkschaftsbüro zu erwähnen?
Nein, ich habe nicht daran gedacht...
Was für eine Assistentin!
Ich hätte dich gefeuert.
Komm, wir gehen.
Zur Gewerkschaft?
Die werfen uns raus, bevor wir den Mund aufmachen.
Und wofür ist das Internet gut?
Ich muss dir alles erklären!
TAG VIER
Musst du noch arbeiten?
Ja, an dir. Vergiss Fotos und Reportagen.
-Drehen wir eine Runde? -Okay.
Ich muss vor Büroschluss noch Knapp anrufen.
Keine Sorge, du gehst nach Somalia.
Knapp braucht dich dort.
Er ist versessen darauf, Chefredakteur zu werden.
Das wissen alle bei der Zeitung. Alle außer dir.
Du bist sein Ass im Ärmel.
Deine Arbeit fördert seine Karriere mehr als deine.
Lass uns spazieren gehen.
Oder etwas anderes tun...
Ich dachte, du sprichst fließend deutsch.
Ja, aber lesen ist eine andere Geschichte.
Darauf bin ich nicht programmiert.
-Lass mich. -Voilà.
Was ist?
Mir fällt sein Vorname nicht ein.
Knapp! Gib "Journalist" ein. Na los.
Warte.
Da. Nein?
Da, sieh mal!
Jürgen Knapp.
Sofern Chefredakteur nicht Milchbauer heißt,
ist er das wahrscheinlich.
Er muss Karriere gemacht haben,
sonst hätte er den Beruf gewechselt, wie dein Tomas.
Ich habe ihn dir gegenüber nie erwähnt.
Darf ich dich daran erinnern,
dass du mir sagtest, dass er Tomas nach Massoud schickte?
Er arbeitet in der internationalen Redaktion bei Der Berliner.
Das ist er. Besuchen wir ihn.
Komm.
Guten Tag.
Wir möchten zu Herrn Jürgen Knapp.
-Haben Sie einen Termin? -Nein.
Aber er wird sich freuen, uns zu sehen.
Wen soll ich ankündigen?
Julia Saurel.
Gehen wir?
Wo ist das Geschäft mit dem Tuch, das dir so gefiel?
Ich schenke es dir.
Das ist die falsche Richtung.
Ich will kein Tuch.
Aber es gefiel dir doch so sehr.
Das war gestern. Heute nicht mehr.
Wir Frauen ändern unsere Meinung.
Und Männer sind Idioten.
Was ist los?
Ein Geschenk solltest du selbst aussuchen,
hübsch einpacken und mich damit überraschen.
Das wäre aufmerksam.
Es tut mir leid.
Es war nur eine Kleinigkeit.
Ich brauche weder Trostpflaster noch Trost.
Komm, trinken wir auf deine Abreise,
anstatt zu streiten.
Ich habe ein gutes Restaurant verdient.
Es macht dir also doch nichts, ein Foto wie 50 andere zu knipsen?
Ich fotografiere den Moment.
Sorry, Kumpel,
ich habe keine Nüsse dabei.
Wie unfair!
Man fordert niemanden heraus, der am Boden liegt.
Und ich sitze hier vielleicht
und verliere die Frau, die ich liebe.
Aber ich gebe nicht auf.
Sie reden mit Eichhörnchen?
Ich hab's beobachtet.
Irgendwie süß.
Niedergeschlagen?
Nun...
Sagen wir, Sie wollen heiraten.
Aber dann stirbt Ihr Schwiegervater.
Verstehen Sie?
Am Tag nach der Hochzeit, die nie stattfand,
reist die Braut "auf der Suche nach ihrem Vater" ab.
Und als sei das nicht genug, steigt sie in dem Hotel ab,
das für die Flitterwochen geplant war.
Können Sie mir folgen?
Sie vermissen sie, sind verliebt,
fahren ihr nach und als Sie ankommen,
sehen Sie sie mit einem Mann wegfahren.
Was würden Sie denken?
Dass sie verrückt ist.
Aber nicht nach Ihnen.
Sie sind eng mit Ratten verwandt.
Nur der Schwanz macht sie so süß.
Nach Marc Levys Buch von Éditions Robert Laffont
Untertitel: TITRAFILM
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