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(Musik)
(Kuckuck ruft)
Guten Morgen, Kunz.
Gib mir ein Stück Kuchen aus deiner Tasche, Kunz.
Und lass mich einen Schluck von deinem Wein trinken.
Ich bin hungrig und durstig.
Das wäre das Rechte.
Geb ich dir von meinem Kuchen, meinem Wein, hab ich selber nichts.
Pack dich.
Oh.
Was braucht ein kluger Schustersmann?
Der gute Schuhe machen kann?
Er braucht Nägel, er braucht Leder, und noch Leisten, das weiß jeder.
Das braucht ein kluger Schustersmann.
He, Dummling.
Was macht ein guter Schustersmann?
Der gute Schuhe machen kann?
Schuh zur Arbeit, zum Marschieren, zum Tanzen und Spazieren.
Das macht ein guter Schustersmann.
Schuh zur Arbeit, zum Marschieren, zum Tanzen und Spazieren.
Das macht ein guter Schustersmann.
Au.
Au.
Immer ich, hab ich ein Pech.
Da fehlen noch Möhren.
Und meine Arbeit? Wer macht die Stiefel fertig?
Du, der Dummling.
Der Dummling kocht und kauft ein, versorgt das Haus.
Und wenn die Kunden kommen, ist kein Paar Schuhe fertig.
Au.
Immer ich. Hab ich ein Pech.
Jammere nicht über dein Pech, Franz.
Du bist nur ungeschickt und faul.
Komm, halt mir mal die Sohle.
Ich soll dir helfen, dem Dummling?
Kunz, der Dummling ist wieder mal faul.
Kaum ist der älteste Bruder aus dem Haus, da... Au.
Kunz, was hast du?
So n altes hässliches Weib ist daran Schuld.
Willst du mir nicht helfen, Dummling?
Nichts zu sehen.
Ach, Dummling.
Warum ist das Essen nicht fertig, wenn ich nach Hause komme?
Warum nicht.
Das Holz ist alle.
Hol rein, was du im Wald geschlagen hast.
Ich hab kein Holz.
Was gafft ihr?
Hier.
Nicht den Stuhl.
Hier ist doch Holz.
Das gibt ein wunderschönes Feuerchen.
Da staunste, Dummling, was?
Der letzte Stuhl.
Wenn das der Vater noch erlebt hätte.
Au. Immer ich.
Na?
Na?
Sind die Stiefel für den Bürgermeister noch nicht fertig?
Wie soll ich meine Arbeit schaffen, wenn immer jemand etwas von mir will?
- Ach, du bist faul. - Ja, ja.
Wie viel können wir für die Stiefel bekommen?
3 Silbergulden, 20 Kreuzer.
Grad so viel, um die Schulden beim Fleischer und beim Müller zu zahlen.
Bleiben 10 Kreuzer.
Ach, du mit deiner Rechnerei. Mach die Stiefel fertig.
Du, Pechvogel, gehst in den Wald.
Schlägst Holz.
Immer ich. Hab ich ein Pech. Hab ich ein Pech.
Und die Sachen werd ich mir auch noch schmutzig machen.
Jammere nicht, Pechvogel.
Es wird ja nicht immer so sein.
Der Dummling, der wird immer arbeiten müssen.
Aber wir? Wir werden Geld haben.
Ganze Truhen voll.
Reichtümer.
In einer 6-spännigen Kutsche werden wir fahren.
Hm. Die schönsten Dinge essen.
He, Dummling, die Tasche.
Und du wirst die vornehmsten Kleider tragen.
Ein Eierkuchen.
Und Wein.
So.
Ich werde nicht reich sein. Ich habe immer Pech.
Ich bin ja auch noch da.
Ich habe immer Pech. Ich habe immer Pech.
Vergiss die Axt nicht.
Pechvogel.
Raus.
Viel Geld haben. Reich sein.
Und nichts arbeiten.
Davon träume ich jede Nacht.
Was machst du denn da?
Ist das auch Arbeit?
Das sind Tanzschuhe.
Tanzschuhe? Für wen denn?
Kriegen wir Geld dafür?
He, Dummling.
Ich habe auch einen Traum.
Ein schönes Mädchen wird sich in diesen Schuhen im Tanze drehn.
