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Original subtitles

Du hast deinen Vater doch eingeladen?

Julia, ruf ihn an.

Was ist diesmal seine Ausrede?

Er ist tot.

Dein Vater war manchmal streng,

aber er hat dich mehr geliebt, als du dir vorstellen kannst.

Wenn du allein sein willst...

-Ja? -Eine Lieferung.

Ein Irrtum. Ich habe nichts bestellt.

Was ist das bloß?

SCHALT MICH EIN

Ich investierte in eine Hightechfirma,

die Androiden herstellt.

Aber das Ding ist nicht du.

Es enthält meine Erinnerungen.

Wozu soll das gut sein?

Um uns all die ungesagten Worte zu sagen, bevor es zu spät ist.

-Ja? -Ich bin's!

-Was ist los? -Adam.

Ich habe das Studio oben gekauft.

Geh hoch. Mach keinen Mucks. Adam weiß, dass es leer steht.

Sicher?

Wir könnten wie geplant verreisen.

Brügge, Flitterwochen.

Du wirst nicht abschalten.

Dazu der Tod deines Vaters.

Ich fahre nach Brügge.

Gut, ihr macht trotzdem Flitterwochen.

Ich fahre allein.

Sechs Tage, nur du und ich, in denen wir über alles reden.

Wann sind wir das letzte Mal verreist?

ALL DIE UNGESAGTEN WORTE NACH DER ROMANVORLAGE

BRÜGGE, 2005 - TAG EINS

Danke.

Da, sieh mal.

Deine Mutter und ich fingen mit so einem Stand in Paris an.

Sie hatte Lieblinge.

Hausmädchen bekamen Extrabeilagen

und die, die nie grüßten, ein verwelktes Salatblatt.

Wir hatten so viel Spaß!

Du hast Sandwiches verkauft?

Du bist nicht mit einem Silberlöffel im Mund geboren.

Das kam viel später.

Hr. und Fr. Saurel, die Hochzeitssuite. Glückwunsch!

Musste es ausgerechnet hier sein?

Beschwere dich bei Adam.

Zug und Hotel waren schon bezahlt. Halbpension auch!

Er ist mein Vater.

Nennt mich einen Snob, aber sorgt sich, was andere denken.

Ihnen ist das egal, oder?

Siehst du?

Was, wenn ich will, dass sie die Wahrheit weiß?

Du verlierst deine Freiheit und viel von deinem Sinn für Humor.

Hast du Hunger?

Was tun wir hier?

Genieß es und sorg dich nicht ständig.

Ein Essen mit deinem toten Vater. Ist das Leben nicht schön?

Wie schön es hier ist.

Schon okay, ist nur mein Knie.

Irgendeine Störung im Gelenk.

Tut's weh?

Nein, ich empfinde keinen Schmerz.

Es hat auch Vorzüge, zu sterben.

Und dein schmerzverzerrtes Gesicht?

Wegen... Das ist so programmiert.

-Programmiert? -Ja.

Nun, eher "dank" als "wegen".

Wenn ich gegen eine Tür laufe und nicht reagiere,

wäre das unrealistisch.

Die Informatiker haben ein Programm eingebaut,

das Schmerz simuliert.

Und es lässt mich lachen, wenn man mich kitzelt.

Genial, oder?

Der Schmerz scheint echt zu sein.

Schreib in dieses Büchlein,

dass die linke Kniescheibe Zicken macht.

Es hilft, künftige Versionen zu verbessern.

Voilà.

Nein, schreib nichts, nicht nötig.

Da, ich laufe wieder.

Suchen wir uns ein gutes Restaurant.

Komm.

-Deinem Bein geht es besser. -Viel besser.

Gehen wir.

Es funktioniert.

Was ist los?

Nichts.

Ist es dein Knie?

Du bist so hübsch.

Das Ebenbild deiner Mutter.

-Da drüben. -Was?

-Da drüben! -Was?

-Siehst du ihn nicht? -Wen?

Ich habe ihn verloren.

-Wen? -Christian.

-Er war da. Ich sah ihn. -Mein Christian?

-Das ist unmöglich. -Warum bist du mir nicht gefolgt?

Um nichts zu riskieren.

Und wenn schon. Christian ist pensioniert und kann hin, wo er will.

Aber es wäre ein ziemlich großer Zufall, oder?

Inwiefern? Ist er hier oder nicht? Nein, er ist nicht hier.

Christian ist höflich und hätte uns gegrüßt.

Warte.

Darf ich?

Bitte. Setzen Sie sich.

Ist gut.

Halbprofil vielleicht?

Links oder rechts, was meinst du?

Weder noch.

Es dauert nicht lange, keine Sorge.

Er lässt sich nur malen, weil er Sie attraktiv findet.

Ich finde die Porträts hübsch.

Und es ist für sie, zum Andenken an unsere Reise.