Das schönste Mädchen der Welt.
(schreit auf)
Immer ich.
(stöhnt)
Guten Tag Franz.
Ich bin hungrig und durstig.
Gib mir ein Stück von deinem Eierkuchen.
Und einen Schluck aus deiner Flasche.
Ich soll dir von meinem Kuchen und Wein abgeben?
Da hab ich ja selbst nichts mehr.
Das fehlte.
Immer ich.
Au. Immer ich.
Hab ich ein Pech.
Klaus, gleich kommt ein Hauptmann des Königs zu euch
und ein Soldat mit einer Trompete.
Sie haben überall in der Stadt etwas ausgerufen.
Was haben sie denn ausgerufen?
Ein Gesetz, ein richtiges Gesetz.
Und was wollen die bei uns?
Platz für den Hauptmann des Königs.
Stets zu Diensten, Herr Hauptmann.
Was stehst du hier und gaffst?
Au.
Immer ich.
Bitte, nehmt Platz, Herr Hauptmann.
Halten.
Nagel rausziehen, aber schnell.
Das ist wohl das Gesetz.
Vorsicht, du Tölpel.
Dummling.
Könnt Ihr uns nicht sagen, was da drinsteht, Herr Hauptmann?
Ach, lies selbst.
Dummling.
Der gnä... Der gnä...
Der gnädige König.
Der gnädige König ist in großer Trauer.
Denn die Königstochter, die liebe, reiche...
Die liebreiche Prinzessin.
Die liebreiche Prinzessin kann nicht mehr lachen.
Seit einem Jahr nicht mehr lachen.
(lachen)
Aufhören!
Derjenige, welcher die liebreiche Prinzessin zum Lachen bringt,
bekommt die Prinzessin zur Frau und wird Erbe des halben Königreiches.
Das ist Gesetz und mein königliches Versprechen.
Ein halbes Königreich.
Eine Prinzessin, die nicht mehr lachen kann.
Das darfs doch gar nicht geben.
Nun, was ist?
Ich hab den Nagel raus, Herr Hauptmann.
Dann zieh mir den Stiefel wieder an, du Tölpel.
Was gibt es? (Trompete)
Um Himmels Willen, Herr Hauptmann.
Herr Hauptmann, was ist los?
Verzeiht, Herr Hauptmann, mein Bruder hat immer Pech.
Liederliches Pack, respektloses.
Wie konntest du den Stuhl loslassen?
Ich hab eben Pech.
Dummling, sieh nach, wo der Hauptmann hingeht.
Das Genick werd ich mir noch brechen.
Wenn bloß bald jemand die Prinzessin zum Lachen bringen würde.
Wir müssen uns etwas ausdenken.
Was furchtbar Lustiges.
Etwas furchtbar Lustiges, hm.
Pechvogel. Die Tanzschuhe, die nehmen wir der Prinzessin mit.
Und das gehört auch noch dazu.
Die Prinzessin zieht sie an,
sie tanzt darin, sie dreht sich, sie lacht.
Und wer die Prinzessin zum Lachen bringt, der...
Ihr wollt die Prinzessin zum Lachen bringen? Wie wollt ihr denn das machen?
Du gehst in den Wald und schlägst Holz.
Dummling.
Du wirst schon sehn, wie wir das machen.
Pechvogel.
Such unsere Hüte raus.
Aschekuchen und Wasser, das reicht für dich.
Dummling.
Hier.
Beeil dich, Dummling.
- Wir wollen wirklich...? - Auf Königs Schloss.
So sehen wir auch viel besser aus.
Vornehmer.
Guten Tag, Klaus.
Guten Tag, Mütterchen.
Seltsam.
Gib mir ein Stück von deinem Kuchen
und einen Schluck aus deiner Flasche.
Ich bin so hungrig und durstig.
Gern, gute Frau. Aber ich habe nur Aschekuchen und Wasser.
Wenns dir recht ist, wollen wirs teilen.
(Musik)
Das ist ja Eierkuchen.
Vorhin war es Wasser, jetzt ist es Wein.
(Musik)
Ich trage ihn seit vielen Jahren auf dem Rücken.
So wird es schon bis nach Hause gehen, Mütterchen.
Danke, Klaus.
Du bist gut und hilfsbereit.
Und gibst auch von dem wenigen, das du selbst hast.
Ich will dir Glück bringen, Klaus.
Hier steht ein alter Baum, den schlage um.
Und in der Wurzel wirst du etwas finden.
Den? Der ist knorrig und widerspenstig.
Schlag nur kräftig zu.
Es soll dein Schaden nicht sein.
Nur zu.
Noch mal.
Jetzt gehts.
Nanu?
Was ist das?
Eine Gans.
Sie ist aus Gold.
Eine goldene Gans.
Was mach ich mit ihr?
Was mach ich mit dir?
Du bist ein seltsamer Vogel.
Ich muss weiterarbeiten. Schön sitzen bleiben.
(Gans schnattert)
(Gesang)
Tralla lala la. Tralla lala la.
Tralla lala la, so ein bunter Schmetterling.
Tralla lala la, ist ein buntes lustiges Ding.
Schmetterling, Pfifferling, tralla lala la.
Schmetterling, Pfifferling, tralla lala la.
Je, was ist das, was hat sich denn da verlaufen?
Und ganz aus Gold, du bist mir ein liebes Vögelchen.
Ei, Ei, Ei, Ei.
Nein, sag mir doch, dir gehört die goldene Gans, woher hast du sie?
Ist die ganz aus Gold, nein, sag mir doch, bist du stumm?
Bist du so reich, dass du goldene Gänse hast?
Wer bist du, wie heißt du?
Du hast eine Schürze um, dann bist du gar nicht so reich?
Ich bin Klaus, der Schusterjunge.
Und du bist gewiss das Mädchen Nein-sag-mir-doch
aus dem Dorf Neugierde.
Hast du ein Mundwerk. Ich bin die Lies.
Ob ich sie mal anfasse, beißt sie auch nicht?
Solch eine schöne goldene Feder möchte ich haben oder 2.
Auch eine für meine Schwester.
Was ist das?
So hilf mir doch.
Au, du tust mir weh.
Verflixte Gans.
Das ist eine Gans.
Na warte, lass mich doch los. Ich klebe fest.
Ich klebe fest.
Sie klebt fest.
Lässt du sie in Ruhe.
Wärst du nicht so neugierig gewesen, würdest du jetzt nicht festkleben.
Ich will nicht, wenn das mein Vater sieht,
der Wirt vom Wirtshaus, der prügelt dich durch.
Das wird fein, wenn dich dein Vater so sieht.
1 und 1 und 1 und 1, wer singt mit mir ein Lied?
Ich habe eine goldne Gans, die jeden mit sich zieht.
1 und 1 und 1 und 1, ich bin der Schuster Klaus.
Ich zieh mit meiner goldnen Gans jetzt in die Welt hinaus.
1 und 1, die Welt ist groß, wer kommt mit, wir ziehen los.
1 und 1, die Welt ist groß, kommt, wir ziehen los.
Lies, Lies.
Lies.
Gret, hilf mir doch.
Was rennst du dem nach?
Ich klebe fest.
Was schwatzt du, du klebst nicht fest.
Doch, an der goldenen Gans hier.
So bleib doch mal stehen.
Eine goldene Gans, das gibt es doch nicht.
Siehst du nicht, dass sie aus Gold ist, und ich klebe fest.
Das gibt es nicht, das weiß ich besser.
Sie weiß es besser.
Nein, sag mir doch...
Das gibt es doch nicht, das weiß ich doch besser.
Siehst du, ich weiß es immer.
Nein, sag mir doch, ich kann nicht mehr los.
Kommt.
Ich will das nicht.
Was fällt dir ein?
Wenn du so zu unserem Vater kommst, Prügel kriegst du.
Zum Vater? Das dürft ihr nicht.
Im Wirtshaus sind 5 schreckliche Reiter abgestiegen.
Prinz Störenfried heißt einer von ihnen.
Sie führen schreckliche Reden.
Ist das wahr, nein, sag mir doch?
Nicht ins Wirtshaus, ich habe Angst, ich weiß es doch besser.
Du weißt es besser, aber ich habe keine Angst.
1 und 2 und 1 und 2, wer singt mit mir ein Lied?
Ich habe eine goldne Gans, die jeden mit sich zieht.