Was für ein Glück.

Das habe ich mit meinem Vater verpasst.

Sie müssen still sitzen.

Entschuldigung.

NOVEMBER 1989 17 STUNDEN VOR DEM MAUERFALL

Seit einem Monat reisen Ostdeutsche durch Ungarn in Richtung Westen.

Gestern demonstrierten eine Million Menschen in Berlin.

Ein historischer Moment!

Wir müssen hin!

Das dürfen wir nicht verpassen! Ja! Fahren wir!

-Ja, Mann! -Auf nach Berlin!

Los geht's!

-Darf ich mit? -Julia...

-Willst du ganz sicher mit? -Ja.

Auf nach Berlin!

Los geht's!

14 STUNDEN VOR DEM MAUERFALL

Sie werden es verhindern.

Der Beaubourg-Effekt

Wir schaffen es nie rechtzeitig.

Jeder wird gebeten, Ruhe zu bewahren...

Ich hoffe, sie schießen nicht.

Die im Sturz begriffene Regierung bittet...

Das neue Ausreisegesetz

soll restriktiver werden.

Der Exodus geht weiter. Ostdeutschland wird befreit.

In diesem Moment wird offiziell verkündet,

dass die ostdeutsche Regierung geschlossen abtritt.

Das war zu erwarten,

aber nicht so bald.

12 STUNDEN VOR DEM MAUERFALL

Die wichtigste Demonstration der jüngsten Geschichte

fand heute in Ostberlin statt.

Über 500.000 Menschen strömten auf den Alexanderplatz.

Ein Sprecher forderte, den Artikel zu streichen,

der die Kommunistische Partei zur Herrscherin

über ostdeutsche Politik machte.

Empfindest du was bei der Rückkehr?

Ja.

Ich empfinde etwas.

Ob sie uns durchlassen?

Achte auf deinen Akzent.

-Gib mir deinen Pass. -Hier.

9. NOVEMBER 1989 - 18:57 UHR

-Möchtest du eins? -Nein, danke.

Wir fahren auf jeden Fall.

Es ist geschehen!

Verzeihung.

Alles okay, mein Schatz?

Was hast du denn?

Hat dich das Porträt verärgert?

Diese Ähnlichkeit!

Sie hat mich nicht umgehauen. Kenne ich ihn?

"Umgehauen"?

Trefflich formuliert.

Er war nach deinem Schlag ins Gesicht bewusstlos.

Als du mich aus Berlin weggeholt hast.

Erinnerst du dich nicht?

Du hattest genug, oder?

Warum?

Wenn du unser erstes Dinner ruinieren willst,

geh einfach ins Hotel.

Schon mal von Frustessen gehört?

Isst du?

Nein.

Zukünftige Modelle vielleicht.

Es wäre geselliger.

Wenn meine Gesellschaft so unerträglich ist,

bestell dir was aufs Zimmer.

Deine Tochter muss aufs Zimmer, weil sie sich danebenbenimmt?

Ich bin kein kleines Mädchen mehr.

Und du bist tot.

Im Ernst, was soll das Spielchen?

Du hast recht.

Dazu sind wir zu alt.

Und, ja, ich bin tot.

Dann mach eine Szene, es soll mir egal sein.

Du wolltest schon immer mein Leben kontrollieren.

Den Fehler machen viele Väter.

Und es ist ein seltsamer Vorwurf.

Du kreidest mir doch an, nie für dich da gewesen zu sein.

Wärst du es nur nie gewesen!

Ist dir das peinlich?

Du sagtest, dir sei eine Szene egal.

War es dir nicht peinlich,

plötzlich in Berlin aufzukreuzen,

unsere Zimmertür einzutreten und Tomas den Kiefer zu brechen?

War dir das nicht peinlich?

Ich habe überreagiert.

Als du mich an den Haaren zum Auto gezerrt hast,

war dir das peinlich?

Als du mich wie eine Puppe am Arm über den Flughafen geschleift hast.

Als du mich im Auto festgebunden hast.

Und als du mich wie eine Kriminelle in meinem Zimmer eingesperrt hast.

Hast du dich nie geniert?

Gut, dass ich tot bin!

Also bitte! Sei nicht so dramatisch.

Vergiss, was ich gesagt habe, und denk an deinen Zustand,

als du Tomas' Porträt sahst.

Worauf willst du hinaus?

Ich habe unbeabsichtigt eure Hochzeit platzen lassen.

Das tat mir leid.

Wirklich, aber jetzt nicht mehr.

Was weißt du über Adam?

Und wer bist du, um meine Gefühle zu beurteilen?

Dein Vater.

Ich bin dein Vater.

Zusammenleben erfordert viel Liebe.

Und auch Raum.

Man muss eine Welt schaffen,

in der es sich zusammen leben lässt.

Darin bist du Experte, was?

Deine Mutter ist tot, Julia.