Nein.
Ja, Herr.
Ja, Herr.
Na? (Männer lachen)
Wo bleibt der Braten, Herr Wirt?
Er will uns verhungern lassen.
Lasst uns nicht warten.
Alles geschieht auf Wunsch, Prinz Störenfried.
Sobald Lies und Gret zurück sind, bekommt ihr den feinsten Braten.
Das wollen wir hoffen.
Was, Schreihals?
- Wir habens eilig, wir wollen noch... - Kein Wort davon.
Warum nicht, edler Prinz?
Oder habt ihr Angst, dieser Geizhals von Wirt könnte uns verraten?
Besser ist, wenn niemand etwas ahnt.
Wir müssen die Wache überraschen.
Habt ihr Angst, in der Nacht ein Schloss zu überfallen?
Heute Nacht rauben wir die Prinzessin,
und morgen muss der König uns das halbe Königreich geben.
Wehe, wenn er sich sträubt.
Wir werdens ihnen schon geben, was, Leute?
Die wollen die Prinzessin rauben.
Pst.
Nein, lieber nicht.
He, he, he. Was sollen wir mit ihm machen, Prinz Störenfried?
Hier gehts ja lustig zu.
Vater, so hilf uns doch, wir kleben fest.
An diesem Tölpel mit seiner Gans.
Seht euch das an.
Was fällt euch Gänsen ein, hinter diesem Burschen herzulaufen?
Wir Gänse, wir kleben fest, an der goldenen Gans.
Fass uns nicht an, das weiß ich besser.
Du weißt das besser, ja? Aber ist sie wirklich aus Gold?
Oh Lies, oh Gret. Setzt euch doch, junger Herr.
Gleich sollt Ihr bedient werden.
Wir auch, Wein, Herr Wirt.
Ein wertvolles Vögelchen.
Lasst auffahren, Herr Wirt, Wein vom Besten.
Warum hilfst du uns nicht, Vater, nein, sag mir doch.
Ich habe gesagt, du wirst ihn verprügeln.
Eine Feder von Eurer Gans, was muss die wert sein?
Eine Feder nur müsste man haben, ich hol sie mir.
Seht doch den Feigling.
Nimm ihm die Gans einfach weg.
Lass das, Schreihals, da stimmt etwas nicht.
Was brauchst du die alberne Gans?
Morgen haben wir Gold, so viel wir wollen.
Fahrt auf, Herr Wirt.
Prinz Störenfried und seine Freunde sind meine Gäste.
Das ist ein Wort.
Sie müssen so betrunken werden,
dass sie heute Nacht nicht mehr wegkommen.
Prost.
Trinkt, ich zahle alles.
Haben wir die Prinzessin, muss uns der König...
- Pst. - Das halbe Königreich geben.
- Und haben wir erst das Halbe... - Dann haben wir auch das Ganze.
(alle) Erst das Halbe, dann das Ganze.
Raufbold. du hast doch Mut.
Glaubst du, wer sich nicht fürchtet, eine Prinzessin zu rauben,
hat Angst vor einer Gans?
Du klebst fest.
Wirt, mehr Wein.
Was ist denn das?
Sieh mal den Degen.
(Gans schnattert)
Prinz Störenfried, euch gebe ich eine goldene Feder.
Wartet.
Herr Wirt.
Ich lock sie runter, in den Weinkeller.
Im Keller sind noch mehr Fässer, sagt der Wirt.
Schöner alter Wein, 70 Jahre liegt der da.
Und jeder kriegt eine goldene Feder.
Wenn ihr nicht wollt.
Doch, doch, doch.
Kommt.
Vergesst nicht, gut abzuschließen.
Wo ist der Wein?
Schön dumm von dem Burschen, uns von dem Wein zu erzählen.
(Klopfen)
Heute Nacht werden die das Schloss nicht mehr überfallen.
Einen Tag brauchen die, um ihren Rausch auszuschlafen.
Ein so schöner Vogel.
Schlaft schön, Herr Wirt.
- Gute Nacht, Kinder. - Gute Nacht, Vater.
Eine einzige Feder nur möchte ich haben.
Trink nicht so viel.
Eine einzige Feder nur.
(Gans schnattert)
Was ist das? Nein, sag mir doch.
Ich klebe fest.
Der habgierige Herr Wirt.
Nun ist die ganze Familie beisammen.
Vater.
1 und 3 und 1 und 3, das sind schon 1, 2, 3.
Ist das nicht lustig?
Das ist nicht lustig, ich weiß das doch besser.
Aber es ist lustig. Und wisst ihr, was wir jetzt machen?
Wir gehen zum Schloss des Königs.
Prinz Störenfried, der will die Prinzessin rauben, mit Gewalt.
Und ich will sie zum Lachen bringen, mit euch. Kommt.
Jetzt, mit uns?
Nein, sag mir doch, wie willst du das machen?
Hast du das gehört, Vater? Nein, sag mir doch.
Ich sags dir ja. Wir ziehen zur Prinzessin.
Und wenn sie euch, 1, 2, 3 an der Gans hängen sieht,
3 Leute, die an einer Gans hängen, dann lacht sie, muss sie lachen.
Und du kriegst die Prinzessin zur Frau, willst du das?
Eine richtige Prinzessin.
Du kriegst das halbe Königreich.
Heiraten, halbes Königreich,
zum Lachen will ich die Prinzessin bringen.
Ein Mädchen, das nicht lachen kann, das darf es doch gar nicht geben.
Na, komm, halt mal.
Jetzt haben wir dich.
Jetzt haben wir das goldene Vögelchen.
Komm, na komm.
Nein, nein.
Leise, wir dürfen den Störenfried und seine Kumpane nicht wecken.
Auf zur Prinzessin.
Nein.
Nun beeil dich doch, Pechvogel.
Immer ich.
(Musik)
Aber es war doch zum Lachen, teuerste Prinzessin.
Es war doch ganz und gar lustig.
Ihr seht selbst, Graf Ohnewitz, sie lacht nicht.
Sie lächelt nicht, sie verzieht keine Miene.
Untröstlich.
Graf Ohnewitz.
271. vergeblicher Versuch, die Prinzessin zum Lachen zu bringen.
Gnädiger Herr König, jetzt liest sie wieder.
Ein Buch, Kind, ach, Kind.
Untröstlich.
Sie liest, aber sie lacht nicht.
Wozu braucht Ihr zu lesen, teuerste Prinzessin, ich lese Euch vor.
Was lese ich Euch vor? 3-mal nachgedacht.
Perplex.
Wir waren stehen geblieben
beim 177. Kapitel der huldvollsten Geschichte unseres Königreiches.
Es war im Jahre 1000...
Herr Hofgelehrter Weisenstein, Eure tägliche Pflicht.
3-mal nachgedacht, perplex.
Das Geld des Königs zählen,
unten im Schlosshof in der Truhe mit den 7 Schlössern.
3-mal richtig.
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
Töchterchen.
Sieh doch.
Was sie jetzt wieder macht.
Ist es nicht herrlich, so reich zu sein?
Kind, so sieh dir doch die Schätze an.
Und Ihr zählt, Herr Hofgelehrter Weisenstein, zählt alles sorgsam.
Lieber 3-mal als 2-mal.
Macht dir das nicht Freude, Töchterchen?
Warum lässt du das Geld und Gold jeden Tag zählen, immer wieder?
Töchterchen, wenn es jemand stiehlt.
Die neue Truhe ist so herrlich groß, aber sie ist so groß...
Dass man sie nicht durch die Tür des Schlosses tragen kann.
Töchterchen, Töchterchen.
Gnädigste Prinzessin, ich vergaß ganz und gar... 3-mal perplex.
Seht doch, was ich für euch bauen ließ.
Gnädigster Herr König, sie wird lachen.
Jetzt wird die Prinzessin lachen.
Eine königliche Wippe.
Ich ließ sie extra für die Prinzessin bauen.
Wundervoll.
Eine schöne Wippe.
Und wozu ist sie da? 3-mal nachgedacht.
- Perplex. - Das ist ja wundervoll.
(König lacht)
(Musik)
(König lacht)
(Musik)
Entzückend, nicht wahr?
Aber so lasst mich doch wieder herunter.
Wollt Ihr nicht vorlesen, Herr Hofgelehrter?
Gnädigste Prinzessin, ich bitte euch.