Das ist nicht meine Schuld.

Tomas ist auch tot.

Das ist auch nicht deine Schuld, aber...

ich werde es dir immer vorwerfen.

Du warst 18 Jahre alt, Julia.

Und du kanntest den Kommunisten erst wenige Tage.

Er war Ostdeutscher, kein Kommunist.

Weitaus besser.

Du bist unerträglich!

Deine Mutter riskierte ihr Leben auf der Flucht.

Sollte mich deine Rückkehr provozieren?

Du warst in Ostberlin, ich hörte nichts und war in Sorge.

Versteh mich doch.

Lass Mama da raus.

Wie hast du mich gefunden?

Dank Christian.

Er sagte, deine Eskapade dauere lange und du seist in Gefahr.

Ich war nie in Gefahr. Ich liebte Tomas.

Du hast im Jurastudium geglänzt.

Ebenso wie auf der Kunsthochschule.

Dann haust du nach Berlin ab, wo du Tomas kennenlernst.

Und plötzlich willst du dich wie er dem Journalismus widmen.

Was hat dich das gejuckt?

Ich gab Christian grünes Licht,

dir deinen Pass zu geben, damit du den Mauerfall erleben konntest.

Ich saß in meinem Büro, als du ihn abholen kamst.

Warum hast du ihn mir nicht gegeben?

Wir hatten keinen guten Draht zueinander.

Und hätte ich eingewilligt,

wäre es nicht dasselbe gewesen.

Deine Reise hätte ihren Reiz verloren.

Das alles hast du gedacht?

Womit wir bei Adam wären.

Nein.

Nein, nein. Adam hat nichts damit zu tun.

Wenn ich nicht gestorben wäre, hättest du ihn geheiratet.

Oder nicht?

Spielen wir ein Spiel, um die Stimmung aufzuhellen?

Was für eines?

Augen zu.

Greif die Gabel.

Gut so.

Jetzt iss.

Weiter links, ja.

Noch mal.

Gut.

Schmeckt es jetzt, wo du es nicht siehst, anders?

Mag sein.

Jetzt denk an irgendeinen glücklichen Moment, ganz egal.

Halt die Augen geschlossen.

Siehst du?

Das ist deutsche Romantik.

Ein Kreis inmitten eines Quadrates.

Ich bin glücklich.

Ich liebe meinen Job, trotz des Stresses.

Und meinen besten Freund, auch wenn er dir missfällt, und...

Ich werde ihn heiraten.

Hallo, Adam hier. Bitte hinterlassen Sie eine Nachricht.

Ich rufe zurück.

Ich bin's.

Ich wollte ins Bett.

Ich vermisse dich.

Ich weiß.

Wie läuft der Selbstfindungstrip?

Ich fahre morgen heim.

Hast du gefunden, was du suchst?

Das meiste, glaube ich.

Adam war bei mir

heute Nachmittag.

Adam? Was wollte er?

Über dich reden.

Oder er ist jetzt hinter mir her, aber das wäre Zeitverschwendung.

Als treuer Freund täte ich dir das nie an.

Du bist unmöglich. Adam hat mit dir über mich geredet?

Nein,

ich sollte über dich reden.

Ein Zeichen, dass er dich vermisst und traurig ist.

Ich sehe Männer ungern leiden.

Besonders er hat es nicht verdient.

Warum ist er traurig?

Ich sprach von wenigen Tagen.

Bist du betrunken oder dumm?

Beides.

Es ist nicht, was du denkst.

Was denke ich denn?

Ich versicherte ihm, du seist in Brügge, um deinen Vater zu finden.

Das ist wahr.

Dass du, zum Wohl eurer Beziehung,

deine schmerzhafte Vergangenheit verarbeiten musst.

Das war gut formuliert, oder?

Adam weiß von Brügge?

Ich kann nicht lügen.

Hast du wenigstens begonnen, zu trauern?

Ich erinnere mich an die verhassten Dinge.

Wunderbar!

Und an einiges, das ich an ihm liebte.

Hier ist ein Rat für jemanden in deinem Zustand.

Schreib heute Abend alles auf, was dir durch den Kopf geht.

Und morgen tust du genau das Gegenteil.

So, Liebes,

ich falle jetzt ins Bett.

Gute Nacht.

Tschüs.

TAG ZWEI

Was ist das?

Warum tust du das?

Ich dachte, es würde dir gefallen.

Bitte...

Sag mir, warum du es gekauft hast.

Ich wollte dir mein Porträt als Andenken hinterlassen,

aber nein.

Schluss mit den Spielchen. Antworte!

Warum hast du das gekauft?

Ehrlich gesagt...

Julia,

ich glaube, Tomas ist nicht ganz tot.

Was genau meinst du mit "nicht ganz tot"?

Nach Marc Levys Buch von Éditions Robert Laffont

Untertitel: TITRAFILM

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