Wundervoll.
(König lacht)
Prinzessin.
So helft mir doch.
(König lacht)
Was gibt es da zu lachen?
(Gelächter)
(pfeift)
Kommt doch mal her.
Ich klebe fest.
(Gelächter)
(Gelächter)
Was ist denn das?
Nun komm doch mal.
(Gelächter)
(pfeift)
Und da wurde die Königstochter auf den Berg geführt.
(König schnarcht)
Und da wurde die Königstochter auf den Berg geführt.
Hört Ihr mir zu, treueste Prinzessin?
Auf dem der schreckliche Drache hauste.
Dieser Drache...
...hatte...
(Prinzessin) Hatte?
12 Köpfe.
1.
2.
3.
4.
5.
6.
(Prinzessin) 7.
8.
(Prinzessin) 9.
10.
11.
12.
(Tür wird geöffnet)
Gnädigster Herr König, 2 neue Freier sind am Schlosstor eingetroffen.
Kunz und Franz heißen sie.
Sie wollen die Prinzessin zum Lachen bringen? Sie mögen kommen.
Gleich 2.
Der 272.
und der 273. Bewerber.
Weise sie nicht wieder ab, Kind. Lache doch, nur ein einziges Mal.
Entzückend, wie.
Immer ich.
Ich hab ein Pech.
Pechvogel, Franz Pechvogel.
(pfeift)
Uh, der Blitz.
Kunz.
Immer ich.
Wirklich lustig. Und Ihr wollt meine Tochter heiraten?
Ich will sie heiraten.
Aber sie lacht ja nicht.
Und was könnt Ihr sonst noch?
Jetzt fragt sie wieder.
Was könnt Ihr, was seid Ihr?
Ach, so.
Schuhmacher.
Schuhmacher?
Aber wir fertigen nur die allerfeinsten Schuhe.
Wir sind Hof-Schuhmacher.
Und an welchem Hofe übt Ihr Eure Kunst aus?
Am Hofe des Prinzen... Bibinka des Reichen.
Und wir sind auch reich.
Nur goldene Schuhe fertigen wir.
Die Goldjungen werden wir genannt.
Hört Ihr, Herr König.
Seht selbst, Prinzessin.
Oh, Tanzschuhe.
Aber da fehlt doch etwas.
Die Absätze vielleicht?
Ja, die Absätze.
Die Absätze.
Dann schlagt sie an.
Aber Ihr seid doch Schumacher.
Ja. Aber wir können noch viel mehr.
Ihr sollt es erleben, wenn ich erst das halbe Königreich geerbt habe.
Wie ich von goldenen Tellern esse,
wie ich in einer 8-spännigen Kutsche fahre.
Wie ich die allerschönsten Kleider tragen werde.
Ich glaube, Kunz und Franz, ihr habt den Weg umsonst gemacht.
Prinzessin.
Was ist das für ein Lärm?
Wir haben eine goldne Gans, die jeden mit sich zieht.
Schließ das Fenster.
Ich geh mit meiner goldnen Gans bis in die Welt hinaus.
5 und 6, die Welt ist groß, wer kommt mit, wir ziehen los.
5 und 6, die Welt ist groß, kommt, wir ziehen los.
Was wollt ihr?
Wir wollen die Königstochter zum Lachen bringen.
Ihr Lumpengesindel?
Was wollt ihr?
Liederliches Weibsvolk, der im Nachthemd, Bauernmusikanten,
vielleicht noch eine Hochzeitsgesellschaft dazu.
Auch noch n Esel.
Wir kleben fest.
An dieser goldenen Gans.
Potzblitz und 3-mal Blitz.
Ihr lasst sie nicht durch.
Weg, weg, weg vom Schloss.
Sonst sperr ich euch ein.
Wegen Ruhestörung und Landfriedensbruch.
Platz gemacht, Herr Hauptmann.
Wer nicht festkleben will, macht Platz für uns.
Los, Klaus.
Das ist ein Aufrührer.
Die Wache muss sie aufhalten.
(Musik)
Sie kommen ins Schloss.
Wollt ihr wohl stehen bleiben. Ihr Feiglinge, ich fordere Gehorsam.
Haltet sie doch auf.
Stehen bleiben.
6 und 6 und 6 und 6, wer singt mit mir ein Lied.
Ich habe eine goldne Gans, die jeden mit sich zieht.
6 und 6 und 6 und 6, ich bin der Schuster Klaus.
Ich zieh mit meiner goldnen Gans jetzt in die Welt hinaus.
3-mal perplex, 3-mal perplex.
6 und 6, die Welt ist groß, komm, wir ziehen los.
(Musik)
6 und 6 und 6 und 6, wer singt mit mir ein Lied.
3-mal perplex.
Ich habe eine goldne Gans, die jeden mit sich zieht.
6 und 6 und 6 und 6, ich bin der Schuster Klaus.
Ich zieh mit meiner goldnen Gans jetzt in die Welt hinaus.
6 und 6, die Welt ist groß, wer kommt mit, wir ziehen los.
6 und 6, die Welt ist groß, kommt, wir ziehen los.
(lacht)
Sieh doch nur, Vater, wie lustig.
Warum laufen alle dem Dummling hinterher?
Und die goldene Gans, hast du die gesehn?
(Musik)
(Prinzessin lacht)
Wo ist denn nun die Prinzessin, die nicht lachen kann?
Na, ich bin das. Und du hast mich zum Lachen gebracht.
Du bist das? Aber du lachst ja.
Verwünscht.
Nun halte dein Versprechen, Vater.
Was für ein Versprechen, Töchterchen?
Wer die Königstochter zum Lachen bringt, bekommt sie zur Frau.
Klaus hat mich zum Lachen gebracht, er hat diese Aufgabe erfüllt.
Ich kann mich gar nicht erinnern.
Herr Hofgelehrter Weisenstein, wisst Ihr etwas von einem Versprechen?
Du irrst dich, Kind.
3-mal nachgedacht, perplex.
Ein königliches Versprechen? Eigentlich nicht, nur...
3-mal richtig, es gibt ein solches Versprechen.
Nur, wer sich der Hand unserer allerliebreizendsten Prinzessin
als würdig erweisen will, muss vor dem eine 2. Aufgabe erfüllen.
Eine 2. Aufgabe?
- Gnädigster Herr König. - Herr Hofgelehrter.
Wir möchten uns auch würdig erweisen.
Was unser Bruder, der Dummling, kann, können wir schon lange.
(Fanfaren)
Schon wieder solch ein Lärm.
(Fanfaren)
Herr König.
Herr König, Gefahr droht dem Königreich.
Prinz Störenfried ist ins Land eingebrochen.
Was haben wir ihm getan?
Was will der Störenfried bei uns?
Er will das Schloss überfallen und die Prinzessin rauben.
Die Prinzessin und meine Schätze.
Meine Schätze, mein Gold, wir müssen die Schatztruhe sichern.
Hierherauf müssen wir sie bringen.
Aber die Tür, 3-mal perplex, die Tür ist zu klein für die Truhe.
Hört, ihr guten Leute, das Königreich ist in großer Gefahr.
Meine Schätze, mein Gold, die Prinzessin, hört die 2. Aufgabe.
Wer die Schatztruhe mit den 7 Schlössern in den Thronsaal bringt,
der bekommt die Prinzessin zur Frau und das halbe Königreich.
Aber die Tür ist doch viel zu klein.
Wie soll das jemand können?
Niemand kann das, ich weiß das doch besser.
Wir schaffen das, Herr König, wir ganz allein.
Komm, Pechvogel.
Was machen wir jetzt, Klaus?
Na, los Klaus, komm.
Wenns weiter nichts ist. Los.
Los, fasst an.
(Gelächter)
Was machen die denn mit der Truhe?
Seht euch das an, wie die schleppen.
Halt mal.
Torwache, kommt her.
Du bringst mir ein langes Seil.
Und du suchst mir Räder, Rollen, verstehst du? Vom Ziehbrunnen.
Gleich, Herr König.
3-mal perplex.
Das ist zu kurz, das muss 5-mal, 10-mal länger sein.
Er will mit dem Seil die Truhe durch die Tür ziehen.
Der Dummling.
Noch mehr Rollen, schnell.
Mein schönes Schloss.
Meine schöne Truhe.
Seht euch das an, Herr Hofgelehrter Weisenstein.
(Musik)
Schrecklich.
Da oben ist er.
Nein, sag mir doch.
3-mal nachgedacht, er ist verrückt geworden.
Holt die Wippe.
Meine Wippe? Die königliche Wippe.
Er will wippen.
Warum will er wippen?
Genug.
Hoch.
Lies, Gret, der ganze Zug, jetzt müsst ihr mir helfen.
Hier hinauf.
Na los, Lies.
Schneller.
Rätsel über Rätsel.
Noch ein Stück.
Gut.
Ein Wunder.
Geht runter und stellt euch am Tor auf.
Kommt, vorsichtig.
Langsam.
Pass auf, Lies.
Geh nach oben und nimm 2 Soldaten mit.
Gut.
Jetzt rennt sie sogar.
Und jetzt ziehen, ziehen, ziehen.
Nein, nein, das ist Zauberei, die Truhe ist verhext.
Weiter, weiter.
Kommt, kommt, Herr Hofgelehrter Weisenstein.
Kind, Kind, meine Truhe, mein Gold.
Jetzt bekommt er bestimmt die Prinzessin zur Frau.
Und das halbe Königreich dazu.
Du hast auch die 2. Aufgabe erfüllt.
Aber mit Zauberei, das gilt nicht.
Zauberei? Ist Nachdenken Zauberei?
Vater?
Meine Schätze sind in Sicherheit.
Herr König.
Herr König, Prinz Störenfried und seine Reiter sind vor dem Schloss.
Mein Kind, meine Tochter,
alles tu ich, damit sie nicht in die Hände dieses Unholdes fällt.
Wer Prinz Störenfried besiegt, bekommt die Prinzessin zur Frau.
Und das halbe Königreich.
Und das halbe Königreich, das ist die 3. Aufgabe.
Los Leute, rauf.
Kämpfen? Das ist nichts für mich.
Wir haben keine Waffen.
Kunz.
Franz.
Zu 3. werden wir es schaffen.
Nein, nein.
He, Schreihals, wie ist dir der Wein bekommen?
Na warte.
Dir werd ichs zeigen, du.
(Musik)
Prinz Störenfried, Raufbold.
So hilf mir doch, du Tölpel.
Hilfe.
Helft eurem Bruder.
Komm.
Pass auf, Klaus.
So, Freundchen, jetzt rechnen wir ab.
Komm.
Komm, Pechvogel.
Zieh, zieh, zieh.
Passt auf, ihr Strolche, wenn ich hier runterkomme.
Ich reiß euch die Ohren ab, ihr verdammtes Gesindel.
Jetzt gehts los, na komm.
Den Degen weg.
Dummling, ich hab ihn.
(Schreie)
Nun komm, Prinzesschen.
3-mal perplex.
Schnell, einen Kreis.
Kommt, Prinz Störenfried, wenn ihr auch dran kleben wollt.
Warum jagst du ihn nicht davon, nein, sag mir doch.
Warte, gleich.
Nun kommt, Herr Störenfried.
Genug, Prinz Störenfried, uns stört Ihr nicht mehr.
Ihr seid in das Land eingefallen, jetzt verlasst es wieder.
Und nehmt eure Raufbolde und Schreihälse mit.
Und lass dich nie wieder sehen.
Mein Kind, du bist gerettet.
Jetzt haltet Euer Versprechen, Vater.
3 Aufgaben hat Klaus erfüllt.
Ja, ja, ich danke dir, Klaus.
Werdet glücklich.
Der Dummling.
Der Klaus.
Ja, ja, Pechvogel, äh, Franz.
Aber was wird aus uns, aus uns allen,
sollen wir ewig an der Gans kleben bleiben, nein, sag mir doch.
Ich sags dir ja.
Wir müssen kleben bleiben, ich weiß das besser.
Ihr habt uns alle geholfen, zum Glück verholfen.
Eigentlich haben sie sich dafür eine Belohnung verdient.
Gänschen, was meinst du?
Nein, sag mir doch. Gret.
Das ist doch nicht wahr, das weiß ich doch...
Jetzt, Musikanten, spielt auf.
Und alle sollen mit uns tanzen.
(Musik)
(Gans schnattert)
Au. Gehst du weg, Hilfe.
(Musik)
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